Bekehrt – eingespannt wie eine Gitarrensaite!

Was dem Saulus passiert ist, nennt man eine Bekehrung – er macht eine Kehre um 180 Grad, aber nicht aus eigenem Entschluss, sondern weil Gott selbst ihn umkehrt. Nicht immer geschieht eine Bekehrung in einem einzigen Moment. Die Geschichte von der Gitarrensaite zeigt, wie Gott uns in seine Pläne einspannt. Er sagt: „Wenn ihr wüsstet, was in euch steckt!“

Paulus ist bekehrt - er lässt sich von Jesus einspannen wie ein Gitarrenspieler eine Gitarrensaite in sein Instrument einspannt: Das B ild zeigt die Saiten einer einfachen Gitarre

Sich bekehren lassen – wie eine eingespannte Gitarrensaite (Bild: analogicus – pixabay.com)

#predigtGottesdienst am 12. Sonntag nach Trinitatis, 17. August 1986, in Beienheim und Heuchelheim

Ich begrüße alle herzlich im Gottesdienst am 12. Sonntag nach Trinitatis! Wir singen zu Beginn den Lobpsalm:

Lied EKG 188 (EG 289), 1+4:

1. Nun lob, mein Seel, den Herren, was in mir ist, den Namen sein. Sein Wohltat tut er mehren, vergiss es nicht, o Herze mein. Hat dir dein Sünd vergeben und heilt dein Schwachheit groß, errett‘ dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit reichem Trost beschüttet, verjüngt, dem Adler gleich; der Herr schafft Recht, behütet, die leidn in seinem Reich.

4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit bei seiner lieben G‘meine, die steht in seiner Furcht bereit, die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel, waltet seins Lobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heiligs Wort! Mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. „Amen.“

Wenn einer Vergebung erfährt, wenn Vorwürfe nicht mehr verletzen, dann kann er sich freuen, Mensch zu sein. Er muss sich nicht mehr verstecken, Schwächen verheimlicht er nicht. Solange ich Angst hatte, quälte ich mich Tag und Nacht. Als ich es wagte, aus mir heräuszugehen, wurde ich frei. Hört auf, euch einzuschüchtern. Habt – um Gottes willen – Vertrauen, und sprecht es aus, wenn Angst alles lähmt. Dann wird Güte sich ausbreiten.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Wenn wir auf der Suche sind nach dem Licht, das unseren Weg erhellt, nach dem Vertrauen, das unsere Angst und Ungewissheit aufhören lässt – dann sind wir bei dir, Gott, an der richtigen Adresse. Unser Suchen hat dann ein Ziel. Lass uns dir begegnen, Vater im Himmel, Sohn Gottes, Heiliger Geist! Lass uns dich finden – im Nächsten, der uns braucht, im Wort der Vergebung, das uns frei macht, im Gebet, auf das du hörst. Gib uns Ohren, die zuhören können, gerade heute, wenn du durch die Bibel zu uns sprichst – durch Jesus Christus, unseren Herrn. „Amen.“

Wir hören die Geschichte von Saulus, dem Christenverfolger, der durch ein unerklärliches Ereignis zu Paulus, dem Christusnachfolger wurde. Sie steht in der Apostelgeschichte 9, 1-20, und ich werde nachher auch darüber predigen:

1 Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden gegen die Jünger des Herrn und ging zum Hohenpriester

2 und bat ihn um Briefe nach Damaskus an die Synagogen, damit er Anhänger des neuen Weges, Männer und Frauen, wenn er sie dort fände, gefesselt nach Jerusalem führe.

3 Als er aber auf dem Wege war und in die Nähe von Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel;

4 und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich?

5 Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst.

6 Steh auf und geh in die Stadt; da wird man dir sagen, was du tun sollst.

7 Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen sprachlos da; denn sie hörten zwar die Stimme, aber sahen niemanden.

