Licht für das „Land der Finsternis“

Hiob und Jesus – beide erfahren unverdientes Leid. Hiob darf scharfe Anklagen an Gott richten, und Gott wendet sein Leid. Der Gottessohn nimmt sein Schicksal auf sich, auch nicht klaglos, er schreit verzweifelt und legt in letztem Vertrauen sein Leben in die Hand des Vaters zurück. Wer unter uns unschuldig leidet, darf wissen, dass Jesus dieses Leid nicht fremd ist.

Kerze auf dem Altar der Pauluskirche mit dem Schriftzug "Gott ist da!"

direkt-predigtGottesdienst am Karfreitag, den 2. April 2010, um 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen
Heinrich Schütz: „Eile mich Gott zu erretten“
(SWV 282 aus den „Kleinen geistlichen Concerten“)

Eile, mich, Gott, zu erretten, Herr, mir zu helfen! Es müssen sich schämen und zu Schanden werden, die nach meiner Seele stehen. Sie müssen zurückekehren und gehöhnet werden, die mir übels wünschen, dass sie müssen wiederum zu Schanden werden, die da über mich schreien: da; freuen und fröhlich müssen sein in dir, die nach dir fragen und dein Heil lieben, immer sagen: Hoch gelobt sei Gott. Ich aber bin elend und arm; Gott, eile zu mir, denn du bist mein Helfer und Erretter, mein Gott, verzeuch nicht. (Psalm 40, 14-18, ältere Übersetzung)

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Ich begrüße alle herzlich im Gottesdienst am Karfreitag in der Pauluskirche.

Dieser Feiertag ist ein Tag der Traurigkeit und der Klage, denn wir denken an den grausamen Tod Jesu am Kreuz. Darum ist der Altar heute auch ohne Schmuck, und selbst die Kerzen sind nicht angezündet. Der Tagesspruch für den Karfreitag stimmt uns aber darauf ein, dass die Trauer nicht den Sieg über jede Freude davonträgt. Wir hören ihn im Evangelium nach Johannes 3, 16:

„Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“

Die Predigt hat daher ein Thema voll Hoffnung: „Licht für das Land der Finsternis“. Während der Predigt werden dann auch wieder Kerzen brennen.

Besonders freuen wir uns, dass unser neuer Organist Gunnar Wiegand zum Auftakt seiner nebenamtlichen Tätigkeit in der Paulusgemeinde den Beginn und das Ende des Gottesdienstes in außergewöhnlicher Form gestaltet, nämlich mit Orgel und Gesang. Dabei hilft ihm Frau Sarah Klein vom Gewandhauschor Leipzig, die am Anfang das von Heinrich Schütz vertonte Gebet nach Psalm 40, „Eile, mich, Gott, zu erretten“, gesungen hat.

Gemeinsam singen wir aus dem Lied 88 die Strophen 1 bis 3 und 5:

1. Jesu, deine Passion will ich jetzt bedenken; wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen.

2. Meine Seele sehen mach deine Angst und Bande, deine Schläge, deine Schmach, deine Kreuzesschande, deine Geißel, Dornenkron, Speer- und Nägelwunden, deinen Tod, o Gottessohn, der mich dir verbunden.

3. Aber lass mich nicht allein deine Marter sehen, lass mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen. Ach die Ursach war auch ich, ich und meine Sünde: diese hat gemartert dich, dass ich Gnade finde.

5. Wenn mir meine Sünde will machen heiß die Hölle, Jesu, mein Gewissen still, dich ins Mittel stelle. Dich und deine Passion lass mich gläubig fassen; liebet mich sein lieber Sohn, wie kann Gott mich hassen?

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Kerze auf dem Altar der Pauluskirche mit dem Schriftzug "Ich darf klagen"Auf Worte aus den Psalmen greifen die Evangelisten zurück, um den Tod Jesu zu deuten. Worte aus den Psalmen hat Jesus selbst am Kreuz gebetet. Heute beten wir den gesamten Psalm 31 in drei Teilen:

2 Herr, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit!

3 Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!

4 Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen.

5 Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir heimlich stellten; denn du bist meine Stärke.

