Trauernde Kindeskinder

Trauerfeier für einen Mann, um den viele Enkel- und Urenkelkinder trauern, die in ihm den weltbesten Opa und Uropa sehen. Ich denke an Psalm 145, in dem Kindeskinder Gottes gewaltige Taten preisen.

Trauernde Kindeskinder: Ein Großvater mit zwei Enkelkindern an einer Pferdekoppel

Ein Großvater verbringt Zeit mit seinen Enkelkindern (Bild: Poison_Ivy – pixabay.com)

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.

Liebe Trauerfamilie, wir sind hier versammelt, um von Herrn A. Abschied zu nehmen, der im Alter von [über 70] Jahren gestorben ist.

Eine große Familie hat er gehabt, in der Nachbarschaft war er beliebt, vor allem war er für Enkel- und Urenkelkinder der weltbeste Opa. Darum möchte ich jetzt den Psalm 145 beten, denn in ihm kommen Kindeskinder vor, die Gott loben, weil er den Menschen so viel Gutes tut (eckig eingeklammerte Versteile in eigener Übertragung).

1 EIN LOBLIED DAVIDS. Ich will dich erheben, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich.

2 Ich will dich täglich loben und deinen Namen rühmen immer und ewiglich.

3 Der HERR ist groß und sehr zu loben, und seine Größe ist unausforschlich.

4 Kindeskinder werden deine Werke preisen und deine gewaltigen Taten verkündigen.

5 Sie sollen reden von deiner hohen, herrlichen Pracht und deinen Wundern nachsinnen;

6 sie sollen reden von deinen mächtigen Taten und erzählen von deiner Herrlichkeit;

7 sie sollen preisen deine große Güte und deine Gerechtigkeit rühmen.

8 Gnädig und barmherzig ist der HERR, geduldig und von großer Güte.

9 Der HERR ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke.

10 Es sollen dir danken, HERR, alle deine Werke und deine Heiligen dich loben

11 und die Ehre deines Königtums rühmen und von deiner Macht reden,

12 dass den Menschen deine gewaltigen Taten kundwerden und die herrliche Pracht deines Königtums.

13 Dein Reich ist ein ewiges Reich, und deine Herrschaft währet für und für. Der HERR ist getreu in all seinen Worten und gnädig in allen seinen Werken.

14 Der HERR hält alle, die da fallen, und richtet alle auf, die niedergeschlagen sind.

15 Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.

16 Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, nach deinem Wohlgefallen.

17 Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken.

18 Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn ernstlich anrufen.

19 Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, und hört ihr Schreien und hilft ihnen.

20 Der HERR behütet alle, die ihn lieben[, aber Menschen, die vom Hass zerfressen sind, sind vor ihm wie Nichts].

21 Mein Mund soll des HERRN Lob verkündigen, und alles[, was lebt,] lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich.

Liebe Trauergemeinde, ich habe, obwohl Sie traurig sind wegen des Todes von Herrn A., ein Loblied der Bibel für den Anfang dieser Feier ausgewählt, denn ich habe den Eindruck, dass Sie so dankbar sind, diesen Menschen als Ehemann und Schwager, als Vater und Opa, als Freund und Nachbar gehabt zu haben, dass wir heute nicht einfach nur niedergeschlagen sein können. Traurig ja, aber zugleich von Dankbarkeit erfüllt.

Erinnerungen an das Leben des Verstorbenen

Wie wichtig Herrn A. seine Enkel- und Urenkelkinder waren, erfuhr ich aus erster Hand, nämlich von ihm selbst, als ich ihn zum Geburtstag besuchte; da zeigte er mir stolz die Bilder von jedem einzelnen seiner Nachkommen, die alle gerne bei ihm und seiner Frau zu Besuch waren. Ihm lag es sehr am Herzen, dass er allen Enkeln und Urenkeln, soweit es ihm möglich war, ihre Wünsche erfüllen konnte. Überhaupt war er ein Familienmensch. Es wundert mich nicht und freut mich sehr, dass alle Enkel und Urenkel diesen weltbesten Opa für nichts eingetauscht hätten und ihm von Herzen dankbar sind.

Persönlich ausgedrückter Dank der Kindeskinder an den Opa und Uropa

Und alle gemeinsam wollen ihm in dieser Trauerfeier noch einmal zurufen:

Liebster Opa – Uropa, wir werden dich sehr vermissen. Du hinterlässt eine große Lücke in unserem Herzen. Für uns warst du der großartigste Opa – Uropa der Welt. Wir lieben Dich.

Fast müsste man nicht mehr sagen, wäre Herr A. nicht auch über die Familie hinaus bekannt und beliebt gewesen. Er musste ja mit dem Hund raus und nutzte die Gelegenheit, Bekanntschaften zu pflegen. Überall in der Nachbarschaft war er bekannt, und wo er konnte, hat er geholfen.

Es gab auch harte Zeiten in seinem Leben; an einem Tag wie diesem lässt es sich gar nicht vermeiden, dass man auch an andere Verstorbene denkt, von denen man Abschied nehmen musste, und an harte Zeiten im Krieg und in den Jahren danach. Mit all dem klarzukommen, war nicht einfach für ihn, und er hat mir einmal anvertraut, wie froh und dankbar er war, dass er seinem eigenen Leben eine gute Wendung geben und zufrieden im Kreis seiner Familie leben konnte.

