Gedichte von Margarete Drebes

Margarete Drebes

Margarete Drebes

In den letzten fünf Jahren ihres Lebens, von 2001 bis 2005, stellte Margarete Drebes der Evangelischen Paulusgemeinde Gießen und Pfarrer Helmut Schütz eine ganze Reihe von Gedichten zur Verfügung, die zum Teil in Gottesdiensten vorgetragen wurden und auch auf der Bibelwelt veröffentlicht werden dürfen.

Mit folgendem Nachruf nahm die evangelische Paulusgemeinde Gießen im Gemeindebrief September bis Dezember 2005 Abschied von Margarete Drebes, die seit über 30 Jahren der Gemeinde angehört hatte:

Die evangelische Paulusgemeinde Gießen trauert um Margarete Drebes, die am 17. August 2005 im Alter von 85 Jahren gestorben ist und bis zum letzten Tag ein fröhliches, tatkräftiges und von einem starken Glauben erfülltes Leben geführt hat.

Viele Jahre lang prägte sie das Gemeindeleben mit; von 1979 bis 1985 gehörte sie dem Kirchenvorstand an. Sie wird uns sehr fehlen – im Gottesdienst und Chor, im Bibelgespräch und Besuchsdienstkreis, im Paulustreff und als Dichterin vieler Verse, die ihr vom Herzen kamen. Fünf Tage vor ihrem Tod schrieb sie ihre beiden letzten Gedichte: ein Vermächtnis an alle, die es beherzigen mögen.

Pfarrer Helmut Schütz

Sehende Augen (12. August 2005)

Segen der Arbeit (12. August 2005)

Herr, erbarme dich! (22. Juli 2005)

Licht der Welt! (16. Juli 2005)

Vergiss das Danken nicht! (7. Mai 2005)

Maienzeit! (1. Mai 2005)

Der Tag des Herrn! (1. Mai 2005)

Passion (7. März 2005)

Es muss doch Frühling werden! (6. März 2005)

Dankbarkeit! (2. März 2005)

Frühlingssehnsucht (1. März 2005)

Gedanken zu Aschermittwoch 2005! (7. Februar 2005)

Jahreslosung 2005 (7. Februar 2005)

Jesus Christus, unser aller Heil! (2. Januar 2005)

Neujahr 2005! (1. Januar 2005)

Seebeben in Südostasien! (28. Dezember 2004)

Friede auf Erden! (21. Dezember 2004)

Advent! (18. November 2004)

Gedanken zum Ewigkeitssonntag (17. November 2004)

Bußtag! (17. November 2004)

Goldener Oktober! (8. Oktober 2004)

Gottes Gabe (8. Oktober 2004)

Bitte um Frieden! (23. August 2004)

Nachtkerze (Oenothera) (5. August 2004)

Ferienzeit! (31. Juli 2004)

Vergiss das Danken nicht! (3. Juli 2004)

Warum? (10. Mai 2004)

Erinnerung! (2. Mai 2004)

Im Maien! (2. Mai 2004)

Ehrfurcht! (7. April 2004)

Frühling (17. März 2004)

Sich Gott ganz überlassen! (10. März 2004)

Vom Segen des Abendmahls (1. März 2004)

Das Geheimnis des Segens (1. März 2004)

Der geschenkte Tag (29. Februar 2004)

Was ist Liebe? (28. Februar 2004)

Segen des Lobes (14. Februar 2004)

Was bringt Ruhe in den Alltag? (26. Januar 2004)

Was ist die Seele? (14. Januar 2004)

Die Gnade des Vergessens (14. Januar 2004)

Zum Jahresauftakt 2004 (14. Januar 2004)

Schenk uns Frieden! (25. November 2003)

Bereit sein! (25. November 2003)

Sorge dich nicht, lebe! (4. Oktober 2003)

Was macht mich wertvoll vor Gott? (15. September 2003)

Jahrhundertsommer 2003! (9. August 2003)

Was ist Glück? (11. Juli 2003)

Warum? (13. September 2001)

Margarete Drebes auf ihrer Terrasse

Margarete Drebes auf ihrer Terrasse

Sehende Augen!

Herr schenke mir Augen, den Nächsten zu sehen.
Warum ist er traurig? Hilf, ihn zu verstehen!
Lass ihn durch mein Lächeln nicht mehr einsam sein.
Gib mir das rechte Wort, ihn zu erfreuen.

Du hast die Liebe uns gelehrt,
durch sie wird uns viel Glück beschert;
denn handeln wir in Deinem Sinn,
bleibt sie nicht in uns selber drin.

Wir müssen sie gleich weitergeben,
erfreuen den Nächsten, erhellen sein Leben.
Er spürt die Wärme, mein Nahesein
gibt ihm wieder Hoffnung, er ist nicht allein!

Und wer solche Hilfe, solch Lieben spürt,
der fühlt sich frei und unbeschwert.
Er kann Dir öffnen mit Freuden sein Herz,
es schwinden die Sorgen, der Kummer, der Schmerz.

Ja, schenke mir Augen, den Nächsten zu sehen,
wo ich ihm kann helfen und ihn verstehen!
Wie viel wärmer würde es um uns sein
käme Gottes Liebe in die Welt hinein!

Gießen, den 12. August 2005

Segen der Arbeit!

Lass mich alles fröhlich tun,
gerne schaffen, dankbar ruhn,
alles nach des Tages Mühn
im Gebet vorüberziehen.

Wie viel Grund hab ich zu danken
für die Kraft, ohne zu wanken,
die Du, Vater, täglich schenkst,
gnädig meine Schritte lenkst!

Für Gesundheit dank ich Dir,
die Du täglich gibest mir,
darum kann ich fröhlich sein;
denn Du lässt mich nicht allein.

Gibst mir Mut zu allem Tun,
lässt viel Segen darauf ruhn.
Trübsalblasen gibt es nicht,
Deine Liebe ist mein Licht!

Lass mich auch in allem Dingen
glücklich sein und fröhlich singen.
Bleibe weiter mein Begleiter,
lass mich schaffen, gern und heiter!

Gießen, den 12. August 2005

Herr, erbarme dich!

Gott des Himmels und der Erden,
lass doch Frieden bei uns werden.
Nimm hinweg das Missverstehen,
neidisch auf den andern Sehen.

Warum sind Menschen nur bereit
ihr Leben zu opfern in der Blütezeit
in London oder in Scharm el Scheich jetzt,
damit Unschuldige leiden, werden zerfetzt?

Weil einer sein Leben selbstmörderisch gibt dahin,
mordet er wahllos, ohne Verstand und Sinn,
fröhliche Menschen, die zur Erholung hier,
werden getötet auf den Straßen, in ihrem Quartier.

O Jesus Christus, Du Friedefürst,
wir bitten Dich, dass du der Retter wirst!
Mach ein Ende mit diesem Wahn und Schrecken,
dem Krieg im Kleinen, an allen Ecken!

