Hoffnungsgeschichte

„Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ Mit dieser Zusage entsteht Hoffnung: Jesus und der Verbrecher, der ihn bittet, leben mitten in ihrem Sterben, aber hinter dieser Grenze wartet Gott. Am Ende lassen sich nach Lukas alle Zuschauer bei der Kreuzigung verwandeln in ihrer inneren Einstellung. Wer sich hier nicht anrühren lässt, der muss ein Herz aus Stein haben.

Drei Kreuze auf Golgatha

Drei Kreuze auf Golgatha (Bild: pixabay.com)

direkt-predigtGottesdienst am Karfreitag, den 2. April 1999, um 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen
Begrüßung
Lied 86, 1-3:

1) Jesu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das äußerste Verderben, nur dass ich nicht möchte sterben: tausend-, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür.

2) Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tausend-, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür.

3) Du hast lassen Wunden schlagen, dich erbärmlich richten zu, um zu heilen meine Plagen, um zu setzen mich in Ruh; ach du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen-. Tausend-, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Karfreitag – ein Tag ohne Glocken, ein Trauertag, weil Jesus gestorben ist. Ein Tag, an dem das Unvorstellbare geschieht: Gottes Sohn wird getötet. Der das Leben bringt, stirbt einen grausamen Tod. Und dennoch: im Dunkel dieses Tages scheint das Licht der Liebe Gottes.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Ich kenne zwei Karfreitagssünden. Erstens: Sich und andere in ein trauriges Gefühl hineinzwingen wollen. Das endet in einem inneren Krampf. Das macht nicht traurig, sondern depressiv. Hilf uns, Gott, damit aufzuhören, hilf uns, echt wir selbst zu sein!

Und die zweite Karfreitagssynde: Wenn wir so tun, als ob du, Gott, ein grausamer Tyrann wärest, der auf seinem himmlischen Thron sitzt und das Blutopfer seines Kindes fordert. Nein, so siehst du, unser Gott, auch am Karfreitag nicht aus. Da am Kreuz hängst du selbst, da in Jesus nimmst du selbst Anteil an unserem Schicksal. Vergib uns, Gott, wenn wir uns ein falsches Bild von dir machen!

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Nein, der Karfreitag ist kein Tag der Depression und kein Tag eines grausamen Gottes. An Karfreitag denken wir daran, dass ganz durchschnittliche Menschen, die gar nicht außergewöhnlich böse waren, dazu fähig waren, Gottes Sohn zu töten. Und wir denken daran, dass Jesus in seiner grenzenlosen Liebe dazu fähig war, diesen Tod auf sich zu nehmen: als offenes Tor zum Leben für uns alle.

Darum dürfen wir auch am Karfreitag das Loblied der Liebe Gottes anstimmen:

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Großer Gott, lass uns am Karfreitag begreifen, was für ein Gott du bist: Kein allmächtiger Gott, wie wir ihn uns selber basteln würden. Nein, du lässt nicht Gewalt und Leid wie durch Zauberei aus der Welt verschwinden. Sondern du bist ein menschlicher Gott: Du stößt in uns auf die Abgründe des Menschlichen. Und zugleich wirst du nicht müde, in uns die Liebe zu wecken. Amen.

Wir hören als Lesung zum Karfreitag einen Abschnitt aus dem Evangelium nach Lukas 22, 39-46:

39 Und er ging nach seiner Gewohnheit hinaus an den Ölberg. Es folgten ihm aber auch die Jünger.

40 Und als er dahin kam, sprach er zu ihnen: Betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt!

41 Und er riss sich von ihnen los, etwa einen Steinwurf weit, und kniete nieder, betete

42 und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!

43 Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn.

44 Und er rang mit dem Tode und betete heftiger. Und sein Schweiß wurde wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen.

45 Und er stand auf von dem Gebet und kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend vor Traurigkeit

46 und sprach zu ihnen: Was schlaft ihr? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt!

Herr, dein Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht auf unserem Wege. Amen. „Amen.“

Glaubensbekenntnis

Wir singen das Lied 92:

1) Christe, du Schöpfer aller Welt, du König, der die Gläub’gen hält, weil unser Bitten dir gefällt, nimm unser Loblied an, o Held.

2) Kein Maß hat deine Gnad gekannt, hat in Geduld mit starker Hand durch Leid am Kreuz gelöst das Band, das Adams Sünde um uns wand.

3) Vor dem die Sterne neigen sich, du kamst ins Fleisch demütiglich, darin zu leiden williglich; in Todesschmerz dein Leib erblich.

