„Höre die Stimme meines Gunsterflehns!“

Ich habe einmal bewusst die Übersetzung von Martin Buber gewählt. Fremd klingt dieser Stil: „Ich stöhne zu dir!“ oder „Du schweigst mich ab!“ Ähnlich ist es mit der Musik wie hier mit dem Text eines alten Liedes: auch Musik lässt sich nicht vollständig in Worte übersetzen, sie vermag oft besser zu trösten oder zu ermutigen als ein Zuspruch mit Worten.

Portrait von Martin Buber

Portrait von Martin Buber (Quelle: Wikimedia Commons)

#predigtAbendgottesdienst am 4. Sonntag nach Trinitatis, 12. Juli 1981, um 19.00 Uhr in Heuchelheim (z. T. übernommen um 8.30 in Dorn-Assenheim, 9.30 in Beienheim, 13.00 in Staden)
Musik zum Eingang: Georg Friedrich Händel (1685-1759), Orgelkonzert Nr. 4, F-Dur: Allegro – Andante – Adagio – Allegro

Herzlich willkommen zu unserem Abendgottesdienst in der Heuchelheimer Kirche! Unsere Orgel ist nun wieder repariert, gereinigt und verschönert – das ist ein Grund zur Dankbarkeit. Dank ausdrücken möchten wir heute unter dem Motto: „Mit meinem Lied will ich Gott danken!“ Wir werden Lieder singen, werden Stücke von Bach, Händel und anderen hören, die uns Ralf Schäfer auf der Orgel spielt, und werden in der Predigt auch ein wenig über das Thema Musik und Gesang im Gottesdienst nachdenken. Die eigentliche Einweihung der renovierten Orgel wollen wir damit nicht vorwegnehmen – für die wollen wir uns in der Vorbereitung etwas mehr Zeit nehmen und bis nach den Sommerferien warten.

EKG 232, 1-2 (EG 325):

1. Sollt ich meinem Gott nicht singen? Sollt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut er’s mit mir mein’. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm bedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder. (Psalm 98, 1a)

Herr, wie oft singen wir das alte Lied: es ändert sich ja doch nichts, wie sind die Zeiten so schlecht geworden, was kann ich denn schon tun? Herr, wie oft ist unser Singen im Gottesdienst nur Pflichtübung – und wir fragen nicht nach, wenn wir etwas nicht verstehen, was wir singen. Und wenn Jugendliche begeistert sind von neuen Rhythmen, in ihren Discos und auch in modernen Beatmessen, dann heißt es oft: welch ein Lärm, das soll Musik sein? Singet dem Herrn ein neues Lied – aber wie? Herr, erbarme dich!

Ein neues Lied zu singen, hat nur Sinn, wenn sich wirklich etwas ändert in unserer Welt. Ein neues Lied zu singen, ermutigt uns Gott selber. Denn er hat gesagt: Siehe, ich mache alles neu! Ehre sei Gott in der Höhe! Lobsinget Gott, erhebet seinen Namen!

Wir beten mit Worten aus Psalm 28:

1 Wenn ich rufe zu dir, HERR, mein Fels, so schweige doch nicht, dass ich nicht, wenn du schweigst, gleich werde denen, die in die Grube fahren.

2 Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir schreie, wenn ich meine Hände aufhebe zu deinem heiligen Tempel.

6 Gelobt sei der HERR; denn er hat erhört die Stimme meines Flehens.

7 Der HERR ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hofft mein Herz, und mir ist geholfen. Nun ist mein Herz fröhlich, und ich will ihm danken mit meinem Lied.

Amen.

Schriftlesung: Matthäus 21, 14-17
EKG 197, 1+6-8 (EG 302):

1. Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn. Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd; ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.

6. Er ist das Licht der Blinden, erleuchtet ihr Gesicht, und die sich schwach befinden, die stellt er aufgericht’. Er liebet alle Frommen, und die ihm günstig sind, die finden, wenn sie kommen, an ihm den besten Freund.

7. Er ist der Fremden Hütte, die Waisen nimmt er an, erfüllt der Witwen Bitte, wird selbst ihr Trost und Mann. Die aber, die ihn hassen, bezahlet er mit Grimm, ihr Haus und wo sie saßen, das wirft er um und um.

8. Ach ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm; der Herr allein ist König, ich eine welke Blum. Jedoch weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt, ist’s billig, dass ich mehre sein Lob vor aller Welt.

Predigttext: Psalm 28, 1-9 (verdeutscht von Martin Buber)
Orgelmusik zur Meditation: Johann Sebastian Bach /1685-1750), Herzlich tut mich verlangen, Choralvorspiel aus dem Orgelbüchlein
Gnade und Friede sei mit uns allen. Amen.

