Der schöne Stern in uns: Gottes Wort der Liebe

Der Stern, der über dem Stall von Bethlehem geleuchtet hat, kann auch in unseren Herzen leuchten. Wie geht das? Indem Gott sein Wort in uns anzündet, sein Wort der Liebe. Wo ich weiß: Gott hat mich lieb, da kann ich ein liebe-voller Mensch werden, wie ein Kind, das seinen lieben Eltern vertraut und sein Glück mit anderen Menschen teilen mag.

Stall mit Krippe von Bethlehem mit großem leuchtendem Stern darüber

Der Stern von Bethlehem kann auch in unser Herz leuchten (Bild: pixabay.com)

Gottesdienst am Freitag, 11. Januar 2013, um 10.30 Uhr im Ensemble-Pflegeheim Gießen

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Zum ersten Mal im Neuen Jahr 2013 feiern wir zusammen Gottesdienst hier im Ensemble-Pflegeheim. Ich bin Pfarrer Helmut Schütz aus der Paulusgemeinde und grüße Sie alle herzlich.

Am vorigen Sonntag hatten wir einen Festtag, an dem wir uns noch einmal an die Weihnachtsgeschichte erinnert haben: Weise Männer aus dem Morgenland kommen zur Krippe im Stall von Bethlehem und bringen dem Jesuskind Geschenke. Und weil es drei kostbare Geschenke waren, hat man später gesagt: Das waren drei Männer, drei Könige, die Heiligen Drei Könige. Sie kommen, um etwas zu tun, was Könige eigentlich eher nicht tun: sie wollen sich niederwerfen vor einem anderen König, vor dem Jesuskind, das auf ganz andere Art ein König sein soll, wenn es erwachsen ist.

Darum geht es in diesem Gottesdienst, und alles fing damit an, dass königliche, sternkundige, mit Weisheit gesegnete Menschen einen Stern am Himmel sahen, der sie zu dem wahren König des Himmels und der Erde führen sollte.

Davon singen wir das Lied 52:
Wisst ihr noch, wie es geschehen?
Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.

So steht es geschrieben im Buch Jesaja 60:

1 Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!

2 Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

3 Und die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.

6 Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des HERRN Lob verkündigen.

So sieht ein Prophet im Alten Testament, wie Könige sich aufmachen werden, um das Licht Gottes zu besuchen.

Und im Neuen Testament erzählt der Evangelist Matthäus 2 von der Reise dieser Könige:

1 Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen:

2 Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.

3 Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem,

4 und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte.

5 Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten :

6 »Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist keineswegs die kleinste unter den Städten in Juda; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.«

7 Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre,

8 und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr’s findet, so sagt mir’s wieder, dass auch ich komme und es anbete.

9 Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war.

10 Als sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut

11 und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.

12 Und Gott befahl ihnen im Traum, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren; und sie zogen auf einem andern Weg wieder in ihr Land.

Gott im Himmel, von Anfang an war dein Sohn Jesus bedroht von mächtigen Menschen wie dem König Herodes. Aber andere mächtige und wirklich weise Könige beugten ihre Kniee vor der Macht Gottes, die sich im Jesuskind offenbart. Wir danken dir für die Bewahrung des Kindes vor den Nachstellungen des Herodes und für die Demut der Könige, die im Jesuskind die Macht des Gottes anbeten, der die Liebe ist. Amen.

Nun komme ich zur Predigt, und ich singe mit Ihnen vorher kein Lied, weil ich eins mit Ihnen in der Predigt singen und den Text für Sie auslegen will.

Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde,

das Lied 71 handelt von dem König Jesus Christus. Hören wir die erste Strophe:

O König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn,
dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron;
hilf, dass allhier auf Erden den Menschen weit und breit
dein Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit.

Warum wird Jesus als König angeredet? Weil er zunächst einmal Davids Sohn ist. Über seine leibliche Mutter Maria und seinen Adoptivvater Josef ist er ein Nachkomme des großen Königs David. Das Volk Israel hatte Jahrhunderte lang darauf gewartet, dass ein Davidssohn auf dem Thron in Jerusalem sitzen würde. Der sollte dem Land Freiheit und der Welt Frieden bringen.

