Besuch von ganz oben

Nicht jeder Besuch muss uns willkommen sein. Nicht einmal der Besuch des Lichtes aus der Höhe. Als ich Seelsorger in einer Nervenklinik war, sagte mir ein Patient: „Seien Sie mir nicht böse, dass ich nicht mehr in Ihre Gottesdienste komme. Ich weiß, dass mir die Predigt eigentlich gut tut. Aber ich muss dann jedes Mal heulen; das ist mir peinlich.“

Lichtstrahlen von oben

Licht von oben (Grafik: pixabay.com)

direkt-predigtGottesdienst am 2. Sonntag im Advent, 9. Dezember 2007, 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Zum Gottesdienst am 2. Advent unter dem Thema „Besuch von ganz oben“ begrüße ich alle herzlich in der Pauluskirche mit dem Wort zur Woche aus dem Evangelium nach Lukas 21, 28:

Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.

Wir singen aus dem Lied 1 die Strophen 1 bis 3:

1. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.

2. Er ist gerecht, ein Helfer wert; Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Zepter ist Barmherzigkeit; all unsre Not zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von Tat.

3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat. Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein. Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wir bekommen Besuch, liebe Gemeinde. Besuch von ganz oben. Weihnachtsbesuch. Nein, nicht der Bundespräsident kommt zu uns in die Kirche, nicht die Bundeskanzlerin, nicht die Königin von England. Unser Besuch kommt von noch weiter oben, aus dem Himmel Gottes. Wir singen von ihm Adventslieder und nennen ihn „König aller Königreiche“, obwohl er auf unserer Erde kein einziges Land regiert. Der König, der uns besuchen will, trägt einen Namen: Jesus Christus, Messias Jesus, von Gott gesalbter König Israels und der Welt. Er ist einer von uns Menschen und zugleich einer wie Gott.

Kommt, lasst uns ihn anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Nicht jeder Besuch ist uns willkommen. Selbst lieber Besuch von lieben Menschen kann uns peinlich sein, wenn er unangekündigt vor der Tür steht und wir keine Zeit zum Aufräumen hatten. Wie sieht es in unseren Herzen, in unseren Familien, im sozialen Gefüge unserer Menschengesellschaft aus? Freuen wir uns auf den Besuch aus der Höhe? Wir rufen zu dir:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Als Zacharias sein neugeborenes Kind Johannes in den Armen hielt, das später der Täufer genannt werden sollte, sprach er, „vom heiligen Geist erfüllt“ (Lukas 1, 67), diese Worte über Jesus Christus (Lukas 1, 78-79):

78 Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes [wird] uns besuchen … das aufgehende Licht aus der Höhe,

79 damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Komm, Herr Jesus, sei unser Gast. Komm aus der Höhe zu uns in die Tiefe. Besuche uns wirklich, selbst wenn Weihnachten für uns bisher nur ein belangloses Fest ohne weitreichende Folgen war. Platze herein in unsere unaufgeräumte Seele und hilf uns beim Aufräumen. Störe uns ruhig im ordentlichen Gang unseres Alltags und mache uns aufmerksam auf das, was du nicht in Ordnung findest in unserer Welt, in unserem Leben. Darum bitten wir dich, Jesus Christus, unser Herr. „Amen.“

Wir hören die Lesung aus dem Buch Jesaja 63 und 64. Da betet der Prophet zu Gott im Himmel:

15 So schau nun vom Himmel und sieh herab von deiner heiligen, herrlichen Wohnung! Wo ist nun dein Eifer und deine Macht? Deine große, herzliche Barmherzigkeit hält sich hart gegen mich.

16 Bist du doch unser Vater; denn Abraham weiß von uns nichts, und Israel kennt uns nicht. Du, HERR, bist unser Vater; »Unser Erlöser«, das ist von alters her dein Name.

19 Ach dass du den Himmel zerrissest und führest herab, dass die Berge vor dir zerflössen,

1 wie Feuer Reisig entzündet und wie Feuer Wasser sieden macht, dass dein Name kund würde unter deinen Feinden und die Völker vor dir zittern müssten,

2 wenn du Furchtbares tust, das wir nicht erwarten – und führest herab, dass die Berge vor dir zerflössen! –

3 und das man von alters her nicht vernommen hat. Kein Ohr hat gehört, kein Auge hat gesehen einen Gott außer dir, der so wohl tut denen, die auf ihn harren.

Herr, dein Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht auf unserem Wege. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Glaubensbekenntnis

Wir singen das Lied 11:

1) O Heiland, reiß die Himmel auf, herab, herab vom Himmel lauf, reiß ab vom Himmel Tor und Tür, reiß ab, wo Schloß und Riegel für.

