„Willst du gesund werden?“

Gesundheit und Ge-Sundung von der Sünde.

Als ich dachte, Gott sitzt mir im Nacken, entgegnete mir ein sehr guter Therapeut, Richard Erskine: „Mag sein. Aber er ist es nicht, der dich niederdrückt. Lasten legen dir andere auf. Aber er hilft sie dir tragen. Stell dir vor, dass Gott mit sanften Fingern deinen Nacken massiert, dass er dir hilft, dich aufzurichten.“

Sanfte Nacken-Massage

Sanfte Massage statt übermenschlicher Druck im Nacken (Bild: pixabay.com)

#predigtGottesdienst zur Einführung von Krankenhauspfarrer Helmut Schütz am Mittwoch, den 10. Mai 1989 um 16.00 Uhr in der Kapelle der Landesnervenklinik Alzey
Begrüßung durch den Vorsitzenden der Dekanatssynode, Herrn Zimmermann
Lied 370, 1-4:

Wie lieblich ist der Maien aus lauter Gottesgüt, des sich die Menschen freuen, weil alles grünt und blüht. Die Tier sieht man jetzt springen mit Lust auf grüner Weid, die Vöglein hört man singen, die loben Gott mit Freud.

Herr, dir sei Lob und Ehre für solche Gaben dein! Die Blüt zur Frucht vermehre, lass sie ersprießlich sein. Es steht in deinen Händen, dein Macht und Güt ist groß; drum wollst du von uns wenden Mehltau, Frost, Reif und Schloß‘.

Herr, lass die Sonne blicken ins finstre Herze mein, damit sichs möge schicken, fröhlich im Geist zu sein, die größte Lust zu haben allein an deinem Wort, das mich im Kreuz kann laben und weist des Himmels Pfort.

Mein Arbeit hilf vollbringen zu Lob dem Namen dein und lass mir wohl gelingen, im Geist fruchtbar zu sein; die Blümlein lass aufgehen von Tugend mancherlei, damit ich mög bestehen und nicht verwerflich sei.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Lasst uns beten mit Worten des Psalms 66:

1 Jauchzet Gott, alle Lande!

2 Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich!

3 Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke! Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht.

4 Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen.

5 Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.

6 Er verwandelte das Meer in trockenes Land, sie konnten zu Fuß durch den Strom gehen. Darum freuen wir uns seiner.

8 Lobet, ihr Völker, unsern Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen,

9 der unsre Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füße nicht gleiten.

10 Denn, Gott, du hast uns geprüft und geläutert, wie das Silber geläutert wird;

11 du hast uns in den Turm werfen lassen, du hast auf unsern Rücken eine Last gelegt,

12 du hast Menschen über unser Haupt kommen lassen, wir sind in Feuer und Wasser geraten. Aber du hast uns herausgeführt und uns erquickt.

16 Kommt her, höret zu, alle, die ihr Gott fürchtet; ich will erzählen, was er an mir getan hat.

17 Zu ihm rief ich mit meinem Munde und pries ihn mit meiner Zunge.

18 Wenn ich Unrechtes vorgehabt hätte in meinem Herzen, so hätte der Herr nicht gehört.

19 Aber Gott hat mich erhört und gemerkt auf mein Flehen.

20 Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Mit Dank und Lob kommen wir vor dich, Gott, aber auch mit Fragen und mit Klagen. Wir können alles vor dich bringen, und du hörst uns. Und auch, wenn wir nichts von dir spüren, wenn wir uns schwertun mit dem Glauben: Wir können doch heute wieder neu mit dir anfangen. Du wartest auf uns, du willst zu uns reden, auch heute in diesem Gottesdienst. Hilf uns, dich zu hören – so bitten wir dich in Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Blockflötenmusik (Frau Schüßler)
Ansprache des Einführenden, Herrn Propst Kern
Lied 288, 1-2:

In dir ist Freude in allem Leide, o du süßer Jesu Christ! Durch dich wir haben himmlische Gaben, du der wahre Heiland bist; hilfest von Schanden, rettest von Banden. Wer dir vertrauet, hat wohl gebauet, wird ewig bleiben. Halleluja. Zu deiner Güte steht unser Gmüte, an dir wir kleben im Tod und Leben; nichts kann uns scheiden. Halleluja.

Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden Teufel, Welt, Sünd oder Tod; du hasts in Händen, kannst alles wenden, wie nur heißen mag die Not. Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren mit hellem Schalle, freuen uns alle zu dieser Stunde. Halleluja. Wir jubilieren und triumphieren, lieben und loben dein Macht dort droben mit Herz und Munde. Halleluja.

Einführung (Propst Kern)
Schriftlesungen (Wiegand/Hinnenthal)
Frage an den neuen Pfarrer
Frage an den Dekanatssynodalvorstand
Gebet
Sendung
Biblische Voten (Wiegand/Hinnenthal/Busch/Gather)
Segen
Lied 126, 1-4:

Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, dein Heilgen Geist du zu uns send, mit Hilf und Gnad er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ.

Tu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr, stärk den Verstand, dass uns dein Nam werd wohl bekannt,

bis wir singen mit Gottes Heer: „Heilig, heilig ist Gott der Herr!“ und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem Heilgen Geist in einem Thron; der Heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Liebe Gemeinde,

ich bin nun offiziell in meinen Dienst an der Landesnervenklinik und auch am Kreiskrankenhaus in Alzey eingeführt worden; und in einer aus dem Alltag herausgehobenen Weise ist hier eine ganze Reihe derer versammelt, mit denen ich begonnen habe, zusammenzuarbeiten: Patienten und Pflegekräfte, Ärzte, Therapeuten, Sozialarbeiter, Pfarrerkollegen, Leute aus der Klinikverwaltung hier oben und im Kreiskrankenhaus, und auch noch andere, die ich nicht alle aufzählen kann. Auch ein paar vertraute Gesichter aus der früheren Gemeinde sehe ich unter uns, die ihre alte Pfarrerfamilie noch ein Stückchen in das Neuland hinein begleiten wollen.

Es ist wirklich schön, am Anfang einer neuen Tätigkeit sozusagen an die Hand genommen und „eingeführt“ zu werden. In vielen Gesprächen mit Mitarbeitern auf den Stationen ist das bisher ganz praktisch/alltäglich schon geschehen, und dieser Gottesdienst heute ist vielleicht dafür das Tüpfelchen auf dem „i“. Ich bin deshalb so dankbar dafür, weil ich als Seelsorger auch selber nötig Seelsorge brauche, und so am Anfang als Neuling auf dem Gebiet der Krankenhausseelsorge brauche ich davon wohl besonders viel. Es tut gut, zu hören: Das ist deine Aufgabe! Das trauen wir dir zu! Und es ist gut zu hören: Dabei lassen wir dich nicht allein! Wir unterstützen dich! Wir wollen in gutem Einvernehmen miteinander zusammenarbeiten! Und es tut gut, in all dem und durch all diese Stimmen hindurch noch einen anderen Zuspruch zu hören, Gottes Zuspruch, denn ich bin davon überzeugt: Wo wirklich Seel-Sorge geschieht, da wird es wahr und offenbar, dass im Grunde Gott sich um uns kümmert. Wo Seelsorge geschieht, da sind wir Mitarbeiter von Gott, da sind wir in die Liebe hineingenommen, mit der Gott uns liebt. Gott ist die Kraft in den Schwachen und macht gerade die stark, die nicht perfekt sind, die nicht immer alles schaffen, die ihre Schwächen haben und denen es nicht immer gut geht.

Wie Gott sich um die Menschen kümmert, wie er sich um die Seele der Menschen sorgt und auch um ihren Leib – beides wird ja in der Bibel nicht getrennt gesehen – das können wir in den Jesusgeschichten der Bibel nachlesen. Eine davon möchte ich nun nacherzählen.