6 In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.

7 Ich hasse, die sich halten an nichtige Götzen; ich aber hoffe auf den Herrn.

8 Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, dass du mein Elend ansiehst und nimmst dich meiner an in Not

9 und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

10 Herr, sei mir gnädig, denn mir ist angst! Mein Auge ist trübe geworden vor Gram, matt meine Seele und mein Leib.

11 Denn mein Leben ist hingeschwunden in Kummer und meine Jahre in Seufzen. Meine Kraft ist verfallen durch meine Missetat, und meine Gebeine sind verschmachtet.

12 Vor all meinen Bedrängern bin ich ein Spott geworden, eine Last meinen Nachbarn und ein Schrecken meinen Bekannten. Die mich sehen auf der Gasse, fliehen vor mir.

13 Ich bin vergessen in ihrem Herzen wie ein Toter; ich bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß.

14 Denn ich höre, wie viele über mich lästern: Schrecken ist um und um! Sie halten Rat miteinander über mich und trachten danach, mir das Leben zu nehmen.

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

15 Ich aber, HERR, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott!

16 Meine Zeit steht in deinen Händen. Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen.

17 Lass leuchten dein Antlitz über deinem Knecht; hilf mir durch deine Güte!

18 HERR, lass mich nicht zuschanden werden; denn ich rufe dich an. Die Gottlosen sollen zuschanden werden und hinabfahren zu den Toten und schweigen.

19 Verstummen sollen die Lügenmäuler, die da reden wider den Gerechten frech, stolz und höhnisch.

20 Wie groß ist deine Güte, Herr, die du bewahrt hast denen, die dich fürchten, und erweisest vor den Leuten denen, die auf dich trauen!

21 Du birgst sie in deinem Schutz vor den Rotten der Leute, du deckst sie in der Hütte vor den zänkischen Zungen.

22 Gelobt sei der HERR; denn er hat seine wunderbare Güte mir erwiesen in einer festen Stadt.

23 Ich sprach wohl in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstoßen. Doch du hörtest die Stimme meines Flehens, als ich zu dir schrie.

24 Liebet den Herrn, alle seine Heiligen! Die Gläubigen behütet der HERR und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt.

25 Seid getrost und unverzagt alle, die ihr des HERRN harret!

„Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Gott, du machst uns nicht die Hölle heiß, sondern erleidest in deinem Sohn Jesus Christus selbst die Hölle, um sie uns zu ersparen.

Gott, du stehst in Jesus an der Seite aller Menschen, die als Unschuldige oder Mitschuldige Opfer von Gewalt und Unrecht werden.

Gott, durch Jesus Christus öffnest du sogar denen Hoffnung, die dich hassen, die dich verspotten, foltern, quälen, ans Kreuz nageln. Du zeigst den Weg zu echter Umkehr und traust jedem Menschen zu, neu anzufangen. Um Beistand, um Vergebung, um die Umkehr zu dir und um die Kraft, dir nachzufolgen, bitten wir dich durch deinen Sohn Jesus Christus, unseren Herrn. „Amen.“
Das Altarkreuz der Pauluskirche mit der AltarbibelWir hören am Karfreitag die Schriftlesung aus dem Evangelium nach Lukas 23, 32-48:

32 Es wurden aber auch andere hingeführt, zwei Übeltäter, dass sie mit ihm hingerichtet würden.

33 Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstätte, kreuzigten sie ihn dort und die Übeltäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken.

34 Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun! Und sie verteilten seine Kleider und warfen das Los darum.

35 Und das Volk stand da und sah zu. Aber die Oberen spotteten und sprachen: Er hat andern geholfen; er helfe sich selber, ist er der Christus, der Auserwählte Gottes.

36 Es verspotteten ihn auch die Soldaten, traten herzu und brachten ihm Essig

37 und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber!

38 Es war aber über ihm auch eine Aufschrift: Dies ist der Juden König.

39 Aber einer der Übeltäter, die am Kreuz hingen, lästerte ihn und sprach: Bist du nicht der Christus? Hilf dir selbst und uns!

40 Da wies ihn der andere zurecht und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist?

41 Wir sind es zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsre Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.

42 Und er sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst!

43 Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.

44 Und es war schon um die sechste Stunde, und es kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde,

45 und die Sonne verlor ihren Schein, und der Vorhang des Tempels riss mitten entzwei.

