Gott kommt zu uns

Gott kommt zu uns. Nicht wir finden ihn auf unseren eigenen Wegen. Er kommt nicht auf den Wolken schwebend oder sonst auf übernatürliche oder prachtvolle Weise. Der Gott, dem wir anklagend vorhalten, er lasse zu viel Leid und Bosheit in der Welt zu, der kommt als unser Bruder in unsere Welt und begegnet der Bosheit mit unerschütterlicher Liebe und Geduld.

Kirchenfenster: Jesus Christus, von Engeln umgeben

Jesus Christus, von Engeln umgeben (Foto des Kirchenfensters: pixabay.com)

direkt-predigtGottesdienst am Christkindlmarkt, 1. Adventssonntag, 1. Dezember 1985, in der Reichelsheimer Kirche um 13.30 Uhr

Ich begrüße Sie herzlich im Gottesdienst am 1. Advent!

Wir hatten in Reichelsheim gerade an diesem ersten Sonntag im neuen Kirchenjahr traditionellerweise einen sehr schlechten Kirchenbesuch, so kurz nach Volkstrauertag, Buß- und Bettag und Totensonntag. Deshalb freue ich mich besonders, dass wir dem 1. Advent jetzt durch unseren Christkindlmarkt wieder die Bedeutung gegeben haben, die ihm auch eigentlich zukommt: Das Kirchenjahr fängt ja nicht am 1. Januar an, sondern immer am 1. Advent. Und wer sich ein wenig in den Rhythmus des Kirchenjahres einfühlt, für den kann die Zeit vor dem ersten großen Fest unserer Kirche, vor Weihnachten, immer wieder ein Stück neuen Aufbruch bedeuten, ein kleines Stück Neuanfang mit dem Glauben.

Am Anfang des Kirchenjahrs steht Advent, d. h. Ankunft. Es geht um das Kommen Gottes. Es geht darum, ob wir ihn wirklich zu uns kommen lassen, der zu uns kommen will. Oder sind wir zu sehr mit unserer eigenen Hektik und Betriebsamkeit beschäftigt? Blicken wir nicht auf von unserer Niedergedrücktheit oder aus unserer Einsamkeit? Welchen Sinn im Leben suchen wir? Welchen Gott wollen wir finden? Das sind Fragen für den Advent.

Ganz besonders herzlich begrüße ich heute Familie … mit ihrer kleinen …, die nachher im Gottesdienst getauft werden soll.

Und nun beginnen wir mit dem ersten Lied:
EKG 9, 1-4 (EG 10):

1. Mit Ernst, o Menschenkinder, das Herz in euch bestellt; bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein.

2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, lasst alles, was er hasst; macht alle Bahnen recht, die Tal lasst sein erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlicht.

3. Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zugrunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ.

4. Ach mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zieh in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir allzeit dankbar sein.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

So seid nun geduldig… bis zum Kommen des Herrn… Seid… geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe. (Jakobus 5, 7-8)

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Großer Gott, Advent ist für viele von uns wie eine Überforderung. Zum Warten haben wir keine Zeit. Oder zum Warten fehlt uns die Hoffnung, der lange Atem. Warten, auf dich, auf deinen Sohn? Da soll was bei rauskommen?

So haben wir uns abgefunden damit, dass Weihnachten ein Fest vor allem für die Kinder ist, auch ein Fest schöner Kindheitserinnerungen. Wehmut befällt oft die Älteren, viele werden schwermütig vor Weihnachten, und die meisten Jüngeren sagen, dass sich weihnachtliche Stimmung bei ihnen nicht einstellen will. Ob das nicht auch damit zusammenhängt, dass wir es verlernt haben, erwartungsvoll zu sein?

