„Du bist meines Lebens Leben“

Jesus zu haben, bedeutet: Ich bin in seinem Besitz. In Jesus zu sein, das meint: Ich bin ein Teil seiner Gemeinde. Aber wer nicht in diesem Sinne „in Jesus“ ist, kann trotzdem Liebe von Gott in sich haben. Auch unsere christlichen Gedanken über Gott sind kleiner als Gott selbst. Menschen anderer Religion stehen auf ihre Weise in Beziehung zu Gott.

Ein weißes Kreuz vor einem bewölkten blauen Himmel, aus den Wolken bricht die Sonne hervor, danben steht ein grüner Baum als Symbol für das Leben

Im Vertrauen auf Jesus ist das wahre Leben verborgen (Bild: pixabay.com)

#predigtAbendmahlsgottesdienst am 2. Sonntag nach Weihnachten, 3.1.2016, 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Ich begrüße alle herzlich zum ersten Abendmahlsgottesdienst im Neuen Jahr mit dem Wort zur kommenden Woche aus dem Evangelium nach Johannes 1, 14:

Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Noch steht der Weihnachtsbaum in der Kirche, noch stehen wir unter dem Eindruck von Weihnachten, und so singen wir aus dem Weihnachtslied 36 die Strophen 1, 3, 10 und 12:

1. Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren!

3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns gibt, was er liebt über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren.

10. Süßes Heil, lass dich umfangen, lass mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben.

12. Ich will dich mit Fleiß bewahren; ich will dir leben hier, dir will ich hinfahren; mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

„Du bist meines Lebens Leben“, so haben wir Jesus im Lied eben angesungen.

Darum haben wir Weihnachten gefeiert, weil Jesus als Sohn Gottes geboren worden ist, weil wir auf ihn vertrauen dürfen im Leben und ihm Sterben!

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

„Ich will dir leben hier“, das haben wir auch gesungen. Für dich leben, dir nachfolgen, für die Menschen da sein, in denen du uns begegnest, die unsere Hilfe brauchen. „Ich will dir leben hier“, weil du meines Lebens Leben bist, weil du für uns lebst, für uns dein Leben hingegeben hast. Mach uns offen für dich, für deine Hilfe, deine Vergebung, deine Liebe. Mach uns bereit, für dich zu leben. Wir rufen zu dir:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

„Ich will dir leben hier“, denn „du bist meines Lebens Leben“. Wie so ein Leben in den Fußstapfen Jesu aussehen kann, lernen wir in den Psalmen des Volkes Israel, die auch Jesus gebetet hat. Wir beten Psalm 25:

1 VON DAVID. Nach dir, HERR, verlanget mich.

2 Mein Gott, ich hoffe auf dich; lass mich nicht zuschanden werden, dass meine Feinde nicht frohlocken über mich.

3 Denn keiner wird zuschanden, der auf dich harret; aber zuschanden werden die leichtfertigen Verächter.

4 HERR, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Steige!

5 Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich! Denn du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich auf dich.

6 Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind.

7 Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, HERR, um deiner Güte willen!

8 Der HERR ist gut und gerecht; darum weist er Sündern den Weg.

9 Er leitet die Elenden recht und lehrt die Elenden seinen Weg.

10 Die Wege des HERRN sind lauter Güte und Treue für alle, die seinen Bund und seine Zeugnisse halten.

11 Um deines Namens willen, HERR, vergib mir meine Schuld, die so groß ist!

12 Wer ist der Mann, der den HERRN fürchtet? Er wird ihm den Weg weisen, den er wählen soll.

13 Er wird im Guten wohnen, und sein Geschlecht wird das Land besitzen.

14 Der HERR ist denen Freund, die ihn fürchten; und seinen Bund lässt er sie wissen.

15 Meine Augen sehen stets auf den HERRN; denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.

16 Wende dich zu mir und sei mir gnädig; denn ich bin einsam und elend.

17 Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Nöten!

