Muslimische Erzieherinnen im evangelischen Kindergarten – geht das?

Die Frage, ob in einem evangelischen Kindergarten, den Kinder verschiedener Religionszugehörigkeit besuchen, auch muslimisches Erziehungspersonal angestellt werden darf, hat viele Facetten: kirchenrechtliche, religionspädagogische und theologische.

Muslimische Erzieherinnen im evangelischen Kindergarten - geht das? Bunte Farbstifte, im Kreis angeordnet, symbolisieren die religiöse Buntheit des Kindergartens

Darf in einer evangelischen Kita mit einer religiös und weltanschaulich bunt gemischten Kinderschar muslimisches Erziehungspersonal eingestellt werden? (Bild: Kranich17 – pixabay.com)

Vortrag von Pfarrer i. R. Helmut Schütz am 4. März 2019 im Ruheständlerkreis des Evangelischen Dekanats Gießen

Muslimische Erzieherinnen im evangelischen Kindergarten – geht das? Im Jahr 2013 gab es zu dieser Frage eine hitzige Diskussion auf der Internetseite „evangelisch.de“ mit mehr als 100 Beteiligten (1).

Ich zitiere drei ablehnende Stimmen. Ein Fan der Fußballmannschaft Bayern München meinte etwa: Ulli Hoeneß, der Manager des Vereins, würde es auch nicht zulassen, wenn der Pförtner des Vereinsgebäudes bei der Arbeit einen Schal von Borussia Dortmund tragen würde.

Ernster zu nehmen war der Einwand: „Kinder im jüngeren Alter brauchen erstmal Festigung im eigenen Glauben und keine anderweitige Verwirrung.“

Ganz hart forderte ein Mann, „dass alle Erzieherinnen einer ‚christlichen Kirche‘ angehören sollen, schließlich solle in Kitas der evangelische Glaube nähergebracht werden. … ‚Wes‘ Brot ich ess, des‘ Lied ich sing!‘“

Dem widersprach eine Frau: „Dieser Logik folgend dürfte eine evangelische Kita dann auch keine staatlichen Gelder mehr erhalten.“ Sie und auch andere begrüßten die Einstellung muslimischer Erzieher/innen in evangelischen Kitas.

Eine Frau sah „in der religiösen und kulturellen Vielfalt einen wertvollen Beitrag zur Bildung der Kinder, allerdings nur, ‚wenn wirklich auch evangelischerseits Farbe bekannt wird und für die Kinder erkennbar wird, wo Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen.‘“

Wichtig war den Befürwortern vor allem „Offenheit: „Es geht … gerade nicht darum, die eigene Religion und Kultur zu verleugnen, sondern sie bewusst zu fördern.“

Aber der Reihe nach. Die Frage nach muslimischen Erzieherinnen im evangelischen Kindergarten hat viele Facetten: Rechtlich, pädagogisch, theologisch.

Rechtliche Fragen

Rechtlich gesehen gilt in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau derzeit das „Kirchengesetz über das Erfordernis der Kirchenzugehörigkeit bei der Einstellung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“ aus dem Jahr 2009 (2). Es legt fest, dass die Kirche als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter grundsätzlich nur Mitglieder einer christlichen Kirche einstellt. Aber es gibt Ausnahmen, etwa wenn man für eine Stelle keine geeigneten Christen findet.

Für unsere Frage wichtig ist eine andere Ausnahme, nämlich, wenn es um eine Stelle geht, die „auch der Arbeit mit Menschen anderer Religionen dient und es für diese Arbeit erforderlich ist, die Stelle mit einer Person anderer Religionszugehörigkeit zu besetzen.“ Also, wenn in einer evangelischen Kita viele muslimische Kinder aufgenommen worden sind, ist es nicht nur möglich, sondern man kann es sogar als erforderlich betrachten, auch muslimisches Erziehungspersonal einzustellen. Selbstverständlich wird im Kirchengesetz von einer solchen Fachkraft verlangt, dass sie „verbindlich erklärt, in ihrem oder seinem Dienst das Christentum und seine Grundüberzeugung zu achten“. (Keine Ausnahme vom Einstellungsverbot gibt es, nebenbei bemerkt, für diejenigen, die aus einer christlichen Kirche „ausgetreten sind, ohne in eine andere übergetreten zu sein“.)

