Konfirmation – und was dann?

Der Samariter, der ewige Loser, hört von Jesus die Worte: „Dein Glaube hat dir geholfen.“ Jesus sagt das so, als ob die andern neun immer noch krank sind. Für ihn gilt nicht der Satz: „Hauptsache gesund!“ Wer körperlich gesund und stark ist und es nötig hat, auf schwächeren Menschen herumzuhacken, ist in Wirklichkeit krank im Kopf.

Zwei von den Konfis gemalte Bilder von Karl und Klara Konfi

Karl Konfi und Klara Konfi wurden im Konfirmandenjahr von der Konfi-Gruppe gestaltet

#predigtKonfirmationsgottesdienst am Sonntag Misericordias Domini, den 10. April 2005, um 14.00 Uhr in der Pauluskirche Gießen
Orgelvorspiel und Einzug der Konfis mit dem Konfi-Team und dem Kirchenvorstand

Zur Konfirmation im Jahr 2005 begrüße ich vor allem erst einmal Euch, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden – denn dies ist Euer Gottesdienst. Es geht um Euch in Eurer Beziehung zu Gott und zu Jesus Christus, denn nicht in unserer eigenen Regie feiern wir Konfirmation, sondern wir sind hier versammelt im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. „Amen.“

Im Namen aller Konfis begrüße ich Eltern und Verwandte, Paten und Freunde, das Konfi-Team, den Kirchenvorstand und alle anderen in unserem Gottesdienst zur Konfirmation!

Um Unruhe zu vermeiden, soll während des Gottesdienstes nicht fotografiert werden, vor allem nicht mit Blitz. Nach dem Gottesdienst ist Gelegenheit zum Fotografieren vor der Kirche oder am Altar. Mit Video kann von der Empore aus gefilmt werden.

Jetzt noch die Bekanntmachungen: …

Über die heutige Kollekte haben wir Konfirmanden entschieden. Die Spenden werden nachher am Ausgang für die Flutopferhilfe in Südostasien eingesammelt. Die Pauluskirche steht im Kontakt mit der Nordindischen Kirche, die auf den Inseln der Andamanen und Nicobaren in der Nähe von Sumatra Wiederaufbauhilfe leistet.

Die Lieder in diesem Gottesdienst sind von Konfirmanden ausgesucht worden. Zuerst singen wir das Lied 334: „Danke“:

Danke für diesen guten Morgen

Drei von uns Konfirmanden beten jetzt mit den Worten eines modernen Psalms, eines Psalms für Konfirmanden.

Manchmal kann ich nicht genug kriegen…

Manchmal setze ich mir eine Maske auf…

Manchmal sitz ich auf dem hohen Ross…

Und manchmal, vielleicht heute in diesem Gottesdienst, höre ich eine Stimme…

Darin entdeck ich etwas von dir, mein Gott.

Wird es heute so sein? Lässt Du Dich entdecken, Gott? Werden wir aufmerksam zuhören können auf das, was Du uns sagen willst, trotz all der Aufregung, in all der ungewohnten Feierlichkeit?

Gott, wir vertrauen darauf, dass Du da bist, wenn wir hier in der Kirche Gottesdienst feiern, dass du uns immer so nahe bist wie unser Herzschlag. Lass uns ernstnehmen, dass die Konfirmation nicht nur das Ende der Konfirmandenzeit ist, sondern zugleich der Startschuss für das erwachsene Leben mit Gott. Amen.

Im Konfirmandenunterricht und im Gottesdienst haben wir immer wieder gehört, wie Jesus mit Menschen umgegangen ist und was er von Gott erzählt hat. Bevor wir auch heute eine Jesusgeschichte hören, singen wir ein Lied von Jesus, das wir hin und wieder auch im Unterricht oder auf der Freizeit gesungen haben:
Man sagt, er war ein Gammler

Eine Geschichte von diesem oft so rätselhaften Jesus hören wir nun, vorgelesen von zwei Konfirmanden:

Wir hören einen Bibeltext aus dem Evangelium nach Lukas 17, 11-19:

Und es begab sich, als [Jesus] nach Jerusalem wanderte, dass er durch Samarien und Galiläa hin zog.

Und als er in ein Dorf kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer; die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser!