46 Und Jesus rief laut: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt hatte, verschied er.

47 Als aber der Hauptmann sah, was da geschah, pries er Gott und sprach: Fürwahr, dieser ist ein frommer Mensch gewesen!

48 Und als alles Volk, das dabei war und zuschaute, sah, was da geschah, schlugen sie sich an ihre Brust und kehrten wieder um.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Amen. „Amen.“

Glaubensbekenntnis

Wir singen das Lied 80:

1. O Traurigkeit, o Herzeleid! Ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einigs Kind wird ins Grab getragen.

2. O große Not! Gotts Sohn liegt tot. Am Kreuz ist er gestorben; hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben.

3. O Menschenkind, nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Missetat warest ganz vernichtet.

4. O selig ist zu aller Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab versenket.

5. O Jesu, du mein Hilf und Ruh, ich bitte dich mit Tränen: hilf, dass ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen.

Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde!

Was ist am Karfreitag geschehen? Jesus wird grausam hingerichtet, ohne fairen Prozess, von Menschen, denen er im Weg war. Aber diesen scheinbar sinnlosen Tod hat die Christenheit gedeutet als einen Sieg: über den Tod, über die Sünde, über die Gottverlassenheit der Menschen. Doch um diesen Sieg erringen zu können, musste Jesus genau da durch: Durch den Tod in einer furchtbaren Gestalt, durch die Gottverlassenheit, und in komplizierter Weise musste er sogar hindurch durch die Sünde der Menschen, nicht indem er sie selber praktizierte, sondern indem er ihre Folgen erlitt.

Dieser Gedanke bestimmt die christliche Frömmigkeit des Karfreitags so stark, dass es kaum ein Passionslied gibt, in dem es nicht an irgendeiner Stelle heißt: „Meine Sünden haben dich geschlagen“, „meine Sünde hat gemartert dich“, „Menschenkind, nur deine Sünd hat dieses angerichtet“.

Ein anderer Gedanke kommt dabei leider oft zu kurz: Jesus war nicht das einzige unschuldige Opfer von Leid oder grausamer Gewalt; und wenn man den Karfreitag nur begehen kann, indem man sich auf die eigene Schuldhaftigkeit und Sünde besinnt, macht man es fast unmöglich, sich selber im Schicksal Jesu wiederzufinden und Jesus als mitleidenden Bruder zu erfahren, wenn man selber unerträgliches Leid, Missbrauch, Demütigung, Gewalt erfahren hat.

Gerade Missbrauchsopfer, von denen in letzter Zeit ständig in den Medien die Rede ist, fühlen sich schuldlos und schuldig zugleich. Sie bekommen von Tätern Schuldgefühle eingeimpft, empfinden sich aber auch von selber als schuldig für etwas, was niemals Schuld sein kann, nämlich für ihr bloßes Dasein, für ihre Art zu fühlen oder dafür, dass sie sich gegen einen Menschen, der sie für seine Triebe ausnutzte, einfach nicht zur Wehr setzen konnten.

Jetzt stelle man sich einen Menschen vor, der vielleicht sogar im Namen Gottes erleiden muss, was man nicht seinem schlimmsten Feind wünscht, in einer sogenannten christlichen Familie, in einem kirchlichen Internat, in der Sakristei einer Kirche. Muss er nicht an Gott verzweifeln? Muss er sich nicht fragen: Wie kann Gott das zulassen? Ich kenne eine ganze Reihe von Frauen, die sich das sehr ernsthaft gefragt haben und fragen. Sie leben in einem Land der Finsternis ohne Licht und Hoffnung.

Und nun hängt da Jesus selber am Kreuz. Der Sohn Gottes. Verraten von Judas, verleugnet von Petrus, verlassen von seinen Weggefährten. Ans Kreuz gebracht von religiösen und politischen Machthabern, die die niederen Instinkte von Menschen auf der Straße anstacheln, damit sie schreien: „Ans Kreuz mit ihm!“

Wie gesagt, wir in der Kirche sind es gewohnt, darüber nachzudenken, wo wir mitverantwortlich sind für solches Unrecht, wo wir den Geringsten unter Jesu Geschwistern unsere Solidarität schuldig bleiben. Aber heute will ich dazu ermutigen, dass wir über unsere Unschuld nachdenken, vor allem die unter uns, die sich von Gott in irgendeiner Weise gestraft fühlen – ohne eigene Schuld. Als biblische Grundlage dafür wähle ich aus dem Buch Hiob das Kapitel 10.

