Opfer bringen für Gott?

Mit dieser Ermahnung des Paulus schließt sich der Kreis: „Übt jemand Barmherzigkeit, so tue er’s gern.“ Das eigene Leben für Christus hinzugeben, ist kein Opfer, das man sich abquält. Wer Barmherzigkeit erfahren hat, soll das nachmachen. Unser vernünftiger Gottesdienst sieht so aus: Leben in Dankbarkeit, Hilfe, die man gern leistet, Einsatz füreinander und für die Gemeinde mit Lust und Liebe.

Ein Herz aus Holz und ein Kreuz, mit Stoff überzogen, liegen nebeneinander

Gottesdienst ist Glaube, der sich in der Liebe auswirkt (Bild: pixabay.com)

#predigtGottesdienst am 1. Sonntag nach Epiphanias, den 11. Januar 2004, um 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Ich begrüße alle herzlich im Gottesdienst mit dem Wort zur Woche aus dem Brief an die Römer 8, 14:

Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.

Heute ist der 1. Sonntag nach dem Fest des Sterns, der den Weisen aus dem Morgenland erschienen ist. Die Weisen haben dem Kind in der Krippe drei kostbare Geschenke mitgebracht. Bringen wir Jesus auch Geschenke mit, wenn wir zum Gottesdienst kommen? Bringen wir vielleicht sogar Opfer für Gott? Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns in diesem Gottesdienst.

Lied 73, 1+3-5+7-8:

1. Auf, Seele, auf und säume nicht, es bricht das Licht herfür; der Wunderstern gibt dir Bericht, der Held sei vor der Tür, der Held sei vor der Tür.

3. Gib acht auf diesen hellen Schein, der aufgegangen ist; er führet dich zum Kindelein, das heißet Jesus Christ, das heißet Jesus Christ.

4. Drum mache dich behende auf, befreit von aller Last, und lass nicht ab von deinem Lauf, bis du dies Kindlein hast, bis du dies Kindlein hast.

5. Halt dich im Glauben an das Wort, das fest ist und gewiss; das führet dich zum Lichte fort aus aller Finsternis, aus aller Finsternis.

7. Gib dich ihm selbst zum Opfer dar mit Geiste, Leib und Seel und singe mit der Engel Schar: »Hier ist Immanuel, hier ist Immanuel.«

8. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, wo man zum Leben geht; hier ist des Paradieses Pfort, die wieder offen steht, die wieder offen steht.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wir feiern Gottesdienst. In diesem Wort steckt auch das Wort „Dienen“. Das wichtigste am Gottesdienst ist, dass Gott uns dient.

Er schenkt uns sein Wort. Er wird Mensch in Jesus und befreit uns von Sünde. Er ist das Licht am Ende des Tunnels und zeigt uns den Weg zum Leben.

Das feiern wir im Gottesdienst, dass Gott uns dient.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Gottesdienst – Gott dient uns? Ist es nicht umgekehrt? Man muss mal wieder zum Gottesdienst. Man erfüllt seine christliche Pflicht. Gottesdienst als Arbeit, als fromme Leistung, als Opfer für Gott.

Verlangt Gott nicht auch Opfer von uns? Im Lied haben wir sogar gesungen: „Gib dich ihm selbst zum Opfer dar mit Geiste, Leib und Seel!“ Können wir das? Wollen wir das?

Was ist damit gemeint? Dass der, der helfen will, am Ende als Opfer dasteht? Dass der, der Opfer bringt, sich völlig ausnutzen lassen muss? Dass Christen sich füreinander aufopfern müssen?

Gott, wir möchten uns nicht aufopfern. Wir stöhnen unter Pflichten. Wir wehren uns gegen Zwang. Zeige uns, was du wirklich von uns willst. Wir rufen zu dir:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Die Weisen aus dem Osten erkennen Jesus als den Sohn des Höchsten. Allein dafür, dass es ihn gibt, wollen sie ihm danken. Sie bringen dem göttlichen Kind Geschenke mit, Gold für den Lebensunterhalt, Myrrhe als Heilkraut, um Schmerzen zu lindern, und Weihrauch, um das Kind den Duft des Himmels riechen zu lassen.

Auch unser Dienst für Gott kann so aussehen: dass wir danken lernen, dankbar leben, weiterschenken, was uns geschenkt ist.