Du großer, unbekannter Gott, komm zu uns und lass uns dich in deinem Sohn erkennen! Wir sind auch angewiesen darauf, dass du uns die nötige Aufgeschlossenheit für dich gleich mitschenkst. Lass uns hören mit offenen Ohren! Gib uns einen neuen Geist durch Jesus Christus, unseren Herrn. „Amen.“

Wenn es im Advent um das Kommen Jesu Christi geht, dann geht es immer um mindestens zwei Dinge: um die Erinnerung an Jesu erstes Kommen, an seine Geburt im Stall zu Bethlehem, aber auch um die Erwartung von Jesu zweitem Kommen, seinem Wiederkommen in der Zukunft. Von diesem Wiederkommen Christi handelt die Lesung aus dem Evangelium nach Lukas 21, 25-28:

25 Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres,

26 und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen.

27 Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit.

28 Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.

Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren. Halleluja! „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Lied EKG 3, 1-5 (EG 6):

1. Ihr lieben Christen, freut euch nun, bald wird erscheinen Gottes Sohn, der unser Bruder worden ist, das ist der lieb Herr Jesus Christ.

2. Der Jüngste Tag ist nun nicht fern. Komm, Jesu Christe, lieber Herr! Kein Tag vergeht, wir warten dein und wollten gern bald bei dir sein.

3. Du treuer Heiland Jesu Christ, dieweil die Zeit erfüllet ist, die uns verkündet Daniel, so komm, lieber Immanuel.

4. Der Teufel brächt uns gern zu Fall und wollt uns gern verschlingen all; er tracht’ nach Leib, Seel, Gut und Ehr. Herr Christ, dem alten Drachen wehr.

5. Ach lieber Herr, eil zum Gericht! Lass sehn dein herrlich Angesicht, das Wesen der Dreifaltigkeit. Das helf uns Gott in Ewigkeit.

Predigt über Jakobus 5, 7-8:

„So seid nun geduldig, liebe Brüder, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und den Spätregen. Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe.“

Amen.

Liebe Gemeinde!

Dein Reich komme! beten wir in jedem Vaterunser. Viele Christen beten als Tischgebet: Komm, Herr Jesu, sei unser Gast! Aber wenn man unter Christen das Thema „Wiederkunft Christi“ anschneidet, dann kann sich kaum einer vorstellen, dass Jesus wirklich wieder zu uns auf die Erde kommen könnte.

Ich habe also kein ganz einfaches Thema in dieser Predigt zu bewältigen: Was bedeutet das Kommen Christi für uns? Kann Christus wirklich wiederkommen? Was ich dazu heute sage, sollen Anregungen zum eigenen Weiterdenken sein. Ich möchte so ehrlich wie möglich meine eigenen Fragen, aber auch meine eigenen Einsichten zu diesem Thema darstellen. Und zum Schluss ein Stück eigener Betroffenheit.

Zuerst eine offene Frage: Wie verträgt sich z. B. die Wiederkunft Christi mit unserem modernen Weltbild? Wenn wir hören, dass in der Bibel das Wiederkommen Christi so beschrieben wird, dass er auf einer Wolke zu uns herabschwebt, dann haben wir damit wohl fast alle unsere Schwierigkeiten. Diese Beschreibung mutet märchenhaft an und widerspricht auf jeden Fall den uns bekannten Naturgesetzen der Schöpfung Gottes.

Was machen wir mit der Bibel, wenn sie uns solche Darstellungen zumutet? Stellen wir sie ins Regal zu den Märchenbüchern, die gerade noch gut genug sind für die Kinder? Lassen wir sie verstauben, weil sie eh nicht mehr in unsere Zeit passt? Nun, man muss nicht gleich das Kind mit dem Bade ausschütten. Das sagt man ja, wenn man meint, dass man gut unterscheiden muss, was wirklich alt und verbraucht ist oder was man unbedingt bewahren muss. Niemand würde, wenn das Badewasser schmutzig und verbraucht ist, gleich den ganzen Inhalt der Badewanne samt dem darin sitzenden Kind wegschütten.