18 Sieh an meinen Jammer und mein Elend und vergib mir alle meine Sünden!

19 Sieh, wie meiner Feinde so viel sind und zu Unrecht mich hassen.

20 Bewahre meine Seele und errette mich; lass mich nicht zuschanden werden, denn ich traue auf dich!

21 Unschuld und Redlichkeit mögen mich behüten; denn ich harre auf dich.

22 Gott, erlöse Israel aus aller seiner Not!

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Gott, Vater Jesu Christi und unser himmlischer Vater, noch ganz am Anfang eines neuen Jahres versammeln wir uns um dein Wort und bereiten uns auf die Herausforderungen vor, die auf uns warten. Lass uns dein Wort verstehen und deinen Willen beherzigen und in die Tat umsetzen. Darum bitten wir dich im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören Worte Jesu aus dem Evangelium nach Johannes über das ewige Leben:
Johannes 6:

40 Das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage.

47 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige Leben.

48 Ich bin das Brot des Lebens.

50 Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon isst, nicht sterbe.

51 Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit.

Johannes 10:

27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir;

28 und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen.

Johannes 12:

49 Ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, der hat mir ein Gebot gegeben, was ich tun und reden soll.

50 Und ich weiß: sein Gebot ist das ewige Leben.

Johannes 17:

1 So redete Jesus, und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, …

2 du hast [dem Sohn] Macht gegeben über alle Menschen, damit er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast.

3 Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.

Herr, dein Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht auf unserem Wege. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Glaubensbekenntnis

Wir singen das Lied 552 von Jesus, der unser Leben ist:

Einer ist unser Leben
Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde,

was heißt das denn nun ganz konkret, was wir vorhin gesungen haben: „Du bist meines Lebens Leben?“ Wie kann Jesus das Leben meines Lebens sein? Auf welche Weise macht er mein Leben ewig? Wir hören dazu den Predigttext für den heutigen Sonntag aus 1. Johannes 5, 11-13:

11 Und das ist das Zeugnis, dass uns Gott das ewige Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn.

12 Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.

13 Das habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes.

Auf den ersten Blick machen diese Worte auch nicht klarer, wie das ist mit Jesus und dem ewigen Leben. Oder ist die Sache am Ende gar nicht so schwierig? Ist ewiges Leben nicht einfach das Leben nach dem Tod? Wer an Jesus glaubt, der kommt in den Himmel, wer nicht, der nicht?

Wenn es ganz so einfach wäre, frage ich mich, warum spricht die Bibel in so vielen besonderen Worten vom ewigen Leben und malt aber mit eben diesen Worten das Leben nach dem Tod so wenig in leuchtenden Farben aus?

Und warum ist ein besonderes Zeugnis dafür nötig, dass Gott uns in seinem Sohn das ewige Leben gegeben hat? „Zeugnis“, dieses Wort kennen Schüler sehr gut. Sie kriegen wieder ein Zeugnis in wenigen Wochen nach dem ersten Schulhalbjahr, manche zittern davor, andere erhoffen gute Noten. Aber von was für einem Zeugnis spricht der Briefschreiber Johannes? Sicher nicht von einem Schulzeugnis. Meint er eine Zeugenaussage wie vor Gericht? Eine Art Beweis dafür, dass wir ewiges Leben nach dem Tod bekommen, wenn wir an Jesus glauben?

Vielleicht verstehen wir in diesem Fall den griechischen Urtext besser als die deutsche Übersetzung: Da steht nämlich das Wort „martyria“, von dem wiederum das Wort „Märtyrer“ abgeleitet ist. Märtyrer waren ganz wörtlich genommen „Zeugen“, sie bezeugten die Botschaft von Jesus Christus gegenüber Kaisern und römischen Richtern, obwohl sie dafür getötet wurden. „Blutzeugen“ nannte man sie deshalb auch. Und das Zeugnis, um das es hier geht, ist also etwas, wofür Märtyrer, Blutzeugen, bereitwillig ihr Leben ließen.

Beeindruckend dabei war, dass ihre Zeugenaussage eben nicht auf sozusagen wissenschaftlichen Beweisen beruhte, sondern auf einem starken Glauben. Ihr Vertrauen auf Jesus war so stark, dass sie überzeugt waren: Jesus ist ihr Leben, weil er Gottes Sohn ist und indem sie sich zu ihm bekennen. Man mag sie töten können, aber sie bleiben in Ewigkeit lebendig, weil sie im Glauben an Jesus eben ewiges Leben haben.

