Marias Psalm

Wo der Glaube an die Gewalt aufhört, stürzen Gewaltige vom Thron.

Wo eine Mutter ein Kind zur Welt bringt, zeigt Gott, dass er mächtiger ist als jeder Gewalttäter. Nicht dort werden Menschen gerettet, wo eine Religion gegenüber einer anderen ihr Recht durchsetzt. Der Retter, den Maria besingt, wird die Niedrigen in ihrer Würde annehmen als kostbare Menschen.

Zwei Frauen begegnen sich

Die Begegnung zweier Frauen – sind es Maria und Elisabeth? (Foto des Reliefs: pixabay.com)

direkt-predigtTaufgottesdienst am 4. Adventssonntag, den 22. Dezember 2002, um 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen
Musik und Einzug der Tauffamilie mit den Patinnen

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Am 4. Advent feiern wir in diesem Jahr einen Taufgottesdienst. Dazu passt sehr gut das Wort zur Woche aus dem Brief des Paulus an die Philipper 4, 4 und 5b:

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich euch: Freuet euch! Der Herr ist nahe!

Heute freuen wir uns besonders, dass … bei uns ist und in diesem Gottesdienst getauft wird. Herzlich willkommen auch an ihre Eltern, die Patinnen und die ganze Familie!

Die Musik kommt heute nicht nur von der Orgel. …s große Schwester … wird uns auch zwei Stücke auf der Flöte spielen.

Zu Beginn singen wir das Lied 17:
Wir sagen euch an den lieben Advent
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. „Amen.“

Advent, das heißt: er kommt an, Gott kommt in unser Leben. Er kommt als Kind, klein, auf Hilfe angewiesen, zum Liebhaben. Advent – Gott hat uns lieb und kommt als Kind in unser Leben.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Das Kind – sein Gesicht ist kaum zu erkennen zwischen all den teuren Weihnachtsdekorationen und –geschenken.

Das Kind – seine Stimme ist kaum herauszuhören aus all den Geräuschen und Missklängen auch jetzt in der Vorweihnachtszeit.

Das Kind – seine Liebe ist kaum zu spüren, wenn wir uns hart machen gegen alles, was unser Herz anrühren könnte.

Wir rufen zu dir: Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Advent – Gott kommt im Kind dort an, wo wir leben – im Alltag und an den Feiertagen, im Stress und in der stillen Zeit, in der Familie oder in der Einsamkeit. Er spürt uns auf hinter unser coolen Fassade und in unserem deprimierten Gefühlen. Er lässt uns fühlen, dass wir leben.

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende.

Der Herr sei mit euch! „Und mit deinem Geist!“

Lieber Gott, in der Vorfreude auf Weihnachten feiern wir heute einen Taufgottesdienst. Wir freuen uns auf den Geburtstag von Jesus, und wir freuen uns über das Mädchen, das wir heute taufen. Bitte lass uns den Gottesdienst fröhlich feiern und schenke und Lieder und Worte für unser Herz. Darum bitten wir dich im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören eine Erzählung über zwei schwangere Mütter, die sich begegnen, aus dem Evangelium nach Lukas 1, 39-45:

39 Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda

40 und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth.

41 Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt

42 und rief laut und sprach: Gepriesen bist du unter den Frauen, und gepriesen ist die Frucht deines Leibes!

43 Und wie geschieht mir das, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?

44 Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe.

45 Und selig bist du, die du geglaubt hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn.

Herr, dein Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht auf unserem Wege. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Nach der Geschichte von Maria und Elisabeth hören wir ein Lied über Maria, das … uns auf der Flöte spielt: „Maria durch ein Dornwald ging“.
Maria durch ein Dornwald ging

Liebe Gemeinde!

Es gibt Familiengeschichten, die werden immer wieder erzählt. Zum Beispiel: „Als Baby hast du schon genauso geguckt wie jetzt, wenn du etwas von einem willst!“ Oder: „Du warst noch gar nicht geboren, da warst du schon musikalisch. Wenn die Beatles im Radio kamen, hast du dich harmonisch im Takt bewegt. Aber bei den Rolling Stones hast du protestiert und kräftig geboxt.“

Es gibt natürlich auch Geschichten über Sorgen mit kleinen Kindern. Zum Beispiel wenn ein kleines Kind schon oft krank war. Auch solche Geschichten können das Leben eines Menschen prägen.