Der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit unserer Landeskirche, Pfarrer Stefan Krebs, sagte dazu im Jahr 2017 (3): „Wenn nicht mehr nur formal über die Mitgliedschaft das evangelische Profil einer Einrichtung definiert wird, kann und muss sich die ganze Einrichtung inhaltlich Gedanken über ihr evangelisches Profil machen. Was macht eine Kita eigentlich zu einer evangelischen Kita?“

Evangelisches Profil (4)

Ich denke, eine Kita in evangelischer Trägerschaft sollte sich an Martin Luthers „Freiheit eines Christenmenschen“ orientieren: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“

Luther greift dabei auf Paulus zurück, der in 1. Korinther 6,12 die Begrenzung von Freiheit durch Liebe auf seine Weise ausdrückt: „Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber es soll mich nichts gefangennehmen.“

Das bedeutet auch: Es kann zum Profil einer evangelischen Einrichtung gehören, die eigene Haltung nicht aufdringlich und vereinnahmend zu vertreten. Wenn es in der Kita nicht nur christliche Kinder gibt, sondern auch muslimische, buddhistische, alevitische, jesidische und solche ohne Konfession, dann kann die religiöse Erziehung nicht einfach eine Beheimatung aller Kinder in der christlichen Religion anstreben. Christliche Eltern oder auch Kirchenvorstände mögen sich wünschen, dass ihre Kinder erst einmal im eigenen Glauben gefestigt und nicht verwirrt werden. Aber bei einem solchen Konzept bleiben alle nichtchristlichen Kinder im Kindergarten nur Gäste, sie stehen am Rand. Nur die christlichen Kinder gehören wirklich dazu. Das darf gerade aus christlicher Sicht nicht sein. Die Kinder, die ihren halben Tag in der Kita verbringen, haben ein Recht darauf, hier zu Hause zu sein, auch wenn sie einer anderen Religion oder gar keiner angehören.

In die Konzeption des Kinder- und Familienzentrums der Evangelischen Paulusgemeinde Gießen beispielsweise wurde daher vor einigen Jahren folgender Abschnitt zum Thema „Religion und Weltanschauung“ (5) aufgenommen:

„Die Kinder und Familien aller im Kinder- und Familienzentrum vertretenen Religionen, Weltanschauungen und Kulturen sollen sich in unseren Häusern heimisch fühlen.

Religiöses Lernen beginnt da, wo in der Kindertagesstätte eine soziale Atmosphäre herrscht, in der das Kind spürt: Hier gehöre ich dazu, hier werde ich angenommen. Dies vermittelt das Gefühl von Vertrauen und Geborgenheit. Kinder teilen im Kindergarten miteinander viel Zeit, Spielzeug und andere Dinge. Sie können Geschichten, Gebete und andere Elemente ihrer religiösen Traditionen miteinander austauschen und gemeinsam erleben. Akzeptiert werden muss aber auch, dass ein Kind nicht an allem teilnehmen möchte, was andere mitbringen. Diese Abgrenzung soll aber nicht zur Ausgrenzung einzelner Kinder oder einer ganzen Gruppe von Kindern führen. Im täglichen Miteinander werden so Achtung vor dem Leben, Nächstenliebe, Toleranz und Konfliktfähigkeit gefördert und eine Kultur des Teilens eingeübt.

In Zusammenarbeit unserer Kindertagesstätte und der Evangelischen Paulusgemeinde finden in regelmäßig Stuhlkreise mit dem Gemeindepfarrer statt. Außer biblischen Geschichten werden auch Geschichten anderer Religionen und Kulturen aufgegriffen. Ereignisse aus dem täglichen Erleben der Kinder, wie zum Beispiel Angst und Freude, Geburt und Tod, finden hier ihren Raum. In der Kindertagesstätte sprechen wir mit allen Kindern über die religiösen Feste und laden einander zum Mitfeiern ein.“

Pro und contra muslimische Erziehungskräfte

Was bedeutet das nun pädagogisch für die Einstellung muslimischer Erzieherinnen oder auch Erzieher im evangelischen Kindergarten? Kann oder muss man sich sogar grundsätzlich dagegen aussprechen? Das tut der Stadthagener Pastor Wolf-Peter Koech (6).

Seine Begründung ist: „Die Kindertagesstätte nimmt mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine wesentliche Verkündigungsaufgabe der Gemeinde wahr.“ Die Erzieherinnen sollen es ermöglichen, dass „Kinder dem christlichen Glauben … begegnen“, und zwar „in biblischen Geschichten, im Gestalten des Tagesablaufes oder auch mit ihren eigenen Fragen, Hoffnungen und Wünschen“.