Du hast die Liebe gepredigt auf Erden,
lass doch Frieden bei uns werden!
Wir sind verzweifelt, in großer Not.
Herr, erbarm Dich, wehre dem Tod!

Wir sind doch alle Deine Kinder,
die Du erschaffen, allzumal Sünder.
Wende Du alle Hassgedanken!
Tröste die Trauernden, heile die Kranken!

Gießen, den 22. Juli 2005

Licht der Welt!

Wie herrlich leuchtet der Sonne Schein,
hüllt in tiefes Rot den Himmel ein,
kündet, dass morgen wieder ein Sonnentag
uns den ganzen Tag begleiten mag.

Ach, Jesus Christus, du Licht der Welt,
Dein Glanz auf unsere Erde fällt,
hüllt uns in Deine Strahlen ein,
dass wir darin geborgen sein.

Schick doch in dieses Erdental,
dass Liebe strahle überall.
Du weißt, die Menschen sind gar feind
im Terror, sind so unvereint!

Wir wissen, dass Du, Friedefürst,
die Liebe bist, uns helfen wirst,
den Nächsten besser zu verstehn
und mehr auf seine Nöte einzugehn.

Möchte der Friede kommen auf Erden,
nimm doch hinweg Leid und Beschwerden!
Lass uns im Herzen wachsam sein,
zu hören auf Dein Wort allein!

Gießen, den 16. Juli 2005

Vergiss das Danken nicht!

O Menschenkind, du stehst im Leben
und hast so vieles um dich her,
und wird dir Liebe reich gegeben,
so willst du immer immer mehr.

Du brauchst die Hand nur aufzuhalten,
nur fröhlich greifen zu;
ja, spürst du auch der Liebe Walten?
Gib du den Dank dazu!

Bei allem, was dir dargebracht,
der andre hat‘s in Liebe ausgewählt,
damit es dir gewisslich eine Freude macht.
Vergiss nicht, dass dein Dank ihm auch gefällt!

Viel reicher wird dein Leben sein,
wenn du recht dankbar bist;
denn ist die Gabe noch so klein,
du spürst die Liebe, die drin ist.

Ein jeder Tag ist ein Geschenk
von Gott, dem Schöpfer, unserm Herrn,
dass du gesund bist, das bedenk
und zolle Dank ihm gern!

Gießen, den 7. Mai 2005

Maienzeit!

Der Mai ist gekommen,
der Frühling ist da,
mein Herz ist benommen
vom Blühen und Düften so nah!

Ich sing ihm entgegen
aus voller Brust;
auf allen Wegen
empfinde ich Lust!

Es blühen die Bäume
und alles wird grün,
zu eng sind die Räume,
ins Freie muss ich ziehn!

Erlebt doch dies Blühen und Werden allhier!
Es duftet nach Honig in meinem Garten,
lockt Bienen, Falter und andres Getier,
die gierig saugen, können kaum es erwarten.

Zu Gott, dem Schöpfer, geht mein Dank,
der all dies Blühen, Wachsen schuf,
dazu der vielen Vöglein Gesang,
und laut ertönt der Amsel Ruf!

Gießen, den 1. Mai 2005

Der Tag des Herrn!

Hab Dank, o Herr, für diesen Tag,
da so viel Sonne auf uns lag.
Es war ein rechter Tag des Herrn,
wie lauschten wir der Predigt gern!

Wir sollen alles, was wir tun,
zur rechten Zeit bedenken können,
nicht rastlos hasten, sondern ruhn,
uns auch die Ruhe gönnen.

Wer immer nur ans Nächste denkt,
weil er hat keine Zeit,
dem wird auch wahrlich nichts geschenkt,
nur Leere in ihm bleibt.

Denn wie‘s im Buch des Predigers heißt:
„Alles hat seine Zeit“,
und kommt aus Gottes gutem Geist,
das macht das Leben weit.

Gießen, den 1. Mai 2005

Passion

In diesen Wochen von Jesu Passion
lass mich Dein Leiden recht bedenken.
Du nahmst auf Dich Spott und Hohn,
ließest Dich geißeln, schmähen, kränken.

Du, wahrer Mensch und Gottes Sohn,
ich habe dies verschuldet,
was Du, in Deiner großen Huld,
für mich und alle Welt erduldet.

Herr Jesus Christ, Dir sei Dank
für Deine Schmerzen, Plagen,
die Du ertrugest bis zum Kreuz
in Liebe ohne zu klagen.

Schenke mir Augen,
dass ich mehr die Not des Nächsten sehe,
und ich, wo Hilfe nötig ist,
in Liebe ihm beistehe.

Gießen, den 7. März 2005

Es muss doch Frühling werden!

Wie lange will der Winter noch
uns seine Kraft beweisen
mit immer neuem Schnee und Frost?
Kraniche gen Norden ziehn,
und es zwitschern schon die Meisen!

Ach, der erste Amselruf
hat mich hell entzückt.
„Nun kommt doch der Frühling bald“,
ruf ich aus beglückt.

Die Natur mit Feld und Wald
sehnt nach Wärme sich.
Lieber Frühling, komm doch bald,
Sonne, strahl für mich!

Gießen, den 6. März 2005

Dankbarkeit!

Ach wie viel hab ich zu danken
Dir, o Vater, jeden Tag.
Du liebst mich ohn alles Wanken,
und ich spür, dass Du mich magst.

Deinen Engel wollst du senden,
der die Dankbarkeit mich lehrt,
dass mit übervollen Händen
dem in Nöten gern ich meine Hilf gewährt.

In so vieler Sorg, Gefahren
warst du Retter mir, o Gott.
Deine Engel um mich waren,
halfen mir in aller Not.

Lass mich dankbar dies erkennen,
dass ich fröhlich jeden Tag
Deine Güte, Liebe nennen
darf bei aller Plag!

Gießen, den 2. März 2005

Frühlingssehnsucht

Frühlingssehnen mich bewegt,
möchte Blumen schauen,
doch der Winter sich noch regt
mit Schnee und Kältegrauen!

War der Januar so mild,
schenkte Sonnentage,
treibt‘s der Februar recht wild
mit der Kälteplage.

Ach wie still ruht die Natur,
doch wie Frühlingsahnen
ein Raubvogel im Ätherblau
zieht schreiend seine Bahnen.

Schneeglöckchen und Winterling
frieren unterm Schnee;
doch wir haben ja schon März:
Frühlingsanfang ich bald seh!

Gießen, den 1. März 2005

Gedanken zu Aschermittwoch 2005!

„An Aschermittwoch ist alles vorbei“,
vorbei die tollen Tage,
lasst uns nun wieder denken aufs Neu
an die schreckliche Seebeben-Plage.

Dort war es keinem wohl zumut,
nach Mummenschanz, Fete, gar Feste.
Dort plagte man sich bis aufs Blut,
dass bald kämen wieder die Gäste.