Wir hören als Predigttext den Psalm 28. Es ist ein alter Text, in manchem uns fremd. Ich lese ihn in einer sehr nahe am Urtext bleibenden Übersetzung von Martin Buber, die auf uns wahrscheinlich fremdartig wirkt. Aber vielleicht kommt uns gerade dadurch dieses alte Lied aus der hebräischen Bibel wieder näher:

Von Dawid.

Zu dir rufe ich, DU,
mein Fels, sei nimmer mir taub!
Sonst, schweigst du mich ab,
gleiche ich den in die Grube Gesunknen.
Höre die Stimme meines Gunsterflehns,
wann ich stöhne zur dir,
wann meine Hände ich hebe
zur Zelle deines Heiligtums!

Zieh mich nimmer hinweg mit den Frevlern,
mit den Argwirkenden,
die Frieden reden mit ihren Genossen
und Böses ist in ihren Herzen!
Gib ihnen nach ihrem Wirken,
nach der Bosheit ihrer Sitten,
nach dem Tun ihrer Hände gib ihnen,
das von ihnen Gefertigte lass auf sie kehren!
Denn sie achten nicht auf SEINE Werke
und auf das Tun seiner Hände:
Er wird sie niederreißen und nicht wiedererbaun.

Gesegnet ER,
denn er hat gehört
die Stimme meines Gunsterflehns!
Er ist meine Wehr und mein Schild,
gesichert an ihm war mein Herz,
und mir ist geholfen worden.
Fröhlich ist nun mein Herz,
durch meinen Gesang will ich ihm danken.
ER ist Wehr seinem Volk,
Trutzwehr der Befreiungen
seines Gesalbten ist er.

Befreie dein Volk,
segne dein Eigentum,
weide sie,
trage sie
bis in die Weltzeit hin!

Liebe Gemeinde!

Ich habe einmal bewusst diese Übersetzung von Martin Buber gewählt, auch wenn wir beim einmaligen Hören sicher nicht alle Einzelheiten des Textes erfassen konnten. Fremd klingt uns dieser Stil, fremd sogar einzelne Wörter, die Martin Buber im Deutschen neu geprägt hat, weil es kein Wort gab – nach seiner Überzeugung -, das den ursprünglichen Sinn angemessen wiedergegeben hätte, z. B.: „Höre die Stimme meines Gunsterflehns!“ oder „ich stöhne zu dir!“ oder „du schweigst mich ab!“ In diesen Ausdrücken, die es in unserer Sprache eigentlich nicht gibt, klingt immer noch ein bisschen mehr an, als in einer normal klingenden, glatten Sprache gesagt werden könnte.

Ähnlich ist es mit der Musik überhaupt, wie hier mit dem Text eines alten Liedes: auch Musik lässt sich nicht vollständig in Worte übersetzen, sie löst mehr aus an Empfindungen, setzt mehr an Bewegung frei als manche Rede, sie vermag oft besser zu trösten oder zu ermutigen als ein Zuspruch mit Worten, in musikalischer Form ist manche Klage und mancher Aufschrei möglich, den wir uns in normalem Gespräch nicht erlauben würden, und manche Begeisterung wird wach, zu der wir uns sonst nicht so leicht hinreißen lassen würden.

Lieder haben etwas mit Bewegung zu tun – mit innerer Gefühlsbewegung, aber auch mit einer Bewegung nach außen hin: Lieder wollen gemeinsam gesungen werden und wollen begeistern zu gemeinsamem Tun. Auf dem Kirchentag in Hamburg haben wir davon etwas gespürt. Zehntausende gerade junger Menschen haben dort ihre Form gefunden, sich in Lied und Rhythmus im Rahmen der Kirche zu Hause zu fühlen.

Lieder – oder musikalische Werke überhaupt – müssen nicht unbedingt neu sein, um Menschen innerlich zu bewegen oder nach außen hin in Bewegung zu versetzen. Doch umgekehrt gilt wohl: unsere Musik – sei sie modern oder altvertraut – ist nur dann wirklich „geistliche“ Musik, wenn sie gerade das tut: wenn sie uns bewegt. „Geistlich“ kommt ja vom Wort Geist, meint den heiligen Geist, der Menschen verändert. Wo wir die Gesangbuchlieder nur als feierliche Bestandteile des Gottesdienstes sehen, die eben dazugehören, da lassen wir uns wahrscheinlich kaum in irgendeiner Weise bewegen – es sei denn von einem immer gleichen Gefühl selbstzufriedener Frömmigkeit. Oder auch, wo Konfirmanden dieselben Lieder im Grunde als langweilig empfinden – da stellt sich höchstens ein Gefühl des Ärgers ein. In beiden Fällen sind die Lieder tot.
Aber was tun?

1. Sich eingestehen, dass nicht jedem jede Musik gefällt, gelassen hinnehmen, dass Rock Ältere nicht anspricht, Gesangbuchlieder viele Jüngere kalt lassen.