8 Saulus aber richtete sich auf von der Erde; und als er seine Augen aufschlug, sah er nichts. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führten ihn nach Damaskus;

9 und er konnte drei Tage nicht sehen und aß nicht und trank nicht.

10 Es war aber ein Jünger in Damaskus mit Namen Hananias; dem erschien der Herr und sprach: Hananias! Und er sprach: Hier bin ich, Herr.

11 Der Herr sprach zu ihm: Steh auf und geh in die Straße, die die Gerade heißt, und frage in dem Haus des Judas nach einem Mann mit Namen Saulus von Tarsus. Denn siehe, er betet

12 und hat in einer Erscheinung einen Mann gesehen mit Namen Hananias, der zu ihm hereinkam und die Hand auf ihn legte, damit er wieder sehend werde.

13 Hananias aber antwortete: Herr, ich habe von vielen gehört über diesen Mann, wieviel Böses er deinen Heiligen in Jerusalem angetan hat;

14 und hier hat er Vollmacht von den Hohenpriestern, alle gefangenzunehmen, die deinen Namen anrufen.

15 Doch der Herr sprach zu ihm: Geh nur hin; denn dieser ist mein auserwähltes Werkzeug, dass er meinen Namen trage vor Heiden und vor Könige und vor das Volk Israel.

16 Ich will ihm zeigen, wieviel er leiden muss um meines Namens willen.

17 Und Hananias ging hin und kam in das Haus und legte die Hände auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Wege hierher erschienen ist, dass du wieder sehend und mit dem heiligen Geist erfüllt werdest.

18 Und sogleich fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er wurde wieder sehend; und er stand auf, ließ sich taufen

19 und nahm Speise zu sich und stärkte sich.

20 Saulus blieb aber einige Tage bei den Jüngern in Damaskus. Und alsbald predigte er in den Synagogen von Jesus, dass dieser Gottes Sohn sei.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja! „Halleluja, Halleluja, Halleluja.“

Lied EKG 201 (EG 362), 1-3:

1. Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst er‘s jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seinsgleichen.

2. Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren; es streit‘ für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muss er behalten.

3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sau‘r er sich stellt, tut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht‘: Ein Wörtlein kann ihn fällen.

Gnade und Friede sei mit uns allen von Gott, unserem Vater, und Jesus Christus, unserem Herrn. Amen.

Wir hören noch einmal einige Verse aus dem 9. Kapitel der Apostelgeschichte:

1 Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden gegen die Jünger des Herrn und ging zum Hohenpriester

2 und bat ihn um Briefe nach Damaskus an die Synagogen, damit er Anhänger des neuen Weges, Männer und Frauen, wenn er sie dort fände, gefesselt nach Jerusalem führe.

3 Als er aber auf dem Wege war und in die Nähe von Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel;

4 und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich?

5 Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst.

6 Steh auf und geh in die Stadt; da wird man dir sagen, was du tun sollst.

Liebe Gemeinde!

Wer hätte das gedacht! Aus Saulus wird ein Paulus. Der hasserfüllte Christenverfolger stürzt vom hohen Ross herunter und wird zum eifrigen Missionar eben des Jesus Christus, der ihm vorher so ein Dorn im Auge war. Diese Geschichte ist den meisten Christen heute vertraut oder zumindest bekannt. Der Wandel vom Saulus zum Paulus ist sprichwörtlich geworden für einen, der sein Leben um 180 Grad zum Guten umkrempelt. Hoffentlich ist uns diese Geschichte nicht zu vertraut; hoffentlich versetzt sie auch uns noch in Erstaunen, so wie die erste Christengemeinde in Damaskus, die es zunächst gar nicht fassen konnte, dass Saulus, der als ihr Feind von Jerusalem aufgebrochen war, nun als Freund in ihr aufgenommen werden wollte.

