Jesus ins Gesicht schauen

Vom Lichtglanz Gottes im Gesicht der Menschen.

Auch über die Protestaktion der jungen Leute, die an Heiligabend unseren Gottesdienst störten, habe ich noch einmal nachgedacht. Sie scheinen etwas von uns erwartet zu haben. Wollten sie uns aufrütteln: Steht ihr für oder gegen die Gewalt in dieser Welt? Könnt ihr Lichter der Hoffnung anzünden? Oder verurteilt ihr uns nur als Ruhestörer?

Ein Kirchenfenster in St Maur's Church, Rush Co Dublin, Ireland

Licht auf dem Gesicht – ist es Maria, die das Magnifikat singt? (Foto des Kirchenfensters: pixabay.com)

#predigtAbendmahlsgottesdienst an Epiphanias, Sonntag, den 6. Januar 2002, 10.00 Uhr in der Pauluskirche zu Gießen

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Die Finsternis vergeht, und das wahre Licht scheint jetzt.

Dieser Vers aus dem 1. Johannesbrief 2, 8 bringt das Fest Epiphanias auf den Punkt, das wir heute am 6. Januar feiern.

Epiphanias ist das Fest der Erscheinung des Herrn – sozusagen ein zweites kleines Weihnachtsfest, wenn das Licht des Sterns die Weisen aus dem Morgenland nach Bethlehem lockt.

Lied 71, 1-4:

1) O König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron; hilf, dass allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit.

2) Von deinem Reich auch zeugen die Leut aus Morgenland; die Knie sie vor dir beugen, weil du ihn‘ bist bekannt. Der neu Stern auf dich weiset, dazu das göttlich Wort. Drum man zu Recht dich preiset, dass du bist unser Hort.

3) Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeld’t, doch achtest du gar wenig vergänglich Gut und Geld, prangst nicht auf stolzem Rosse, trägst keine güldne Kron, sitzt nicht im steinern Schlosse; hier hast du Spott und Hohn.

4) Doch bist du schön gezieret, dein Glanz erstreckt sich weit, dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen durch dein Macht und Gewalt, dass sie im Frieden sitzen, die Bösen stürzen bald.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war (1. Buch Mose – Genesis 1, 1-4).

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Du bist ein Gott des Lichts, nicht der Finsternis.

Du liebst das Happy End in unserem Leben und du bist es auch, der es uns am Ende schenkt – selbst wenn der Weg dorthin durch finstere Täler führt.

Mächtige in dieser Welt mögen sich stärker vorkommen als du und sich ihres Unrechts und ihrer Gewalt rühmen – und doch werden sie am Ende von ihrem Thron stürzen.

Darum lass uns nicht nur auf das Dunkle in unserer Welt und in unserem persönlichen Leben starren, als ob es keine Hoffnung gäbe.

Rede uns ins Gewissen, wenn wir selber auf Abwegen sind und meinen, wir könnten nicht aus unserer Haut heraus.

Befreie uns von nagenden Selbstzweifeln und übermenschlichem Druck, den wir uns und anderen auferlegen, gerade als ob du uns überfordern würdest.

Wir rufen zu dir: Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Mit Worten aus Psalm 18 dürfen wir beten:

28 [Gott,] du hilfst dem elenden Volk, aber stolze Augen erniedrigst du.

29 Ja, du machst hell meine Leuchte, der HERR, mein Gott, macht meine Finsternis licht.

30 Denn … mit meinem Gott [kann ich] über Mauern springen.

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Gott, wenn es dunkel ist in unserem Herzen, mach du es hell. Wenn die Angst vor dem Terror uns erstarren lässt, lass uns auftauen durch die Wärme deines Friedens. Wenn die Kälte überhand nimmt in unserem Land, schenk du den Mut zur Warmherzigkeit. Wenn wir uns ungeliebt fühlen, lass uns spüren: du hast uns lieb. Darum bitten wir dich im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören die Lesung aus dem Evangelium nach Matthäus 2, 1-12:

1 Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen:

2 Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.