Wie waren wir betroffen und stumm
über so viel Leid, so viel Tote, warum?
An so vielen Orten zu gleicher Zeit
hat es Menschen im Schlaf ereilt!

Lasst uns die Schrecken, die Not nicht vergessen,
das Unglück, das Leid unermessen.
Lasst uns weiter helfen an unsrem Teil
den Ärmsten der Armen zur Hilfe, zum Heil!

Gießen, den 7. Februar 2005

Jahreslosung 2005

„Ich habe für dich gebeten,
dass dein Glaube nicht aufhöre“,
so unser Herr Jesus Christus zu Petrus spricht.
Dies Wort gibt auch mir die Zuversicht!

Es hat mich im Herzen tief bewegt
und zur Besinnung angeregt;
denn sein Gebet betrifft auch mich
und alle Menschen, so auch dich.

Wenn Jesus uns den Glauben schenkt,
durch seine Fürbitte an uns denkt,
dann können wir erlöst, befreit
im Glauben stehen für alle Zeit.

Vorbei sind Zweifel, Irregehen,
in Liebe wir den Nächsten sehen,
der unsere Fürbitte so nötig hat,
der krank darniederliegt und matt.

Voll Zuversicht wir im Gebet
um Hilfe bitten, eh‘s zu spät.
Wie oft hat Gott erhört das Flehen
und ließ uns seine Nähe sehen.

Wenn Jesus betet für dich und mich,
geschieht ein Wunder sicherlich.
O lieber Christ, glaub fest daran,
kein Mensch ihn dir dann rauben kann.

So lasst uns nun getrost dies Jahr
mit dieser Losung, wunderbar,
voll Glauben, Mut und Zuversicht
mit Gott bestehen, uns fürchten nicht!

Gießen, den 7. Februar 2005

Jesus Christus, unser aller Heil!

Du hast den Hirten die Botschaft gebracht
in jener sternenklaren Nacht,
dass Dein lieber Sohn ist Mensch geboren,
kam in die Welt, die so kalt, so verloren.

Die Engel sangen: „Fürchtet euch nicht!“
und alles erstrahlte im hellen Licht.
Was zögert ihr noch, verkündet das Wort,
dass es eile zum Nächsten fort und fort.

Der Heiland der Welt ist auch für dich da,
er will dich lieben, ist dir stets nah;
vergoss sein Blut auch für deine Schuld,
für deine Erlösung, hat mit dir Geduld.

Durch seine Auferstehung darfst auch du leben,
denn all deine Schuld ist dir vergeben.
Vertrau auf Christus, glaube daran,
so fängt nach dem Tod auch für dich die Auferstehung an.

Gießen, den 2. Januar 2005

Neujahr 2005!

Was wird das neue Jahr uns bringen?
Fürs alte dürfen wir danken in vielen Dingen.
Du, Vater, umgabst uns mit Deiner Huld,
wir stehen täglich in großer Schuld.

Wo dunkle Wolken zogen herauf,
Du löstest sie wunderbarlich auf.
In Deinem Licht erstrahlte der Tag,
wo Nacht und Sorge auf uns lag.

Du hast allem den Schrecken genommen,
bist wieder und wieder zu Hilfe gekommen,
erhörtest gnädiglich unser Gebet,
was immer wir haben von Dir erfleht.

So bitten wir Dich fürs neue Jahr,
lenk unsere Schritte auch wunderbar!
Wir wissen uns in Dir geborgen
und danken Dir für all Dein Sorgen.

Gießen, den 1. Januar 2005

Seebeben in Südostasien!

Vater, wir stehen tief betroffen
und können auf deine Gnade nur hoffen,
dass doch noch mehr gerettet werden
unter den Trümmern und Schutt von Schlamm und Erden!

Ein Seebeben, welch schreckliches Wort,
reißt in Sekunden im Schlafe fort,
was von der Flutwelle überrollt, den Wasserwogen,
wird vom Sog zurück ins Meer gezogen.

Die Ärmsten der Armen hat es ereilt,
Hab und Gut zwischen Schlamm verkeilt,
Greise, Frauen, Kinder, neugeboren,
alles dahin, alles verloren!

Welch ein herrliches Ferienparadies,
von vielen erträumt, als Ziel gewiss.
Man sucht Erholung, will nur glücklich sein,
da brechen die grausigen Wellen herein!

Lasst uns nicht fragen, warum dies geschehen,
lasst uns nur helfen, die wir das sehen,
mit unseren Kräften, an unserem Teil,
den Ärmsten der Armen zur Hilfe, zum Heil!

Gießen, den 28. Dezember 2004

Friede auf Erden!

Welch heimliches Sehnen
bewegt schon immer der Menschen Herz!
Allüberall nur Klagen und Stöhnen
zieht unsre Gedanken himmelwärts.

Warum nur immer streiten, bekriegen,
warum nur Terror, Schrecken und Not?
Wann höret auf, den andren besiegen
und ihn zu reizen bis in den Tod?

Ach, unser Leben ist so endlich,
und wie schnell ist ein Wort gesagt.
Dir hat‘s vielleicht den Triumph gegeben,
aber der andre geht und klagt.

Weißt du nicht, dass der Herr geboren
in dieser heiligen, stillen Nacht?
Er kam zu uns, die wir so verloren,
hat uns den Frieden auf Erden gebracht!

Er hat die Liebe uns vorgelebt,
die uns zum Nächsten führet hin.
Eifert ihm nach, seid stets bestrebt
auch so zu lieben, in seinem Sinn.

Dann kann es endlich Frieden werden
in euren Herzen, in Wort und Tat;
handelt wie Jesus Christus auf Erden,
der uns unendlich geliebet hat!

Gießen, den 21. Dezember 2004

Advent!

Wie schnell ist doch dies Jahr vergangen,
schon wieder stehn wir im Advent!
Die Dunkelheit hielt uns umfangen,
doch seht, die erste Kerze brennt.

So wie das Licht mit seinem Schein
in unsren Herzen will erstrahlen,
so hell so unsre Seele sein,
wenn Gottes Wort hinein wird fallen.

O öffnet weit dem Herrn die Herzen!
Macht euer Leben rein und klar!
Bedenkt beim Glanze dieser Kerzen,
wie groß des Heilands Liebe war!

Er kam, vom Vater hergesandt,
in diese dunkle Welt hernieder,
und seine Liebe überwand
den Streit, gab uns den Frieden wieder.

So wollen wir wie jedes Jahr
bereit sein auf sein Kommen,
der als ein Kind geboren war,
auf sich all unsre Schuld genommen.

Dir will ich mein Herze schenken,
Liebe üben jederzeit,
Deines Kreuzestods gedenken,
der uns hat von Sünd befreit!

Gießen, den 18. November 2004

Gedanken zum Ewigkeitssonntag

In diesen trüben Nebeltagen,
wo kaum die Sonne uns mehr scheint,
so manches Herz, betrübt von Klagen,
der Liebsten gedenkt und um sie weint.