Ein einziger Augenblick hat genügt, um Saulus buchstäblich umzuwerfen, aus der Bahn zu werfen, aber im guten Sinn: als er sich von dem angesprochen fühlt, den er verfolgt – „Saul, Saul, was verfolgst du mich?“ Dies Erlebnis wird so beschrieben, dass es mit einer Lichterscheinung verbunden war. Licht vom Himmel umleuchtete ihn. Licht, das ihm in einem einzigen Augenblick Klarheit brachte. Licht, das ihn aber zunächst für drei Tage erblinden ließ.

Klarheit, die blind macht? Was Saulus vorher für Klarheit gehalten hatte, seine gute Ausbildung, seine erstklassige Herkunft, sein vorbildlicher Einsatz im Sinne seiner Religion, all das ist für ihn jetzt mit Blindheit gleichzusetzen; denn er war blind für den gewesen, den Gott selbst in die Welt gesandt hatte, für Jesus Christus.

Was dem Saulus da passiert ist, nennt man eine Bekehrung – schließlich macht er eine Kehre um 180 Grad, aber nicht aus eigenem Entschluss, sondern weil Gott selbst ihn umkehrt. Es gibt auch heute noch viele Christen, die genau beschreiben können, wo und wann sie bekehrt worden sind, es gibt aber wohl noch mehr Christen, die so einen Zeitpunkt nicht angeben könnten. Aber zu einem Christenleben gehört die Frage wohl doch hinzu: hat sich eigentlich in meinem Leben etwas verändert, dadurch dass ich ein Christ geworden bin? Bin ich schon einmal durch ein Wort der Bibel aus der Bahn geworfen worden? Hat mich die Botschaft von Jesus so angerührt, dass ich den Entschluss fasste: diesem Jesus will ich nachfolgen? Von Christus lasse ich mich in Anspruch nehmen?

Nicht immer geschieht wie bei Saulus eine Bekehrung in einem einzigen Moment, bei den meisten Christen kommen viele solcher Augenblicke, eine Kette von Glaubenserfahrungen zusammen, z. B. die Erfahrung, dass Jesus unserem Leben Sinn gibt, das Erlebnis, ein Ziel vor Augen zu haben, Kraft und Mut geschenkt zu bekommen, befreit zu sein von Sünde und Schuld, getröstet zu werden in tiefster Trauer und Verzweiflung. Manchmal ist es ein langer, anstrengender und Geduld erfordernder Weg, bis einer sich überwältigen lässt vom Glauben an den lebendigen Gott.

Aber die Geschichte von Paulus kann allen Mut machen, die denken: es geht bergab mit der Kirche, mit dem Glauben, mit der Sache Gottes. Gott nimmt sie selber in die Hand, seine Sache, das sehen wir hier. Wie gesagt: ein Augenblick genügt – und aus dem stolzen Saulus wird ein gebrochener Mann. Gebrochen aber nur in dem, was er von nun an als falsch erkannte; als ein Mann, der völlig anderen Zielen nachjagt, setzt er schon bald mutig und aufrecht seinen Weg fort. Auch heute noch bekehrt Gott Menschen, nimmt er sie in seinen Dienst, führt er sie zum Glauben, lässt er sie seine Liebe spüren, so dass sie Mut bekommen für ein neues Leben.

Wir sind also im Unrecht, wenn wir die Lage unserer Kirche pessimistisch sehen, wenn wir denken: es ändert sich ja sowieso nichts in unserer unkirchlichen Wetterau, es will sich ja doch keiner einsetzen für die Kirche. Ich hatte in meinen ersten Jahren hier in der Gemeinde auch oft gedacht: warum sind wir nur so ein kleines Häuflein von Aktiven? wir brauchen Mitarbeiter, aber nur wenige lassen sich dafür begeistern, mitzumachen. Inzwischen haben wir immer wieder die Erfahrung gemacht: es gibt sie doch, die Gemeindeglieder, die sich ansprechen lassen, die sich ein Herz fassen, in eine Aufgabe der Kirchengemeinde einzusteigen. Ich halte das für eine Gabe Gottes, der Menschen bereit macht, sich für seine Sache einzusetzen.

