Einladung zur Freude

Niemand kann immer alles aus eigener Kraft schaffen. Das ist mit schmerzlichen Gefühlen verbunden. Der eigene Stolz wird verletzt. Man spürt, wie leer man sich innerlich fühlt, wenn man diese Leere nicht mit Arbeit und Sorgen zudeckt. Manchmal dauert es lange, bis man auftaucht aus dem dunklen Loch der Verzweiflung und merkt: Gott hat mich die ganze Zeit schon gehalten.

Ein gemalter Baum mit Früchten hinter einem Zaun, davor ein Korb mit weiteren Früchten

Beim Haus Alsenztal wird zu einem spätsommerlichen Fest eingeladen (Bild: pixabay.com)

#predigtGottesdienst am 16. Sonntag nach Trinitatis, den 10. September 1989 um 9.30 Uhr in der Kapelle der Landesnervenklinik Alzey

Ich begrüße Sie herzlich im Gottesdienst in unserer Kapelle, heute am Tag des Sommerfestes, das im Garten des Hauses Alsenztal stattfindet! Sommerfest bei sommerlichem oder schon herbstlichem Wetter – das war die spannende Frage. Und außerdem ist die Frage – wie sieht es in unserem Innern aus – die einen sind in der Stimmung, zu feiern, aber andere würden sich vielleicht am liebsten irgendwo verkriechen. Wie dem auch sei – jetzt feiern wir auf jeden Fall zuerst einmal unseren Gottesdienst – denn Gott hat uns eingeladen. Jeder Gottesdienst ist ein kleines Fest, zu dem Gott uns als Gäste einlädt.

Wir danken unserem Gastgeber mit dem ersten Lied – Nummer 231, 1-5:

Nun danket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt.

Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge tut;

der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt;

der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf erlässt, die Schuld vergibt und tut uns alles Guts.

Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wir beten mit den Worten aus Psalm 118, 1-29:

1 Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

2 Es sage nun Israel: Seine Güte währet ewiglich.

3 Es sage nun das Haus Aaron: Seine Güte währet ewiglich.

4 Es sagen nun, die den HERRN fürchten: Seine Güte währet ewiglich.

5 In der Angst rief ich den HERRN an; und der HERR erhörte mich und tröstete mich.

6 Der HERR ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun?

7 Der HERR ist mit mir, mir zu helfen; und ich werde herabsehen auf meine Feinde.

8 Es ist gut, auf den HERRN vertrauen und nicht sich verlassen auf Menschen.

9 Es ist gut, auf den HERRN vertrauen und nicht sich verlassen auf Fürsten.

10 Alle Heiden umgeben mich; aber im Namen des HERRN will ich sie abwehren.

11 Sie umgeben mich von allen Seiten; aber im Namen des HERRN will ich sie abwehren.

12 Sie umgeben mich wie Bienen, sie entbrennen wie ein Feuer in Dornen; aber im Namen des HERRN will ich sie abwehren.

13 Man stößt mich, dass ich fallen soll; aber der HERR hilft mir.

14 Der HERR ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Heil.

15 Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des HERRN behält den Sieg!

16 Die Rechte des HERRN ist erhöht; die Rechte des HERRN behält den Sieg!

17 Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen.

18 Der HERR züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis.

21 Ich danke dir, dass du mich erhört hast und hast mir geholfen.

23 Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen.

24 Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

25 O HERR, hilf! O HERR, lass wohlgelingen!

27 Der HERR ist Gott, der uns erleuchtet. Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!

28 Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen.

29 Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Gott, wir kommen zu dir, aber wir sind uns oft nicht sicher, ob du uns wirklich hörst, ob du überhaupt wirklich da bist. Überwinde unseren Zweifel, nimm uns die Last unserer Sorgen ab, schenke uns Vertrauen – zu dir. Das erbitten wir von dir durch Jesus Christus, unsern Herrn. „Amen.“

Wir hören aus dem Evangelium nach Matthäus 6, 24-34:

24 Niemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.

25 Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?

26 Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?

27 Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?

28 Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.

29 Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.

30 Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen?

31 Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden?

32 Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft.

33 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.