Du, Vater, hast befreit von Schmerz und allem Erdenleid,
sie heimgeholt zu Dir ins Vaterhaus;
denn Du allein bestimmst die rechte Zeit
und löschst ihr Lebenslicht hier aus.

Wir wissen sie in Dir geborgen
und fügen uns vor Deiner Majestät.
Sie sind befreit von allen Sorgen,
die sie belastet und gequält.

Ja, unser aller Leben hat ein Ende,
es ist auf Erden keines Bleibens Statt.
Nimm, Vater, uns dereinst in Deine Hände
zu der Zeit, die bestimmt Dein Rat!

Gießen, den 17. November 2004

Bußtag!

Vater, habe Dank für all Dein Walten,
dass Du uns zur Buße rufst,
wir nicht nutzlos unsere Tage hier gestalten.
Nimm uns so, wie Du uns schufst!

Du siehst tief in unsre Herzen,
was an Schuld und Sünde drin verborgen,
das bereitet Dir die tiefsten Schmerzen,
lastet auf uns, heut und morgen.

Alles bringen wir vor Dich in großer Reue.
Herr, Du weißt, was uns bedrückt und quält.
Reinige uns, o Vater, jetzt aufs Neue,
hilf, dass Liebe wieder zählt!

Lass uns dann befreit von Sünden
froh durch unsere Tage gehen,
dass wir Ruhe wieder finden
und vor Dir können bestehn!

Gießen, den 17. November 2004

Goldener Oktober!

Wie herrlich waren die letzten Sonnenstrahlen;
genieße sie, o Menschenkind!
Viel bunte Blätter von den Bäumen fallen,
wie schön sie sind!

Versteckt im Laub die roten Äpfel prangen,
sie locken süß.
Du brauchst nur mit der Hand danach zu langen,
greif zu und iss!

Bald ziehen Nebelschwaden übers Land;
dann ist vorbei des Herbstes Pracht,
und was noch zart in Blüte stand,
das fällt der Reif schon über Nacht.

O nimm von dieses Herbstes Leuchten
ein Licht mit in dein Herz hinein.
Das strahlt dir in den dunklen Winternächten,
lässt dich nicht einsam sein.

Gießen, den 8. Oktober 2004

Gottes Gabe

zu Epheser 2, 8:

Aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben,
und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es.

Gottes Gabe ist es,
dass wir selig werden.
Er schenkt uns den Glauben,
gibt uns Kraft auf Erden.

Wir können zur Seligkeit
gar nichts tun,
können daran glauben,
still in Gott nur ruhn.

Glaube an die Botschaft,
die Christus verheißt.
Selig kannst du werden
nur durch seinen Geist.

Niemand darf sich rühmen,
was ihm Gott verleiht.
Du darfst nur vertrauen
auf die Ewigkeit!

Gießen, den 8. Oktober 2004

Bitte um Frieden!

Herr, um Frieden bitt ich Dich
in der weiten Welt,
dass durch Hass und Morden sich
nicht die Menschheit quält.

Überall nur Kriegsgeschrei,
Zwietracht, Missverstehen;
lass doch in dem Einerlei
uns ein Wunder jetzt geschehen!

Liebe hast du uns geboten,
dass man Liebe üben soll:
doch bei all den Wunden, Toten
ist das Maß doch wirklich voll.

Herr, vergib uns unsere Sünden
führ heraus aus allem Streit,
dass wir Gnade können finden,
die uns Freude bringt statt Leid.

Schenke uns ein neues Leben,
hilf uns mehr den Nächsten sehn,
und die Schuld ist uns vergeben,
vor dir können wir bestehn.

Lass uns dann die Hände falten
um den Frieden in der Welt.
Vater, Du wirst es gestalten,
weil die Liebe wieder zählt!

Gießen, den 23. August 2004

Nachtkerze

Nachtkerze (Oenothera)

Nachtkerze (Oenothera) in Frau Drebes‘ Garten

Allabendlich im Garten,
wenn sanft die Dämmerung bricht herein,
erblühen all die zarten,
die gelben Blüten fein!

Die Nachtkerzen mit Springen
lösen sich Blatt für Blatt,
wie unsichtbare Schwingen
die Blüte sich geöffnet hat.

Du kannst nur staunend stehen
und siehst dies Wunder an,
was Gott dir lässt geschehen
wie einen Zauberbann.

Und wenn die letzte Blüte
entrollt, geöffnet ist,
ein Duft entströmt, voll Güte,
dass fast betäubt du bist.

Am Morgen dann die Bienen und Hummeln,
gelockt vom Honigduft,
von Blüt zu Blüte sich tummeln
und schwirren in der Luft.

Nur Augen musst du haben
für Gottes schöne Welt
mit all den Wundergaben,
die er für dich erstellt!

Gießen, den 5. August 2004

Ferienzeit!

Erlebe dankbar jeden Tag
und nimm dir wirklich Zeit.
Wirf ab des Alltags Müh und Plag,
all Hetzen, Jagen, Streit!

Erfreue dich am Sonnenschein,
an Gottes schöner Welt.
Geh fröhlich in den Tag hinein,
nur das alleine zählt.

Erholung soll der Urlaub sein,
schlaf dich mal richtig aus.
Beim Träumen bist du nicht allein,
zum Nächsten drängt es dich hinaus.

Du brauchst gar nicht der Reisen viel,
nur Stille nötig ist.
Beglückt erkennst du dann am Ziel,
dass du genesen bist!

Gießen, den 31. Juli 2004

Vergiss das Danken nicht!

Wo so viel Wärme, Sonne, Licht,
wo Blütenpracht und Vogelsang,
wo Gottes Güte täglich dich
mit seiner Liebe, Stärke reich umgibt:
Vergiss das Danken nicht.

In dieses Sommers hellem Licht,
wo Lindenduft den Sinn betört,
wo du, vom Schlaf erwacht,
beglückt den Ruf der Amsel hörst,
wo deine Seele selig all das Schöne spürt:
Vergiss das Danken nicht!

Wenn nach des Tages Sonnenlicht
nach aller Arbeit, Müh und Plag,
nach Hast und Hetze, Sorg und manchem Sehnen,
du endlich dich zur Ruh begibst:
Vergiss das Danken nicht!

Und wachst du auf, der Regen rauscht,
du siehst die Sonne nicht.
Viel hattest heut du vor;
dann schau, wie nötig dieser Regen ist,
er ist geschickt aus Gottes Plan:
Vergiss das Danken nicht!

Still falte deine Hände,
wie viel du auch erbitten willst
von Gott, dem Herrn, ohn Ende.
Du darfst ihn ja anrufen im Gebet,
um Schutz, Gesundheit, was dein Herz bewegt:
Vergiss das Danken nicht!

Gießen, den 3. Juli 2004

Warum?

Warum ist so viel Missverstehen,
Lieblosigkeit in dieser Welt?
Warum wird uns bei aller Freude
das Leben oft so arg vergällt?

