Kopf hoch – die Erlösung ist nahe!

Wir hören in diesem Gottesdienst zweimal von Bäumen – von dem, der an Gott glaubt und Früchte bringt wie ein Baum an den Wasserbächen. Und vom Feigenbaum, der im Winter wie tot scheint und im Frühling wieder neue Zweige bekommt. Nun gibt es noch einen Baum, der für uns schon immer ein Sinnbild war für Gottes Treue und Beständigkeit.

Wald mit Laub- und Nadelbäumen im Schattenriss

Laub- und Nadelbäume (Silhouetten: pixabay.com)

direkt-predigtGottesdienst am 2. Adventssonntag, den 9. Dezember 1990 um 9.30 Uhr in der Kapelle der Landesnervenklinik Alzey

Herzlich willkommen im Gottesdienst in unserer Klinik-Kapelle, heute am 2. Adventssonntag, zwei Wochen vor Weihnachten! Sie haben es vielleicht gesehen: Die Kerzen am Adventskranz brennen noch nicht. Wir zünden sie jetzt an, zwei von den vier Kerzen.

Warum zünden wir heute zwei Kerzen an? Wir feiern heute den zweiten Advent.

Die erste Kerze leuchtet für das Licht, das Gott als erstes geschaffen hat bei der Schöpfung.

Die zweite Kerze leuchtet für das Licht, das wir selbst sein können: wir können Licht sein für andere Menschen. Denn es heißt beim Propheten Jesaja 58, 9b-11a (GNB):

Wenn ihr aufhört, andere zu unterdrücken, mit dem Finger spöttisch auf sie zu zeigen und schlecht über sie zu reden, wenn ihr den Hungrigen zu essen gebt und euch den Notleidenden zuwendet, dann wird eure Dunkelheit hell werden, rings um euch her wird das Licht strahlen wie am Mittag. Ich, der Herr, werde euch immer und überall führen.

Jetzt singen wir zu Beginn des Gottesdienstes das Lied 3, 1-5:

1) Ihr lieben Christen, freut euch nun, bald wird erscheinen Gottes Sohn, der unser Bruder worden ist, das ist der lieb Herr Jesus Christ.

2) Der Jüngste Tag ist nun nicht fern, komm, Jesu Christe, lieber Herr! Kein Tag vergeht, wir warten dein und wollten gern bald bei dir sein.

3) Du treuer Heiland Jesu Christ, dieweil die Zeit erfüllet ist, die uns verkündet Daniel, so komm, lieber Immanuel.

4) Der Teufel brächt uns gern zu Fall und wollt uns gern verschlingen all. Er tracht‘ nach Leib, Seel, Gut und Ehr. Herr Christ, dem alten Drachen wehr.

5) Ach, lieber Herr, eil zum Gericht. Lass sehn dein herrlich Angesicht, das Wesen der Dreifaltigkeit. Das helf uns Gott in Ewigkeit.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wir beten mit Worten aus Psalm 1:

1 Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg der Sünder noch sitzt, wo die Spötter sitzen,

2 sondern hat Lust am Gesetz des HERRN und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht!

3 Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.

4 Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreut.

5 Darum bestehen die Gottlosen nicht im Gericht noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.

6 Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten, aber der Gottlosen Weg vergeht.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Gott, lieber Vater, wir leben im Advent. Wir leben in der Erwartung, jetzt vor Weihnachten, aber auch sonst in einer Welt, die noch viel zu wünschen und zu hoffen übrig lässt. Viele wünschen sich, dass endlich das Böse aufhört in der Welt, dass du, Gott, endlich Schluss machst mit Krieg und Ungerechtigkeit. Aber manche haben auch Angst vor deinem Gericht. Sie haben Angst, nicht gut genug zu sein für dich, o Gott, weil du heilig bist und wir so unvollkommen. Lass uns hoffen, lieber Gott, hoffen auf Hilfe in einer Welt voller Not, hoffen auf Vergebung in einer Welt voller Schuld, hoffen auf deine Liebe in einer Welt voller Kälte. Das erbitten wir von dir im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören die Lesung aus dem Brief des Jakobus 5, 7-8:

7 So seid nun geduldig, liebe Brüder, bis zum Kommen des Herrn. Siehe der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen.

8 Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja! „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Wir singen das Lied 11, 1-7:

1) Gott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat.

2) Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war und was sie geprophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit.

3) Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der wohl zweigestammte Held hat sich treulich eingestellt.

4) Sei willkommen, o mein Heil! Dir Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an.

5) Zieh, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne tust, rein von allem Sündenwust.