Herr A. hätte gerne noch ein paar Jahre gelebt – aber er brach bewusst alles ab, was nur dazu geführt hätte, ihn für Jahre zu einem Pflegefall zu machen; er wollte seine Familie nicht belasten. Sein letzter Wunsch war es, in der Familie, zu Hause, zu sterben. Und das konnten Sie ihm auch möglich machen, weil die Familie zusammenhielt.

Am Anfang habe ich Psalm 145, 4 gebetet:

Kindeskinder werden deine Werke preisen und deine gewaltigen Taten verkündigen.

Dort ist es Gott, der von Generation zu Generation gelobt und in Dankbarkeit gepriesen wird.

Und ich denke, Gott freut sich auch, wenn ein Mann wie Herr A. für seine Enkel und Urenkel der beste Opa der Welt ist und wenn man es mit Händen greifen kann, wie viel Liebe er in seinem Leben bekommen hat und selber geben konnte.

Selbstverständlich ist das nicht, denn wem das Leben manchmal übel mitspielt, der kann auch innerlich zerbrechen und auf falsche Wege geraten. Um so dankbarer können wir sein, dass wir einen Gott haben, der gnädig und barmherzig ist, geduldig und von großer Güte – auch das steht im Psalm, den wir gebetet haben.

Wir alle dürfen immer wieder Trost und Mut von Gott erwarten, er traut uns zu, schwere Zeiten durchzustehen und füreinander da zu sein, er zeigt uns gute Wege, auf denen wir Schritt für Schritt auch dann neu anfangen können, wenn wir denken, dass wir am Ende sind.

Am Schluss meiner Ansprache möchte ich Ihnen noch einen letzten Vers aus dem Psalm ans Herz legen (Psalm 145, 14):

Der HERR hält alle, die da fallen, und richtet alle auf, die niedergeschlagen sind.

Schicksalsschläge können einen schon zum Stolpern oder sogar zu Fall bringen. Aber Gott hält uns fest. Wer traurig ist, kann im Lauf der Zeit in ein tiefes Loch fallen; wie soll er aus seiner Niedergeschlagenheit wieder herauskommen?

Gott verspricht uns, dass er selber uns wieder aufrichtet. Er schenkt uns Menschen, die uns beistehen, die mit uns die Traurigkeit aushalten, bei denen wir reden können oder uns auch einfach ganz still in den Arm nehmen lassen. Und auch Gott selber dürfen wir uns vorstellen wie eine kuschelige Decke, die ganz aus Liebe besteht und uns rundherum einhüllt, er ist die Liebe selbst, und wir können nicht tiefer fallen als in seine liebevollen Hände.

Aber wo sind diese Hände? Wo ist Gott? Wo ist der Himmel, in dem Gott wohnt und wo auch die Toten um und bei ihm sind?

Unsichtbar ist Gott um uns herum, überall: ganz weit weg, um das Weltall herum, und auch ganz nah, in der Liebe, die Gott uns schenkt und die wir in unserem eigenen Herzen spüren. Im Psalm 145, 13 hieß es:

Dein Reich ist ein ewiges Reich.

Für immer und ewig ist und bleibt Gott lebendig, bei ihm leben auch die Menschen, die auf dieser Erde sterben. In seinem Himmel, der für unsere Augen unsichtbar ist, geht niemand verloren, der Liebe annehmen und weitergeben konnte – denn Liebe ist es, was unser Leben kostbar macht. Durch Liebe kostbar ist auch das Leben von Herrn A., dem besten Opa der Welt, dem Menschen, dem Sie und ihr in herzlicher Liebe verbunden waren und bleiben werden. Amen.

Wir singen aus dem Lied 361 die Strophen 1, 6 und 12:

1. Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.

6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud.

12. Mach End, o Herr, mach Ende mit aller unsrer Not; stärk unsre Füß und Hände und lass bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiss zum Himmel ein.

Barmherziger Gott, wir denken an Herrn A., der innerhalb so kurzer Zeit krank geworden ist und sterben musste. Es fällt schwer, hinzunehmen, dass ein so sehr geliebter Mensch einfach nicht mehr da sein soll.

Wir danken dir für alles, was du ihm an Liebe und Bewahrung erwiesen hast, und auch für all das Gute, das so vielen durch ihn geschenkt war, nicht zuletzt als weltbester Opa in seiner großen Familie.

Wir sind zuversichtlich, dass Herr A. in seinem Tode nicht verloren geht, dass du ihn in Gnaden und mit Ehren aufnimmst in deinem himmlischen Reich.

Hilf allen, die ihm nahestanden, die ihn schmerzlich vermissen, dass sie ihn im Frieden loslassen können, dass sie Trost finden, der wirklich trägt, dass sie ihre Hoffnung nicht verlieren, dass sie mutig weiterhin ihr Leben auf Liebe vertrauen und aufbauen.

Ja, Gott, lass uns niemals allein sein, wenn wir traurig sind, wenn wir jemanden brauchen, bei dem wir uns aussprechen können oder Stütze und Halt suchen.

Mach uns bewusst, wie kostbar die uns geschenkte Zeit ist. Richte unseren Sinn auf das, was bleibt, und lass uns spüren, dass du auch uns deine Kraft schenkst, die uns hilft, das Leben zu meistern. Amen.

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