Liebe zulassen

Liebenswert ist ein Mensch nicht, wenn er so tut, als sei er perfekt, sondern weil er von Gott geliebt ist und sich so annehmen darf, wie er ist. Liebenswerte Menschen brauchen und ergänzen einander, nehmen einander in Anspruch und gehen sich auch auf die Nerven. Manchmal stehen wir mit leeren Händen da und wünschen, dass uns die Hände gefüllt werden.

Ein Kreuz an einer Halskette, die zu einem Herz geformt ist

Im Kreuz Jesu offenbart sich die Liebe Gottes zu uns Menschen (Bild: pixabay.com)

#predigtAbendmahlsgottesdienst am 13. Sonntag nach Trinitatis, den 5. September 2004, um 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Ich begrüße alle herzlich im Abendmahlsgottesdienst in der Pauluskirche!

Die Liebe ist unser Thema heute – die Gottesliebe und die Nächstenliebe. Wie hängen diese beiden Arten von Liebe zusammen?

Im Text zur Predigt wird eine Gleichung aufgestellt: „Liebe = Gott in uns“. Wir werden sehen, wie das gemeint ist.

Lied 428: Komm in unsre stolze Welt
Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wir beten mit Worten des Psalms 119:

137 Herr, du bist gerecht, und deine Urteile sind richtig.

138 Du hast deine Mahnungen geboten in Gerechtigkeit und großer Treue.

140 Dein Wort ist ganz durchläutert, und dein Knecht hat es lieb.

141 Ich bin gering und verachtet; ich vergesse aber nicht deine Befehle.

142 Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, und dein Gesetz ist Wahrheit.

143 Angst und Not haben mich getroffen; ich habe aber Freude an deinen Geboten.

144 Deine Mahnungen sind gerecht in Ewigkeit; unterweise mich, so lebe ich.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Wir haben im Psalm 119 die Worte eines alten Liedes aus dem Volk Israel mitgebetet. Es ist mit 176 Versen der längste Psalm der Bibel und ist eine große Liebeserklärung an Gott und seine Weisungen an die Menschen.

Wie geht es uns mit der Liebe zu Gott? Haben wir eine so herzliche Beziehung zu ihm? Könnten wir sagen: „Ich habe Freude an deinen Geboten?“ „Ich habe das Gesetz Gottes lieb?“ Können wir das Lebensgefühl nachempfinden: „Wenn du mich führst, dann lebe ich!“?

Oder denken wir bei der Liebe zu Gott an eine Forderung, die uns Mühe macht? „Wir sollen Gott fürchten und lieben“, hieß es in der Erklärung Luthers zu den Zehn Geboten. Kann man denn auf Kommando lieben? Gott, wir rufen zu dir:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Der Apostel Johannes macht uns Mut zum Lieben. Er sagt (1. Johannes 4):

19 Lasst uns lieben, denn [Gott] hat uns zuerst geliebt.

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Gott im Himmel, du bist kein Tyrann im Himmel, du hältst uns nicht als Sklaven. Du hast uns lieb als deine Kinder, und die Gebote gibst du uns, damit wir nicht uns oder anderen Menschen Schaden zufügen.

Lass uns lernen, Liebe anzunehmen und Liebe zu üben. Darum bitten wir dich im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören die Lesung aus 1. Johannes 4, 7-12:

7 Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist von Gott geboren und kennt Gott.

8 Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe.

9 Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen.

10 Darin besteht die Liebe: nicht, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsere Sünden.

11 Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben.

12 Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja! „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Glaubensbekenntnis
Lied 409: Gott liebt diese Welt
Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

„Ihr Lieben!“ So beginnt unser Predigttext, wir haben ihn schon gehört. „Ihr Lieben!“ So warm und vertraut redet Johannes seine Leser an; er fühlt sich ihnen eng verbunden, auch wenn er sie vielleicht gar nicht persönlich kennt. Wenn ich am Anfang einer Predigt sage: „Liebe Gemeinde!“, dann hat das einen ähnlichen Grund. Wir hier in der Kirche sind zwar nicht alle befreundet oder verwandt; aber uns verbindet die Tatsache, dass wir hier auf Gott hören und ihm glauben möchten, dass er uns alle liebt.

