Brüderliche Menschheit

Der Brudermörder Kain will Gott aus den Augen kommen und zieht ins Land Nod, ins „Land der Flucht“, jenseits von Eden. Ist damit die biblische Vision einer „brüderlichen Menschheit“ am Ende? Nachdem in der fünften Generation nach Kain ein sexistischer Maulheld ein böses Lied singt, kommt es zu einem Neuanfang der Menschheit mit (kaum zu glauben!) einem Nachkommen Abels.

Brüderliche Menschheit? Kain erschlägt seinen Bruder Abel mit einer Keule in der Nähe ihrer beider Opferaltäre - auf einer farbigen Kachel dargestellt.

Kain erschlägt seinen Bruder Abel (Bild: falco – pixabay.com)

#predigtGottesdienst am 13. Sonntag nach Trinitatis, 26. August 2018, 10 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen
Orgelvorspiel

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Ich begrüße alle herzlich im Gottesdienst mit dem Wort Jesu aus Matthäus 25, 40:

Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan!

Um das Thema Brüderlichkeit wird es nachher in der Predigt gehen. Geschwisterliche Gemeinschaft der Kirchengemeinden im Gießener Norden üben wir heute ganz praktisch, indem wir den Gottesdienst gemeinsam mit der Michaelsgemeinde Wieseck und der Thomasgemeinde feiern – und nicht zuletzt mit Herrn Pfarrer Helmut Schütz, der heute alle Pfarrer unserer Gemeinden vertritt, weil sie heute mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden des Dekanats Gießen im Konfi-Camp unterwegs sind.

Aus dem Lied 412 singen wir die Strophen 1 bis 4:

1. So jemand spricht: »Ich liebe Gott«, und hasst doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, dass ich den Nächsten liebe gleich als mich.

2. Wer dieser Erde Güter hat und sieht die Brüder leiden und macht die Hungrigen nicht satt, lässt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der ersten Pflicht und hat die Liebe Gottes nicht.

3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret, nicht dem Verleumder widerspricht, der liebt auch seinen Bruder nicht.

4. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder, drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, mein Nächster ist sein Kind wie ich.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wir beten mit Psalm 133:

1 Siehe, wie fein und lieblich ist‘s, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen!

Kommt, lasst uns anbeten. „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Im Predigttext, 1. Buch Mose – Genesis 4, werden wir den Vers hören:

9 Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: Ich weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein?

Gott, Vater Jesu Christi und Vater der ganzen Menschheit! Hören wir auf dich, wenn du uns nach unseren Brüdern und Schwestern fragst? Nach denen, die leiden unter den Ungerechtigkeiten eines Weltsystems, von dem vor allem wir in den reichen Ländern profitieren? Nach denen, die auch in unserem Land ganz am Rande stehen und übersehen werden? Nach denen, die einsam sind und vielleicht auf einen Besuch gerade von uns warten? Nach denen, über die wir uns ärgern, und die ein offenes Wort der Ermahnung von uns erwarten können?

Lasst uns bekennen: Wir übersehen immer wieder die Leiden unserer Geschwister. Ja, wir wollen unseres Bruders, unserer Schwester, Hüter sein! Wir erbitten Vergebung und rufen zu dir:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Mit Worten des Jesus Sirach 25 lasst uns die wahre Geschwisterlichkeit und Liebe loben:

1 Drei Dinge gefallen mir, die dem Herrn und den Menschen wohlgefallen: brüderliche Eintracht, Liebe zum Nächsten und wenn Frau und Mann gut miteinander umgehen.

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Gott, der du den einmaligen Namen der Barmherzigkeit trägst, Gott, der du ein Herr bist, der zur Liebe und Gerechtigkeit befreit, lass uns heute wieder auf dein Wort hören. Alte Worte, die wir schon kennen. Alte Worte, die uns fremd sind. Alte Worte, die uns beim neuen Hören vielleicht völlig neu in ihrem Sinn aufgehen. Gib uns ein Hören und Verstehen, das neues Vertrauen in uns wachsen lässt und unsere Hände zu neuem Tun bewegt. Darum bitten wir dich im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören die Schriftlesung aus dem Brief 1. Petrus 3, 8-11:

8 Seid allesamt gleich gesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, demütig.

9 Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, auf dass ihr Segen erbt.

10 Denn »wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der hüte seine Zunge, dass sie nichts Böses rede, und seine Lippen, dass sie nicht betrügen.