Eben in der Schriftlesung haben wir von zwei Babies gehört, die noch im Bauch ihrer Mutter sind: der kleine Johannes und der kleine Jesus. Elisabeth und Maria vergessen nie, wie ihre beiden Kinder sich im Mutterleib begrüßen. Ursprünglich ist die Geschichte beider Frauen eine Sorgengeschichte – Elisabeth, die ältere Frau, hat jahrzehntelang kein Kind bekommen können, während das junge Mädchen Maria noch unverheiratet ist, als ihre Schwangerschaft offenkundig wird. Jetzt erlebt nicht nur Elisabeth ihre Schwangerschaft als großes Wunder. Denn ein Engel hat der Maria ihr Kind besonders ans Herz gelegt – es ist ein Kind vom Heiligen Geist. Es wird das Christuskind sein, auf das alle Menschen – nicht nur die eigene Mutter – sehnsüchtig warten.

Johannes und Jesus werden weit über ihre Familie hinaus für viele Menschen wichtig, und ihre Kindheit wird in besonderen wundersamen Geschichten erinnert und ausgemalt. Doch in der Freude dieser beiden werdenden Mütter spiegelt sich zugleich die Freude aller Mütter und Väter, die darüber staunen, dass ein Kind heranreift im Bauch der Mutter und geboren wird – ein großes Wunder!

Liebe Familie …, liebe Patinnen, ein solches Wunder war auch die Geburt der kleinen … . Mitten im Warten auf das Christkind freuen wir uns heute über dieses Taufkind. Da war eine Familie glücklich mit ihren zwei Kindern … und …, und im August wurde sie noch ein bisschen glücklicher, denn … wurde geboren.

Die große Schwester … ist seitdem noch mehr die große Schwester geworden, denn jetzt hat sie ja zwei kleine Geschwister.

Der Bruder … hat jetzt eine große und eine kleine Schwester. Mit beiden versteht er sich wirklich gut – und ich höre, dass er jetzt mit dem Papa mehr Jungen-Spiele macht, weil er ja auch üben muss, sich als Junge in der Familie zu behaupten.

Ja, mit der kleinen … hat sich viel geändert in der Familie, und dabei von Anfang wie selbstverständlich ihren eigenen Platz gehabt. Sie ist ein strahlendes und freundliches Kind, das keine Sorgen bereitet hat. So klein sie noch ist, scheint sie in sich zu ruhen – ein glückliches Mädchen. Was natürlich nicht heißt, dass sie niemals weint oder schreit. Sie meldet sich durchaus, wenn sie Hunger hat oder wenn ihr sonst etwas fehlt. Mal sehen, wie es ihr heute gefällt, wenn sie mit dem Taufwasser Bekanntschaft macht. Ich habe gar nicht gefragt, wie gerne sie gebadet wird…

Zu … in ihrer Fröhlichkeit und Ausgeglichenheit, die weiß, was sie braucht und zufrieden ist mit dem, was sie bekommt, die glücklich ist mit der Familie, in die sie hineingeboren wurde, passt der Taufspruch, den Ihr als Eltern ausgesucht habt (Lukas 10, 20b):

Jesus spricht: Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.

Natürlich wurde auch …s Name von den Eltern ausgesucht, ganz sorgfältig – es war gar nicht so einfach, den richtigen für das dritte Kind zu finden. Natürlich steht dieser Name jetzt im Stammbuch und wird auch ins Kirchenbuch eingetragen. Aber unabhängig davon ist …s Name im Himmel geschrieben. So wichtig ist sie für Gott. Sie kann nicht verloren gehen, denn Gott weiß ihren Namen, erinnert sich ewig an sie. Er hat sie einfach lieb. Eltern machen also nicht einfach Kinder, sind nicht die Produzenten ihrer Kinder, sondern jedes Kind ist von Gott gewollt und geschaffen, damit jedes seinen eigenen unverwechselbaren Weg gehen kann.

