Evangelische Freiheit – folgenreicher Glaube!

Ist evangelische Freiheit völlige Unverbindlichkeit? Ich bin evangelisch, mir hat niemand in meinen Glauben reinzureden, kein Papst, kein Bischof, kein Pfarrer! So weit ist das ja auch alles richtig. Aber das ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite der evangelischen Freiheit ist der Glaube, ein tätiger, nächstenliebender Glaube. Denn Gott darf reinreden in den Glauben.

Standbild Martin Luther mit Bibel

Denkmal Martin Luthers – welche Freiheit wollte er? (Foto: pixabay.com)

direkt-predigtGottesdienst mit Taufe am Vortag des Reformationstages, Sonntag, den 30. Oktober 1988, um 9.30 Uhr in Heuchelheim, 10.30 Uhr in Reichelsheim und um 13.00 Uhr in Dorn-Assenheim

Ich begrüße Sie wieder einmal herzlich im Gottesdienst, insbesondere den kleinen … mit seinen Eltern und Paten und Verwandten, der heute getauft werden soll!

Morgen ist der Reformationstag, der Tag, an dem Martin Luther vor 471 Jahren seine 95 Thesen an die Schlosskirchentür zu Wittenberg anschlug. Er wollte damals seine Kirche zur Buße und Erneuerung aufrufen – mit dem Erfolg, dass er nur teilweise gehört wurde und eine Kirchenspaltung herbeiführte, die bis heute andauert. Wir, die evangelische Kirche, berufen uns nach wie vor auf Martin Luther. Wir erkennen aber auch dankbar, dass sich die katholische und evangelische Kirche inzwischen wieder einander angenähert haben, so dass der Reformationstag kein Kampftag mehr ist gegen eine andere Konfession. Wenn wir das Reformationsgedenken trotzdem feiern, so können wir das nur tun im Sinne Martin Luthers, im Sinne seiner Frage und seiner Antwort: Wie kann unsere Kirche heute neu werden? Sie wird neu, indem wir ernsthaft umkehren zu Jesus Christus!

Lasst uns in diesem Sinn das Reformationslied 201, 1-3 singen:

Ein feste Burg ist unser Gott,
ein gute Wehr und Waffen.
Er hilft uns frei aus aller Not,
die uns jetzt hat betroffen.
Der altböse Feind mit Ernst ers jetzt meint;
groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist,
auf Erd ist nicht seinsgleichen.

Mit unsrer Macht ist nichts getan,
wir sind gar bald verloren;
es streit‘ für uns der rechte Mann,
den Gott hat selbst erkoren.
Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ,
der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott,
das Feld muss er behalten.

Und wenn die Welt voll Teufel wär
und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr,
es soll uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt,
tut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht‘.
Ein Wörtlein kann ihn fällen.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. (1. Korinther 3, 11)

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

„Ein feste Burg ist unser Gott“, so singen wir zum Reformationsgedenken.

Doch was ist heute eine Burg? Ein Ausflugsziel, eine romantische Erinnerung, eine längst überholte Methode, sich vor Feinden zu schützen und in Sicherheit zu bringen. Keine Burgmauer hält heute noch dem Ansturm der modernen Waffen stand.

Bist damit auch du, Gott, überholt? Manche meinen das. Sie halten dich für ein Überbleibsel aus dem finsteren Mittelalter, aus den Zeiten, in denen man den Verstand noch nicht so gebrauchen konnte wie heute.

Aber du bist eine feste Burg auf andere Weise. Du bist anders stark, als wir Menschen Stärke definieren. Du bist in den Schwachen mächtig. Du rufst Glauben wach in Ungläubigen und machst Menschen zur Liebe fähig, die ohne Liebe sind. Du warst nie eine feste Burg im Sinne des Militärs.

Gott, du bist eine Zuflucht, ein Ort der Geborgenheit und der Ermutigung. Von dir dürfen wir Zuversicht und Kraft erwarten, in allem, was uns begegnet.