Johannes berichtet im 5. Kapitel seines Evangeliums, dass Jesus anlässlich eines Festes „hinauf nach Jerusalem zog“. Und wohin geht er zuerst bei diesem Besuch in Jerusalem? Sein erster Weg führt ihn in ein Krankenhaus, das mit diesen Worten beschrieben wird (Johannes 5):

2 Es ist aber in Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der heißt auf hebräisch Betesda. Dort sind fünf Hallen;

3 in denen lagen viele Kranke, Blinde, Lahme, Ausgezehrte.

Was wird nun geschehen? Wird Jesus seine Wunderkraft ausspielen und all diese Kranken heilen?

Wie sehr wünschten auch wir, dass manchmal ein Wunder geschähe und manches quälende Leiden, manche Krankheit, mancher Schmerz wäre einfach vorbei! Aber wir wissen – in den meisten Fällen hoffen wir auf solche Wunder vergeblich.

Wie ist es nun in der biblischen Geschichte? Interessanterweise heilt Jesus gar nicht alle diese Kranken. Obwohl sie alle auf ein Wunder hoffen. Sie warten auf ein Wunder, so heißt es jedenfalls in einem kleinen Abschnitt, der wohl erst später ins Evangelium eingefügt worden ist:

Sie warteten darauf, dass sich das Wasser bewegte.

4 Denn der Engel des Herrn fuhr von Zeit zu Zeit herab in den Teich und bewegte das Wasser. Wer nun zuerst hineinstieg, nachdem sich das Wasser bewegt hatte, der wurde gesund, an welcher Krankheit er auch litt.

Was tut Jesus? Jesus lässt sie weiter hoffen und warten, das muss man wohl so hart sagen, und wendet sich nur einem einzigen Mann zu. Warum gerade diesem? Das wird nicht gesagt. Nicht einmal sein Name, nicht einmal die Art seiner Krankheit wird uns verraten. Dass er nicht einmal ein netter Mensch war, das erfahren wir später. Es wird nur gesagt:

5 Es war aber dort ein Mensch, der lag achtunddreißig Jahre krank.

Und dann sagt Jesus einen Satz, der sehr merkwürdig klingt:

6 Als Jesus den liegen sah und vernahm, dass er schon so lange gelegen hatte, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden?

Was für eine Frage! Warum sollte er nicht gesund werden wollen? Wer will denn krank bleiben?

Aber ist die Frage wirklich so verkehrt? Erleben wir nicht immer wieder, dass wir von unseren Krankheiten auch manchen Vorteil haben? Von einem Kranken wird nicht so viel erwartet, ein Kranker wird umsorgt. Ein Urlaub im dicksten Vorweihnachtsstress – welcher Pfarrer würde sich den nehmen wollen? Aber dann schafft man so lange, bis man vor Erschöpfung nicht mehr kann oder bis sich – noch harmlos – eine kräftige Grippe anmeldet. Dann muss man sich ausruhen. Das heißt: manche Krankheit ist vielleicht eine eher gesunde Reaktion des Körpers oder der Seele auf die sehr ungesunde Art, wie wir oft mit uns umgehen. Natürlich ist keiner gern krank, aber für viele Menschen scheint eine Krankheit die einzige verzweifelte Möglichkeit zu sein, dass sie auch einmal Ruhe finden und dass man sich um sie kümmert.

„Willst du gesund werden?“ fragt Jesus. Was meint er eigentlich? Meint er medizinische Heilung von seiner Krankheit? Oder meint er mehr?

7 Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt ein anderer vor mir hinein.

Er antwortet nicht direkt auf die Frage. „Gesund werden“, das scheint für ihn gar nicht zur Debatte zu stehen. Das scheint er gar nicht mehr zu erhoffen. Stattdessen benennt er im Grunde, woran er leidet, mit einem Satz, der auch heute noch für viele aktuell ist: „Herr, ich habe keinen Menschen!“ Anscheinend gehören zur Gesundheit auch die anderen, das heißt, ein Teil der Krankheit dieses Mannes besteht auch darin, dass er zu seinen Mitmenschen keinen Kontakt findet.