„Ihr Lieben!“ Einzelne von Ihnen, von euch, mögen sich einsam fühlen; hier in der Kirche gehören alle dazu. Alle sind willkommen im Haus Gottes: Konfis und Erwachsene, Arme und Reiche, Gesunde und Kranke. Gott unterscheidet nicht wie wir, es gibt für ihn nicht Menschen erster oder zweiter Klasse. Gerade die Schwachen, die nicht mehr weiter wissen, die hat er besonders ins Herz geschlossen.

Wörtlich aus dem Griechischen übersetzt lautet die Anrede an uns im Johannesbrief anders: „Geliebte!“ Das klingt im Deutschen missverständlich, weil wir dieses Wort für erotische Beziehungen reserviert haben. Johannes lässt in seiner Anrede anklingen, dass wir, ehe wir anfangen zu lieben, geliebte Menschen sind: von Gott geliebt.

Johannes fängt also nicht mit einer Forderung an: „Ihr sollt Gott lieben!“, sondern mit einem Zuspruch: „Ihr Lieben, ihr seid die Geliebten Gottes, Gott hat euch lieb!“

Dann allerdings folgt eine Formulierung, die wie eine Forderung klingt, jedenfalls wie eine Aufforderung:

7 Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben.

Wie ich schon fragte: Kann man auf Kommando lieben? Kann man zur Liebe auffordern, so wie man sagt: „Lasst uns jetzt gemeinsam ein Lied singen!“?

Sicher kann man Liebe nicht befehlen, nicht erzwingen. In dem „Lasst uns“ steckt etwas anderes: Ein Zulassen, ein Geschehenlassen von etwas, das wir nicht von selber können, sondern das uns geschenkt wird. Der nächste Satz sagt es ausdrücklich:

Denn die Liebe ist von Gott.

Weil Gott die Liebe ist, weil er uns liebt, kann es auch unter uns Menschen Liebe geben.

Diese Liebe ist für Johannes nicht nur eine Idee oder ein einfach nur schönes Gefühl. Nein, wer Liebe erfährt, und sei es noch so wenig, verändert sein Leben, die Liebe verwandelt ihn, er ist wie neu geboren. Leicht ist das nicht; eine Geburt ist mit Schmerzen verbunden. Es tut weh, Altes aufzugeben, auch wenn es ein Leben ohne Liebe war, in dem man es irgendwie anders geschafft hat durchzukommen.

In einem Leben ohne Liebe hat man alles unter Kontrolle, jedenfalls scheint es so. Man ist auf sich allein gestellt, es wird einem nichts geschenkt, man muss sich allein durchbeißen, aber niemand enttäuscht einen, wenn man von niemandem etwas erwartet. Wer anfängt zu lieben, der gibt diese Kontrolle auf. Er fängt an zu vertrauen, lässt sich ein auf andere Menschen, auf die Gefahr hin, das sie einen auch verletzen können.

Wer liebt, der ist von Gott geboren und kennt Gott.

Wer fähig ist zu lieben, hat also eine Geburt hinter sich, möglicherweise eine schwere Geburt. Wenn wir das Bild der Geburt nachempfinden, dann geht es uns wie dem Baby, das die Mutter nicht sehen kann, bevor es geboren ist. Alles ist noch dunkel und eng um uns herum, bevor wir Liebe wagen, aber auch vertraut und kuschelig, wie für das Baby im Bauch der Mutter. Warum sollte man sich hinauswagen in die völlig unvertraute Welt? Liebe ist ein Wagnis.

