Das Licht der Welt

Jesus als das Licht der Welt deckt dunkle Seiten in jeder Religion auf. Der gerechte und barmherzige Gott überträgt Jesus die Aufgabe, nicht nur dem Volk Israel, sondern aller Welt Frieden zu bringen. Nicht einmal diejenigen, mit denen er im tödlichen Streit liegt, gibt Jesus auf; er mutet er ihnen zu, sich am Ende doch für die Wahrheit zu öffnen.

Licht, das sich vor einem dunkleren Hintergrund ausbreitet

Licht (Bild: pixabay.com)

direkt-predigtAbendmahlsgottesdienst am 2. Christfesttag, 26. Dezember 2010, 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Ich begrüße alle herzlich im Weihnachtsgottesdienst in der Pauluskirche mit dem Bibelwort aus dem Evangelium nach Johannes 1, 14:

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.

Von Jesus Christus, der in Bethlehem als Licht der Welt für uns geboren wird, singen wir das Lied 45:

1. Herbei, o ihr Gläub’gen, fröhlich triumphieret, o kommet, o kommet nach Bethlehem! Sehet das Kindlein, uns zum Heil geboren! O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten den König!

2. Du König der Ehren, Herrscher der Heerscharen, verschmähst nicht zu ruhn in Marien Schoß, Gott, wahrer Gott von Ewigkeit geboren. O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten den König!

3. Kommt, singet dem Herren, singt, ihr Engelchöre! Frohlocket, frohlocket, ihr Seligen: »Ehre sei Gott im Himmel und auf Erden!« O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten den König!

4. Ja, dir, der du heute Mensch für uns geboren, Herr Jesu, sei Ehre und Preis und Ruhm, dir, fleischgewordnes Wort des ewgen Vaters! O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten den König!

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wie kann das sein? Gott wird Mensch, das Wort wird Fleisch? Verwechseln wir so den Schöpfer nicht mit einem Geschöpf? Machen wir Jesus zu einem zweiten Gott neben ihm? Nein, der Eine und Einzige Gott ist so groß, dass er sich so klein machen kann wie ein Menschenkind. Mit dem Geheimnis seiner Allmacht und Ewigkeit bleibt Gott für unsere Augen unsichtbar im Himmel, doch sein Wort an uns, seine Liebe, sein Heiliger Geist nimmt Fleisch und Blut an in Jesus Christus.

Kommt, lasst uns Gott anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Großer Gott, indem du unsere menschliche Gestalt annimmst, bringst du Licht in unser Leben, in die Dunkelheiten dieser Welt. Du deckst auf, was schlecht und böse ist, du traust uns zu, zu ändern, was wir ändern können, du mutest uns zu, uns zu ändern. Bitte hilf uns dabei! Wir rufen zu dir:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Vom Wort des Lebens angesprochen, leben wir ein sinnvolles Leben. Vom Licht der Welt beschienen, leben wir als Licht für andere Menschen. Im Vertrauen auf den Sohn Gottes leben wir als Kinder des Lichts.

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist gross Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Du Wort des ewigen Vaters, lass uns begreifen, was du uns sagen willst durch die Worte der Bibel, erfülle unser Herz mit Liebe und lenke unsere Schritte auf den Weg des Friedens. Das erbitten wir von dir im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören die Schriftlesung zum 2. Christfesttag aus Johannes 1, 1-5 und 9-14:

1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.

2 Dasselbe war im Anfang bei Gott.

3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.

4 In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.

5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen.

9 Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen.

10 Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht.

11 Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.

12 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben,

13 die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.

14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Glaubensbekenntnis

Wir singen das Lied 38:

Wunderbarer Gnadenthron
Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Zur Predigt hören wir heute weitere Worte der Weihnachtsbotschaft nach Johannes 8, 12 bis 16 und 20:

12 Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.

13 Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du gibst Zeugnis von dir selbst; dein Zeugnis ist nicht wahr.

14 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Auch wenn ich von mir selbst zeuge, ist mein Zeugnis wahr; denn ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe; ihr aber wisst nicht, woher ich komme oder wohin ich gehe.

15 Ihr richtet nach dem Fleisch, ich richte niemand.

16 Wenn ich aber richte, so ist mein Richten gerecht; denn ich bin’s nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat.

20 Diese Worte redete Jesus an dem Gotteskasten, als er lehrte im Tempel; und niemand ergriff ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.

Liebe Gemeinde, in drei Schritten möchte ich diesen Text auslegen: das Licht der Welt aus drei verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

1. Zuerst das Licht, das in die Welt Unfrieden, Streit, Konflikte zu bringen scheint. Kaum nennt Jesus sich selber das Licht der Welt, da stößt er auf scharfen Widerspruch. Die Pharisäer als Vertreter der rechtgläubigen jüdischen Gemeinde werfen ihm vor, er könne seinen Anspruch nicht überzeugend begründen. Er rede nur für sich selbst und könne keine unabhängigen Zeugen dafür beibringen, dass er wirklich von Gott kommt.

