Der Prophet Elisa und sein korrupter Diener

Drei Dinge sagt Elisa dem Gehasi. Erstens: Ich bin mit dir gegangen. Dein Weg ist mir nicht egal. Zweitens: Geld und Gut war dir wichtiger als mein Vertrauen. Das tut mir weh, aber ich neide es dir nicht, werde glücklich damit, wenn du kannst. Und drittens stellt Elisa fest: Du kannst nicht glücklich sein, wenn dein Glück auf Unrecht aufbaut.

Einer steckt einem andern Schmiergeld zu

Korruption gibt es nicht erst in der heutigen Zeit (Bild: pixabay.com)

#predigtGottesdienst am 4. Sonntag nach Epiphanias, den 30. Januar 2000, um 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Ich begrüße alle herzlich im Gottesdienst – Kinder, Konfirmanden und Erwachsene – mit Psalm 66, 5:

Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.

Wie passt das zusammen: Wir reden in der Kirche von den wunderbaren Taten Gottes. Und in den Nachrichten hören wir jeden Tag über Spendenskandale, Flugaffären und illegale Geldwäsche.

Doch solche Themen sind nicht neu. Bereits vor 2500 Jahren, so berichtet die Bibel, konnte ein Diener des Propheten Elisa einem unrechten Geschenk nicht widerstehen. Wie es dazu kam und wie der Prophet Gottes damit umgeht, erfahren wir heute in der Predigt.

Lied 295, 1-3:

1) Wohl denen, die da wandeln vor Gott in Heiligkeit, nach seinem Worte handeln und leben allezeit; die recht von Herzen suchen Gott und seine Zeugniss‘ halten, sind stets bei ihm in Gnad.

2) Von Herzensgrund ich spreche: dir sei Dank allezeit, weil du mich lehrst die Rechte deiner Gerechtigkeit. Die Gnad auch ferner mir gewähr; ich will dein Rechte halten, verlass mich nimmermehr.

3) Mein Herz hängt treu und feste an dem, was dein Wort lehrt. Herr, tu bei mir das Beste, sonst ich zuschanden werd. Wenn du mich leitest, treuer Gott, so kann ich richtig laufen den Weg deiner Gebot.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.

Wir kommen zu Dir, Gott, zu einem Gott, der Einsicht weckt und Schuld vergibt. Umkehr ist nötig, wo vieles im Argen liegt. Umkehr ist möglich, weil Du als Richter nicht vernichtest, sondern aufrichtest.

Kommt, lasst uns Gott anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Ich lese und höre Nachrichten und kenne mein eigenes Land nicht mehr. Politiker, denen man Wählerstimmen und Vertrauen geschenkt hat, treten jahrelang Gesetze mit Füßen und sind ohne Einsicht.

Ich sehe vom Fenster aus auf der Straße einen Jungen, den ich aus der Schule kenne. Er wirft einem kleinen Mädchen einen Silvesterknaller hinterher. Der Knaller explodiert, das Mädchen erschrickt, der Junge lacht.

Ein mir unbekannter Mann klingelt im Pfarramt; er möchte fünfzig Mark in bar, leihweise. „Ich schicke es Ihnen garantiert zurück! Ich lasse Ihnen auch meinen Ausweis da!“ Es ist der dritte innerhalb weniger Wochen mit einer ähnlichen Geschichte. Meine Erfahrung sagt mir: der Mann lügt. Zugleich habe ich Skrupel: tue ich dem Mann Unrecht? Ich schicke ihn weg, und er sagt: Jesus wird Sie strafen.

Wir rufen zu Dir, Gott, und bitten dich um Vergebung und Einsicht und Wegweisung: Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Wir beten mit Worten aus dem Psalm 107:

1 Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

2 So sollen sagen, die erlöst sind durch Gott, den Herrn, die er aus der Not erlöst hat.

40 Er schüttete Verachtung aus auf die Fürsten und ließ sie irren in der Wüste, wo kein Weg ist;

41 aber die Armen schützte er vor Elend und mehrte ihr Geschlecht wie eine Herde.

42 Das werden die Frommen sehen und sich freuen, und aller Bosheit wird das Maul gestopft werden.

43 Wer ist weise und behält dies? Der wird merken, wieviel Wohltaten der HERR erweist.

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Wir kommen zu Dir, Gott, zu einem Gott, der Wunder tut. Wir brauchen Wunder, wenn wir resigniert haben und nur noch an das Schlechte glauben. Hilf uns glauben, dass im Vertrauen auf Dich Menschen zum Guten fähig sind.

