Der Zweifel als ungebetener Gast in der Kirche

Ist es nicht fast unmöglich, auf einen Glauben zu bauen, der nicht viel mehr Menschen begeistert? Ist es nicht fast unmöglich, einer so fehlerhaften Kirche anzugehören: in der es Denkverbote, Hochmut, Unterdrückung gibt, in der manche Pfarrer selbst nicht glauben, was sie anderen verkünden, in der manche nicht um des Glaubens, sondern um einer anständigen Beerdigung willen Mitglied sind?

Silhouette eines jungen Mannes, der auf ein großes Fragezeichen blickt

Schon unter den Aposteln gab es Zweifel – wie sollen wir damit umgehen? (Grafik: pixabay.com)

#predigtGottesdienst mit Taufe am 7. Sonntag nach Trinitatis, 29. Juli 1979, um 10.30 in der Heuchelheimer Kirche
Orgelvorspiel
Eingangslied EKG 152, 1-2+4-6 (EG 200):

1. Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und Heilger Geist; ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christus eingesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt.

2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt; du willst in aller Not und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein.

4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so lass mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall getan.

6. Lass diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und Heilger Geist. Halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Mein Leben ist von Gott geschaffen wie alles in der Welt: einzigartig und wunderbar. Gott achtet auf mich, auf alles, was mit mir geschieht. Er begleitet mich bei dem, was ich denke und rede, tue und fühle. Er ist bei mir, wenn ich allein oder mit anderen zusammen bin. Ich spüre, dass ich für ihn wichtig bin. So kann ich mit mir selbst einverstanden sein. Dafür bin ich dankbar. (nach Psalm 139, 1-14)

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Dass wir getauft sind, bedeutet uns wenig. Denn wie oft fühlen wir uns verlassen und unbeachtet, wie sehr quälen uns Fehler und Schwächen. Weil wir so wenig auf die helfende Verheißung der Taufe vertrauen, bitten wir um dein Erbarmen, Herr!

Wir besinnen uns auf unsere Taufe, Du hast dein Ja zu uns gesprochen. Das neue Leben, das mit Jesu Tod begonnen hat, verwirklicht sich für uns und durch uns: weil die Liebe stärker ist als der Hass, der Friede stärker als die Gewalt, das Leben stärker als der Tod. Amen.

Der Missions- und Taufbefehl aus Matthäus 28, 16-20:

16 Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte.

17 Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten.

18 Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.

19 Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes

20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren. Halleluja! „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Lied EKG 250, 1-3 (EG 351):

1. Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich; sooft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir tun der Feinde und Widersacher Rott?

2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühm’s auch ohne Scheu, dass Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei und dass in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh.

3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, dass ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert.

Liebe Gemeinde!

Wir haben vorhin den sog. Missions- oder Taufbefehl gehört. Wir sind wohl alle getauft. Wir sind dazu berufen, Jünger Jesu zu sein und als seine Freunde unserer Umgebung deutlich zu machen: Jesus gehört alle Macht, die es nur geben kam, die Macht über Leben und Tod, die Macht, die allein bleibendes Glück verschaffen und uns dem Nichts entreißen kann.

Und zwar ist diese Macht Jesu nicht mit verletzendem Zwang verbunden. Er setzt sich nicht mit Gewalt durch. Jesu Macht beruht darauf, dass er das Richtige tut. Was er geredet hat, ist wahr gewesen. Was er getan hat, hat er aus Liebe getan. Damit konnte er die Menschen überzeugen – oder eben nicht. Er konnte erreichen, dass sie einsahen, was Wahrheit und Liebe ist – oder sie blieben stecken in Lieblosigkeit und Lüge. Er konnte und wollte sie nicht zwingen. Er konnte Ihnen allerdings vergeben. Er konnte Unrecht erleiden. Er überwand Unwahrhaftigkeit und Unrecht, als er am Kreuz gescheitert schien, denn Gott weckte ihn auf, sagte Ja zu ihm.

Jesus gehört alle Macht. Das überzeugend zu verkünden, bin ich berufen und auch Sie. Sind wir dazu nicht viel zu fehlerhaft und viel zu schwach? Darüber möchte ich einmal mit Ihnen nachdenken. Ich lese dazu einen Vers aus einem Brief des Apostels Paulus, 2. Korinther 12, 10b:

Wenn ich schwach bin, so bin ich stark.

Was meint er damit?

Vielleicht will er damit deutlich machen, wie verschieden die Macht Jesu von der Macht ist, die wir aus der Politik kennen. Der Satz des Paulus gilt nämlich zunächst einmal für Gott selbst.

