Chance für den unfruchtbaren Feigenbaum

Buße ist keine selbstquälerische Eigenleistung. Wir können uns vor Gott auch darauf nichts einbilden, dass wir uns vor ihn mit leeren Händen stellen wollen. Buße ist vielmehr die Offenheit dafür, dass Jesus uns von sich aus frei macht. Buße ist keine menschliche Aktion, sondern Reaktion. Buße bedeutet, darauf zu reagieren, dass Gott uns liebt.

Ein Feigenbaum

Wird der Feigenbaum Frucht bringen oder nicht? (Foto: pixabay.com)

direkt-predigtGottesdienst am Buß- und Bettag, 20. November 1985, um 9.30 Uhr in Heuchelheim und um 10.30 Uhr in Reichelsheim

Im Gottesdienst am Buß- und Bettag heiße ich alle herzlich willkommen! Wir sind zusammen zum Beten und Singen, und wir hören, wie die Bibel uns zur Buße aufruft.

EKG 245, 1+2+9 (EG 363, 1+2+6):

1. »Kommt her zu mir«, spricht Gottes Sohn, »all die ihr seid beschweret nun, mit Sünden hart beladen, ihr Jungen, Alten, Frau und Mann, ich will euch geben, was ich han, will heilen euren Schaden.

2. Mein Joch ist sanft, leicht meine Last, und jeder, der sie willig fasst, der wird der Höll entrinnen. Ich helf ihm tragen, was zu schwer; mit meiner Hilf und Kraft wird er das Himmelreich gewinnen.«

6. Höret und merkt, ihr lieben Leut, die ihr jetzt Gott ergeben seid: Lasst euch die Müh nicht reuen, halt’ fest am heilgen Gotteswort, das ist eu’r Trost und höchster Hort, Gott wird euch schon erfreuen.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Gott ruft uns und bittet uns, hören wir zu: „Kommt zu mir und lasst euch helfen, ihr Menschen der ganzen Erde! Denn nur ich bin Gott und sonst keiner.“ Kommt, lasst uns anbeten! „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Wir sind im Namen Jesu hier, himmlischer Vater. Wir werden still und denken nach. Wir suchen uns selbst und suchen dich. Lass uns nicht nur Besucher sein für diesen Tag an diesem Ort. Mach uns zu deinen Gästen und Freunden, die sich in deinem Haus wohlfühlen. Und dann schenke, dass wir uns dir und deinem Wort öffnen und dass es bei uns wirksam wird. Das bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Herrn. „Amen.“
Lesung: Matthäus 4, 12-17:

12 Als nun Jesus hörte, dass Johannes [der Täufer] gefangengesetzt worden war, zog er sich nach Galiläa zurück.

13 Und er verließ Nazareth, kam und wohnte in Kapernaum, das am See liegt im Gebiet von Sebulon und Naftali,

14 damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht:

15 »Das Land Sebulon und das Land Naftali, das Land am Meer, das Land jenseits des Jordans, das heidnische Galiläa,

16 das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen.«

17 Seit der Zeit fing Jesus an zu predigen: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!

Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren. Halleluja! „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Lied EKG 248, 1+2+4 (nicht im EG):

1. Wärn meiner Sünd auch noch so viel, dennoch ich nicht verzagen will, Christ will ich lassen walten; der alle Sünd wegnimmt und trägt, der wird mich auch erhalten.

2. Sein tröstlich Wort hab ich gehört, damit hat er mein Herz gerührt; wer glaubet Gottes Sohne, der wird verloren werden nicht, soll habn der Freuden Krone.

4. O Jesu Christ, mein Herr und Gott, dir trauen hilft allein aus Not, hilf meinem schwachen Glauben, so kann mich auch der bittre Tod aus deiner Hand nicht rauben.

Gott helfe uns durch seine Gnade zur Umkehr! Amen.

Für den heutigen Buß- und Bettag ist als Predigttext vorgesehen Lukas 13, 6-9:

Dort erzählt Jesus ein Gleichnis:

Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberg, und er kam und suchte Frucht darauf und fand keine. Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, ich bin nun drei Jahre lang gekommen und habe Frucht gesucht an diesem Feigenbaum, und finde keine. So hau ihn ab! Was nimmt er dem Boden die Kraft? Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, lass ihn noch dies Jahr, bis ich um ihn grabe und ihn dünge; vielleicht bringt er doch noch Frucht; wenn aber nicht, so hau ihn ab.

