Einwände gegen Einwände gegen die Jenseitshoffnung

Fragen habe ich gestellt. Haben wir auch Antworten? Ich will versuchen, uns für Antworten zu öffnen, die wir durch Gottes Geist erhalten können. Denn es geht nicht um knifflige Denkaufgaben, die gelöst werden sollen, sondern darum, dass wir selbst betroffen sind von Leid und Trauer; von Sorge und von Angst; um das zu bewältigen, brauchen wir lebendige Hoffnung von Gott.

Zwei Schriftzüge "Jenseits" rechts und links stehen wie Wände, die den Blick in das Licht im Hintergrund leiten

Was sollen wir Menschen der Neuzeit vom Jenseits halten? (Grafik: pixabay.com)

direkt-predigtGottesdienst am Totensonntag, 23. November 1986, um 9.30 Uhr in Reichelsheim, um 10.30 Uhr in Heuchelheim und um 13.00 Uhr in Dorn-Assenheim

Ich begrüße Sie und Euch alle herzlich im Gottesdienst am letzten Sonntag im Kirchenjahr. Ja, am kommenden Sonntag beginnt wieder ein neues Kirchenjahr mit dem 1. Advent, mit dem Warten auf die Ankunft Christi in der Welt und bei uns; doch auch der heutige Sonntag hat mit dem Warten zu tun, mit dem Ausblick über unser irdisches Leben hinaus auf Gottes Ewigkeit. Darum hat der Tag heute auch zwei Namen – wenn wir mehr auf die sichtbare Wirklichkeit blicken – Totensonntag, wenn wir mehr auf die unsichtbare Wirklichkeit blicken, die Gott uns noch schenken will – Ewigkeitssonntag.

Lied EKG 349, 1-3 (EG 450):

1. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschaffnen Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht.

2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen; lass die dürre Lebens-Au lauter süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar.

3. Gib, dass deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei entstandner Morgenröte, dass wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wenn der HERR die [Menschen] erlösen wird, [die in Sündenschuld und Todesnot gefangen sind,] so werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens sein. Dann wird man sagen unter den [Völkern]: Der Herr hat Großes an ihnen getan! Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. (Psalm 126, 1-2.5)

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Gott, unser Vater im Himmel! Der letzte Sonntag im Kirchenjahr fällt in eine düstere Zeit. Und wir sind heute auch durch den Namen dieses Sonntag, der an Tod und Ewigkeit erinnert, eher auf dunkle Gedanken eingestimmt. Es ist gut, dass du uns solche Tage schenkst, an denen wir uns mit anderen gemeinsam diesen letzten Fragen stellen. Hilf uns, dass wir weder in Verzweiflung versinken noch die Fragen nach Sterben und Tod ganz zu verdrängen suchen. Schenk uns lebendige Hoffnung, die über den Tod hinausreicht und die uns das Sterben und die Trauer bewältigen hilft. Komm uns nahe und bleibe uns nahe durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn. „Amen.“

Wir hören die Schriftlesung zum Ewigkeitssonntag aus der Offenbarung 21, 1-7. Der neutestamentliche Prophet Johannes beschreibt seine Hoffnung in Bildern seiner Zeit, die bis heute ihre Kraft und Lebendigkeit nicht verloren haben:

1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.

2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.

3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein;

4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

5 Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!

6 Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

7 Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.

Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren. Halleluja! „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Das nun folgende Lied ist dem eben gehörten Abschnitt nachempfunden worden und handelt von dem Wunsch manch eines Christen, der viel leiden muss, in die Ewigkeit abberufen zu werden. Es geht nicht um Todessehnsucht, nicht um ein Sterben vor der Zeit, die jedem einzelnen von Gott gesetzt ist, sondern um ein Gegenbild der Hoffnung gegen die Todesangst – von Gottes Ewigkeit her.
Lied EKG 320, 1-3 (EG 320):

1. Jerusalem, du hochgebaute Stadt, wollt Gott, ich wär in dir. Mein sehnend Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Tale, weit über Flur und Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt.