4) Die Hand gebunden ausgestreckt, zu lösen, was in Banden steckt, hast du mit Gnad den Zorn bedeckt, den Menschenschuld in Gott erweckt.

5) Du hangst am Kreuze sterbend hier, und doch erbebt die Erd vor dir, der Geist der Kraft geht aus von dir, die stolze Welt erblasst vor dir.

6) Jetzt um dein Siegerangesicht des ewgen Vaters Glanz sich flicht, jetzt mit des Geistes Kraft und Licht, o König du, verlass uns nicht.

 

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Liebe Gemeinde,

Karfreitag ist nicht ein Tag ohne Hoffnung. Die Geschichte, die Lukas 23 vom Karfreitag erzählt, möchte ich mit Ihnen heute betrachten – als eine Hoffnungsgeschichte.

Es beginnt damit, dass Lukas nicht in allen Einzelheiten schildert, wie die Kreuzigung selber vor sich ging; von ihr handelt nur ein einziger Satz:

33 Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstätte, kreuzigten sie Jesus dort und die Übeltäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken.

Wie grausam diese Todesart ist, welche Schmerzen Jesus aushalten muss, bevor er langsam den Erstickungstod erleidet, das deutet Lukas nur eben an – mit dem Namen des Hinrichtungsortes: Golgatha, zu deutsch Schädelstätte oder Totenkopfhügel oder Galgenberg, ein unheimlicher, grausiger Ort.

Jesus ist nicht der einzige, der dort furchtbar leiden muss: Rechts und links von ihm hängen zwei Übeltäter – wahrscheinlich Männer, die im Kampf gegen die römische Besetzung des Landes auch vor Mord nicht zurückschreckten. Sie wissen, wofür sie langsam zu Tode gequält werden – als Strafe für ihre Taten. Sie sterben, weil sie getötet haben.

Und Jesus, der Mann in der Mitte? Er hat nicht getötet. Um Kranke hat er sich gekümmert, er hat Menschen von inneren Zwängen und vom Bösen befreit. Er ist zu den Ausgestoßenen gegangen. Und so wurde er selber zu einem Ausgestoßenen.

Als Unschuldiger stirbt Jesus gemeinsam mit Schuldigen den Tod eines Verbrechers. Hätte er nicht Grund zur Anklage gegen einen ungerechten Gott? Hätte er nicht Grund zum Selbstzweifel: War mein Verhalten vielleicht doch falsch? Haben die Hohenpriester und die Pharisäer vielleicht doch recht, wenn sie mir Gotteslästerung und Unreinheit vorwerfen? Straft mich Gott jetzt? Und wenn das nicht: Hätte Jesus nicht Grund genug gehabt, um die Strafe Gottes auf die herabzubeten, die ihn so quälen und demütigen? Aber nein, ein ganz anderes Gebet überliefert Lukas von dem Jesus, der da oben hängt am Kreuz – und er stellt es sogleich dem gegenüber, was die Menschen tun, die unten stehen, unter dem Kreuz:

34 Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun! Und sie verteilten seine Kleider und warfen das Los darum.

35 Und das Volk stand da und sah zu.

Jesus ist am Ende, er verliert alles, Freiheit, körperliche Unversehrtheit, sein Leben. Dennoch ist er innerlich reich, er kann verzeihen, loslassen, auf Rache verzichten. Warum? Offenbar weiß er sich trotz allem in der Liebe seines Vaters geborgen. Lukas weiß ja auch von einem Engel zu erzählen, der Jesus im Todeskampf im Garten Gethsemane beigestanden hat. Aber dieses Vertrauen Jesu und seine Haltung der inneren Stärke scheint nichts in der Welt zu ändern. Unter ihm wird bereits verteilt, was der zum Tode Verurteilte am Leib getragen hat, andere schauen tatenlos zu. Doch was wie eine Anleitung zum Zynismus wirkt, das beantwortet Jesus mit nichts anderem als seinem Mitgefühl – seinem Gebet für Täter und Mitläufer.

Diese Tatenlosigkeit Gottes ist schwer auszuhalten. Müsste Gott nicht eingreifen, fragten sich schon die Menschen unter dem Kreuz Jesu, müsste er nicht Jesus vom Kreuz herunterholen, wenn er wirklich Gottes Sohn wäre?

Damals wie heute ist es leicht, über einen hilflosen Menschen zu spotten. Wenn er behauptet, von Gott beauftragt zu sein, kann dann dieser Gott allmächtig sein?

Aber die Oberen spotteten und sprachen: Er hat andern geholfen; er helfe sich selber, ist er der Christus, der Auserwählte Gottes.

