In Gedanken, Worten, Taten „sauber“ bleiben

Der Epheserbrief warnt vor Unzucht, Unreinheit und Habsucht.

Unzucht heißt, einen anderen Menschen nur wie einen Gegenstand zu benutzen, seine Würde mit Füßen zu treten. Unreinheit ist die Beschmutzung der eigenen Seele durch Unehrlichkeit und Hintergedanken und durch die Beleidigung anderer. Das Thema Habsucht ist aktuell, weil unser ganzes Wirtschaftssystem darauf aufbaut, dass jeder möglichst viel verdienen will und soll.

Ein Mann steht vor einer Straßengabelung, nach links führt ein rotes Schild ins Dunkle, nach rechts ein grünes ins Hellblaue

Wir müssen uns entscheiden, welcher Richtung wir im Leben folgen wollen (Grafik: pixabay.com)

#predigtAbendmahlsgottesdienst am Sonntag Okuli, 7. März 2010, um 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Am 3. Sonntag in der Passionszeit begrüße ich Sie zu einem Gottesdienst mit dem Thema „Lebt in der Liebe!“, in dem wir das Heilige Abendmahl miteinander feiern. Im Anschluss haben wir einen Flohmarkt und eine Gemeindeversammlung, also ziemlich viel Programm. Ich würde mir wünschen, dass wir alle nachher noch die Zeit finden zusammenzubleiben.

Lied 401, 1-4:

1. Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht, Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich.

2. Liebe, die du mich erkoren, eh ich noch geschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich.

3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten ewge Lust und Seligkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich.

4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich ganz ergeben mir zum Heil und Seelenhort: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wir hören Worte aus dem Psalm 34 – Worte der Wegweisung zum guten Leben:

12 Kommt her, ihr Kinder, höret mir zu! Ich will euch die Furcht des HERRN lehren.

13 Wer möchte gern gut leben und schöne Tage sehen?

14 Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden.

15 Lass ab vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Wir beten mit Psalm 34 zu dem Gott, der Gerechtigkeit liebt und dem es nicht egal ist, wenn Menschen die Würde anderer Menschen mit Füßen treten:

16 Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien.

17 Das Angesicht des HERRN steht wider alle, die Böses tun, dass er ihren Namen ausrotte von der Erde.

18 Wenn die Gerechten schreien, so hört der HERR und errettet sie aus all ihrer Not.

Wir rufen zu dir: Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Wir beten weiter mit Psalm 34 um Heilung unserer Zerrissenheit und um Vergebung aller Schuld:

19 Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.

20 Der Gerechte muss viel erleiden, aber aus alledem hilft ihm der HERR.

22 Den Gottlosen wird das Unglück töten, und die den Gerechten hassen, fallen in Schuld.

23 Der HERR erlöst das Leben seiner Knechte, und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Vater im Himmel, was gut ist, was böse ist, wer weiß das heute noch so genau? wer will es wissen? wer hält sich an deine Gebote? Vater im Himmel, wie hoch sind deine Ansprüche, wie viel lässt du uns durchgehen, wer kann überhaupt vor dir bestehen? Vater im Himmel, wir brauchen Orientierung, um den richtigen Weg zu finden, wir brauchen Ermutigung, um den geraden Weg zu gehen, wir brauchen Zurechtweisung und Vergebung, um zurückzukehren auf den rechten Weg, wenn wir ihn verloren haben, wir brauchen deine Liebe, um in der Liebe leben zu können. Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Herrn. „Amen.“

Wir hören den Text zur Predigt aus dem Brief an die Epheser 5, 1-8a:

1 Folgt nun Gottes Beispiel als die geliebten Kinder

2 und lebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch.

3 Von Unzucht aber und jeder Art Unreinheit oder Habsucht soll bei euch nicht einmal die Rede sein, wie es sich für die Heiligen gehört.

4 Auch schandbare und närrische oder lose Reden stehen euch nicht an, sondern vielmehr Danksagung.

5 Denn das sollt ihr wissen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger – das sind Götzendiener – ein Erbteil hat im Reich Christi und Gottes.

6 Lasst euch von niemandem verführen mit leeren Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams.

7 Darum seid nicht ihre Mitgenossen.

8 Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn.

Herr, dein Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht auf unserem Wege. Amen. „Amen.“

Glaubensbekenntnis
Lied 415:

1. Liebe, du ans Kreuz für uns erhöhte, Liebe, die für ihre Mörder flehte, durch deine Flammen schmelz in Liebe Herz und Herz zusammen.

2. Du Versöhner, mach auch uns versöhnlich. Dulder, mach uns dir im Dulden ähnlich, dass Wort und Taten wahren Dank für deine Huld verraten.