2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann wirst du kommen schier, da ich mit Lust, mit freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, dass sie mit Heil anlände in jenem Vaterland?

3. O Ehrenburg, nun sei gegrüßet mir, tu auf der Gnaden Pfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit und mir Gott hat gegeben das Erb der Ewigkeit.

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!

Zur Predigt hören wir noch einmal einen Vers aus der Schriftlesung (Offenbarung 21, 5):

Und der auf dem Thron saß, sprach: „Siehe, ich mache alles neu!“ und er spricht: „Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!“

Amen.

Liebe Gemeinde!

Haben Sie schon einmal vom Tod geträumt? Das ist eine Erfahrung, die den Schläfer dann häufig erschreckt aufwachen lässt, und er fragt sich dann, ob etwas „an dem Traum dran“ ist. Die Psychologen, die Seelenforscher, die sagen uns, dass solch ein Traum nicht unbedingt eine Todesahnung sein muss. Es kann auch sein, dass der, der träumt, vor einer wichtigen Entscheidung steht, dass etwas Neues in sein Leben treten wird, und dann muss etwas Altes in seinem Leben zurücktreten oder sozusagen sterben.

Auch wer die Natur betrachtet, jetzt im Herbst, kann das allmähliche Absterben dessen wahrnehmen, was im Laufe des Jahres gewachsen ist, geblüht und Frucht getragen hat. Nicht ohne Grund sind die Totengedenktage in diese Zeit, in den November, den bei uns ungemütlichsten Monat gelegt worden. Zugleich wissen wir, dass auf jeden Winter ein neuer Frühling folgt, dass die Natur nach dem Prinzip „Stirb und werde!“ eingerichtet ist, dass aus den Samen, die in der Erde eingeschlossen sind, und aus den im Winter verborgenen Lebenskräften der Pflanzen und Bäume im Frühjahr neue Triebe hervorbrechen.

Wie ist das nun mit dem menschlichen Tod?

Kann man auch, wenn wir Menschen sterben müssen, davon sprechen, dass da zwar unser Leben zu Ende geht, aber auch etwas Neues beginnt? Früher war das die lebendige Hoffnung vieler Christen, dass der Tod ein Durchgang zum Leben, zum ewigen Leben ist. Diese Hoffnung war um so größer, je mehr diese Erde als Jammertal voller Elend, Trauer und Leiden erlebt wurde. Heutzutage können oder wollen viele Menschen nicht mehr an ein Leben nach dem Tode glauben, ich denke hauptsächlich aus vier Gründen.

Einmal stellen sich viele die Frage, ob es richtig ist, wenn der Glaube an ein jenseitiges Leben das Leben auf dieser Erde total schlecht macht. Aber hat uns Gott nicht dieses irdische Leben geschenkt, anvertraut? Hat er nicht das, was er geschaffen hat, als „sehr gut“ befunden?

Zum zweiten ist ein Lied wie das vom himmlischen Jerusalem, das wir vor der Predigt gesungen haben, den meisten unter uns fremd geworden. Früher wurde es gern gesungen; so musste man nicht denken, dass dieses irdische Leben, das oft so von Elend, Trauer und, Leiden angefüllt ist, alles ist, worauf man hoffen kann. Kritiker des Glaubens haben aber auch immer gefragt: Ist das nicht ein Hinwegtrösten der Menschen über ihre Not, und hält die Vertröstung auf ein Jenseits nicht die Menschen davon ab, selbst etwas gegen die Not auf der Erde zu tun? Das ist vor allem die Kritik der sozialen Bewegungen am Jenseitsglauben der Kirche gewesen, und man muss ihr zum Teil Recht geben.