Für Eltern ist es schön zu wissen: Wir tragen die Verantwortung für unsere Kinder – und wir tragen sie nicht allein. Indem wir unsere Kinder behüten, ist unsere ganze Familie von Gott behütet. Auch wenn im Lauf der Jahre unsere Kinder größer, selbständiger und freier werden, begleiten und ermutigen wir sie dabei. Denn wir wissen: Unsere Kinder gehören zu uns, aber sie gehören uns nicht. Sie sind nicht unser Eigentum. Alle Kinder sind Gottes Kinder. Er vertraut sie ihrer Mama und ihrem Papa an: jedes einzelne Kind als ein eigenständiger Mensch mit eigenem Namen. Ja, und alle diese Namen von allen diesen Kindern stehen im Himmel geschrieben – Gott kann sie alle unterscheiden und verwechselt sie nicht. Er kennt auch … ganz genau.

Weil wir darauf vertrauen, dass … ein Kind Gottes ist, taufen wir sie heute auf den Namen des dreieinigen Gottes. Das Taufwasser können wir sehen und spüren – es ist ein Zeichen für etwas anderes, was nicht sichtbar ist und manchmal auch schwer zu spüren: dass Gott uns lieb hat und seinen Weg mit uns geht.

Wir singen das Lied 577:
Kind, du bist uns anvertraut. Wozu werden wir dich bringen?
Glaubensbekenntnis und Taufe
Shalom chaverim
Segensgebet einer Patin

Wir singen das Lied 203:

1) Ach lieber Herre Jesu Christ, der du ein Kindlein worden bist, von einer Jungfrau rein geborn, dass wir nicht möchten sein verlorn,

2) du hast die Kinder nicht veracht‘, da sie sind worden zu dir bracht, du hast dein Händ auf sie gelegt, sie schön umfangen und gesagt:

3) „Die Kinder lasset kommen her zu mir, ihn‘ niemand solches wehr, denn solcher ist das Himmelreich, die man mir bringt, beid, arm und reich.“

4) Ich bitt, lass dir befohlen sein, ach lieber Herr, dies Kindelein, behüte es vor allem Leid und alle in der Christenheit.

5) Durch deine Engel es bewahr vor Unfall, Schaden und Gefahr; erbarm dich seiner gnädiglich, gib deinen Segen mildiglich.

6) Gib Gnad, dass es gerate wohl zu deinen Ehrn und Wohlgefalln, auf dass es hier gottseliglich, hernach auch lebe ewiglich.

Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde, als sich die Mütter von Johannes und Jesus begegnen, grüßt Maria als die jüngere Frau zuerst Elisabeth, die ältere, wie es sich gehört. Im gleichen Augenblick spürt Elisabeth, wie das Kind in ihrem Bauch sich rührt – sie sagt – es hüpft vor Freude!

Freudige Erwartung ist die Stimmung der beiden Frauen. Schon im Mutterleib freut sich der ungeborene Johannes über den ungeborenen Jesus. Dreißig Jahre später wird Johannes als Täufer am Jordan noch einmal persönlich Jesus begegnen. Er wird Jesus taufen und der Himmel wird sich über Jesus öffnen.

Die Geschichte der beiden Männer wird in der adventlichen Erzählung von ihren beiden Müttern vorweggenommen und mit einem klaren Vorzeichen versehen: Freudige Erwartung ist angesagt. Freude wird allem Volk widerfahren.

Elisabeth spricht als Prophetin, vom heiligen Geist erfüllt. Sie begrüßt sie als die Mutter ihres Herrn und preist Maria selig. „Selig bist du, die du geglaubt hast!“ Maria ihrerseits singt vor Freude einen Psalm.

Marias Psalm beginnt mit ihrem eigenen Schicksal – wie Gott ihr aus der Niedrigkeit herausgeholfen hat (Lukas 1):

46 Meine Seele erhebt den Herrn,

47 und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes;

48 denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder.