Liebe Gemeinde,

in der Beschäftigung mit diesem Gleichnis wurde ich zunächst sehr deprimiert. Ich setzte mich, unsere Gemeinde, unsere Gesellschaft mit dem Feigenbaum gleich. Ich dachte an viele gute Vorsätze, mich zu ändern, neue Anfänge zu machen, an Aufrufe zum Glauben und zum Kirchgang, an Appelle zum Frieden und zum Gespräch miteinander. Dann dachte ich daran, wie kurz ein Jahr ist und wie oft auch nach einem Jahr alles beim Alten ist. Ein Wort hat mich besonders niedergedrückt: das Wort „vielleicht“. Vielleicht bringt er doch noch Frucht.

Und wenn nicht? „Dann hau ihn ab!“

Ungewissheit schleicht sich in mein Herz. Was ist mit Jesu Liebe, wenn er auf der anderen Seite so hart Buße fordert und mit der Vernichtung droht? Zweifel nistet im Winkel meines Herzens, ob ich genug Frucht bringe. Nicht zur Umkehr, nicht zum fröhlichen Neuanfang treibt mich dieses „vielleicht“, sondern dieses Wort lähmt mich, drückt mich nieder. Ich habe das Gefühl, es wird immer wieder das gleiche sein: nie werde ich mich wirklich frei erheben und aufrichten können.

Doch dann frage ich mich: verstehe ich das Gleichnis überhaupt richtig? Ist denn von vornherein ausgemacht, dass die Rollen so verteilt sind, wie ich es eben vorausgesetzt habe? Bin ich nur der Feigenbaum? Ist Gott der unbarmherzige Weinbergbesitzer? Ist Jesus der, der als Weingärtner noch einen gewissen Aufschub der Strafe erwirken kann, wobei aber ungewiss ist, ob er Erfolg hat mit seiner Sorge um uns? Ich fand in einem Buch eine Besinnung, die anders an diesen Text herangeht, die in jedem der drei Figuren oder Bilder dieses Gleichnisses zuerst einmal einen Anteil der eigenen Seele wiederfindet. Hören wir einmal genau hin:

Der Weinbergbesitzer, das könnte ich sein. Ich suche Frucht, ich will Erfolge sehen. Der Baum muss Früchte bringen, jeder muss etwas bringen, ich selber auch. Ich fordere von mir und anderen reife Leistungen, Erträge, Produktion und Produkte. Den Baum, der keine Frucht bringt, lasse ich abhauen. Er hindert nur die anderen, die gesunden, die erfolgreichen, die es zu etwas bringen. Wer nutzlos ist, hat kein Recht, andern den Platz wegzunehmen, ihr Wachstum und Vorankommen zu erschweren. Leben soll zu seiner Reife kommen, dazu ist es bestimmt, soll Frucht bringen, reif zur Ernte werden. Wo dies nicht gelingt, ist das Leben verspielt. Ich habe schon den Bäumen die Axt an die Wurzel gelegt. Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.

Der Gärtner, das könnte ich auch sein. Ich möchte pflanzen, gießen, düngen, wachsen lassen, zur Reife bringen, Früchte fördern. Ich will hegen und pflegen, schützen, Leben bewahren, Leben ermöglichen, voranbringen, zur Erfüllung bringen. In mir sind Kräfte und Fähigkeiten, Leben erblühen zu lassen. Dem Leben will ich dienen, zum Leben will ich helfen. Ich setze mich ein, vergieße viel Schweiß, arbeite für das Leben und gegen alles, was Leben bedroht und verhindert. Ich gebe so schnell nicht auf, ich halte durch mit aller Kraft, mit letzter Kraft, Leben zu wahren, zu fördern und zu erneuern. Wie lange halte ich durch? Wann gebe ich auf?