Zum Dritten haben wir uns aber nun als Menschen der Neuzeit, des wissenschaftlichen Zeitalters, daran gewöhnt, dass wir sehr viel tun können gegen Not und Elend. Die Medizin hat viele Krankheiten besiegt, durch die moderne Wirtschaft und Technik und durch die sozialen Absicherungen wurde in unserem Land der Lebensstandard so sehr gehoben, dass wir z. B. keine Hungersnöte am eigenen Leib zu spüren brauchen. So viele Probleme haben wir schon gelöst, so sehr ist in uns der Glaube an die Machbarkeit aller Dinge vorwurzelt, dass es uns schwer fällt, Grenzen unseres Machen-Könnens anzuerkennen. Der Arzt soll z. B. gesund machen. Wenn er auf diesem Weg nichts mehr „machen“ kann, ist er oft überfordert, wenn er nun auf einem anderen Weg mit seinem Patienten weitergehen soll, auf dem Weg des Sterbens. Es erfordert schon hohe menschliche Qualitäten, wenn ein moderner Mensch sich einem Sterbenden auf diesem Weg nicht versagt. Hoffnung endet für uns vielfach dort, wo wir nicht mehr auf Besserung, auf Gesundung hoffen können; Hoffnung über den Tod hinaus ist für die meisten Menschen schwer vorstellbar.

Vielleicht gibt es noch einen vierten Grund, weshalb wir modernen Menschen uns schwertun mit dem Glauben an die Jenseitsbilder der Bibel. Wir denken, dass sich das alles doch wohl nicht mit der Wissenschaft in Einklang bringen lasse, mit unseren gesicherten Erkenntnissen über Tod und Zerfall lebendiger Wesen, über das Weltall und seine Entwicklungsgesetze, und mit der Erfahrung, dass ja „noch keiner, der gestorben ist, wieder zurückgekommen sei“.

Viele Fragen habe ich gestellt. Haben wir auch Antworten? Ich will in der zweiten Hälfte der Predigt versuchen, uns für Antworten zu öffnen, Antworten, die wir nur im Glauben, nur durch Gottes Geist selbst erhalten können. Denn es geht ja nicht nur um knifflige Denkaufgaben, die hier gelöst werden sollen, sondern es geht darum, dass wir selbst betroffen sind von Leid und Trauer; von Sorge und von Angst; um das zu bewältigen, brauchen wir lebendige Hoffnung von Gott.

Ich will also den Einwänden gegen die Jenseitshoffnung begegnen, indem ich erzähle, warum ich Hoffnung habe über den Tod hinaus.

Beim vierten Einwand fange ich an. Für mich ist wissenschaftliches Denken und der christliche Glaube kein Gegensatz. Ich weiß, dass die biblischen Bilder z. B. in der Offenbarung keine wissenschaftliche Beschreibung des Himmels darstellen und dass sie vom Weltbild der damaligen Zeit abgeleitet sind, das heute in vielem überholt ist. Deshalb verlieren die Aussagen der Offenbarung aber keineswegs ihre Kraft. Es handelt sich nämlich gar nicht um äußere Beschreibungen von Gegenständen und Zuständen, die es später einmal geben soll, sondern es geht um innere Wahrheiten, die wir mit den Kräften unserer Seele, unseres Gefühls, unserer Phantasie wahrnehmen. Wir müssen uns einmal vor Augen halten, für wen das Buch der Offenbarung ursprünglich geschrieben wurde. Es waren verfolgte Christengemeinden, aus denen schon mancher wegen des Glaubens im Gefängnis gesessen hatte oder gar zum Tode verurteilt worden war. In die Ängste und Nöte dieser Christen hinein schreibt der Prophet Johannes seine große tröstliche Vision; er beschreibt das Bild des Gottes, der seine Gemeinde nicht im Stich lässt, auch wenn sie viel leiden muss; er fordert die Christen zum Durchstehen des Leidens auf, zum Überwinden, zum Festhalten am Glauben, auch wenn alles gegen den Glauben zu sprechen scheint. All die Bilder vom neuen Jerusalem, das Gott schaffen wird und das auf die Erde herabkommen wird und das im Folgenden noch in kräftigen Farben ausgemalt wird, sollen nur das eine unterstreichen: die Zukunft der Glaubenden liegt in Gottes Hand, der als einziger wirklich alles neu machen kann. Denn alles neu machen, heißt: völlig neu schaffen, so wie Gott einmal aus dem Nichts das Weltall geschaffen hatte. Allerdings bedeutet alles neu schaffen nicht, dass das Alte völlig untergeht und vergessen ist, sondern dass die Glaubenden von Gott mit in das neue, das ewige Leben hinübergenommen werden. „Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.“

