Wie Jesus allen Versuchungen widersteht

In Versuchung geraten wir, wenn uns eingeflüstert wird, wir hätten von Gott nicht genug zu erwarten und ohne Ellbogen käme man in unserer Gesellschaft nicht weit. Diesem Irrglauben tritt Jesus entgegen, indem er allen Versuchungen des Teufels widersteht. Statt die Weltherrschaft anzustreben, geht er den Weg des Leidens.

Geschnitzter Teufelskopf, aus dessen Mund Rankenmuster herauskommen

Im Gespräch mit Jesus zitiert der Teufel fleißig die Bibel (Bild: pixabay.com)

direkt-predigtGottesdienst am Sonntag, 17. Februar 1985 (Estomihi), um 10.30 Uhr in Heuchelheim und Beienheim, und 17. Februar 1991 in der LNK Alzey
Glockenläuten und Orgelvorspiel

Im Gottesdienst am Sonntag vor der Passionszeit begrüße ich Sie und Euch alle herzlich in der Heuchelheimer Kirche. Besonders heiße ich den kleinen … mit seinen Eltern, Paten und Verwandten willkommen, der heute im Gottesdienst getauft werden soll.

Lied EKG 293, 1-3 (EG 396):

1. Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier: Ach, wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst liebers werden.

2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Lass den Satan wettern, lass die Welt erzittern, mir steht Jesus bei. Ob es jetzt gleich kracht und blitzt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken.

3. Trotz dem alten Drachen, Trotz dem Todesrachen, Trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe; ich steh hier und singe in gar sichrer Ruh. Gottes Macht hält mich in Acht, Erd und Abgrund muss verstummen, ob sie noch so brummen.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. „Amen.“

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. (1. Johannes 3, 8b)

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehre sei dem Vater und den Sohne und dem Heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Herr, unser Gott! Hier findest du uns versammelt, um dein Wort zu reden und zu hören, dich anzurufen, dich zu preisen, dich zu bitten um das, was uns und der ganzen Welt allein gut und heilsam ist. Wir wissen oft nicht, was uns wirklich gut tut. Wir leben unbekümmert dahin, so lange es uns gut geht; wir geraten in Verzweiflung, wenn uns Unglück und Kummer trifft. Zeige uns, dass du für uns da bist in Freude und Leid. Mach uns klar, dass nicht nur wir dich brauchen, sondern dass du auch unseren Einsatz brauchst. Lass uns erkennen, dass wir nicht vom Brot allein leben, sondern dass du uns erfülltes Leben schenkst, Leben, das angefüllt ist mit Glauben und Liebe. Das bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Herrn. „Amen.“

Wir hören die Schriftlesung aus dem 2. Buch Mose – Exodus 16, 2-4.6-8 (GNB):

Sechs Wochen, nachdem das Volk Israel von Mose und Aaron aus Ägypten heraus in die Wüste geführt worden war, „rottete sich die ganze Gemeinde der Israeliten gegen Mose und Aaron zusammen. ‚Hätte der Herr uns doch getötet, als wir noch in Ägypten waren!‛ riefen sie. ‚Dort saßen wir vor vollen Fleischtöpfen und konnten uns an Brot satt essen. Aber ihr habt uns in diese Wüste geführt und wollt nun die ganze Gemeinde verhungern lassen!‛ Der Herr sagte zu Mose: ‚Ich werde euch Brot vom Himmel regnen lassen. Die Israeliten sollen vors Lager hinausgehen und so viel sammeln, wie sie für den Tag brauchen – aber nicht mehr, damit ich sehe, ob sie mir gehorchen. …‛ Mose und Aaron sagten nun zu allen Israeliten: ‚Heute abend werdet ihr erkennen, dass der Herr es war, der euch aus Ägypten geführt hat. Und morgen früh werdet ihr die Herrlichkeit des Herrn sehen. Er hat eure Vorwürfe gehört. Denn ihn habt ihr angeklagt, nicht uns. Wer sind wir schon, dass ihr euch über uns beschwert? Er wird euch am Abend Fleisch geben und am Morgen Brot, dass ihr auch satt essen könnt. Gegen ihn habt ihr Klage geführt, nicht gegen uns. Wer sind denn schon wir?‛“

Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren. Halleluja! „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Lied EKG 249, 1-3 (EG 346):

1. Such, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christus sich zu gründen. Sein Wort sind wahr, sein Werk sind klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden.

2. Such, wer da will, Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zuteil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben.

3. Ach sucht doch den, lasst alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret.

Taufe
Lied EKG 249, 4-5 (EG 346):

4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; lass mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis, bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu glauben.

