Scharfes Wort!

Gottes Wort ist eine Art Piercing für Seele und Geist.

Scharf ist kein Geschmack, sondern eine Art Schmerz im Mund, der unterschiedlich stark empfunden wird. Auch das Wort Gottes kann dem einen wie Feuer in der Seele brennen, wenn er sich verstoßen fühlt, während ein anderer gerade diese Schärfe des Gesetzes begrüßt, weil nur so Gerechtigkeit durchgesetzt werden kann.

Eine rote Peperoni wird von einer Rasierklinge in Scheiben geschnitten: Symbol für scharfes Wort

Wie scharf ist Gottes Wort? Wie eine Peperoni oder eine Rasierklinge? (Bild: pixabay.com)

#predigtAbendmahlsgottesdienst am Sonntag Sexagesimä, 7. Februar 2010, 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Ich begrüße Sie und euch alle herzlich zum Abendmahlsgottesdienst in der Pauluskirche mit dem Wort zur Woche aus dem Brief an die Hebräer 3, 15:

Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.

Gott ist zwar unsichtbar, aber seine Stimme können wir hören, wenn wir Worte aus der Bibel vorgelesen und in der Predigt ausgelegt bekommen. Heute lautet das Thema der Predigt: „Scharfes Wort!“ Denn im Hebräerbrief wird die Behauptung aufgestellt, dass das Wort Gottes zu den schärfsten Dingen der Welt gehört.

Lied 197:

1. Herr, öffne mir die Herzenstür, zieh mein Herz durch dein Wort zu dir, lass mich dein Wort bewahren rein, lass mich dein Kind und Erbe sein.

2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, dein Wort macht Leib und Seel gesund, dein Wort ist’s, das mein Herz erfreut, dein Wort gibt Trost und Seligkeit.

3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem Heilgen Geist in einem Thron; der Heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Der Psalm 119 hat als einziges Thema das Wort Gottes. Mit 176 Versen ist er der längste Psalm der Bibel. Wir lesen nur einen Teil davon vor; der gesamte Psalm ist länger als eine Predigt:

9 Wie wird ein junger Mann seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich hält an deine Worte.

11 Ich behalte dein Wort in meinem Herzen, damit ich nicht wider dich sündige.

25 Meine Seele liegt im Staube; …

28 … stärke mich nach deinem Wort.

43 Und nimm ja nicht von meinem Munde das Wort der Wahrheit; denn ich hoffe auf deine Ordnungen.

50 Das ist mein Trost in meinem Elend, dass dein Wort mich erquickt.

82 Meine Augen sehnen sich nach deinem Wort und sagen: Wann tröstest du mich?

105 Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.

114 Du bist mein Schutz und mein Schild; ich hoffe auf dein Wort.

116 Erhalte mich durch dein Wort, dass ich lebe, und lass mich nicht zuschanden werden in meiner Hoffnung.

117 Stärke mich, dass ich gerettet werde, so will ich stets Freude haben an deinen Geboten.

133 Lass meinen Gang in deinem Wort fest sein und lass kein Unrecht über mich herrschen.

142 Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, und dein Gesetz ist Wahrheit.

143 Angst und Not haben mich getroffen; ich habe aber Freude an deinen Geboten.

144 Deine Mahnungen sind gerecht in Ewigkeit; unterweise mich, so lebe ich.

162 Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute macht.

163 Lügen bin ich feind, und sie sind mir ein Greuel; aber dein Gesetz habe ich lieb.

165 Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben; sie werden nicht straucheln.

175 Lass meine Seele leben, dass sie dich lobe, und dein Recht mir helfen.

176 Ich bin wie ein verirrtes und verlorenes Schaf; suche mich, denn ich vergesse deine Gebote nicht.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Das Wort Gottes ist mehr als Gerede oder fromme Sprüche; es ist Wegweisung, will in Taten umgesetzt werden. Das Wort, das Gott spricht, ist kein einzelnes Wort, kein Satzteil. Viele gute Worte bilden zusammen das Wort Gottes. Es rüttelt auf, es tröstet, es weist zurecht, es macht Mut.

