Trickreiche Friedensmission eines Propheten

Nachdem ich diese Predigt schon einmal in der Paulusgemeinde gehalten hatte, konnte mir ein Konfirmand die ganze Geschichte erzählen – und sogar noch etwas mehr, denn bei ihm explodierte der Berg und die himmlischen Heerscharen kamen dem Propheten mit Wunderwaffen zu Hilfe. Warum er so gut zugehört hatte? Er hatte ohne einen Kumpel neben sich da gesessen und sich gelangweilt.

Ein Auge blickt auf die Weltkarte, auf der Syrien mit einem roten Punkt markiert ist

Zur Zeit des Propheten Elisa hieß Syrien noch Aram (Bild: pixabay.com)

#predigtGottesdienst am 2. Sonntag nach Trinitatis, den 17. Juni 2007, um 10.00 Uhr in der evangelischen Thomaskirche Gießen
Begrüßung
Lied 365, 1-3:

Von Gott will ich nicht lassen, denn er lässt nicht von mir, führt mich durch alle Straßen, da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine Hand, den Abend und den Morgen tut er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land.

Wenn sich der Menschen Hulde und Wohltat all verkehrt, so find’t sich Gott gar balde, sein Macht und Gnad bewährt. Er hilft aus aller Not, errett‘ von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenn’s auch wär der Tod.

Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit; es kann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben; er schaff’s, wie’s ihm gefällt!

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Viele Menschen quälen sich damit, dass sie nicht glauben können. Sie denken, es sei eine schwere Aufgabe zu glauben. Wie aber, wenn der Glaube ganz einfach wäre? Auf Gott vertrauen – so wie ein Kind auf seine Eltern vertraut. An Gott glauben – ohne jede Vorbedingung. Dann könnte unser Leben zu meistern sein.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Wie schwer das Leben manchmal zu meistern ist, spiegeln die biblischen Psalmen wider. Da hören wir oft Klagen, in die wir zu bestimmten Zeiten unseres Lebens durchaus einstimmen können (Psalm 116):

3 Stricke des Todes hatten mich umfangen, des Totenreichs Schrecken hatten mich getroffen; ich kam in Jammer und Not.

4 Aber ich rief an den Namen des HERRN: Ach, HERR, errette mich!

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Wer Gott seine Not klagt und um Hilfe bittet, wird ihm auch wirklich geholfen?

Der Psalmdichter ist überzeugt davon, wenn er zu sich selbst sagt:

7 Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der HERR tut dir Gutes.

8 Denn du hast meine Seele vom Tode errettet, mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten.

10 Ich glaube, auch wenn ich sage: Ich werde sehr geplagt.

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen.“

Gott, wie eine gute Mutter bist du für uns da. Wie ein guter Vater, auf den man sich verlassen kann. Hilf uns, dass wir uns auf dich einlassen, dass in uns das Vertrauen zu dir wächst. Amen.

Wir hören die Lesung aus dem Evangelium nach Markus 4, 35-40. Eines Abends, als Jesus tagsüber in einem Fischerboot am Galiläischen Meer gesessen und das Volk gelehrt hatte, sprach Jesus zu seinen Jüngern:

35 Lasst uns hinüberfahren.

36 Und sie ließen das Volk gehen und nahmen ihn mit, wie er im Boot war, und es waren noch andere Boote bei ihm.

37 Und es erhob sich ein großer Windwirbel, und die Wellen schlugen in das Boot, so dass das Boot schon voll wurde.

38 Und er war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen?

39 Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig und verstumme! Und der Wind legte sich, und es entstand eine große Stille.

40 Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?

Herr, dein Wort ist unseres Fusses Leuchte und ein Licht auf unserem Wege. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja.“

Glaubensbekenntnis

Wir singen aus dem Lied 351 die Strophen 1 + 2 + 12:

1) Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich; sooft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir tun der Feinde und Widersacher Rott?

2) Nun weiß und glaub ich feste, ich rühm’s auch ohne Scheu, dass Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei und dass in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh.

12) Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst und Fährlichkeit, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß: der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß.

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Liebe Gemeinde! Ich predige heute – abweichend vom vorgeschlagenen Predigttext – über meinen Lieblingspropheten Elisa. Elisa, mit „s“, das ist der Schüler des berühmteren Propheten Elia. Von Elisa werden eine ganze Reihe von Geschichten erzählt, die in vielen Zügen märchenhaft anmuten. Ich mag sie besonders gerne, denn sie drücken Wünsche aus – Wünsche unseres inneren Kindes, das Unmögliche möchte wahr werden.

Die heutige Geschichte steht in 2. Könige 6, 8-23.