6) Tritt der Schlange Kopf entzwei, dass ich, aller Ängste frei, dir im Glauben um und an selig bleibe zugetan,

7) dass, wenn du, o Lebensfürst, prächtig wiederkommen wirst, ich dir mög entgegengehn und vor dir gerecht bestehn.

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Zur Predigt hören wir aus dem Evangelium nach Lukas 21, 25-33:

25 Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres,

26 und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen.

27 Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit.

28 Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.

29 Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an:

30 wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass jetzt der Sommer nahe ist.

31 So auch ihr: wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist.

32 Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis es alles geschieht.

33 Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.

Liebe Gemeinde!

Am Ende des Kirchenjahrs, vor zwei Wochen, da hatten wir schon einmal so einen Predigttext gehabt, der vom Ende der Welt erzählt hat. Jetzt sind wir in der Adventszeit, da geht es gleich weiter so.

Ja, auch der Advent hat es mit dem Warten zu tun, mit dem, was von Gott her kommen soll. Und wie wir es schon vor zwei Wochen hörten: Wenn etwas Neues kommen soll, muss manchmal erst das Alte vergehen.

Aber das macht uns auch Angst. Wie soll es denn werden, wenn man sich nicht mehr auf das verlassen kann, was gestern noch gegolten hat?

Dazu ein paar Beispiele.

Die Menschen in der früheren DDR erleben zum erstenmal Weihnachten gemeinsam mit uns im neuen Gesamtdeutschland. Noch vor anderthalb Jahren war hier eine junge Frau in der Klinik, die von drüben geflohen war, weil sie in der DDR zu sehr unter Druck gestanden hatte. Hier bei uns fühlte sie sich aber einsam und verlassen, das ging bis zu Depressionen, die hier behandelt wurden. Sie war im Zwiespalt: Soll ich hier bleiben oder zurückkehren? Wenn sie hier bliebe, könnte sie nie mehr zurück, so dachte sie. Wenn sie dorthin zurückginge, könnte sie nie mehr hierher kommen.

In so kurzer Zeit ist nun alles anders geworden. Die ganze DDR ist mit unserem westlichen Teil Deutschlands vereinigt worden. Die junge Frau – ich weiß nicht, was aus ihr geworden ist – kann nun hinüber und herüber reisen, wie sie will.

Aber diese neue Freiheit macht vielen Menschen aus der ehemaligen DDR auch Angst. Sie waren es ja nicht gewohnt, selber entscheiden zu können. Und wenn man sich jetzt falsch entscheidet? In der DDR konnte niemand arbeitslos werden, alle wurden schon irgendwie mit in den Betrieben untergebracht. Aber heute muss man mehr leisten, und manchmal reicht noch nicht einmal das, um seinen Arbeitsplatz zu behalten.

Da ist etwas Neues gekommen, und dieses Neue macht auch Angst.

Was man von einem ganzen Land sagen kann, das kann man auch vom Leben eines einzelnen Menschen sagen. Auch im Leben eines Menschen gibt es unterschiedliche Zeitabschnitte. Mit dem Erwachsenwerden hört die Kindheit auf; Kinder werden einerseits gern erwachsen, aber mehr Verantwortung tragen zu müssen, macht auch Angst. Und wenn das Arbeitsleben eines Menschen vorbei ist, fängt wieder ein neuer Lebensabschnitt an; manche freuen sich auf das Ausruhenkönnen und darauf, Dinge tun zu können, für die sie vorher keine Zeit gehabt hatten; aber andere haben auch Angst vor dieser Zeit: sie könnte nicht ausgefüllt sein, man könnte nutzlos sein.

Schlimmer noch empfinden es viele, wenn sie krank geworden sind. Was soll nun werden? Wird man wieder gesund werden? Wird man dann noch alles schaffen, was man vorher tun konnte? Und wie soll es werden, wenn die Kräfte so stark nachlassen, dass man sich nicht mehr allein versorgen kann, dass man auf andere Menschen angewiesen ist? Tun und Machen, das ist uns vertraut. Sich helfen lassen, das fällt oft schwer. Auch Krankheit kann einen neuen Lebensabschnitt einleiten – und auch das macht Angst.