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Gott, zeige uns, wie das geht: dankbar leben. Opfer bringen ohne Aufopferung. Hingabe ohne Verlust der eigenen Würde. Darum bitten wir dich im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören die Lesung aus dem Evangelium nach Lukas 21, 1-4:

1 Er blickte aber auf und sah, wie die Reichen ihre Opfer in den Gotteskasten einlegten.

2 Er sah aber auch eine arme Witwe, die legte dort zwei Scherflein ein.

3 Und er sprach: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr als sie alle eingelegt.

4 Denn diese alle haben etwas von ihrem Überfluss zu den Opfern eingelegt; sie aber hat von ihrer Armut alles eingelegt, was sie zum Leben hatte.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Glaubensbekenntnis
Lied 414:

1. Lass mich, o Herr, in allen Dingen auf deinen Willen sehn und dir mich weihn; gib selbst das Wollen und Vollbringen und lass mein Herz dir ganz geheiligt sein. Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist alles, was ich hab und bin.

2. Gib meinem Glauben Mut und Stärke und lass ihn in der Liebe tätig sein, dass man an seinen Früchten merke, er sei kein eitler Traum und falscher Schein. Er stärke mich in meiner Pilgerschaft und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft.

3. Lass mich, solang ich hier soll leben, in gut und bösen Tagen sein vergnügt und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Besten alles weislich fügt; gib Furcht und Demut, wann du mich beglückst, Geduld und Trost, wann du mir Trübsal schickst.

4. Ach, hilf mir beten, wachen, ringen, so will ich dir, wenn ich den Lauf vollbracht, stets Dank und Ruhm und Ehre bringen, dir, der du alles hast so wohl gemacht. Dann werd ich heilig, rein und dir geweiht, dein Lob verkündigen in Ewigkeit.

Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Zur Predigt hören wir aus dem Brief des Paulus an die Römer 12, 1-8:

1 Ich ermahne euch nun, liebe [Geschwister], durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst.

2 Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

3 Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, dass niemand mehr von sich halte, als sich’s gebührt zu halten, sondern dass er maßvoll von sich halte, ein jeder, wie Gott das Maß des Glaubens ausgeteilt hat.

4 Denn wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben,

5 so sind wir viele ein Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied,

6 und haben verschiedene Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Ist jemand prophetische Rede gegeben, so übe er sie dem Glauben gemäß.

7 Ist jemand ein Amt gegeben, so diene er. Ist jemand Lehre gegeben, so lehre er.

8 Ist jemand Ermahnung gegeben, so ermahne er. Gibt jemand, so gebe er mit lauterem Sinn. Steht jemand der Gemeinde vor, so sei er sorgfältig. Übt jemand Barmherzigkeit, so tue er’s gern.

Liebe Gemeinde! Paulus ermahnt uns, unsere Leiber hinzugeben. Was meint er damit? Sicher nichts Unanständiges. Man hätte das damals so missverstehen können. Immerhin gab es in vielen Religionen Tempelsklaven und –sklavinnen, die ihren Körper für sexuelle religiöse Riten hingaben. Aber im Glauben der Juden und Christen an den Einen Gott war selbstverständlich kein Platz für Götter und Göttinnen, deren Fruchtbarkeit man so anstacheln müsste.

Was soll das sonst heißen: Unsere Leiber als Opfer hingeben? Paulus sagt damit an die Adresse der Judenchristen, die früher im Tempelgottesdienst Tieropfer dargebracht hatten: Das müsst ihr nicht mehr tun. Einen anderen Gottesdienst sollt ihr feiern, einen vernünftigen Gottesdienst, keine Tiere schlachten, sondern euch selbst als lebendiges Opfer darbringen.

Was verlangt Paulus da? Opfert euch selbst – gebt eure Leiber hin!

Betrachten wir zunächst dieses Wort „Leib“. Damit übersetzt Martin Luther das griechische Wort „soma“. Das ist nicht der menschliche Körper im Gegensatz zu Geist und Seele, sondern der Leib in seiner Einheit mit der Seele. Unser Leib: sichtbarer, fühlbarer und zum Handeln fähiger Ausdruck unserer ganzen Person. Unsere Leiber hingeben heißt also: uns ganz hingeben, uns mit Leib und Seele einsetzen für eine Person oder Sache, die uns am Herzen liegt.

So können wir uns das Wort „Hingabe“ erklären, denn es ist uns in gewissem Sinn auch heute noch geläufig: Da spielt jemand mit Hingabe Klavier. Da widmet sich jemand mit Hingabe einer ehrenamtlichen Tätigkeit. Früher haben auch Liebespaare davon gesprochen, dass sie sich einander hingeben.

Immer ist damit gemeint, dass jemand sich einem Menschen, einer Sache oder einer Tätigkeit so stark verbunden fühlt, dass er all seine Kräfte dafür einsetzt. Und zwar ohne dass ihn das Überwindung kostet. Es macht einfach Spaß und Freude, das Werk gelingen zu sehen, das man aufbaut oder vorträgt oder zu dem man wertvolle Beiträge leistet. Es ist einfach selbstverständlich, für die Geliebte, für den Freund, für den Ehepartner alles zu tun. Nicht um sich damit ein unbequemes Opfer abzuverlangen, sondern einfach aus Liebe, aus Freundschaft oder aus Spaß an der Freude.

