Warum?

Gott lässt uns nicht allein mit unseren Fragen.

Wenn Jesus gestorben ist, um die verstreuten Kinder Gottes zusammenzubringen, dann bringt er auch uns zusammen. Unsere Sünden zählen nicht mehr, wir gehören zusammen in seiner Gemeinde. Es gibt immer noch keine einfache Antwort auf unsere vielen Fragen: Warum, warum? Aber Gott will, dass wir einander nicht allein lassen.

Silhouetthen von Kindern mit Sprechblasen: Wieso - Weshalb - Warum

Nicht nur Kinder fragen nach dem Warum (Grafik: pixabay.com)

direkt-predigtGottesdienst am Sonntag Judika, den 12. März 1989 um 9.30 Uhr in der Kapelle der Landesnervenklinik Alzey

Herzlich willkommen im Gottesdienst in unserer Kapelle in der Landesnervenklinik Alzey! Besonders begrüße ich die Gäste aus einem Nachbarort, den Evangelischen Posaunenchor Kettenheim, der uns heute mit seiner Musik erfreut und bei unserem Singen unterstützt.

Heute ist der 5. Sonntag in der Passionszeit, zwei Wochen vor Ostern. Passion heißt Leiden, wir denken an das Leiden Jesu. Aber warum musste er leiden, warum, warum? Er war doch unschuldig. Wir kennen diese Frage: Warum, warum? Um diese Frage dreht sich heute unser Gottesdienst.

Am Anfang singen wir das Lied EKG 257 (EG 405), das schon eine Antwort auf unsere Frage gibt:

1. Halt im Gedächtnis Jesus Christ, o Mensch, der auf die Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden; vergiss nicht, dass er dir zugut hat angenommen Fleisch und Blut; dank ihm für diese Liebe!

2. Halt im Gedächtnis Jesus Christ, der für dich hat gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod und dich erlöst aus aller Not; dank ihm für diese Liebe!

3. Halt im Gedächtnis Jesus Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Not und Plage. Bedenke, dass er Fried gemacht, sein Unschuld Leben wiederbracht; dank ihm für diese Liebe!

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. (Matthäus 20, 28)

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Wir fragen oft nach dem Warum, o Gott. Warum muss ich etwas Schlimmes durchmachen, wenn es doch andern so gut geht? Warum gibt es so viel Leid auf der Welt, und du greifst nicht ein? Doch fragen wir nicht oft dich selbst. Wir fragen uns, wir grübeln, wir bleiben allein mit unseren Fragen. Wir meinen, dass du sowieso nicht zuhörst. Wir denken vielleicht, dass du gar nicht da bist. Wir sind mit dir böse und wollen nicht mit dir reden. Aber auch wenn wir zornig sind auf dich, enttäuscht von dir, verbittert, du hältst das aus, du nimmst uns auch an, wenn wir mit solchen Gefühlen zu dir kommen. Wir dürfen klagen, wir dürfen anklagen, wir können unser ganzes Herz ausschütten vor dir. Vielleicht haben wir dann immer noch nicht eine Antwort auf die Frage „Warum?“ Aber du lässt uns mit dieser Frage nicht allein. Denn du bist bei uns durch Jesus Christus, unsern Herrn. „Amen.“

Wir hören die Schriftlesung aus dem Evangelium nach Johannes 11, 47-53:

47 Da versammelten die Hohenpriester und die Pharisäer den Hohen Rat und sprachen: Was tun wir? Dieser Mensch tut viele Zeichen. 48 Lassen wir ihn so, dann werden sie alle an ihn glauben, und dann kommen die Römer und nehmen uns Land und Leute. 49 Einer aber von ihnen, Kaiphas, der in dem Jahr Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisst nichts; 50 ihr bedenkt auch nicht: Es ist besser für euch, ein Mensch sterbe für das Volk, als dass das ganze Volk verderbe. 51 Das sagte er aber nicht von sich aus, sondern weil er in dem Jahr Hoherpriester war, weissagte er. Denn Jesus sollte sterben für das Volk, 52 und nicht für das Volk allein, sondern auch, um die verstreuten Kinder Gottes zusammenzubringen. 53 Von dem Tage an war es für sie beschlossen, dass sie ihn töteten.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja! „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Vor der Predigt singen wir ein Lied mit der Bitte um den rechten Glauben:
Lied 244, 1-5: Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Zur Predigt hören wir einen Abschnitt aus dem Evangelium nach Markus 10, 35-45:

35 Da gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen: Meister, wir wollen, dass du für uns tust, um was wir dich bitten werden. 36 Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich für euch tue? 37 Sie sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit. 38 Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde? 39 Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde; 40 zu sitzen aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken, das steht mir nicht zu, euch zu geben, sondern das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist. 41 Und als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes. 42 Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. 43 Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; 44 und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. 45 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.