Und als er sie sah, sprach er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch den Priestern! Und es geschah, als sie hingingen, da wurden sie rein.

Einer aber unter ihnen, als er sah, dass er gesund geworden war, kehrte er um und pries Gott mit lauter Stimme und fiel nieder auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm. Und das war ein Samariter.

Jesus aber antwortete und sprach: „Sind nicht die zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremde?“

Und er sprach zu ihm: „Steh auf, geh hin; dein Glaube hat dir geholfen.“

Selig sind die, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja! „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Gott gebe euch ein Herz für sein Wort und Worte für euer Herz. Amen.

Liebe Gemeinde, liebe Konfis!

Da sind zehn Aussätzige, zehn Männer, die man im Dorf nicht duldet, weil sie entweder Lepra haben oder vielleicht nur einen Ausschlag. Die haben die Plaque, an denen kann man sich anstecken, die dürfen erst unter die Leute, wenn sie wieder sauber sind. Als Jesus vorbei kommt, bitten sie ihn um Hilfe. Und was tut Jesus? Er schickt sie in die Kirche, würden wir heute sagen, zu den Priestern. Die mussten ein Gutachten abgeben, ob ein Aussätziger wieder gesund war und ins Dorf zurück durfte.

Euch hat man auch in die Kirche geschickt, oder ihr seid freiwillig gekommen, ein Jahr lang habt ihr den Konfi-Unterricht mitgemacht und Gottesdienste besucht, und wenn ich so eure Rückmeldungen zum Konfi-Jahr lese, dann denke ich, dass es für die meisten doch vieles gab, an das sie sich gern erinnern werden.

In der Geschichte erleben die Aussätzigen ein Wunder – sie werden gesund. Ob ihr in der Konfi-Zeit Wunder erlebt habt, kann ich nicht sagen. Vielleicht war es für manche wunderbar, neue Freunde gefunden zu haben, oder dass es alle geschafft haben, die Lernstücke auswendig zu lernen. Auf jeden Fall – irgendetwas ist mit euch geschehen in diesem Jahr, denn wenn man sich jede Woche für ein paar Stunden sieht, dann lernt man sich schon sehr gut kennen. Und vielleicht lernt man sogar hier und da etwas für das Leben und für den eigenen Glauben.

Zehn schickt Jesus zu den Priestern. Zehn werden gesund. Und einer von den zehn kommt zu ihm zurück und sagt: „Danke!“ Warum tut er das? Er findet es nicht selbstverständlich, dass er gesund geworden ist, er will seine Freude mit dem teilen, der ihm geholfen hat. Uns kommt es vielleicht komisch vor, dass er Jesus auf Knien dankt, sogar mit dem Gesicht auf dem Boden, ähnlich wie Muslime beten, und dass sein Gebet zu Gott ein lautes Gebet ist. Er will einfach seiner Freude Luft machen: „Gott, ich danke dir! Ich muss keine Angst mehr haben, dass mir die Haut abfault! Ich kein Asi mehr! Ich gehöre wieder dazu! Danke, Jesus! Danke, Gott!“

OK, wir vom Konfi-Team erwarten nicht, dass ihr vor uns auf die Knie fallt und uns dankbar die Füße küsst für das, was ihr in eurem Konfi-Jahr gelernt und erfahren habt. Ob da wirklich etwas Entscheidendes für euer Leben dabei war, zeigt sich vielleicht erst später.

Aber wir freuen uns natürlich, wenn die Konfirmation nur den Schlusspunkt eures Konfi-Unterrichtes darstellt und nicht auch das Finale für euren Kontakt zur Kirche. Als ihr aufschreiben solltet, ob und wann ihr auch in Zukunft mit der Kirche zu tun haben werdet, da hat keiner von euch die Antwort gegeben, dass er sich hier nie wieder blicken lassen wird. Die meisten kommen bei Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen oder anderen Konfirmationen wieder zur Kirche. Ihr wollt Pate sein, werdet am Reli-Unterricht teilnehmen. Einige haben sich vorgenommen, ab und zu einfach so zum Gottesdienst zu gehen oder mit dem Pfarrer zu sprechen, wenn sie Probleme haben. Vier von euch werden im neuen Konfi-Team mitarbeiten. Das finde ich stark.