„In der Welt habt ihr Angst“, so sagt Jesus einmal seinen Jüngern. Er weiß das, und er tut nicht so, als könnte man das einfach wegwischen. Trotzdem ist Jesus derjenige, der uns auch Mut macht, der seinen Jüngern auch sagt: „Aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

Angst haben und Getröstetwerden – für die Bibel gehört das untrennbar zusammen. In unserem Predigttext wird das anschaulich wie in einem großen Gemälde vom Ende der Welt geschildert. Jesus selbst hat die Vorstellungen seiner Zeit über den Untergang der Erde geteilt und die Angst davor so ausgemalt:

„Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sterne, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen.“

Aber will Jesus damit den Jüngern noch mehr Angst machen, als sie sowieso schon haben? Wenn mit der Sonne und dem Mond etwas nicht mehr stimmt, wenn an ihnen Zeichen geschehen, das wird die Menschen erst recht bange machen. Wenn eine große Überschwemmung droht, wenn die Meereswogen heranbrausen, dann werden die Menschen erst recht verzagt sein. Selbst die Kräfte der Himmel, die uns so festgefügt scheinen, werden ins Wanken kommen, sagt Jesus.

Das macht uns schon Angst, aber das ist doch nicht alles. Es wird zwar scheinbar alles vergehen, was uns vertraut ist. Aber dann wird einer kommen, der all unsere Angst in Zuversicht verwandelt: Jesus selbst.

Ja, Jesus kündigt es selbst an:

„Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit.“

Egal, wie groß die Angst sein wird, Jesus wird stärker sein. Egal, wie furchtbar wir uns das Ende der Welt vorstellen, mit dem Wiederkommen Jesu fängt eine neue, herrliche Welt für die Menschen an.

Deshalb sagt Jesus denen, die auf ihn vertrauen:

„Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“

Das Ende der Welt ist noch nicht da. An Sonne und Mond sind die Zeichen noch nicht zu sehen, von denen Jesus hier spricht. Aber Angst ist schon da, wie ich vorhin sagte. Angst, wenn etwas Neues in der Welt geschieht. Angst, wenn in unserem Leben ein neuer Abschnitt beginnt. Angst, wenn man krank geworden ist. Ich glaube, dass Jesus auch in diese Angst hinein dieses Wort spricht: „Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“

„Wenn aber dieses anfängt zu geschehen…“ – ja dann würden viele doch eher den Kopf in den Sand stecken. Sie würden versuchen, vor ihrer Angst zu fliehen. Manchmal ist es gerade das, was einen krank gemacht hat: die Angst vor der Angst, die Angst vor einem großen, allzugroßen Schmerz. Jesus sagt: „Nein, versteckt euch nicht, seht doch auf, hebt doch den Kopf hoch!“

Nein, denken viele, ich wage es nicht, den Kopf hochzuheben, ich lasse ihn lieber hängen, dann sehe ich nicht, was so schrecklich ist, dann tut’s nicht so weh.

Jesus sagt nicht: „Kopf hoch, es ist nicht so schlimm.“ Er weiß, dass es oft schlimm ist. Dass nicht jede Krankheit völlig geheilt wird. Dass nicht jeder seine ganzen Kräfte wieder gewinnt. Dass irgendwann sogar die Erde untergehen wird. Und trotzdem sagt er: „Kopf hoch! Erhebt eure Häupter!“ Warum denn eigentlich? „Weil sich eure Erlösung naht!“

Erlösung kommt von Gott. Erlösung kommt von Jesus. Wie sieht diese Erlösung aus? Vielleicht so, dass Gottes Kraft gerade in den schwach und krank Gewordenen mächtig wird.

Dazu auch wieder ein Beispiel: Mir erzählte kürzlich ein blinder Mann in mittleren Jahren, der zugleich noch andere schwere Krankheiten hat, dass er nur durch den Glauben genug Kraft bekommen habe, um weiterzuleben. Ja, er sei eigentlich nur durch seine Krankheit und seine Blindheit zu einem bewussteren Glauben an Gott gekommen. Gott habe ihm geholfen, habe ihm innere Kraft geschenkt. Und er sei Gott auch dankbar, dass er eine Familie habe, die ihn nicht im Stich gelassen hat. Seine Frau und seine Tochter brauchen ihn, auch wenn sie ihn pflegen müssen, sie brauchen ihn als Ehemann und als Vater, der einfach da ist, mit dem man alles besprechen kann, der manchmal sogar ihnen Mut macht aus seinem Glauben heraus.

Aufrecht gehen, den Kopf heben, selbstbewusst leben, das kann man also auch, wenn man hart geprüft ist. Im Psalm 1 hatten wir es gehört: einer, der auf Gott vertraut, ist „wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht.“ Früchte bringen kann man auch als kranker, als alter, als leidgeprüfter Mensch.

Auch im Predigttext erzählt Jesus von einem Baum.

„Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an: wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass jetzt der Sommer nahe ist. So auch ihr: wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist.“

Es ist schon etwas eigentümlich, jetzt im Winter etwas von Bäumen zu hören, die ausschlagen und den Sommer ankündigen. Aber ist es nicht so: auch wenn jetzt die Bäume kahl geworden sind und wie tot aussehen, so sind sie doch nur schlafen gegangen. Sie ruhen aus, bis sie im nächsten Frühjahr wieder neue Knospen bekommen und ausschlagen, neue Blüten und Früchte bringen.