Gott ist in unserer Welt nicht stark, sondern schwach aufgetreten, als Mensch, der diente, litt und starb, nicht als Übermensch, als politischer Führer, der Gerechtigkeit durchsetzt, nicht als einer, dem die Menschen nachlaufen. Allerdings war Gott da, wo er für unsere Augen am schwächsten war, am stärksten. Da trug er unsere Schuld, da zerbrach er unseren Tod, da wurde klar, dass Vergebung stärker ist als Schuld und Liebe stärker als der Tod.

Aber um einen Gott, der seine Macht unter seiner Schwachheit verbirgt, schert man sich nicht. Den gefangenen Jesus haben alle verlassen, die ihn vorher als neuen Führer gefeiert hatten.

Dann kam Ostern, ein Ereignis, das wir kaum begreifen können: da kamen die Freunde Jesu, alle, die ihn verraten und verleugnet hatten, wieder zusammen, sie fanden neues Vertrauen, neue Gemeinschaft, denn sie scharten sich nun plötzlich doch um den Jesus, den sie nicht mehr sahen, der gekreuzigt worden war und zu dem Gott erneut gesagt hatte: Dieser Leidende, den gebe ich nicht auf! Dieser Gefolterte ist mein Sohn, wenn ihr ihn seht, dann seht ihr mich!

Und so wie Gott in unserer Welt schwach aufgetreten ist, wie er bei denen zu finden ist, die in unserer Welt leiden, so sind die Freunde, die er gesucht hat, immer wirkliche, schwache, schwankende und zweifelnde Menschen gewesen. Petrus möchte gern seinen starken Glauben zeigen, aber als die Sache Jesu verloren scheint, da verleugnet er ihn.

Wie Gott seine Macht verbirgt, um sie in der Schwachheit zu offenbaren, so versuchen wir Menschen oft Stärke zu demonstrieren, um unsere Schwäche zu verbergen. Je unangreifbarer einer scheint, je weniger einer auf andere Argumente zuzuhören bereit ist, je mehr einer immer recht hat – desto schwächer ist seine Position vielleicht, ohne dass er und die anderen es merken.

Aber je ehrlicher wir uns nach unseren eigenen Schwächen befragen, nach unseren Ängsten, Unzulänglichkeiten, Versäumnissen und nach unserem schuldhaften Versagen, desto größere Stärke werden wir gewinnen. Nicht um andere auszustechen oder zu übertrumpfen, sondern um mit ihnen Gemeinschaft zu haben, Vertrauen zu erleben, die Vorwürfe und die Bitterkeit fallenzulassen und gemeinsam nach dem zu fragen, was wirklich der feste Grund unseres Lebens ist.

Dieser Grund ist der Gott, der sich in der Schwachheit offenbart hat. Dieser Grund ist die Liebe, wie sie Jesus gelebt hat, das Wagnis eines Glaubens, der lieber schenkt als nimmt. Das ist eine Lebenshaltung, mit der wir uns nicht durchsetzen zu können scheinen – aber hören wir einmal auf Paulus und auf seine Erfahrung: „Wenn ich schwach bin, so bin ich stark.“ Dass dieser Satz wahr ist, lässt sich nicht beweisen, wir können uns nur immer wieder darauf einzulassen versuchen. Dann werden wir vielleicht selber solche Erfahrungen machen.

Sich auf Jesus Christus zu verlassen und damit also auch auf Erfahrungen wie die des Paulus, das ist keine Selbstverständlichkeit. Eigentlich ist es gar nicht verwunderlich, dass unsere Kirchen oft so leer sind. Es sieht ja oft so aus, als sei unser kleines Häuflein verloren, als hätte Gott in unserem Dorf keine Chance; Gott ist wieder einmal schwach in unserer Mitte.

Aber wir sollen uns nicht an dieser Schwachheit festbeißen. Wir sollen nicht daraus etwas machen, was nicht zu ändern ist. Wir sollten vor allen Dingen nicht den Schluss daraus ziehen, dass wir von Gott verlassen seien. Wir haben anderen etwas vorzuleben, ihnen zu zeigen, wie es ist, wenn wir auf Jesus vertrauen, wenn wir unsere Angst auf ihn werfen können, wenn wir uns über unsere Fehler nichts vorzumachen brauchen, wenn wir uns nicht stärker machen müssen als wir sind, wenn wir beginnen, offen für Andersdenkende zu sein und Hilfen zu entwickeln für die, die unsere Hilfe brauchen.

Vielleicht haben wir auch zu lernen von denen, die zweifeln, die der Kirche den Rücken gekehrt haben, die aber z. B. empfindlich auf Denkverbote und Machtmissbrauch reagieren. Wir müssen auch miteinander sprechen, um voneinander immer neu zu lernen, was unsere Taufe, unsere Verbindung mit dem Gott Jesu Christi, für unser Leben bedeutet. Wir haben dabei die Verheißung, ähnliche Erfahrungen zu machen wie Paulus: „Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark!“ Amen.