Hiob ist nämlich das Beispiel für einen Menschen, der anerkanntermaßen unschuldig war und trotzdem von Gott Leid auferlegt bekam; er fühlte sich von Gott gestraft, ohne jeden Grund. Seine Freunde widersprachen ihm: „Irgendeine verborgene Schuld wirst du auf dich geladen haben. Keiner ist ohne jede Schuld!“ Aber in der Erzählung gibt Gott Hiob Recht und nicht seinen frommen Freunden. Hiob ist wie Jesus in den Augen Gottes ein Gerechter, ohne Fehl und Tadel. Darum kann das, was Hiob zu sagen und zu klagen hat, uns helfen, mit dem Thema des unschuldigen Leidens fertigzuwerden. Ja, wir können annehmen, dass Jesus, als er am Kreuz hing, möglicherweise ganz ähnlich gedacht und gebetet wie Hiob. Eine verzweifelte Klage aus Jesu Mund, die von den Evangelisten Markus 15, 34 und Matthäus 27, 46 überliefert wird, kennen wir jedenfalls aus Jesu Mund:

„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!“

Frau Risken liest nun die Verse aus dem Kapitel Hiob 10, und ich lege sie aus:

1 Mich ekelt mein Leben an. Ich will meiner Klage ihren Lauf lassen und reden in der Betrübnis meiner Seele

2 und zu Gott sagen: Verdamme mich nicht!

Hiobs erster Satz erinnert mich an die Existentialisten des 20. Jahrhunderts, Albert Camus, Jean-Paul Sartre, die das Leben letzten Endes als sinnlos ansahen. Jeder Mensch sei nur in die Existenz hineingeworfen ohne Sinn; wer es nicht schaffe, diesem Leben irgendeinen eigenen Sinn zu geben, sei zur Verzweiflung verurteilt. „Mich ekelt mein Leben an“, das kann ein nihilistisches Fazit einer solchen Bemühung sein. Aber Hiob bleibt nicht dabei stehen, in der Betrübnis seiner Seele nur um sich selbst zu kreisen. Indem er seine Klage laufen lässt, gibt er ihr sofort eine bestimmte Adresse, nämlich den Gott Israels. Ihn fordert er auf: „Verdamme mich nicht!“ Gäbe es dieses Gegenüber nicht, diesen Gott Israels, würde er tatsächlich zu den „Verdammten dieser Erde“ gehören, also zu denen, die hier schon in der Hölle leben, weil einer dem andern das Leben zur Hölle macht wie in Sartres Drama „Geschlossene Gesellschaft“. Ein Mensch mag Gott als Feind empfinden, aber so lange er ihn noch als Gegenüber hat, der ist noch nicht verloren. Gott ist da, trotz allem, und sei er uns noch so fremd, das bringt ein erstes Licht in das Land unserer Finsternis. 1. Kerze neben dem Altarkreuz der Pauluskirche: "Gott ist da!"

Lass mich wissen, warum du mich vor Gericht ziehst.

3 Gefällt dir’s, dass du Gewalt tust und verwirfst mich, den deine Hände gemacht haben, und bringst der Gottlosen Vorhaben zu Ehren?

Als Angeklagter Gottes fühlt sich Hiob zu Unrecht beschuldigt, darum dreht er den Spieß um und klagt umgekehrt Gott an. Er wirft Gott Gewaltanwendung und Verrat vor. „Hast du mich nicht geschaffen? Wie verträgt es sich damit, dass du mich, der ich zu dir stehe, einfach abservierst? Siehst du nicht, dass sich darüber deine Feinde ins Fäustchen lachen?“ Bis heute ist das Leid, das guten Menschen widerfährt, für Atheisten und Zyniker ein Hauptargument gegen die Allmacht und Güte Gottes, ja gegen seine Existenz, denn wie kann ein allmächtiger und liebender Gott so furchtbare Dinge zulassen – entweder ist er nicht allmächtig oder nicht gut oder ihn gibt es gar nicht.

