Christus – der neue Adam

Durch uns – Adam und Eva – kommt der Tod in die Welt: nicht dass wir sterblich sind, sondern dass der Tod uns beherrscht, als ob er alles zunichtemacht, was in unserem Leben sinnvoll ist. Und so wie Adam für die ganze sündige Menschheit steht, so ist Christus der erste Mensch, der tatsächlich als Ebenbild Gottes auf dieser Erde lebt.

Adam und Eva vor dem Baum der Erkenntnis an einem Fachwerkhaus mit dem Schriftzug: "Wedderum gebracht de Salicheit"

„Wedderum gebracht de Salicheit“: Die Seligkeit, die Adam und Eva aufs Spiel setzen, bringt Jesus zurück

direkt-predigtAbendmahlsgottesdienst am Ostersonntag, 31. März 2002, um 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen
Jean Baptiste Loeillet de Gant: Sonate G-Dur – Largo

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

„Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“

So hört Johannes in der Offenbarung 1, 18 die Worte des auferstandenen Jesus Christus.

Unter dem Leitmotiv: „Christus – der neue Adam“ bedenken wir, wie Christus an Ostern die Sünde Adams und sein Todesschicksal überwunden hat. Das ist ein Grund, fröhliche Ostern zu feiern, und wir beginnen mit dem Lied 100:

1) Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit; denn unser Heil hat Gott bereit‘. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn.

2) Es ist erstanden Jesus Christ, der an dem Kreuz gestorben ist, dem sei Lob, Ehr zu aller Frist. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn.

3) Er hat zerstört der Höllen Pfort, die Seinen all herausgeführt und uns erlöst vom ewgen Tod. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn.

4) Es singt der ganze Erdenkreis dem Gottessohne Lob und Preis, der uns erkauft das Paradeis. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn.

5) Des freu sich alle Christenheit und lobe die Dreifaltigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wir beten mit Worten aus dem Psalm 118, im Gesangbuch Nr. 747. Ich lese gemeinsam mit den Männern die nach rechts eingerückten Verse und bitte die Frauen, die linksbündigen Verse zu lesen:

Dies ist der Tag, den der Herr macht.

1 Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

14 Der HERR ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Heil.

15 Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des HERRN behält den Sieg!

16 Die Rechte des HERRN ist erhöht; die Rechte des HERRN behält den Sieg!

17 Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen.

18 Der HERR züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis.

19 Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich durch sie einziehe und dem HERRN danke.

20 Das ist das Tor des HERRN; die Gerechten werden dort einziehen.

21 Ich danke dir, dass du mich erhört hast und hast mir geholfen.

22 Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.

23 Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen.

24 Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

25 O HERR, hilf! O HERR, lass wohlgelingen!

26 Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN! Wir segnen euch, die ihr vom Hause des HERRN seid.

27 Der HERR ist Gott, der uns erleuchtet. Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!

28 Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen.

29 Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Gott ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Erkennbar ist das schon in der Schöpfungsgeschichte: „…und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde“, zum Bild seiner Liebe.

Aber was tun wir Menschen, wir alle, die wir Adam und Eva sind? Angst treibt uns weg von Gott, weg von seiner Liebe. „Sollte Gott gesagt haben“: Ihr dürft nicht dies, ihr dürft nicht das, ihr dürft überhaupt nichts! Angst treibt uns hinein in die Sünde, nackte Angst, Todesangst, Lebensangst, die Angst davor, nackt dazustehen. Angstgeborene Sünde lässt das Paradies der Erde zum steinigen Acker werden: „Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du zurückkehrst zum Ackerboden; von ihm bist du ja genommen. Denn Staub bist du, zum Staub musst du zurück.“ Der Mensch, der das Böse wählt, darf nicht ewig leben und verliert das Paradies.

Doch Gott ist und bleibt freundlich und seine Güte währet ewiglich. Es ist nicht sein letztes Wort, dass er den Menschen ausweist aus dem Paradies, dass er den Weg zum Baum des Lebens scharf bewachen lässt und dass er spricht: „Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, dass er nur nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich!“

Gott, wissend um Gut und Böse, ausgeliefert an unsere Angst, verstrickt in die Sünde, wählen wir immer wieder das Böse statt das Gute. Wir rufen zu dir:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Drei Frauen kamen zum Grab Jesu. Es war Sonntagmorgen, sehr früh, als die Sonne aufging. Sie fragten sich: „Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?“ Und erst als sie sahen, dass der Stein weggewälzt war, wurde ihnen bewusst, wie groß der Stein war – der Stein vor der Grabeshöhle und der Stein, der auf ihrer Seele lag.