In der Jesusgeschichte kommen neun von zehn nicht zurück. Jedenfalls nicht um zu danken. Vielleicht denken sie: „Das war doch sowieso bloß ein Zufall. Außerdem – warum sollte ich Gott danken? Wenn es ihn wirklich gibt, warum hat er mir erst jetzt geholfen?“ Es gibt viele Gründe, mit denen man seinen Widerstand gegen Gott pflegen und Abstand von der Kirche wahren kann. Das erinnert mich an ein Gedicht:

Zehn kleine Christen sich ihres Glaubens freun (In: Hans u. Marie Therese Kuhn Schädler, Vergiss das Träumen nicht. Texte für junge Menschen, Rex-Verlag 1992)

Schließlich scheint das Gedicht mit dieser Zeile zu Ende zu sein:

Der eine hat den Mut nicht mehr, da war es nur noch einer.

Ja, was soll dieser eine nun tun? Ebenfalls aufgeben? Den Bettel hinwerfen?

In der Jesusgeschichte ist es am Ende ausgerechnet ein Samariter, der zurückkehrt. Um zu verstehen, was ein Samariter damals war, muss man sich einen Loser vorstellen, einen Verlierer, auf dem immer alle herumtrampeln. Er ist anders, er macht nicht alles mit, er ist ein Außenseiter.

Noch einmal hören wir eine Geschichte von zehn Männern, die uns etwas erzählt von Gewinnern und Verlierern. Sie stammt aus China, und zwei Konfirmandinnen lesen sie vor:

Es waren einmal zehn Bauern, die gingen miteinander über das Feld. Sie wurden von einem schweren Gewitter überrascht und flüchteten sich in einen halb zerfallenen Tempel.

Donner aber kam immer näher, und es war ein Getöse, daß die Luft ringsum erzitterte. Kreisend fuhr ein Blitz fortwährend um den Tempel her. Die Bauern fürchteten sich sehr und dachten, es müsse wohl ein Sünder unter ihnen sein, den der Blitz erschlagen wolle.

Um herauszubringen, wer es sei, machten sie aus, ihre Strohhüte vor die Tür zu hängen; wessen Hut weggeweht werde, der solle sich draußen dem Schicksal stellen.

Kaum waren die Hüte draußen, so ward auch einer weggeweht, und mitleidlos stießen die andern den Unglücklichen vor die Tür.

Als er aber den Tempel verlassen hatte, da hörte der Blitz zu kreisen auf und schlug krachend – in den Tempel ein.

Der eine, den sie verstoßen hatten, war der einzige Gerechte gewesen, um dessentwillen der Blitz das Haus verschonte. So mussten die neun ihre Hartherzigkeit mit dem Leben bezahlen.

In dieser krassen Geschichte gewinnt der scheinbare Loser das Leben, und die scheinbaren Gewinner kommen um. Ähnlich ist es in der Jesusgeschichte: Die neun, die nicht danken können, verlieren im Grunde ihr Leben mit ihrer Ge-dankenlosigkeit. Sie verlieren unter der Hand, was ihnen Kostbares geschenkt ist. Sie sind nicht zufrieden, sie können nicht danken, ihre Freude nicht mit anderen teilen.

Aber der Samariter, der ewige Loser, hört von Jesus die Worte: „Dein Glaube hat dir geholfen.“ Jesus sagt das so, als ob die andern neun immer noch krank sind. Für ihn gilt nicht der Satz: „Hauptsache gesund!“ Wer körperlich gesund und stark ist und es nötig hat, auf schwächeren Menschen herumzuhacken, ist in Wirklichkeit krank im Kopf. Wer alles hat und doch nur jammert, ist unglücklicher als die alte Frau, die trotz ihrer Schmerzen jedem mit einem Lächeln begegnet und ihr letztes Geld hergeben würde, um einem zu helfen, dem es noch schlechter geht als ihr.

Wenn ihr an Gott glaubt, lasst euch nicht durch die beirren, die darüber Witze machen. Wenn ihr in der Kirche mitmacht, macht euch nichts draus, wenn andere das uncool finden. In der Kirche kommt es nicht auf die großen Zahlen an, sondern darauf, ob einem selber die Sache wichtig ist – und ob hier Menschen zu ihrem Recht kommen, die man anderswo immer nur niedermacht. Dann kann es mit dem Gedicht von den zehn kleinen Christen am Ende doch noch anders weitergehen:

Ein kleiner Christ, ach, der erscheint so klein,
wenn auch die Neune laufen gehn, Gott lässt ihn nicht allein.


wenn du und ich da auch mitmachen, dann sind es wieder zehn.