Um was für scheinbar unmögliche Wünsche geht es da? Ein Mensch in Angst, in großer Gefahr, er möchte nicht in kopfloser Panik durchdrehen. Ein Mensch, der sich von allen Seiten bedrängt fühlt – er wünscht sich, seinen Glauben zu bewahren, der ihm schon fast verloren gegangen ist. Aber verträgt sich Vertrauen auf einen liebenden Gott mit unserer menschlichen Realität, in der Menschen Krieg führen, einander weh tun, sich anderen Menschen manchmal machtlos ausgeliefert fühlen?

Von solchen Realitäten und hoffnungslos erscheinenden Wünschen handelt unsere Prophetengeschichte. Ich lese sie Stück für Stück vor und lege sie dabei aus. So fängt die Geschichte an:

8 Und der König von Aram führte Krieg mit Israel und beriet sich mit seinen Obersten und sprach: Wir wollen da und da einen Hinterhalt legen.

9 Aber der Mann Gottes sandte zum König von Israel und ließ ihm sagen: Hüte dich, dass du nicht an diesem Ort vorüberziehst, denn die Aramäer lauern dort.

10 So sandte denn der König von Israel hin an den Ort, den ihm der Mann Gottes gesagt und vor dem er ihn gewarnt hatte, und war dort auf der Hut; und tat das nicht nur einmal oder zweimal.

Die Könige zweier Länder haben Streit miteinander: Der König von Israel und der König von Aram, dem heutigen Syrien. Es kann der Frömmste nicht im Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt, sagt man – hier ist es der König von Aram, der mit Israel Krieg führt, der Hinterhalte und Überfälle und Raubzüge plant. Wer würde sich an der Stelle des Königs von Israel nicht einen solchen Propheten wünschen wie Elisa – der weiß durch seine prophetische Begabung über die Absichten der Feinde Bescheid und kann seinen König jedesmal warnen.

Was haben wir mit einer solchen Geschichte zu tun? Auch in unserem Leben kommt es vor, dass Menschen es nicht gut mit uns meinen. Wir haben unsere wunden Punkte, und manche Menschen tun uns weh – ob mit oder ohne Absicht. Deshalb ist es gut, bis zu einem gewissen Grad auf der Hut zu sein – nicht sofort jedem Menschen blind zu vertrauen; sich Zeit zu lassen, wenn man Bekanntschaften macht und Freunde sucht. Man muss sich wirklich überlegen, wem man zeigt, an welchen Stellen man verletzbar ist.

In der Geschichte sagt der Prophet dem König von Israel, wo er auf der Hut sein muss. Wir sind wie der König, wenn wir tatkräftig unsere Entscheidungen planen und durchführen. Und es ist gut, wenn wir auch in uns selbst etwas haben wie den Propheten – wenn wir einfühlsam und vorausschauend sind, wenn wir mit mehr als nur fünf Sinnen wahrnehmen, was in uns und in der Beziehung zu anderen Menschen los ist.

Aber die Geschichte geht weiter:

11 Da wurde das Herz des Königs von Aram voller Unmut darüber, und er rief seine Obersten und sprach zu ihnen: Wollt ihr mir denn nicht sagen, wer von den Unsern es mit dem König von Israel hält?

12 Da sprach einer seiner Obersten: Nicht doch, mein Herr und König, sondern Elisa, der Prophet in Israel, sagt alles dem König von Israel, auch was du in der Kammer redest, wo dein Lager ist.

13 Er sprach: So geht hin und seht, wo er ist, damit ich hinsende und ihn holen lasse. Und sie sagten es ihm an und sprachen: Siehe, er ist in Dotan.

14 Da sandte er hin Rosse und Wagen und ein großes Heer. Und als sie bei Nacht hinkamen, umstellten sie die Stadt.

Der König von Aram merkt, dass er mit seinen Angriffen nicht landen kann und vermutet Verrat in seinen eigenen Reihen. Doch einer seiner Berater macht ihn auf den Propheten Elisa aufmerksam – der ist es, der alle feindlichen Pläne aufdeckt und zunichte macht. Prompt ändert der fremde König seine Strategie und will den Propheten selbst gefangennehmen.

Es ist, als ob wir uns in Konflikten mit unseren Mitmenschen normalerweise ganz gut zu wehren wissen – aber plötzlich trifft uns jemand an einer Stelle, die wir nicht vorhergesehen hatten, ganz tief innen drin. Jemand zielt auf die Stelle, an der wir nicht nur verletzbar sind, sondern wo wir selber an uns zweifeln, wo wir selber unserer selbst nicht sicher sind. Ich denke daran, dass ich als junger Mensch in Diskussionen oft meine Meinung nicht stark und sicher vertreten konnte, obwohl ich gute Argumente hatte. Innen drin war ich mir meines Standpunkts doch nicht ganz sicher, und mein Gegenüber merkte das meistens.