2. O Gott, ein‘ Tau vom Himmel gieß, im Tau herab, o Heiland, fließ. Ihr Wolken, brecht und regnet aus den König über Jakobs Haus.

3. O Erd, schlag aus, schlag aus, o Erd, dass Berg und Tal grün alles werd. O Erd, herfür dies Blümlein bring, o Heiland, aus der Erden spring.

4) Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt, darauf sie all ihr Hoffnung stellt? O komm, ach komm vom höchsten Saal, komm, tröst uns hier im Jammertal.

5) O klare Sonn, du schöner Stern, dich wollten wir anschauen gern; o Sonn, geh auf, ohn deinen Schein in Finsternis wir alle sein.

6) Hier leiden wir die größte Not, vor Augen steht der ewig Tod. Ach komm, führ uns mit starker Hand vom Elend zu dem Vaterland.

7) Da wollen wir all danken dir, unserm Erlöser, für und für; da wollen wir all loben dich zu aller Zeit und ewiglich.

Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde, zur Predigt lese ich noch einmal die Verse aus dem Lukasevangelium, die wir vorhin gehört haben (Lukas 1, 78-79):

78 Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes [wird] uns besuchen … das aufgehende Licht aus der Höhe,

79 damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Was ist das für ein Besuch von ganz oben, den wir an Weihnachten bekommen? Da kommt ein König, der anders ist als die Könige, die wir aus den Illustrierten kennen. Dieses Königskind wird in einem Stall geboren, wenn es diese Welt besucht – und es macht nicht nur eine Stippvisite, sondern lässt sich ganz und gar ein auf alles, was wir Menschen durchmachen müssen. Der Himmel zerreißt, Gott fährt herab und greift ein ins das Geschehen auf dieser Erde, und nur der wird dieses gewaltige Ereignis wahrnehmen, der zur Krippe geht und mit staunenden Augen erkennt, dass Gott seine ganze Ehre, die ganze Wucht und Gewalt seiner Allmacht in der Verletzlichkeit und Liebebedürftigkeit eines Kindes konzentriert.

Der Prophet Jesaja sagt mit Recht: „Kein Ohr hat gehört, kein Auge hat gesehen einen Gott außer dir, der so wohl tut denen, die auf ihn harren.“ Da, wo Menschen auf Gott harren, auf ihn ihre Hoffnung setzen, da finden sie ihn auch. Da findet er sie.

Licht wird uns besuchen, so singt Zacharias sein Lied über den Messias Jesus. Wie ein strahlender Sonnenaufgang die dunkle Nacht vertreibt, so ist Jesus das Licht der Welt, das stark genug ist, um gegen alle finsteren Mächte anzutreten: Sünde und Tod, Resignation und Verzweiflung.

Aber wie ich schon vorhin sagte: Nicht jeder Besuch muss uns willkommen sein. Nicht einmal der Besuch des Lichtes aus der Höhe. Vielleicht will ich gar nicht, dass dieses Licht in meine Dunkelheit hineinscheint. Wenn ich „in Finsternis sitze“, dann schäme ich mich vielleicht so sehr dafür, dass ich lieber drin sitzen bleibe, als dass mich einer so sehen soll. Als ich Seelsorger in einer Nervenklinik war, sagte mir ein Patient: „Seien Sie mir nicht böse, dass ich nicht mehr in Ihre Gottesdienste komme. Ich weiß, dass mir die Predigt eigentlich gut tut. Aber ich muss dann jedes Mal heulen; das ist mir peinlich.“ Später wurde mir noch klarer, was der Mann meinte, denn es stellte sich heraus, dass der Mann ein Hochstapler war, der sogar in der Klinik seine Mitpatienten betrog. Er fühlte sich vom Wort Gottes erkannt und ertappt, konnte aber dieses klare Licht nicht ertragen, weil er sich nicht dazu überwinden konnte, sich zu ändern.

Dieser Mann erkannte sehr gut: Das Licht der Bibel stellt uns vor eine Entscheidung. Der Besuch von ganz oben lässt uns nicht unberührt und unverändert, wenn wir uns auf ihn einlassen. Die Engel werden singen von der Ehre Gottes und vom Frieden auf Erden, und hier hören wir, dass dieser Friede nicht automatisch kommt, sondern dass wir mit eingespannt werden in die Friedensbewegung Gottes: das Licht aus der Höhe richtet nämlich „unsere Füße auf den Weg des Friedens“. So wird Friede auf Erden, indem wir Menschen Frieden schaffen, zum Beispiel ganz schlicht, indem wir jedem Menschen mit Respekt begegnen.

