Der wachsende Bau

Ein Dankgottesdienst für den Fortgang der Arbeiten auf unserer Baustelle für das Familienzentrum.

Wir bauen unter der Pauluskirche Räume für ein Familienzentrum, wo Menschen einander begegnen können, die sich sonst wenig begegnen. Auch Menschen, die nicht unserer Religion angehören. Gottes Wohnung ist nicht nur hier oben, sondern überall, wo sich Menschen im Geist des Friedens begegnen.

In einem Rollladenkasten fand sich beim Umbau des Untergeschosses dieses Wespennest

In einem Rollladenkasten fand sich beim Umbau des Untergeschosses dieses Wespennest

#predigtAbendmahlsgottesdienst am 14. Sonntag nach Trinitatis, den 5. September 2010, um 11.15 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen und zuvor ab 10.45 Uhr: Musik an der Orgel und von der Gitarre zur Einstimmung mit Fotos von der Baustelle

Liebe Gemeinde, einige von Ihnen standen draußen bereit, um mit dem CVJM-Bus zum Waldbrunnenweg zu fahren; Fahrdienst 10.40 Uhr, so stand es aktuell im Gemeindebrief. Nun fahren wir doch nicht, die Gartenfreunde haben den Erntedankgottesdienst dort leider jetzt am Montag kurzfristig abgesagt.

Unser Gottesdienst findet heute also doch hier in der Pauluskirche statt, aber erst in einer halben Stunde, damit diejenigen, die direkt zum Gelände des Vereins gefahren oder gegangen sind, noch Zeit haben, um in die Pauluskirche zu kommen.

Zur Überbrückung spielt unser Organist Gunnar Wiegand jetzt einige Stücke auf der Orgel; ich steuere ein paar Lieder auf der Gitarre bei. Dass wir eine halbe Stunde warten, bis der Gottesdienst richtig anfängt, macht auch symbolisch Sinn. Der Gottesdienst dreht sich nämlich unter dem Motto „Der wachsende Bau“ um die Baustelle im Untergeschoss, aber bis die Bauarbeiten begonnen werden konnten, mussten wir noch viel länger warten als eine halbe Stunde. Während des Wartens sehen wir vorn an der Wand Fotos von unserer Baustelle.

Musik zur Einstimmung
Glockenläuten
Orgelvorspiel

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Ich begrüße alle herzlich im Abendmahlsgottesdienst zu einer ungewöhnlichen Zeit in der Pauluskirche! Eigentlich hatten wir heute im Zelt der Gartenfreunde am Waldbrunnenweg einen Erntedankgottesdienst feiern wollen, aber der musste aus vereinsinternen Gründen kurzfristig abgesagt werden. Dafür feiern wir nun hier einen Dankgottesdienst zum Thema „Der wachsende Bau“ und drücken damit unter anderem auch unsere Dankbarkeit für den Fortgang der Bauarbeiten im Untergeschoss unseres Gemeindezentrums aus. Falls einige von Ihnen die Meldungen in der Presse nicht gesehen und sich doch zuerst in den Waldbrunnenweg aufgemacht haben: es tut uns leid, dass Sie diesen Umweg machen mussten. Wir haben den Beginn des Gottesdienstes absichtlich auf viertel nach elf gelegt, um Ihnen genug Zeit für den Weg zur Pauluskirche zu geben.

Lied 444:

1. Die güldene Sonne bringt Leben und Wonne, die Finsternis weicht. Der Morgen sich zeiget, die Röte aufsteiget, der Monde verbleicht.

2. Nun sollen wir loben den Höchsten dort oben, dass er uns die Nacht hat wollen behüten vor Schrecken und Wüten der höllischen Macht.

3. Kommt, lasset uns singen, die Stimmen erschwingen, zu danken dem Herrn. Ei bittet und flehet, dass er uns beistehet und weiche nicht fern.

4. Es sei ihm gegeben mein Leben und Streben, mein Gehen und Stehn. Er gebe mir Gaben zu meinem Vorhaben, lass richtig mich gehn.

5. In meinem Studieren wird er mich wohl führen und bleiben bei mir, wird schärfen die Sinnen zu meinem Beginnen und öffnen die Tür.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wir beten mit Worten des Psalms 127, einem Psalm des Königs Salomo:

1 Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wenn der HERR nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst.