Unser Lied sagt aber mehr. Jesus bringt ein Reich, das ewig währt. Sein Thron, von dem aus er die Welt regiert, steht im Himmel, nicht im Palast des grausamen Königs Herodes. Darum ist Jesus auch ein König „aller Ehren“, er ist nicht nur König für ein Volk oder für eine begrenzte Zeit, sondern für immer. Und sein Reich ist nicht von dieser Welt, es ist anders als menschliche Königreiche, denn wo Jesus regiert, wo er die Herzen der Menschen beeinflusst, da gewinnen sie Gottvertrauen und ihre Seelen können selig werden, also Erfüllung und ewiges Glück finden.

In der zweiten Strophe geht es dann um die weisen königlichen Männer aus dem Morgenland:

Von deinem Reich auch zeugen die Leut aus Morgenland;
die Knie sie vor dir beugen, weil du ihn‘ bist bekannt.
Der neu Stern auf dich weiset, dazu das göttlich Wort.
Drum man zu Recht dich preiset, dass du bist unser Hort.

Die Heiligen Drei Könige werden hier einfach „die Leute aus dem Morgenland“ genannt. Sie sind Zeugen für das Reich Gottes, das anders ist als die Reiche, über die sie selber herrschen. Warum kennen sie dich eigentlich? Erstens weil sie Sterndeuter sind und Zeichen des Himmels gedeutet haben. Im Land der Juden muss ein bedeutender Königssohn geboren sein, der den Lauf der Welt ändern wird! Das haben sie erkannt. Genau haben sie aber erst durch die Worte der Propheten aus der Bibel erfahren, wo dieser König geboren wird: nicht im Palast in der Hauptstadt, sondern in der Kleinstadt Bethlehem. Dieser König soll nämlich die Hoffnungen gerade der kleinen Leute erfüllen. Er soll ihr Hort sein, ihr Zufluchtort, wo sie Schutz finden, und ihr kostbarer Schatz, durch den ihr Leben reich wird.

Weiter erläutert die dritte Strophe, was für eine Art König Jesus sein wird:

Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeld’t,
doch achtest du gar wenig vergänglich Gut und Geld,
prangst nicht auf stolzem Rosse, trägst keine güldne Kron,
sitzt nicht im steinern Schlosse; hier hast du Spott und Hohn.

Jesus ist ein großer König, aber anders als andere Könige. Er besitzt keine Reichtümer, wohnt nicht in einem Schloss, reitet nicht stolz auf einem Pferd, trägt keine Königskrone aus Gold. Auf einem Esel reitet er in Jerusalem ein, da jubelt man ihm immerhin noch zu, aber wenige Tage später verspottet und verhöhnt man ihn als armes Opfer, das am Kreuz hängt und sich nicht selber helfen kann.

Ein großer König ist Jesus trotzdem oder gerade deswegen. Im Lied heißt es:

Doch bist du schön gezieret, dein Glanz erstreckt sich weit,
dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtigkeit.
Du wollst die Frommen schützen durch dein Macht und Gewalt,
dass sie im Frieden sitzen, die Bösen stürzen bald.

Jesus braucht kein Gold, um geschmückt zu sein. Er hat einen Glanz, der von ihm in alle Welt ausstrahlt, weil er gütig und gerecht ist. Diese Güte und Gerechtigkeit ist letzten Endes mächtiger und setzt sich gewaltiger durch als äußerlich angewendete brutale Gewalt. Wo Menschen im Vertrauen auf die Güte Gottes leben und sich für Gerechtigkeit einsetzen, da dürfen sie auf Frieden hoffen oder sich wie wir in unserem Land freuen, im Frieden zu sitzen, während böse Machthaber wie zum Beispiel König Herodes schon bald gestürzt sein werden.

Nun folgen zwei Strophen, mit denen wir für uns selber beten können. Zuerst die Strophe 5:

Du wollst dich mein erbarmen, in dein Reich nimm mich auf,
dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf.
Mein‘ Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod,
dass sie mich nicht versehren; rett mich aus aller Not.

Wenn wir Gott darum bitten, dass er jemanden in sein Reich aufnehmen möge, dann tun wir das meist für Verstorbene. Mit unserem Lied können wir schon für uns hier auf der Erde darum bitten, dass wir in Gottes Reich aufgenommen werden. Jesus hat schließlich gesagt (Lukas 17, 21):

Das Reich Gottes ist mitten unter euch.