Darum bitten wir dich im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören die Schriftlesung aus der Bergpredigt, Matthäus 5, 2-10:

2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:

3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.

4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.

5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.

6 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.

7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

8 Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.

9 Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.

10 Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja! „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Taufe
Lied 242, 1-4:

Es ist das Heil uns kommen her
von Gnad und lauter Güte;
die Werk, die helfen nimmermehr,
sie mögen nicht behüten.
Der Glaub sieht Jesum Christum an,
der hat gnug für uns all getan,
er ist der Mittler worden.

Was Gott im Gsetz geboten hat,
da man es nicht konnt halten,
erhub sich Zorn und große Not
vor Gott so mannigfalten;
vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist,
vom Gsetz erfordert allermeist;
es war mit uns verloren.

Doch musst das Gsetz erfüllet sein,
sonst wärn wir all verdorben.
Drum schickt Gott seinen Sohn herein,
der selber Mensch ist worden;
das ganz Gesetz hat er erfüllt,
damit seines Vaters Zorn gestillt,
der über uns ging alle.

Und wenn es nun erfüllet ist
durch den, der es konnt halten,
so lerne jetzt ein frommer Christ
des Glaubens recht Gestalte.
Nicht mehr denn: „Lieber Herre mein,
dein Tod wird mir das Leben sein,
du hast für mich bezahlet.“

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Zur Predigt hören wir einen Abschnitt aus dem Brief des Apostels Paulus an die Galater 5, 1-6:

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, so wird euch Christus nichts nützen. Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden lässt, dass er das ganze Gesetz zu tun schuldig ist. Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid aus der Gnade gefallen. Denn wir warten im Geist durch den Glauben auf die Gerechtigkeit, auf die man hoffen muss. Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.

Amen.

Liebe Gemeinde!

Reformationstag – was weckt das in uns noch für Gefühle? Es geht uns mit diesem Feiertag wie mit vielen anderen kirchlichen Gedenktagen: sie sind in ihrer Bedeutung verblasst, uns unwichtig geworden. Die alte Dramatik, der Kampf zwischen Evangelisch und Katholisch ist ja auch – Gott sei dank! – vorbei. Was soll uns dann noch so ein Feiertag?

Ich sagte es schon am Anfang des Gottesdienstes: Unsere Kirche hat’s immer wieder nötig, sich zu erneuern. Und das geht bei der Kirche nur, indem sie sich zurückbesinnt auf ihren Ursprung, auf Jesus Christus und auf das, was zum Beispiel Paulus von ihm verkündet, was später Martin Luther von ihm wiederentdeckt hat.

Freiheit haben sie entdeckt und verkündet, damals Paulus und später Luther, eine bestimmte Art von Freiheit.

Ich will es an einer Begebenheit verdeutlichen, die sich am 10. Dezember 1520 in Wittenberg zutrug. Drei Jahre nach dem berühmt gewordenen Thesenanschlag an der Schlosskirche. An diesem Tag entdecken Studenten und Professoren wieder einen Anschlag an der Kirchentür. Es ist eine Einladung, sich um 9 Uhr vor der Stadtmauer bei der Heiligkreuzkirche einzufinden. Was soll dort geschehen?

Ein Feuer brennt dort, und was hineingeworfen wird, sind die Bücher des damaligen Kirchenrechts, „gottlose Bücher“, wie Luther sie nennt. Was dem Scheiterhaufen übergeben wird, ist nicht nur einige tausend Mark wert, sondern hier brennt die ganze mittelalterliche Ordnung von Himmel und Erde. Die Wege zur Seligkeit sind darin beschrieben: die Schritte, die man zu gehen, die Throne, vor denen man sich zu beugen hat – das ganze System von Lohn und Strafe, von frommer Berechnung und gebändigter Angst.

Zuletzt tritt der junge Professor Luther hinzu. Zitternd und bebend wirft er ein dünnes Heftchen ins Feuer. Da brennt nun auch die Bannbulle, das Dekret des Papstes, in dem Luthers Schriften verurteilt werden und Luther selbst aus der Gemeinschaft der Christenmenschen ausgestoßen wird.