Außerdem ist es der erklärte Wunsch von Pastor Koech, den Eltern der Kinder, „die vielleicht seit langer Zeit nicht mehr mit Glaubensfragen in Kontakt gekommen sind, über ihre Kinder … einen eigenen neuen Zugang“ zum Glauben zu eröffnen. „In diesem Maße kann das eine Erzieherin, die einer anderen Religion angehört oder bewusst keiner Religion angehören möchte, nicht mitvollziehen. Ich möchte zudem niemanden auf etwas verpflichten, das er oder sie aufgrund eines anderen Glaubens nicht erfüllen kann; und andererseits möchte ich den Anspruch als evangelische Kirchengemeinde, mit einer Kindertageseinrichtung das Evangelium weiterzusagen, nicht aufgeben.“

Leider klingt das alles sehr nach einer Notlösung, weil die Kirchengemeinden ihre Mitglieder über ihre eigenen Angebote kaum noch mehrheitlich an sich binden können.

Und ich bin überzeugt: Ein so eng gefasster evangelischer Verkündigungsauftrag widerspricht dem Status eines evangelischen Kindergartens als öffentlicher Bildungseinrichtung. Immerhin wird auch ein evangelischer Kindergarten hauptsächlich mit öffentlichen Mitteln finanziert, in der Regel mit 85 Prozent. In vielen Fällen ist der evangelische Kindergarten gar kein rein christlicher, geschweige denn evangelischer Kindergarten mehr, sondern – von den Kindern und ihren Familien her – ein „multireligiöser Kindergarten in evangelischer Trägerschaft“!

Unter diesen Bedingungen befürwortet der Potsdamer Pfarrer Dr. Götz Doyé (7) die Einstellung muslimischen Erziehungspersonals im evangelischen Kindergarten mit folgenden Argumenten: „In der Freiheit eines Christenmenschen, der sich anderen gerne zum ‚Diener‘ macht, wenn es deren Leben stärkt, kann sich der Träger einer Kita im Blick auf die muslimischen Kinder so weit öffnen, dass sie in der Einrichtung einer Person begegnen können, die in gleicher religiöser Praxis steht wie sie und ihre Familien.“

Eine muslimische Erzieherin kann Dolmetscherin sein für Eltern und Erziehungspersonal, und zwar nicht nur in sprachlicher Hinsicht, sondern auch kulturell und religiös. „Die Kita wird für Kinder und Erwachsene zum Übungsfeld gesellschaftlicher Integration und schließt dabei das Thema Religion gerade nicht aus. Recht verstanden wäre eine in Deutschland lebende Muslima mit sozialpädagogischer Ausbildung ein Glücksfall für eine evangelische Tageseinrichtung mit muslimischen Kindern. Paradoxerweise könnte sogar das Profil einer evangelischen Kita dadurch gestärkt werden, da dem Thema Religion bewusste Aufmerksamkeit zukäme.“

In den sechs Jahren zwischen 2010 und 2016 war im Kinder- und Familienzentrum der Paulusgemeinde eine muslimische Erzieherin tätig, außerdem gab es mehrere muslimische Praktikantinnen. Das hat sich bestens bewährt. Zum Beispiel konnte sie türkisch-stämmigen oder kurdischen Kindern, die sich noch nicht richtig eingewöhnt hatten, in ihrer Muttersprache ein wenig Heimatgefühl geben. Sie konnte zu Müttern mit geringen Deutschkenntnissen ein Vertrauensverhältnis aufbauen. Einmal erklärte ein türkisch-muslimisches Mädchen: „Ich werde nie einen Deutsch-Mann oder einen Kurden heiraten!“, da sagte die Erzieherin, dass sie selber türkische Muslima mit griechischer Staatsangehörigkeit ist, aber trotzdem einen kurdischen Aleviten geheiratet hat.

Die Grenzen für die Einstellung von Erziehungspersonal verlaufen meines Erachtens nicht zwischen Konfessionen oder Religionen, sondern müssen am evangelischen Maßstab von Freiheit und Liebe gemessen werden. Mit diesem Profil würde es sich zum Beispiel nicht vertragen, die eigene Religion in einer Weise zu vertreten, dass dadurch die Einstellung oder der Glaube anderer Menschen herabgesetzt wird. Das würde eine fanatische Muslima oder unduldsame Atheistin genauso betreffen wie eine engstirnige evangelikale Christin, die darauf bestehen würde, den Kindern zu erzählen, dass sie in die Hölle kommen, wenn sie nicht an Jesus glauben. Die wichtigste Abgrenzungslinie verläuft quer durch Religionen und Weltanschauungen zwischen denen, die Andersdenkenden und Andersglaubenden offen und respektvoll begegnen, und denjenigen, die ihre eigene Religion oder Ideologie engstirnig absolut setzen.