Gott, lass uns dein Wort hören und beherzigen. Lass uns dein Wort tun. Wir rufen zu dir:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Gottes Wort ist besonders wirksam. Gott sprach, und die Welt entstand. Gott gab Gebote, und das Volk Gottes konnte sich orientieren. Alles, was Gott den Menschen mitteilen wollte von seiner Liebe, nahm Fleisch und Blut an in einem Menschen, in Jesus Christus.

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist gross Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Großer Gott, lass dein Wort ruhig fremd auf uns wirken: vielleicht hören wir genauer hin und bemühen uns um besseres Verstehen. Barmherziger Gott, lass uns ruhig erschrecken vor der Schärfe deines Wortes: vielleicht schaffen wir es leichter, ausgetretene Bahnen zu verlassen und neu auf deinen Wegen zu gehen. Darum bitten wir dich im Vertrauen auf Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn. „Amen.“

Wir hören den Text zur Predigt aus dem Brief an die Hebräer 4, 12-13:

12 Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.

13 Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen.

Herr, dein Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht auf unserem Wege. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Glaubensbekenntnis
Lied 196, 1-2+5-6:

1. Herr, für dein Wort sei hoch gepreist; lass uns dabei verbleiben und gib uns deinen Heilgen Geist, dass wir dem Worte glauben, dasselb annehmen jederzeit mit Sanftmut, Ehre, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen.

2. Öffn uns die Ohren und das Herz, dass wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; dass wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Täter sein, Frucht hundertfältig bringen.

5. Dein Wort, o Herr, lass allweg sein die Leuchte unsern Füßen; erhalt es bei uns klar und rein; hilf, dass wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, dass wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen.

6. Gott Vater, lass zu deiner Ehr dein Wort sich weit ausbreiten. Hilf, Jesu, dass uns deine Lehr erleuchten mög und leiten. O Heilger Geist, dein göttlich Wort lass in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung.

Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde, ich wurde von Konfirmanden gefragt, was dieser Spruch eigentlich bedeutet, den ich immer vor der Predigt sage. Was heißt das: Gott soll uns ein Herz für sein Wort geben? Mit diesem Spruch beten ich darum, dass wir gut zuhören, nicht nur mit den Ohren, da rein, da wieder raus, sondern mit dem Herzen: Dass wir verstehen, was wir hören, und dass wir es „beherzigen“, also entsprechend handeln. Mit dem Herzen sind wir bei einer Sache, die uns wirklich wichtig ist; darum bete ich vor jeder Predigt um ein offenes Herz für Gottes Wort.

Heute haben wir einen Text zur Predigt gehört, in dem es ausdrücklich um das Wort Gottes geht. Es wird auf dreifache Weise beschrieben:

Erstens: es ist lebendig. Es besteht nicht aus toten leeren frommen Sprüchen, sondern es weckt neue Lebensgeister und überwindet die Todesmächte, die unsere Welt beherrschen. Es ist so lebendig wie Jesus Christus, der von den Toten auferstanden ist und mit seinem Heiligen Geist unsichtbar in uns und bei uns ist.

Zweitens: es ist kräftig. Im Griechischen steht da wörtlich: es ist energisch. Gottes Wort hat Energie, um Menschen zu verändern, zuerst mich selbst, und durch mich springt vielleicht ein Funke auf andere über, und so geht das immer weiter.