3 Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem,

4 und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte.

5 Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten :

6 »Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist keineswegs die kleinste unter den Städten in Juda; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.«

7 Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre,

8 und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr’s findet, so sagt mir’s wieder, dass auch ich komme und es anbete.

9 Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war.

10 Als sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut

11 und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.

12 Und Gott befahl ihnen im Traum, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren; und sie zogen auf einem andern Weg wieder in ihr Land.

Herr, dein Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht auf unserem Wege. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Glaubensbekenntnis
Lied 52: Wisst ihr noch, wie es geschehen?
Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde! Noch einmal sind wir nach Bethlehem unterwegs, jetzt mit den Königen, mit den Sterndeutern, mit den weisen Männern aus dem Morgenland, die dem Kind ihre Schätze bringen wollen und selber reicher beschenkt werden, als sie das Kind beschenken können.

Leider bringen gerade sie das Kind unabsichtlich in tödliche Gefahr, denn sie suchen den Königssohn natürlich im Palast des Königs in Jerusalem. Dort finden sie aber nur den um seinen Thron bangenden Gewaltherrscher Herodes, der sogleich Mordpläne gegen das neugeborene Kind schmiedet. Das ist genau die Dunkelheit, in die das neugeborene Kind sein eigenes Licht leuchten lässt – das Licht einer wehrlosen und doch mächtigen Liebe.

Vom Leuchten dieses Lichtes spricht Paulus in 2. Korinther 4, 3-6:

3 Ist nun aber unser Evangelium verdeckt, so ist’s denen verdeckt, die verloren werden,

4 den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, dass sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes.

5 Denn wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesus Christus, dass er der Herr ist, wir aber eure Knechte um Jesu willen.

6 Denn Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.

Liebe Gemeinde, wo leuchtet das Licht der Herrlichkeit Gottes? Wo ist spirituelle Erleuchtung zu finden? Auch Menschen der westlichen Welt haben viel Geld ausgegeben, um bei indischen Gurus oder buddhistischen Mönchen das Meditieren zu lernen. Sie wollten Erleuchtung über den wahren Sinn des Seins jenseits von allem falschen Schein der bürgerlichen Welt, jenseits der schmutzigen Politik und der kleinkarierten Probleme des Durchschnittsbürgers.

Aber nicht nur fremde Religionen kennen den Begriff der Erleuchtung, auch unsere eigene. Wer Erleuchtung sucht, bemüht sich um Wahrheit, die er durch einfaches Nachdenken nicht erreichen kann, die von oben geschenkt sein muss.

Wenn mir eine Wahrheit wichtig sein soll, muss es aber schon eine ganz besondere Wahrheit sein. Was mir die Zukunft ganz genau bringt, will ich zum Beispiel gar nicht so genau wissen. Es genügt, dass jeder Tag sein eigenes Pensum an Last und Freude mit sich bringt; zu viel über die Zukunft zu wissen, würde mich total überfordern.

Vor manchen Wahrheiten darf man natürlich nicht die Augen verschließen, auch wenn sie unangenehm sind – so nützt es nichts, mein Schulzeugnis zu verbrennen, wenn ich als Schüler mir nicht eingestehe, dass ich zu wenig gelernt habe.

Paulus spricht allerdings nicht von solchen unangenehmen Wahrheiten. Er verspricht hoch und heilig: Ihr werdet Schönes sehen, wenn ihr nur Augen und Herzen aufmacht! Solange ihr euch zumacht, ist es dunkel, aber dann, nach der Erleuchtung, wird es hell, dann erkennt ihr – keine schreckliche Wahrheit, sondern die Herrlichkeit Gottes – Anlass zum Jubel, zur Hoffnung, zur Freude. Im Keller der Verzweiflung geht plötzlich das Licht an: Trost und neuer Mut. Ein Fenster auf dem Dachboden der Ungewissheit wird geöffnet, strahlendes Licht fällt herein: Ich weiß, wozu ich auf der Welt bin! Nach einer finsteren Nacht der Sorgen zieht das Morgenlicht herauf – alles sieht anders aus als durch die Brille der Niedergeschlagenheit. Am Ende des Tunnels endlich ein Lichtschein – und es ist nicht der entgegenkommende D-Zug.