Darum bitten wir Dich im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Die Kinder gehen nun mit unserer Kindergottesdiensthelferin Daniela Schlimbach nach unten. Heute wird sie von John Taraki unterstützt – er ist Schüler der 9. Klasse an der Landgraf-Ludwig-Schule und hat in den letzten beiden Wochen sein Betriebspraktikum in unserer Gemeinde gemacht. Ich danke ihm herzlich für sein Interesse und seine Beiträge zum Gemeindeleben!

Wir hören die Lesung aus dem Evangelium nach Matthäus 18, 15-22. Jesus spricht:

15 Sündigt aber dein Bruder an dir, so geh hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen.

16 Hört er nicht auf dich, so nimm noch einen oder zwei zu dir, damit jede Sache durch den Mund von zwei oder drei Zeugen bestätigt werde.

17 Hört er auf die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und Zöllner.

21 Da trat Petrus zu ihm und fragte: Herr, wie oft muss ich denn meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Genügt es siebenmal?

22 Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir: nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal.

Herr, dein Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht auf unserem Wege. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Glaubensbekenntnis

Wir singen aus dem Lied 234 die Strophen 1 bis 2 und 7:

1) „So wahr ich lebe“, spricht dein Gott, „mir ist nicht lieb des Sünders Tod; vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, dass er von Sünden halte still, von seiner Bosheit kehre sich und lebe mit mir ewiglich.“

2) Dies Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd; hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat, und zwar mit einem teuern Eid. O selig, dem die Sünd ist leid!

7) Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, dass ich noch heute komm zu dir und Buße tu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf dass ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit.

Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde! Vor einer Woche hatte ich für heute die Fortsetzung der Predigt vom letzten Sonntag angekündigt. Da ging es um den General Naeman aus dem heutigen Syrien, der nach Israel kommt, um vom Aussatz geheilt zu werden. Der Prophet Elisa bringt ihn dazu, vom hohen Ross herunterzusteigen und auf den Gott Israels zu vertrauen. So wird Naeman rein – in seiner Seele und an seiner Haut. Naeman akzeptiert sogar, dass Elisa sein großes Dankgeschenk ablehnt – zum Zeichen, dass auch ein reicher Mann nicht alles kaufen kann, vor allem nicht Liebe und Glück.

Jetzt rückt ein anderer Mann in den Mittelpunkt der Geschichte: Gehasi, persönlicher Diener des Propheten Elisa. Von ihm erzählt die Bibel in 2. Könige 5, nachdem der Prophet Elisa sich von Naeman verabschiedet hatte:

19 Er sprach zu ihm: Zieh hin mit Frieden! Und als er von ihm eine Strecke Weges fortgezogen war,

20 sagte sich Gehasi, der Diener Elisas, des Mannes Gottes: Siehe, mein Herr hat diesen Aramäer Naeman verschont, dass er nichts von ihm genommen hat, was er gebracht hat. So wahr der HERR lebt: ich will ihm nachlaufen und mir etwas von ihm geben lassen.

21 So jagte Gehasi dem Naeman nach. Und als Naeman sah, dass er ihm nachlief, stieg er vom Wagen, ging ihm entgegen und sprach: Geht’s gut?

22 Er sprach: Ja. Aber mein Herr hat mich gesandt und lässt dir sagen: Siehe, jetzt sind zu mir gekommen vom Gebirge Ephraim zwei von den Prophetenjüngern. Gib ihnen doch einen Zentner Silber und zwei Feierkleider!

23 Naeman sprach: Nimm zwei Zentner! Und er nötigte ihn und band zwei Zentner Silber in zwei Beutel und zwei Feierkleider und gab’s seinen beiden Dienern; die trugen’s vor ihm her.

24 Und als Gehasi an den Hügel kam, nahm er’s von ihren Händen und legte es beiseite im Hause und ließ die Männer gehen.

Da nutzt einer eine gute Gelegenheit. Als Angestellter des Propheten Elisa hat Gehasi die kostbaren Geschenke gesehen, die sein Herr nicht angenommen hat: zehn Zentner Silber, 6000 Goldgulden, zehn Feierkleider. Gehasi denkt sich – was für eine bodenlose Dummheit! Dieses Honorar steht ihm doch zu! Doch Naeman hat alles wieder eingepackt, Silber, Gold, die teuren Maßanzüge. Ein bisschen hätte er davon auch gern abgekriegt als treuer Diener Elisas!

Gehasi ist kein schlechter Mensch. Er ist ein besonders guter und enger Mitarbeiter des Propheten, sozusagen sein persönlicher Assistent. Mehrfach wird in der Bibel die Rolle hervorgehoben, die er bei einer spektakulären Heilungsaktion des Elisa spielt. Doch seine überragenden Verdienste bewahren ihn nicht vor jeder Versuchung.