Für Hiob und auch Jesus ist das keine Frage: Gott lebt, Gott ist da, auch wenn sie von seiner Macht und Güte nichts spüren. Beide bestehen darauf, ihn auf seine Allmacht und Güte gleichermaßen anzusprechen, ja festzunageln! Jesus fragt seinen Gott, warum er ihn verlassen hat. Hiob stellt ihm die rhetorische Frage, ob er denn vergessen hat, dass er kein Mensch, sondern der allmächtige Gott ist:

4 Hast du denn Menschenaugen, oder siehst du, wie ein Sterblicher sieht?

5 Oder ist deine Zeit wie eines Menschen Zeit oder deine Jahre wie eines Mannes Jahre,

6 dass du nach meiner Schuld fragst und nach meiner Sünde suchst,

7 wo du doch weißt, dass ich nicht schuldig bin und niemand da ist, der aus deiner Hand erretten kann?

Gott sieht nicht mit Menschenaugen, Gott sieht das Herz an. Gott ist nicht an die Grenzen der Zeit gebunden, er hat den Überblick über alle Taten eines Menschen und weiß daher, dass Hiob und Jesus unschuldig sind.

Das Gottvertrauen Hiobs geht so weit, dass er klar und deutlich zu Gott sagt: „Ich weiß und du weißt es erst recht, dass ich dir ausgeliefert bin. Ich muss mein Schicksal aus deiner Hand nehmen, niemand außer dir selber kann mich retten, wenn du mir etwas antust.“ Gottes Schöpfermacht ist es, an die Hiob appelliert, an die er sich klammert, um Rettung zu erfahren aus seinem Elend. Dafür zünde ich eine zweite Kerze an, die Licht in das Land der Finsternis bringt. 2. Kerze neben dem Altarkreuz der Pauluskirche: "Schöpfermacht"

8 Deine Hände haben mich gebildet und bereitet; danach hast du dich abgewandt und willst mich verderben?

9 Bedenke doch, dass du mich aus Erde gemacht hast, und lässt mich wieder zum Staub zurückkehren?

Hiob singt ein Karfreitagsloblied auf Gottes Schöpfung und klagt Gott zugleich an wegen unserer Verfallenheit an Leid und Tod. Gehört es sich denn für den Gott Israels, zuerst seinem Geschöpf Leben einzuhauchen, es liebevoll anzublicken und es dann wieder in den Staub zurückzustoßen?

10 Hast du mich nicht wie Milch hingegossen und wie Käse gerinnen lassen?

11 Du hast mir Haut und Fleisch angezogen; mit Knochen und Sehnen hast du mich zusammengefügt;

12 Leben und Wohltat hast du an mir getan, und deine Obhut hat meinen Odem bewahrt.

In bildhafter Sprache führt Hiob das Lob Gottes fort, er staunt über das Wunder der menschlichen Gestalt mit Haut und Knochen, Sehnen und Muskeln, und ist dankbar für alle Wohltaten in seinem Leben und für die Bewahrung seines äußerst flüchtigen Lebensatems.

13 Aber du verbargst in deinem Herzen – ich weiß, du hattest das im Sinn -,

14 dass du darauf achten wolltest, wenn ich sündigte, und mich von meiner Schuld nicht lossprechen.

Einen Hintergedanken wirft Hiob Gott vor: „Du hast uns nur geschaffen, um uns auf eine Probe zu stellen, die wir sowieso nicht bestehen können.“ So ein Argument habe ich von Atheisten gehört: „Wenn Gott allwissend ist, dann wusste er schon vorher, dass Adam und Eva gar nicht anders konnten, als zu sündigen.“ Ein Gott, der nur darauf wartet, dass Menschen in ihr Unglück rennen, wäre grausam.

An dieser Stelle unterscheidet sich Jesus von Hiob. Anscheinend erwartet Hiob von Gott nicht einmal Vergebung, wenn schon nicht die Anerkennung seiner Schuldlosigkeit. Jesus dagegen bittet den Vater im Himmel um Vergebung sogar für die Menschen, die ihm Leid zugefügt haben. Beide wissen: Ohne Vergebung sind schuldige Menschen verloren. Dass es Vergebung gibt, ist ein drittes Licht für das Land der Finsternis. 3. Kerze neben dem Altarkreuz der Pauluskirche: "Vergebung"

15 Wäre ich schuldig, dann wehe mir! Und wäre ich schuldlos, so dürfte ich doch mein Haupt nicht erheben, gesättigt mit Schmach und getränkt mit Elend.