Amen.

Liebe Gemeinde!

Ungerechtigkeit ist schwer zu ertragen. Der kriegt mehr als ich? Das ist ungerecht! Warum darf die das und ich nicht? Ungerecht! Und ganz schlimm finden wir es, wenn wir meinen: Gott ist ungerecht. Warum lässt er denn Unschuldige leiden? Warum musste denn sogar Jesus leiden?

Warum, warum? Wie oft habe ich diese Frage schon gehört! Wie oft habe ich sie selbst schon gestellt! Wie oft mussten wir sie unbeantwortet stehen lassen!

Vor ein paar Wochen erst, noch in meiner früheren Gemeinde, ich war mit einer Konfirmandengruppe unterwegs auf einer Freizeit, da bekam ich einen Anruf vom Vater einer Konfirmandin: Meine Frau ist gestorben. Es war ein Schock für den Mann, ein Schock für das Mädchen, ein Schock für uns alle: erst 48 Jahre alt musste diese Ehefrau und Mutter sterben, sie war unsere Kollektenrechnerin gewesen, eine Kirchenvorsteherin, mit der ich sehr gut zusammengearbeitet hatte.

Warum, warum? Warum musste diese Frau so früh sterben? Warum blieb die Tochter, erst 13 Jahre alt, ohne Mutter zurück?

Eine einfache Antwort auf diese Frage ist uns einfach nicht möglich. Ich konnte dem Mädchen, konnte dem Ehemann auch als Pfarrer nicht einfach sagen: Gott wird schon einen bestimmten Plan damit verfolgt haben. So einfach ist Trost nicht zu haben.

Aber wie? Wie können wir getröstet werden in unserem verzweifelten Fragen: Warum, warum? Wir kennen alle ähnliche Schicksale, wir wissen auch, dass manchmal das Leben noch schwerer zu bewältigen ist als der Tod. Manche von Ihnen werden sich mit der Frage herumgequält haben: Warum bin ich in der Klinik? Warum kann ich nicht gesund sein wie andere Leute?

Warum, warum? Die Bibel gibt auf solche Fragen in einer ganz besonderen Weise Antwort. Die Bibel antwortet nicht mit einfachen Erklärungen, nicht mit Vertröstungen und leeren Sprüchen. Die Bibel antwortet, indem sie Geschichten erzählt.

Sie erzählt Geschichten von dem Gott, der auf eine ganz eigentümliche Weise in das Weltgeschehen eingreift. Von dem Gott, der nicht im Himmel geblieben ist, um von weitem, von ganz weit oben die Menschen hier unten zu betrachten und über ihr Schicksal zu entscheiden. Nein, Gott ist auf die Erde gekommen, ist in Jesus zur Welt gekommen. Seitdem ist er unser Bruder, unser Freund. Und in den Geschichten, die von Jesus erzählt werden, erfahren wir auch etwas über Gott.

Heute haben wir zwei Geschichten aus der Bibel gehört. In der einen wird über Jesus gesprochen. In der anderen kommt Jesus selbst vor, wie er mit einigen seiner Jünger spricht.

In der Geschichte, die wir eben zur Predigt gehört haben, kommen zwei von den Jüngern zu Jesus, die beiden Brüder Jakobus und Johannes. Sie sind schon lange bei Jesus gewesen, haben zu ihm gehalten durch dick und dünn, haben ihm viel geholfen. Und nun denken sie: wenn Jesus später einmal über die ganze Welt herrschen wird, dann müsste er an sie denken. Dann müsste er sie zu Ministern machen, die rechts und links von ihm sitzen und alles mitbestimmen.

Jesus antwortet sehr geheimnisvoll: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Und er fragt die beiden zurück: Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde? Was meint Jesus bloß damit? Die Jünger sagen einfach: Ja, das können wir! Sie denken wohl, dass Jesus meint: Könnt ihr zu mir halten, egal was kommt? Das wollen sie, das trauen sie sich zu. Aber sie wissen nicht, was wirklich kommen wird. Sie wollen einfach nicht glauben, dass Jesus leiden und sterben wird. Den Kelch trinken, getauft werden, das sind Bilder für ein Sterben, das sein muss, vor dem man nicht fliehen kann, das zu dem Weg Jesu dazugehört.