34 Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja! „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Lied 226, 1-4:

O gläubig Herz, gebenedei und gib Lob deinem Herren! Gedenk, dass er dein Vater sei, den du allzeit sollst ehren, dieweil du keine Stund ohn ihn mit aller Sorg in deinem Sinn dein Leben kannst ernähren.

Er ists, der dich von Herzen liebt und sein Gut mit dir teilet, dir deine Missetat vergibt und deine Wunden heilet, dich waffnet zum geistlichen Krieg, dass dir der Feind nicht obenlieg und deinen Schatz zerteile.

Er ist barmherzig und sehr gut den Armen und Elenden, die sich von allem Übermut zu seiner Wahrheit wenden; er nimmt sie als ein Vater auf und gibt, dass sie den rechten Lauf zur Seligkeit vollenden.

Wie sich ein treuer Vater neigt und Guts tut seinen Kindern, also hat sich auch Gott erzeigt allzeit uns armen Sündern; er hat uns lieb und ist uns hold, vergibt uns gnädig alle Schuld, macht uns zu Überwindern.

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Zur Predigt hören wir eine Geschichte aus dem Evangelium nach Lukas 14, 16-24. Jesus hat sie erzählt:

16 Es war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl und lud viele dazu ein.

17 Und er sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, den Geladenen zu sagen: Kommt, denn es ist alles bereit!

18 Und sie fingen an alle nacheinander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muss hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich.

19 Und der zweite sprach: Ich habe fünf Gespanne Ochsen gekauft und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich.

20 Und der dritte sprach: Ich habe eine Frau genommen; darum kann ich nicht kommen.

21 Und der Knecht kam zurück und sagte das seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen, Verkrüppelten, Blinden und Lahmen herein.

22 Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da.

23 Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde.

24 Denn ich sage euch, dass keiner der Männer, die eingeladen waren, mein Abendmahl schmecken wird.

Liebe Gemeinde!

Wenn ein Fest gefeiert wird, so wie heute im Garten des Hauses Alsenztal, dann freuen sich natürlich die Gastgeber, wenn viele Gäste kommen. Man hat sich schließlich viel Arbeit mit den Vorbereitungen gemacht, Essen und Trinken ist besorgt worden, Wettbewerbe und Darbietungen sind geplant, und all das wäre umsonst gewesen, wenn keiner kommen würde…!

Jesus malt sich in seiner Geschichte aus, was passieren würde, wenn ein Gastgeber für ein Fest nur Absagen bekäme. Sie haben alle eine Entschuldigung parat – zwei haben etwas gekauft, was sie unbedingt sofort noch ansehen müssen, der eine einen Acker, der andere zehn Ochsen, der dritte hat geheiratet und fühlt sich deshalb verhindert. Der Gastgeber spürt: Das sind alles Ausreden. In Wirklichkeit wollen die eingeladenen Leute gar nicht kommen. Seine Einladung hat sie nicht froh gemacht, nein, sie fühlen sich offenbar genervt: „Schon wieder ein Fest – da sollen wir auch noch hin – ach nein, wir gehen nicht, irgendeine Ausrede wird uns schon einfallen!“

Da wird der Gastgeber sauer, ärgerlich, zornig. Er hat doch seinen Gästen etwas Gutes tun wollen, und nun lassen sie ihn alle im Stich.

Was tut nun der Gastgeber? Er tut etwas Ungewöhnliches. Gut, sagt er sich, wenn die eingeladenen Gäste nicht kommen wollen, dann hole ich eben andere Leute auf mein Fest, und zwar solche, die sich bestimmt über eine Einladung freuen, Leute, die sonst von niemandem eingeladen werden. Und er sagt seinem Diener: „Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen, Verkrüppelten, Blinden und Lahmen herein.“ Und sie kommen, alle, die der Diener findet, kommen zum Fest und fangen an zu feiern. Doch es ist immer noch Platz, und der Diener wird noch einmal nach draußen geschickt; er soll auf den Landstraßen und an den Zäunen all die ansprechen, die dort herumlungern, und soll sie hereinrufen. Das Haus soll voll werden, es soll ein ganz tolles Fest werden.