2 Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Wir machen Pläne für ein Familienzentrum und neue Kindergartengruppen und wollen sie verwirklichen. Da sind Baupläne und Finanzierungsfragen; Vorschriften verschiedenster Behörden müssen beachtet werden, Brandschutz und Gesundheitsamt; staatliche und kirchliche Stellen müssen Genehmigungen erteilen; manchmal denken wir, dass Bürokratie nur dazu da ist, um unsere Energie zu bremsen. Rückschläge in den Planungen gibt es auch, wir machen uns Sorgen, ob der Bau überhaupt zustande kommt. Zermürbendes Warten, nicht nur Monate, sondern Jahre lang. Wie man es macht, ist es verkehrt. Ruft man die Verantwortlichen zu oft an, heißt es: Darum kümmern wir uns. Aber kümmert man sich nicht selbst, bleibt manches liegen.

Gott, wie soll man sich keine Sorgen machen? Schenke langen Atem, wo uns die Sorgen drücken!

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Manche Pläne werden über den Haufen geworfen. Und bei der Neuplanung, o Wunder, kommt ein Ergebnis heraus, das uns rundherum zufrieden stellt. Verzögerungen können auch ein Segen sein. Und dann endlich: die Betriebserlaubnis ist da, die Baugenehmigung in Aussicht, der Bau beginnt. Fleißige Hände haben in den Räumen unterhalb dieser Kirche seit genau zwölf Wochen gearbeitet. Viel ist geschehen, fast alle Installationen und fast alle Wände sind fertig, die Fenster eingebaut; auch unerwartete Probleme wurden gemeistert. Wir rechnen fest damit, dass in weiteren sechs Wochen auch die anderen Arbeiten beendet sein werden.

Das alles ist Grund zur Dankbarkeit, denn von allem, was wir tun, gilt das Wort aus dem Erntedanklied: „Es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott.“

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Großer Gott, sei du unser oberster Bauherr, lenke unser Planen und Bauen und Arbeiten und lass unsere Mühe nicht vergeblich sein. Und wenn wir mit Bauen fertig sind, lass uns unser fertiges Familienzentrum im Vertrauen auf dich mit Leben erfüllen. Wohne du mit in unserem Bau und baue aus uns eine lebendige Gemeinde, die ihre Aufgaben im Blick auf die Familien im Stadtteil in Angriff nimmt und einen Platz anbietet, wo man gerne zusammenkommt. Darum bitten wir dich im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören die Lesung aus dem Brief an die Epheser 2, 20-22:

20 [Ihr seid] erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist,

21 auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn.

22 Durch ihn werdet auch ihr miterbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja! „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Glaubensbekenntnis
Lied 589: Komm, bau ein Haus, das uns beschützt
Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde, als ich in der Bibel nachschaute, ob dort irgendwo eine Baustelle beschrieben wird, fand ich im 2. Buch der Chronik eine ausführliche Beschreibung der Bauarbeiten am Tempel Salomos. Im Volk Israel hatte man schon lange ein Haus für Gott bauen wollen, aber zuerst war Gott selber dagegen. Gott meinte nämlich, er habe lange genug während der Wanderung durch die Wüste mit einem Zelt vorlieb genommen, er brauche kein Haus aus Stein und Zedernholz. Als dann der große König David die Sache mit dem Tempel für Gott in Angriff nehmen wollte, sagte ihm Gott: Nein, zuerst sollen genug Wohnungen für die Menschen gebaut werden. Erst sein Sohn Salomo baute dann den Tempel, doch auch er wusste, dass Gott nicht wirklich im Tempel wohnen kann, denn nicht einmal der Himmel oder ein Multiversum von Universen können Gott fassen. Gott ließ es dann doch zu, dass man den Tempel baute, aber nicht als eine Wohnung für Gott, sondern als ein Haus für Menschen, die Gott begegnen möchten.

Wie war das nun auf der Tempelbaustelle Salomos? Ich will nicht alles vorlesen, was im Buch der Chronik steht, nur einige Verse, die einen Eindruck davon vermitteln, dass Bauarbeiten auch damals schon genaue Planung und viel Aufwand erfordert haben, so wie wir ohne den Bauplan des Architekten, den wir dort an der Wand sehen, unsere Baumaßnahme nicht hätten beginnen können (2. Chronik 3):

1 Und Salomo fing an, das Haus des HERRN zu bauen in Jerusalem auf dem Berge Morija…

3 Und dies sind die Maße, nach denen Salomo das Haus Gottes baute: die Länge sechzig Ellen nach altem Maß, die Breite zwanzig Ellen.

4 Und die Vorhalle, die sich davor befand, war nach der Breite des Hauses zwanzig Ellen lang, die Höhe aber war hundertzwanzig Ellen, und er überzog sie innen mit lauterem Gold.