Den meisten Menschen ist nicht mehr bewusst, dass die kirchlichen Feste etwas mit uns selbst zu tun haben, mit unserem Glauben, mit unserem Leben, mit unserer Welt. Weihnachten stellt uns vor die Frage: Willst du Jesus in deinem Leben ankommen lassen? Willst du deine Füße auf den Weg den Friedens richten lassen? Darum ist es sinnvoll, dass es eine Wartezeit vor Weihnachten gibt. Wir können sie nutzen, um uns zu prüfen: Will ich mich einlassen auf das Gute, was da von oben kommt? Damit wir uns langsam gewöhnen an das helle Licht aus der Höhe, zünden wir Kerzen am Adventskranz an, erst eine, dann 2, dann 3, dann 4, und dann erst die vielen Kerzen am Weihnachtsbaum. Für viele Menschen ist die Zeit vor Weihnachten mit ihrem Plätzchenduft und ihrer geheimnisvollen Atmosphäre eine ganz besondere Zeit. Der allgegenwärtigen Hektik kann man hier und da doch ein wenig entfliehen und sich auf ein besinnliches Weihnachtsfest einstellen. So wird Advent sinnvoll gefeiert.

Sinnvoll Advent feiern kann allerdings auch der, der nicht in Weihnachtsstimmung ist, der keine Plätzchen backen mag und kaum mal eine Kerze anzündet. Manchmal ist auch in dieser Hinsicht weniger mehr. Wer sich von Herzen nach einer Wende in seinem Leben sehnt, nach Trost, nach einem Ausstieg aus der Sucht, nach neuem Mut zum Leben, der erlebt sogar einen intensiveren Advent als diejenigen, die um die grellste Weihnachtsbeleuchtung wetteifern, oder als die, für die Weihnachten nur noch ein Anlass unter vielen anderen ist, um sich möglichst viele und teure Geschenke zu machen.

Wirkliches Weihnachten findet statt, wo man es gar nicht vermutet: bei denen, die „sitzen in Finsternis und im Schatten des Todes“. Da erscheint das aufgehende Licht aus der Höhe. Im Stall von Bethlehem, bei den Hirten des Feldes wird der König Gottes geboren, nicht im Palast von Jerusalem.

Advent und Weihnachten feiern im Schatten des Todes, das ist für einige in unserer Gemeinde eine traurige Realität. Sie werden in diesem Jahr das erste Weihnachten ohne einen geliebten Menschen feiern, der seit dem letzten Weihnachtsfest gestorben ist. Wo die Trauer noch allzu frisch ist oder der Schmerz besonders groß, mag es manchem unmöglich sein, Weihnachten zu feiern, ohne den geliebten Menschen, ohne das Kind, das gestorben ist. Manche zünden trotzdem Kerzen an, erinnern sich unter Tränen an vergangene Zeiten, und spüren, wie ihnen das Licht aus der Höhe gerade in ihrer Trauer besonders nahe ist. Denn unser christliches Weihnachten ist ja der Geburtstag von Jesus Christus, der den Tod erlitten und überwunden hat.

Wenn unsere Weihnachtsfreude nicht den „Schatten des Todes“ standhalten könnte, wenn das Licht aus der Höhe nicht in unsere Finsternisse hier auf Erden hineinleuchten würde, dann müssten wir aufhören, Weihnachten zu feiern. In der letzten Woche wurde in den Nachrichten besonders häufig von krassen Todesfällen berichtet. Drei Kinder im Alter von 11 bis 14 Jahren kommen auf Bahngleisen ums Leben. Eine psychisch kranke Mutter tötet ihre fünf Söhne im Alter von 3 bis 9 Jahren. Ein Vater wirft im Streit mit seiner Lebensgefährtin das gemeinsame Kind aus dem Fenster, so dass es stirbt. Ein Baby verhungert neben seiner toten drogenabhängigen Mutter. Das alles wenige Wochen vor Weihnachten. Solche Nachrichten wühlen auf. Man fragt sich nach den Ursachen. Hätte man das Schreckliche verhindern können? Mir geht es so: Wenn ich nicht gleich abschalte und an etwas anderes denke, weil ich ja eh nichts machen kann, versetze ich mich in die Lage der Menschen, die betroffen sind, als Angehörige, als Nachbarn, und ein Gefühl der Lähmung kriecht in mir hoch. Furchtbar, wenn man als Eltern ein Kind oder sogar zwei Kinder verliert und wenn die Ursache vielleicht nur Leichtsinn war. Furchtbar, wenn eine Mutter in ihrer seelischen Not Hand an alle ihre Kinder legt, vielleicht, weil die Betreuungsangebote, die ihr hätten helfen können, nicht ausgereicht haben. In den meisten dieser Fälle kann man noch nicht mal mit dem Finger auf irgendeinen böswilligen Menschen zeigen und sagen: Der ist schuld, der ist verantwortlich. Die psychisch kranke Straftäterin zum Beispiel kann ein Richter nicht verantwortlich machen für ihre Taten. Und wer will gegenüber Kindern, die sich leichtsinnig in Gefahr begeben, einfach sagen: „Selber schuld!“?