Da gingen sie hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich.

Er aber sprach zu ihnen: „Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier.“

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Gott, das ist leicht gesagt von dem Engel: „Entsetzt euch nicht!“ – wenn die Botschaft von der Auferstehung unser Weltbild durcheinanderbringt.

Gott, das ist schwer getan, an die Auferstehung zu glauben, denn dann ist nichts so wie es scheint. Nichts in dieser Welt bleibt altvertraut böse, nicht einmal der, den wir nicht leiden können, und nicht einmal wir selbst. Hoffnung gibt es selbst dort, wo wir uns schon eingerichtet hatten mit der Ausweglosigkeit.

Schenke uns den Osterglauben an Christus, den neuen Adam, damit auch aus uns ein neuer Adam und eine neue Eva werden kann. Darum bitten wir dich, Gott, im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören die Lesung aus einem Brief des Apostels Paulus, 1. Korinther 15, 1-11:

1 Ich erinnere euch aber, liebe Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht,

2 durch das ihr auch selig werdet, wenn ihr’s festhaltet in der Gestalt, in der ich es euch verkündigt habe; es sei denn, dass ihr umsonst gläubig geworden wärt.

3 Denn als erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift;

4 und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift;

5 und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen.

6 Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben, einige aber sind entschlafen.

7 Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln.

8 Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden.

9 Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, dass ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe.

10 Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.

11 Es sei nun ich oder jene: so predigen wir, und so habt ihr geglaubt.

Herr, dein Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht auf unserem Wege. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Jean Baptiste Loeillet de Gant: Sonate G-Dur – Gavotte
Glaubensbekenntnis

Wir singen das Lied 551:

Seht, der Stein ist weggerückt, nicht mehr, wo er war

Liebe Gemeinde!

40 Prozent der Deutschen wissen nicht mehr, was an Ostern eigentlich gefeiert wird. Das hat man in irgendeiner Umfrage herausgefunden.

Und wenn man weiß: An Ostern ist Christus auferstanden, wissen viele trotzdem nichts damit anzufangen. So bleibt Ostern ein Frühlingsfest mit Ostereier-bringenden Osterhasen.

Auferstehung ist schwer zu begreifen. Niemand hat die Auferstehung selbst beobachten können. Wir haben nur Berichte, wie der Auferstandene seinen Jüngerinnen und Jüngern erschienen ist, und zuletzt auch dem Paulus. Visionen – Erscheinungen vor dem inneren Auge glaubender Menschen – mehr haben wir nicht. Es gibt keine Fakten mit wissenschaftlicher Beweiskraft.

Auferstehung ist einfach nicht etwas, was man als neutraler Beobachter bestätigen oder widerlegen könnte. Entweder ich begegne auf meine ganz persönliche Art dem Auferstandenen – wie auch Maria Magdalena oder Thomas oder Petrus oder Paulus ganz verschieden zu ihrem Auferstehungsglauben kamen -, dann bin ich mit hineingenommen in das Geschehen der Auferstehung und mein Leben verwandelt sich von Grund auf. Oder ich kann mit der Auferstehung schlicht nichts anfangen.

In 1. Korinther 15 versucht Paulus in den Versen 19-22 alle Menschen mit hineinzunehmen in das, was da passiert ist am Ostermorgen. Alle Menschen? Wir werden sehen, ob das klappt!

Herr Cramer liest Vers für Vers den Paulustext; ich lege die Verse aus:

19 Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.

Paulus setzt ein mit dem Gedanken: Wenn Christen nur an Jesus glauben, wie er 33 Jahre auf dieser Erde gelebt und davon maximal 3 Jahre als Gottes Wanderprediger gewirkt hat, bis er elend am Kreuz umgekommen ist, dann sind wir nicht zu retten. Was Religionskritiker den Christen vorgeworfen haben – dass der Glaube an ein Leben nach dem Tode ein frommer Wunsch sei – das bestätigt Paulus hier durchaus. Er hält nichts davon, nur an die Lehre Jesu zu glauben und ihn in seinen Taten als Vorbild zu nehmen, wenn am Ende doch das große Scheitern steht – das Kreuz als Schlussstrich unter einen misslungenen Versuch, das Judentum zu reformieren. Paulus sieht das Kreuz anders. Das Kreuz Jesu durchkreuzt nicht sein unbedingtes Vertrauen auf den barmherzigen Vater im Himmel, sondern im Gegenteil.