3. Du Erbarmer, lehr auch uns Erbarmen. Lehr uns milde sein, du Freund der Armen. O lehr uns eilen, liebevoll der Nächsten Not zu teilen.

4. Lehr uns auch der Feinde Bestes suchen; lehr uns segnen, die uns schmähn und fluchen, mit deiner Milde. O gestalt uns dir zum Ebenbilde.

Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde, auf die Frage, was es bedeutet, ein Christ zu sein, gibt der Epheserbrief des Paulus eine klare und knappe Antwort:

1 So folgt nun Gottes Beispiel als die geliebten Kinder

2 und lebt in der Liebe.

Ich stutze. Gottes Beispiel folgen, dürfen wir Menschen uns das anmaßen? Überfordern wir uns damit nicht maßlos? In der Geschichte vom Paradies warnt uns die Bibel davor, so sein zu wollen wie Gott. Sagt hier die Bibel das Gegenteil?

Nein. In der Paradiesgeschichte redet die Schlange den Menschen ein: Ihr werdet sein wie Gott, wenn ihr euch nehmt, was Gott euch nicht gönnt. Widersetzt euch Gottes Geboten, macht euch eigene Regeln.

Hier hören wir: Wir dürfen nach Gottes Willen sein wie Gott, weil Gott uns nach seinem Bild geschaffen hat, nach dem Bild seiner Liebe. Weil alle Menschen Gottes Kinder sind, ist es das Normalste von der Welt, in der Liebe zu leben, so wie Gott es tut: Einstehen füreinander, über Grenzen hinweg, statt in Angst und Misstrauen voreinander zu leben.

2 Lebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch.

Da ist ein anderes Kind Gottes, ein besonderer Sohn, der eingeborene Sohn Gottes. Er schafft es, ganz in der Liebe zu leben, als Ebenbild Gottes. Was er für uns tut, wird mit Worten beschrieben, die an die Darbringung von Tieropfern im Tempel Israels erinnern: Opfergaben und Brandopfer wurden auf dem Altar im Tempel dargebracht, um Gott zu danken oder ihn um Vergebung zu bitten. Und die Freude Gottes über ein von Herzen dargebrachtes Opfer stellte man sich so vor, als würde ihm wegen des herrlichen Duftes von einem gut gebratenen Stück Fleisch das Wasser im Mund zusammenlaufen. Aber schon damals war das symbolisch und nicht wörtlich gemeint; die alten Israeliten wussten sehr wohl, dass Gott sich nicht von Tieropfern ernähren muss, die ihm die Menschen darbringen. Im Psalm 50 heißt es, dass Gott selber spricht:

12 Wenn mich hungerte, wollte ich dir nicht davon sagen; denn der Erdkreis ist mein und alles, was darauf ist.

13 Meinst du, dass ich Fleisch von Stieren essen wolle oder Blut von Böcken trinken?

14 Opfere Gott Dank…

15 und rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.

Auch hier im Epheserbrief geht es nicht um Tieropfer. Es geht um Jesus, der sein Leben verlor. Nicht im Tempel wurde er geopfert, sondern draußen vor der Stadt grausam hingerichtet. Was mit Jesus geschah, war kein von Gott befohlenes Menschenopfer. Vielmehr fiel Jesus den Taten von Menschen zum Opfer, die durch seine Botschaft vom Reich Gottes ihre Macht gefährdet sahen.

Aber wie kann Gott daran seine Freude haben, was am Karfreitag geschah? Gott freut sich nicht über die Grausamkeit, nicht über das Blut, das da geflossen ist, sondern über das, was Jesus durchhält bis zuletzt: seine Barmherzigkeit und Liebe, sogar Liebe zu seinen Feinden. Gott riecht den Duft einer Liebe, die aus Feinden Freunde macht, die Hass überwindet, die gedemütigte Menschen aufrichtet und aus dem Staub erhebt.

Was bedeutet das alles für uns? Wir haben an unserem Ort keine Christenverfolgung zu erdulden. Was heißt es für uns, in der Liebe zu leben? Paulus ermahnt uns:

3 Von Unzucht aber und jeder Art Unreinheit oder Habsucht soll bei euch nicht einmal die Rede sein, wie es sich für die Heiligen gehört.

An drei Themen zeigt Paulus, was mit einem Leben in Liebe nicht vereinbar ist. Unzucht, auf Griechisch „porneia“, ist das erste, wovon unter Christen nicht einmal die Rede sein soll. Natürlich ist damit nicht gemeint, dass man im Geheimen Dinge tun kann, die nur nicht an die Öffentlichkeit dringen dürfen. Zur Zeit hören wir viel zu viel, was Kindern hinter verschlossenen Türen von Kirchen und Klöstern angetan wurde, und es wird höchste Zeit, solche Taten ans Licht zu bringen und in Zukunft zu verhindern.