Mit dem Schatten des Todes, in dem wir sitzen, meint die Bibel das Geflecht unserer menschlichen Verstrickungen: Sachzwänge, persönliche Unzulänglichkeiten, Egoismus und Gedankenlosigkeit. Das alles muss für sich genommen nicht schlimm sein, aber wo eins zum andern kommt, kann es tragische Folgen haben.

Ich kann Augen und Ohren zumachen vor dem Schrecklichen, das ich in den Nachrichten mitbekomme. Ich kann abschalten und sagen, das geht mich nichts an. Und trotzdem weiß ich: diese schrecklichen Dinge passieren in der gleichen Welt, unter dem gleichen Schatten des Todes, unter dem ich lebe. Und genau in dieser Welt – wir haben keine andere – kriegen wir Besuch von ganz oben:

78 Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes [wird] uns besuchen … das aufgehende Licht aus der Höhe,

79 damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Noch einmal: dieser Besuch schafft nicht automatisch unsere Probleme aus der Welt. Aber er gibt uns Mut, dass wir uns den Problemen stellen. Der Tröster vom Himmel nimmt uns den Schmerz nicht weg, wenn wir traurig sind. Aber er sorgt dafür, dass wir unsere Trauer nicht allein tragen müssen. Jesus zaubert nicht jeden Streit und Krieg aus der Welt weg. Aber er führt uns auf einen guten Weg, den wir gehen können, der nicht nur gut für mich ist, sondern auch für die anderen Menschen, ein Weg des Friedens.

Wir sollen nicht denken, dass sowieso alles egal ist, dass es auf uns nicht ankommt. Dann vergrößern wir nur den Schatten des Todes und behandeln uns selber und andere Menschen wie Dreck. Genau das will Gott nicht. Darum wird es Weihnachten. Darum wird Gott in Jesus Mensch und besucht uns aus der Höhe. Denn Gott liebt uns Menschen von Herzen. Gott ist uns verbunden in herzlicher Barmherzigkeit. Keiner von uns ist ihm egal. Er ist bei uns, wenn wir „in Finsternis und Schatten des Todes“ sitzen, und er richtet „unsere Füße auf den Weg des Friedens“. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.

Wir singen das Lied 154, das ich im Gottesdienst mit William Henderson vor drei Wochen kennengelernt habe. Da es recht unbekannt ist, hören wir die Melodie erst einmal vorgespielt:

Herr, mach uns stark im Mut, der dich bekennt, dass unser Licht vor allen Menschen brennt!

Gott, lass uns den Kopf heben, weil du kommst, um uns zu besuchen, weil unsere Erlösung nahe ist. Mach uns stark für die Herausforderungen, die vor uns liegen, und lass uns um Hilfe bitten, wenn wir nicht alles alleine schaffen.

Gott, besuche uns aus der Höhe, damit wir den Kopf nicht hängen lassen und auch andere aufrichten aus Niedergeschlagenheit und Angst und Traurigkeit.

Gott, wir wünschen uns eine heile Welt und wissen doch, dass wir auch in der Weihnachtszeit auf dieser Erde im Schatten des Todes leben. Wir begreifen nicht, warum so viele Kinder sterben, wir stehen fassungslos vor all den schrecklichen Nachrichten dieser Tage. Wir können das alles nicht aushalten, wir wissen keinen Trost. Aber du hast versprochen, dass dein Licht aus der Höhe uns aufgehen und uns besuchen wird. Barmherzig bist du und mächtig, wer sollte uns sonst trösten können, wenn nicht du?

Insbesondere beten wir heute für ein verstorbenes Mitglied unserer Gemeinde … . Deinen liebevollen Händen ist sie anvertraut zum ewigen Leben. Für alle, die um sie trauern, denen sie fehlt, die sie geliebt haben, bitten wir dich um deine stützende Nähe. Amen.

Stille und Vater unser

Wir singen aus dem Lied 9 die Strophen 1 und 5 und 6:

1. Nun jauchzet, all ihr Frommen, zu dieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit, zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht.

5. Ihr Armen und Elenden zu dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müsst haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut, lasst eure Lieder klingen, dem König Lob zu singen, der ist eu’r höchstes Gut.

6. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und all eu’r Klag und Weinen verwandeln ganz in Freud. Er ist’s, der helfen kann; halt‘ eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn.

Abkündigungen

Empfangt Gottes Segen:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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