So ähnlich ist es auch in der Bibel mit vielen Vorstellungen, die unserem heutigen Weltbild widersprechen. Die Menschen vor zwei-dreitausend Jahren hatten ein völlig anderes Bild von der Welt als wir. Sie wussten noch nichts davon, dass die Erde eine Kugel ist, sich um sich selbst und um die Sonne dreht, und dass die Sterne am Himmel riesige Sonnen und zum Teil sogar ganze Haufen von Sonnensystemen sind. In ihrem Weltbild damals war die Erde eine Scheibe, der Himmel ein Gewölbe darüber, und die Sterne waren an diesem Gewölbe festgemacht. Es ging damals gar nicht anders, sich das alles so vorzustellen. Wenn Gott den Menschen zu jener Zeit unser heutiges Weltbild sozusagen eingegeben hätte, dann hätte es niemand auf der Erde verstehen können. Einer unserer Konfirmanden hat z. B. einmal zusammengefasst, wie die heutige Wissenschaft die Entstehung unseres Sonnensystems sieht:

Text eines Konfirmanden

Hand aufs Herz: wer von uns hat diese Welterklärung der modernen Wissenschaft wirklich verstanden? Vorstellen können wir uns kaum, dass wir auf einer Kugel leben und in jedem Augenblick ungeheure Geschwindigkeiten durchs Weltall zurücklegen. Wir merken ja nichts davon. Aber trotzdem können wir nicht zurück zum alten Weltbild, weil die Wissenschaft uns Beweise geliefert hat, dass das neue Weltbild glaubwürdiger ist. Und schließlich hätte man kaum zum Mond fliegen können, wenn sich die Wissenschaftler alle gründlich geirrt hätten.

Nun also zurück zur Wiederkunft Christi. Im früheren Weltbild war das Schweben auf den Wolken kein Problem. In den Farben der damaligen Vorstellungswelt malte man sich auch das Ende der Welt und das Wiederkommen Christi aus. Auch Jesus selbst tat das, denn ich glaube, er wäre nicht wahrer Mensch gewesen, wenn er nicht als Mann seiner Zeit auch einfach das damals gültige Weltbild für richtig gehalten hätte.

Kein Christ ist gezwungen, an ein veraltetes Weltbild zu glauben, auch wenn solche Weltbilder in der Bibel beschrieben werden.

Aber dann fängt das eigentliche Fragen erst an. Wenn wir das alte Badewasser eines überholten Weltbildes auch wegschütten können – wo sitzt das Kind? Wie sieht es aus, das Kind, das wir nicht mit dem Bade wegschütten sollten? Wo ist das Wichtige, das, was uns unbedingt angeht, in den Berichten der Bibel?

Um das zu erkennen, brauchen wir etwas mehr als unseren Verstand, obwohl wir den nicht – wie ich schon deutlich gemacht habe – an der Kirchentür abgeben müssen. Es geht hier nämlich um den Glauben, und der Glaube ist mehr als ein Wissen. Der Glaube ist das, was mir wirklich wichtig ist im Leben und was mich entweder trägt oder zu Fall kommen lässt. Und um glauben zu können, an den wahren Gott glauben zu können, brauche ich den Heiligen Geist von Gott.

Um den müssen wir also bitten, wenn wir weiterkommen wollen im Fragen nach Gott und seinem Sohn. Wenn wir verstehen wollen, was es mit dem Wiederkommen Christi auf sich hat. Wenn wir dazu um den Heiligen Geist bitten, dann bleiben wir nicht die überlegenen Beobachter auf einem naturwissenschaftlichen Podest, sondern dann wird unser Herz angerührt und bewegt. Dann wird uns klar: Jesus ist nicht nur eine Figur der Vergangenheit, sondern auch der Zukunft. Vor ihm müssen wir einmal jeden Augenblick unseres Lebens verantworten. Und von ihm können wir zugleich die endgültige Erfüllung unseres Lebens erhoffen und die Erlösung aus Sünde und Schuld und allen Unvollkommenheiten unseres Lebens.

Auf Jesu Wiederkunft warten, heißt dann: so zu leben, dass uns Jesus jederzeit bei unseren Gedanken und Tätigkeiten überraschen könnte, und dass wir uns bei allem stets fragen: Was würde Jesus dazu sagen?