Amen!

Gott erfülle euch mit aller Freude und mit Frieden im Glauben. Amen.
Lied 584: Meine engen Grenzen

Liebe Gemeinde, manchmal provozieren uns unsere Konfis. Dann sagen sie so Sachen wie: „Sie glauben doch nicht wirklich, dass irgendeiner von den Konfirmanden das ernstnimmt, was Sie uns erzählen!“ Darauf sagen wir: „Ihr glaubt doch nicht wirklich, dass wir solche Sätze von euch für bare Münze nehmen!“ Im Konfi-Alter ist es manchmal schwer, zuzugeben, dass man auf Erwachsene hört und dass man mit Gott etwas anfangen kann.

Aber dass unsere Konfis auf ihre eigene Weise an Gott glauben, beweisen sie immer wieder. Als wir über das Glaubensbekenntnis sprachen, haben wir sie auch einmal darüber befragt, wie sie selber über Gott denken.

Sie tragen ihre Antworten selber vor, aber es sind im einzelnen nicht die Antworten, die sie selber gegeben haben:

Vielen von uns fällt ein, dass er die Menschen beschützt und auf sie aufpasst.

Er steht über uns, man ist bei ihm geborgen, er ist ein netter Mann und wenn ich Hilfe brauche, bekomme ich sie auch.

Wenn ich an Gott denke, fallen mir verschiedene Geschichten ein. Gott segnet mich. Wegen ihm bin ich Christ.

Gott ist überall, er ist ein mächtiger Herrscher und eine gütige Gestalt.

Wenn ich an Gott denke, fällt mir ein, dass ich, wenn ich sterbe, in den Himmel komme.

Wenn ich an Gott denke, fällt mir ein, dass mein Vater oben bei ihm ist und dass er auf ihn aufpasst.

Was sehen die Konfis vor sich, wenn sie an Gott denken? Sie wissen, man darf sich kein festes Bild von Gott machen. Aber wir alle verbinden das Wort „Gott“ mit bestimmten Vorstellungen. Welche sind das bei unseren Mädchen und Jungen?

Der Himmel. Wolken. Weißer Rauch.

Ein Mann auf Wolken. Ein mächtiger Herrscher.

Ein eher älterer Mann, der weise und nett aussieht.

Ein Mann mit einem weißen Gewand und einem langen Bart, mit einem Heiligenschein.

Ein Hippie mit langen Haaren.

Vielleicht ein weiser Mann, aber eigentlich stell ich mir nur den Himmel vor.

Eine helle Gestalt, die ich nicht richtig erkennen kann, denn sie leuchtet so sehr.

Nichts Bestimmtes, vielleicht ein helles Licht.

Ein Mann, der nach mir greift.

Wenn ich an Gott denke, sehe ich Jesus vor mir.

Der Glaube an Gott ist aber nicht nur eine Sache des Kopfes, sondern auch des Gefühls. Welche Gefühle haben unsere Konfis, wenn es um Gott geht?

Das kann man nicht beschreiben.

Ein komisches Gefühl, denn ich weiß nicht genau, ob es ihn gibt.

Ein gutes Gefühl. Dass er überall ist. Dass er bei mir ist. Ich fühle mich sicher.

Ein unsicheres Gefühl. Ein mulmiges. Dass ich beobachtet werde.

Ich habe das Gefühl, dass er auf mich aufpasst und dass ich weiterlebe.

Ich fühle, dass er mich beschützt und mich beobachtet und mir immer zuhört.

Wer wirklich ein Christ sein will, zeigt das auch in der Art, wie er lebt. Die Konfis haben wir gefragt, ob Gott wohl auch etwas von ihnen erwartet und ob sie bereit wären, etwas für Gott zu tun.

Gott will, dass ich mich an die Zehn Gebote halte.

Ich soll freundlich sein gegenüber anderen Menschen und versuchen, immer fair mit anderen umzugehen.

Gott erwartet von mir, dass ich nicht töten werde.