8 Er machte auch den Raum des Allerheiligsten. Dessen Länge war zwanzig Ellen nach der Breite des Baues, und seine Breite war auch zwanzig Ellen, und er überzog ihn mit dem besten Gold, an sechshundert Zentner;

9 und er gab auch für die Nägel fünfzig Lot Gold an Gewicht und überzog die Obergemächer mit Gold.

Genaue Maße sind wichtig für einen Bauplan; bis zu den Nägeln für den Bau des innersten heiligsten Raums ist alles präzise aufgeführt in den Plänen des Architekten.

Heizungs- und Wasserrohrinstallationen

Heizungs- und Wasserrohrinstallationen im Paulus-Gemeindezentrum Gießen

Was uns auf unserer Baustelle in den letzten Wochen am meisten Kopfzerbrechen gemacht hat, waren die Heizungs- und Wasserinstallationen. Auch solche Probleme sind in den Plänen Salomos nicht ausgespart; zwar ging es damals nicht um ein kompliziertes Rohrleitungssystem wie bei uns, aber doch um ein System von Kesseln und einem regelrechten künstlichen Meer für die rituellen Waschungen im Tempel (2. Chronik 4):

1 Er machte auch einen kupfernen Altar, zwanzig Ellen lang und breit und zehn Ellen hoch.

2 Und er machte das Meer, gegossen, von einem Rand zum andern zehn Ellen breit, ganz rund, fünf Ellen hoch, und eine Schnur von dreißig Ellen konnte es umspannen.

5 Die Stärke seiner Wand war eine Hand breit, und sein Rand war wie eines Bechers Rand, wie eine aufgegangene Lilie, und es fasste dreitausend Eimer.

6 Und er machte zehn Kessel. Von ihnen stellte er fünf zur Rechten und fünf zur Linken, um in ihnen zu waschen – nämlich was zum Brandopfer gehört, sollte man darin abspülen -; das Meer aber stellte er auf, dass sich die Priester darin waschen sollten.

Genug von König Salomo. Kehren wir zurück zu unserer eigenen Baumaßnahme unterhalb unserer Kirche.

Die nächsten vier Bilder, die im Hintergrund zu sehen sind, zeigen den Fortgang des Baus und das Ineinandergreifen der handwerklichen Arbeiten am Beispiel der Abriss- und Rohbauarbeiten, der Trocken- und Fensterbauer. Da, wo vorher der Flur und links daneben ein Sitzungsraum der Gemeinde war, wurde als erstes die Wand, hier links auf dem Bild, abgerissen.

Der Zugang zum ehemaligen Jugendbereich neben dem Holzraum

Hier ist die Wand schon weg, sie ist vorübergehend durch Stützpfeiler ersetzt worden, damit die Kirche hier oben drüber nicht einstürzt.

Stützpfeiler für eine herausgerissene ZwischenwandHier haben die Trockenbauer Streben eingezogen für eine neue Leichtbauwand; hinten haben die Rohbauer bereits einen Durchbruch gemacht, wo vorher ein Fenster war und jetzt eine neue Tür nach außen eingebaut werden soll.

Streben für die neue runde ZwischenwandUnd hier ist die Leichtbauwand eingebaut, auch die neue Fenstertür, und die Stahlträger sind brandsicher ummantelt worden.

Neue runde Trockenbauwand und ummantelter PfeilerSo wächst unser Bau, wobei die Arbeit der verschiedenen Handwerker gut aufeinander abgestimmt und ineinandergefügt ist. Erst kommen die Männer vom Rohbau, dann Hand in Hand Trockenbauer und Installateure, Fensterbauer und Verputzer, Schreiner und Fliesenleger.

Ganz ähnlich drückt sich der Apostel Paulus im Epheserbrief aus – wir haben den Text vorhin gehört –, als er das Bild eines Bauwerks verwendet, um es auf die Leser seines Briefes anzuwenden. „Ihr seid erbaut, ineinandergefügt wächst euer Bau, ihr werdet miterbaut zu einer Wohnung Gottes“, schreibt er, und er spricht damit Leute an, die eigentlich nicht zum Volk Gottes gehören: nichtjüdische Menschen, die damals in der Großstadt Ephesus in der heutigen Türkei leben. Paulus sagt ihnen: Indem ihr auf Jesus, den Messias des Volkes Israel, vertraut, gehört ihr mit zu Gottes Volk. Ihr seid mit den Juden zusammen Bausteine der weltweiten Gemeinde Gottes.

Der Epheserbrief gehört zu unserer christlichen Bibel, darum sind wir hier in Gießen in unserer Paulusgemeinde vom Apostel Paulus auch mit angeredet. Auch wir gehören zu Gottes Volk. Paulus sagt auch uns (Epheser 2):

19 So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen,

20 erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist,

21 auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn.

