Um Himmels willen!

Jesus geht weg. Seine Füße verschwinden im Himmel, und wir können nicht einmal genau sagen, wo der ist. Über uns und um die Erde herum ist das Weltall; Jesus geht in einen unsichtbaren Himmel. Wir können ihn nicht mehr sehen, nicht anfassen. Wird er unwirklich, ein Phantom, ein Gespenst? Wie kann Jesus bei uns sein, wenn er im Himmel ist?

Baum, Familie lässt Drachen steigen, Igel, Maus auf dem Erdenrund, darüber Füße, die im Himmel verschwinden und eine segnende Hand

Die evangelischen Gemeinden Paulus und Thomas feiern gemeinsam mit dem Schülerchor der Käthe-Kollwitz-Schule Familiengottesdienst an Christi Himmelfahrt, 1. Mai 2008, um 10 Uhr auf dem Segelflugplatz in der Wieseck-Aue
Schülerchor Klasse 1-4: „Schön, dich zu seh‘n“
Begrüßung und Votum (Barbara Görich-Reinel)
Chor und Gemeinde: EG 594 – Der Himmel geht über allen auf
Psalm 113 (Helmut Schütz):

1 Halleluja! Lobet, ihr Knechte des HERRN, lobet den Namen des HERRN!

2 Gelobt sei der Name des HERRN von nun an bis in Ewigkeit!

3 Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HERRN!

4 Der HERR ist hoch über alle Völker; seine Herrlichkeit reicht, so weit der Himmel ist.

5 Wer ist wie der HERR, unser Gott, im Himmel und auf Erden?

6 Der oben thront in der Höhe, der herniederschaut in die Tiefe,

7 der den Geringen aufrichtet aus dem Staube und erhöht den Armen aus dem Schmutz,

8 dass er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes;

9 der die Unfruchtbare im Hause zu Ehren bringt, dass sie eine fröhliche Kindermutter wird. Halleluja!

Gebet (Helmut Schütz)

Gott, du bist oben im Himmel, und um des Himmels willen kümmerst du dich um uns unten auf der Erde. Du bist nicht oben wie ein brutaler Menschen-Boss, um nach unten zu treten, damit wir uns klein fühlen. Du kommst in Jesus selber zu uns nach unten, um uns auf die Füße zu stellen, so dass wir aufrecht unseren Weg gehen können. So soll dein Wille geschehen wie im Himmel so auf Erden. So bringst du deine Liebe vom Himmel auf die Erde.

Gott, wir nennen dich „HERR“ und umschreiben so deinen heiligen Namen. Dein Name lautet: „Ich bin da. Ich bin für euch da. Ich bin für euch da, immer und ewig.“ Danke, dass du kein Herr bist, der uns unterdrückt. Danke, dass du ein Herr bist, der uns Freiheit schenkt. Danke, dass wir unter DEINEM Himmel auf Erden leben. Amen.

Lied Gemeinde: EG 622 – „Weißt du, wo der Himmel ist“ EG 622
Hinführung und Lesung Lukas 24, 50-53 (Barbara Görich-Reinel)

50 Er führte sie aber hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie.

51 Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel.

52 Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude

53 und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.

Lied: Wenn der Himmel in unsre Nacht fällt
Predigt Teil 1: „Jesus geht weg“ (Helmut Schütz)

Liebe Gemeinde, Kinder und Erwachsene,

als Jesus auf der Erde gelebt hat,
damals vor 2000 Jahren im Volk Israel,
da hat er Menschen Mut gemacht, auf Gott zu vertrauen,
er hat Menschen die Augen geöffnet, die blind waren,
die in dieser Welt nichts Gutes mehr erkennen konnten,
er hat Menschen auf die Füße gestellt, die gelähmt waren,
die vor lauter Angst und Sorge keinen Schritt tun konnten.
Es war, als ob der Himmel auf die Erde gekommen wäre,
ja, die Menschen sagten: „Jesus ist wirklich Gottes Sohn.
Wo Jesus ist, da ist uns der Himmel ganz nahe!“

Aber dann ging Jesus weg.
Zurück in den Himmel.
Lukas erzählt uns die Geschichte sogar zwei Mal.
Die eine Geschichte haben wir eben gehört.
Auf der Erde stehen seine Schüler, seine Freunde,
und starren nach oben, sehen nur noch seine Füße,
die nicht mehr auf dem Erdboden herumlaufen,
sondern in den Himmel verschwinden.