Gott erwartet, dass ich höflich bin und keine Straftaten begehe, dass ich nicht rauche oder schlimme Sachen mache.

Gott will, dass ich nicht sündige, dass ich an ihn glaube und regelmäßig in die Kirche gehe.

Er erwartet, dass ich mehr lerne und gute Noten schreibe.

Gott erwartet Glauben ohne Zweifel.

Was könnte ich freiwillig für Gott tun? Schlimme Sachen, die ich tun will, vermeiden.

Nicht an andere Götter glauben.

Meine Familie ehren, mehr lernen und freundlich sein.

Höflich sein, nett zu anderen sein, helfen, Streit zwischen zwei Menschen schlichten.

Der Kirche beitreten. Seinen Glauben verbreiten und ihm dienen.

Vielen Dank sage ich Euch, die Ihr vorgelesen habt und Euch allen, die Ihr Texte formuliert habt!

Als nächstes hören wir ein gesungenes Bekenntnis zu Jesus von unserem Konfirmandinnenchor mit fünf Konfirmandinnen. Danke schön auch an Frau Burk und an unsere Organistin Grit Laux, die das Lied mit ihnen eingeübt hat:

Konfirmandinnenchor: I Will Follow Him

Wir haben gehört, wie unterschiedlich sich der Glaube dieser jungen Leute ausprägt. Es ist normal, daß nicht einer wie der andere glaubt. Das ist ja auch bei Erwachsenen so.

Und schon damals, vor Hunderten von Jahren, als das Glaubensbekenntnis der Kirche entstand, war es ein Versuch, den Glauben vieler Christen so zu formulieren, dass sie sich alle gemeinsam zu Jesus Christus bekennen konnten, auch wenn nicht jeder alle einzelnen Worte und Bilder dieses Bekenntnisses auf die gleiche Weise glauben konnte.

Ihr werdet konfirmiert, ihr bekennt euch zu Gott – mit Fragen und Zweifeln, die ihr trotzdem habt. Ihr als Konfirmanden sprecht gemeinsam das Glaubensbekenntnis, die Gemeinde betet es still mit. Wir schließen alle gemeinsam mit „Amen.“

Glaubensbekenntnis
Lied 419: Hilf, Herr meines Lebens, dass ich nicht vergebens

Liebe Konfirmandinnen und liebe Konfirmanden!

Euer Konfi-Jahr ist zu Ende. Vieles war anstrengend, es gab auch auch vieles, was Spaß gemacht hat. Es gab Pflichten zu erfüllen, aber manchmal wurden Gespräche auch plötzlich interessant oder die Gruppe hat etwas unternommen, an das man sich gern erinnert.

Jetzt werdet ihr konfirmiert. Konfirmation heißt „Befestigung“, „Bekräftigung“, „Bestätigung“. Die einen bestätigen: „Ja, es war OK, dass meine Eltern mich damals haben taufen lassen!“ Fünf von euch sagen es heute: „Ja, ich will getauft werden!“ Die Konfirmation ist ein Ja zur Taufe. Ihr macht eure Sache mit Gott fest, und wir versprechen euch, dass Gott seinen Weg mit euch gehen will.

Manchmal sagt man zur Konfirmation auch Einsegnung. Für Euer Leben als Christen spreche ich Euch Gottes Segen zu. Segen ist das, was Gott Euch schenken wird. Gott schenkt eine Menge. Nicht immer das, was man sich wünscht. Er gibt das, was aus Eurem Leben ein erfülltes Leben macht. Ich sage Euch den Konfirmationsspruch als ein persönliches Segenswort für Euren Lebensweg, und ich segne Euch mit einem gemeinsamen Segen, der Euch mit der christlichen Gemeinschaft verbindet.

Einsegnung von 7 Konfirmandinnen und 12 Konfirmanden

Gott ist für euch da wie ein guter Vater und wie eine gute Mutter.
Jesus macht euch frei zum Leben
und sein Geist lässt in euch Glauben, Hoffnung, Liebe wachsen. Amen.

Gott, begleite die Neukonfirmierten auf ihrem Weg durchs Leben. Lass sie spüren, dass sie wertvolle Menschen sind. Hilf ihnen, verantwortungsvoll ihren eigenen Weg zu gehen, und schenke ihnen Aufmerksamkeit für das, was andere brauchen. Amen.