Und das ist vielleicht nur die Spitze eines Eisbergs. Ich habe ja jetzt nur von dem gesprochen, was mir vor Augen und zu Ohren kommt. Es gibt ja noch viele andere Lebensbereiche und Aufgabenfelder, in denen Gott die Herzen der Menschen bewegt und verwandelt. Wenn jemand eine schwere Krankheit als Herausforderung annimmt und sich mit ihr auseinandersetzt, auch mit den Folgen für sein künftiges Leben, vielleicht mit der Hilfe eines Seelsorgers, dann kann er in dieser Krise in aller Stille zu einem starken Glauben geführt werden. Überhaupt sind es ja manchmal die schweren Krisen im Leben, die einen Menschen aus der Bahn werfen, und dann kommt es darauf an, ob er sich in einen Abgrund treiben lässt, oder ob er einen Kurswechsel vornimmt und auf dem richtigen Gleis weiterfährt.

In der Geschichte des Saulus finde ich noch einen sehr tröstlichen und menschenfreundlichen Abschnitt. Da wird nämlich von dem Jünger Hananias erzählt, der sich ein Herz fassen und zu dem verhassten Saulus hingehen soll – denn der würde ihn brauchen. Die Bekehrung des Saulus ist also nicht nur eine Privatangelegenheit des großen Apostels, sondern er braucht ganz schlicht am Anfang seines Weges als Christ die Hilfe eines anderen Christen. Erst jetzt hört das Licht, das Jesus in sein Leben gebracht hat, auf, ihn zu blenden; er sieht seinen Weg jetzt klar vor sich; er will andere Menschen für Christus gewinnen. Auch für uns ist wichtig, dass wir unseren Glauben nicht als Privatsache betrachten, sondern dass wir uns immer wieder gegenseitig anvertrauen mit unseren Glaubensschwierigkeiten und dass wir uns gegenseitig stärken mit der Kraft, die wir selbst geschenkt bekommen haben.

Wenn wir uns nicht bekehren lassen von Gott, immer wieder neu bekehren zum Glauben, zur Hoffnung und zur Liebe, immer wieder neu uns hinwenden lassen zu den anderen Christen und zu allen, die uns brauchen, wenn wir uns nicht einspannen lassen von Christus für einen Dienst, den gerade wir und nur wir so tun können – dann geht es uns vielleicht so, wie es einer Gitarrensaite erging, von der ich noch erzählen möchte.

Ja, es war einmal eine Gitarrensaite. Sie lag dicht neben der Gitarre und dachte: „Wenn ich so daliege, dann bin ich frei; bin ja nicht eingespannt. Das fehlt gerade noch: Ich mich einspannen lassen auf dem altmodischen Klangkörper und dann noch neben die brummige Basssaite rechts und die abgegriffene d-Saite links! So weit kommt das noch!“ Sie konnte die alte Gitarre und die Nachbarsaiten nicht gut sehen. Aber immer unglücklicher wurde die Gitarrensaite in ihrer einsamen Freiheit. Sie lag daneben und dachte: So kann‘s nicht weitergehen!

Da war auch ein Spieler, der sein altes Instrument sehr liebte. Er hatte sich geschworen, niemals eine Saite einzuspannen, wenn sie nicht wollte. So musste er oft lange, lange warten, bis er wieder spielen konnte. Und nun sah er, wie die Gitarrensaite, am Boden liegend, unter ihrer Bedeutungslosigkeit litt. Er dachte, wenn du wüsstest, was in dir steckt, welche Musik! Da sah er, wie die Saite ihn anblickte, voller Not und Sehnsucht.

Da nahm er sie, behutsam spannte er sie ein, immer etwas mehr. Sie beginnt zu klingen, immer besser. Da, nun hat sie die ihr genau entsprechende Tonlage erreicht, und unversehens klingt sie in Harmonie mit den ganz anderen Nachbarsaiten. Das Spiel kann beginnen. Und Scharen von Menschen können begeistert werden.