Kopftuchverbot? (8)

In diesen Zusammenhang passen Gedanken zur Frage: Sollten muslimische Erzieherinnen im Kindergarten ein Kopftuch tragen dürfen oder nicht? Der Paulus-Kirchenvorstand hatte 2010 ein Kopftuch-Verbot ausgesprochen, weil damals die Befürchtung bestand, Kopftuchträgerinnen könnten durch dieses Symbol indirekt einen gewissen Druck auf muslimische Kinder oder ihre Mütter ausüben, als ob eine muslimische Frau unbedingt ein Kopftuch tragen müsse. Zwei Jahre später hob er den Beschluss jedoch wieder auf, weil alle Beteiligten mit dem Thema inzwischen gelassener umgingen und sagten: Jede Mutter und jede Erzieherin soll selbst entscheiden, ob sie ein Kopftuch trägt oder nicht.

Drei Argumente sprechen gegen ein Kopftuchverbot:

  1. Es ist problematisch, für Freiheit einzutreten, indem man selber strikt verbietet.
  2. Ein Verbot des Kopftuchs könnte unterstellen, dass jede Kopftuchträgerin eine fanatische Islamistin sei. Aber es gibt vielfältige Gründe, ein Kopftuch zu tragen. Manche folgen einfach einem Brauch der eigenen Familie, während andere sich gerade davon lösen. Manche wollen zeigen: „Ich stehe dazu, eine Muslima zu sein“, so wie Christinnen ein Kreuz tragen. Wieder andere setzen ein Zeichen, dass sie sich dem Modediktat westlicher Freizügigkeit nicht einfach unterwerfen wollen. Manche junge Frauen scheinen auf der Suche nach ihrer eigenen Identität in dieser Frage nicht auf Dauer festgelegt zu sein; diese würde man durch ein Verbot möglicherweise gerade in einer rigiden Haltung bestärken.
  3. Ob eine Erzieherin oder Praktikantin ihre religiöse Haltung anderen aufnötigen will oder nicht, ist nicht an ihrer Kleidung ablesbar. Vor einer Einstellung muss im Einstellungsgespräch jeder Bewerberin und jedem Bewerber deutlich gemacht werden, dass zum Konzept des Kinder- und Familienzentrums die interreligiöse Zusammenarbeit und die Toleranz gegenüber Kindern und Familien gleich welcher Konfession und Religionsgemeinschaft und auch ohne Religionszugehörigkeit selbstverständlich dazugehört. Falls jemand schon bei der Bewerbung oder später während der Arbeit fanatische Tendenzen erkennen lässt, würde man sie oder ihn deswegen nicht einstellen oder auf Grund konkreter Vorfälle abmahnen müssen.

Ist Gott = Allah?

Zum Schluss möchte ich noch auf eine problematiche Argumentation im Zusammenhang mit der Frage nach der Einstellung muslimischer Erzieherinnen im evangelischen Kindergarten eingehen.

Als in einem evangelischen Kindergarten in Hungen im letzten August eine überzeugte Muslima als Erzieherin eingestellt wurde, hieß es in einem Zeitungsartikel der Gießener Allgemeinen (9): „Weder Ayse Güngör noch Marcus Kleinert zweifeln daran, dass ihr Gott ein und derselbe ist.“ Aber diese Frage „Glauben Christen und Muslime an denselben Gott?“ ist für die Einstellungsfrage völlig unerheblich.

Ich gehe davon aus, dass Muslime ein sehr anderes Bild von Gott haben als Christen; sie glauben nicht an Jesus als Gottes Sohn, nicht an Jesu Kreuzigung, nicht an die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen, sondern dass Gott dem Menschen einen freien Willen geschenkt hat, sich für das Gute oder das Böse zu entscheiden.