Warum erzählt Jesus diese Geschichte? Er erzählt sie als Beispielgeschichte. So wie der Mann in der Geschichte, so lädt auch Gott die Menschen ein. Gott will nicht, dass unser Leben nur aus Arbeit und Sorgen, nur aus Lasten und Verpflichtungen besteht. Er will auch, dass wir einmal ausruhen und feiern, dass wir Zeiten der Muße und der Ruhe haben, manchmal eine Zeit für uns allein, aber manchmal auch Zeiten der Gemeinschaft, des Füreinander-Da-Seins ohne einen besonderen Zweck. Jeden Sonntag lädt Gott zum Gottesdienst ein. Aber auch sonst ist es gut, zu wissen: Gott ist da, Gott ist ein großer Helfer, Gott will, dass wir auch einmal Pause machen in all unserer Arbeit und in unserem Sorgen.

Aber wir wissen: Der Einladung Gottes folgen viele nicht. Auch uns selbst fällt es vielleicht immer wieder schwer, das anzunehmen: Gottes will uns nicht noch mehr Lasten aufbürden, er hilft uns vielmehr, sie zu tragen, und er will uns Lasten abnehmen. Er will uns nicht niederdrücken, sondern er lädt uns ein zur Freude – und zur Gemeinschaft mit den anderen Christen.

Warum fällt es vielen so schwer, die Einladung Gottes anzunehmen? Vielleicht hat Gott im Leben von vielen gar keinen Platz. Vielleicht kann man Gottes Einladung nicht folgen, weil das Leben schon verplant ist. Arbeit, Termine, Verpflichtungen von früh bis spät – wo passt Gott da noch hinein? Und wenn man denkt: Ich muss eh alles allein machen – dann glaubt man gar nicht, dass Gott einem helfen könnte, dass man Gott überhaupt brauchen könnte.

Lange Jahre eines Lebens können vergehen, ehe man merkt: Ich kann mein Leben doch nicht allein meistern. Irgendwann ist die Kraft aufgebraucht, mit der man allein gewirtschaftet hat. Und dann ist man leergebrannt, die Depression ist da, aus eigener Kraft kommt man nicht mehr hoch.

Oder etwa doch? Manche schaukeln sich in übermenschlicher Anstrengung in eine Manie hinein, schaffen plötzlich wieder Unglaubliches, tun vielleicht sogar Dinge, die sie bei gründlicher Überlegung nie tun würden, und versuchen damit eigentlich nur verzweifelt, nicht wieder ins tiefe Loch der Depression zurückzufallen. Aber dem Höhenflug muss der Absturz unweigerlich folgen.

Gibt es da überhaupt einen Ausweg? Ich habe gerade in der letzten Woche mit mehreren Leuten gesprochen, die keinen Ausweg mehr gesehen haben. Und ein Ausweg ist auch nicht leicht zu finden.

Warum nicht? Weil man nicht einfach da anknüpfen kann, wo man früher einmal aufgehört hat. Es wird nicht wieder genau wie früher, einfach deshalb, weil man sich früher immer überfordert hatte. Man muss einsehen, dass man nie mehr so stark sein wird wie früher, dass man nicht mehr alles allein schaffen wird, dass man kleinere Brötchen backen muss, dass man kürzer treten muss. Viele können, viele wollen das nicht glauben, nicht einsehen. Aber diese Einsicht ist notwendig. Niemand kann ein Leben lang alles aus eigener Kraft schaffen. Jeder braucht auch Zeit, um wieder neue Kraft zu finden. Jeder muss auch lernen, sich selbst etwas zu gönnen. Jeder muss irgendwann lernen: Ich kann nicht ohne fremde Hilfe auskommen.