49 Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist.

Maria lebt in einer großen Spannung. Sie ist schwanger, ohne verheiratet zu sein. Wie ihr Verlobter Josef auf diese Nachricht reagiert, hörten wir im Gottesdienst vor zwei Wochen vom Evangelisten Matthäus: Josef plant zunächst, Maria zu verlassen. Da kündigt ein Engel beiden ein Wunder an: Maria wird nicht in Schande geraten, ausgerechnet ihr Baby wird das heiligste Kind sein, das je zur Welt kommt, der Messias, auf den die Menschen warten. Aber noch weiß davon niemand, menschlich gesehen empfindet Maria ihre Position als niedrig, sie muss sogar öffentliche Schande befürchten. Da sucht Maria Zuflucht bei ihrer mütterlichen Freundin Elisabeth. Und die bestätigt die Verheißung des Engels, als das Kind in ihrem Bauch vor Freude hüpft.

Wir singen die ersten beiden Strophen aus dem Lied der Maria nach – im Gesangbuch 308, 1-2:

1) Mein Seel, o Herr, muss loben dich, du bist mein Heil, des freu ich mich, dass du nicht fragst nach weltlich‘ Pracht und hast mich Arme nicht veracht‘

2) und angesehn mein Niedrigkeit. Des wird von nun an weit und breit mich selig preisen jedermann, weil du groß Ding an mir getan.

Im Psalm der Maria geht es aber nicht nur um sie selbst. Sie singt zugleich ein Lied der Gerechtigkeit und des Friedens für alle Menschen in ihrem Volk und in der Welt:

50 Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht bei denen, die ihn fürchten.

51 Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn.

52 Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen.

53 Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen.

54 Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf,

55 wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Kindern in Ewigkeit.

Starke Worte in diesem Lied der Mutter Jesu! Die Barmherzigkeit des kommenden Messias besteht nicht in einer unverbindlichen Philosophie des „Seid nett zueinander!“, sondern darin, dass die Verhältnisse grundlegend umgekehrt werden: Menschen, die auf andere hochmütig herabsehen, werden zerstreut, wie man einen Mülleimer ausleert. Machthaber stürzen, Reiche werden arm. Hungrige dagegen werden satt. Unbedeutende Menschen gewinnen großes Ansehen. Und für das Volk Israel gibt es Hoffnung in Ewigkeit.

Maria ist keine Revolutionärin. Sie hat sich nicht den Zeloten angeschlossen, die gegen die Römer kämpften. Sie gehörte bis zum Tod ihres Sohnes am Kreuz nicht einmal zu seinen Jüngerinnen. Doch dass diese mächtigen Worte im Lukasevangelium aus dem Mund dieser Frau zu hören sind, gibt zu denken.

Nicht dort werden Gewaltige vom Thron gestürzt, wo man an Gewalt glaubt, sondern wo der Glaube an die Gewalt aufhört. Wo eine Mutter ein Kind zur Welt bringt, zeigt Gott, dass er mächtiger ist als jeder Gewalttäter. Wer Gewalt übt, kann nur töten, niemals Leben schaffen.

Weiter: Nicht dort werden Menschen gerettet, wo eine Religion gegenüber einer anderen ihr Recht durchsetzt. Nein, Hochmut ist immer Müll, auch ein rechthaberischer christlicher Glaube, der unbarmherzig redet und handelt.

Der Retter, den Maria besingt, der von ihr geboren wird, wird die Niedrigen aufsuchen, sie in ihrer Würde annehmen als kostbare Menschen und Kinder Gottes, wird ihren Hunger nach Liebe stillen und sie mit seiner Liebe anstecken.

Bis heute ist das Lied der Maria immer noch Hoffnung und nicht vollständig in Realität umgesetzt. So viel Liebe ist noch nicht in Taten umgesetzt worden, dass alle Menschen weltweit satt würden, auch wenn es heute technisch möglich wäre. Und wann wird endlich wahr werden, dass Gott „seinem Diener Israel aufhilft“, wie Maria singt? Zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf einen Frieden für Israel und Palästina zu hoffen, scheint aussichtslos. Trotzdem hörte ich im Radio: auch in diesem Jahr wird die Geburt des Retters in der Geburtskirche zu Bethlehem gefeiert – sie ist nach der Besetzung schnell wieder hergerichtet worden. Von weihnachtlicher Stimmung im landläufigen Sinn ist gerade dort zur Zeit zwar nichts zu spüren.