Jesus kann diese Vorwürfe nicht entkräften. Er hat wirklich keine unabhängigen menschlichen Zeugen auf seiner Seite, die für seine Gegner glaubwürdig wären. Stattdessen beruft er sich darauf, dass sein Gang von Gott her kommt und zu ihm auch zurückkehrt. Mit diesem Gang ist das gemeint, was im Judentum Halacha genannt wird, ein Lebenswandel nach dem Willen Gottes, der seinen Ursprung in Gott und seiner Wegweisung hat und der sein Ziel ebenfalls in Gott und seinem Willen findet.

Das heißt: Obwohl hier die Pharisäer als Gegenspieler Jesu auftreten, geht es doch letzten Endes nicht um den Gegensatz zweier Religionen. Jesus vertritt nicht eine neue Religion: das neue Christentum gegen ein überholtes Judentum. Nein, Jesus lehrt als Jude andere Juden im Tempel und versucht sie zu überzeugen, dass er im Einklang mit dem Gott Israels handelt, den er seinen Vater nennt und der ihn als Licht in die Welt gesandt hat. Zum Konflikt mit ihnen kommt es nicht, weil hier zwei Religionen aufeinanderprallen würden, sondern weil Jesus als das Licht der Welt dunkle Seiten in jeder von Menschen ausgeübten Religion aufdeckt.

Bezeichnend ist ja, wo Jesus seine Rede hält. Er tut es am „Gotteskasten“, wie Martin Luther übersetzt. Gemeint ist die Schatzkammer im Tempel, wo die Steuern und Abgaben der Leute aufbewahrt und gehortet werden, die zum Teil sehr arm sind.

„Sie fressen die Häuser der Witwen“, so kritisiert Jesus die Schriftgelehrten (Markus 12, 40), die sich an der Habe armer Leute bereichern und sie nötigen, „von ihrer Armut ihre ganze Habe“ wegzugeben, „alles, was sie zum Leben“ haben. (Markus 12, 44)

Indem Jesus an diesem Ort, sozusagen mitten in der „Räuberhöhle“, zu der der Tempel in Jesu Augen geworden ist, vom Licht der Welt redet, bringt er alle gegen sich auf, die mit der Religion im Tempel ihre eigenen Geschäfts- und Machtinteressen verbinden.

Darum rechnet Jesus auch gar nicht damit, seine Gegner überzeugen zu können. „Ihr richtet nach dem Fleisch“, wirft er ihnen an den Kopf, das heißt: „Ihr urteilt über mich nach euren eigenen Interessen, denn was ich sage, geht euch persönlich an den Geldbeutel. Im übrigen ist es euch völlig egal, ob ich wirklich von Gott komme oder nicht.“ Wie gefährlich die Worte Jesu für ihn selber sind, wird deutlich, wenn der Evangelist andeutet, dass man ihn durchaus schon zu diesem Zeitpunkt hätte ergreifen und festnehmen können.

Wen redet Jesus dann im Johannesevangelium überhaupt an, wenn seine Gegner und er doch die meiste Zeit aneinander vorbei reden und sich gegenseitig nicht überzeugen können? Er spricht zu uns, die wir wenigstens bereit sind, ihm zuzuhören, uns auf ihn einzulassen, in der Hoffnung, dass wir für ihn und das Licht, das er ausstrahlt, offen sind. Und was wir als erstes von diesem Licht mitbekommen, ist leider eben dies: Die Finsternis will vom Licht nichts wissen; am meisten sperrt sich der gegen die Botschaft vom Licht, der viel zu verbergen hat. Die Botschaft vom Licht ist nicht einfach nur schön; darum ist in der Weihnachtsgeschichte auch von dem grausamen König Herodes und von der Geburt unter armseligen Bedingungen im Viehstall die Rede.

2. Von einem zweiten Blickwinkel aus betrachte ich nun das Licht, wie es konkret Klarheit und Wahrheit in unser Leben bringen will. Dabei gehe ich von einem eigenartigen Widerspruch in Jesu Worten aus. Erst sagt er: „Ich richte niemand“, und im nächsten Satz: „Wenn ich aber richte, so ist mein Richten gerecht.“

Solche Widersprüchlichkeiten kommen im Johannesevangelium oft vor, und kürzlich las ich darüber einen interessanten Artikel von Bernd Giehl im Deutschen Pfarrerblatt, der verwirrende Aussagen von Jesus im Johannesevangelium mit ähnlichen Aussprüchen, den sogenannten Koans, im Zen-Buddhismus vergleicht. Ziel der Verwirrung sei es zu lernen, dass man die Wahrheit nicht durch vernünftiges Argumentieren findet. Man kann sich letzten Endes nur vertrauensvoll auf Jesus und den, der ihn gesandt hat, einlassen, oder man sperrt sich dagegen. Beweise dafür, ob Jesus Recht oder Unrecht hat, kann es für einen Außenstehenden, der außen stehen bleiben will, nicht wirklich geben.