36 Es verspotteten ihn auch die Soldaten, traten herzu und brachten ihm Essig

37 und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber!

38 Es war aber über ihm auch eine Aufschrift: Dies ist der Juden König.

Die oberen Zehntausend und die kleinen Soldaten – sie sind sich einig im Spott auf Jesus. Sie fühlen sich stark, weil da einer ist, mit dem sie machen können, was sie wollen. Und so brauchen sie nicht ihre eigenen Unsicherheiten und Schwachstellen zu spüren. Auch einer von den beiden, der mit Jesus am Kreuz hängt, flieht vor der Wahrheit seines Lebens in den Spott:

39 Aber einer der Übeltäter, die am Kreuz hingen, lästerte ihn und sprach: Bist du nicht der Christus? Hilf dir selbst und uns!

Lukas sieht die grausamen Kreuze und den beißenden Spott, und er sieht noch mehr. Da oben zwischen den Kreuzen meldet sich plötzlich der Mann zu Wort, der auf der anderen Seite am Kreuz hängt:

40 Da wies ihn der andere zurecht und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist?

41 Wir sind es zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsre Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.

Dieser Mann weiß, dass Jesus unschuldig ist, und er hat ein Gespür dafür, dass er und sein Kumpan an sich nichts anderes verdienen als die Höchststrafe der ewigen Verdammnis. Und zugleich spürt er in Jesus auch noch etwas anderes – er spürt das Vertrauen, das Jesus zu seinem himmlischen Vater hat, und er wagt es, eine Bitte auszusprechen:

42 Und er sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst!

Vielleicht sieht der Mann sein Leben, wie es war, seine Hoffnungen, seine Pläne, was er meinte, tun zu müssen, was er erleiden musste. Sein Leben ist am Ende angelangt, und er erkennt: Dafür bin ich selbst verantwortlich, mich trifft eine gerechte Strafe.

Zugleich aber wird in ihm in der Gegenwart Jesu eine Sehnsucht wach, wie er sie vielleicht erst jetzt zum erstenmal in seinem Leben vor sich selbst zugeben kann. Er gibt seine Angst zu und bittet Jesus: Vergiss mich nicht. Ich möchte im Tod nicht allein sein. Im Gegensatz zu dem anderen Übeltäter versperrt er sein Inneres nicht für den Einfluss, den Jesus auf ihn ausübt, und damit öffnet er sich den eigenen Gefühlen und auch den Worten Jesu:

43 Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.

Hier entsteht Hoffnung: Sowohl Jesus, der diese Zusage macht, als auch der Verbrecher, der ihn bittet, sie leben mitten in ihrem Sterben. Hier gibt es zwar den Tod nach wie vor als Realität – aber er ist nicht mehr das Endgültige, nicht mehr die absolute Grenze zum Nichts. Der Tod bleibt zwar eine Grenze, aber hinter dieser Grenze wartet Gott auf uns.

Dass diese Geschichte nicht nur diese beiden Männer angeht, sondern die ganze Welt und sogar die Natur um uns herum, das beschreibt Lukas in eindrucksvollen Bildern:

44 Und es war schon um die sechste Stunde, und es kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde,

45 und die Sonne verlor ihren Schein, und der Vorhang des Tempels riss mitten entzwei.

Einerseits ist es so, als ob mit dem Tode Jesu alles seinen Sinn verlöre, sogar die Sonne möchte nicht mehr scheinen. Auf der anderen Seite kann man auch sagen: Wenn Jesus mitten in seinem eigenen grausamen Leiden und Sterben dem einen Verbrecher neben ihm vergeben und dem andern Trost und Hoffnung geben konnte – dann ist in der Welt nichts mehr so wie vorher. Dann werden bisherige menschliche Klarheiten zur finstersten Finsternis. Woran sich Menschen verzweifelt festgehalten haben, bricht wie bei einem Erdbeben zusammen. Die Opfer, die man meinte, Gott im Tempel darbringen zu müssen, sind überflüssig geworden – der Vorhang im Tempel, der die Reinen von den Unreinen scheidet, kann ruhig zerreißen. Denn Gott liebt die Menschen mit einer Liebe, die unvorstellbar groß ist. Wir können sie nicht verdienen, wir brauchen sie nicht zu verdienen, wir brauchen sie einfach nur anzunehmen – offen, so wie sich eine Blume der Sonne öffnet.

Oder wie Jesus am Ende sein Leben voll Vertrauen in die Hände Gottes legt:

46 Und Jesus rief laut: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt hatte, verschied er.

Indem Jesus sich in Gott geborgen weiß mitten im Sterben, fängt für ihn im Grunde bereits hier Ostern an – genauso wie für den mit ihm gekreuzigten Verbrecher, den er trösten kann.