Aber das ist immer noch nicht alles. Vor allem für uns, die wir zur Zeit Gott sei Dank nicht von blutiger Christenverfolgung bedroht sind, stellt sich ja die Frage, ob das ewige Leben wirklich nur mit dem Leben nach dem Tod zu tun hat.

Wenn wir die Bibel aufmerksam lesen, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Die Menschen der Bibel sind viel mehr am Leben hier auf der Erde interessiert, als weltflüchtige Christen häufig gedacht haben. Der Theologe Helmut Gollwitzer hat einmal gesagt: Gerade weil wir uns um das Jenseits keine Sorgen machen müssen, haben wir die Freiheit, uns um so mehr um die Herausforderungen im Diesseits zu kümmern.

In diesem Zusammenhang finde ich es interessant, wo das Wort „martyria“ in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments, in der Septuaginta, vorkommt. Dort ist „martyria“ sehr oft das Wort für die Urkunde, die in die Bundeslade des Volkes Israel gelegt wurde, also für die Steintafeln, auf denen die Zehn Gebote eingraviert waren. Schade, dass Martin Luther dieses Wort dort im Alten Testament nicht genau so übersetzt wie hier, nämlich mit „Zeugnis“, sondern mit „Gesetz“. Denn es mag doch von Bedeutung sein, dass oft in der Bibel dasselbe Wort für beides gebraucht wird.

Was in der Bundeslade lag, was Luther Gesetz nannte, das waren nicht einfach festgefügte Paragraphen, die manchmal das Leben eher hindern als fördern. Es hatte mit einem Zeugnis von den wunderbaren Taten eines menschenfreundlichen Gottes zu tun, die in den fünf Büchern Mose, der jüdischen Tora, ausführlich bezeugt werden. Wie wir Christen auf Jesus vertrauen, so vertrauen Juden auf die Tora – so nannten sie nämlich meistens das, was wir Gesetz nennen. Tora ist aus dem Hebräischen wörtlich übersetzt Wegweisung Gottes, als mehr als das, was wir mit Gesetz meinen. Gesetz klingt immer nach Forderung, oft nach Überforderung. Wegweisung dagegen ist eine von Liebe getragene Anleitung zum Leben, auf Wegen und mit Schritten, die man wirklich, einen nach dem andern, gehen kann. Insofern haben schon die alten Israeliten die Gebote Gottes als „das Leben“ verstanden. 176 Verse im Psalm 119 variieren in immer wieder neuer Weise die Liebe zur Tora, zur Wegweisung Gottes, zum Beispiel Psalm 119, 116:

Erhalte mich durch dein Wort, dass ich lebe.

Wenn Johannes nun sagt (1. Johannes 5):

11 Und das ist das Zeugnis, dass uns Gott das ewige Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn

– dann mag darin auch mitschwingen, dass das Leben, das den Juden mit der Tora gegeben ist, uns Nichtjuden mit Jesus gegeben wird.

Wie eng der Glaube an Jesus mit den Geboten Gottes zusammenhängt, ist im selben Kapitel des Johannesbrief zu lesen wie unser Predigttext, einige Verse zuvor (1. Johannes 5, 1-3):

1 Wer glaubt, dass Jesus der Christus ist, der ist von Gott geboren; und wer den liebt, der ihn geboren hat, der liebt auch den, der von ihm geboren ist.

2 Daran erkennen wir, dass wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten.

3 Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.

Vermittelt durch Jesus kommen wir in Kontakt zur guten Wegweisung Gottes; ohne Jesus wären die Juden mit ihrem Gott einfach nur ein fremdes Volk, das uns nichts weiter anginge; aber durch Jesus ist der jüdische Gott auch unser Gott geworden.