Worte an die Neukonfirmierten (Kirchenvorsteherin Burk)

Wir haben vorhin gehört, wie einer von zehn Geheilten Aussätzigen zu Jesus zurückkehrt und Danke sagt. Jetzt möchte ich Danke sagen, und zwar den Mitgliedern des Konfi-Teams, die mit mir gemeinsam die Konfirmandenarbeit in diesem Jahr vorbereitet, verantwortet und getragen haben.

Als Zeichen der Dankbarkeit überreiche ich Ihnen und Euch ein kleines Geschenk der Paulusgemeinde und wünsche auch Ihnen und Euch Gottes Segen!

Lied 632: Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht

Wir feiern miteinander das heilige Abendmahl. Die Konfirmierten empfangen es zuerst gemeinsam hier vorn. Danach teilen sie es der Gemeinde aus. Sie kommen zu Ihnen in die Bank- und Stuhlreihen und reichen Ihnen Brot in Körben und Saft in Bechern. Bitte geben Sie Brot und Saft weiter. Niemand muss am Abendmahl teilnehmen. Aber bitte bleiben Sie während der Feier mit uns zusammen. Reichen Sie den Korb oder den Becher einfach weiter.

Gott, du machst uns frei vom Bösen und von der Gleichgültigkeit, frei zum Guten und zur Liebe. In Jesus warst du auf der Erde – die Liebe in Person. Wie man Brot bricht und wie man Wein presst, so setzt er sein Leben für uns ein. Wir essen das Brot und trinken den Saft der Trauben. Wir teilen, was uns satt macht, und geben weiter, was uns leben lässt.

Zu dir rufen wir und preisen dich, Heiliger Gott:

Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosianna in der Höhe.

Vater unser und Abendmahl
Lied 622: Weißt du, wo der Himmel ist

Lasst uns nun gemeinsam beten.

Die Fürbitten haben unsere nun Konfirmierten selber formuliert, als wir sie fragten: Stell dir vor, Gott will dir etwas schenken, was man nicht für Geld kaufen kann! Was würdest du dir von ihm wünschen?

Gott, ich bitte dich um Gesundheit für mich und für Menschen, die ich mag, um Frieden und um ewiges Leben. Ich wünsche mir auch gute Noten in der Schule und Erfolg im Leben.

Gott, ich wünsche mir, dass ich meinen Freund bekomme, und dass ich und meine Familie bis an unser Lebensende glücklich sind.

Gott, ich wünsche mir, dass du immer bei mir bist und mich beschützt. Bitte lass nichts allzu Schlimmes passieren, wovor ich Angst habe.

Gott, mehrere von uns wünschten sich, wenn das möglich wäre, dass du ihnen die zurückgibst, die sie verloren haben, zum Beispiel den Vater, der gestorben ist, oder den Opa, der schon vor ihrer Geburt starb und den sie nie kennengelernt haben.

Gott, hilf allen, die traurig sind, dass sie mit ihrer Trauer nicht allein sind und Menschen haben, die für sie da sind. Wir denken auch an die Toten, die bei dir im Himmel sind. Lass sie in deinem Frieden ruhen.

Gott, ich bitte dich, dass ich lange lebe, dass meiner Familie und allen, die ich lieb hab, nichts zustößt, so dass sie normal leben können. Lass sie einmal eines natürlichen Todes sterben und schenke ihnen ewiges Leben.

Gott, ich danke dir für dieses Konfirmandenjahr. Für tausend gute Gespräche und kostbare Begegnungen mit den Jugendlichen, für gute Freundschaften und alle Zeichen von Respekt, die möglich waren, für jede Gelegenheit, mit dir in Berührung zu kommen und sich von dir etwas sagen zu lassen. Danke für die, die sich in der Gemeinde engagieren wollen.

Gott, begleite uns mit deiner Liebe an diesem Tag und unser Leben lang. Amen.

Lied: Halleluja, lobt Gott in sein‘m Heiligtum!
Ein Kreuz als Geschenk von der Kirche

Der Herr segne Euch und Er behüte Euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über Euch uns sei Euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf Euch und gebe Euch Frieden. „Amen, Amen, Amen.“

Auszug aus der Kirche und Orgelnachspiel

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