11 Er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach.

Herr, dein Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht auf unserem Wege. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Glaubensbekenntnis
Lied 412, 6-8:

5. Ein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Dass Gott mich schuf und mich versühnt, hab ich dies mehr als sie verdient?

6. Vergibst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen; ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen, dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst?

7. Was ich den Armen hier getan, dem kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Erlöser, an, als hätt ich’s ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und Gott in Brüdern nicht erfreun?

8. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist.

Gott gebe uns Worte für unser Herz und ein Herz für sein Wort. Amen.

Liebe Gemeinde,

Ein ganzes Kapitel der Bibel will ich betrachten in dieser Predigt, im 1. Buch Mose – Genesis 4. Es ist ein Kapitel über die Menschheit, die nicht mehr im Paradies lebt, weil Eva und Adam nicht zufrieden waren mit Gottes reichem Segen, sondern unbedingt auch Zugriff haben wollten auf die einzige Frucht, die er ihnen verboten hatte. Sie wollten am liebsten sein wie Gott, und verloren daher ihr Recht, ohne Angst und Sorgen unbefangen in einer paradiesischen Welt zu leben.

Das Kapitel, das nun beginnt, dreht sich um die Frage, ob es auf dieser Erde, die kein Paradies ist, wenigstens gelingen kann, brüderlich miteinander zu leben. Ja, liebe Frauen, es geht in dieser Geschichte in erster Linie um Brüderlichkeit, um Männer. Haben Männer vielleicht mehr Probleme mit Brüderlichkeit als Frauen mit schwesterlichem Verhalten? Allerdings werden auch Frauen ihre Rolle in diesem Kapitel spielen.

1 Und Adam erkannte seine Frau Eva, und sie ward schwanger und gebar den Kain und sprach: Ich habe einen Mann gewonnen mithilfe des HERRN.

Gleich im ersten Vers des Kapitels geht es um jede Menge Vielschichtigkeiten zwischen Mann und Frau. Adam „erkennt“ seine Frau, das heißt, er vollzieht mit ihr den Beischlaf, so dass sie schwanger wird und einen Sohn zur Welt bringt. Die erste Person, die das Wort ergreift, ist aber nicht Adam, sondern Eva. Und was sie sagt, ist seltsam. „Ich habe einen Mann gewonnen mit Hilfe des HERRN.“

Hat Eva nicht schon einen Mann? Ist Adam nicht ihr Mann? Warum muss sie ihren kleinen Sohn als Mann bezeichnen, den sie gewonnen, wörtlich „gekauft“ hat? Betrachtet sie ihn als ihren Besitz? Will sie ihrem Mann gegenüber von der Stärke ihres Sohnes profitieren?

Oder muss man das Wort kana, „kaufen“, von dem der Name Kain abgeleitet wird, sogar noch anders übersetzen? Es kann auch „schaffen“ bedeuten. Dann hätte Eva behauptet: „Ich habe einen Mann geschaffen wie der HERR“. Leidet sie darunter, dass ihr Mann in der Gesellschaftsordnung, wie sie außerhalb des Paradieses ist, über sie herrscht? Auf dieser Erde scheinen nur die Männer zu zählen. Aber etwas hat die Frau dem Mann voraus. Er kann keinen Mann zur Welt bringen. Ist Eva also stolz darauf, nicht ein Mädchen, sondern einen Jungen geboren zu haben?

2 Danach gebar sie Abel, seinen Bruder. Und Abel wurde ein Schäfer, Kain aber wurde ein Ackermann.

Ein zweiter Sohn wird der Eva geboren, aber zu ihm sagt sie nichts, und sein Name wird nicht erklärt. Aber im Hebräischen muss der Name auch nicht erklärt werden, seine Bedeutung ist offensichtlich und verheißt nichts Gutes. Denn „Häwäl“ heißt „Hauch“ oder „Nichts“. Vielleicht ist Abel schwächlich. Vielleicht hält Eva deswegen nicht viel von ihm. Wird Abel in der harten Männerwelt bestehen können? Er taugt gerade zum Schafehüten, nicht zur Schwerstarbeit auf dem von Gott verfluchten Acker der Erde, auf dem der Mann im Schweiße seines Angesichts seinen Lebensunterhalt verdienen muss. Interessant ist aber auch, dass Abel der „Bruder“ Kains genannt wird. Zum ersten Mal taucht hier in der Bibel das Wort „Bruder“ auf.