22 Durch ihn werdet auch ihr miterbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.

Wir sind eine evangelische Gemeinde, unser Fundament ist das Evangelium, das heißt, wir gründen uns auf die Frohe Botschaft von Gottes Liebe, die uns von den Propheten und Aposteln der Bibel überliefert wird. Am wichtigsten in der Bibel ist für uns Jesus Christus; er wird der Eckstein genannt; ohne ihn würde das ganze Bauwerk zusammenbrechen; er bildet sozusagen die Nahtstelle zwischen dem Volk Israel und der weltweiten christlichen Kirche und verbindet beide untrennbar miteinander.

Auf diesem Fundament – Propheten und Apostel, verbunden durch Christus – wächst nun ein Bauwerk, das zu einem heiligen Tempel wird. Dieser Tempel ist kein Bauwerk aus Steinen und Holz wie der inzwischen längst zerstörte Tempel Salomos, sondern er ist eine „Wohnung Gottes im Geist“. Er besteht aus Menschen, die auf Gott vertrauen, aus seiner Liebe Kraft schöpfen, sich an seinen Geboten orientieren. Wir sind eine Wohnung für Gott, wenn wir in unseren Räumlichkeiten seinem Geist der Liebe und des Friedens Raum geben.

Und wie bei unserem Bau der Architekt alle Fäden in der Hand hält und in Absprache mit dem Bauherrn entscheidet, was die Handwerker zu tun haben, so ist Gott der oberste Bauherr und Architekt für den Aufbau seiner Gemeinde.

Was wir zur Zeit in unserem Untergeschoss bauen, ist keine Kirche. Die behalten wir hier oben. Aber wir bauen unter unserer Kirche Räume für ein Familienzentrum, wo Menschen einander begegnen können, die sich sonst wenig begegnen. Auch Menschen, die nicht unserer Religion angehören, die in unsere Kirche hier oben nicht kommen würden. Gottes Wohnung ist nicht nur hier oben, sondern überall, wo sich Menschen im Geist des Friedens begegnen. Ein Familienzentrum ist ein guter Ort, um solche Begegnungen zu ermöglichen. Gott schickt uns zu allen Menschen, nicht nur zu unseren Mitgliedern. Wir sind mitverantwortlich für den Frieden und gute Verhältnisse in unserem Stadtteil.

Vielleicht denkt mancher nun: das klingt alles so lieb und freundlich, Familienzentrum, Begegnung, Frieden. Ist das nicht wirklichkeitsfremd? Es gibt doch auch Probleme und Streit und viele Familien, die nicht heil sind. Das ist wahr, und genau deswegen sind Familienzentren um so notwendiger. Wenn junge Eltern sich manchmal überfordert fühlen im Familienalltag, können die Angebote im Familienzentrum ihnen eine gute Hilfe sein. Wenn man sich begegnet, kann man viele Probleme gemeinsam angehen und Konflikte entschärfen.

Dass das Leben oft unliebsame Überraschungen bereit hält, kann man auch bei einer Baumaßnahme erleben, hier zum Beispiel wurde in einer Wand ein völlig kaputtes Abflussrohr gefunden.

Abflussrohr - links kaputt - rechts erneuertAber besser man findet es rechtzeitig und kann es reparieren, als wenn es später vollkommen auseinanderbricht und die neuen Räume überschwemmt.

Ein letztes Bild zeigt noch eine Überraschung, die wir bei den Abrissarbeiten für die Baustelle gefunden haben: dieses alte Wespennest.

Altes Wespennest, das in einem Rollladenkasten gefunden wurdeEs befand sich in einem der alten Rolladenkästen, die entfernt werden mussten. Das Bild zeigt, was für kunstvolle Bauwerke auch manche Tiere hervorbringen. Bei den Schweißarbeiten für die Heizungsinstallation ging dieses Nest, das schon lange verlassen war, in Flammen auf. Aber dieses Bild kann uns noch einmal daran erinnern, dass auch unser menschliches Bauen Kunstwerke hervorbringt: Auf der einen Seite bauen Handwerker wohnliche Räume mit Heizung und Wasseranschluss und allem, was wir brauchen. Auf der anderen Seite bauen wir alle an unserem menschlichen Miteinander, und auch das stellt einen kunstvoll ineinandergefügten Bau dar. Der Bau unseres Familienzentrums wird dann ein Erfolg, wenn wir in diesem Sinn die fertigen Räume für Begegnungen und zum Brückenbau zwischen Menschen nutzen. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.
Lied 628: Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen

Im Abendmahl sind wir eingeladen, an der Gemeinschaft des Leibes Christi teilzunehmen. Der Apostel Paulus hat gesagt, dass die Gemeinde der Christen zusammen den Leib Christi bildet, in dem jedes einzelne Glied seinen Platz und seine wichtige Aufgabe hat. Christus selber baut aus uns seine Gemeinde, indem er uns mit seiner Liebe erfüllt und mit dem Brot seines Leibes stärkt. Christus versöhnt uns mit Gott und überwindet die Zerrissenheiten unseres Lebens durch den Kelch, der an ihm nicht vorüberging.