Er kann es wohl nicht haben, dass immer nur andere reich sind, dass er nichts abkriegt vom großen Kuchen. Er sagt sich wohl: Wenn‘s keiner merkt, ist es nicht schlimm. Wem schadet es schon? Und er will ja gar nicht so viel. Nicht alles. Nur ein bisschen. Gar kein Gold. Nur einen von zehn Zentnern Silber. Also Peanuts, wie heutige Reiche sagen. Das tut dem Naeman nicht weh. Und zwei von den supertollen Anzügen für Festtage, die will Gehasi sich nicht entgehen lassen.

Nur – auf ehrliche Weise kommt Gehasi nicht zum ersehnten Bargeld samt Feiergarderobe. Und er kann sich noch so sehr einreden, dass er ja nichts Unrechtes will: Es ist und bleibt eine Lügengeschichte, die er dem General Naeman auftischt. Vielleicht nach dem Motto: Man muss es nur geschickt einfädeln, damit niemand etwas merkt – oder noch einfacher: Alles ist erlaubt, man darf sich nur nicht erwischen lassen.

Und alles klappt wie am Schnürchen. Keiner merkt etwas. – Keiner? – Nun, da ist noch Elisa, der Prophet. Hören wir, wie die Geschichte weitergeht:

25 Und als sie weggegangen waren, trat er vor seinen Herrn. Und Elisa sprach zu ihm: Woher, Gehasi? Er sprach: Dein Knecht ist weder hierhin noch dorthin gegangen.

Ich finde die Reaktion von Elisa genial. „Woher, Gehasi?“ Zwei unverfängliche Wörter, die ein ganzes Verhör ersetzen. Denn als Antwort bekommt Elisa fast ein Geständnis: „Dein Knecht ist weder hierhin noch dorthin gegangen.“ Als ob Elisa gefragt hätte: „Du hast doch nicht etwa etwas Verbotenes getan? Dich quält doch nicht etwa ein schlechtes Gewissen?“ „Nein, nein, ich war nicht da und und ich war auch nicht dort, jedenfalls nicht da, wo du vielleicht denkst!“ So ähnlich wie ein Kind, das ruft: „Nein, ich habe den Milchtopf nicht runtergeschmissen und es war auch nicht mit Absicht!“

Die kleinen erwachsenen Lügner und die großen Millionenschieber unserer Tage sind klüger als Gehasi – so schnell lassen sie sich nicht aufs Glatteis führen. Aber im Gewissen jedes Menschen, der etwas zu verbergen hat, spielen sich solche Szenen ab: „Woher, Gehasi?“ Ach du Schreck! Wer nennt mich da beim Namen? Vor wem muss ich mich verantworten? Ich dachte doch, das wäre eine Sache, die nur mich angeht. Und jetzt redet mich jemand an – auf meine Ver – Antwortung! „Woher, Gehasi?“ Ach du Schreck! Ich muss immer auf der Hut sein. Ich darf nichts Falsches sagen. Ich dachte, die eine Lüge ist ja nicht so schlimm. Doch jetzt muss ich mir schon wieder etwas ausdenken, damit Elisa nichts merkt. Irgendwann mag sich auch der raffinierteste Lügner verraten.

Was nun weiter? Gehasis Schuld ist dem Elisa offensichtlich. Mit einem guten Gewissen hätte er nichts abstreiten müssen, ihm war ja noch nichts vorgeworfen worden – außer von seinem eigenen Gewissen. Und in eben dieses Gewissen redet Elisa, das ist seine Aufgabe als Prophet – so wie unsere Aufgabe als Kirche:

26 Er aber sprach zu ihm: Bin ich nicht im Geist mit dir gegangen, als der Mann sich umwandte von seinem Wagen dir entgegen? Wohlan, du hast nun das Silber und die Kleider genommen und wirst dir schaffen Ölgärten, Weinberge, Schafe, Rinder, Knechte und Mägde.

27 Aber der Aussatz Naamans wird dir anhangen und deinen Nachkommen allezeit.

Drei Dinge sagt Elisa dem Gehasi. Erstens: Ich bin mit dir gegangen. Im Geist. Du bist nicht allein gegangen. Dein Weg ist mir nicht egal. Es tut mir weh, wenn du mich anlügst. Wenn ich dir nicht mehr vertrauen kann. Wenn du dir selbst nicht mehr trauen kannst. Ich war im Geist bei dir, als der General sich umwandte und du dich so oder so entscheiden konntest. Ich habe dir zugetraut, auf dem rechten Weg zu bleiben.

Zweitens: Ich konnte es nicht verhindern, dass du dich anders entschieden hast. Geld und Gut war dir wichtiger als mein Vertrauen. Das tut mir weh, aber ich kann es nicht ändern, ich kann dich nicht ändern. „Wohlan – du bist jetzt ein reicher Mann – du kannst jetzt kaufen, was dein Herz begehrt – Ölgärten, Weinberge, Schafe, Rinder, Knechte und Mägde.“ Elisa sagt damit: Ich neide es dir nicht, werde glücklich damit, wenn du kannst.