Dazu ruft Paulus auch die Christen auf. Nicht zur gequälten Pflichterfüllung als Christen, sondern zu einem Einsatz des ganzen Lebens, der sich selbstverständlich aus der Barmherzigkeit Gottes ergibt.

Ja, „durch die Barmherzigkeit Gottes“ ermahnt uns Paulus. Wer erfasst ist von Gottes Liebe, wer sich anrühren ließ von den Worten und Taten Jesu, der soll das alles nicht einfach nur für sich genießen, sondern mit andern teilen.

Damit stellt Paulus die alte Vorstellung vom Opfer völlig auf den Kopf. Er sagt: Gott hat nichts von toten Tieren, die ihm geopfert werden. Vor Urzeiten dachten die Menschen, man müsse den Göttern mit dem Opferfleisch etwas zu essen geben. So hatten schon die Juden niemals gedacht, sie wollten mit den Opfern Gott ein symbolisches Sühneopfer bringen – eigentlich müssten wir ja sterben als Strafe für unsere Sünde, stattdessen bitten wir Gott, das Tier als stellvertretendes Opfer anzunehmen und uns zu vergeben. Die Juden kannten auch schon das Dankopfer, besonders nach der Ernte, denn man wollte Gott von dem, was er den Menschen schenkt, dankbar etwas zurückgeben.

An solch ein Dankopfer erinnert das, was Paulus im Sinn hat, am ehesten. Gott braucht kein Essen, sagt er. Wir müssen uns auch nicht mehr mit Gott versöhnen; das hat Jesus in einer einmaligen Aktion am Kreuz getan, als er buchstäblich seinen Leib für uns alle geopfert hat. Nur Dank sind wir Gott schuldig. Aber er will keine Dankopfer in Form von toten Tieren, sondern indem wir als lebendige Menschen dankbar leben. Nur lebendige Opfer tragen Gottes Liebe auf Erden weiter.

Opfertiere im Alten Testament mussten heilig und fehlerlos sein. Paulus bezeichnet uns ohne Ausnahme als solche heiligen Opfer, die Gott gefallen. Wir sind heilig, wie Gott uns haben will? Ja! Und zwar indem Christus uns vergibt und wir diese Vergebung annehmen. Wir gefallen Gott? Ja! Aber nicht aufgrund eigener Leistungen, sondern weil Gott uns mit unendlicher Barmherzigkeit liebt.

Worin besteht nun konkret unser vernünftiger Gottesdienst, also die Hingabe unserer ganzen Person an Gott? Paulus sagt: Darin, dass „wir uns nicht dieser Welt gleichstellen“, sondern uns „ändern durch Erneuerung unseres Sinnes“. Es geht um eine neue Einstellung zum Leben.

Anscheinend meint Paulus: Wer auf Gott vertraut, wer Jesus nachfolgt, bei dem ergibt sich diese veränderte Lebenshaltung wie von selbst. Das traut Gott uns zu. Ganz selbständig sollen wir nämlich prüfen, „was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“

Später hat der Kirchenlehrer Augustin das Gleiche in dem griffigen Satz formuliert: „Liebe – und tu, was du willst!“ Wer von Christi Liebe erfüllt ist, gibt diese Liebe weiter, er braucht keine besonderen Anweisungen, wie er Liebe in die Tat umsetzen soll, er wird einfach wissen, was Gott in der konkreten Situation von ihm will.

Beispiele gibt Paulus allerdings doch für die veränderte Lebenseinstellung der Christen. Wichtig ist ihm, maßvoll zu bleiben in der eigenen Selbstdarstellung: „Niemand soll mehr von sich halten, als sich’s gebührt zu halten“, man soll sich also nicht größer und besser machen, als man ist, allerdings muss man sich auch nicht kleiner und schlechter darstellen, nur damit die andern einen dann vielleicht loben.

Zum Schluss benutzt Paulus das Bild des Leibes noch einmal anders. Er vergleicht die Gemeinde der Christen mit dem Leib Christi. „Wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, so sind wir viele ein Leib in Christus“. Alle zusammen bilden wir den Leib unseres Herrn, ganz eng gehören wir zusammen. Was einer tut oder lässt, betrifft auch die anderen; besonders stark machen wir uns das beim Abendmahl bewusst.

Dass wir gemeinsam den Leib der Gemeinde und damit den Leib Christi bilden, ist auch eine Entlastung. Denn nicht jeder muss alles tun, nicht jeder hat die gleiche Gabe und damit auch nicht die gleiche Aufgabe.