Wir können also nicht nur nicht auf Kommando lieben – auch das Zulassen von Liebe, auch das Antworten auf Gottes Liebe kann sehr schwer sein. Aber Johannes ist überzeugt:

8 Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe.

So eng sind für ihn Gott und die Liebe miteinander verbunden: Man lernt, indem man auf Gott vertraut, zugleich auch zu lieben – wenn das nicht geschieht, hat man Gott noch nicht richtig verstanden. Das bedeutet, wenn ich es richtig verstehe, dass wir niemals fertige Christen sind. Wir lernen als Christen nie aus, wir erkennen Gott so viel, wie wir Liebe erfahren und geben – denn Gott ist die Liebe.

Ich werde oft gefragt, woher ich das so genau weiß. Und woher will Johannes das wissen? Gott ist die Liebe und liebt die Menschen? Warum lässt er dann zu, was wir in den Nachrichten hören oder was ganz im Verborgenen geschieht, ohne dass irgendjemand davon etwas mitbekommt: Terroristen nehmen Schulkinder als Geiseln. Eine Mutter stirbt im Beisein ihrer kleinen Kinder. Menschen quälen Kinder, manche sogar, indem sie den Namen Gottes dabei lästern und vorgeben, sie würden nur Gottes Strafgericht ausüben. Warum, wenn Gott die Liebe ist, geschehen tagtäglich solche schrecklichen Dinge?

Ich weiß es nicht. Ich frage zurück: wie sollte Gott denn eingreifen? Sollte er mit Gewalt den Soldaten in der Welt die Waffen aus der Hand schlagen? Sollte er durch Gehirnwäsche den bösen Menschen ihre Bosheit austreiben? Sollte er Krankheiten und Katastrophen magisch wegzaubern? Nein, so greift Gott nicht ein ins Geschehen der Welt.

Aber diese Welt ist Gott dennoch nicht gleichgültig. Auf seine Art greift Gott doch ein. Er ist selbst auf die Erde gekommen, ganz persönlich. Er ist buchstäblich „zur Welt gekommen“. Er ist als ein kleines Kind geboren und groß geworden auf unserer Erde.

9 Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen.

Dieser Jesus ist das Eingreifen Gottes in Person. Er verkörpert in seinem Reden und Tun Gottes Liebe. In Jesus lebt Gott selbst unter uns, sein Geist, seine Kraft. Nicht als Supermann mit übermenschlichen Kräften, sondern als einer wie wir – allerdings mit der außerordentlichen Kraft zu lieben, wie Gott liebt. Das ist das wahrhaft Göttliche an dem wahren Menschen Jesus, dass wir in ihm den erkennen, der die Liebe ist.

Und warum greift Gott so in die Welt ein? Warum kommt er in Jesus zur Welt? „Damit wir durch ihn leben sollen.“ Wir dürfen und sollen leben! Das ist unsere Erlaubnis und unsere Herausforderung. Auch wenn wir Angst haben in der Welt – im Vertrauen auf Jesus dürfen wir trotzdem leben. Auch wenn unser Leben nur kurz ist – im Vertrauen auf den Vater Jesu im Himmel wird unser Leben erfüllt sein, und wir gehen nicht verloren, selbst wenn wir sterben. Auch wenn uns alles sinnlos vorkommt – im Vertrauen auf die Liebe, die von Gott kommt, sollen wir einfach – leben.

Ich betone noch einmal: Gott will, dass wir leben. Für manche mag das eine Zumutung sein, gemeint ist es aber als Zuspruch, als Ermutigung. Auf keinen Fall müssen wir uns unser Lebensrecht erst verdienen. Bei Gott gelten andere Regeln als die sonst unter Menschen oft üblichen. „Du musst erst etwas leisten, dann hast du ein Recht, zu leben!“ Wer so redet, redet Unsinn. „Man muss immer etwas für andere Menschen tun, erst dann hat man ein Recht auf Liebe.“ Diese Regel ist falsch. „Liebe ist eine Pflicht, tu etwas für Gott, glaube an ihn, geh in die Kirche, dann tut er auch was für dich.“ Auch das ist eine zwar verbreitete, aber irrige Ansicht.