Aber das bedeutet nicht, dass wir die 613 Einzelgebote der jüdischen Tora wortwörtlich erfüllen müssten. Wir müssen nicht alle zu Juden werden, da Jesus das auf die Spitze treibt, was auch viele der jüdischen Rabbiner getan haben, nämlich dass das Leben nach der Tora nicht im Buchstaben des Gesetzes begründet liegt, sondern in dem Geist der Liebe und des Friedens, mit dem Gott uns innerlich und in unserer Gemeinschaft verwandeln will. „Liebe Gott und deinen Nächsten“, dieses Doppelgebot der Liebe stand schon im 3. und 5. Buch Mose; es fasst die ganze Tora zusammen. Indem wir im Vertrauen auf Jesus Gottes Vergebung annehmen, lassen wir uns von seiner Liebe verwandeln, so dass wir diese Liebe erwidern und barmherzig mit uns und anderen Menschen umgehen.

Aber wie genau ist dann der Satz in 1. Johannes 5, 12 gemeint?

12 Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.

Kann man Jesus „haben“ wie einen Besitz, wenn man über einen Taufschein verfügt?

Kommt man umgekehrt in die Hölle, wenn man einen anderen Glauben hat oder wenn jemand vom christlichen Bodenpersonal so sehr abgeschreckt wurde, dass er der Kirche den Rücken gekehrt hat?

Ich kann diesen Satz nur so verstehen: Jesus zu haben, bedeutet, dass ich in seinem Besitz bin, dass ich von seiner Liebe erfüllt bin, dass ich in ihm bin, dass ich zu seinem Leib gehöre, zum Leib seiner Gemeinde, wie wir es im Abendmahl erleben und bezeugen. In Jesus sein, das meint, ein Teil der Gemeinde Jesu sein, so einfach ist das. Aber wer nicht in diesem Sinne „in Jesus“ ist, kann, so denke ich, trotzdem Liebe von Gott in sich haben. Wir Christen sollten bescheiden genug sein, um zu wissen, dass unsere christlichen Gedanken über Gott kleiner sind als Gott selbst und dass die Menschen anderer Religion auf ihre Weise in einer Beziehung zu Gott stehen, so dass auch sie nicht verloren sind. Den entscheidenden Maßstab, ob man den Sohn Gottes hat, nennt Jesus im Gleichnis vom Weltgericht: „Wer meinen geringsten Geschwistern Barmherzigkeit erwiesen hat, der hat mir geholfen“, sagt Jesus.

Ein letzter Gedankengang in dieser Predigt dreht sich um den dritten Vers unseres Predigttextes (1. Johannes 5, 13):

Das habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes.

Was ist mit diesem Namen gemeint? Nicht einfach nur, dass der Sohn Gottes Jesus heißt. Sondern dass dieser Jesus das ganze Wesen eines ganz bestimmten Gottes verkörpert, der sich in der Bibel mit einem ganz bestimmten Namen offenbart. Dieser Name ist kein göttlicher Eigenname, mit dem man ihn beschwören oder auf bestimmte Merkmale festlegen könnte, das nicht. Dieser Name ist immer wieder verschieden offenbart worden, zuerst der ägyptischen Sklavin Hagar, als sie vor der harten Behandlung ihrer Herrin Sara, der Frau Abrahams, in die Wüste davonlief und von Gottes Engel gerettet wurde (1. Buch Mose – Genesis 16, 13):

Sie nannte den Namen des HERRN, der mit ihr redete: Du bist ein Gott, der mich sieht.

Abraham nannte Gott den „Ewigen“ (1. Buch Mose – Genesis 21, 33), und Mose erfuhr von Gott, er sei der Gott seiner Väter, „der Allmächtige“ (2. Buch Mose – Exodus 6, 3), „der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs“ (2. Buch Mose – Exodus 3, 15). Der Name, den Gott dem Mose am brennenden Dornbusch außerdem nannte (2. Buch Mose – Exodus 3, 14), wird mit „Ich bin, der ich bin“ umschrieben; er bedeutet aber weniger ein Sein als ein Geschehen: Gott erfahren wir immer wieder neu, indem er für uns da ist, indem er mit uns neue Schritte geht, indem er uns hilft, auf seinen Wegen der Liebe und des Friedens zu gehen. In diesem Sinne lasst uns an den Namen des Sohnes Gottes glauben, denn im Vertrauen auf Jesus will uns der Gott Israels nahe sein und uns begleiten auch im Neuen Jahr 2016. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.
Lied 139:

1. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein’ Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der alle Augenblick viel Guts an mir getan

2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut.