Drittens: es ist schärfer. Das interessiert mich besonders: Was ist an dem Wort Gottes so scharf? Wenn ich im Internet das Wort „scharf“ eingebe, dann erscheinen ganz unterschiedliche Bilder und Stichworte, von der Welt der Gewürze bis zur Erotik, vom Fachhandel für Messer und andere Schneidwerkzeuge bis hin zur beißenden kritischen Auseinandersetzung in der Politik. Um welche Art von Schärfe geht es wohl in unserem Bibeltext? Da Worte durch unseren Mund gehen, könnten wir als erstes an die Schärfe von Gewürzen wie Pfeffer, Paprika, Chili oder Senf denken. Eigentlich gibt es nur vier Geschmacksrichtungen, süß, sauer, bitter, salzig. Scharf ist kein Geschmack, sondern eine Art Schmerz im Mund, den verschiedene Menschen unterschiedlich stark empfinden; der eine findet etwas sehr pikant, das dem anderen höllisch auf der Zunge brennt. Auch das Wort Gottes kann dem einen wie Feuer auf der Zunge oder in der Seele brennen und Höllenqualen verursachen, wenn er sich von Gott verurteilt und verstoßen fühlt, während ein anderer gerade diese Schärfe des Gesetzes begrüßt, weil nur so die Durchsetzung der Gerechtigkeit eine Chance hat.

Aber im Hebräerbrief geht es nicht ausdrücklich um die Schärfe von Gewürzen, sondern um die Schärfe von Schwertern und Skalpellen. Eine schneidende Schärfe ist gemeint: „Es ist schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein.“

In einem Roman der Scheibenwelt („Schweinsgalopp“ / „Hogfather“) beschreibt Terry Pratchett das Schwert des Todes. Es sieht so aus, als ob es nur aus einem Griff besteht und keine Klinge hat. Aber als der Griff geschwungen wird, zeigt sich eine schimmernde blaue Linie, die Kante der Klinge, die so dünn ist, dass man sie kaum sehen kann. „Was ist das?“, fragt einer. „Das Leuchten stammt von winzigen Teilen der Luft, die zerschnitten werden. Die Klinge ist scharf genug, um die Seele vom Körper zu trennen.“ Das ist die phantasievolle Schilderung eines Schriftstellers, aber der Hebräerbrief redet ähnlich phantastisch vom Wort Gottes, als ob das Wort Gottes ein Schwert wäre, das Seele und Geist voneinander trennt und das Knochenmark aus den Gelenken herausoperiert. Das klingt, als ob nachher nichts mehr an uns heile ist, wie nach einem Kettensägenmassaker, nur mit sauberer ausgeführten Schnitten. Will Gottes Wort uns total auseinandernehmen oder gar vernichtend bestrafen?

Ich ziehe es vor, noch einmal genauer den Urtext anzuschauen und entdecke, dass das Wort Gottes, dieses schärfste aller Schwerter, gar nicht Seele und Geist, Mark und Knochen voneinander trennt, sondern es dringt durch bis zur Unterscheidung von Seele und Geist, von Mark und Bein. Das griechische Wort, das hier für Trennung oder Unterscheidung benutzt wird, meint an anderen Stellen eine Abteilung von Menschen oder einen Anteil an einem Erbe. Seele und Geist, Mark und Bein werden also zwar in ihrer Unterschiedlichkeit gesehen, aber sie gehören zusammen und werden gerade nicht auseinandergeschnitten, ganz wie in dem bekannten Bild des Paulus vom Leib und seinen Gliedern.

Mir fiel die englische Übersetzung dieser Stelle ins Auge, da ist von einem Piercing die Rede: to pierce = durchbohren, durchdringen. Gottes Wort dringt durch bis in die Tiefen unseres Denkens und Fühlens. Es ist eine Art Piercing für Seele und Geist. Ich würde mir zwar nie ein echtes Piercing zulegen, aber Menschen, die es tun, fügen sich damit absichtlich einen Schmerz zu, um etwas davon zu haben: Sie finden es aufregend und erregend, so ein Piercing zu tragen, manche wollen auffallen, andere einen Liebespartner beeindrucken. Wenn Gottes Wort ein Piercing für unser innerstes Selbst ist, dann kann das auch weh tun, aber auf heilsame Art. Es hilft uns, das oft verworrene Durcheinander der heimlichen Motive unseres Handelns zu klären und klare Orientierung zu finden.