3 Es begab sich aber nach etlicher Zeit, dass Kain dem HERRN Opfer brachte von den Früchten des Feldes.

4 Und auch Abel brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett.

Kain und Abel bringen Gott aus Dankbarkeit für ihre Ernte Opfer dar. Die Erzählung geht selbstverständlich von den späteren Opfervorschriften aus, die im 3. Buch Mose verzeichnet sind, und damit ist klar: Es geht hier nicht um einen historischen Bericht. Von Kain und Abel erzählt die Bibel am Anfang der Menschheitsgeschichte, weil es in ihrer Geschichte von Grund auf, vom Prinzip her, um das geht, was jeden Mann und seinen Bruder betrifft. Ob und wie es auch um Schwestern geht, das werden wir später sehen.

Und der HERR sah gnädig an Abel und sein Opfer,

5 aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an.

Warum sieht Gott das eine Opfer an und das andere nicht? Steht Gott dem schwächeren Abel von vornherein näher als dem Kain, auf den seine Mutter so stolz ist? Oder denkt umgekehrt der starke Kain, dass er sich doch selber alles im Leben hart erarbeiten muss, dass er also eigentlich Gott gar nicht so viel verdankt? Ein Hinweis darauf könnte sein, dass beide Brüder pflichtgemäß die erste Frucht ihrer Ernte oder Herde opfern. Aber bei Abel wird hinzugefügt: Er opferte die erstgeborenen Schafe „und von ihrem Fett“, er gönnt Gott also besonders gute Stücke und nicht nur das, was er ihm gerade schuldig ist.

Da ergrimmte Kain sehr und senkte finster seinen Blick.

Wörtlich steht da: Kain brennt vor Zorn, sein Gesicht fällt herunter.

6 Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? Und warum senkst du deinen Blick?

Jetzt ergreift Gott das Wort. Im Gewissen von Kain ertönt seine Stimme: „Wie kommst du darauf, dass ich dich nicht angesehen habe? Ich sehe dich sehr wohl, und ich sehe, wie du nicht mehr frei nach oben blickst, weil du dich ungerecht behandelt fühlst.“ Gott interessiert sich so sehr für Kain, dass er ihm sogar eine persönliche Nachhilfestunde in praktischer Lebensführung gibt:

7 Ist‘s nicht so: Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie.

Wörtlich übersetzt, lädt Gott den Kain zum Gutestun ein. Frommsein heißt: Tun, was in den Augen Gottes recht ist. Tut Kain, was für ihn und seinen Bruder gut ist, dann hebt sich sein Gesicht wieder. Er kann frei nach oben und in die Welt blicken. Aber ist Kain nicht bereit, Gutes zu tun, dann liegt die Sünde an der Schwelle seiner Tür wie ein lauerndes böses Tier oder ein Dämon. Sie wartet nur darauf, ihn zu packen. Kain meint, er hat sein Leben im Griff. Aber Sünde heißt „Verfehlung“, schießt am Ziel vorbei. Tatsächlich hat ihn die Sünde im Griff, wenn er sein Leben nicht am Guten ausrichtet. Gott will, dass Kain stark ist, er soll sogar herrschen, sich selber soll er beherrschen, Herr soll er sein über die Sünde, das Böse, von dem er sich fangen lässt. Aber leider hört Kain nicht auf Gott.

8 Da sprach Kain zu seinem Bruder Abel: Lass uns aufs Feld gehen! Und es begab sich, als sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot.

Der Dritte, der in dieser Geschichte redet, ist Kain, der zu seinem Bruder spricht. Zum zweiten und dritten Mal haben wir in dieser Erzählung das Wort „Bruder“. Aber das Gespräch ist nicht wirklich brüderlich. Der sich so stark fühlende Kain lockt seinen an Kräften unterlegenen Bruder aufs Feld und bringt ihn dort ungesehen um. Ein moderner Kain hätte vielleicht noch zu ihm gesagt: „Dein Name Häwäl sagt ja schon alles, du bist nichts als ein Opfer!“

9 Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: Ich weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein?