Aber vielleicht ist in diesem konkreten Fall der Widerspruch zwischen den beiden Sätzen Jesu auch nur ein scheinbarer. Der Satz: „Ich richte niemand“ kann bedeuten: Jesus be- oder ver-urteilt niemand auf Grund eigener persönlicher Interessen. Ihm geht es nicht darum, selber groß dazustehen, ja, ich wage zu behaupten, dass Jesus nicht einmal mit anderen Religionen um die größte Zahl an Mitgliedern wetteifern würde.

Trotzdem sagt Jesus im Einklang mit dem Vater im Himmel und sogar in seinem Auftrag auch den anderen Satz: „Wenn ich aber richte, so ist mein Richten gerecht.“ Jesus ist also nicht ein neuer Gott der Barmherzigkeit gegen den alten Gott der Rache und Gerechtigkeit im Alten Testament. Vielmehr überträgt der gerechte und zugleich barmherzige Gott auf Jesus die Aufgabe, nicht nur dem Volk Israel, sondern aller Welt Gerechtigkeit, Frieden und Barmherzigkeit zu bringen.

Wollen wir genauer wissen, wie Jesus das macht, können wir an das Gleichnis vom Weltgericht denken, von dem der Evangelist Matthäus erzählt. Da beurteilt der Menschensohn Jesus als Weltenrichter die Menschen danach, wie sie zu Jesus stehen. Und zwar nicht, ob sie sich religiös zu ihm bekennen, sondern ob sie ihm Barmherzigkeit erweisen (Matthäus 25, 40):

Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, [einer unter meinen geringsten Schwestern], das habt ihr mir getan.

Ob Christ oder Atheist, ob Jude, Muslim oder Buddhist, Gott beurteilt jeden Menschen danach, wie barmherzig er mit seinem Mitmenschen umgeht.

3. Zuletzt möchte ich Jesus, das Licht der Welt, noch unter einem dritten Blickwinkel betrachten. In der Finsternis wandeln ja nicht nur Menschen, die das Licht scheuen, weil sie Böses tun.

Eine Dunkelheit anderer Art erleben diejenigen, denen Unrecht angetan worden ist, die in Not geraten sind, die unter unheilbarer Krankheit oder Behinderung leiden, die einen Angehörigen durch den Tod verloren haben. Ihnen tritt Jesus als das Licht der Welt tröstlich und aufrichtend zur Seite, weil er Not und Unrecht, Anfeindungen und Tod in dieser Welt selber durchgestanden hat. Dabei wurde er nicht zu einem bösen Zyniker, der die Welt ihrem Elend überlässt, weil sie sowieso nicht zu retten ist. Nein, Jesus hält an der Liebe fest, die er von seinem Vater erfährt, und hört nicht auf, die Menschen zu lieben. Nicht einmal diejenigen, mit denen er im tödlichen Streit liegt, gibt er einfach auf; im Namen des Vaters im Himmel vergibt er ihnen,

denn sie wissen nicht, was sie tun (Lukas 23, 34);

so mutet er ihnen zu, sich am Ende doch für das Licht seiner Wahrheit zu öffnen.

Vor allem aber steht Jesus an der Seite derer, die wie er in dieser Welt leiden müssen. Ihnen macht er Mut, sich nicht aufzugeben, denn in dieser Welt behält nicht die Finsternis des Bösen das letzte Wort. Das Licht der Liebe Gottes, das in Jesus Christus fleischgewordene Wort Gottes, erweist sich am Ende als stärker. Die Hoffnungsgeschichte eines Menschen, der sich trotz eines schweren Schicksals nicht aufgibt, las ich in der Weihnachtsausgabe der Zeitschrift „Publik-Forum“. Der 42-jährige Schriftsteller Christian Sighisorean verliert durch die tückische Krankheit ALS allmählich alle körperlichen Kräfte und Fähigkeiten. Er kann nicht mehr laufen und nicht mehr sprechen, er lebt in einem Hospiz, da seine Frau und seine Freunde und die zwei kleinen Kinder ihn zu Hause nicht mehr versorgen können. Kontakt mit seiner Umwelt hält er nur noch mühsam mit dem Computer, den er durch die Bewegung seiner Augen steuert. Dennoch hat er seinen Humor nicht verloren und schreibt nach wie vor Gedichte, zum Beispiel dieses über den Namen der schrecklichen Krankheit, die ihn getroffen hat:

das Schönste
an der Diagnose
Amyotrophe Lateralsklerose
kommt zum Schluss:
die Rose.