Und endlich der Baum. Auch der bin ich. Welke Blätter – dürre Zweige – verdorrte Äste – viel totes Holz – wenig Frucht – so manches Jahr gar keine – verhindertes Wachstum – nur wenig kommt zur Reife. Was einmal hoffnungsvoll zu knospen begonnen hatte, erste Blüten trieb, ist verblüht, vertrocknet in der Lebenswüste, erfroren in frostiger Zeit. Der Baum, das könnte ich sein. Ich bringe nicht, was ich bringen möchte, wenig Erträge, keine Lebensernte. Was hab ich schon hervorgebracht? Aber auch ich möchte ein guter Baum sein, möchte wachsen, treiben, grüne Blätter tragen, Zweige voll Saft, und Äste bilden, kräftig und ausladend, möchte Frucht bringen, gute Frucht, genießbar, voller Duft, wohlschmeckend. Ich möchte lebendig sein, ich will leben, wachsen, reifen. Wie werde ich ein guter Baum? Wie werde ich ein guter Baum, der gute Früchte bringt?

Wie ist es Ihnen und euch bis hierher gegangen? Wer konnte sich in den Weinbergbesitzer, in den Gärtner, in den Feigenbaum hineinversetzen? Ich kenne die Haltung des Weinbergbesitzers, viel von mir zu fordern, mich auch häufig zu überfordern. Ich bemühe mich um die Haltung des Gärtners, nicht so schnell aufzugeben, wo es gilt, sich einzusetzen, und vor allem: niemanden so schnell aufzugeben. Und doch verliere ich immer wieder den Mut. Und der Feigenbaum – wie gesagt, in ihm erkenne ich mich vor allem wieder: niedergedrückt, mutlos, mit leeren Händen, ohne Gewissheit im Herzen.

Doch nun möchte ich im Text des Evangeliums nach Lukas 13, 10-17, noch ein Stück weiterlesen. Da steht eine ganz andere Geschichte, scheinbar, aber für mich war sie wie eine Antwort auf meine offenen Fragen.

Und [Jesus] lehrte in einer Synagoge am Sabbat. Und siehe, eine Frau war da, die hatte seit achtzehn Jahren einen Geist, der sie krank machte; und sie war verkrümmt und konnte sich nicht mehr aufrichten. Als aber Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Frau, sei frei von deiner Krankheit! Und legte die Hände auf sie; und sogleich richtete sie sich auf und pries Gott. Da antwortete der Vorsteher der Synagoge, denn er war unwillig, dass Jesus am Sabbat heilte, und sprach zu dem Volk: Es sind sechs Tage, an denen man arbeiten soll; an denen kommt und lasst euch heilen, aber nicht am Sabbattag. Da antwortete ihm der Herr und sprach: Ihr Heuchler! Bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder seinen Esel von der Krippe los und führt ihn zur Tränke? Sollte dann nicht diese, die doch Abrahams Tochter ist, die der Satan schon achtzehn Jahre gebunden hatte, am Sabbat von dieser Fessel gelöst werden? Und als er das sagte, mussten sich schämen alle, die gegen ihn gewesen waren. Und alles Volk freute sich über alle herrlichen Taten, die durch ihn geschahen.

In dieser Geschichte sind wieder drei Teile vorhanden, die in einer ähnlichen Beziehung zueinander stehen wie Feigenbaum, Weinbergbesitzer und Gärtner. Hier sind nun die Rollen eindeutig geklärt. Jesus hat eindeutig die Rolle des Gärtners, der dem Feigenbaum zur Fruchtbarkeit helfen kann. Er spricht der gebundenen Frau Freiheit zu, er richtet sie aus ihrer Verkrümmtheit auf. Er fordert nichts von ihr, er schenkt ihr Heilung, Freiheit, aufrechten Gang, freies Atmen. Vielleicht ist es zu weit hergeholt, den Weinbergbesitzer nun mit dem Synagogenvorsteher zu vergleichen. Jedenfalls wiederholt sich das deprimierende „Hau ihn ab!“ des Weinbergbesitzers in der starren Haltung des Synagogenvorstehers, der durch Jesus die Sabbatgebote verletzt sieht, statt sich über die Befreiung der kranken Frau zu freuen.