Was nun aber, wenn jemand sagt: Ich kann nicht glauben. Ich fühle mich nicht stark genug, zu überwinden. Ich halte es nicht aus, Schmerzen und Trauer durchzustehen mit einem festen Glauben. Das war der dritte Einwand gegen die Jenseitshoffnung gewesen vorhin: selbst wenn wir es wollen, fällt es uns schwer, zu hoffen, wo wir nichts mehr „machen“ können, wo wir nur noch ertragen, hinnehmen müssen. Die Offenbarung sagt uns hierzu den Satz: Glaube ist keine übermenschliche Anstrengung, denn Gott spricht zu uns: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Unsere Seele bekommt zu trinken, unser Glaube muss nicht verdursten, und die Quelle des lebendigen Wassers für unsere Seele, die Quelle des ewigen Lebens, sprudelt für uns völlig umsonst! Schon mancher hat es erfahren, als er meinte, er könne eine schwere Zeit nicht durchstehen, dass ihm neue Kräfte zuströmten, die ihn aushalten ließen.

Ist das nun Vertröstung? Ist das eine Verklärung des Himmels und eine Abwertung der Erde? Ich denke, dass wir als Christen nicht den Himmel und die Erde gegeneinander ausspielen müssen. Die Hoffnung, die wir über unseren Tod und über die Welt hinaus haben, wirkt nämlich schon in unser Leben und in diese Welt hinein. Wenn wir darauf hoffen dürfen, dass Gott einmal alle Tränen von unseren Augen abwischen wird und dass der Tod nicht mehr sein wird und dass auch kein Leid und kein Geschrei und kein Schmerz mehr sein wird, dann kann uns dies sowohl Trost als auch Ansporn sein. Trost, um aushalten zu können, was nicht zu ändern ist. Trost, um zu wissen, dass das, was wir erleben im Sterben, im Leiden, im Trauern, nicht das Letzte ist. Trost, um zu wissen. dass es gut und sinnvoll ist, zu leben, auch wenn wir manchmal keinen Sinn im Leben sehen. Und dann auch Ansporn: Ansporn, um dort dem Tod entgegenzutreten, wo wir etwas ändern können. Ansporn, dem Leidenden und Trauernden beizustehen. Ansporn, die Aufgaben dieses irdischen Lebens zu bewältigen, die uns vor die Füße gelegt sind.

Jenseitshoffnung und Leben im Diesseits widersprechen sich nicht. Wir können unser Leben hier auf der Erde lieben, es ist uns von Gott geschenkt. Wir können es lieb behalten, sogar wenn es uns schlecht ergeht. Wir können es als Prüfung oder schwere Last empfinden, die uns auferlegt ist, um da hindurchzugehen und zu überwinden. In all dem wissen wir zugleich, dass wir hier auf dieser Erde noch nicht Vollkommenheit erleben. Über dieses Leben hinaus hat Gott uns neues, vollkommenes, ewiges Leben verheißen. Der Weg dorthin führt aber durch die Unvollkommenheiten und Leiden dieses Lebens hindurch, bis hin zum schmerzhaften Übergang im Tod, den wir sterben werden. Es gibt keinen Weg zum ewigen Leben, der daran vorbeiführt. Aber auf diesem Weg ist der Gott schon jetzt unser Begleiter, der uns am Ende gegenübertreten wird, in seiner neuen Welt. Er sagt uns: „Ich will euch, die ihr durstig seid, geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst!“ Wir sind nicht allein gelassen auf unseren Wegen, auch in unseren Sorgen nicht, auch in unserer Trauer nicht. Wir können getrost leben, so lange uns dieses Leben geschenkt ist, gemeinsam mit Menschen, die uns anvertraut sind, mit Menschen, denen wir uns anvertrauen können. Amen.

