Lutz und Gabi spielen die Geschichte der eifersüchtigen Brüder Kain und Abel

Kinderandacht mit Lutz, Gabi und Fischli in der Kita der Evangelischen Paulusgemeinde Gießen

Pfarrer: Hallo Kinder! Kennt ihr noch Gabi, das kleine Engelchen? * * * Und den Lutz, das kleine Teufelchen? * * * Und Fischli, den ganz ganz kleinen Pinguin? * * * Diese drei spielen euch heute eine Geschichte vor (nach Genesis 4, 1-16). Ich habe nämlich gehört, ihr feiert Fasching. Stimmt das? * * * Und das Thema ist: die Steinzeit? * * * Als was verkleidet ihr euch da? * * * Fred Feuerstein – Bambam – Wilma – Dinosaurier …?

Die Steinzeit war vor langer langer Zeit. Ich glaube, es war in der Steinzeit, da lebten einmal zwei Brüder. Die hießen Kain und Abel. Der Lutz und die Gabi, die spielen heute den Kain und den Abel.

Lutz: Ja, Kinder, ich spiele den Kain. Als ich noch klein war, da war es schön. Da war ich das einzige Kind in der Familie. Die Mama hat sich immer um mich gekümmert. Der Papa war ganz stolz auf mich.

Gabi: Und ich spiele den Abel. Ich bin der kleine Bruder von dem Kain. Als ich geboren wurde, war der Kain schon lange da.

Lutz: Ja, und das war überhaupt nicht schön. Die Mama musste immer den Kleinen füttern. Der Papa hat immer den Kleinen auf dem Arm getragen.

Gabi: Aber du warst doch schon der Große! Du konntest doch schon selber essen. Du konntest doch schon selber laufen.

Lutz: Ja. Ich war der Große. Aber sooo groß war ich auch noch nicht! Immer hat man mich allein gelassen. Manchmal wollte ich auch noch bei Mama kuscheln. Und Papa sollte nicht nur stolz auf meinen kleinen Bruder sein.

Pfarrer: Na, merkt ihr was? Der Kain ist eifersüchtig auf seinen kleinen Bruder. Er meint, die Mama hat den Abel mehr lieb. Er meint, der Papa ist jetzt nur noch stolz auf den Abel. Wisst ihr auch, wie das ist: eifersüchtig sein?

Jetzt geht die Geschichte von Kain und Abel weiter. Die beiden Brüder werden groß. Sie gehen in den Kindergarten. Sie gehen in die Schule. Sie lernen einen Beruf. Was für einen Beruf habt ihr denn gelernt?

Lutz: Ich bin der Kain. Ich bin Bauer. Ich arbeite auf dem Feld. Ich muss Korn säen und ernten. Ich muss Gemüse pflanzen und Unkraut rausreißen. Es gibt immer sehr viel Arbeit.

Gabi: Ich bin Abel. Ich bin Hirte. Ich habe viele Schafe auf der Weide. Die geben Milch, dafür kriege ich Geld von den Leuten. Ich verkaufe auch die Wolle. Manchmal schlachte ich ein Schaf, dann verkaufe ich das Fleisch.

Lutz: Der Abel verdient viel mehr als ich.

Gabi: Ach was, der Kain ist ja nie zufrieden.

Lutz: Der Abel sieht nur zu, wie die Schafe Milch geben und fett werden. Ich muss mir den Rücken krumm schuften auf dem Feld.

Gabi: Stimmt ja gar nicht. Ich muss auch arbeiten. Die Schafe vor wilden Tieren beschützen. Den Schafen die Wolle abscheren. Jeden Tag melken.

Pfarrer: Merkt ihr was? Kain und Abel sind groß und streiten noch immer! Kain meint, der Abel hat es besser. Abel versteht nicht, warum der Kain unzufrieden ist. Am Ende wird der Kain ganz böse und schaut nur noch nach unten und redet gar nicht mehr mit dem Abel.

Lutz: Mit dir rede ich nicht mehr! Du verstehst mich sowieso nicht!

Pfarrer: Da passiert auf einmal etwas Merkwürdiges. Gott spricht mit Kain. Die Stimme von Gott, die hört der Kain so innen drin. Unser Fischli hier, der spielt die Stimme von Gott.

Fischli: Hallo Kain, hier spricht Gott, hörst du mir zu?

Lutz: Wieso kann ich Gott hören? Kann Gott denn mit mir sprechen?

Fischli: Ist doch egal. Ich will dich nur was fragen. Warum bist du unzufrieden? Du könntest doch dankbar sein.

Lutz: Dankbar wofür? Alles kann Abel besser.

Fischli: Du hast genug zu essen. Du hast Felder und ein Haus.

Lutz: Aber alle mögen Abel lieber.

Fischli: Warum bist du so eifersüchtig? Willst du besser sein als er?