Hier lässt Hiob es offen, ob er schuldig ist oder nicht. Im Falle seiner Schuld würde er wohl sein Schicksal akzeptieren, von Gott gestraft zu sein. Aber er ist sich ja, und zwar mit Recht, keiner persönlichen Schuld bewusst. Dass er trotzdem von Gott gestraft und gedemütigt wird, so dass sein Essen aus Schmach und sein Trinken aus Elend besteht, das kann und will er einfach von dem Gott Israels nicht akzeptieren.

16 Und wenn ich es aufrichtete, so würdest du mich jagen wie ein Löwe und wiederum erschreckend an mir handeln.

17 Du würdest immer neue Zeugen gegen mich stellen und deinen Zorn auf mich noch mehren und immer neue Heerhaufen gegen mich senden.

Immer neue Anklagen erhebt Hiob gegen Gott. Gott, ein unbarmherziger Jäger, der ihn zu Tode hetzt und ihn ihn Angst und Schrecken versetzt! Gott, der ihn mit falschen Zeugen zu Unrecht beschuldigt und einen wahren Krieg gegen ihn führt, wie ja auch Jesus auf Grund falscher Zeugen verurteilt wurde. Darf man überhaupt Gott so anklagen? Ist es nicht ungeheuerlich, Gott zu unterstellen, er sei wie ein jähzorniger Familienvater, der seine Gefühle nicht unter Kontrolle hat und gegenüber Frau und Kindern blindlings gewalttätig ausrastet? Hiob tut es, und er darf es. Er erfährt Leid, das er nicht versteht, und Gott lässt es zu. Ob Gott dieses Leid will oder nicht, macht für ihn keinen Unterschied. Wenn Gott allmächtig ist, hätte er die Macht, das Leid zu verhindern; lässt er es zu, dann muss er sich die Anklage gefallen lassen: Warum? Auch wenn es darauf keine Antwort gibt, ist es wichtig, diese Frage stellen, diese Klage laut aussprechen zu dürfen. Dass Gott es aushält, wenn wir vor ihm klagen, ja ihn anklagen, bringt ein viertes Licht in unser Land der Finsternis. 4. Kerze neben dem Altarkreuz der Pauluskirche: "Ich darf klagen"

18 Warum hast du mich aus meiner Mutter Leib kommen lassen? Ach dass ich umgekommen wäre und mich nie ein Auge gesehen hätte!

19 So wäre ich wie die, die nie gewesen sind, vom Mutterleib weg zum Grabe gebracht.

„Wäre ich nie geboren!“, so klagt Hiob auf dem Gipfel seiner Verzweiflung. Am liebsten wäre er ganz ausgelöscht, wollte er von niemandem gesehen und gekannt sein.

Aber dann, mitten in dieser abgrundtiefen Klage folgt dann doch eine erstaunliche Bitte:

20 Ist denn mein Leben nicht kurz? So höre auf und lass ab von mir, dass ich ein wenig erquickt werde.

So dicht nebeneinander liegen der Wunsch, gar nicht zu existieren, und die Sehnsucht nach dem, was Martin Luther in seiner Übersetzung „Erquickung“ nennt. Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagen wir; auch Hiob hat in seiner Verzweiflung kleine Wünsche übrigbehalten, deren Erfüllung er sich erhofft: nur ein wenig heiter blicken möchte er können, Anlass für ein Lächeln haben. Jesus bekam am Kreuz etwas Essig auf einem Schwamm, um seine Lippen zu befeuchten, er konnte seine Mutter und seinen Lieblingsjünger der gegenseitigen Hilfe anvertrauen. Scheinbare Kleinigkeiten können große Bedeutung erlangen, als Trost in der Trostlosigkeit. Dass wir, sogar wenn ich ganz tief unten sind, kleine Zeichen der Liebe erfahren, ist ein fünftes Licht im Land der Finsternis. 5. Kerze in der Mitte vor dem Altarkreuz der Pauluskirche: "Liebe"

Lass ab von mir, dass ich ein wenig erquickt werde,

21 ehe denn ich hingehe – und komme nicht zurück – ins Land der Finsternis und des Dunkels,

22 ins Land, wo es stockfinster ist und dunkel ohne alle Ordnung, und wenn’s hell wird, so ist es immer noch Finsternis.