Halten wir fest: Gott fordert sicher eine ganze Menge von den Menschen. Er mutet gerade uns Christen viel zu. Und es ist sicher ein Unding, wenn wir als Christen keine Früchte bringen, d. h. also, wenn von uns nichts ausstrahlt an Glauben, Liebe, Hoffnung. Aber wenn wir merken, dass wir wie ein unfruchtbarer Feigenbaum sind, dann hilft es uns gar nichts, wenn wir uns nun sozusagen selbst die Buße abfordern, wenn wir uns am eigenen Schopf aus dem Sumpf unserer Trennung von Gott herausziehen wollen. Und noch viel schlimmer wird es, wenn wir uns auf unsere guten Vorsätze noch etwas einbilden und dann mit dem erhobenen Zeigefinger auf andere Menschen losgehen.

Buße ist keine selbstquälerische Eigenleistung. Wir können uns vor Gott auch darauf nichts einbilden, dass wir uns vor ihn mit leeren Händen stellen wollen. Buße ist vielmehr einfach die Offenheit dafür, dass Jesus uns von sich aus frei macht. Buße ist keine menschliche Aktion, sondern Reaktion. Buße bedeutet, darauf zu reagieren, dass Gott uns liebt.

Als aufgerichtete, von Gott geliebte Menschen können wir vielen Herausforderungen, die an uns gestellt werden, ganz anders begegnen. Einsatz für andere ist dann keine erzwungene, krampfhafte Leistung mehr, sondern ergibt sich einfach aus der Kraft, die wir geschenkt bekommen haben.

Buße bedeutet nichts anderes, als was ich schon in der Predigt vom vorigen Sonntag sagte: „Lasst euch versöhnen mit Gott!“ Und weil das Wort von der Versöhnung schon unter uns aufgerichtet ist, ohne unser Zutun, deshalb können wir im Glauben an dieses Wort auch gewiss sein, dass wir nicht verloren gehen werden.

Im Glauben an dieses Wort – das ist wohl wichtig. Denn wenn die verkrümmte Frau nicht aufgestanden wäre, als Jesus sie aufrichten wollte, wenn sie sich seiner Hilfe widersetzt hätte, dann wäre bei ihr die Buße nicht zum Ziel gelangt.

Lassen wir uns von Jesus frei machen? Frei von Depressionen und frei von Hochmut? Frei zum Glauben und frei zum Lieben? Frei zum Aufeinanderzugehen und zum Gespräch? Dann wird es auch unter uns Grund zur Freude geben, wie damals im Volk, über alle herrlichen Taten, die durch Jesus geschehen. Dann ist ein Bußtag kein trüber Tag mehr, sondern ein Anlass zur Freude. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.
Lied EKG 53, 2-5 (EG 66, 2-3+5-6):

2. Jesus ist kommen, nun springen die Bande, Stricke des Todes, die reißen entzwei. Unser Durchbrecher ist nunmehr vorhanden; er, der Sohn Gottes, der machet recht frei, bringet zu Ehren aus Sünde und Schande; Jesus ist kommen, nun springen die Bande.

3. Jesus ist kommen, der starke Erlöser, bricht dem gewappneten Starken ins Haus, sprenget des Feindes befestigte Schlösser, führt die Gefangenen siegend heraus. Fühlst du den Stärkeren, Satan, du Böser? Jesus ist kommen, der starke Erlöser.

4. Jesus ist kommen, der König der Ehren; Himmel und Erde, rühmt seine Gewalt! Dieser Beherrscher kann Herzen bekehren; öffnet ihm Tore und Türen fein bald! Denkt doch, er will euch die Krone gewähren. Jesus ist kommen, der König der Ehren.

5. Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden, Sünden der ganzen Welt träget dies Lamm. Sündern die ewge Erlösung zu finden, stirbt es aus Liebe am blutigen Stamm. Abgrund der Liebe, wer kann dich ergründen? Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden.