Lutz: Ich will dir nicht zuhören. Du magst mich ja auch nicht.

Fischli: Schau doch nicht immer nur nach unten!

Lutz: Ich will niemanden sehen. Keiner mag mich.

Fischli: Pass nur auf, dass du nicht mal was ganz Böses tust!

Lutz: Hau ab, Gott, dich gibt es sowieso nicht!

Pfarrer: Da kann die Stimme von Gott nichts mehr machen. Ein paar Tage später ist der Kain auf seinem Feld. Auf einmal muss er doch seine Augen ganz weit aufmachen. Er sieht etwas ganz Schönes und ruft sofort den Abel.

Lutz: Hallo Abel, kommst du mal mit auf mein Feld?

Gabi: Warum Kain? Was ist denn los?

Lutz: Komm nur mit, das musst du selber sehen!

Gabi: Da bin ich aber gespannt. Na, wo ist denn deine Überraschung?

Lutz: Ich habe doch Korn ausgesät. Das ist noch nicht lange her. Und siehst du: Da kommt schon das neue Grün!

Gabi: Wo denn? Ich seh nichts.

Lutz: Sieh doch, hier und hier. Wenn das so weiter wächst, kann ich zweimal im Jahr ernten!

Gabi: Das ist alles? Ich dachte, es wäre was Besonderes.

Lutz: Ich dachte, du würdest dich mit mir freuen.

Gabi: Also weißt du, ich habe genug Arbeit, und da rufst du mich wegen so blöden grünen Stengelchen.

Lutz: Du bist böse. Du magst mich überhaupt nicht!

Gabi: Nein, du bist böse! Immer bist du eifersüchtig! Immer musst du Streit anfangen!

Lutz: Du hast doch den Streit angefangen.

Kain schlägt Abel mit einer Keule tot

Kain und Abel (Foto: pixabay.com)

Gabi: Nein, du!

Lutz: Nein, du!

Gabi: Du!

Lutz: Du!

Gabi: Jetzt hör endlich auf, so böse zu sein!

Lutz: Hör du doch auf!

Gabi: Nein, du!

Lutz: Na gut, wenn ich sowieso böse bin, dann haue ich dich eben!

Gabi: Mach doch, du traust dich ja nicht!

Lutz: Ich trau mich doch!

Gabi: Feigling, Feigling!

Lutz: Feigling? Ich zeig dir, wer ein Feigling ist!

Gabi: Au, au, du tust mir weh!

Lutz: Ich will dir wehtun! Ich bin kein Feigling! Ich hau dich ganz fest!

Gabi: Au, au, au!

Pfarrer: Der Kain hat Wut und schlägt ganz fest zu. Auf einmal liegt der Abel einfach so da. Er sagt nicht mal mehr „Au“. Er blutet ganz doll. Er bewegt sich überhaupt nicht mehr. Der Kain erschreckt sich und läuft einfach weg. Er läuft und läuft. Und auf einmal hört er wieder diese kleine Stimme. Diese Stimme von Gott.

Fischli: Kain, Kain, hörst du mir zu?

Lutz: Warum soll ich dir zuhören?

Fischli: Ich will wissen: Wo ist dein Bruder Abel?

Lutz: Abel? Woher soll ich das wissen? Ich muss doch nicht auf ihn aufpassen. Er ist doch nicht mein Schaf und ich bin nicht sein Hirte.

Fischli: Aber du bist sein Bruder. Weißt du, was du gemacht hast?

Lutz: Was habe ich gemacht?

Fischli: Du hast ihn totgeschlagen. Abel ist tot.

Lutz: Woher weißt du das?

Fischli: Du weißt doch, ich bin die Stimme von Gott. Gott hört alles. Gott hört auch Abel schreien. Jetzt ist er im Himmel. Aber er wäre noch gern auf der Erde geblieben, bei den Schafen.

Lutz: Das wollte ich nicht. Ich hab ihn doch liebgehabt.

Fischli: Ich weiß.

Lutz: Aber was soll ich jetzt machen? Ich muss weg hier. Sonst schlagen mich die anderen Menschen auch tot!

Fischli: Ja, du kannst nicht hier bleiben. Du wirst deinen Bruder nie vergessen. Aber niemand soll dich totschlagen. Du sollst lieb sein und den Menschen helfen.

Pfarrer: Das war die Geschichte von Kain und Abel. Eine traurige Geschichte. Lutz und Gabi haben die Geschichte nur gespielt. Nicht wahr, Gabi?

Gabi: Ja, in Wirklichkeit bin ich nicht tot. Das war nur in der Geschichte.

Lutz: Und in Wirklichkeit habe ich dich nicht tot gemacht. Wir sind doch schließlich Freunde!

Fischli: Genau! Und wenn ihr Streit habt, vertragt ihr euch auch wieder.

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