3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft.

4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles lobet, was in allen Lüften schwebet; gelobet sei der Herr, des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der werte Geist,

5. dem wir das Heilig jetzt mit Freuden lassen klingen und mit der Engelschar das Heilig, Heilig singen, den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit: Gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit!

Im Abendmahl sind wir eingeladen, uns ganz auf Jesus Christus einzulassen: auf das Wort Gottes, das in ihm Fleisch und Blut annimmt. Im Brot schenkt er uns seine leibhaftige Liebe. Im Kelch besiegelt er seine Treue zu uns mit seinem Blut.

Gott, lass uns erkennen, wo wir gefangen sind in Verzweiflung, in Gewohnheiten, in Sünde. Nimm von uns, was uns am Leben hindert. Vergib uns unsere Schuld. In der Stille bringen wir vor dich, was uns belastet:

Beichtstille

Wollt Ihr Gottes Treue und Vergebung annehmen, so sagt laut oder leise oder auch still im Herzen: Ja!

Auf euer aufrichtiges Bekenntnis spreche ich euch die Vergebung eurer Sünden zu – im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Der Herr sei mit euch. „Und mit deinem Geiste.“

Erhebet eure Herzen! „Wir erheben sie zum Herren.“

Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserem Gott. „Das ist würdig und recht.“

Würdig und recht ist es, Gott ernstzunehmen als den Vater im Himmel, der zu uns spricht durch Propheten und Apostel und am deutlichsten in seinem Sohn Jesus Christus. Würdig und recht ist es, Gott ernstzunehmen als den Sohn, der uns in seine Nachfolge ruft und unser Weg zum Leben ist. Würdig und recht ist es, Gott ernstzunehmen im Heiligen Geist, der uns erfüllt mit Glauben, mit Liebe, mit Hoffnung. Zu dir rufen wir und preisen dich, Heiliger Gott:

Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosianna in der Höhe.

Vater unser und Abendmahlsworte

Gott hat uns eingeladen. Wir essen das Brot, wir trinken den Saft der Weintrauben, wir schmecken Gottes Freundlichkeit. Es ist eine Einladung, keine Verpflichtung, nur wer möchte, kommt nach vorn in den Abendmahlskreis. Die anderen bleiben auf ihrem Platz sitzen und gehören auch mit zur Gemeinschaft Jesu Christi dazu. Kommt, denn es ist alles bereit. Schmeckt und seht, wie freundlich Gott ist! Amen.

Jesus ist das Brot des Lebens. Nehmt und gebt weiter, was euch satt macht an Leib und Seele.

Herumreichen des Korbs

Jesus schenkt uns den Kelch und feiert mit uns ein Fest der Versöhnung. Empfangt den Kelch der Vergebung, des neuen Anfangs, der Liebe Gottes.

Austeilen der Kelche

Jesus schließt uns zusammen zum Leib seiner Gemeinde, in dem wir das Leben haben. Geht hin im Frieden. Amen.

Fürbitten

Wir singen zum Schluss das Lied 66, ein weiteres Lied von Jesus, unserem Leben:

1. Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude; A und O, Anfang und Ende steht da. Gottheit und Menschheit vereinen sich beide; Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah! Himmel und Erde, erzählet’s den Heiden: Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden.

4. Jesus ist kommen, der Fürste des Lebens, sein Tod verschlinget den ewigen Tod. Gibt uns, ach höret’s doch ja nicht vergebens, ewiges Leben, der freundliche Gott. Glaubt ihm, so macht er ein Ende des Bebens. Jesus ist kommen, der Fürste des Lebens.

8. Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben. Hochgelobt sei der erbarmende Gott, der uns den Ursprung des Segens gegeben; dieser verschlinget Fluch, Jammer und Tod. Selig, die ihm sich beständig ergeben! Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben.

Abkündigungen

Geht mit Gottes Segen:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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