Es „ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens“, übersetzt Luther; wörtlich steht da: es ist unser schärfster Kritiker. Bei allem, was wir planen und wollen, lässt uns Gottes Wort fragen: „Was würde Jesus dazu sagen?“ Dieses Richten und Kritisieren ist konstruktiv, aufbauend, keineswegs vernichtend. Gottes Wort als Piercing in unserer Seele, unserem Geist, will uns schon stören in allzu bequem gewordenen, gewohnten Gedankengängen und schlechten Angewohnheiten. Es will aber keinesfalls unsere Menschenwürde zerstören, sondern diese vielmehr aufbauen.

Ähnliches meint der Ausdruck mit den Gelenken und dem Mark. Gottes Wort ist wie ein Schrei, der uns durch Mark und Bein geht: ein Schrei nach Hilfe, ja, Gott, braucht uns, um den geringsten der Geschwister Jesu beizustehen!

Vor zweieinhalb Jahren war unser Predigttext das Motto für den Evangelischen Kirchentag im Ruhrgebiet: „Lebendig, kräftig und schärfer!“ Damals wurde ein Lied zum Thema komponiert, das Sie auf dem Liedblatt vor sich haben. Dieses Lied bringt sehr gut zum Ausdruck, worin die Schärfe, die Würze, die aufbauende Kritik des Wortes Gottes besteht. Es ist ein Lied zum abwechselnd Singen: Sie und die Konfirmanden singen bitte im Refrain die drei Worte „Lebendig – und kräftig – und schärfer!“, immer mit Pausen dazwischen, und ich singe den Rest:

Lebendig – Du kannst lebendig sein
– und kräftig – Gott ist die Kraft allein
– und schärfer – Sein Wort ist schärfer als du denkst

Liebe Gemeinde, werfen wir nun noch einen kurzen Blick auf den zweiten Vers unseres Predigttextes. Da heißt es: „kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes“.

Im Urtext stehen sogar noch krassere Worte: In dem Wort, das Luther mit „aufgedeckt“ übersetzt, steckt das Wort „Hals“. Wir halten Gott sozusagen den bloßen Hals hin wie ein Opferschaf, das geschlachtet werden soll. Nur dass Gott uns nicht töten, sondern vor unserem Verderben retten will, indem er uns aufmerksam macht auf die dunklen Seiten in unserem Leben. Und das Wort „bloß“ heißt eigentlich „nackt“: Nackt stehen wir vor Gott; Gott braucht kein Röntgengerät und keinen Nacktscanner, um uns zu durchleuchten; er kennt uns durch und durch, wie es im Psalm 139 heißt:

1 HERR, du erforschest mich und kennest mich.

2 Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.

3 Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.

4 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht schon wüsstest.

Wir können uns also vor Gott nicht verstecken, auch wenn wir viele Jahre unseres Lebens denken: Ich sehe Gott nicht, also wird er mich auch nicht sehen. Irrtum! Das hatten schon Adam und Eva gedacht, als sie von der verbotenen Frucht gegessen hatten. Sie versuchten sich vor Gott zu verstecken, aber Gott fragte nach ihnen: „Wo bist du, Adam? Ich muss mit dir reden, Eva!“ Gott spürte sie auf und sie mussten sich vor ihm verantworten, ihm Rechenschaft geben über das, was sie getan hatten (1. Buch Mose – Genesis 3, 8-13).

Hier im Hebräerbrief steht wörtlich: Wir müssen Gott „das Wort“ geben. Wir schulden ihm genau das, was er uns zuerst gegeben hat. Der Text begann mit dem Wort, das Gott uns zuspricht und zumutet, mit dem Wort, das lebendig und kräftig und scharf ist. Der Text endet mit dem Wort, das wir Gott zurückgeben. Wir geben Gott sein Wort zurück, wenn wir gute Worte für andere Menschen übrig haben, statt über sie abzulästern. Wir verantworten uns vor Gott, wenn wir sein Wort in gute Taten umsetzen. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.
Lied 199: Gott hat das erste Wort. Es schuf aus Nichts die Welten

Im Abendmahl sind wir nun eingeladen, Gottes Liebe zu uns zu schmecken, in Brot und Kelch, und die Gemeinschaft mit ihm zu erleben, im Kreis derer, die auf ihn vertrauen.