Aber was ist Unzucht? Es geht nicht um das Verbot von allem, was Spaß macht, nicht um Lustfeindlichkeit, nicht um die Abwehr jeder Sexualität.

Unzucht ist erstens der Missbrauch eines anderen Menschen zur eigenen Befriedigung, am schlimmsten bei Kindern und Jugendlichen, aber auch schlimm, wenn ein Erwachsener nur wie ein Gegenstand benutzt oder vergewaltigt wird. Unzucht ist zweitens Ehebruch, also alle Gedanken, Worte und Taten, durch die wir die Treue zu unserem Ehe- oder Lebenspartner aufs Spiel setzen. In der Unzucht wird die Liebe zu anderen Menschen zerstört, ihre Würde mit Füßen getreten.

Thema zwei: Unreinheit. Auch Unreinheit zerstört Liebe, zunächst die gesunde Liebe zu sich selbst. Unter Unreinheit verstehe ich die Beschmutzung der eigenen Seele vor allem durch Unehrlichkeit und Hintergedanken. Wer unrein ist, ist nicht mit sich im Reinen, schämt sich letzten Endes vor sich selbst, auch wenn er es nicht zugibt.

Unreinheit der Gedanken führt auch dazu, dass man die Würde anderer Menschen in den Schmutz zieht. Im Fernsehen ist es bei manchen sogenannten Casting Shows wie DSDS üblich geworden, dass schlichte Gemüter, die ihre Sangeskünste nicht einschätzen können, übelste Beleidigungen über sich ergehen lassen und öffentlich lächerlich gemacht werden. Unter Christen sollte es möglich sein, einander so anzunehmen, wie man ist und sich gegenseitig zu ermutigen, die eigenen Stärken zu entfalten und Schwächen, so gut es geht, zu überwinden.

Das dritte Thema Habsucht ist sehr aktuell, weil unser ganzes Wirtschaftssystem darauf aufbaut, dass jeder möglichst viel verdienen will und soll. Das Problem dabei ist: Die Chancen sind unterschiedlich verteilt, so dass schon im Normalfall die Gefahr besteht, dass Reiche immer reicher und Arme immer ärmer werden. Wenn dann, wie bei der halbwegs überwundenen Finanzkrise, hinzukommt, dass einige die Sache mit der Habgier auf betrügerische Weise übertreiben, kann irgendwann die ganze Weltwirtschaft in einer Währungskatastrophe untergehen. Ein Land wie Griechenland ist schon bankrott. Ich weiß nicht, wie lange es gut gehen kann, dass ein Staat weniger Steuern einnimmt und zugleich größere Ausgabelasten bewältigen muss.

Dieses Problem kann ich in einer Predigt nicht einmal andeutungsweise lösen; ich finde allerdings beeindruckend, wie wichtig Paulus die Habsucht nimmt in seiner Aufzählung von Lebenshaltungen, die dem Leben in der Liebe widersprechen.

4 Auch schandbare und närrische oder lose Reden stehen euch nicht an, sondern vielmehr Danksagung.

Auch was wir reden, soll nicht ohne Liebe sein. Manchmal sitzt man im Kreis von Menschen, die alles in den Dreck ziehen, denen nichts heilig ist. Gegen Witze, die menschliche Schwächen aufdecken, ist nichts zu sagen; mit Humor lassen sich auch eigene Schwächen besser ertragen. Aber bei der hämischen Freude über die Schwächen anderer und bei Witzen auf Kosten von Menschen, die sich nicht wehren können, überschreitet man nicht nur Grenzen des guten Geschmacks, sondern auch des Lebens in der Liebe.

Aber was tun statt dummzuschwätzen und abzulästern? Die Alternative ist Danksagung, auf Griechisch Eucharistie. Wer dankbar lebt, findet Worte, um wertzuschätzen, was andere Menschen tun oder was man ihnen zutrauen kann, auch Worte der Dankbarkeit gegenüber Gott. Eucharistie ist auch ein anderes Wort für das Heilige Abendmahl, das wir nachher miteinander feiern: ein kleines Fest des Dankes für die Liebe, die uns mit Gott und seinen Kindern verbindet.

Es folgt ein Vers, der mir vom Ton her nicht gefällt:

5 Denn das sollt ihr wissen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger – das sind Götzendiener – ein Erbteil hat im Reich Christi und Gottes.