Warum geht Jesus weg? Wie ist es dazu gekommen?
Will er nichts mehr mit uns Menschen zu tun haben?
Will Gott die Erde ihrem Schicksal überlassen?
Grund genug hätte Gott ja dazu.
Man nahm Jesus gefangen. Man klagte ihn an.
Man tötete ihn am Kreuz.
Die Mächtigen im Land und sogar im Römischen Weltreich
sahen in Jesus eine Gefahr.
Der darf sich nicht Gottes Sohn nennen!
Der stört den Geschäftsbetrieb im Tempel und im Land!
Der bringt Aufruhr und Unfrieden unter das Volk!
Am Ende schrie sogar eine große Menschenmenge:
Weg mit Jesus! Ans Kreuz mit ihm!

Dann war Jesus tot. Er lag im Grab.
Aber am dritten Tag war er wieder da.
Man kann es nicht fassen,
aber es gab Botschaften von Männern in weißer Kleidung,
er sei nicht mehr im Grab, er sei vom Tod auferstanden.
Dann sahen sie ihn sogar, alle, die ihm nahe standen,
seine Freundinnen, zum Beispiel Maria aus Magdala,
und Petrus, der eigentlich stark wie ein Felsen sein sollte,
aber in der Nacht der Kreuzigung ihn feige verleugnete.
Und Thomas, der Zweifler, durfte Jesus sogar anfassen.
Als Jesus dem Petrus vergab und die Maria tröstete
und dem Thomas half, seine Zweifel zu überwinden,
da war Jesus wieder da;
wieder war der Himmel hier auf der Erde zu spüren.

Und am Ende geht Jesus doch weg.
Zurück in den Himmel.
Lässt Schülerinnen und Freunde allein hier auf der Erde.
Warum?

Offenbar macht die Auferstehung
den Tod Jesu nicht einfach rückgängig.
Jesus kann nicht einfach als Mensch
ewig auf der Erde leben.
Jesus löst auch nicht unsere Probleme,
indem er sich als Weltherrscher hier auf der Erde
in irgendeinem Land auf irgendeinen Thron setzt.

Jesus geht weg.
Er geht nicht mehr mit seinen Füßen auf unseren Straßen.
Seine Füße verschwinden im Himmel,
und wir können nicht einmal genau sagen, wo der ist.
Über uns und um die Erde herum ist das Weltall;
Jesus wird unsichtbar, geht in einen unsichtbaren Himmel.
Wir können ihn nicht mehr sehen, nicht mehr anfassen.
Wird er damit unwirklich, ein Phantom, ein Gespenst?

Wie kann Jesus bei uns sein, wenn er im Himmel ist?

Predigt Teil 2: „Segnen“ (Barbara Görich-Reinel)

Liebe Kinder, liebe Erwachsene! Auf der Bildvorlage, die Ihr und Sie sehen, entschwindet Jesus in die Wolken. Doch er geht nicht einfach so… Beim Abschiednehmen segnet er seine Freunde und Freundinnen von oben. Die Hand rechts, von der Strahlen ausgehen, deutet das an. Jesus lässt etwas da, er sendet von oben etwas aus: den Segen. Was ist ein Segen?

So ein Segen ist unsichtbar oder durchsichtig…

Segnen kommt aus dem Lateinischen signare, d. h. bezeichnen. Man macht ein Zeichen über jemanden oder über etwas. Gemeint ist das Kreuzzeichen. Also Jesus macht vielleicht ein Kreuzzeichen über seine Freunde. Das Kreuz verbindet sie mit ihm, mit dem Gekreuzigten und Auferstandenen. Segnen ist aber auch benedicere, gut-sagen, wohlsprechen. Daher kommt der Name Benedikt. Segensworte sollen Gutes tun und bewirken. In ihnen steckt die Kraft Gottes, die die Menschen stärkt.