Johannes stellt unmissverständlich klar:

10 Darin besteht die Liebe: nicht, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat.

Gott liebt uns als erster. Wir können uns seine Liebe nicht verdienen, dazu ist sie viel zu groß, und wir haben das auch gar nicht nötig, weil er uns von sich aus einfach so lieb hat. Wir haben das Recht zu leben, ohne dass wir irgendetwas dafür tun müssen.

Aber wenn du nun denkst: „Ich verdiene diese Liebe wirklich nicht. Ich bin so schlecht und verdorben, man kann mir nicht verzeihen.“ Dann sagt dir Johannes: Zur Liebe Gottes gehört auch dies – er hat…

… gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsere Sünden.

Ver-Söhnung, dass heißt: Was auch immer wir getan haben – er nimmt uns an als seine Söhne und Töchter, er stößt uns nicht weg, wir sind und bleiben seine geliebten Kinder.

Aber kann man so über das Böse hinweggehen, das wir tatsächlich oft tun? Wir tun einander weh, oft nur aus lauter Angst, stoßen einander vor den Kopf, werden hart gegen uns selbst und gegen andere. Nur – das alles wird nicht besser dadurch, dass wir uns Selbstvorwürfe machen. Johannes weiß:

11 Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben.

„Ihr Lieben“, sagt Johannes hier noch einmal. Ihr seid doch Gottes geliebte Menschen. Und diese Liebe ist auch ein wirksames Heilmittel gegen das Böse. Wo ich mich geliebt weiß, wo in mir Vertrauen zu wachsen beginnt, wo ich Vergebung erfahre, da wächst auch meine Fähigkeit, selber zu lieben und das Böse zu überwinden, zuerst in mir. Viele müssen heute lernen, nicht immer nur an sich selbst zu denken. Andere dürfen lernen, gut für sich zu sorgen. Es hat nicht immer mit Liebe zu tun, wenn ich immer alles allein schaffen will und niemandem zur Last fallen will. Dem kann auch ein falscher Stolz zugrundeliegen – der kann in der Liebe Gottes wegschmelzen wie Schnee in der Sonne. Zum Lieben-Können gehört auch das Liebe-Annehmen-Können.

Johannes meint: Im Lieben und Geliebtwerden erfährt man Gott, und zwar vollkommener als auf irgendeine andere Weise:

12 Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen.

Wir Menschen sind nicht vollkommen. Auch als Christen nicht. Keiner kann von sich behaupten, er hätte Gott gesehen und wüsste besser als andere, wie er aussieht. Trotzdem können wir eine Art von Vollkommenheit erfahren, nämlich in der Liebe. Dann können wir sogar Gott erfahren. Dann ist Gott in uns – auch wenn es unglaublich klingt.

Wenn wir uns in Liebe so annehmen, wie wir sind, dann macht die Liebe aus Menschen, die niemals perfekt sind, liebenswerte Menschen. Liebenswert ist ein Mensch nicht dann, wenn er so tut, als sei er perfekt, sondern er ist es, weil er von Gott geliebt ist. Liebenswerte Menschen brauchen und ergänzen einander, nehmen einander in Anspruch und gehen sich manchmal dabei auch auf die Nerven. Manchmal stehen wir sogar mit leeren Händen da und bitten und wünschen, dass uns die Hände gefüllt werden.