Nicht wenig verspricht Paulus, und er sagt, was er mit dem schwer verständlichen Wort Herrlichkeit meint. Gottes Herrlichkeit ist nicht oben am Himmel zu sehen, wie ein überwältigendes Silvesterfeuerwerk. Herrlichkeit ist zu entdecken im Gesicht eines Menschen – im Gesicht Jesu.

Erleuchtung setzt also nicht fromme Anstrengungen voraus, nicht die Teilnahme an Meditationsseminaren oder gar die Aufnahme in ein Kloster, sondern sie geschieht schlicht da, wo wir Jesus ins Gesicht schauen. Im Anblick dieses Gesichts begegnen wir Gott. Das ist der Weg zur christlichen Erleuchtung, der Weg zu Jesus, zu seiner Krippe an Weihnachten, zu seinem Kreuz am Karfreitag, zu all den Orten, an denen er die Liebe des Vaters im Himmel lebte, hier auf Erden.

Doch wo schauen wir Jesus ins Gesicht? Wir gehen an Weihnachten ja nur im Geiste mit zur Krippe, besuchen heute nur im Geiste mit den morgenländischen Weisen noch einmal Bethlehem. Genügt es, das Bild des Gesichtes Jesu anzuschauen, wie es uns die Maler oder unsere eigene Phantasie ausmalen? Die Bibel enthält ja keine genaue Personenbeschreibung von Jesus.

Allerdings gibt Jesus selbst einen deutlichen Hinweis, wo wir ihm direkt ins Gesicht schauen können. Im Gleichnis vom Weltgericht fragt er: „Erkennt ihr mich nicht? Ich begegne euch in meinen bedürftigen und verlassenen Geschwistern auf Erden!“ In jedem menschlichen Gesicht, in dem die Sehnsucht nach Liebe aufleuchtet, spiegelt sich Gottes Ebenbild und der Lichtglanz Jesu selbst.

Aber es gehört einiges dazu, das wahrzunehmen im Angesicht eines x-beliebigen Menschen. Sind die meisten Menschen nicht stumpf oder blind oder wie ein Zerrspiegel für das, was an Gott erinnern könnte?

Oder scheint es uns nur so? Liegt es an unserem verzerrten Blick auf ein menschliches Gesicht, wenn wir in ihm Gottes Ebenbild nicht wahrnehmen können? Liegt es an unserem eigenen Herzen, das verschlossen ist für den Lichtglanz von Gottes Herrlichkeit auf dem Gesicht des Menschen uns gegenüber? Paulus sagt ja, dass es Menschen gibt, die blind sind für das helle Licht des Evangeliums. Sie lassen sich sozusagen die Augen zuhalten vom Gott dieser Welt, sind geblendet von Macht und Geld wie König Herodes, und weigern sich, Gott wahrzunehmen in der Verletzlichkeit eines Kindes, weil es ihnen die eigene Verletzbarkeit bewusst machen würde. Herodes hätte sich ernsthaft als vierter anbetender König den drei Weisen aus dem Morgenland anschließen können. Aber dann wäre ihm die Hohlheit seines auf Gewalt und Gier aufgebauten Lebens aufgegangen, er hätte weinen müssen über jedes blühende Leben, das er auf dem Weg zu seinem Thron ausgelöscht hatte. Alle Quellen liegen ihm offen – er könnte sehen, wo das göttliche Kind zur Welt kommt, wo er das wahre Licht findet. Aber er benutzt die Informationen aus der Heiligen Schrift und von den Weisen nur zur Spionage – er will das Licht auslöschen, das da aufleuchtet, und versucht in den Kindern von Bethlehem hundertfach Gottes Ebenbild zu töten. Ich glaube, dass Paulus die Herodesse dieser Welt im Blick hat, wenn er davon spricht, dass Menschen verloren gehen, die verblendet sind. Sie sind einem falschen Gott verpflichtet, dem Gott dieser Welt, sie sind so sehr an Dinge dieser Welt gebunden, dass sie nicht sehen, wer und wo Gott wirklich ist. Sie sind blind für das Ebenbild Gottes, das ihnen aus jedem menschlichen Antlitz entgegenblickt. Scheinbar sind sie mächtig, indem sie töten, aber letzten Endes können sie auch in einem ermordeten Kind nicht das Ebenbild Gottes töten, sondern sie töten das Licht in sich selbst, stürzen sich selbst in den Abgrund der Verzweiflung.