5. Wend von mir nicht dein Angesicht, lass mich im Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen. Hilf mir zur Freud nach diesem Leid; hilf, dass ich mag nach dieser Klag dort ewig dir Lob sagen.

Gnade und Friede sei mit euch allen von Gott, unserem Vater, und Jesus Christus, unserem Herrn. Amen.

Wir hören den Text zur Predigt aus dem Evangelium nach Matthäus 4, 1-11 (GNB):

Danach führte der Geist Gottes Jesus in die Wüste, wo er vom Teufel auf die Probe gestellt wurden sollte. Nachdem er vierzig Tage und Nächte nichts gegessen hatte, war er sehr hungrig. Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: »Wenn du Gottes Sohn bist, dann befiehl doch, dass die Steine hier zu Brot werden.« Jesus antwortete: »In den heiligen Schriften steht: Es muss nicht Brot sein, wovon der Mensch lebt; er kann von jedem Wort leben, das Gott spricht.« Darauf führte der Teufel ihn in die heilige Stadt Jerusalem, stellte ihn hoch oben auf die Zinne des Tempels und sagte: »Wenn du wirklich Gottes Sohn bist, dann spring doch hinunter; denn in den heiligen Schriften steht: Gott wird seinen Engeln befehlen, dich auf Händen zu tragen, damit du dich an keinen Stein stößt.« Jesus antwortete: »Aber in den heiligen Schriften heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht herausfordern.« Zuletzt führte der Teufel Jesus auf einen sehr hohen Berg, zeigte ihm alle Reiche der Welt in ihrer Größe und Schönheit und sagte: »Dies alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.« Aber Jesus antwortete: »Weg mit dir, Satan! In den heiligen Schriften heißt es: Vor den Herrn, deinem Gott, wirf dich nieder, ihn sollst du anbeten und niemand sonst.« Da ließ der Teufel von Jesus ab, und Engel kamen und versorgten ihn.

Amen.

Liebe Gemeinde!

Eine Vorbemerkung zur Predigt ist nötig, damit wir uns nicht missverstehen. Wir müssen uns hier nicht den Teufel mit Hörnern, Pferdefüßen und Gestank vorstellen, wie er uns aus Märchen bekannt und zu einer lächerlichen Figur geworden ist. Wir können sogar davon ausgehen, dass das Gespräch Jesu mit dem Teufel äußerlich nicht so stattgefunden hat. Trotzdem ist diese Erzählung wahr. Denn sie beschreibt die innere Auseinandersetzung Jesu mit der Macht des Bösen, der er sich zeitlebens zu stellen hatte.

Schauplatz der ersten Versuchung ist die Wüste. Das ist der Ort, in dem das Volk Israel vor langer Zeit immer wieder an seinem Glauben an Gott irre geworden war. Wir haben vorhin in der Lesung ein Beispiel von ihrem Murren und Klagen gegen Gott gehört. Sie wollten lieber wieder in die Sklaverei nach Ägypten zurück, wo sie Fleisch und Brot zu essen hatten, als sich dauernd auf die Güte und Gnade Gottes verlassen zu müssen. Und nun Jesus. Er hungert auch. Und die Stimme des Bösen sagt ihm: Was ist schon dabei? Mach doch die Steine zu Brot! Als Sohn Gottes kannst du es doch! Warum willst du es dir unnötig schwer machen?

Ob Jesus wirklich Steine zu Brot hätte machen können, ist hier nicht die Frage. Matthäus hätte diese Frage ohne Zweifel bejaht; damals war es für jeden normalen Menschen selbstverständlich, dass außergewöhnliche Menschen auch außergewöhnliche Dinge tun konnten. Aber wir müssen unseren naturwissenschaftlich geschulten Verstand hier nicht unnötig strapazieren; denn es geht gar nicht um die Frage, ob solch ein übernatürliches Wunder möglich wäre. Vielmehr geht es darum, ob und wie Gott für uns sorgen kann und will.