Wieder haben wir zwei Mal das Wort „Bruder“ in einem Bibelvers. Gott fragt Kain nach seinem Bruder. Und Kain tut so, als wisse er von nichts. Seine Frage verneint sogar grundsätzlich seine Verantwortung: „Ich bin doch nicht der Babysitter meines Bruders! Der soll auf sich selber aufpassen, wenn er stark genug dazu ist!“

10 Er aber sprach: Was hast du getan? Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde.

Gott stellt eine rhetorische Frage. Er weiß genau, was Kain getan hat, und Kain weiß es auch. Und es ist wie im modernen Krimi: Das Blut seines Bruders, das in die Erde geflossen ist, ist Beweis genug für den Mord, es klagt an, es erhebt seine Stimme für den Bruder, der nicht mehr reden kann und in der Geschichte nie selbst zu Wort gekommen ist. Abel steht für all die unzähligen Menschen, die anderen im Weg sind und aus dem Weg geräumt werden, vielleicht auch einfach am Rand der Gesellschaft übersehen und für überflüssig gehalten werden. Unsere Geschichte aber nennt diese Menschen „Bruder“, hier schon zum sechsten Mal. Und: „Ja“, will Gott natürlich sagen: „Auf jeden Fall sollst du deines Bruders Hüter sein“, auf jeden Fall seid ihr Menschen füreinander verantwortlich, sogar für die ertrinkenden Flüchtlinge auf dem Mittelmeer oder für die Obdachlosen, die im Winter in der Kälte eurer Stadt erfrieren.

11 Und nun: Verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und deines Bruders Blut von deinen Händen empfangen.

Kains Tat hat Folgen. Wenn in der Bibel von Gottes Fluch die Rede ist, dann wird in der Regel das beschrieben, was die inneren Konsequenzen böser Taten sind, nicht willkürlich auferlegte Strafen Gottes. Der Mord am Bruder – das Wort erscheint hier zum siebten Mal! – verändert die Menschenwelt zum Bösen. Wird die Erde zu einem Abgrund, der sein Maul aufsperrt und Kain verschlingt? Nein, eine solche Vorstellung gibt es woanders in der Bibel, aber nicht hier. Hier öffnet eine mütterliche Erde ihren Mund und bewahrt in ihrem Leib das Blut des Bruders auf – wie ein Beweisstück oder auch als Inbegriff seines Lebens.

12 Wenn du den Acker bebauen wirst, soll er dir hinfort seinen Ertrag nicht geben. Unstet und flüchtig sollst du sein auf Erden.

Für Kain bedeutet der Fluch Gottes, dass er von der Erde nicht mehr wird leben können. Er wird zu einem Wirtschaftsflüchtling, einem Migranten, der weg muss von seinem Acker, weil der ihm seinen Ertrag verweigert. Das klingt wie eine mythologische Geschichte von einer Erde, die wie ein lebendiges Wesen handelt.

Dazu fällt mir gerade eben ein, dass ich gestern beim Vorlesen eines Bilderbuchs für meinen vierjährigen Enkel ihn aufgefordert habe, auf jeder Seite die Lebewesen zu zählen. Er zählte den Traktor mit, denn der war ja mit Augen gemalt, wie ein phantasiertes Lebewesen, und dann mischte sich die siebenjährige Enkelin ein und meinte, dass die Pflanzen und die Wiese auch Lebewesen sind.

So haben sich die Menschen zu allen Zeiten oft auch den Ackerboden und die Erde selbst als lebendig vorgestellt. Im Hintergrund dieser Idee in der Kainsgeschichte steht, dass Menschen, die zum Mord fähig sind und ihren Brüdern den Schutz verweigern, auch das Angesicht dieser Erde verwandeln. Wie viele Millionen Flüchtlinge gibt es auf der Erde, von denen allerdings die meisten nicht durch eigene Schuld, sondern durch Katastrophen, Krieg und Klimawandel von Ackerboden und Heimat vertrieben werden!

Aber – wie mir gerade jetzt bewusst wird – es gibt eben auch Flüchtlinge wie Kain, mit Dreck am Stecken, mit zweifelhaftem Charakter. Keiner verhält sich nur schon deswegen gut, weil er ein Flüchtling ist. Jeder muss für sein tatsächliches Verhalten, aber auch nur dafür, zur Rechenschaft gezogen werden.

13 Kain aber sprach zu dem HERRN: Meine Strafe ist zu schwer, als dass ich sie tragen könnte.

Nachdem Kain sich nicht zu dem Mord an seinem Bruder bekannt, ja nicht einmal die Verantwortlichkeit für seinen Bruder anerkannt hat, wendet er sich jetzt an Gott mit einer Beschwerde. Was Luther mit „Strafe“ übersetzt, kann zwar wörtlich auch „Schuld“ heißen, aber der Satz klingt nicht so, als ob Kain jetzt bereut oder wirklich zu seiner Schuld steht. Nein, er fühlt sich wieder von Gott ungerecht behandelt. Wie soll ich diese Strafe tragen, nicht von meiner Arbeit leben zu können, weg zu müssen von meinem Acker? Hätte er eher die Todesstrafe akzeptiert, die Gott aber nicht über ihn verhängt hat?