Wie verhält man sich nun, wenn man im Innersten seiner Seele angegriffen wird? Wie bleibt man sich selber treu? Schauen wir, wie es in der Geschichte weitergeht:

15 Und der Diener des Mannes Gottes stand früh auf und trat heraus, und siehe, da lag ein Heer um die Stadt mit Rossen und Wagen. Da sprach sein Diener zu ihm: O weh, mein Herr! Was sollen wir nun tun?

16 Er sprach: Fürchte dich nicht, denn derer sind mehr, die bei uns sind, als derer, die bei ihnen sind!

Der Diener Elisas tritt hier zum ersten Mal auf – er vertritt die ängstliche Seite in uns und zeigt eine ganz normale Reaktion auf die Belagerung der Stadt durch ein Heer mit Rossen und Wagen. Ähnlich wie die ängstlichen Jünger Jesu in der Sturmstillungsgeschichte den schlafenden Jesus wecken, spricht hier der Diener voller Angst seinen Herrn an: „O weh, mein Herr, was sollen wir nun tun?“

Er fragt nach dem, was zu tun ist, obwohl er weiß, dass man nichts tun kann. Elisa antwortet daher auch nicht auf seine Frage nach dem Tun, sondern er spricht ihm beruhigend zu: „Fürchte dich nicht!“ Auch wenn wir nichts tun können – Hilfe ist dennoch da! „Wir sind in der Überzahl. Wir sind nicht so schwach, wie es aussieht.“ Aber kann er das denn ernsthaft behaupten? Es ist doch Tatsache, dass kein Mensch da ist, um dem Propheten und seinem Diener beizustehen. Jedenfalls nicht der König von Israel mit seinem Heer – der ist in der Hauptstadt Samaria, nicht hier in Dotan. Aber Elisa ist sich seiner Sache völlig gewiss – und das hat einen bestimmten Grund:

17 Und Elisa betete und sprach: HERR, öffne ihm die Augen, dass er sehe! Da öffnete der HERR dem Diener die Augen, und er sah, und siehe, da war der Berg voll feuriger Rosse und Wagen um Elisa her.

Der Prophet sieht mehr als andere Menschen. Er lebt aus dem Vertrauen zu Gott, das sich in der Not bewährt. Nicht ein menschliches Heer sieht er um sich herum, sondern die Heerscharen Gottes. Nicht auf eigene Kraft vertraut Elisa, sondern auf den Beistand Gottes.

Und das Schöne ist: In dem Augenblick, in dem Elisa darum bittet, dass auch seinem Diener die Augen geöffnet werden, da kann auch der plötzlich mit seinem inneren Auge sehen. Er sieht sich mit Elisa auf einem Berg stehen mit einem schützenden Ring aus Feuerrossen und Wagen um sich her. Auch mit seiner Angst kann er Zuversicht gewinnen, wenn er auf Gott vertraut, muss er nicht verzagen.

Aber, liebe Gemeinde, was nützt dem Elisa und seinem Diener die Zuversicht auf Gott? Werden die himmlischen Heerscharen gegen die fremden Soldaten antreten und sie besiegen?

Als ich diese Predigt übrigens schon einmal in der Paulusgemeinde gehalten habe vor acht Jahren, da fragte ich die Konfis am Dienstag danach ausnahmsweise einmal, ob sie noch etwas von der Predigt wüssten. Einer konnte mir den ganzen Inhalt der Geschichte erzählen – und noch etwas mehr, denn bei ihm explodierte der ganze Berg und die himmlischen Heerscharen kamen dem Propheten mit Wunderwaffen zu Hilfe. Auf die Frage, warum er so gut zugehört hatte, sagte er, er hätte ohne einen Kumpel neben sich da gesessen und sich gelangweilt…

OK, ganz so war’s in der biblischen Geschichte nicht. Gottes Heerscharen bringen nicht ihre militärische Überzahl und auch keine überlegene Waffentechnik ins Spiel. Dem Elisa geht es nicht um militärische Strategie und Taktik, nicht um die Abwägung der Stärke von Mann und Pferd und Wagen. Aber in seiner Glaubensgewissheit behält er einen kühlen Kopf – und er hat eine Idee. So wie er für seinen Diener um offene Augen gebetet hatte, so betet er für seine Feinde um Blindheit:

18 Und als die Aramäer zu ihm herabkamen, betete Elisa und sprach: HERR, schlage dies Volk mit Blindheit! Und er schlug sie mit Blindheit nach dem Wort Elisas.

Die Art, wie das geschieht, wird ganz witzig geschildert, wie in einer Filmkomödie:

19 Und Elisa sprach zu ihnen: Dies ist nicht der Weg und nicht die Stadt. Folgt mir nach! Ich will euch führen zu dem Mann, den ihr sucht. Und er führte sie nach Samaria.