Wir Menschen sind wie diese Gitarrensaite. Gott ist wie dieser Gitarrenspieler. Er sagt zu uns: Wenn ihr wüsstet, was in euch steckt! Lassen wir uns von ihm einspannen, wie Saulus es tat, als er zum Paulus wurde! Lassen wir in uns zum Klingen bringen; was vielen anderen Menschen zum Segen werden kann. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus Amen.
Lied EKG 206 (EG 245), 1-3:

1. Preis, Lob und Dank sei Gott dem Herren, der seiner Menschen Jammer wehrt und sammelt draus zu seinen Ehren sich eine ewge Kirch auf Erd, die er von Anfang schön erbauet als seine auserwählte Stadt, die allezeit auf ihn vertrauet und tröst‘ sich solcher großen Gnad.

2. Der Heilig Geist darin regieret, hat seine Hüter eingesetzt; die wachen stets, wie sich‘s gebühret, dass Gottes Haus sei unverletzt; die führn das Predigtamt darinnen und zeigen an das ewig Licht; darin wir Bürgerrecht gewinnen durch Glauben, Lieb und Zuversicht.

3. Die recht in dieser Kirche wohnen, die werden in Gott selig sein; des Todes Flut wird sie verschonen, denn Gottes Arche schließt sie ein. Für sie ist Christi Blut vergossen, das sie im Glauben nehmen an, und werden Gottes Hausgenossen, sind ihm auch willig untertan.

Gott, unser Vater im Himmel, wir sagen dir Dank für den Glauben, den du uns schenkst, für den Trost, mit dem du uns aufrichtest, für die Zuversicht, mit der wir Herausforderungen bestehen können. Wir danken dir für die Menschen, die in der Gemeinde als aktive Christen wirken, öffentlich oder in der Stille.

Und wir bitten dich: befreie uns immer wieder neu von Zweifeln, die uns befallen, von Ungewissheit über den rechten Weg, den wir zu gehen haben, von Trostlosigkeit und Verzweiflung, in der wir zu versinken drohen.

Auch für andere Menschen bitten wir dich: für die, die krank und einsam sind und auf einen Besuch warten, für die, die es brauchen, dass wenigstens einer an sie denkt, für die Menschen, die wegen ihres Glaubens an Christus verfolgt werden in atheistischen Ländern, für die verhafteten Christen in Südafrika, die gefangen sind, weil sie sich gegen die Rassentrennung gestellt haben, für die Flüchtlinge und Asylsuchenden, die von einer verzweifelten Sehnsucht nach einer neuen Heimat erfüllt sind, aber immer wieder Enttäuschungen erleben.

Wir bitten für die, die unserer Kirchengemeinde noch fernstehen, dass sie den Mut finden, aktiv zu werden. Wir bitten für die Konfirmanden, dass sie die Zeit ihres Unterrichtsjahres nutzen, sich von Jesus wirklich ansprechen zu lassen. Wir bitten für die jungen Ehepaare, dass sie sich von Gott vertrauensvoll leiten lassen, in allem, was ihnen begegnet.

Und wir bitten für die Sterbenden und für die Trauernden, dass sie eine feste Zuversicht fassen können zu dir, der du unser barmherziger Herr bist im Leben und im Sterben. Sei du denen nahe, die mitten in der Trauer noch keinen Lichtblick sehen. Du allein kannst sie trösten. Alles, was uns in dieser Stunde noch bewegt, bringen wir in der Stille vor dich, o Herr! Nun lasst uns gemeinsam zu Gott beten mit den Worten, die Jesus uns gelehrt hat:

Vater unser
Lied EKG 142 (EG 193), 1-3:

1. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort und steure deiner Feinde Mord, die Jesus Christus, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron.

2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein arme Christenheit, dass sie dich lob in Ewigkeit.

3. Gott Heilger Geist, du Tröster wert, gib deim Volk einerlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Not, g‘leit uns ins Leben aus dem Tod.

Abkündigungen und Segen

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