Lied EKG 218, 1-2 (EG 263): Sonne der Gerechtigkeit

Liebe Gemeinde!

Wir haben in diesem Gottesdienst über unsere eigene Taufe nachgedacht; ich habe in der Predigt überlegt, was es bedeuten kann, zu Jesus zu gehören. Nun wenden wir uns ganz besonders der kleinen … zu: auch sie soll getauft werden, so wünschen es ihre Eltern; auch sie soll auf eine Weise zur Gemeinde Jesu Christi dazugehören, die sie später selbst bestimmen wird. Wir taufen …, wir antworten damit auf den Auftrag Jesu, den wir vorhin gehört haben und den ich in anderen Worten noch einmal wiederhole:

Jesus sagt: Fürchtet euch nicht! Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Darum geht hin und gewinnt die Menschen aller Völker für meine Sache: Tauft sie in den Namen des Vaters und des Sohnes und den heiligen Geistes; helft ihnen, so zu leben, wie ich es euch gezeigt habe. Und denkt daran: Ich bin vor euch jeden Tag bis zum Ende der Welt.

Ein Kind zu taufen, was heißt das? Es kann bedeuten: Gott nimmt dieses Kind an, so wie es ist. Dieser Mensch ist wichtig um seiner selbst willen. Dieses Mädchen soll in einer lieblosen Welt erfahren, dass die Liebe, die Jesus gelebt hat, stärker ist als alles andere.

Ein Kind zu taufen, was heißt das? Das heißt: es kann noch nicht selbst antworten, obwohl die Taufe auf eine Antwort angelegt ist. Wenn es älter wird, wird es antworten: mit Ja oder Nein, mit Interesse oder Gleichgültigkeit. Heute können nur wir etwas sagen, unsere Antwort versuchen: in Worte zu fassen suchen, voran wir glauben und worauf wir uns einlassen, wenn wir mit unseren Kindern alltäglich neu nach der Wahrheit, nach erfülltem Leben suchen.

Wir sprechen gemeinsam ein Glaubensbekenntnis aus unserer Zeit:

Ich glaube, dass Jesus war, was wir sein sollten: Helfer und Freund aller, die ihn brauchten
Lied EKG 104, 3+6 (EG 131):

3. O Heiliger Geist, o heiliger Gott, mehr’ unsern Glauben immerfort; an Christus niemand glauben kann, es sei denn durch dein Hilf getan. O Heiliger Geist, o heiliger Gott!

6. O Heiliger Geist, o heiliger Gott, verlass uns nicht in Not und Tod. Wir sagen dir Lob, Ehr und Dank allzeit und unser Leben lang. O Heiliger Geist, o heiliger Gott!

Liebe Eltern und liebe Gemeinde!

Taufe und Glaube gehören zusammen, daher haben wir stellvertretend für die kleine … ein Glaubensbekenntnis gesprochen im Zusammenhang mit ihrer Taufe.

Es gehört aber noch ein ungebetener Gast dazu: der Zweifel. Das war schon damals so, als Jesus den Jüngern seinen Auftrag gab, Menschen für seine Sache zu gewinnen: da heißt es, die Jünger warfen sich vor ihm nieder, „obwohl einige zweifelten“.

Bis heute ist das so geblieben. Es ist zu unwahrscheinlich, dass am Weg Jesu so viel dran sein sollte: dem, der sich lieber schlagen ließ, statt zurückzuschlagen, dem soll alle Macht gehören? Auf seinem Weg setzt man sich nicht durch, sondern man läuft Gefahr zu leiden: und trotzdem soll dieser Weg, der nicht über Leichen geht, verheißungsvoller sein?

Ich rede heute lieber einmal vom Zweifel statt vom Glauben, weil ich nicht den Eindruck erwecken möchte, als sei ich stärker im Glauben als Sie. Auch Pfarrer haben ihre Zweifel und die, die sie immer verbergen, vielleicht die meisten.

Ist es nicht fast unmöglich, auf einen Glauben zu bauen, der nicht viel mehr Menschen dazu treibt, zusammenzukommen – in der Kirche und anderswo – und jedes dieser Treffen zu einem Erlebnis werden zu lassen – so dass andere sagen: da möchten wir auch dazugehören? Ist es nicht fast unmöglich, einer so fehlerhaften Kirche anzugehören: in der es Denkverbote, Hochmut, Unterdrückung gibt, in der manche Pfarrer selbst nicht glauben, was sie anderen verkünden, in der manche nicht um des Glaubens, sondern um einer anständigen Beerdigung willen Mitglied sind?

Ich habe diese zweifelnden Gedanken gerade heute vor Ihnen bei einer Taufe ausgesprochen, weil ich glaube, dass Ihnen nicht an einer feierlichen Zeremonie gelegen ist, sondern an Ehrlichkeit und Offenheit. Nicht, was in einer Gemeinde oder in einer Familie so üblich ist, soll entscheidend sein, sondern was sinnvoll ist, was man vor sich selbst verantworten kam.