Ein Ende seines Leidens kann Hiob sich hier nur vorstellen als Ende seines Lebens, und jenseits seines Lebens erwartet er nur das Land der Finsternis, der Dunkelheit, des Todesschattens, ein düsteres Totenreich. Vier verschiedene hebräische Worte für die Dunkelheit benutzt er, um diesen Ort der Toten zu beschreiben, wo keine Ordnung herrscht und wo selbst das Hellwerden noch wie Dunkelheit ist. Mir fällt auf, dass Hiob ähnlich denkt wie viele moderne Menschen. Sterben ist endgültig, danach geht das Licht aus, es gibt nichts nach dem Tod. Und diese Hoffnungslosigkeit ergibt sich wie selbstverständlich aus einem Leben, in dem es kaum noch etwas zu hoffen gibt.

Ein anderes Gebet der Bibel, der Psalm 139, redet anders über das Totenreich:

11 Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein -,

12 so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.

Aber was braucht man, um so beten zu können? Die feste Zuversicht, dass Gott trotz allem Wunder tun kann und es auch tun wird. Dieses Vertrauen auf die Wundermacht Gottes, die stärker ist als Sünde, Leid und Tod, lässt es im Land der Finsternis wirklich hell werden, und ich zünde dafür ein sechstes Licht an. 6. Kerze neben dem Altarkreuz der Pauluskirche: "Wundermacht"

In unserem Kapitel des Buches Hiob kann Hiob das nicht mehr glauben, er sieht kein Licht mehr vor lauter Dunkelheit. Trotzdem hält er an Gott, seinem Feind, fest, denn er hat keinen anderen Freund. Und am Ende stellt sich heraus, dass Gott die ganze Zeit auch an Hiob festgehalten hat. So unglaublich es klingt, es ist am Ende nicht Hiob, der vor Gott zu Kreuze kriecht, sondern es ist Gott, der umkehrt (Hiob 42, 10), um das Geschick Hiobs zu wenden. Er wird gesund, er darf noch einmal Glück erfahren, er hat zehn Kinder, die ihm Freude machen.

War Jesus am Kreuz verzweifelt wie Hiob? Sein Gebet der Gottverlassenheit lässt diesen Schluss zu. Schon Hiob konnte aber in der Verzweiflung zugleich an Gott festhalten. Jesus leidet an Gott wie Hiob und hört doch nicht auf, ihn Vater zu nennen. Und Jesus weiß, anders als Hiob, dass er nicht hinübergehen wird in ein Land der Finsternis, sondern dass auf der anderen Seite des Todes das Paradies auf ihn wartet; denn mit der Hoffnung auf das Paradies tröstet er den in seiner Schuld verzweifelten Verbrecher neben ihm. Im Vertrauen auf Jesus Christus ist der Tod für uns nicht das Letzte, sondern wir haben die Aussicht auf die Auferstehung von den Toten. Ein siebtes Licht zünde ich an, weil das ewige Leben alle Finsternis besieht. 7. Kerze neben dem Altarkreuz der Pauluskirche: "Auferstehung"

Anders als Hiob, der noch einmal Lebensfreude erfahren wird, ist Jesus unmittelbar im Begriff zu sterben; er betet (in Lukas 23, 46) mit Psalm 31:

6 In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.

Hiob und Jesus – beide erfahren unverdientes Leid. Hiob darf scharfe Anklagen an Gott richten und erfährt Rettung aus seinem Schicksal: Gott wendet sein Leid. Jesus nimmt sein Schicksal auf sich, auch nicht klaglos, auch der Gottessohn, der durch die Sünde der Menschen stirbt und ihre Sünden vergibt, ist ein Mensch, der klagt und weint und verzweifelt schreit, zugleich aber in letztem Vertrauen sein Leben in die Hand des Vaters zurücklegt. Wer unter uns verzweifelt ist, wer unschuldig Leid erfahren hat, der darf wissen, dass dem Gottessohn Jesus diese Verzweiflung und dieses Leid nicht fremd sind. Auch das gehört zur tröstlichen Botschaft des Karfreitag. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.

Wir singen aus dem Lied 85 die Strophen 1, 5 und 6:

1. O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron, o Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber hoch schimpfieret: gegrüßet seist du mir!

5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an. Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts getan; dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust.