14 Siehe, du treibst mich heute vom Acker, und ich muss mich vor deinem Angesicht verbergen und muss unstet und flüchtig sein auf Erden. So wird mir‘s gehen, dass mich totschlägt, wer mich findet.

Kain begründet seine Beschwerde wegen des Strafmaßes ganz ausführlich. Für ihn bedeutet die Strafe dreierlei: Erstens wird er „vom Angesicht des Ackers“ vertrieben, als ob der seinen Anblick nicht mehr ertragen könnte. Zweitens meint er, sich sogar „vor dem Angesicht Gottes“ verstecken zu müssen; er hat nichts dazu gelernt, er hebt immer noch nicht sein Angesicht zu Gott, blickt nicht Gott und seiner Schuld ins Auge. Zuletzt äußert er als größte Sorge: Andere Menschen könnten ihn aufspüren und totschlagen, so wie er seinen Bruder totgeschlagen hat. Damit ist wohl auch der eigentliche Grund genannt, warum er weg muss von seinem Acker. Er müsste ständig in Angst leben, dass der Mord aufgeklärt werden könnte.

Wieder führt, nebenbei bemerkt, die Frage nicht weiter, woher eigentlich die anderen Menschen kommen sollen, wo es doch erst vier Menschen auf der Welt gibt. Wie gesagt, hier geht es nicht um die Frage: „Wie ist es historisch gewesen?“ sondern um uns alle: „Wie stehen wir von Grund auf vor Gott da und unseren Mitmenschen gegenüber?“

15 Aber der HERR sprach zu ihm: Nein, sondern wer Kain totschlägt, das soll siebenfältig gerächt werden. Und der HERR machte ein Zeichen an Kain, dass ihn niemand erschlüge, der ihn fände.

Gott geht auf die Beschwerde des Kain ein. Er ergreift zwei Maßnahmen. Erstens erfindet er die Blutrache. Bevor es ein staatliches Gerichtswesen gibt, ist sie ein Mittel, um zwischen den Stammesverbänden dafür zu sorgen, dass Mord bestraft wird. Die hohe Strafandrohung von siebenfacher Rache sollte jeden Täter abschrecken, überhaupt einen Mord zu begehen.

Zweitens verleiht Gott Kain das Kainszeichen. Dieses Zeichen macht ihn nicht vogelfrei, nicht zur Zielscheibe für jeden Bluträcher, sondern ausgerechnet ihn, den Mörder seines Bruders, nimmt Gott von der Todesstrafe aus. Das Kainszeichen schützt ihn davor, selber zum Opfer anderer Menschen zu werden, die ihn so behandeln könnten, wie er seinen Bruder behandelt hat. Mich erinnert das an das Wort Martin Luthers, dass wir alle zugleich Sünder und Gerechte sind: Nur weil Gott uns vergibt, können wir uns als gerecht und gut bewähren. Würde er uns als die Sünder behandeln, die wir sind, weil wir für so viel Unrecht an unzähligen Menschen mitverantwortlich sind, um die wir uns nicht kümmern, dann könnten wir keinen Tag straflos überleben.

Damit, liebe Gemeinde, ist unser Predigttext für heute eigentlich zu Ende. Aber das vierte Kapitel der Bibel noch nicht. Und ich finde, wir verstehen die Kainsgeschichte wirklich richtig nur dann, wenn wir dieses Kapitel bis zum Ende lesen.

Aber bevor ich das mit Ihnen tun will, möchte ich das Lied auf dem Liedblatt mit Ihnen singen. Wenn Sie einfach nur zuhören wollen, ist das mir auch recht:

1) „Wo ist dein Bruder?“ „Soll ich meines Bruders Hüter sein?“ „Kain, wo ist Abel?“ „Kann ein Mensch für mich so wichtig sein?“ Wenn er dir ganz egal ist, und er ist für dich wie tot, verletzt ihn in Gedanken und Taten, bringst du dich und ihn in große Not, du wirst schuldig an seinem Tod.