Und der Friede, der höher ist als unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.
Lied EKG 123, 1-4 (EG 152):

1. Wir warten dein, o Gottes Sohn, und lieben dein Erscheinen. Wir wissen dich auf deinem Thron und nennen uns die Deinen. Wer an dich glaubt, erhebt sein Haupt und siehet dir entgegen; du kommst uns ja zum Segen.

2. Wir warten deiner mit Geduld in unsern Leidenstagen; wir trösten uns, dass du die Schuld am Kreuz hast abgetragen; so können wir nun gern mit dir uns auch zum Kreuz bequemen, bis du es weg wirst nehmen.

3. Wir warten dein; du hast uns ja das Herz schon hingenommen. Du bist uns zwar im Geiste nah, doch sollst du sichtbar kommen; da willst uns du bei dir auch Ruh, bei dir auch Freude geben, bei dir ein herrlich Leben.

4. Wir warten dein, du kommst gewiss, die Zeit ist bald vergangen; wir freuen uns schon überdies mit kindlichem Verlangen. Was wird geschehn, wenn wir dich sehn, wenn du uns heim wirst bringen, wenn wir dir ewig singen!

Lasst uns beten.

Wir warten auf dich, Herr, denn wir warten darauf, dass Hungernde nicht mehr hungern, dass Weinende nicht mehr weinen, dass die Zweifelnden nicht mehr zweifeln. Wir warten darauf, dass Kriegsgeschrei verstummt ist, dass Unrecht, das Menschen angetan wurde, bereinigt ist, dass niemand die Hand gegen einen anderen erhebt. Wir warten darauf, dass die Wahrheit aus ihrer Verborgenheit heraustritt und öffentlich wird. Wir warten auf dich, Herr, denn wir warten darauf, dass die Sterbenden und die Toten ins Leben eingegangen sind, dass alles, was zwischen Menschen zerrissen ist, wieder geheilt wird, dass alles, was Menschen von Menschen vergessen haben, wieder in Erinnerung gerufen wird, dass alles Leid, das Menschen von Menschen widerfahren ist, versöhnt ist, dass das verbrauchte Antlitz dieser Erde wieder frisch ist wie am ersten Tag. Wir warten auf dich, Herr, wir warten darauf, dass du Herr, alles in allem bist. Wir warten, und du hältst uns dabei an der Hand. Führst du uns durch rauhe Wege, gib uns auch die nötge Pflege, tu uns nach dem Lauf deine Türe auf! Amen.

Vor Gott, auf den wir vertrauen dürfen im Leben und im Sterben und der uns auch im Tode nicht loslässt, denken wir heute an all die Menschen, die in schwerer Not sind, die sich quälen, an die, die uns lieb sind, und die, die uns Sorgen bereiten, an die Schwerkranken, an die Sterbenden und an die Trauernden. Insbesondere gedenken wir der Verstorbenen unserer Kirchengemeinde, die im vergangenen Kirchenjahr hier am Ort zur letzten Ruhe gebettet worden sind. Wir haben sie dir, gnädiger Gott, anvertraut, und wir schließen sie heute in unsere Fürbitte ein:

17 Personen in Reichelsheim, 1 in Heuchelheim, keine in Dorn-Assenheim

Das Gedenken an diese Toten und alles, was uns in dieser Stunde bewegt, lasst uns nun zusammenschließen in dem Gebet unseres Herrn:

Vater unser
Lied EKG 349, 4-5 (EG 450):

4. Ach du Aufgang aus der Höh, gib, dass auch am Jüngsten Tage unser Leib verklärt ersteh und, entfernt von aller Plage, sich auf jener Freudenbahn freuen kann.

5. Leucht uns selbst in jener Welt, du verklärte Gnadensonne; führ uns durch das Tränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht.

Abkündigungen und Segen

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