Ein jeder denkt, er tut das Rechte,
und will das Gute immer tun;
doch Satanas bewirkt das Schlechte,
bis das ihm gelingt, kann er nicht ruhen.

Wir wissen doch, als Gotteskinder,
dagegen hilft nur das Gebet.
Oh, hilf uns Herr, auch wenn wir Sünder,
Du hörst, wer ehrlich zu Dir fleht.

Schenk uns und unseren Nächsten allen,
mit denen täglich wir umgehen,
dass wir in Deiner Liebe wallen,
so werden sie uns auch verstehen!

Wir dürfen Dir, Herr, alles sagen,
was uns bedrückt, belastet und beschwert.
Du hast so oft all unsere Sorgen, Nöte, Klagen
von uns gewandt und uns erhört.

So wollen wir durch unsere Tage gehen
voll Dankbarkeit,
nicht übermütig, sondern lieb, verständig.
Dann führst Du uns heraus aus allem Streit!

Gießen, den 10. Mai 2004

Erinnerung!

Schau ich in meine Kindheit zurück,
so strahlt mir die Liebe der Eltern als Glück.
Ich fühlte mich frei ohn‘ alle Sorgen,
lebte im Heute, dachte nicht an Morgen.

Ich ließ mich treiben, trotz mancher Pflichten,
die ich, weil nötig, schnell tat verrichten;
erfreute mich an den Blumen im Garten
und lauschte den Stimmen all der Vogelarten.

Nicht der Geschenke brauchte ich viel,
denn die Eltern hatten nur wenig Geld,
hatte Freude an so mancherlei Spiel
und naschte Beeren, daran es nie hat gefehlt.

Wie liegt die Kindheit zurück so weit,
und ich denke daran voll Dankbarkeit,
an die Eltern und Geschwister, die mich so geliebt.
Ein Hauch von Wehmut mich umgibt!

Nun kann ich nur an ihr Grab still treten
und lege Blumen nieder,
kann die Hände falten und für sie beten
und ihnen danken immer wieder!

Gießen, den 2. Mai 2004

Im Maien!

Nun ist es wieder die Maienzeit,
alles blüht und duftet, weit und breit,
Magnolie, Schneeball und weißer Flieder
erfreuen mich täglich immer wieder.

Die Bäume sich ziern mit Maiengrün,
und versteckt die ersten Maiglöckchen blühn,
dazu der herrliche Sonnenschein;
wie ist es so wonniglich im Maien!

Und über Nacht fiel Regen schwer,
tränkte die Erde, die gedürstet so sehr,
nun sieht man förmlich wachsen die Blätter,
die gewartet auf dies „Wachsewetter“!

Die Seele atmet auf bei all dieser Pracht,
die der Herrgott hat hervorbracht,
sie stimmt mit ein in der Vögel Lieder
und dankt für dies Werden immer wieder.

Gießen, den 2. Mai 2004

Ehrfurcht!

In diesen Tagen von Jesu Passion
lass mich voll Ehrfurcht zu Dir aufschauen,
was Du erduldet an Schmerz und Hohn,
verachtet, verspottet in Todesgrauen!

Du hast dies alles auf Dich genommen,
damit von Sünden wir frei sollen kommen.
Was wir an Schuld auf uns geladen,
das bringt Dir Weh und großen Schaden.

Wie können wir Dir, oh Heiland, danken
bei aller Schwachheit in unserem Leben?
Lass uns beständig, ohn‘ alles Wanken,
dem Nächsten Liebe und Ehrfurcht geben.

Ihn sollen wir achten,
so wie er ist,
wie Gott ihn geschaffen
als Moslem, als Juden oder als Christ!

Lass uns voll Würde ihn betrachten,
nur sehen das Gute in seinem Leben;
ihn nicht durch Kränkung, Sensationsgier verachten,
sondern vielmehr mit Liebe umgeben.

Denn, wenn wir einander versuchen zu verstehen,
bei aller Unterschiedlichkeit,
kann es zum Guten sich wenden, ausgehen.
Wird hell es im Dunkel dieser Zeit!

Gießen, den 7. April 2004

Frühling!

Was ist das für ein Singen,
schon früh am Morgen, wenn ich erwache,
die zarten Stimmen der kleinen Vögel
oder der Unken Ruf vom Bache?

Der Frühling naht, spürst Du sein Kommen?
All überall erwacht die Natur:
Die ersten Blüten gelb, weiß, violett,
ein stetes Wachsen, des Frühlings Spur!

Es drängt mich hinaus
zur Arbeit im Garten;
zu spüren die Erde unter meinen Händen,
kann kaum es erwarten!

Ein Wunder ist es in jedem Jahr:
Nach Schnee und Kälte all das Werden.
O Menschenkind, mach Dir doch klar,
dass Gott, der Herr, segnet die Erden!

Du darfst genießen den Sonnenschein,
die wärmenden Strahlen Dich umhüllen.
Bei Gottes Walten fühlst Du Dich klein;
alles geschieht nach seinem Willen.

In Deinem Herzen regt sich nur Dank
an den Schöpfer Himmels und der Erden.
Du stimmst mit ein in der Vögel Gesang,
zu preisen den Herrn, der den Frühling lässt werden!

Gießen, den 17. 3. 2004

Sich Gott ganz überlassen!

Wie tröstlich ist zu wissen,
ich kann nicht alles tun!
Ich weiß, das all mein Wirken,
begrenzt, in Gott darf ruhn.

Du, Vater, schenkst die Freiheit,
mich ganz zu überlassen Dir.
Ich bin gehalten in der Zeit
von Deinen guten Händen hier.

Wie spür‘ ich Deine Näh und Kraft,
die täglich mich umgibt;
die stets das Gute in mir schafft,
weil mich der Vater liebt!

Ich brauche nicht zu sorgen,
ob ich das Rechte tu;
denn in dem Heut und Morgen
ich ganz in Gottes Gnade ruh.

Dir will ich mich ergeben
für Zeit und Ewigkeit.
Du führst in meinem Leben
mich stets heraus aus allem Streit.

Darum kann ich nur danken,
was Du an mir getan;
dass Du ohn alles Wanken
mich führst zur Ewigkeit hinan!

Gießen, den 10. 3. 2004

Vom Segen des Abendmahls

In diesen Wochen der Passion
wollen wir Christi Leid gedenken.
Er trug für uns die Dornenkron,
ließ sich für uns ans Kreuze hängen.

O Menschenkind, bedenke recht,
was Christus hat für uns gelitten.
Bei seinem Mahle, das Du isst,
ist er bei uns, in unsrer Mitten.

Er segnet uns in Brot und Wein.
Sein Fleisch und Blut, das wir genießen,
macht uns von Schuld und Sünde rein.
Wir sind erlöst, ohne zu büßen.

Gesegnet gehen wir nach Haus,
als reich Beschenkte dankerfüllt;
denn seine Liebe füllt uns aus,
die alles Leid und Kummer stillt.