Eigentümlich – zwei Jünger kommen mit ihren Wünschen zu Jesus, und Jesus stößt sie vor den Kopf: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Vielleicht hätte er auch sagen können: Eure Sorgen möchte ich haben! In einem Augenblick, in dem Jesus schon weiß, dass man ihn quälen und töten wird, kein Weg geht daran vorbei, da machen sich seine Jünger Gedanken um einen guten Posten im Himmelreich. Jesus ist hier also nicht der Helfer und Tröster, der sagt: Es wird schon alles wieder gut, und ich werde sehen, was ich für euch tun kann. Nein, er ist derjenige, der auf die Wirklichkeit hinweist und sagt: Es ist nicht so einfach, wie ihr euch das vorstellt. Wir werden nicht so bald die Bösen besiegen und das Himmelreich auf Erden aufrichten und Ministerposten verteilen. Nein, sagt er mit seinen geheimnisvollen Worten vom Kelch und von der Taufe: auf mich kommt die Gefangennahme zu, das Geschlagenwerden, das Verspottetwerden, Schmerzen, Qualen, das Getötetwerden. Und auf euch kommt Angst zu, ihr werdet traurig sein und große Zweifel am Glauben haben, und auch euch wird man verfolgen. Jesus sagt sogar voraus, dass gerade diese beiden Jünger auch sterben werden, den gleichen Kelch trinken werden wie Jesus, mit der gleichen Taufe getauft werden wie er. Aber eine besondere Stellung im Himmel kann er ihnen trotzdem nicht versprechen. Es geht wirklich beim Christsein nicht um Ministerposten im Himmel. Es geht darum, ob einer seinen Glauben behält und bewährt, auch in ganz schweren Zeiten seines Lebens.

Wenn wir zurückblicken zu unserer Frage: Warum, warum? dann hören wir in dieser Geschichte auch keine Antwort auf diese Frage. Sondern wir hören Jesus, wie er selbst diese Frage stellt und offen lässt. Nicht einmal er gibt eine einfache Antwort auf diese Frage; er muss sein Leiden durchleiden, kann es nicht zur Seite schieben, als sei alles nicht so schlimm.

Die Geschichte mit Jesus und den beiden Brüdern geht weiter. Als die anderen Jünger mitbekommen, wie Jakobus und Johannes sich einen guten Posten bei Jesus haben sichern wollen und wie Jesus sie zurechtgewiesen hat, da ist aber was los! Da sind sie ärgerlich und fallen über die beiden her! Ihr Egoisten, ihr denkt nur an euch. Und wo bleiben wir? Da spricht Jesus noch einmal zu ihnen allen. Damit sie wirklich kapieren, worum es geht, hält er ihnen noch einmal eine Rede. Und er sagt, dass es bei Gott anders ist als sonst auf der Erde. Sonst gibt es Leute, die haben die Macht und andere müssen gehorchen. Wenige stehen oben und haben was zu sagen, andere stehen unten und müssen tun, was verlangt wird. Jesus sagt nun: Wer wirklich oben stehen will, wer wirklich der Erste sein will, der soll sich ganz hinten hinstellen. Der soll für die andern da sein. Der soll den anderen dienen. Und dann spricht er von sich selbst. Er nennt sich den Menschensohn und sagt: Auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.

Da wird nun doch eine Antwort angedeutet, warum Jesus sterben muss. Er gibt sein Leben, um andere zu erlösen. Er nimmt alle Sünden der Menschen in seinen Tod mit hinein, damit niemand mehr für seine Sünde bestraft werden muss.

So ähnlich hatte es auch der Hohepriester Kaiphas gesagt, in der anderen Geschichte, die wir vorhin gehört haben: Es ist besser für euch, ein Mensch sterbe für das Volk, als dass das ganze Volk verderbe. Kaiphas meinte das allerdings anders. Er dachte: Jesus muss getötet werden, weil es sonst Unruhe im Volk gibt, einen Aufstand gegen die Römer, einen Bürgerkrieg, und dann ist das ganze Volk verloren. Angst hatten er und die anderen Priester auch um ihre eigene Macht – da ist wieder dieses Thema: sie wollen bestimmen, sie wollen, dass die Menschen ihre Opfer im Tempel darbringen, sie haben Vorteile, wenn die Menschen nicht auf Jesus hören, sondern nur zu ihnen kommen. Aber egal was die Priester denken: Ihr Beschluss, Jesus zu töten, entspricht doch dem Plan Gottes. Sie können Jesus töten, aber sie können nicht den Plan Gottes durchkreuzen. Sie können seinen Leib, aber nicht seine Liebe töten. Gerade indem Jesus getötet wird, siegt die Liebe Gottes ein für allemal über die Sünde und den Tod.

Warum, warum also musste Jesus sterben? In der Geschichte von den Hohepriestern sagt der Evangelist Johannes: Jesus sollte sterben für das Volk, und nicht für das Volk allein, sondern auch, um die verstreuten Kinder Gottes zusammenzubringen.