Obwohl er allen Grund hätte, sich selbst aufzugeben, behält er seinen Lebensmut und ermutigt auch seine Kinder, zehn und acht Jahre alt, Gedichte zu machen. Ein Gedicht seiner Achtjährigen hängt vor ihm an der Wand:

Papa sitzt im Rollstuhl
das ist seine Krangkheit.
Er hatt ein Gedichtebuch gemacht
und seine Frau ist ser gesund.

Besser hätte ich es auch nicht sagen können, sagt Christian Sighisorean voll Stolz auf das Gedicht seiner Tochter.

Ein weiteres Gedicht bekam ich in der Adventszeit von einer Frau geschenkt, die eine Trauerzeit durchzustehen hat. Sie hat es am Ewigkeitssonntag im Blick auf die Weihnachtsfreude geschrieben, und ich möchte es uns am Ende meiner Predigt vorlesen:

Am letzten Tag im Kirchenjahr
gedenken wir meist voller Leid
des Menschen, der gestorben war,
uns nahe stand – ganz wunderbar –
in Liebe und Verbundenheit.

Hält dieser Abschiedsschmerz noch an,
wenn neu das Kirchenjahr beginnt,
keimt Hoffnung auf doch irgendwann,
weil im Advent die Kraft gewinnt,
die Trauer überwinden kann.

Es ist das Warten auf den Herrn,
der uns den Himmel bringen wird.
Liegt uns die Ewigkeit auch fern,
vernehmen wir die Botschaft gern
und hoffen darauf unbeirrt.

So sind sich Trost und Trauer nah;
und wenn der Weihnachtsabend kommt,
ist auch der Heiland endlich da,
wie es seit eh und je geschah,
was uns zu unserm Heile frommt.

Auch wer mit Leid belastet ist,
freut sich mit aller Christenheit
auf die Geburt von Jesus Christ,
so dass er gar den Schmerz vergisst
mit Blick auf eine neue Zeit. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.

Wir singen das Lied 557:

Ein Licht geht uns auf in der Dunkelheit

Nun feiern wir an Weihnachten das heilige Abendmahl.

Gerechter und barmherziger Gott, der du das Licht geschaffen hast und von Licht umkleidet bist: Wir danken dir, dass du in Jesus Christus als das Licht der Welt zur Welt gekommen bist. Lass dieses Licht in unser Leben leuchten: Schenke uns Klarheit und Orientierung, wo wir verwirrt und ratlos sind. Schenke uns Trost und neuen Lebensmut, wo wir traurig, ängstlich oder verzweifelt sind. Schenke uns Vergebung und den Mut zur Umkehr, wo wir schuldig geworden sind. In der Stille bringen wir vor dich, das unsere Seele belastet:

Beichtstille

Wollt Ihr Gottes Liebe und Vergebung annehmen, so sagt laut oder leise oder auch still im Herzen: Ja!

Auf euer aufrichtiges Bekenntnis spreche ich euch die Vergebung eurer Sünden zu – im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Der Herr sei mit euch. „Und mit deinem Geiste.“

Erhebet eure Herzen! „Wir erheben sie zum Herren.“

Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserem Gott. „Das ist würdig und recht.“

Würdig und recht ist es, dich, Vater im Himmel, zu erkennen im Licht deines Sohnes Jesus Christus. Würdig und recht ist es, im Vertrauen auf dein Licht als Kinder des Lichtes zu leben und dich zu preisen, Heiliger Gott:

Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosianna in der Höhe.

Vater unser und Abendmahl

„Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns.“ Jesus ist das lebendige Wort des Vaters, Nahrung für unsere Seele, Kraft für unser Leben. Nehmt und gebt weiter, was euch gegeben ist – den lebendigen Leib der Liebe Gottes!

Herumreichen des Korbs

Jesus spricht: „Ich bin das Licht der Welt.“ Von ihm her gewinnen wir Klarheit und Wahrheit, Orientierung und getroste Zuversicht für unser Leben. Empfangt den Kelch der Liebe und des Friedens!

Austeilen der Kelche

So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. Geht hin im Frieden! Amen.

Fürbitten

Wir singen das Lied 44:

1) O du fröhliche, o du selige gnadenbringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist geboren: freue, freue dich, o Christenheit!

2) O du fröhliche, o du selige gnadenbringende Weihnachtszeit! Christ ist erschienen, uns zu versühnen: freue, freue dich, o Christenheit!

3) O du fröhliche, o du selige gnadenbringende Weihnachtszeit! Himmlische Heere jauchzen dir Ehre: freue, freue dich, o Christenheit!

Abkündigungen

Geht mit Gottes Segen:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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