2) „Wo ist dein Bruder?“ So spricht Gott und schaut bekümmert drein. „Kain, wo ist Abel?“ „Soll ich meines Bruders Hüter sein?“ Abel schafft einfach alles, ist glücklich und lebt nicht schlecht. Doch deine Mühe, Kain, scheint, vergeblich, so als ob dich Gott nicht akzeptiert. Warum ist Gott so ungerecht?

3) Finster ergrimmst du. Und die Sünde lauert vor der Tür. Hast kein Vertrauen. Voll Verzweiflung bist du und voll Gier. Tötest Abel, den Bruder, und hast keine Ruhe mehr. Das Blut des Bruders schreit, und du hörst es. Doch zum Leben bist verurteilt du. Die Verantwortung drückt dich schwer.

4) Wo ist mein Bruder? Will ich meines Bruders Hüter sein? Alle sind Abel. Und auch alle sind ein bißchen Kain. Kann ich streiten mit Worten und sagen, was mich verletzt? Ich glaube und ich kenne den Zweifel. Und ich wünsche, Gott nimmt mich so an. Ja, mein Gott, halte du mich fest!

5) Gott ist der Vater, liebt uns Menschen alle, groß und klein. Wir sind Geschwister, sollen füreinander Hüter sein.

6) Alle sind Abel. Und auch alle sind ein bißchen Kain. Wo ist mein Bruder? Ich will meines Bruders Hüter sein.

Liebe Gemeinde, ich hoffe, Sie können jetzt noch einmal Konzentration aufbringen für die letzten 11 Verse aus dem dem 1. Buch Mose – Genesis 4:

16 So ging Kain hinweg von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Lande Nod, jenseits von Eden, gegen Osten.

Die Geschichte geht weiter, indem Kain vor Gott wegläuft. Er will ihm endgültig aus den Augen kommen und sucht Zuflucht noch weiter weg vom Paradies als seine Eltern, jenseits von Eden, im Land „Nod“, wörtlich im „Lande der Flucht“.

17 Und Kain erkannte seine Frau; die ward schwanger und gebar den Henoch. Und er baute eine Stadt, die nannte er nach seines Sohnes Namen Henoch.

Die Menschheitsgeschichte geht weiter, indem Kain tut, was sein Vater getan hatte. Er erkennt seine Frau, und die bringt den Sohn Henoch zur Welt. Interessant ist, dass Kain nun kulturgeschichtlich mit dem Bau der ersten Stadt in Verbindung gebracht wird. Im Lande der Flucht baut er die erste Stadt und ist so stolz auf sie, dass er sie nach seinem Sohn benennt. Im Hintergrund mag die Ahnung stehen, dass eine Stadt, vielleicht gerade weil sie so viele Menschen in sich versammelt, trotzdem oft ein Ort der Anonymität ist, wo man sich voreinander versteckt und vor der Verantwortung flieht, die man für den Bruder trägt.

18 Dem Henoch aber wurde Irad geboren, Irad zeugte Mehujaël, Mehujaël zeugte Metuschaël, Metuschaël zeugte Lamech.

Weiter scheint eine reine Männergeschichte erzählt zu werden. Bei der Geburt der weiteren Nachkommen Kains werden die Mütter nicht einmal erwähnt. Das ändert sich erst in der fünften Generation nach Kain, bei Lamech, Kains Urururenkel.

19 Lamech aber nahm zwei Frauen, eine hieß Ada, die andere Zilla.

Im Hebräischen fängt dieser Satz betont an mit: „Es nahm sich Lamech zwei Frauen“. Er tut sich vor anderen Männern dadurch hervor, dass er zwei Frauen in Besitz nimmt. Ihre Namen sind bezeichnend. Im Namen „Ada“ klingt das Wort „Schmuck“ an, „Zilla“ ist die Mehrzahl von Schatten, der im heißen Sommer so gern genossen wird. Lamech ist der Prototyp jener Männer, die sich mit ihren Frauen schmücken und deren Frauen ihnen ohne Widerspruch den Rücken für ihre Unternehmungen freihalten.

20 Und Ada gebar Jabal; von dem sind hergekommen, die in Zelten wohnen und Vieh halten.

21 Und sein Bruder hieß Jubal; von dem sind hergekommen alle Zither- und Flötenspieler.

Hier spiegelt sich erneut ein Stück Kulturgeschichte wider. Ada bekommt zwei Söhne, Jabal und Jubal, beide Namen heißen so viel wie „Wasserströme“. Von Jabal sollen die abstammen, die wie Abel Viehhirten waren, von Jubal die ersten Musiker. Soll hier gesagt sein, dass auch von zweifelhaften Vätern wohlgeratene Söhne abstammen können?