2. Einmal auf den Text achten, auf Anstößiges, Ärgerliches, auf das, was den Dichter bewegt.

Das möchte ich am Beispiel eines sehr alten Liedes einmal tun, des Psalms 28, den wir als Predigttext gehört haben.

Dieses alte Lied ist ein Gebet. „Zu dir rufe ich, DU, mein Fels!“ beginnt es. Ein Gebet, das gar nicht in manche der vertraute Schemata passt, die uns vorschweben, wenn wir an das Gebet denken. Die ungewohnte Sprache von Martin Buber macht es deutlich: das ist kein stilles Gebet mit gefalteten Händen und gesenktem Kopf. Da betet nicht einer, der meint, er müsse sich Gott gegenüber in seiner Wortwahl zusammennehmen. Nein, das ist eine starke Sprache, das sind Worte, die alles an Gefühl ausdrücken, was in dem Betenden drinsteckt.

„Ich stöhne zu dir!“

„Ich hebe meine Hände!“

„Fröhlich ist nun mein Herz!“

Von der Klage gelangt er zur Freude, das Klagelied gehört in sein Gebet hinein, es bleibt aber nicht das einzige, was er singen kann. Und selbst der Zorn und der Ärger über andere Menschen hat in diesem Gebet Platz, wenn er sich empört über die, die friedlich reden, aber gewalttätig handeln.

Der ganze Mensch drückt sich in diesem Lied aus: mit seiner Traurigkeit und seiner Freude, mit seinem Zorn und mit seiner Sehnsucht, mit seinem Fühlen und seinem Nachdenken, mit seinem Stillsein und seinem Schreien, mit seinem Warten und seinem Handeln. Und da dieses Lied ein Gebet ist, das in Gott ein Gegenüber hat, verändert sich der Beter in diesem Lied auch. Das Singen, das Beten selbst setzt ihn in eine Bewegung, in der er sich verändert. Er erfährt, dass Gott ihn hört, die Stimme seines Gunsterflehns bleibt nicht ohne Antwort, sein Stöhnen zu Gott wird in Freude verwandelt, innere Sicherheit erfährt er in aller äußeren Ungesichertheit im Vertrauen zu Gott, Sicherheit, die nicht mit Unterdrückung, sondern mit Befreiung einhergeht:

„Fröhlich ist nun mein Herz, durch meinen Gesang will ich ihm danken. Er ist Wehr seinem Volk, Trutzwehr der Befreiungen seines Gesalbten ist er.“

Der Beter weiß wieder, woran er glaubt. Und auch sein eigenes Denken und Verhalten wird im Gebet anders: Wenn er an seine Feinde denkt, dann ist er nicht einfach von Rachegedanken erfüllt, wie wir es so oft vereinfacht annehmen, wenn wir an die Psalmen denken. „Zahle ihnen ihre Schlechtigkeiten heim!“ so heißt es in einer anderen Übersetzung. Aber wahrscheinlich übersetzt hier der Jude Martin Buber doch genauer:

„Nach dem Tun ihrer Hände gib ihnen, das von ihnen Gefertigte lass auf sie kehren!“

Es geht nicht um eine Strafe Gottes, die dem bösen Tun irgendwann folgt, sondern darum, dass das Böse schon für die Täter selbst böse Folgen hat. „Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“ – dieses Sprichwort drückt es am simpelsten aus. Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen, hat Jesus gesagt. Wer nicht lieben kann, ist unglücklich. Wer nichts zu verschenken hat, ist arm, innerlich und geistlich arm. Wer Menschen quält, zerstört seine eigene Menschlichkeit. Wer sich von fremden Leid nicht berühren lässt, wird auch mit eigenem Leid kaum fertigwerden.

Der Beter warnt seine Feinde und sich selbst vor den Folgen des Bösen. Sein Gefühl des Ärgers, des Zorns, oder auch der Furcht gegenüber dem Menschen, der als böse erlebt wir, verändert sich. Gott wird es überlassen, was er mit ihnen tun wird, für sich selber betet der Beter im Sinne der Vaterunser-Bitte: „Und führe mich nicht in Versuchung“:

„Zieh mich nimmer hinweg mit den Frevlern, mit den Argwirkenden, die Frieden reden mit ihren Genossen und Böses ist in ihren Herzen!“

Es ist heute wie damals eine große Versuchung, die Welt ihren zerstörerischen Gang gehen zu lassen, und beim alten Lied zu bleiben: Was können wir denn schon tun? Der Psalmbeter, dieser 3000 Jahre alte Liedermacher, singt dagegen ein neues Lied, sieht sich in die Geschichte Gottes mit seinem Volk hineingezogen: in eine Geschichte des Friedens und der Befreiung:

„Befreie dein Volk, segne dein Eigentum, weide sie, trage sie bis in die Weltzeit hin!“

Da sind kleine Friedensschritte gemeint und der Einsatz für die Freiheit des anderen Menschen, Offenheit für jedes Gespräch über den Frieden, Bereitschaft zu einem klärenden Streit und zur Versöhnung, das Gespür für das, was junge oder alte Mensche unfrei oder unglücklich macht, für Unrecht, das anderen angetan wird.