6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß.

Lasst uns beten!

Vater Jesu Christi und unser Vater, wo wir schuldig und mitschuldig werden am Leid anderer Menschen, führe uns auf den Weg echter Umkehr, lass uns auf Vergebung vertrauen und neu anfangen. Wo wir leiden unter der Bosheit anderer Menschen, lass uns Hilfe finden, richte uns auf aus Schmerz und Erniedrigung, aus Scham und übernommenen Schuldgefühlen. Wo wir unerträgliche Lasten zu tragen haben, die du uns auferlegst, ohne dass wir sagen können, warum, lass uns nicht an dir verzweifeln, höre unser Schreien, auch wenn wir oft keine Worte finden für ein Gebet.

Besonders schließen wir in unsere Fürbitte am Karfreitag zwei Verstorbene ein.

Der eine hieß …, er lebte viele Jahre als Wohnsitzloser in Gießen und starb im kalten Winter zwischen Ende Januar und Anfang März draußen in seinem Zelt. Man kannte ihn in der „Brücke“ als hilfsbereiten Menschen, man kannte ihn nicht an der Stelle, wo man täglich die staatliche Unterstützung abholen kann, er schlug sich im Leben alleine durch. Vater im Himmel, wir beten für ihn, der im Alter von 70 Jahren ohne Begleitung von Angehörigen zu Grabe getragen wurde, lass ihn nach der Kälte, die er oft in diesem irdischen Leben erdulden musste, die Wärme und Geborgenheit deiner Liebe erfahren.

Und wir beten für … . Da sie ihren Körper der Anatomie der Gießener Universität zur Verfügung gestellt hat, ist noch keine Trauerfeier für sie gehalten worden. Aber wir denken vor dir, Gott, an diesem Karfreitag an sie, die ihren … . Geburtstag nicht ganz erreicht hat. Sie stammte aus Norddeutschland, was man ihrer Sprache bis zuletzt angemerkt hat, hat aber viele Jahrzehnte gern in unserer Gemeinde gelebt und war dankbar für alles Gute, das du ihr erwiesen hast, unter anderem auch für die Betreuung durch die Zivis unserer Paulusgemeinde. Gott, Vater Jesu Christi, nimm sie nun gnädig auf in deinem Paradies, so wie dein Sohn es allen versprochen hat, die auf dich vertrauen. Amen.

In der Stille bringen wir vor dich, Gott, was wir außerdem auf dem Herzen haben:

Gebetsstille und Vater unser

Noch einmal alle sieben Kerzen vor dem Altarfenster der PauluskircheFür alle, die sich vor dem Sterben fürchten, auch für die, die sich nach schweren Leiden ein seliges Sterben wünschen, und schließlich im Gedenken an die Verstorbenen, um die wir trauern, hören wir nach dem Segen das Lied „Komm, süßer Tod“ von Johann Sebastian Bach. Wie das Orgel- und Gesangs-Stück zum Eingang ist auch der Abschluss unseres Gottesdienstes ein Geschenk unseres neuen Organisten zu seinem offiziellen Dienstbeginn als nebenamtlicher Organist unserer Paulusgemeinde.

Sonst gab es ja am Karfreitag kein Kirchencafé, aber heute lade ich herzlich dazu ein, dass wir im Anschluss bei einer Tasse Kaffee oder Tee unseren neuen Organisten in unserer Gemeinde herzlich begrüßen und vielleicht auch persönlich etwas näher kennenlernen.

Vor dem Segen singen wir aus dem Lied 85 die letzten Strophen 9 und 10:

9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein.

10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und lass mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl.

Abkündigungen

Geht mit Gottes Segen:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

J. S. Bach: „Komm süßer Tod“ (BWV 478 aus dem „Schemelli-Gesangbuch“)

1. Komm süßer Tod! Komm sel’ge Ruh! Komm führe mich in Friede, weil ich der Welt bin müde; ach komm! Ich wart‘ auf dich, komm bald und führe mich, drück mir die Augen zu! Komm selge Ruh!

2. Komm süßer Tod! Komm sel’ge Ruh! Ich will nun Jesum sehen und bei den Engeln stehen, es ist nunmehr vollbracht, drum Welt zu guter Nacht, mein Augen schon sind zu! Komm selge Ruh!

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