Gießen, den 1. 3. 2004

Das Geheimnis des Segens!

O Mensch, lass Dich von Christus leiten,
dann spürst Du Gottes Blick auf Dir.
Du bist befreit durch alle Zeiten
von Sünde, Schuld, von Wahn und Irr.

Denn Gott hat uns im Sohn gesegnet,
da fühlen wir uns frei und rein.
Wo Schuld und Sünde uns begegnet,
er macht uns los, lässt fröhlich sein!

Wir dürfen dankbar aufwärts schauen;
denn Gottes Segen uns umgibt.
O, Menschenkind, lass Dir nicht grauen,
Du bist gehalten und geliebt.

Darum kam Gottes Sohn auf Erden,
um uns zu rufen, frei zu sein.
Wir sollen Gottes Kinder werden,
durch sein Berufen werden rein.

Ach, lasst uns das nur recht bedenken
in dieser Zeit der Passion;
Christus will uns so reich beschenken
durch seine Lieb vom Gnadenthron.

Hast Du das alles recht verstanden,
dann musst Du es auch weitergeben.
Christus hat uns befreit von Banden
und uns erlöst zum ew’gen Leben!

Wir sind doch alle Gottes Kinder,
er schuf uns recht, er schuf uns gut.
Wir sind Erlöste, nicht mehr Sünder.
Wir sind gesegnet, auserwählt, in Gottes Hut!

Gießen, den 1. 3. 2004

Der geschenkte Tag!

Als Gott die Welt erschaffen,
da ruhte er am siebten Tage.
Er schuf Erd, Himmel, Pflanzen, alle Tiere und die Affen,
als Höchstes noch den Mensch, die Krone, ohne Klage.

Er sah sich seine Werke an
und sah, das alles war sehr gut.
Er gab das Weib auch noch dem Mann;
sie wurden eins in Leib und Blut.

Durch Gottes Ruhen am siebten Tage
ist uns der Sonntag auch geschenkt,
dass – bei aller Müh und Plage –
der Mensch an Gottes Walten denkt!

Wir sollen diesen Tag genießen,
zum Lobe Gottes kommen auch,
dann wird der Segen daraus sprießen.
So war es früher noch der Brauch!

Werke der Liebe und der Not
durften am Sonntag nur geschehen.
Als Ruhetag, wie unser Gott,
konnten die Woche wir bestehen!

Wir sollten frei von Arbeit sein,
nur Gottes Lob durfte erklingen;
in der Familie fröhlich sein
beim Spielen, Wandern oder Singen.

Durch Christi Auferstehung ist
der Sonntag neu bedeutungsvoll;
darum an diesem Tag ein Christ
sich gern daran erinnern soll.

Denn Christi Auferstehung, ja,
auch uns das Auferstehen bringt.
Wir sind der Ewigkeit einst nah.
Der Osterjubel hell erklingt!

Gießen, den 29. 2. 2004

Was ist Liebe?

Liebe ist Hineinversenken,
ganz dem Liebsten sich zu schenken.
Neu die Welt mit seinen Augen sehen,
ihn so schätzen und verstehen.

Liebe ist Geborgenheit
in dem Strudel dieser Zeit;
in das Gute sich versetzen
losgelöst von Zwang und allen Netzen.

Liebe ist verzichten können,
um dem Nächsten Glück zu gönnen.
Wenn Du seine Freude spürst,
Du dadurch belohnet wirst!

Liebe ist wie Sonnenschein,
strahlt Dir tief ins Herz hinein;
gibt Dir Kraft und Mut zum Tragen
auch in Not und schwersten Tagen.

Liebe macht Dein Leben hell,
dass Du sprudelst wie ein Quell
und Du Segen kannst vergießen,
draus die Liebe dann wird sprießen!

Liebe einst der Heiland lehrte,
als er schritt auf dieser Erde.
Er hat uns so tief geliebt,
unsere Schuld sein Kreuzestod vergibt.

Lasst uns das immer bedenken,
dass wir nicht den Nächsten kränken;
ihm nur Gutes, Edles gönnen
und ihn lieben, wo wir können.

Liebe, wenn wir sie erfahren,
ist nur Freude, Glück, Verstehen.
Liebe wächst oft mit den Jahren,
lasst uns ganz in ihr aufgehen!

Gießen, den 28. 2. 2004

Segen des Lobes!

Was siehst Du nur so negativ,
kann Dich denn gar nichts freuen?
Bist Du gesunken schon so tief,
so musst Du Dich erneuern!

Wenn dunkel auch Dein Auge schaut,
so traurig, trüb von innen,
wird nur ein Wort des Lobes laut,
erstrahlen Deine Sinnen.

Die Seele blühet wieder auf,
wenn sie ein Lob vernimmt.
Die Eltern spüren es zu hauf
Und loben gern ihr Kind.

Drum, liebe Eltern, lobet mehr
Und lasst das Tadeln sein.
Fällt es euch manches Mal auch schwer,
das Kind empfindet’s fein!

Allüberall nur stets Kritik,
wohin das Auge schaut;
sei’s bei dem Staat, der Kirche, Politik.
Kritik wird immer laut.

Schau um Dich her und fange an,
den Nächsten mehr zu loben,
gleich wird es hell und freundlicher.
Du spürst Segen von oben!

Warum nur loben nach dem Tod?
Tu es in diesem Leben.
So wird Dir auch dein Helfer, Gott,
die rechten Worte geben.

Dann wirst Du dankbar gegen Gott
und fängst an ihn zu loben;
vorbei ist Ironie und Spott.
Du fühlst Dich hoch erhoben!

Drum lenke Deinen Blick auf ihn,
der dir dein Leben schenkte;
der nur das Gute hat im Sinn,
all Deine Schritte lenkte.

Denn, wenn Dein Gotteslob erklingt,
Du gütig bist dem andern,
es hell aus Deinem Herzen singt.
Das ist ein fröhlich Wandern!

Gießen, den 14. 2. 2004

Was bringt Ruhe in den Alltag?

In dieser ach so hektischen Zeit
ein jeder sich sehnt nach Ruhe.
Arbeit und Alltag weit und breit,
was immer ich auch tue!

Es treibt mich umher und lastet auf mir
die Hetze an jedem Tage.
Halt einmal still und sage Dir:
Ist das Leben denn wirklich nur Plage?

Schau von Dir weg in Gottes Natur,
erfreu Dich an seinen Gaben.
Sieh all das Werden und Wachsen nur,
das Deine Seele will laben.

Den inneren Frieden schenkt uns nur Gott;
lasst auf seine Botschaft uns hören.
Dann werden wir frei von Sorgen und Not,
lassen Ruhe im Herzen einkehren!

Haltet mitten im Trubel einmal ein
und bewahrt die Ruhe von innen,
all das Jagen nach Freuden ist doch nur Schein,
macht uns krank, lässt uns gar nichts gewinnen.