Von dieser Bewegung war auf dem Kirchentag etwas zu spüren – ob es um den Frieden ging, um die Gerechtigkeit für ausgebeutete Völker, um ein Erwachen aus einem erstarrten Glauben oder das Finden neuer, inhaltlich gefüllter Gemeinschaft.

Ob die Bewegung, die von Gott ausgeht, auch uns erreicht? Ob wir, die wir auf dem Kirchentag waren, in Bewegung bleiben werden? Ob unsere Lieder, unsere Musik und unsere Gebete uns helfen, uns aus Erstarrung zu lösen und in Bewegung zu bleiben? Wenn das der Fall ist, dann lohnt sich die Erhaltung einer Orgel, auch wenn sie so viel Geld kostet, wie jetzt bei unserer Orgel. Mit unserer Musik und unseren Liedern wollen auch wir Gott danken, wir wollen unsere Klagen vor Gott ausdrücken und unsere Sehnsüchte, unseren Ernst und unseren Spaß, unsere Traurigkeit und unsere Freude. Nicht zuletzt auch einfach die Freude an der Schönheit eines gut gespielten Orgelstücks. Amen.

Lied (vom Kirchentag in Hamburg): Selig seid ihr, wenn ihr einfach lebt…

Unser gütiger Gott, wir wollten dir Dank sagen mit unseren Liedern. Auch unsere Klage, auch unsere Bitten können wir in Lieder hineinlegen. Wir danken dir für die Möglichkeiten, die uns die Musik eröffnet, für ein Orgelspiel, das uns bewegt, für Lieder, die uns mitreißen, für altvertraute Gesänge, bei denen wir ein Gefühl von Geborgenheit und Zuhause spüren. Wir bitten dich auch: erhalte uns ein Gespür für die vielschichtigen Aussagen, die uns in den alten Liedern auch heute noch erreichen können; schenke uns Offenheit für die heutigen Versuche, in neuen Liedern unsere Zeit auszudrücken – mit unseren Gefühlen, Erfahrungen, Sehnsüchten und Aufgaben; gib uns Toleranz gegenüber musikalischen Formen, die uns persönlich nicht ansprechen, aber anderen Gemeindegliedern viel bedeuten, lass die überlieferten Formen von Orgelmusik und Gemeindegesang bestehen neben den neuen, vom Beat und Rock beeinflussten Klängen, die die Jugendlichen lieben. Nicht jede Form spricht jeden an, sprich du zu jedem von uns, zu jedem auf seine Weise. Lass jeden von uns dir mit seinem eigenen Lied danken, mit Liedern, die uns lange im Ohr bleiben. Amen.

Vater unser
Orgelmusik: Johann Sebastian Bach (1685-1750), Toccata und Fuge d-moll, BWV 565
Schlusswort mit Abkündigungen
Segen
EKG 186, 1-4 (EG 286):

1. Singt, singt dem Herren neue Lieder, er ist’s allein, der Wunder tut. Seht, seine Rechte sieget wieder, sein heilger Arm gibt Kraft und Mut. Wo sind nun alle unsre Leiden? Der Herr schafft Ruh und Sicherheit; er selber offenbart den Heiden sein Recht und seine Herrlichkeit.

2. Der Herr gedenkt an sein Erbarmen, und seine Wahrheit stehet fest; er trägt sein Volk auf seinen Armen und hilft, wenn alles uns verlässt. Bald schaut der ganze Kreis der Erde, wie unsers Gottes Huld erfreut. Gott will, dass sie ein Eden werde; rühm, Erde, Gottes Herrlichkeit!

3. Frohlocket, jauchzet, rühmet alle, erhebet ihn mit Lobgesang! Sein Lob tön im Posaunenschalle, in Psalter- und in Harfenklang! Auf, alle Völker, jauchzt zusammen, Gott macht, dass jeder jauchzen kann; sein Ruhm, sein Lob muss euch entflammen, kommt, betet euren König an!

4. Das Weltmeer brause aller Enden, jauchzt, Erde, Menschen, jauchzt vereint! Die Ströme klatschen wie mit Händen; ihr Berge, hüpft, der Herr erscheint! Er kommt, er naht sich, dass er richte den Erdkreis in Gerechtigkeit und zwischen Recht und Unrecht schlichte; des sich die Unschuld ewig freut.

Musik zum Ausgang: Vincent Lübeck (1654-1740), Praeludium F-Dur

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