Gott, schenke uns dein kritisches und kräftiges Wort, damit wir uns so sehen, wie wir sind, mit unseren Stärken und Schwächen, mit unserem Gottvertrauen und unserem Fehlverhalten. Hilf uns, dass wir hinter uns lassen, was unsere Seele gefangen hält.

In der Stille bringen wir vor dich, was unsere Seele belastet:

Beichtstille

Wollt Ihr Gottes Treue und Vergebung annehmen, so sagt laut oder leise oder auch still im Herzen: Ja!

Auf euer aufrichtiges Bekenntnis spreche ich euch die Vergebung eurer Sünden zu – im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Der Herr sei mit euch. „Und mit deinem Geiste.“

Erhebet eure Herzen! „Wir erheben sie zum Herren.“

Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserem Gott. „Das ist würdig und recht.“

Würdig und recht ist es, Gott ernst zu nehmen als den der groß ist in seiner Güte und Freundlichkeit zu uns Menschen. Würdig und recht ist es, uns selber anzunehmen als Menschen mit aufrechtem Gang, von Gott geliebt und verantwortlich für unser Leben. Zu dir rufen wir und preisen dich, Heiliger Gott:

Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosianna in der Höhe.

Wir beten mit Jesu Worten:

Vater unser und Abendmahl

Jesus nimmt uns, wie wir sind, und gibt uns, was wir brauchen. Nehmt und gebt weiter, was euch gegeben ist – den lebendigen Leib der Liebe Gottes.

Herumreichen des Korbs

Jesus lässt sich von uns Wunden schlagen. Jesus heilt unsere Wunden durch Vergebung. Nehmt hin den Kelch der versöhnenden Liebe Gottes.

Austeilen der Kelche

Jesus Christus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer auf mich vertraut, selbst wenn er stirbt, wird er leben. Und jeder, der lebt und auf mich vertraut, nein, der stirbt nicht – in Ewigkeit. Geht hin im Frieden! Amen.

Lasst uns beten! Jede Fürbitte beende ich mit den Worten „dein Wort“, und wir alle beten dann gemeinsam: „Wir bitten dich, erhöre uns!“

Arbeit spielt eine wichtige Rolle im Leben. Wir beten für die Angestellten im öffentlichen Dienst, die bei Warnstreiks mitmachen. Für alle, deren Leben durch die Streiks beeinträchtigt worden ist. Für alle, die in den Tarifverhandlungen nach Kompromissen suchen. Gott, schenke Orientierung durch dein Wort. „Wir bitten dich, erhöre uns!“

Menschen müssen das Leben finanzieren. Wir beten für Menschen und Regierung in Griechenland unter Haushaltsaufsicht. Für alle Länder, in denen öffentliche und private Haushalte in Schwierigkeiten stecken. Für alle Menschen in finanzieller Not. Gott, schenke Gerechtigkeit durch dein Wort. „Wir bitten dich, erhöre uns!“

Unglücke sind ein Teil unserer Welt. Wir beten für die Kinder in Haiti, die Opfer von Gewalt und Kinderhandel werden. Für die Opfer der Lawinenunglücke in Deutschland und Österreich. Für alle, die Menschen im Leid zur Seite stehen. Gott, schenke uns Barmherzigkeit durch dein Wort. „Wir bitten dich, erhöre uns!“

Viele in Deutschland feiern Karneval. Wir beten für alle, die die nächsten Tage voll Freude und Spaß erleben. Für die, die gern in andere Rollen schlüpfen. Für alle, die dem närrischen Treiben entfliehen. Gott, schenke uns Freude und Besonnenheit durch dein Wort. „Wir bitten dich, erhöre uns!“

Menschen begeistern andere Menschen. Wir beten für alle, die anderen helfen, dass sie neue Herausforderungen im Leben annehmen können. Für die, die jemand gefunden haben, dem sie bedingungslos vertrauen können. Gott, schenke uns Sinn im Leben durch dein Wort. „Wir bitten dich, erhöre uns!“

Lied 572: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht
Abkündigungen

Geht mit Gottes Segen:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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