Aber wann kommt Jesus denn nun wieder? Diese Frage hat immer wieder die Gemüter der Christen, vor allem aber der Sektenangehörigen beschäftigt. Doch schon Jesus hatte klar gesagt: Zeit und Stunde weiß niemand, wann das sein wird, nicht einmal der Sohn, sondern allein der Vater im Himmel. Wir müssen heute hinzufügen, dass wir auch nicht wissen, wie Jesus wiederkommen wird. Alles, was darüber in der Bibel steht, sind Bilder und Umschreibungen; die an ein altes Weltbild gebunden sind. Wir können heute andere Symbole oder Vorstellungsbilder entwickeln, um die Wiederkunft Christi zu verstehen, aber sicher wissen wir im Glauben nur, dass Christus wiederkommt, dass er auch der Herr unserer Zukunft ist. Vielleicht bricht der Jüngste Tag für jeden von uns mit seinem eigenen Tod an, vielleicht gibt es ein Wiedersehen mit Christus auch in einer anderen Dimension von Wirklichkeit, die wir an Raum und Zeit gebundenen Menschen uns überhaupt nicht vorstellen können. Die moderne Wissenschaft hat eines jedenfalls klar herausgestellt: wir nehmen von der Welt, wie sie wirklich ist, viel weniger wahr, als wir uns träumen lassen. Und manche Wissenschaftler sind sehr gläubige Menschen, weil sie auch wissen, dass menschliches Wissen Grenzen hat, und zwar dort, wo es um die Fragen nach dem Sinn des Lebens geht. Auch die Fragen: Woher kam denn die Welt? Was war vor dem Urknall? Wird die Welt ein Ende haben und was wird dann sein? sind wissenschaftlich nicht mehr zu beantworten. Der Glaube sagt auf diese Fragen: Die Welt und unser eigenes Leben sind von Gott umschlossen und mit Sinn erfüllt. Gott ist die Kraft, die alles hervorgebracht hat, was es überhaupt gibt. Vor dem Urknall war schon Gott. Wenn es ein Ende der Welt gibt, dann ist Gott dort noch nicht am Ende. Und an die Zeit ist Gott nicht gebunden wie wir. Er überblickt sozusagen die Zeit des gesamten Weltalls auf einmal.

Und nun kommt das Wunderbare, dass dieser Gott einer ist, der nicht nur ganz groß und mächtig fern von seinen Geschöpfen über der Welt thront (das alles natürlich bildlich gesprochen), sondern dass er zu seinen Geschöpfen kommt, zu den Geschöpfen, die er zu seinem Bilde geschaffen hat, die ihn erkennen können, nämlich zu uns Menschen. Gott kommt zu uns und lässt sich erkennen.

Wichtig ist: er kommt. Nicht wir sind es, die zu ihm kommen. Nicht wir finden ihn auf unseren eigenen Wegen. Er kommt, und zwar auf eine für uns überraschende Weise. Er kommt beim ersten Mal eben nicht auf den Wolken schwebend oder sonst auf übernatürliche oder prachtvolle Weise, sondern er kommt als armes Kind armer Eltern zur Welt, unterwegs im Schafstall, in einem Futtertrog. So macht Gott unsere Vorstellungen von dem, wie Gott zu sein hätte, zunichte. Der Gott, dem wir anklagend vorhalten, er lasse zu viel Leid und Bosheit in der Welt zu, der kommt als unser Bruder in unsere Welt, nimmt selbst Leid auf sich, begegnet der Bosheit mit unerschütterlicher Liebe und Geduld.