20 Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.

Das Gottvertrauen Jesu war also nicht vergeblich. Und Christen wünschen sich nicht nur die Auferstehung der Toten, sondern sie ist im Falle Jesu tatsächlich geschehen. Damit trifft er aber nicht nur eine Aussage über Jesus, sondern auch über andere Menschen, denn Jesus ist der Erste der Entschlafenen, der auferweckt wird; daraus folgt logisch, es wird auch weitere geben.

Jesus als Erster Auferstandener – auf den ersten Blick widerspricht Paulus damit dem, was Jesus selbst gelehrt hatte. Jesus hatte gegenüber der Priesterpartei seines Volkes seinen Glauben an die Auferstehung verteidigt, mit dem Argument, dass der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs kein Gott der Toten, sondern der Lebenden sei. Den armen Lazarus hatte er ganz selbstverständlich nach seinem Tode geborgen in Abrahams Schoß gesehen.

Also war Jesus nicht der erste Auferstandene im Sinne einer zeitlichen Reihenfolge. Wir kennen das Wort „Erster“ aber auch in anderen Zusammenhängen. „Erster“ sind wir, wenn wir einen Wettlauf gewinnen. Als „Erster unter Gleichen“ wird einer bezeichnet, der in einem gleichberechtigten Kollegium den meisten Einfluss hat. Und als „erste Ursache“ bezeichnen Philosophen den Schöpfergott, der die Welt ins Leben ruft.

So meint Paulus das Wort „Erster“. Wie Gott der Vater als Schöpfer die erste Ursache der Welt ist, so ist Jesus die erste Ursache jeder Auferstehung. Er erläutert das, indem er an die Geschichte von Adam erinnert:

21 Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten.

Gott hatte die Welt gut geschaffen und in ihr den Menschen, Adam und Eva, als sein Ebenbild, zur Liebe bestimmt. Aber wie kommt durch Adam der Tod in die Welt? Müssen nicht alle Lebewesen sowieso sterben? Doch – und genau das ist das Problem für uns Menschen. Denn wir Menschen wissen im Gegensatz zu den Tieren, dass wir sterben müssen, auch wenn wir uns nicht in unmittelbarer Lebensgefahr befinden. Und dieses Wissen macht uns Angst, Todesangst, Angst davor, irgendwann einmal nicht mehr zu sein und in den Abgrund des Nichts zu versinken. Der Rachen der Schlange, die Eva verführt, ist ein Symbol für diesen alles verschlingenden Abgrund. Von dieser Todesangst geht die Einflüsterung der Schlange aus (frei nach 1. Buch Mose – Genesis 3, 1-5): „Hat Gott wirklich gesagt, ihr dürft nicht essen, ihr dürft nicht leben? Esst von der Frucht und ihr werdet ewig leben! Ihr werdet sein wie Gott!“ Aus Angst vor dem Tod verlieren Adam und Eva ihr unbedingtes Urvertrauen auf den, dessen Ebenbild sie sind. Und Adam und Eva sind wir alle – wir sind es, die immer wieder Angst haben, ausschließlich auf Gott zu vertrauen und als liebende Menschen zu leben. Wir sind verletzbar und erliegen immer wieder der Versuchung, unser Leben gegeneinander zu behaupten.

So kommt durch Adam der Tod in die Welt. Gemeint ist nicht eine einzige Person, die irgendwann als erster Mensch gelebt hat, gemeint sind wir alle: Adam und Eva stehen für alle Menschen, die jemals als Sünder auf dieser Erde gelebt haben und leben werden. Durch uns kommt der Tod in die Welt: nicht dass wir sterblich sind, sondern dass der Tod uns beherrscht, als ob er das Letzte wäre, als ob er alles zunichtemacht, was in unserem Leben sinnvoll ist.

Und so wie Adam für die ganze sündige Menschheit steht, so ist Christus der erste Mensch, der tatsächlich als Ebenbild Gottes auf dieser Erde lebt. Er lebt in vollkommenem Urvertrauen auf seinen himmlischen Vater, er überwindet seine Todesangst und den eigenen menschlich verständlichen Willen, sein Leben nicht hergeben zu müssen, und gerade so verliert der Tod seine Macht. Denn der Vater im Himmel enttäuscht das Vertrauen Jesu nicht. Er steht zu ihm. Er sagt zu ihm Ja. Er weckt ihn auf zu neuem ewigem Leben.

So kommt durch Christus die Auferstehung der Toten in die Welt.

22 Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden.