Und hier liegt nun eine Antwort auch auf unsere Fragen nach dem „Warum“? Wenn Jesus gestorben ist, um die verstreuten Kinder Gottes zusammenzubringen, dann bringt er auch uns zusammen. Jesus ist für uns gestorben, so dass unsere Sünden nicht mehr zählen, so dass wir zusammengehören in seiner Gemeinde. Es gibt also immer noch keine einfache Antwort auf unsere vielen Fragen, die wir stellen: Warum, warum? Aber Gott lässt uns nicht allein mit unseren Fragen, und er will, dass auch wir uns gegenseitig nicht allein lassen.

Wie kann das aussehen? Ich möchte gern noch einmal auf das Beispiel zurückkommen, von dem ich am Anfang erzählt habe. Zur Mutter der Konfirmandin, die starb, als wir gerade auf der Konfirmandenfreizeit zusammen waren. Wir haben uns sehr viel Zeit genommen, meine Begleiterin und ich, um der Tochter zu sagen, was geschehen war, und um sie nicht allein zu lassen. Wir konnten ihr den Schmerz nicht nehmen, das mussten wir einfach hinnehmen, das konnten wir nicht wegreden. Aber wir konnten das Mädchen in den Arm nehmen, ihr viel Zeit geben, Zeit zum Weinen, Zeit zum Schweigen, Zeit zum Sprechen. Und dann, ja dann konnten wir ihr auch erzählen – von Menschen in der Bibel, die auch schweigen konnten statt viele Worte zu machen. Von dem Gott, der uns tröstet, wie einen seine Mutter tröstet. Was wir da ganz stark erfahren haben, war ein Trost, der nicht von uns selber kam, sondern ein Trost, den Gott uns gab, indem wir zusammen waren, einander nicht allein ließen.

Die Konfirmandin, deren Mutter gestorben war, konnte am gleichen Abend im Kreis der anderen Konfirmanden, die sich sehr lieb um sie kümmerten, auch schon mal wieder lachen. Aber da nun alle Bescheid wussten, musste sie sich nicht zusammenreißen und ihre Tränen verstecken, wenn sie dann auch wieder weinen musste. Am kommenden Sonntag wird diese Konfirmandin konfirmiert, ich werde die Konfirmation selber halten, werde noch einmal zu Gast sein in meiner alten Gemeinde – werde mit den Fröhlichen lachen und vielleicht auch mit den Traurigen weinen.

Das hat Paulus gesagt (Römer 12, 15):

„Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden!“

Vielleicht ist das die biblische Antwort auf viel verzweifeltes Fragen: Warum, warum? Eine Antwort, die nicht nur vom Kopf her kommt, sondern vom Herzen her, und von unserem Willen her, uns gegenseitig beizustehen. Jesus hat uns vorgelebt, wie das geht, füreinander da zu sein. Er hat uns so sehr geliebt, dass er sogar sein Leben für uns hingab. Er macht uns Mut, dass wir nicht immer nur an uns denken, sondern auch an die andern – manchmal sind wir einfach für sie da, und manchmal die anderen auch für uns. Denn auch „der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.“ Amen.

Und der Friede Gottes, der viel größer ist, als unser Denken und Fühlen erfassen kann, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.

Wir singen nun ein Lied von dem Sieg, den Jesus durch seinen Tod errungen hat – wir sind nicht verdammt, nicht verloren, nicht allein, nicht ohne Trost in der Welt:

Lied 57, 3-7: So nicht wär gekommen Christus in die Welt

Lasst uns beten.

Gott im Himmel, du hast uns nicht allein gelassen. Du bist zu uns auf die Erde gekommen, in Jesus Christus, deinem Sohn, unserem Bruder. Wir danken dir dafür. Wir können zu dir kommen mit allem, was uns belastet, und auch mit allem, was uns Freude macht. Und wir können zusammenkommen als deine Gemeinde, einander zuhören, wenn wir Probleme haben, mit den Fröhlichen lachen und mit den Traurigen weinen. Mach uns stark im Glauben, lass es uns auch aushalten, dass wir manchmal schwach und machtlos sind, dass wir nichts tun können, außer schweigen, warten, beten, zusammenstehen. Was wir sonst auf dem Herzen haben, schließen wir zusammen in dem Gebet Jesu:

Vater unser

Zum Schluss singen wir wieder das Lied zur Passionszeit:

Lied 59, 1-4: Wir danken dir, Herr Jesu Christ
Abkündigungen

Und nun lasst uns mit Gottes Segen in den Sonntag und in die neue Woche gehen:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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