Darüber, wie Jesus einmal in Kraft und Herrlichkeit wiederkommen wird, dann endgültig alles Leid und alle Bosheit überwinden wird, wissen wir wie gesagt nichts, außer: wir dürfen darauf hoffen. Aber zwischen dem ersten Kommen Christi und seiner Wiederkunft, zwischen Weihnachten in Bethlehem und dem Jüngsten Tag liegen viele kleine Advente. Durch den Heiligen Geist kann Jesus in jedem Jahr, an jedem Tag, neu zu uns kommen. Da wo in uns der Glaube neu wird, kommt er zu uns. Da wo wir uns in Trauer getröstet und getragen fühlen, kommt er auch. Da wo wir in Unruhe geraten über Zustände in unserer Welt, die der Veränderung bedürfen, da ist er uns auch ganz nahe.

Verstehen wir nun, warum Jakobus den Christen zuruft: Seid geduldig, bis zum Kommen des Herrn, wie wir es in der Lesung gehört haben? Das ist kein Warten bis zum Sanktnimmerleinstag, sondern es ist ein Warten auf den Geist Jesu, der jeden Tag zu uns kommen kann, den wir uns aber nicht einfach nehmen oder erzwingen können. Wie der Bauer auf die Ernte wartet und Geduld mit der Frucht hat, bis sie Früh- und Spätregen empfangen hat, so sollen wir nicht gleich den Mut verlieren, wenn unser Glaube zu schwach zu sein scheint. Auch unser Glaube braucht Nahrung, Stärkung, er will wachsen und braucht Zeit dazu. Ich merke, wie gut mir unser Bibelkreis tut; er ist wie eine Tankstelle für die Seele. „Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen“, ruft Jakobus uns allen zu. So weit weg ist Gott gar nicht, wie ihr meint. „Das Kommen des Herrn ist nahe“, sagt er; warum gebt ihr mit euren Versuchen zu glauben oft so schnell auf? Wie wäre es: die Adventszeit zu benutzen, um uns auf Gott zu besinnen, wie er, durch Jesus Christus, auch unser Herz mit Beschlag belegen will? Weihnachten steht vor der Tür; „das Kommen des Herrn ist nahe“, nicht nur für Kinder, sondern auch für Jugendliche und Erwachsene. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.
Lied EKG 2, 1-3 (EG 5):

1. Gottes Sohn ist kommen uns allen zu Frommen hier auf diese Erden in armen Gebärden, dass er uns von Sünde freie und entbinde.

2. Er kommt auch noch heute und lehret die Leute, wie sie sich von Sünden zur Buß sollen wenden, von Irrtum und Torheit treten zu der Wahrheit.

3. Die sich sein nicht schämen und sein’ Dienst annehmen durch ein’ rechten Glauben mit ganzem Vertrauen, denen wird er eben ihre Sünd vergeben.

Taufe

Großer Gott, der du klein geworden bist im Kind in der Krippe! Wir danken dir für die Botschaft, dass Jesus Christus kommt und dass er allein der Richter ist über unser Leben und nicht die vielen anderen, die sich als Richter aufspielen. Wir danken dir, weil der Richter, vor dem wir uns verantworten müssen, zugleich derjenige ist, der unser Todesurteil schon getragen hat. Komm zu uns in der Adventszeit und an Weihnachten. Gib uns Zeiten der Stille und der Besinnung, damit wir merken: es hängt nicht alles von unseren eigenen Gedanken und von unserer Betriebsamkeit ab. Gib uns Geduld, die darauf warten kann, dass etwas geschieht. Nicht eine resignierende Geduld, die sich mit dem Bösen abfindet, sondern einen langen Atem, mit dem mir uns da einsetzen, wo wir gebraucht werden. Stärke uns durch dein Wort, und lass uns geduldig dein Wort betrachten, auch wenn sich uns mancher Satz in deiner Bibel erst nach langer Zeit erschließt. Lass uns auch einander die Herzen stärken, indem wir aufeinander achten, indem wir ernstnehmen, was dem anderen wichtig ist, und indem wir weitersagen, was uns selbst, wichtig und befreiend geworden ist. Amen.

Vater unser
Lied EKG 6, 4 (EG 1):

4. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, eu’r Herz zum Tempel zubereit’. Die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; so kommt der König auch zu euch, ja, Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rat, voll Tat, voll Gnad.

Abkündigungen und Segen

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