O Menschenkind, halte Zwiesprach mit Gott,
lass durchs Gebet Dich täglich leiten;
dann spürst Du den Kraftquell, die Hilfe in Not,
und Ruhe wird Dich geleiten.

Gewähre Dir mitten im Trubel der Zeit
eine schöpferische Pause.
Du verbreitest dann Ruhe um Dich her
und hast Gottes Segen im Hause!

Gießen, den 26. 1. 2004

Was ist die Seele?

Die Seele eines Menschen
ruht tief in ihm allein,
sie ist das Herz, der Kern des Menschen,
lässt immer gut ihn sein!

Wir leiden unter Seelenlosigkeit der Welt,
die keine Tiefe hat,
nur oberflächlich lebt;
Kälte ausströmt, dieweil die Seele fehlt.

Die Seele gibt uns Wärme, Kraft, Geborgenheit.
Sie macht das Leben lebenswert,
beflügelt uns, schafft Tatendrang
und lässt uns fröhlich sein in dieser Zeit.

Die Seele strahlt das Gute aus
und führt uns hin zu Gott.
Sie öffnet uns den Weg ins Vaterhaus
und macht uns frei von Schuld und aller Not.

Durch Christus können wir das Glaubensziel erreichen,
der sich am Kreuz für uns geopfert hat.
Er schenkt der Seele Seligkeit
und durchs Gebet Befreiung früh und spat.

Gießen, den 14. 1. 2004

Die Gnade des Vergessens

Herr, schenke mir, dass ich nicht immer frage:
„Mach ich auch alles recht?”
Es ist nicht gut, dass ich darob mich plage,
ob es genügt oder ob es schlecht.

Herr, schicke mir den Engel des Vergessens,
der meine Fesseln löst und macht mich frei;
damit ich dankbar jeden Augenblick genieße
und ganz in Dir geborgen sei.

Dann, wenn ich mich so recht vergesse,
bin ich befreit von allem Zwang.
Was mich bedrücket, kann ich froh loslassen.
Du, Vater, gibst der Seele einen neuen Klang.

Gießen, den 14. 1. 2004

Zum Jahresauftakt 2004

Vater, lass in diesem neuen Jahr
uns besinnen, was wir ändern wollen;
mach die Seele rein und klar
für das Gute, das wir schaffen sollen.

Wir sind so verloren in der Welt,
hilflos allem ausgesetzt,
wo nur Macht, Gewalt und Kämpfen zählt,
da sei Du die Rettung und die Richtschnur jetzt.

Wir sind nur ein Staubkorn im Geschehen;
lass uns doch an unserm kleinen Teil
Liebe üben , auf den Nächsten sehen,
dass wir ihm zum Lichtquell werden und zum Heil.

Schenke uns das rechte Wort,
dass dem Anderen zur Hilfe werde,
was ihn frei macht, fort und fort,
seine Zwänge löst auf dieser Erde.

Nimm von uns den Eigensinn,
der uns quält und uns beschweret,
führ‘ uns durch die Liebe hin,
die Dein Heiland uns gewähret.

Habe Dank fürs alte Jahr,
für Dein Helfen und Geleiten.
Mache unser Dunkel hell und klar,
führe Du uns, Herr, durch diese Zeiten.

Gießen, den 14. 1. 2004

Schenk uns Frieden!

Vater, schenk uns Frieden,
mach uns selbst dazu bereit;
wende Krieg, Hass, Mord hienieden,
Unfrieden, Gewalt und Streit!

Gib doch mehr Verstehen,
Liebe in die Welt,
Rücksichtnahme auf den Nächsten;
Freundlichkeit mehr zählt.

Alles sieht so friedlos, so verworren aus.
Was kann nur geschehen, was führt da heraus?
Du allein kannst helfen, Retter in der Not,
inniglich wir bitten dich, Du gnäd’ger Gott!

Du liebst alle Menschen, wo sie sind,
willst, dass unsere Herzen Du geöffnet find’st.
Möchte Liebe üben jedermann an seinem Teil;
das führt hin zum Frieden und die Welt zum Heil.

Lasst uns das bedenken, ehe es zu spät,
dass durch unsre Schuld nicht die Welt vergeht.
Faltet still die Hände, dass doch Friede werde
bei den Menschen allen hier auf dieser Erde.

Gießen, den 25. 11. 2003

Bereit sein!

Herr Jesus Christus, dir sei Dank,
dass du in die Welt gekommen.
Du hast all Sorgen, alle Angst
aus unserm Herzen genommen.

Mit deinem Wort:
„Das Reich Gottes ist mitten unter uns”
können wir fröhlich hoffen;
wir wissen uns getragen wohl.
Dein Reich steht uns allen offen.

In Schwerem sind wir nicht allein,
Du hilfst uns alles tragen.
Macht eure Lampen nur bereit,
ihr braucht nicht zu verzagen.

An jedem neuen Tag kann ich
Dein gnädig Walten spüren.
Du bist mir nahe, wenn ich klag,
willst mich geleiten, führen.

Gib Augen mir, zu sehen,
wo ich dem Nächsten helfen kann,
und schenk mir Freudigkeit dazu,
dass du mich sehest gnädig an!

Denn wenn ich Nächstenliebe schenk,
kann ich Dich, Heiland, ehren.
Wenn ich an Deine Leiden denk,
sollt ich dem Bruder Hilf verwehren?

Wir wissen uns in Dir geborgen.
Du, Vater, weißt die rechte Zeit;
es sei heut oder morgen,
lass uns bereit sein für die Ewigkeit!

So lass uns nun durch diese Tage gehen
voll Dankbarkeit.
Wir können sie getrost durch Dich bestehen.
Mach uns bereit!

Gießen, den 25. 11. 2003

Sorge dich nicht, lebe!

Lass dich vom Alltag nicht beschweren,
es drückt dich nieder, macht dich matt.
Schau auf den Herrn, lass ihn gewähren,
bedenke, was er gelitten hat!

Er ist in diese Welt gekommen,
um uns von Sünden zu befreien,
die er für uns ans Kreuz genommen,
damit wir können fröhlich sein.

Wir sollen nur auf Jesus schauen,
vorbei ist Menschenfurcht und Not;
für Christen gibt’s nur Gottvertrauen,
nur Gottesfurcht bis in den Tod!

Du weißt, dass Sorgen dir nichts nützen,
sie machen dich nur krank und leer;
drücken dich immer tiefer nieder,
bringen nur Traurigkeit, Beschwer.

So nimm an jedem neuen Morgen
dankbar den Tag aus Gottes Hand.
Wirf ab, was quält; all deine Sorgen
hat er schon längst im Freud gewandt!

Gießen, den 4. 10. 2003

Was macht mich wertvoll vor Gott?

Wenn täglich das Versagen quält
und mich zurückbringt immer wieder,
dann schau ich, was vor Gott nur zählt,
und sing ihm Dankeslieder

Denn er liebt mich, wo wie ich bin,
hat mich ja so erschaffen.
Gab seinen Sohn auch für mich hin,
dass Lieb und Gnad mich trafen.