Offenbar hat es mehr für Jesus bedeutet, dass er zunächst seinen Hunger ausgehalten hat und später von hilfreichen Engeln versorgt worden ist. Von Gott eine rasche Erfüllung eigener Wünsche zu erwarten, ist also eine erste Versuchung, die einen Menschen leicht vom Glauben an Gott abbringen kann. Aber dass Gott nicht jeden Wunsch so erfüllt, wie wir es gern hätten, bedeutet nicht, dass Gott nicht da wäre. Er will uns vielleicht einen besonderen Weg führen, den wir nicht beschreiten würden, wenn wir es bequemer gehabt hätten. Er will vielleicht, dass wir innerlich stärker und reifer werden. Er will, dass wir nicht nur um uns und unsere Fähigkeiten kreisen, sondern Vertrauen zu ihm gewinnen. Und wenn Jesus darauf verzichtet, aus Steinen Brot zu machen, dann verzichtet er auch darauf, sich die Sympathie der anderen Menschen mit Brot zu erkaufen. Jesus macht deutlich, wie Gott uns entgegentritt: mit leeren Händen, die uns nichts weiter versprechen, als dass wir von ihm geliebt sind und dass wir frei sind, zu ihm Ja oder Nein zu sagen. Wenn er unseren Gehorsam mit Brot erkaufen würde, könnten wir nicht mehr Nein zu ihm sagen. So aber sind wir frei, uns auf die Beziehung zu diesem Gott einzulassen, der uns auf oft verschlungenen Wegen begleiten will. Es sind keine Wege ohne Leiden, ohne Entbehrungen, aber so sind auf jeden Fall auch nicht die Wege des Teufels.

In der zweiten Versuchung wechselt der Schauplatz: Jesus steht auf der Zinne des Tempels, an dem Ort, wo Gott nach jüdischem Glauben den Menschen am nächsten ist. Und nun nimmt der Teufel den Spott vorweg, den Jesus später am Kreuz zu hören bekommen sollte: Spring doch, wenn du Gottes Sohn bist, oder bist du dazu nicht imstande? Bist du ein Feigling?

Wie oft lassen wir uns wohl heute von dieser teuflischen Stimme leiten, wenn wir Gottes Macht nichts zutrauen, oder wenn wir meinen, dass Gott doch in unsere Welt auf eine ganz bestimmte Art und Weise eingreifen müsste – sonst hätte er wohl nichts mehr zu melden oder es gäbe ihn vielleicht gar nicht. Auch diese Versuchung besteht Jesus, indem er die Worte des Teufels als eine Herausforderung Gottes zurückweist. Immer wieder weist Jesus das Ansinnen von Menschen zurück, er solle doch einmal durch ein Wunder beweisen, dass er Gottes Sohn sei, dann volle man schon an ihn glauben. Auf so einen Glauben kann Gott verzichten; denn Glaube ist gerade in seinem Wesen ein in nicht durch Beweise gestütztes Vertrauen in eine andere Person. Und wenn in der Bibel von Wundern berichtet wird, so sollen es immer nur hinweisende Zeichen auf die Macht Gottes sein und nie Beweise.

Und dann auf dem Berg, von dem aus der Teufel Jesus alle Weltreiche zeigt und sie ihm als Machtbereich verspricht: Jesus lässt sich nicht von seinem eigenen Weg abbringen. Jesus als gerechter Weltherrscher, der seinen Untertanen endlich ein Leben in Frieden und Gerechtigkeit erkämpft und erzwingt, ist das denn eine so teuflische Vorstellung? Immerhin hatten auch einige Jünger Jesu solche Vorstellungen vom Reich Gottes, mit Sicherheit Judas, vielleicht auch Petrus, der schnell mit dem Schwert bei der Hand war. Und im Laufe der Kirchengeschichte hat es doch lange Jahrhunderte gegeben, in denen die Kirche mit der weltlichen Macht eng verbunden war. Ganz sind wir bis heute nicht davon frei geworden. Und wünschen wir uns nicht immer wieder, die Kirche möchte doch in unserem Land ihren Einfluss behalten, es möchte doch nicht nur so ein kleines Häuflein von engagierten Christen übrigbleiben?

Jesus hat aber dem Teufel genau zugehört. Die Bedingung für die Weltherrschaft hat der Teufel auch genannt. Jesus soll vor ihm niederfallen und ihn anbeten. Nein, das hat er nicht getan. Da müssen wir uns fragen, ob nicht überall, wo wir nach Gewalt über andere streben, wo wir Menschen zu ihrem Glück zwingen wollen, wo wir uns aus eigener Stärke vor anderen Menschen absichern wollen, letztlich einen Pakt mit dem Teufel anstreben. Nur vor Gott niederfallen und ihn anbeten, das bedeutet ja wohl umgekehrt: dem Weg Jesu nachfolgen. Er hat stattdessen auf die Gewalt verzichtet, die ihm der Teufel versprach, er hat jedem die Freiheit gelassen, sich zur Liebe überzeugen zu lassen oder auch nicht. Er hat lieber den Tod am Kreuz erlitten als sich mit dem Schwert helfen zu lassen. Das Wunderbare ist: am Ende hat Gott doch Jesus die Herrschaft über die Welt gegeben. Eben weil Jesus sich nicht vom Teufel hat überwinden lassen. Und weil seine Art der Herrschaft eine völlig andere ist als die des Teufels. Jesus als Herrscher der Welt kommt ohne Herrschergehabe aus. Er braucht nichts als Liebe, Vertrauen, Leidensbereitschaft, Zutrauen darin, dass Menschen sich ändern können, dass sogar aus Feinden Freunde werden können, und vor allem anderen: Glauben an Gott, der wirklich, wie der Teufel richtig anmerkt, seine Engel schicken kann, um ihm zu helfen.