Paulus zählt Beispiele dafür auf, welche Fähigkeiten es in der Gemeinde geben kann und wie man sie ausüben sollte: „Ist jemand prophetische Rede gegeben, so übe er sie dem Glauben gemäß.“ Prophetisch reden heißt: Eingebungen Gottes weitersagen. Das soll „dem Glauben gemäß“ geschehen, nicht um Menschen Angst einzujagen oder sich selbst hervortun.

„Ist jemand ein Amt gegeben, so diene er.“ „Steht jemand der Gemeinde vor, so sei er sorgfältig.“ Das gilt jedem, der einen Beruf oder auch ein Ehrenamt ausübt. Man soll dieses Amt nicht dazu gebrauchen, um sich auf einen Sockel zu stellen, sondern einfach um einen Dienst für Gott und den Nächsten zu tun. Unser Kirchenvorstand nimmt sich diese Mahnung zu Herzen, das weiß ich.

„Ist jemand Lehre gegeben, so lehre er. Ist jemand Ermahnung gegeben, so ermahne er.“ Zweimal scheint Paulus sich schlicht zu wiederholen. Vielleicht will er sagen: Lehrer oder Berater sollen nicht denken, dass man sowieso nicht auf sie hört. Sie sollen nicht müde werden zu ermahnen, sollen ernstnehmen, dass sie etwas Wichtiges zu vermitteln haben.

„Gibt jemand, so gebe er mit lauterem Sinn.“ Hier geht es um Hilfe ohne Hintergedanken. Wer gibt, sollte es nicht nur tun, um sein Gewissen zu beruhigen oder weil es alle tun oder weil man eine Gegenleistung erhofft. Man darf auch Nein sagen, wenn man denkt, dass Hilfe nicht notwendig ist, oder man zur Hilfe wirklich nicht in der Lage ist oder auf andere Weise helfen möchte.

Mit der letzten Ermahnung des Paulus schließt sich der Kreis: „Übt jemand Barmherzigkeit, so tue er’s gern.“ Das eigene Leben für Christus hingeben, das ist kein Opfer, das man sich abquält. Wer selber Barmherzigkeit erfahren hat, der soll das einfach nachmachen. Unser vernünftiger Gottesdienst sieht so aus: Leben in Dankbarkeit, Hilfe, die man gern leistet, Einsatz füreinander und für die Gemeinde mit Lust und Liebe. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.
Lied 393, 6-8:

6. Kommt, Kinder, lasst uns gehen, der Vater gehet mit; er selbst will bei uns stehen bei jedem sauren Tritt; er will uns machen Mut, mit süßen Sonnenblicken uns locken und erquicken; ach ja, wir haben’s gut, ach ja, wir haben’s gut.

7. Kommt, Kinder, lasst uns wandern, wir gehen Hand in Hand; eins freuet sich am andern in diesem wilden Land. Kommt, lasst uns kindlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten; die Engel selbst begleiten als Brüder unsre Reihn, als Brüder unsre Reihn.

8. Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu; man trag, man helfe allen, man pflanze Lieb und Ruh. Kommt, bindet fester an; ein jeder sei der Kleinste, doch auch wohl gern der Reinste auf unsrer Liebesbahn, auf unsrer Liebesbahn.

Lasst uns beten!

Gott, zeige uns unsere Begabungen und mach uns Mut, sie mit Hingabe und Freude einzusetzen, miteinander und füreinander. Lass uns ebenso dankbar Hilfe annehmen wie Hilfe leisten, wo sie nötig ist. Hilf uns, den Weg der Gerechtigkeit und des Friedens zu gehen, auch wenn es uns etwas kostet.

Wir bitten dich für Menschen, die unbarmherzig leben, die ihre Mitmenschen quälen, ständig Streit suchen und nur an den eigenen Vorteil denken. Konfrontiere sie mit ihrer Hartherzigkeit und mach ihnen bewusst, wie viel Liebe du ihnen geschenkt hast.

Wir bitten dich für Menschen, die sich nichts zutrauen. Lass sie erkennen, welche Stärken sie haben, hilf ihnen, Vergebung anzunehmen und sich von Einflüssen zu trennen, die ihnen einreden, sie seien böse.

Insbesondere beten wir heute für zwei verstorbene Mitglieder unserer Gemeinde: Für Frau … und für Herrn … . Schenke ihnen im Vertrauen auf die Auferstehung deines Sohnes Jesus Christus das ewige Leben in deinem Reich und begleite die Angehörigen auf ihrem Weg der Trauer mit deinem Trost. Amen.

In der Stille bringen wir vor Gott, was wir außerdem auf dem Herzen haben:

Gebetsstille und Vater unser
Lied 629: Liebe ist nicht nur ein Wort
Abkündigungen

Und nun lasst uns mit Gottes Segen in den Sonntag gehen – wer möchte, ist im Anschluss noch herzlich zum Beisammensein mit Kaffee oder Tee im Gemeindesaal eingeladen.

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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