Um so notwendiger ist die ursprüngliche Botschaft aus dem Lied der Maria: Dass Segen nicht auf rechthaberischer Abgrenzung liegt und erst recht nicht auf dem Terror. Friede ist nur möglich, wo jeder Hochmut abgelegt wird.

Friede beginnt mit dem Respekt gegenüber einem neugeborenen Kind gleich welcher Herkunft. Denn in jedem Kind begegnen wir Gott selbst. Er wurde ein Kind und sagt uns: Wie ihr meinen geringsten Geschwistern begegnet, so begegnet ihr mir selbst. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.

Wir singen aus dem Lied 308 die Strophen 7 bis 11:

7) Wer niedrig ist und klein geacht‘, an dem übst du dein göttlich Macht und machst ihn einem Fürsten gleich, die Reichen arm, die Armen reich.

8) Das tust du, Herr, zu dieser Zeit, gedenkest der Barmherzigkeit; Israel willst du Hilfe tun durch deinen auserwählten Sohn.

9) Wir haben’s nicht verdient um dich, dass du mit uns fährst gnädiglich; zu unsern Vätern ist geschehn ein Wort, das hast du angesehn.

10) Auch Abraham hast du geschworn, dass wir nicht sollten sein verlorn, uns zugesagt das Himmelreich und unsern Kindern ewiglich.

11) Gott Vater und dem ein’gen Sohn, dem Heilgen Geist in einem Thron sei Ehr und Preis von uns bereit‘ von nun an bis in Ewigkeit.

Lasst uns beten.

Voll Freude stehen wir vor dir, Gott, denn wir hören nicht auf zu hoffen. Voll Freude haben wir ein Kind getauft und die Botschaft gehört, dass …s Name für immer im Himmel geschrieben ist. Bitte, Gott, begleite … mit ihrer Familie und ihren Patinnen, dass sie den Segen Jesu erfährt und anderen zum Segen wird.

Voll Freude warten wir auf das Christuskind, das mit seinem Segen in jedes Haus einkehrt. Bitte, Gott, lass uns ernstnehmen, dass du zur Welt kommst als ein Kind. Lass das Kind in uns zu seinem Recht kommen, wenn es sich nach Liebe sehnt und wenn es sich freuen will, auch wenn wir uns damit verletzlich machen. Lass nicht zu, dass Weihnachten ein Fest falscher Gefühle wird. Gib uns Kraft, auch das in uns auszuhalten, was weh tut und was sich ängstlich oder traurig anfühlt. Hilf uns, dass wir gut für uns sorgen und Menschen finden, die uns zur Seite stehen. Amen.

In der Stille bringen wir vor dich, Gott, was wir außerdem auf dem Herzen haben:

Gebetsstille und Vater unser

Wir singen das Adventslied 13: „Tochter Zion“. Diese „Tochter“ ist das Volk, das unter dem heiligen Berg Zion in Jerusalem gewohnt hatte und sich nun freut, wieder heimkehren zu dürfen:

1) Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem. Sieh, dein König kommt zu dir, ja, er kommt, der Friedefürst. Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem.

2) Hosianna, Davids Sohn! Sei gesegnet deinem Volk! Gründe nun dein ewig Reich! Hosianna in der Höh! Hosianna, Davids Sohn! Sei gesegnet deinem Volk!

3) Hosianna, Davids Sohn! Sei gegrüßet, König mild! Ewig steht dein Friedensthron, du, des ewgen Vaters Kind! Hosianna, Davids Sohn! Sei gegrüßet, König mild!

Abkündigungen

Nun geht mit Gottes Segen. Vielleicht bleiben Sie auch noch ein wenig zusammen im Gemeindesaal bei Kaffee oder Tee.

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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