Aber drittens stellt Elisa fest – das wird dir nicht gelingen. Du kannst nicht glücklich sein, wenn dein Glück auf Unrecht aufbaut. „Der Aussatz, von dem Naeman geheilt ist, wird dir anhangen allezeit – und auch deinen Nachkommen.“ Lüge und Unrecht ist wie ein ekelhaftes Geschwür der Seele, das Gehasi nicht los wird, so lange er sein Gewissen nicht erleichtert. Sogar seine Familie, seine Kinder und Kindeskinder wird er anstecken mit der Fäulnis von Lüge und Geldgier und dem Streben nach Dingen, die nicht glücklich machen.

So lässt Elisa seinen Diener gehen. Er straft ihn nicht. Er entlässt ihn nicht einmal. Als er später noch einmal namentlich erwähnt wird, steht er immer noch in den Diensten Elisas. Aber er bleibt von Gott gezeichnet:

Da ging Gehasi von ihm hinaus, aussätzig wie Schnee.

Scheinbar mit einer weißen Weste steht Gehasi da: „aussätzig wie Schnee!“ Doch sein schneeweißes Aussehen verbirgt eine Seele, die fortan von Lüge regiert wird. Nach außen hin merkt niemand etwas – außer Elisa und Gott. Vor Gott kann sich niemand verstecken.

Nur Gott kann aber auch rein machen vom Aussatz der Sünde, von eigensüchtigen Gedanken und Taten, von Hochmut, Trägheit und Lüge. Auf unserem inneren Gerichtshof, den wir Gewissen nennen, zieht uns Gott zur Rechenschaft – als harter und gnädiger Richter zugleich. Ja, hart: er lässt sich nicht täuschen. Und gnädig: er vergibt dem, der bereit ist, sich zu ändern. „Gott vergibt doch jedem“, sagte mir diese Woche ein Schüler, „da ist es doch egal, was man tut“. Ich habe geantwortet: „Nein, Gott ist es nicht egal, wenn wir anderen weh tun. Aber Gott vergibt jedem, der unrechte Taten einsieht und bereut.“ Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.
Lied 428: Komm in unsre stolze Welt, Herr, mit deiner Liebe Werben
Abkündigungen

Gerechter und barmherziger Gott, schenke uns Einsicht in falsches Verhalten, wo wir uns herausreden: Das tun doch alle! wo wir denken: Das war ja nicht so gemeint! Schenke uns Einsicht in unsere Beweggründe, wenn wir anderen Menschen Fehlverhalten vorwerfen. Bewahre uns vor Rachsucht und hämischer Schadenfreude! Bewahre uns davor, eigene Fehler hinter den Fehlern anderer zu verstecken! Hilf uns dabei, Unrecht aufzudecken, damit es beendet wird und neues Vertrauen aufgebaut werden kann. Lass uns auf Vergebung vertrauen, für uns und für andere, durch die neu angefangen werden kann.

Das deutsche Aussätzigenhilfswerk begeht heute, am letzten Sonntag im Januar, am Todestag Mahatma Gandhis, den Welt-Lepra-Tag. Wir beten heute nicht nur für die Menschen, die symbolisch am Aussatz ihrer seelischen Unreinheit leiden, damit sie zur Überwindung ihrer Sünde kommen, sondern auch für die körperlich Lepra-Kranken, von denen es in armen Ländern, zum Beispiel in Indien, immer noch Hunderttausende gibt.

In vielen Gemeinden wird heute auch der Bibelsonntag gefeiert. Wir bitten dich, lass das Wort der Bibel auch heute zu Menschen sprechen und ihr Leben verändern, im persönlichen wie im öffentlichen Leben. Wir danken dir für die Gespräche, die wir in den vergangenen Woche in unserer Bibelwoche im ökumenischen Geist führen durften. Und wir bitten dich um deinen Segen für unseren ökumenischen Vespergottesdienst heute nachmittag in der katholischen Nachbargemeinde. Amen.

In der Stille bringen wir vor dich, Gott, was wir sonst auf dem Herzen haben:

Gebetsstille und Vater unser

Zum Schluss singen wir aus dem Lied 445, 1+5+6:

1) Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und Heilger Geist, der es Tag und Nacht lässt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist, erhält:

5) Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort. Nirgends als von dir allein kann ich recht bewahret sein.

6) Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum.

Und nun lasst uns mit Gottes Segen in den Sonntag gehen – wer möchte, ist im Anschluss noch herzlich zum Beisammensein mit Kaffee oder Tee im Gemeindesaal eingeladen.

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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