22 Zilla aber gebar auch, nämlich den Tubal-Kain; der machte die Werkzeuge für alle Erz- und Eisenschmiede. Und die Schwester des Tubal-Kain war Naama.

Auch die Kinder der zweiten Frau werden erwähnt, und zwei Einzelheiten fallen auf. Erstens taucht der Name „Kain“ noch einmal auf. Das Wort „tubal“ heißt so viel wie „hingeführt“. Soll angedeutet sein, dass Lamech in diesem Sohn die Linie seines Urahnen Kain fortführt? Immerhin wird er zum Begründer der Eisenzeit und damit der Hersteller nicht nur von Arbeitsgeräten für den Ackerbauern, sondern auch von Waffen für den Gebrauch in Kampf und Krieg.

Das zweite Kind Zillas ist ein Mädchen. Sie wird betont „Schwester“ genannt. Und ihr Name wird erwähnt, in dem das Wort „noem“, Freundlichkeit, anklingt. Da kann man nur hoffen, dass Tubal-Kain, „der zu Kain Hingeführte“, mit seiner Schwester, der „Freundlichkeit“, geschwisterlicher umgeht als Kain mit seinem zarten Bruder Abel.

Und nun singt Lamech für seine Frauen ein Lied. Ob er sich dabei von seinem Sohn Jubal auf der Zither oder Flöte begleiten lässt?

23 Und Lamech sprach zu seinen Frauen: Ada und Zilla, höret meine Rede, ihr Frauen Lamechs, merkt auf, was ich sage: Einen Mann erschlug ich für meine Wunde und einen Jüngling für meine Beule.

24 Kain soll siebenmal gerächt werden, aber Lamech siebenundsiebzigmal.

Der Volksmund sagt: „Böse Menschen haben keine Lieder“. Lamech singt trotzdem. Er protzt mit seinen Gewalttaten. Er ist keiner, der sich irgendetwas gefallen lässt. Aus der Blutrache, die immerhin eigentlich vor ausufernder Gewalt hatte schützen sollen, macht er ein Symbol seiner einmaligen Größe. „Lamech first!“ Er ist so bedeutend, dass elf Mal so viele Leute für ihn sterben sollten wie für Kain, wenn es jemandem gelingen sollte, ihn zu töten. Solche Maulhelden gibt es also tatsächlich nicht erst zu unserer Zeit und nicht nur auf Präsidentensesseln.

Erstaunlicherweise ist damit die Geschichte aber noch nicht zu Ende, und noch mehr erstaunt es, dass sie – mit Adam, dem Begründer der Menschheit, weitergeht.

25 Adam erkannte abermals seine Frau, und sie gebar einen Sohn, den nannte sie Set: »Denn Gott hat mir einen andern Sohn gegeben für Abel, den Kain erschlagen hat.«

Wie? Lebt Adam denn noch? Wir sind doch schon sechs Generationen nach Adam. Nach der Logik unserer Geschichte ist das möglich, weil Adam zur Zeit der Geburt Sets bereits 130 Jahre alt ist und insgesamt 800 Jahre alt werden wird; ich wiederhole nochmals, es geht hier nicht um historische Fakten, sondern um eine Glaubenswahrheit. Und die besteht darin: Auch wenn unsere Welt scheinbar so unbrüderlich aussieht, wie es die Kains und Lamechs und Trumps der Weltgeschichte vermuten lassen – Gott bringt immer wieder neue gute Anfänge hervor.

Adam erkennt ein drittes Mal seine Frau, und Eva bekommt einen dritten Sohn, und den nennt sie „Set“. Darin klingt das hebräische Wort für „setzen“, „stellen“, auch „schenken“ an. Diesen Sohn beansprucht Eva nicht als ihren Besitz, und sie versucht nicht, ihn im Machtpoker mit männlicher Übermacht zu einem allzu starken Mann aufzubauen. Sie kann Set als wunderbares Geschenk Gottes annehmen, als einen Setzling, der wachsen und gedeihen darf.

Zum letzten Mal ergreift Eva das Wort. Dabei nennt sie die Schuld ihres Lieblingssohnes Kain beim Namen, und sie entreißt ihren zweiten Sohn Abel der Vergessenheit. Set ist für sie ein Sohn, den sie „für Abel“ bekommt. Damit wird nicht etwa ein Mensch durch einen anderen ersetzt, aber durch Set bekommt Abel nach israelitischem Recht die Möglichkeit, eigene Nachkommen zu haben!