Aber nun ist einer da, der zu ihm Kontakt aufnehmen will. Wie schwer fällt ihm das, diesen Kontakt zuzulassen, diesen Jesus an sich heranzulassen! Nein, er antwortet nicht auf die Frage: „Willst du gesund werden!“ Er sagt weder klar „Ja“ oder „Nein“. Er übernimmt keine Verantwortung dafür, an seiner Gesundung mitzuarbeiten. Und was tut Jesus nun? Ist seine Seelsorge nun am Ende? Nein.

8 Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin!

Er mutet ihm etwas zu, er traut ihm etwas zu, was 38 Jahre lang keiner von ihm erwartet hatte, und seine Ausstrahlung, seine heilende Kraft muss so stark gewesen sein, dass der Kranke wirklich auch aufstehen kann! Was er nicht einmal erträumt hätte, geschieht:

9 Und sogleich wurde der Mensch gesund und nahm sein Bett und ging hin.

Hier könnte die Geschichte zu Ende sein, aber dann wäre es vielleicht doch nur eine Wundergeschichte, die uns etwas unbefriedigt zurücklässt. Schließlich sind wir nicht solche tollen Seelsorger, nicht solche Supertherapeuten wie Jesus.

Aber interessant ist: die Wunderheilung an sich wird ja nur in einem kleinen Satz erwähnt, wird gar nicht so wichtig genommen. Was danach kommt, wird ausführlich und breit erzählt, nämlich was der soeben geheilte Mensch nun mit seiner wiedergewonnenen Gesundheit anfängt:

Es war aber an dem Tag Sabbat.

10 Da sprachen die Juden zu dem, der gesund geworden war: Es ist heute Sabbat; du darfst dein Bett nicht tragen.

11 Er antwortete ihnen: Der mich gesund gemacht hat, sprach zu mir: Nimm dein Bett und geh hin!

Was passiert hier? Der nunmehr Gesunde kommt in eine Stress-Situation. Er wird angegriffen: „Warum trägst du dein Bett am Sabbat?“ Und hier wird klar: Geändert hat sich der Mann nicht. Er sagt nicht etwa: „Ich trage mein Bett heim, weil ich gerade gesund geworden bin, warum greift ihr mich denn an, freut euch doch mit mir!“ Nein, er schiebt immer noch alle Verantwortung von sich weg. Und als sie ihn fragten:

12 Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm dein Bett und geh hin?

– da hätte es ihnen der Geheilte am liebsten gleich verraten, nur – er

13 wusste nicht, wer es war; denn Jesus war entwichen, da so viel Volk an dem Ort war.

Anscheinend sieht auch Jesus selbst seine seelsorgerliche Aufgabe an dem Mann nicht beendet. Als er ihn noch einmal trifft, erinnert er ihn an seine Verantwortung.

14 Danach fand ihn Jesus im Tempel und sprach zu ihm: Siehe, du bist gesund geworden; sündige hinfort nicht mehr, dass dir nicht etwas Schlimmeres widerfahre.

Gesundheit ist für Jesus also auch so etwas wie Ge-Sundung von der Sünde, im Reinen sein mit Gott und mit seinen Mitmenschen, verantwortlich leben können. Und umgekehrt: Es gibt etwas Schlimmeres als die medizinisch feststellbare Krankheit – nämlich dass man niemanden, weder Gott noch Mensch, an sich heranlassen will, dass man sich im Grunde nicht helfen lassen will, dass man sich aber auch nicht berühren lassen will von einem fremden Schicksal.

Wie gleichgültig dem von Jesus geheilten Menschen dieser Mann Jesus ist, zeigt sich sofort:

15 Der Mensch ging hin und berichtete den Behörden, es sei Jesus, der ihn gesund gemacht habe.

16 Darum verfolgten sie Jesus, weil er dies am Sabbat getan hatte.

Der, dem Jesus geholfen hat, wird zum Mittäter, zum Mitschuldigen an der späteren Verurteilung Jesu.