Eigenartig beschreibt Lukas am Ende seiner Geschichte, wie andere Menschen auf den Tod Jesu reagieren. Ganz verschieden nämlich.

47 Als aber der Hauptmann sah, was da geschah, pries er Gott und sprach: Fürwahr, dieser ist ein frommer Mensch gewesen!

Dieser römische Soldat sieht mit den Augen seines Herzens, wer Jesus wirklich ist und dass er einen Unschuldigen gekreuzigt hat. Er gehört wohl zu den Menschen, die die Vergebung Jesu für sich selbst annehmen. Auch für ihn ist es schon Ostern geworden.

48 Und als alles Volk, das dabei war und zuschaute, sah, was da geschah, schlugen sie sich an ihre Brust und kehrten wieder um.

Hier wagt Lukas eine fast unglaubliche Beschreibung – wie alle Zuschauer bei der Kreuzigung sich anrühren und verwandeln lassen in ihrer inneren Einstellung. Ich denke, er lässt sich leiten von der Annahme: so müsste es sein. Wer sich hier nicht anrühren lässt, der muss ein Herz aus Stein haben. Es ist ein Wunder, wenn Menschen sich verwandeln lassen durch die Begegnung mit Jesus. Und dieses Wunder geschieht in der Tat immer wieder gerade da, wo man es nicht erwartet.

Besonders merkwürdig erscheint nun aber die Reaktion der Jünger und Jüngerinnen Jesu:

49 Es standen aber alle seine Bekannten von ferne, auch die Frauen, die ihm aus Galiläa nachgefolgt waren, und sahen das alles.

Sie werden nicht einmal als Jünger bezeichnet, nur als „Bekannte“, sie scheinen Angst zu haben und schauen nur von ferne zu. Das wird nicht kritisiert, es wird einfach nur wahrgenommen. Gerade für die Menschen, die Jesus am nächsten standen, muss es noch Ostern werden; sie können noch nicht begreifen, dass der Tod Jesu nicht das absolute Ende aller ihrer Hoffnungen ist.

In wem finden wir uns wieder? In den Schuldigen oder im unschuldig Leidenden? Im Getrösteten oder in denen, die von ferne stehen? Es gibt viele Orte, von denen aus wir das Kreuz Jesu sehen können – oder auch die Augen davor verschließen. Gestorben ist Jesus für uns alle. Er hat mit allen Geduld. Er wartet, dass wir die Augen aufmachen – und wahrnehmen, wie er uns liebhat. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.
Fürbittenstille

Wir singen Lied 84, 1+2+5:

1) O Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren lässt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott.

2) Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht‘? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder, von Übeltaten weißt du nicht.

5) Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein; du wirst ein Fluch-, dagegen verehrst du mir den Segen; dein Schmerzen muss mein Labsal sein.

Herr Jesus Christus, du teilst dein Leben aus, bist da für Schuldige und Unschuldige, teilst unser Los und teilst mit uns deinen Leib und deine Seele. Stellvertretend für alle, die schuldig wurden, trägst du eine furchtbare Strafe, wie nicht der Gott im Himmel, sondern grausame Menschen sie sich ausdenken. Du bist in deinem Leiden auch allen nahe, die unschuldig leiden, die sich gestraft fühlen, ohne schuldig zu sein.

Und wir bitten dich: Lass es uns aushalten, wenn wir ratlos sind angesichts von Krieg und Elend, Krankheit und Tod. Tröste uns, wenn wir traurig und in Angst sind. Lass uns da sein, wenn wir um Trost gebeten werden. Besonders beten wir heute für Herrn Albert Günther, der im Alter von 68 Jahren gestorben ist, und für seine Angehörigen. Nimm ihn auf in dein ewiges Reich, so wie du auch dem einen Mann am Kreuz das Paradies versprochen hast. Und wir beten für alle vom Krieg betroffenen Menschen, die den Karfreitag als grausame Realität am eigenen Leibe erleben. Lass sie spüren, dass du bei ihnen bist, dass Golgatha sich genau dort auch heute noch abspielt, wo Menschenrechte mit Füßen getreten werden, wo Menschen trotz aller Bemühungen nicht vermeiden können, schuldig zu werden, und wo Menschen Bewahrung finden mitten in Leid und Gewalt. Amen.

Alles, was uns heute bewegt, schließen wir im Gebet Jesu zusammen:

Vater unser

Zum Schluss singen wir das Lied 638, 1-3:

Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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