Am Strand läuft ein Kind auf seine Mutter zu, in der einen Hand den Sandeimer, in der anderen Hand die Schaufel: „Mama, kann ich ein Eis haben?“ Die Mama sagt: „Ja, aber du hast beide Hände voll. Leg erst den Eimer und die Schaufel weg, dann kannst du das Eis nehmen!“ Wir haben manchmal die Hände voll mit vielem, was wir für den Sinn unseres Lebens halten. Wir haben unser Leben unter Kontrolle. Wir meinen, immer stark sein zu müssen. Wir haben unsere Mittel, um Gefühle zu verdrängen oder zu betäuben. Wie schwer fällt es, das aus der Hand zu legen. Wie schwer fällt es, Vertrauen zu lernen. Ich verstehe das gut. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns Mut machen. „Ihr Lieben, Gott hat uns so sehr geliebt, deshalb sollen wir uns auch untereinander lieben.“ Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.
Lied 382: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr

Im Abendmahl sind wir eingeladen, Gottes Liebe zu spüren. Christus beschenkt uns mit Brot, gebrochen wie sein Leib. Christus versöhnt uns mit Gott durch den Kelch, der an ihm nicht vorüberging.

Gott, fülle unsere leeren Hände mit deinem Leib, fülle den Kelch unseres Lebens mit deiner Liebe. Nimm aus unseren Händen, was uns von dir trennt: den falschen Stolz, die Verbitterung, die Werkzeuge der Sünde. In der Stille bringen wir vor dich, was unsere Seele belastet:

Beichtstille

Wollt Ihr Gottes Treue und Vergebung annehmen, so sagt laut oder leise oder auch still im Herzen: Ja!

Auf euer aufrichtiges Bekenntnis spreche ich euch die Vergebung eurer Sünden zu – im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Der Herr sei mit euch. „Und mit deinem Geiste.“

Erhebet eure Herzen! „Wir erheben sie zum Herren.“

Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserem Gott. „Das ist würdig und recht.“

Würdig und recht ist es, Gott ernst zu nehmen als den der groß ist in seiner Güte und Freundlichkeit zu uns Menschen. Würdig und recht ist es, uns selber anzunehmen als Menschen mit aufrechtem Gang, von Gott geliebt und verantwortlich für unser Leben. Zu dir rufen wir und preisen dich, Heiliger Gott:

Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosianna in der Höhe.

Vater unser und Abendmahl

Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen.

Nehmt und gebt weiter, was euch gegeben ist – den lebendigen Leib der Liebe Gottes.

Herumreichen des Korbs

Darin besteht die Liebe: nicht, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsere Sünden.

Nehmt hin den Kelch der Vergebung, des neuen Anfangs, der Versöhnung zwischen Gott und Mensch.

Austeilen der Kelche

Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen. Gehet hin im Frieden!

Lasst uns beten.

Gott, du schenkst dich uns selbst in deinem Wort, in deiner Liebe, in Brot und Kelch deines Abendmahls. Wir danken für alles, wir danken für das Leben, wir danken für deine Liebe. Entsetzt hören wir die Nachrichten vom Terror gegen Kinder, Eltern und Lehrer in der russischen Republik Nordossetien. Wir legen dir, Gott, das Leid der Opfer und ihrer Angehörigen ans Herz. Wir wissen, dass dein Herz mitleidet, wo Menschen anderen Menschen derart Grausames antun. Auch für uns bitten wir dich: Lass uns nicht allein in unserem Leben, das von dir kommt. Wir kommen nicht immer allein zurecht. Hilf uns, Hilfe anzunehmen. Hilf uns, dass wir uns nicht betäuben mit zu viel Arbeit, mit Medikamenten oder mit anderen Mitteln. Gott, du bist die Liebe. Du hilfst uns, zu leben. Zeige uns Menschen, die uns beistehen. Lass uns nicht allein – in allem, was geschieht. Amen.

Lied 268: Strahlen brechen viele aus einem Licht
Abkündigungen

Und nun lasst uns mit Gottes Segen in den Sonntag gehen – wer möchte, ist im Anschluss noch herzlich zum Beisammensein mit Kaffee oder Tee im Gemeindesaal eingeladen.

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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