Was quäl ich mich mit Sorgen schwer,
die mir doch gar nichts nützen?
Gott, mein Erlöser und mein Herr,
tut mich vorm Argen schützen.

Drum schau empor ins helle Licht,
wirf ab, was dich beschweret;
sei dankbar für den neuen Tag,
den dir dein Gott gewähret.

Ich weiß, Gott liebt mich, wie ich bin,
das ist ein tröstlich Wissen,
nimmt alle Lasten von mir hin,
als sanftes Ruhekissen.

Hab Dank, o Herr, dass ich so bin,
wie du mich haben willst,
führ mich zum Nächsten täglich hin,
dass du durch mich sein Darben stillst.

Denn weil ich weiß, dass du mich liebst,
kann ich den Nächsten lieben.
Gib dies Erkennen jedermann
und lass ihn täglich sich drin üben!

Gießen, den 15. 9. 2003

Jahrhundertsommer 2003!

So alt ich bin, kann ich mich nicht besinnen,
dass solch ein Sommer uns beschert in all der Zeit von hinnen.
Tagtäglich strahlt die Sonne heiß vom Firmament.
Ein solches Gleißen hab ich bisher gekannt nur von Italienreisen.
Am Falterbaum im Mittagssonnenfluten
gaukeln von Blüt zu Blüt die Falter all;
es störn sie nicht die Gluten.
Tagpfauenauge, Fuchs und Admiral,
Distelfalter, Weißling, Schwalbenschwanz zumal
trinken von der süßen Pracht, die für sie hervorgebracht.
Staunend seh ich all das Leben um mich her,
Gottes Güte hat es reich erschaffen,
dankbar für den Sonnenschein preis ich ihn, ohn zu erschlaffen!

Denn nach langer Zeit der Sonne tun sich Wolken auf,
bringen Kühlung, welche Wonne, in des heißen Tages Lauf.
Vater, grad zur rechten Zeit hast du Regen uns geschenkt,
habe Dank fürs kühle Nass, weil dein göttlich Walten unser Leben lenkt.
Lass doch in der weiten Welt auch den Regen fließen,
dass durch Waldbrände verheert, sich nicht Menschen ängsten müssen.
Ruf uns, Vater, alle zum Gebet, dass die Kühlung kommt, eh es zu spät!
Sehnen tut danach sich Mensch und Kreatur,
und nach Wasser lechzt die weite Flur.
Solch ein Sommer war uns wahrlich nicht bisher beschieden;
brauchen nicht in ferne Länder ziehn.
Sonne gibt‘s genug für uns, – die daheim geblieben!

Gießen, den 9. August 2003

Was ist Glück?

Ein jeder fragt und eilt danach
und sieht es nur bei andern.
Schau doch in Dich und Du wirst wach,
lässt’s nicht vorüberwandern.

Das Glück ist ein vielfältig Ding:
Für einen ist’s die Liebe,
für andere Reichtum, Geld und Gut,
Gesundheit, Himmelstriebe.

Ein Händedruck, ein Wort, Verstehen
kann viele glücklich machen;
lass diese Möglichkeit nicht aus,
bring Traurige zum Lachen.

Denn nicht Geschenke brauchst Du viel
bei allem Wünschen, Sehnen;
Zufriedenheit bringt Dich ans Ziel,
dann wird das Glück Dich krönen!

Als Christ kennst Du den Weg dahin,
brauchst nur danach zu fragen:
„Wie würde Jesus handeln jetzt?“
Dann ist vorbei all Klagen.

Voll Dankbarkeit schaust Du zurück
auf Dein bisher’ges Leben.
Siehst Deine Lieben um Dich her
und bist vom Glück umgeben!

Was fragst Du nur: „Wo ist das Glück?“
Du hast es längst erhalten,
nur Dankbarkeit, Zufriedenheit
ziemt Jungen und den Alten.

Drum schau umher und frage stets,
wo kann ich glücklich machen?
Herr gib mir Kraft zum rechten Wort,
zur Tat und Lieb in allen Sachen!

Dann kehrt das Glück schnell in Dein Haus,
auch wenn es schwer zu finden,
treib nur die Sorgen bei Dir aus.
Das Glück wirst Du ergründen!

Gießen, den 11. 7. 2003

Warum?

Der elfte September 2001, wer kann ihn vergessen?
Was ist geschehen, ist es zu ermessen?
Wie jeden Tag in New York man zur Arbeit eilt,
da – wie ein böser Film – ein Flugzeug sich in den Turm des World Trade Center keilt.
In panischer Angst stürzen Menschen hinaus, es brennt!
Jeder in Verzweiflung ums nackte Leben rennt.
Schon stürzt die zweite Maschine in den anderen Turm.
Sogleich beginnt in dem 411 Meter hohen Gebäude ein Feuersturm.

Wer hat sich das so perfide ausgedacht,
wer hat dies Puzzle zustandegebracht?
Denn auch in Washington ist das Pentagon fast zerstört
durch ein weiteres entführtes Flugzeug, wie man hört.
Wie gelähmt am Fernseher man das Grauen erlebt,
und die schwere Frage sich erhebt:
Warum ist dies in Amerika geschehen, warum?
Wir sind erschüttert, betroffen und stumm.
Ist das der Antichrist, der sich dies ausgedacht,
und vor so vielen unschuldigen Menschen Halt nicht macht?
Die quälenden Fragen werde ich nicht los,
und das Mitempfinden wird übergroß.
Wir können nur beten zu Gott um Hilfe, Rettung und Trost in all dem Leid,
was da geschah in so kurzer Zeit!
Nach Lukas waren Christi Worte am Kreuz:
„Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“
Doch ich fürchte, man wird nicht eher ruhn,
bis die Hintermänner zur Strecke gebracht,
die bei so viel Trauer nur Hohn gelacht!

Gebe Gott, dass kein Weltenbrand entsteht,
dass die Menschheit jetzt mehr in sich geht,
sich rufen lässt zu Gottesdienst und Gebet
und zum Glauben kommt, ehe es zu spät.
Brüder und Schwestern, höret auf zu klagen,
merket auf das, was Gott uns will sagen.
Lebt nicht sorglos in eure Tage hinein,
bringt eure Bitten vor unseren Herrgott allein.
Christi Blut hat uns erlöst von aller Schuld,
handelt wie er und habt Geduld!
Gottes Macht viel größer ist
als alle Feigheit und Satans List.
Bittet für die, die mit Schuld beladen
so vielen Unschuldigen brachten Tod und Schaden.
Gott ist ihr Rächer, er hört unsere Bitten
und ist zur Hilfe schon geschritten.
Faltet die Hände, bleibt nicht mehr stumm,
Gott ist die Rettung, er allein weiß „Warum?“

Gießen, den 13. September 2001

Margarete Drebes

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