26 Und auch dem Set wurde ein Sohn geboren, den nannte er Enosch. Zu der Zeit fing man an, den Namen des HERRN anzurufen.

Ich hatte mich immer gefragt, warum dieses Kapitel nicht mit Set endet. Warum wird noch Sets Sohn erwähnt? Als wir beim letzten Fünfziger-Stammtisch über das Thema dieser Predigt sprachen, kam ich darauf, dass der erste Sohn, den Set bekommt, ja nach der Tora Israels als legitimer Sohn und Nachkomme seines verstorbenen kinderlosen Bruders Abel gilt. Ein Freund erinnerte mich daran, dass es im norddeutschen Erbrecht ähnliche Regelungen gab für den Fall, dass der älteste Sohn eines Bauern ohne Kinder starb.

Set nennt den Sohn, der den Stamm Abels fortsetzen soll, einfach „Enosch“, Mensch oder Menschenkind. Menschen können nur überleben, wenn sie sich bewusst sind, dass sie Abel sind, „Häwäl“, verletzlich wie ein Kind, und dass sie als solche Menschenkinder füreinander Brüder und Schwestern sein müssen, die geschwisterlich miteinander umgehen. Mit Enosch kann die Geschichte der Menschheit noch einmal neu beginnen.

Und obwohl die ganze Geschichte über schon von Gott die Rede gewesen war und Gott sogar selbst mit Kain so intensiv geredet hatte, fängt man erst jetzt langsam wirklich damit an, seinen Namen anzurufen, das heißt, auf den Willen dieses Gottes zu hören.

Später kündigt der Prophet Daniel einen Menschensohn an, einen Bar-Enosch, und wir Christen glauben, dass dieser Menschensohn in Jesus auch wirklich auf die Erde gekommen ist. Jesus wird ein ähnliches Schicksal wie Abel erleiden, aber genau durch dieses Schicksal, seinen Tod am Kreuz, wird er die Machenschaften aller Kains und Lamechs durchkreuzen. Jesus wird ein für alle Mal des Gesetz des Lamech aufheben, der 77fache Rache für sich gefordert hatte. Denn – was wird Jesus seinem Jünger Petrus antworten, als der ihm eine schwierige Frage stellt (Matthäus 18)?

21 Herr, wie oft muss ich denn meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Ist‘s genug siebenmal?

22 Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir: nicht siebenmal, sondern 70mal siebenmal.

Lasst uns von Jesus lernen, dieses Gesetz der Barmherzigkeit, der Brüderlichkeit und Geschwisterlichkeit, zu beherzigen. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.
Lied 639, 1-6: Damit aus Fremden Freunde werden

Gott, Schöpfer und Bewahrer der Welt, wir beten zu dir für die 250 Konfis, Teamer und Pfarrer aus dem Dekanat Gießen, dass sie in diesen Tagen beim Konfi-Camp im Flensunger Hof nicht nur viel Spaß erleben, sondern auch Erfahrungen mit ihrem Glauben und christlichem Zusammenleben machen.

Gott, du Vater dessen, der sich „Menschensohn“ nannte, schenke uns den Mut, zu unseren Stärken und Schwächen zu stehen, dass wir unserer Verantwortung für Brüder und Schwestern ins Auge sehen, dass wir Selbstbewusstsein und das Gefühl für unsere Verletzlichkeit verbinden, dass wir unsere Sorgen und Ängste auf dich werfen und Schritte zum Frieden wagen.

Gott, du Heiliger Geist der Liebe, wir beten heute auch für die Brautleute …, die am kommenden Samstag in Wieseck kirchlich getraut werden. Schenke ihnen und uns allen, die in intimer Partnerschaft miteinander leben, dass aus dem Gegenüber der Geschlechter niemals ein Herrschaftsverhältnis wird, sondern dass das Miteinander bestimmt wird durch Vertrauen und Liebe, durch die Bereitschaft zum Gespräch und zur gegenseitigen Verantwortung.

Was wir persönlich auf dem Herzen haben, bringen wir vor dich, Gott, in der Stille:

Gebetsstille und Vater unser
Lied 269, 1-5: Christus ist König, jubelt laut!
Abkündigungen
Empfangt Gottes Segen:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

Orgelnachspiel

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