20 Und als sie nach Samaria kamen, sprach Elisa: HERR, öffne diesen die Augen, dass sie sehen! Und der HERR öffnete ihnen die Augen, und sie sahen, und siehe, da waren sie mitten in Samaria.

Ich stelle mir vor, dass die Soldaten Elisa nicht kennen. Sie fragen ihn: „Wo ist denn der Prophet?“ und er führt sie in die Irre. Elisa handelt nach dem Motto: „Frechheit siegt!“ Es steht nicht in Elisas eigener Macht, dass sie auf diesen Trick hereinfallen – aber mit Gottes Hilfe hat er Erfolg. Wer nur auf die eigene Stärke und Überzahl vertraut, zieht manchmal am Ende doch den Kürzeren. Und umgekehrt – wer in seiner Angst dennoch nicht aufhört zu denken, weil er geborgen ist in einer Macht, die größer ist als alle Angst, der findet manchmal, so wie hier, auf wunderbare Weise Rettung. Aber auch wenn es keine solche Rettung gibt – ein Wunder ist es doch, wenn jemand, egal wie es ausgeht, sein Gottvertrauen nicht verliert.

Ist das das Ende der Geschichte? Nein. Offen bleibt die Frage, wie das Volk Israel nun mit dem durch Elisa errungenen Sieg umgeht.

21 Und als der König von Israel sie sah, sprach er zu Elisa: Mein Vater, soll ich sie töten?

22 Er sprach: Du sollst sie nicht töten. Erschlägst du denn die, die du mit Schwert und Bogen gefangen hast? Setze ihnen Brot und Wasser vor, dass sie essen und trinken, und lass sie zu ihrem Herrn ziehen!

23 Da wurde ein großes Mahl bereitet. Und als sie gegessen und getrunken hatten, ließ er sie gehen, dass sie zu ihrem Herrn zogen. Seitdem kamen streifende Rotten der Aramäer nicht mehr ins Land Israel.

Ist das nicht ein phantastisches Ende? Statt einen Sieg mit Mord und Totschlag zu besiegeln, wird mit den Besiegten ein Fest gefeiert. Wirkliche Siege werden nicht dadurch erzielt, dass ein Gegner niedergemacht oder gedemütigt oder gar vernichtet wird. Ein viel größerer Sieg ist es, wenn man einen Feind als Freund gewinnt oder zumindest soviel Respekt erwirbt, dass es nicht mehr zu Feindseligkeiten kommt.

Auch mit sich selbst kann man im Krieg liegen und sich andauernd niedermachen. Dann ist es gut, wenn uns die Augen dafür geöffnet werden, dass wir in Gottes Händen viel geborgener sind, als wir dachten. Es ist gut, wenn jemand uns daran hindert, uns weiterhin niederzumachen. Und es ist gut, wenn wir uns nicht für unsere innere Zerrissenheit bestrafen, sondern uns mit uns selbst versöhnen. Manchmal brauchen wir jemanden wie den Propheten Elisa, der uns dabei hilft. Es muss aber nicht immer ein Prophet sein. Vielleicht reicht auch der Lebenspartner oder ein Seelsorger oder ein guter Freund. Oder das Gebet zu Gott. Amen.

Und der Friede Gottes, der viel grösser ist, als unser Denken und Fühlen erfassen kann, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.
Lied 612: Fürchte dich nicht, gefangen in deiner Angst, mit der du lebst

Gott, unser barmherziger Vater, wir denken oft, ohne Hilfe zu sein – doch du umgibst uns mit deinen himmlischen Heerscharen. Wir denken oft, zu schwach zu sein gegen eine Übermacht von starken Argumenten, von starken Muskeln, von unüberwindlicher Arroganz. Schenke uns mehr Vertrauen auf die Phantasie deiner Liebe, auf Ideen, die du uns schenkst, auf Möglichkeiten, die uns undenkbar erscheinen. Öffne uns die Augen, Gott, für deine Wirklichkeit! Mach uns bereit, mit deiner Liebe zu rechnen. Hilf uns zuversichtlich leben und unsere Probleme meistern! Und wenn wir Schwierigkeiten haben zu glauben – lass uns einfach so tun, als wärst du da, als hättest du uns lieb. Vielleicht werden wir Erstaunliches erleben. Amen.

Gemeinsam beten wir mit den Worten Jesu:

Vater unser

Wir singen aus Lied 369 die Strophen 1 und 5 bis 7:

1) Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut.

5) Denk nicht in deiner Drangsalshitze, dass du von Gott verlassen seist und dass ihm der im Schoße sitze, der sich mit stetem Glücke speist. Die Folgezeit verändert viel und setzet jeglichem sein Ziel.

6) Es sind ja Gott sehr leichte Sachen und ist dem Höchsten alles gleich: den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann.

7) Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

Geht mit Gottes Segen:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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