Die Gefahr solcher Sätze ist, dass wir uns mit ihnen abgrenzen von anderen, die wir verurteilen. Richtiger verstehen wir diesen Satz als Warnung an uns selbst: „Passen wir auf, dass wir nicht selber aus Gottes Reich herausfallen!“ Aber ohne Gottes Hilfe schaffen wir es nicht, in unseren Gedanken, Worten und Taten „sauber“ zu bleiben.

6 Lasst euch von niemandem verführen mit leeren Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams.

7 Darum seid nicht ihre Mitgenossen.

Hier warnt Paulus vor Menschen, die er „Kinder des Ungehorsams“ nennt, weil sie uns mit leeren Worten verführen. Sie setzen ihr Vertrauen nicht auf Gott und tun so, als sei das Leben letzten Endes ein sinnloses Spiel um seiner selbst willen. Menschen, die so leben, leben unter dem Zorn Gottes: sie müssen die Folgen eines Lebens ohne Gottvertrauen und Gottesfurcht tragen: Da wird alles beliebig und sinnlos, da gibt es keine Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, da zählt nur: Was habe ich davon? und: Hoffentlich werde ich nicht erwischt? Wir müssen uns entscheiden: Wollen wir mit denen mitlaufen, die coole Sprüche draufhaben, aber nicht wissen, wohin ihr Weg sie führt? Oder führen wir ein Leben in der Liebe, gehen wir den geraden Weg mit Gott?

8 Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn.

Mit einem großartigen Vergleich endet der Predigttext: Ihr wart früher Finsternis, das seid ihr jetzt nicht mehr, ihr seid jetzt Licht. Wer auf Gott vertraut, ist Licht, ist Liebe, ist eine Hoffnung für diese Welt. So viel traut Gott dir und dir und Ihnen allen und mir zu. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.
Lied 221:

1. Das sollt ihr, Jesu Jünger, nie vergessen: wir sind, die wir von einem Brote essen, aus einem Kelche trinken, Jesu Glieder, Schwestern und Brüder.

2. Wenn wir in Frieden beieinander wohnten, Gebeugte stärkten und die Schwachen schonten, dann würden wir den letzten heilgen Willen des Herrn erfüllen.

3. Ach dazu müsse deine Lieb uns dringen! Du wollest, Herr, dies große Werk vollbringen, dass unter einem Hirten eine Herde aus allen werde.

Im Abendmahl sagen wir Gott Dank dafür, dass er uns mit Liebe versorgt, dass er uns Licht sein lässt. Wir feiern Eucharistie, Danksagung für den Leib Christi, zu dem wir gehören, weil Jesus seine Liebe, sein Leben für uns gegeben hat.

Gott, wir bitten dich, bewahre uns vor Egoismus und falscher Selbstzerfleischung, vor Unzucht und Unreinheit, vor Habgier und vor leerem Geschwätz. Schenke uns Kraft zur Umkehr, dass wir in deiner Liebe leben. In der Stille bringen wir vor dich, was unsere Seele belastet:

Beichtstille

Wollt Ihr Gottes Treue, Vergebung und Stärkung annehmen, so sagt laut oder leise oder auch still im Herzen: Ja!

Auf euer aufrichtiges Bekenntnis spreche ich euch die Vergebung eurer Sünden zu – im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Der Herr sei mit euch. „Und mit deinem Geiste.“

Die Herzen in die Höhe! „Wir erheben sie zum Herren.“

Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserem Gott. „Das ist würdig und recht.“

Würdig und recht ist es, in der Liebe Gottes zu leben, der uns zuerst geliebt hat und niemals aufhört, uns zu lieben. Zu dir rufen wir und preisen dich, Heiliger Gott:

Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosianna in der Höhe.

Vater unser und Abendmahl

Geht gestärkt durch Gottes Gaben, durch das Brot des Lebens, den Kelch der Liebe! Geht mit Gott, denn ihr habt einen weiten Weg vor euch – jeder und jede den eigenen Weg des eigenen Lebens, in der Gemeinschaft mit anderen. Gehet hin im Frieden!

Wir sagen Dank für Brot und Wein, für unsern gestillten Hunger und unsere gestillte Sehnsucht, für Nähe und Geborgenheit, für Liebe und Vertrauen, für Verständnis und Vergebung von Gott und unter uns Menschen. Wir sagen Dank für alle Menschen, die uns lieb sind und die uns stützen auf unserem Weg. Wir sagen Dank für Jesus. Er ist das Brot, das den Hunger stillt und uns zum Leben Kraft gibt. Er begleitet uns in unserem Leben auch auf weiten Wegen, und wenn wir einmal sterben müssen, auch dann lässt er uns nicht allein. Amen.

Lied 629: Liebe ist nicht nur ein Wort
Abkündigungen

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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