Wir müssen nicht mehr in Adam sein, wir können auch in Christus sein. Wir müssen uns nicht mehr mit Adam dem Abgrund des Todes ausgeliefert fühlen, sondern wir können mit Christus auf den barmherzigen Gott vertrauen, der uns auch im Tod nicht verloren gehen lässt.

Auferstehung ist also keine wunderbare Wiederbelebung eines toten Körpers auf dieser Erde. Auferstehung verwandelt unser Leben auf andere Weise. Christus eröffnet die Möglichkeit, anders auf dieser Erde zu leben als der alte Adam. Nicht in verkrampfter Angst um unser Leben, sondern im Gottvertrauen. Nicht in gewaltsam-egoistischer Selbstbehauptung, sondern in dankbarer Liebe, die teilen kann. Nicht als Mensch, der sich vor Gott schämt und versteckt wie Adam, sondern als neuer Mensch in Christus, der zuversichtlich lebt mit aufrechtem Gang und sich nur vor Gott verantworten muss. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.

Wir singen aus dem Lied 113 die Verse 5, 7 und 8:

5) Es war getötet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So jemand Christi Worten glaubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet.

7) Das ist die reiche Osterbeut, der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe.

8) O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel tun wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg durch Jesus Christ gegeben!

Im Abendmahl stärkt Christus unseren Glauben an seine Auferstehung: Er lebt im Himmel und ist hier in unserer Mitte – denn Gottes Himmel ist uns nahe. Er lebt und lässt uns leben, indem er hingibt, was sein Fleisch und Blut auf Erden war, indem wir seine Liebe schmecken dürfen – in Brot und Kelch.

Gott, nimm von uns die Art des alten Adam und der alten Eva: falschen Stolz und Mangel an Liebe, die Suche nach falschen Lebenszielen und die Sucht nach Selbstbehauptung. In der Stille bringen wir vor dich, was unsere Seele belastet:

Beichtstille

Wollt Ihr euch dem lebendigen Christus anvertrauen und dem, der ihn auferweckt hat? Wollt ihr neue Menschen werden durch Gottes Vergebung und die Hoffnung auf die Auferstehung der Toten? Dann sagt laut oder leise oder auch still im Herzen: Ja!

Im Namen Christi sage ich euch: Gottes Treue ist größer als unser Unglaube. Er überlässt uns nicht der Schuld und nicht dem Tod. Auf euer aufrichtiges Bekenntnis spreche ich euch die Vergebung eurer Sünden zu – im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Der Herr sei mit euch. „Und mit deinem Geiste.“

Die Herzen in die Höhe! „Wir erheben sie zum Herren.“

Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserem Gott. „Das ist würdig und recht.“

Würdig und recht ist es, dich, Gott, als Schöpfer ernstzunehmen, der du uns – Adam und Eva – zu deinem Ebenbild erschufst. Würdig und recht ist es, uns selber zu erkennen als Menschen, die zu Sündern wurden und werden. Würdig und recht ist es, dich, Gott, dafür zu preisen, dass du in Jesus der neue Mensch wurdest, in dem wir uns als dein Ebenbild wiederfinden können.Zu dir rufen wir und preisen dich, Heiliger Gott:

Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosianna in der Höhe.

Vater unser und Abendmahl

Wir singen das Lied 99:

Christ ist erstanden von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit dass er erstanden ist, so lobn wir den Vater Jesu Christ‘. Kyrieleis.

Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.

Gott, danke für die Osterfreude, für das Geschenk der Auferweckung deines Sohnes! Danke, dass du unseren alten Adam und unsere alte Eva überwindest und uns neue Wege eröffnest! Danke, dass wir mit dir getrost und zuversichtlich leben dürfen, hier auf Erden und dort in der Ewigkeit!

Bitte, Gott, überwinde unsere Zweifel und unsere Verzweiflung. Bitte schenk uns Vertrauen zu dir, zu uns selbst, zum Leben. Bitte schenk uns Menschen, die unser Vertrauen nicht enttäuschen. Bitte schenk uns genug Liebe und lass Liebe in uns wachsen. Bitte lass uns hoffen, wo alles hoffnungslos erscheint. Bitte bring doch endlich die Menschen in Palästina zur Vernunft, dass sie der Spirale der Vergeltung und dem Blutvergießen ein Ende setzen können. Bitte mach uns zu Menschen, die Mut genug haben, um Frieden zu schaffen. Amen.

Abkündigungen

Und nun geht mit Gottes Segen in das Osterfest:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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