Mit der Erlösung, die Gott uns bringt, ist es manchmal ganz ähnlich: Alles sieht aus wie tot, und doch wird neues Leben kommen, Gott hat es uns fest versprochen. Man hat schon fast alle Hoffnung aufgegeben, noch einmal gesund zu werden; und dann bekommt man doch die Geduld geschenkt, um die schwere, die dunkle Zeit durchzustehen, bis sich wieder ein Hoffnungsschimmer zeigt.

Viel Geduld wird uns manchmal abverlangt. Selbst Jesus scheint damals nicht damit gerechnet zu haben, dass es noch Hunderte von Jahren dauern könnte bis zu seiner Wiederkunft auf die Erde. Er sagte ja seinen Jüngern damals:

„Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis es alles geschieht.“

Oder meinte er mit „diesem Geschlecht“ allgemein die Menschen auf der Erde, die bis heute, bis ins zweite oder sogar das dritte Jahrtausend hinein auf der Erde leben? Aber ganz gleich, wie lange es auch immer dauert, eins steht fest für immer und ewig: Was Jesus uns im Namen Gottes zugesagt hat.

Und das betont Jesus am Schluss noch einmal ausdrücklich:

„Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.“

Was sind das für Worte? Es sind die Worte, die uns Leben schenken, unvergängliches Leben, dass Gott uns lieb hat, dass Gott uns vergibt, dass Gott den Schwachen Kräfte schenkt, dass Gott uns allen zutraut, unsere Frucht zu bringen, dass Gott uns nicht verlorengehen lässt.

Wir haben jetzt schon zweimal von Bäumen gehört – von dem Menschen, der an Gott glaubt und Früchte bringt wie ein Baum an den Wasserbächen. Und von dem Feigenbaum, der im Winter wie tot scheint und im Frühling doch wieder neue Zweige bekommt. Und nun gibt es noch einen Baum, der für uns schon immer ein Sinnbild war für Gottes Treue, für Hoffnung und Beständigkeit. Was ist das für ein Baum? Ein Baum, dessen Blätter immer grün sind? – Es ist der Tannenbaum, den wir in zwei Wochen und einem Tag hier aufstellen werden, der Weihnachtsbaum, der uns immer an Weihnachten erfreut. Und weil wir nun so viel von Bäumen gehört haben in der Predigt und nun auch von dem Weihnachtsbaum, wollen wir nun auch das Lied vom Tannenbaum gemeinsam singen. Es steht zwar nicht im Gesangbuch, aber die meisten werden es auswendig können:

O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie treu sind deine Blätter! Du grünst nicht nur zur Sommerzeit, nein, auch im Winter, wenn es schneit. O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie treu sind deine Blätter!

O Tannenbaum, o Tannenbaum, du kannst mir sehr gefallen. Wie oft hat nicht zur Weihnachtszeit ein Baum von dir mich hocherfreut. O Tannenbaum, o Tannenbaum, du kannst mir sehr gefallen.

O Tannenbaum, o Tannenbaum, dein Kleid will mich was lehren: Die Hoffnung und Beständigkeit gibt Trost und Kraft zu jeder Zeit. O Tannenbaum, o Tannenbaum, dein Kleid will mich was lehren.

Steckt in diesem Lied nicht etwas von dem Trost, den Jesus gibt? „Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.“ Amen.

Und der Friede Gottes, der viel größer ist, als unser Denken und Fühlen erfassen kann, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.

Gott, unser barmherziger Vater! Advent heißt Erwartung, heißt Warten, heißt Geduld. Aber manchmal sind wir zu müde zum Warten, manchmal ist unsere Geduld am Ende. Schenk uns dann neue Geduld und neue Hoffnung. Oder wir haben Angst vor dem, was kommen wird. Wir denken, dass alles noch böse enden wird. Schenk uns dann Zuversicht, schenk uns das Vertrauen zu dir, denn du stehst uns bei in allem, was kommen wird. Was auch immer kommt, du willst, dass wir unseren Kopf nicht sinken lassen, du traust uns zu, wie Bäume zu sein, die gute Früchte bringen. Amen.

Alles, was uns heute bewegt, schließen wir im Gebet Jesu zusammen:

Vater unser

Zum Schluss singen wir die Strophe 6, 5:

5) Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür die offen ist; ach zeuch mit deiner Gnaden ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein Heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr.

Und nun lasst uns mit Gottes Segen in den Sonntag und in die neue Woche gehen:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.