Was Paulus über die verblendeten Herodesse dieser Welt sagt, hat nun aber eine wunderbare Kehrseite. Das Licht ist da – für alle sichtbar – wenn nur unsere Augen und unser Herz offen sind.

Es ist ein Wunder, was da geschieht, ein Wunder wie am ersten Schöpfungstag. Durch uns soll Erleuchtung entstehen, weil Gott wie am ersten Schöpfungstag sagt: „Es werde Licht!“

Das Chaos der Welt, finster und ohne jede Ordnung, verwandelt sich durch Gottes Wort in eine wunderbar geordnete Schöpfung.

Im dunklen Chaos einer Seele ohne Liebe setzt Gott einen neuen Anfang, indem er Strahlen von Licht, Wärme, Liebe hineinfallen lässt.

Wir spüren seine Liebe, die einfach da ist, wie die Sonne, die ins Fenster scheint, wenn wir die Rolläden hochziehen.

So sehen wir die Gesichter der Menschen, die uns begegnen, auf einmal anders. Wir erkennen in ihnen etwas vom Ebenbild Gottes. Wir spüren, wonach sie sich sehnen. Zumindest fangen wir an, tiefer zu blicken und nachzudenken.

In der Aufsässigkeit einer Konfirmandin merke ich etwas von ihrer Sehnsucht nach dem Vater, den sie nie hatte oder den sie früh verlor.

Im Gesicht seiner vom Schlaganfall gezeichneten Ehefrau erkennt ein Ehemann nach fünfzig Ehejahren immer noch die Frau, die er von Herzen liebt und hingebungsvoll pflegt, auch wenn sie ihm nicht mehr mit Worten antworten kann.

Auch an ein kleines Mädchen denke ich. Sie ist traurig über den Tod von Menschen, die sie lieb gehabt hat. Sie schaut die Sterne am Himmel an und stellt sich vor, dass im Strahlen der Sterne die Gesichter der Oma und der Tante freundlich zu ihr herunterleuchten.

Auch über die Protestaktion der jungen Leute, die an Heiligabend unseren Gottesdienst störten, habe ich noch einmal nachgedacht. Sie scheinen etwas von uns erwartet zu haben, wenn ich auch nicht genau weiß, was. Sie ließen uns ja nicht erkennen, wer sie waren. Aber sie nahmen uns wichtig, sie wollten wahrgenommen werden. Wollten sie unbeholfen und in verunglückter Form uns aufrütteln: Habt ihr der Welt etwas zu sagen? Steht ihr für oder gegen die Gewalt in dieser Welt? Könnt ihr Lichter der Hoffnung anzünden? Oder verurteilt ihr uns nur als Ruhestörer?

Das sind nur Beispiele. Wo Gott ein Licht in unserem Herzen anzündet, nehmen wir die Gesichter der Menschen anders wahr, erkennen wir in ihnen etwas vom verborgenen Lichtglanz des Ebenbildes Gottes.

Damit beginnt eine Kettenreaktion, eine Lichterkette der menschlichen Wärme. Der helle Schein in unserem Herzen bringt auch unsere Augen zum Leuchten, gibt unserer ganzen Person eine andere Ausstrahlung. Und so kann in der Tat durch uns auch in den Herzen anderer Menschen etwas aufleuchten, was ihr Leben heller macht. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.