Gott, vergib uns das Böse, das wir getan, und das Gute, das wir unterlassen haben. Mach aus uns gute Bausteine für eine Wohnung, in der dein heiliger Geist des Friedens und der Liebe wohnt. In der Stille bringen wir vor dich, was unsere Seele belastet:

Beichtstille

Wollt Ihr Gottes Treue und Vergebung annehmen, so sagt laut oder leise oder auch still im Herzen: Ja!

Auf euer aufrichtiges Bekenntnis spreche ich euch die Vergebung eurer Sünden zu – im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Der Herr sei mit euch. „Und mit deinem Geiste.“

Erhebet eure Herzen! „Wir erheben sie zum Herren.“

Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserem Gott. „Das ist würdig und recht.“

Würdig und recht ist es, Gott ernst zu nehmen als den der groß ist in seiner Güte und Freundlichkeit zu uns Menschen. Würdig und recht ist es, uns selber anzunehmen als Menschen mit aufrechtem Gang, von Gott geliebt und verantwortlich für unser Leben. Zu dir rufen wir und preisen dich, Heiliger Gott:

Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosianna in der Höhe.

Vater unser und Abendmahl

Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Jesus Christus stärkt uns durch sein Brot und baut uns auf durch die Liebe, die er uns schenkt. Nehmt und gebt weiter, was euch gegeben ist – den lebendigen Leib der Liebe Gottes.

Herumreichen des Korbs

Wir müssen nicht unser Brot mit Sorgen essen; denn Gott sorgt für uns in Liebe, sogar wenn wir schlafen. Wir feiern seine Liebe zu uns, indem wir aus dem Kelch der Versöhnung trinken.

Austeilen der Kelche

Wir fassen uns an den Händen, denn wir sind kunstvoll erbaut auf den Grund des Wortes Gottes, auf den Eckstein Jesus Christus. Wir bilden gemeinsam den Leib Christi, der ineinandergefügt wächst und gedeiht, so dass Gottes Friede unter uns wohnen kann. Geht hin in diesem Frieden. Amen.

Lasst uns beten.

Gott, du schenkst dich uns selbst im Wort der Bibel, in deiner Liebe, in Brot und Kelch deines Abendmahls. Du schenkst uns unser Leben und unsere Fähigkeiten; alles, was wir tun und machen, alles, was durch unsere Hände geht, kommt doch von dir. Dafür danken wir dir herzlich. Wir danken dir für den zügigen Fortgang der Bauarbeiten an unserem Familienzentrum. Wir danken dir für alle Menschen mit Ideen und Tatkraft, die zur Verwirklichung der Baumaßnahme beigetragen haben und die das fertige Familienzentrum mit Leben erfüllen wollen.

Gott, baue aus uns eine Gemeinschaft, die Streit und Konflikte überwindet, die zum Frieden beiträgt, die Hilfe im Stadtteil organisiert, die Familien hilft, ihren Alltag zu bewältigen. Gott, baue uns persönlich auf zu Menschen, die ihr Leben meistern im Vertrauen auf dich, die auch Versagen überwinden und sich trauen, neu anzufangen.

Gott, wir bringen vor dich auch alles, was uns belastet und traurig macht. Insbesondere beten wir heute für Frau …, die eine Reihe von Jahren zu unserer Paulusgemeinde gehört hat und nun im Alter von … Jahren gestorben ist. Du nimmst sie mit Ehren auf in deinem Himmel und wirst ihr Frieden und ewige Erfüllung in deiner Liebe schenken. Begleite auch die Angehörigen auf ihrem Weg der Trauer und lass sie deinen Trost und deine Liebe erfahren. Amen.

Lied 321:

1. Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge tut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zugut bis hierher hat getan.

2. Der ewigreiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort.

3. Lob, Ehr und Preis sei Gott dem Vater und dem Sohne und Gott dem Heilgen Geist im höchsten Himmelsthrone, ihm, dem dreiein’gen Gott, wie es im Anfang war und ist und bleiben wird so jetzt und immerdar.

Abkündigungen

Geht mit Gottes Segen:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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