Es gibt aber auch Christen, die mit der eigenen Sühnopfertheologie und mit Gottes Dreieinigkeit Schwierigkeiten haben. Religiöse Unterschiede sind nicht nur zwischen Religionen, sondern auch quer durch die eigene Religion ein sehr kompliziertes Thema. Und umgekehrt gibt es, wenn man genau hinschaut, wiederum auch viele Gemeinsamkeiten mit der als so fremd empfundenen Religion des Islam.

Das bedeutet aber: Auch wenn wir nicht dasselbe glauben wie Muslime, kann ich trotzdem unter der Vorausetzung des gegenseitigen Respekts wünschen, dass im evangelischen Kindergarten diese so andere muslimische Stimme laut werden kann, damit muslimische Kindern und Eltern dort ein ihnen vertrautes Gegenüber finden, und damit das Erziehungspersonal sich über die gemeinsame religiöse und inter-religiöse Verantwortung klar wird.

In einem evangelischen Kindergarten in Ludwigshafen gab es 2012 sogar eine bewusst „dialogische“ religionspädagogische Arbeit, als die muslimische Erzieherin Fadime Ilhan gemeinsam mit Pfarrer Stefan Bauer den Kindern jeweils die eigene Religion nahezubringen versuchte (10). „‚Muslimische Eltern schätzen protestantische Kindergärten‘, sagt Fadime Ilhan… Wie für sie selbst, sei auch für viele muslimische Eltern sehr wichtig, dass ihren Kindern Glaubensinhalte und Werte vermittelt würden. … Beide Religionen müssten sich ‚auf Augenhöhe‘ begegnen können. … Missionierung – ob in die christliche oder in die muslimische Richtung – sei nicht das Ziel von religiöser Erziehung, betont sie. Auch dürften die unterschiedlichen Religionen nicht vermischt werden. Vielmehr müssten christliche und muslimische Kinder das besondere ‚Profil‘ ihrer Religion kennenlernen, sagt sie. Falsch sei es, aus einem Gefühl der Überlegenheit heraus auf die andere herabzuschauen. … Sie vertrete ihren eigenen Glauben und ermuntere die Kinder, offen gegenüber anderen Religionen und Kulturen zu sein. … ‚Das Miteinander der Religionen und Kulturen kann klappen‘, sagt sie. ‚Gott und Allah sind eins.‘“

Und ich würde hinzufügen: Es kann sogar klappen, wenn man nicht so einfach Gott und Allah gleichsetzen mag.

Anmerkungen

(1) Alle Zitate dieses Abschnitts stammen von der Internetseite https://www.evangelisch.de/inhalte/87620/19-08-2013/muslimische-kita-erzieherinnen-das-sagen-unsere-leser

(2) Nachzulesen unter: https://www.kirchenrecht-ekhn.de/document/20485

(3) Hier das gesamte Interview mit Stefan Krebs: https://www.ekhn.de/aktuell/detailmagazin/news/duerfen-nicht-mitglieder-in-der-kirche-arbeiten.html

(4) Weiterführende Überlegungen zur Frage des evangelischen Profils einer interreligiös offenen Kindertageseinrichtung finden sich hier: Kapitel 8: Bausteine einer Kultur des Teilens in der multireligiösen Kita

(5) Es handelt sich um Punkt 4.5 in der hier dokumentierten Konzeption des Kinder- und Familienzentrums der Evangelischen Paulusgemeinde Gießen

(6) Die folgenden Zitate stammen aus Wolf-Peter Koech: Die evangelische Kindertagesstätte nimmt eine wesentliche Verkündigungsaufgabe der Gemeinde wahr. Muslimische Erzieherinnen in Evangelischen Kindertagesstätten – contra. In: Loccumer Pelican. Religionspädagogisches Magazin für Schule und Gemeinde 3/11, S. 117

(7) Die folgenden Zitate stammen aus Götz Doyé: Die Zumutung des Fremden gehört zum Prozess der Selbstbildung. Muslimische Erzieherinnen in Evangelischen Kindertagesstätten – pro. In: Loccumer Pelican. Religionspädagogisches Magazin für Schule und Gemeinde 3/11, S. 116

(8) Unter der Überschrift Kopftuch: Das komplizierteste Kleidungsstück der Welt bin ich in einer Studienarbeit auf diese Frage sehr ausführlich eingegangen.

(9) Der Zeitungsartikel der Gießener Allgemeinen ist hier im Internet zu finden: Ayse Güngör trägt auch als Erzieherin ihr Kopftuch

(10) Die folgenden Zitate stammen aus dem Artikel Basteln für Allah des Internetportals evangelisch.de

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