Das alles ist mit schmerzlichen Gefühlen verbunden. Der eigene Stolz wird verletzt. Man spürt, wie leer man sich innerlich fühlt, dann, wenn man diese Leere nicht mit Arbeit und Sorgen zudeckt. Und viel Traurigkeit kommt da hoch, weil man viel Liebe entbehrt hat, die man gebraucht hätte, als man sich entschied: Ich schaffe es schon allein. Und manchmal dauert es lange, bis man auftaucht aus dem dunklen Loch der Verzweiflung und merkt: Ich bin ja doch nicht ganz allein. Heute ist ja jemand da! Und Gott hat mich die ganze Zeit schon gehalten, nicht allein gelassen. Gott hat Liebe für mich übrig! Tränen können auch jetzt noch geweint werden, Tränen können auch getrocknet werden. Tränen der Traurigkeit können verwandelt werden in Freudentränen.

Was ich beschrieben habe, das gilt bestimmt nicht für uns alle, aber vielleicht doch für manche unter uns. Andere haben vielleicht nicht so viele Schwierigkeiten, Gottes Einladung anzunehmen. Aber wenn es auch Ihnen schwerfällt – Sie können mit mir oder mit den anderen Seelsorgern auch einmal darüber sprechen.

Aber heute – heute wird erst einmal vom Hilfsverein für Kranke der LNK Alzey ein Fest angeboten. Auch das ist eine Gelegenheit für alle, die Ausgang haben, einmal herauszugehen aus ihrer Station, herauszugehen auch aus sich selbst, auf andere zuzugehen, etwas Neues zu erleben. Ich wünsche Ihnen allen, wenn Sie hingehen werden, viel Spaß und Freude bei diesem Fest!

Und heute früh feiern wir diesen Gottesdienst zu Ende mit Singen und Gebet. Wir feiern, weil Gott uns so ein großes Angebot macht. Er hat uns lieb, er möchte uns Erlösung aus aller unserer Not schenken, er möchte uns die Sorgen abnehmen, er hat noch viel mit uns vor. Er ließ es sich viel kosten, uns nahe zu sein, er hat in Jesus alles Elend der Welt erlitten, er ist zu uns in unsere Not herabgekommen, weil er uns nicht allein lassen wollte. Sollten wir dann nicht auch unseren Stolz überwinden und zugeben, dass wir ihn brauchen? Zugeben, dass er uns vielleicht anders helfen kann, als wir es gern hätten? Könnten wir nicht wenigstens zu ihm beten, ihm unsere Not klagen, ihm unser Herz ausschütten? In 1. Petrus 5, 7 heißt es:

Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.

Das ist doch ein Grund zum Feiern, ein Grund, Gottesdienst zu feiern. Amen.

Und der Friede Gottes, der viel größer ist, als unser Denken und Fühlen erfassen kann, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.
Lied 269, 1-3:

Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält, wo anders als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht.

Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt, es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht.

Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein, deswegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Tür.

Gott im Himmel, sei uns nahe hier auf der Erde. Zeige uns einen Ausweg, wo wir an Mauern stoßen. Gib uns neuen Mut, wo wir in Verzweiflung versinken. Lass uns realistisch denken, wo wir zu viele Wünsche haben und uns überfordern. Unser Leben besteht nicht darin, perfekt zu sein und alles allein zu schaffen. Doch unser Leben ist weit mehr als nichts, viele kleine Schritte sind uns möglich. Auch ein Leben mit Enttäuschungen, ein Leben mit Rückschlägen, ein reduziertes Leben ist noch lebenswert, wenn du es erfüllst, Gott. Du erfüllst unser Leben mit Glauben, mit Liebe, mit Hoffnung. Darauf vertrauen wir, darauf hoffen wir, davon leben wir. Gott, ohne dich wäre das Leben ohne Sinn. Du hilfst uns, auch die Durststrecken auszuhalten, die es in jedem Leben gibt. Du trägst und führst uns auch, wenn wir durch finstere Täler gehen. Und wenn wir Grund zur Freude haben, wenn wir ein fröhliches Fest feiern, so wie heute nachmittag, dann lass uns genießen, was du uns schenkst – und lass uns dankbar sein.

Gemeinsam beten wir mit den Worten Jesu:

Vater unser
Lied 141,3:

Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang gleichermaßen, segne unser täglich Brot, segne unser Tun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben.

Und nun lasst uns mit Gottes Segen in den Sonntag und in die neue Woche gehen:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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