Es ist schon hier, es bricht an, wo wir uns von der Liebe Gottes anrühren lassen. Wir sind arm an Güte, aber wir bekommen Güte von Gott geschenkt. Er segnet die Wege, auf denen wir laufen, und auch die Wege, die wir nicht mehr allein gehen können.

Ein wichtiges Gebet ist auch die Bitte um die Bewahrung vor gefährlichen Feinden, die uns ernsthaft schaden, ja versehren können, wie einen Menschen, der schwere Verwundungen im Krieg davongetragen hat. Teufel, Sünde und Tod sind die Feinde, um die es hier geht; und der König Jesus ist mächtiger als diese Feinde. Wer Jesus vertraut, muss sich von keinem Teufel einreden lassen, er sei verloren oder müsse ihm seine Seele verkaufen. Denn Jesus vergibt uns unsere Sünde und schenkt uns ewiges, von Liebe erfülltes Leben.

Wir kommen zur letzten Strophe:

Du wollst in mir entzünden dein Wort, den schönen Stern,
dass falsche Lehr und Sünden sein meinem Herzen fern.
Hilf, dass ich dich erkenne und mit der Christenheit
dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit.

Der Stern, der damals über den Weisen aus dem Morgenland erschienen ist und dann über dem Stall von Bethlehem geleuchtet hat, der kann und soll auch in unseren Herzen leuchten. Wie geht das? Indem Gott selber sein Wort in uns anzündet, sein Wort der Liebe. Wo ich weiß: Gott hat mich lieb, da muss ich nicht getrennt von ihm in Sünde leben oder falschen Lehren folgen, als gäbe es keine Liebe auf dieser Erde, sondern ich kann im Einklang mit ihm leben und auch selber ein liebe-voller Mensch werden, wie ein Kind, das seinen lieben Eltern vertraut und sein Glück mit anderen Menschen teilen mag.

Auch wir können heute Jesus unseren König nennen, wir können ihn mit unseren Liedern loben und preisen, hier auf Erden gemeinsam mit allen Christen, und dereinst in der Ewigkeit gemeinsam mit allen Engelchören. Genau das tun wir ja schon die ganze Zeit, indem wir unser Lied 71 singen, jetzt auch noch die letzte Strophe 6.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.

Vater im Himmel, dein Sohn Jesus Christus ist eins mit dir, und so regiert er uns als König aller Ehren. Zünde das Licht des Sterns von Bethlehem in uns an, lass Liebe und Vertrauen in unseren Herzen wachsen, gib uns Kraft und Mut, um unseren Alltag zu bestehen und einander zu helfen.

Lass das Licht deiner Gerechtigkeit und deines Friedens auch hineinleuchten in die weite Welt, so dass es endlich ein Ende hat mit so viel Gewalt und so vielen Kriegen an vielen Orten. Hilf uns, dass wir Frieden halten und Frieden schaffen, soweit es an uns liegt. Und wenn wir einmal sterben müssen, dann steh uns bei, dass wir im Frieden hinübergehen in deine Welt und aufgenommen werden in deinem ewigen Frieden.

In der Stille bringen wir vor dich, Gott, was wir persönlich auf dem Herzen haben:

Gebetsstille und Vater unser

Zum Schluss singen wir noch ein Weihnachtslied, das zum Dreikönigsfest gut passt, das Lied 45:

1. Herbei, o ihr Gläub’gen, fröhlich triumphieret, o kommet, o kommet nach Bethlehem! Sehet das Kindlein, uns zum Heil geboren! O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten den König!

2. Du König der Ehren, Herrscher der Heerscharen, verschmähst nicht zu ruhn in Marien Schoß, Gott, wahrer Gott von Ewigkeit geboren. O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten den König!

3. Kommt, singet dem Herren, singt, ihr Engelchöre! Frohlocket, frohlocket, ihr Seligen: »Ehre sei Gott im Himmel und auf Erden!« O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten den König!

4. Ja, dir, der du heute Mensch für uns geboren, Herr Jesu, sei Ehre und Preis und Ruhm, dir, fleischgewordnes Wort des ewgen Vaters! O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten den König!

Empfangt Gottes Segen:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. Amen.

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