Kinder werden bei der Taufe oder zum Schulanfang gesegnet, Essen wird gesegnet, Kranke und Sterbende werden gesegnet, am Gottesdienstende spricht der Pfarrer oder die Pfarrerin den Segen über die Gemeinde.

Mit dem Segen sollen Menschen gestärkt, gesund oder zuversichtlich werden. Mit dem Segen bedanken sie sich bei Gott für Gelungenes, für gute Erfahrungen oder sie begrüßen und verabschieden sich damit gegenseitig. „Gott segne dich!“

Die Menschen unten, diejenigen die zurückbleiben auf der Erde, empfangen den Segen Jesu. Alleine, ohne Jesus, ohne Gottes Segen wären sie auf sich gestellt und hätten keine Hilfe. Der besondere Schutz Gottes würde ihnen fehlen. Aber weil Jesus sie segnet, geht es ihnen gut, sie freuen sich und können jetzt auch fröhlich ohne Jesus feiern und Gott loben.

Wir sind ja am Segelflugplatz, weil wir denken, hier dem Himmel näher zu sein. Das Aufsteigen, wie es Jesus mit der Wolke getan hat, ist ja für Piloten kein Problem. Sie nehmen das Flugzeug und vertrauen sich dem Wind an. Diese Piloten müssten jetzt nur noch von oben etwas herunterwerfen, was wie ein Segen sein könnte: leicht, fast unsichtbar müsste es sein – wie Blumenblüten oder Konfetti! Darüber würden wir uns auch sehr freuen. So ähnlich stellen wir uns Himmelfahrt vor, wo Jesus von oben segnet! Die Älteren wissen, dass das in der Geschichte auch schon mal vorkam: Da haben Flugzeuge die Stadt Berlin auf dem Luftweg mit Lebensmitteln versorgt. Man nannte diese Flugzeuge Rosinenbomber, sie waren ein Segen für die Bevölkerung.

Was „um Himmels willen“ braucht heute hier den Segen Gottes dringend?! Das, wollen wir nun in unsere Bildmitte malen! Jede und jeder denkt für sich: Wer braucht den Segen Gottes heute besonders? Das kranke Meerschweinchen, ich für die nächste Mathearbeit, meine Mama, weil sie soviel arbeitet, … die Welt, damit kein Krieg ist, … ?

Einführung in die Gestaltungsaufgabe (Barbara Görich-Reinel)
Gestaltung Arbeitsblatt (Kinder und Erwachsene) und Hintergrundmusik (Grit Laux)
Ergebnisse der Gestaltungsaufgabe (Barbara Görich-Reinel und Helmut Schütz)
Schülerchor Klasse 1-4: „Freunde wie wir“
Fürbitten Teil 1 (Helmut Schütz)

Jesus, du bist weggegangen, in den Himmel.
Aber du bist uns nur aus den Augen gegangen,
nicht aus dem Sinn.
Danke, dass du deinen Himmel bei uns gelassen hast!
Jesus, lass uns mit unseren Füßen
auf der Erde deinem Himmel entgegen gehen.
Mach uns Mut und mach uns zu Mutmachern.
Tröste uns und hilf uns, andere Menschen zu trösten.
Schenke uns Hilfe und gib uns Kraft, andern zu helfen.

Schülerchor Klasse 3-4: „Nach dieser Erde…“
Fürbitten Teil 2 (Barbara)
Schülerchor Klasse 3-4: „Nach dieser Erde…“

Jesus, du bist weggegangen, in den Himmel.
Aber seitdem kannst du überall sein, bei allen Menschen.
Danke, dass du auch dort bist, wo wir nicht helfen können!
Jesus, schenke den Politikerinnen und Politikern Einsicht,
dass sie Gerechtigkeit und Frieden schaffen.
Jesus, sei bei Kindern, die gequält werden
und viele Jahre auf Rettung warten müssen.
Jesus, richte die Verzweifelten auf und gib allen,
die nicht mehr glauben können, neues Gottvertrauen.

Schülerchor Klasse 3-4: „Nach dieser Erde…“
Vaterunser ● Abkündigungen
Schülerchor Klasse 1-4: „Ich lieb den Frühling“
Segen ● Alle: „Der Mai ist gekommen“
Anschließend Essen und Trinken auf dem Grillplatz

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