Am Ende der Versuchungsgeschichte steht der Satz: „Da ließ der Teufel von ihm ab, und Engel kamen und versorgten ihn.“ Auch das hat Jesus immer wieder erlebt, dass er im Kreise vertrauter Menschen geborgen war, obwohl er seinen Beruf und seine Heimat aufgegeben hatte. Oder dass man ihn bei Menschen aufnahm, denen er das gar nicht zugetraut hätte. Und selbst als Jesus am Kreuz sich von seinem Vater im Himmel verlassen fühlt, findet er noch die Kraft, seine Seele in die Hand eben dieses Vaters zu befehlen. Das Vertrauen zu Gott zieht sich durch das Leben Jesu hindurch und macht sein Leben zu einem erfüllten Leben: Erfüllt von dem, was Gott schenkt, aus seinem freien Willen heraus, aus seiner Liebe heraus.

In Versuchung geraten wir – wie Jesus selbst – immer dann, wenn uns eingeflüstert wird, wir hätten von Gott nicht genug zu erwarten, wir müssten unser Schicksal schon in die eigene Hand nehmen, und ohne die Ellbogen käme man in unserer Gesellschaft nicht weit. Diesem Irrglauben tritt Jesus entgegen, indem er allen Versuchungen des Teufels widersteht. Statt die Weltherrschaft anzustreben, geht er deshalb den Weg des Leidens, den wir in den folgenden Wochen im Gottesdienst betrachten werden. Werden wir in diesem Weg auch den Weg der Erfüllung für uns erkennen? Werden wir Jesus nachfolgen? Gott gebe uns Kraft, der Versuchung zu widerstehen, auf andere Wege auszuweichen. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.

Lied EKG 208, 1-6 (347):

1. Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, dass uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List.

2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, dass uns sei hier und dorte dein Güt und Heil beschert.

3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht.

4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr.

5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, dass uns der Feind nicht trutze noch fäll die böse Welt.

6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott; Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not.

Herr Gott, du Schöpfer allen Lebens. Dein Sohn wurde versucht – in der Hitze der Wüste, im Hunger von 40 Tagen, auf der Zinne den Tempels. Wir danken dir, dass er widerstand und die Versuchungen des Teufels überwand. Wir bitten dich: Bewahre deine Kirche vor der Versuchung, selbst wie Gott sein zu wollen, bewahre die Politiker vor Lust an der Macht, bewahre die Hungernden vor Erniedrigung, bewahre die Satten vor Gleichgültigkeit. Herr, in der kommenden Woche beginnt das Gedenken deines Leidens in der Passionszeit. Zeige uns den Sinn deines Leidens. Wie du im Verzicht auf Stärke die Ehre Gottes bezeugtest, so bitten wir dich heute besonders für die, deren Ehre verletzt wird: Die Armen und Entrechteten, die, deren Elend öffentlich breitgetreten wird, die, deren Ruf in den Dreck gezogen wird. Gib, dass wir die Leidenden nicht nur bedauern, sondern erkennen, wo wir mitschuldig sind an ihrem Leid. Lass uns nicht profitieren von den Schwächen anderer. In den letzten Tagen der Fastnacht oder wo wir sonst Anlass haben, zu feiern oder uns zu freuen, bewahre uns vor der Versuchung, leichtfertig Grenzen zu überschreiten, ohne an die Folgen zu denken. Schenke uns Freude, die wir mit klarem Kopf genießen können. Schenke uns die Einsicht, dass du uns stark machen kannst, gerade wenn wir schwach sind. Fülle unsere leeren Hände. Amen.

Alles, was uns in dieser Stunde bewegt, fassen wir zusammen in dem Gebet, das uns Jesus selbst gelehrt hat:

Vater unser
Lied EKG 53, 3+8 (EG 66):

3. Jesus ist kommen, der starke Erlöser, bricht dem gewappneten Starken ins Haus, sprenget des Feindes befestigte Schlösser, führt die Gefangenen siegend heraus. Fühlst du den Stärkeren, Satan, du Böser? Jesus ist kommen, der starke Erlöser.

8. Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben. Hochgelobt sei der erbarmende Gott, der uns den Ursprung des Segens gegeben; dieser verschlinget Fluch, Jammer und Tod. Selig, die ihm sich beständig ergeben! Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben.

Abkündigungen und Segen

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