Lasst uns nun am Buß- und Bettag das Heilige Mahl des Herrn feiern. Auch wer nicht mit nach vorn gehen wird, mag bitte in der Kirche bleiben. Noch haben wir im Konfirmandenunterricht das Abendmahl nicht eingehend besprochen, noch haben wir gemeinsam mit den Konfirmandeneltern nicht geklärt, ob Konfirmanden schon während ihrer Unterrichtszeit am Abendmahl teilnehmen dürfen. Seid deshalb bitte heute genaue Beobachter und Zuhörer bei diesem Abendmahl, damit wir demnächst im Unterricht über eure Fragen zum Abendmahl sprechen können. Wenn nicht-konfirmierte Kinder mit ihren Eltern gern zum Abendmahl mitkommen wollen, so können sie dies tun; die Eltern teilen dann ihr Abendmahlsbrot, ihre kleine Oblate mit dem Kreuz Christi darauf, mit ihren Kindern.

Und nun lasst uns vor dem Abendmahl gemeinsam ein Bußgebet sprechen.

Herr, wir rufen zu dir aus der Tiefe unseres Herzens, in die kein anderer schauen darf. Aus der Tiefe unserer Angst, die uns die Luft abschnürt. Aus der Tiefe, wo wir mit unseren Problemen und Fragen allein sind, wo die Sünden uns belasten, wo kein Mensch uns mehr begegnet. Herr, zu wem sollten wir sonst gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist. Wir rufen zu dir um Trost und Vergebung, um Zuspruch und Zuversicht. Wir wollen dir wieder neu vertrauen, denn wir sind dein, und keine Tiefe kann uns von dir scheiden. Amen.

Der Tisch Jesu ist für uns gedeckt. Brot und Wein, von Menschen gemacht, hat er zu Zeichen seiner Liebe eingesetzt. Sie zeigen, wie er sich uns ausliefert; wie er sich uns in die Hand gibt. So frage ich euch in seinem Namen: Glaubt ihr an Gottes Liebe, die uns frei macht? Wollt ihr ihm vertrauen, auch auf Wegen, die euch dunkel sind? So antwortet: „Ja.“

Jesus Christus hat niemals einen Menschen zurückgewiesen. Er hat auch niemals Bedingungen gestellt oder Vorleistungen verlangt. Schon bevor wir mit ihm reden konnten, hat er zu uns gesagt: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!“ So machte er den Menschen Mut, ihr Leben neu zu ginnen. Auf ihn berufen wir uns. Heute hat Gott unserm Leben einen neuen Anfang geschenkt. Sein Friede sei mit uns.

Einsetzungsworte und Lied 136: Christe, du Lamm Gottes

Von deiner Gnade leben wir, und was wir haben, kommt von dir. So sagen wir dir Lob und Preis. Tritt segnend ein in unsern Kreis. Kommt, denn es ist alles bereit!

Austeilung

Herr Jesus Christus, es ist für uns jedesmal etwas Besonderes, wenn wir das Heilige Abendmahl feiern dürfen: Wir kommen dir näher. Wir kommen uns einander näher. Wir fühlen uns befreit von Lasten, die uns vorher bedrückt hatten. Wir fühlen uns neu gestärkt in unserem Glauben. Nicht dass sich die Verhältnisse geändert hätten, in die wir jetzt nach Hause zurückkehren. Aber unser Verhältnis zu dir wurde gefestigt, und das Verhältnis zu manchen unserer Mitmenschen wurde auf eine neue Grundlage gestellt. Dafür möchten wir dir herzlich danken. Hilf uns dazu, die Welt und die Menschen mit deinen Augen zu sehen, damit wir auch die verstehen, die uns fremd sind, und ein weites Herz haben für die, die anders leben als wir. Herr, schenke uns deine Nähe und Kraft zum Arbeiten und Leben in dieser Gemeinde. Amen.

Vater unser
Lied EKG 53, 7-8 (EG 66, 7-8)

7. Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden: Komme, wen dürstet, und trinke, wer will! Holet für euren so giftigen Schaden Gnade aus dieser unendlichen Füll! Hier kann das Herze sich laben und baden. Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden.

8. Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben. Hochgelobt sei der erbarmende Gott, der uns den Ursprung des Segens gegeben; dieser verschlinget Fluch, Jammer und Tod. Selig, die ihm sich beständig ergeben! Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben.

Abkündigungen und Segen

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