Ich finde diese Geschichte trotz des schlimmen Ausgangs tröstlich. Sie ist nämlich realistisch und zeigt, dass Gottes Seelsorge an uns nicht über der Wirklichkeit schwebt, sondern mitten in unserer Welt stattfindet. Jesus geht auch dem nach, der ihn später ans Messer liefert, spricht ihn an, gibt ihn nicht auf, traut ihm viel zu, ermahnt ihn, auch wenn er am Ende erfolglos bleibt. Gott geht nicht als Supermann durch unsere Welt, nicht als ein Mensch, der mit übermenschlichen Kräften ausgestattet ist. Göttlich und für uns immer wieder unbegreiflich ist allerdings, wie kompromisslos Gott alle Menschen liebt, alle Menschen, auch die, die an seine Güte gar nicht mehr glauben können, und sogar die, die ihn längst vergessen und abgehakt haben.

An diesen Gott glaube ich, von diesem Jesus fühle ich mich gehalten. Als ich einmal dachte, dass Gott mir im Nacken sitzt und mich bedrängt, dreifach als Vater, Sohn und Heiliger Geist, da entgegnete mir ein sehr guter Therapeut und Seelsorger, ein amerikanischer übrigens: „Mag sein, dass Gott dir im Nacken sitzt. Aber er ist es nicht, der dich niederdrückt. Lasten legen dir andere auf. Aber er hilft sie dir tragen. Stell dir vor, dass Gott mit sanften Fingern deinen Nacken massiert, dass er dir hilft, dich aufzurichten, dass er dich freier atmen lässt.“ Ja, so kann Seelsorge aussehen, die wir einander geben können, nicht nur wenn wir Pfarrer oder Kirchenleute sind. Jeder kann dem anderen ein Seelsorger sein, alle können das, die füreinander etwas übrig haben, alle, die auch bereit sind, von anderen, von Gott etwas anzunehmen. Amen.

Und der Friede Gottes, der viel größer ist, als unser Denken und Fühlen erfassen kann, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.

Nun folgt ein Experiment, nämlich der Versuch, ein Lied zu singen, das sehr schön, aber vielleicht den meisten nicht bekannt ist. Herr Vogel spielt zunächst die Melodie vor, dann wird er uns durch das Lied führen, und zwar ist es das Lied 272, und wir singen daraus die Strophen 6-8:

Kommt, Kinder, lasst uns gehen, der Vater gehet mit; er selbst will bei uns stehen bei jedem sauren Tritt; er will uns machen Mut, mit süßen Sonnenblicken uns locken und erquicken; ach ja, wir habens gut, ach ja, wir habens gut.

Kommt, Kinder, lasst uns wandern, wir gehen Hand in Hand; eins freuet sich am andern in diesem wilden Land. Kommt, lasst uns kindlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten, die Engel selbst begleiten als Brüder unsre Reihn, als Brüder unsre Reihn.

Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu; man trag, man helfe allen, man pflanze Lieb und Ruh. Kommt, bindet fester an; ein jeder sei der Kleinste, doch auch wohl gern der Reinste auf unsrer Liebesbahn, auf unsrer Liebesbahn.

Lasst uns beten.

Barmherziger, guter Gott, unser Seelsorger in Jesus Christus! Du bist bei uns, wenn wir uns stark fühlen, wenn wir einander weiterhelfen können. Dann lass uns dankbar sein! Du bist auch bei uns, wenn wir schwach sind und nicht mehr weiterwissen. Dann mach uns klar, dass es Hilfe gibt, dass wir uns nicht allein durchbeißen müssen.

Weitere Fürbitten (Schüßler / Jung / Schmid)
Vater unser

Zum Schluss singen wir unser gewohntes Lied zum Abschluss unserer Gottesdienste in der LNK: Lied 141, 3:

Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang gleichermaßen, segne unser täglich Brot, segne unser Tun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben.

Im Anschluss an diesen Gottesdienst sind alle Anwesenden – ich betone, alle Anwesenden – zu einem kleinen Empfang im Personalspeiseraum der Klinik eingeladen! Alle können mitkommen, es gibt ein bisschen zu trinken – keinen Alkohol, nur Wasser und Saft, auch das kann schmecken – und ein bisschen zu essen, und wir können vor allem noch miteinander sprechen.

Und nun lasst uns mit Gottes Segen hinausgehen:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.