Wir singen das Lied 542 vom leuchtenden Stern über Bethlehem, der uns zur Krippe führt und zurück zu den Menschen:

Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg

Im ersten Abendmahl im Neuen Jahr sind wir eingeladen, die Liebe Gottes im Angesicht Jesu anzuschauen und in uns aufzunehmen, so dass sie in unserem Herzen aufleuchtet.

Im Brot schenkt er uns den Leib seiner Liebe. Im Kelch des neuen Bundes spiegelt sich das Leuchten des Lichtes auf seinem Gesicht.

Gott, leuchte hinein in das Dunkel unserer Seele und zünde ein Licht an in unserem Herzen. Mach uns bewusst, was wir Unrechtes getan haben, mach uns aufmerksam auf das Gute, das wir nicht getan haben, lass uns dein Gesicht in den Menschen erkennen, die uns brauchen. Vergib uns und hilf uns, Verantwortung für alles zu übernehmen, was wir tun oder unterlassen. In der Stille bringen wir vor dich, was unsere Seele belastet:

Beichtstille

Tut euch eure Sünde leid und wollt Ihr das Licht der Liebe und Vergebung Gottes in euer Herz aufnehmen, so sagt laut oder leise oder auch still im Herzen: Ja!

Auf euer aufrichtiges Bekenntnis spreche ich euch die Vergebung eurer Sünden zu – im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Der Herr sei mit euch. „Und mit deinem Geiste.“

Die Herzen in die Höhe! „Wir erheben sie zum Herren.“

Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserem Gott. „Das ist würdig und recht.“

Würdig und recht ist es, dich, Gott, ernst zu nehmen als das Licht der Welt, das wir erkennen auf dem Angesicht deines Sohnes Jesus Christus, das uns begegnet in den Gesichtern der Menschen, die uns anvertraut sind, und das aufleuchtet in jedem Funken von Vertrauen und Liebe in unserem eigenen Herzen.

Zu dir rufen wir und preisen dich, Heiliger Gott:

Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosianna in der Höhe.

Wir beten mit den Worten, die uns Jesus Christus zu beten gelehrt hat:

Vater unser und Abendmahl
Lied 71, 5-6:

5) Du wollst dich mein erbarmen, in dein Reich nimm mich auf, dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf. Mein‘ Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, dass sie mich nicht versehren; rett mich aus aller Not.

6) Du wollst in mir entzünden dein Wort, den schönen Stern, dass falsche Lehr und Sünden sein meinem Herzen fern. Hilf, dass ich dich erkenne und mit der Christenheit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit.

Gott, wir danken dir für die Gaben, die wir empfangen – Brot, Kelch, das Licht deiner Liebe. Wir bitten dich, lass dein Licht leuchten in unser Herz und auf unseren Weg, damit wir behütet sind in unserem Leben und getrost unseren Aufgaben nachgehen. Wir bitten dich, dass wir weder Augen noch Herz vor deinem Licht verschließen, dass wir aufmerksam bleiben auf das Gute, das uns geschenkt ist, und auf die Menschen, die auf uns angewiesen sind. Wo wir hart waren gegen Menschen in unserer Umgebung, lass uns unsere Haltung überdenken. Wo wir verletzt wurden, lass uns in Ruhe darüber sprechen.

Gott, wir bitten dich um dein Licht auch in den kriegen und Krisengebieten dieser Welt. Schenke den Verantwortlichen den klaren Blick, dass alle Taten und Unterlassungen Menschen betreffen, ihnen nützen oder schaden können.

Gott, wir bitten dich heute für ein verstorbenes Mitglied unserer Gemeinde, für Frau …, die im Alter von … Jahren gestorben ist. Schenke ihr die ewige Ruhe in deinem Himmelreich, und gib uns Trost, wenn wir sie vermissen. Hilf uns, dass wir einander nicht allein lassen, wenn wir traurig sind und um sie weinen. Amen.

Abkündigungen

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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