So muss z. B. nicht bei jeder Taufe ein Pate dabei sein, aber es ist gut, wenn die Eltern gute Freunde haben, die in irgendeiner Notlage für das Kind sorgen werden. So muss ein Kind später nicht gezwungen oder gedrängt werden, Religion über sich ergehen zu lassen; aber es ist schön, wenn es von sich aus Spaß an einer Kindergruppe oder einem Kindergottesdienst findet, und wenn es spielerisch lernt, dass Religion nichts mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit echten Gefühlen wie Freude und Traurigkeit, ernsthafter Verantwortung und spielerischem Spaß zu tun haben.

Sie wissen, dass es oft nicht so ist: Religion scheint oft nichts zu sein als krampfhafter Ernst, ein System von Lehrsätzen aus vergangenen Zeiten und von Verboten, die einem die Freude am Leben nehmen. Oder sie ist schlicht langweilig. Darin besteht unsere und Ihre Verantwortung, Ihr Kind und unsere Kinder christlich zu erziehen: in unserer Gemeinde daran mitzuarbeiten, dass Kirche und Religion nicht langweilig sind, sondern dass wir Bausteine zu einer Gemeinde zusammentragen, in der das Leben pulsiert – Freude und Trauer, gesellschaftliche Aufgaben und persönliches Glück, gemeinsame Feier und gemeinsame Arbeit.

Als Erinnerung daran, dass Glaube mit Freiheit und nicht mit Zwang zusammengehört, habe ich als Taufspruch für … einen Vers aus dem Brief des Paulus an die Galater 5, 1 ausgesucht (GNB):

Christus hat uns befreit; er will, dass wir auch frei bleiben!

Freie Menschen können Verantwortung für sich selbst und für andere Menschen übernehmen. Ich wünsche Ihnen, dass Gott bei Ihnen ist, wenn Sie Ihre Kinder in diesem Geist erziehen! Amen.

So taufen wir nun dieses Kind und hoffen, dass unser Glaube sich bewährt.

Liebe Eltern!

Sie haben gewünscht, dass Ihr Kind auf den Namen Jesu getauft werden soll. Wenn Sie bereit sind, ihre Tochter auf ihrem Weg in der christlichen Gemeinde zu begleiten und sie im Geist der Freiheit und Liebe Jesu zu erziehen, so antworten Sie: Ja.

…, wir taufen dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.

Gott ist das Haus, das dich schützt, der Weg, der ins Freie führt, der Freund, der ehrlich bleibt, das Lachen, das verbindet, das Weinen, das befreit.

Gott segne Sie, liebe Eltern! Das Lachen Ihrer Kinder begleite Sie; für andere sei Ihre Tür offen. Dann werden Ihre Kinder gern nach Hause kommen und Sie werden Freunde haben.

Lied EKG 231, 5-7 (EG 322):

5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin.

6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf unserm Volk und Land; er gebe Glück zu unserm Tun und Heil zu allem Stand.

7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn.

Wir sind glücklich über dieses Kind. Es gehört zu uns, aber wir besitzen es nicht. Es wird Zeiten geben, in denen unsere Kinder uns fremd werden und wir ihnen. Aber wir werden uns wiederfinden, wenn wir es lernen, einander gelten zu lassen und uns nicht aufzudrängen; wenn wir es uns versagen, aus den Kindern etwas zu machen, was sie nicht sein können. Unbeschwert sollen sie leben als freie Menschen. Wenn wir Ihnen dabei nicht im Wege stehen – das wäre gut. Damit sie uns nicht entgleiten, brauchen wir langen Atem. Begleiten möchten wir sie – loslassen, wenn es Zeit ist. Gott, lass uns daran denken, wenn das Gespräch mit ihnen abreißt – aber auch dann, wenn sie im Vertrauen zu uns kommen. Deine Zusage begleitet uns alle: „Ich bin bei euch alle Tage“. Lass deine Liebe auch unter uns wirksam sein. Dies bitten wir, damit es nicht so aussieht, als sei seit unserer eigenen Taufe alles beim Alten geblieben; damit wir nicht immer wieder mit so viel Verachtung für andere, mit so viel Misstrauen, mit so viel Angst leben. Alle Schuld, alle Not, alles Leid hat Jesus auf sich genommen, deshalb können wir befreit sein von dem, was uns belastet. Wir können neu anfangen. Gott, unser Freund, gib uns Mut dazu. Amen.

Abkündigungen

Der Gott des Friedens, der uns liebt und Hoffnung gibt, der mache uns getrost und bestärke uns in jedem guten Werk und Wort.

Orgelnachspiel

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