„Ein Christenmensch ist ein freier Herr aller Dinge und niemandem untertan“, hat Luther kurz zuvor geschrieben. Er hat erkannt: Wir sind frei davon, uns in rastloser Anstrengung Gottes Anerkennung zu verdienen. Mit berechnender, spitzfindiger Gesetzesauslegung kommen wir Gott nicht näher. Vielmehr schenkt uns Gott in Christus Leben und Freiheit, aus Gnade. So hatte Luther es gesagt und sollte es nun nicht mehr sagen dürfen. Nein, da konnte er sich niemals beugen. Er folgte den Worten des Paulus: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“

Paulus ist der große Verkünder evangelischer Freiheit gewesen, und weil Martin Luther ihn wieder richtig verstanden hat, konnte er der große Erneuerer der Kirche werden. Inzwischen hat sich ja auch die katholische Kirche diesem Verständnis der Gnade und der Befreiung durch Christus wieder so weit geöffnet, dass ein gutes ökumenisches Miteinander möglich ist.

Aber was ist das, evangelische Freiheit? Paulus versteht Freiheit ja nicht politisch. Er wendet sich nicht gegen die Sklaverei, nimmt auch die Frauenunterdrückung als gegeben hin, im Bibelkreis haben wir ja eine Menge seiner Vorurteile gegen die Frauen kennengelernt. Freiheit hat für Paulus erst einmal einen religiösen Sinn. Damals ging es um die Frage, ob ein Mann, der kein Jude war und Christ werden wollte, sich erst einmal wie ein Jude beschneiden lassen sollte. Paulus lehnt das scharf ab. Wer auf Jesus vertraut, der braucht kein zusätzliches äußeres Zeichen dafür, dass er zum Volk Gottes gehört. Aber er will auch nicht, dass die Judenchristen, die schon beschnitten sind, herabgesetzt werden. „Bei Jesus zählt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein,“ sagt Paulus. „Was zählt, ist nur der Glaube, der durch die Liebe tätig ist“. Niemand soll also religiöse Gesetze nur zu dem Zweck befolgen, um vor Gott besser dazustehen. Andererseits soll auch niemand, nur weil er sich selbst um religiöse Gesetze nicht kümmert, auf einen frommen Menschen herabsehen.

Die Freiheit, die Paulus meint, ist also eine innere Freiheit, eine unmittelbare und freie und liebevolle Beziehung zu Gott. Eine Liebesbeziehung zu Gott allerdings mit Folgen. Es geht um einen tätigen Glauben, einen in der Liebe tätigen Glauben. Recht verstanden hat solch ein Glaube dann natürlich auch Folgen in der Politik, denn überall wo Christen Einfluss haben, können sie es von ihrem Glauben her nicht mehr zulassen, dass Menschen andere Menschen zu Sklaven machen oder auf andere Weise ausbeuten. Zu Paulus‘ Zeiten gab es solchen Einfluss der Christen auf die Politik noch nicht. Aber wo er mit Sklaven zu tun hatte, ging er mit ihnen brüderlich um, von Christ zu Christ, nicht von Herr zu Knecht.

Als Martin Luther die evangelische Freiheit wiederentdeckte, legte auch er sie nicht politisch aus. Viele Bauern seiner Zeit taten das – sie verstanden unter Freiheit Befreiung von der Leibeigenschaft und zogen in den Krieg gegen ihre Herren. Luther wandte sich scharf gegen diese Art Aufruhr. Aber er konnte nicht verhindern, dass allein durch die Macht seiner Gedanken und seiner Bewegung in ganz Europa auch der politische Freiheitsgedanke immer stärker wurde. Bis heute ist es umstritten, ob evangelische Freiheit auch das Recht einschließt, Partei zu ergreifen für unterdrückte Menschen.

Das ist aber heute nicht mein Thema. Heute geht es mir darum, ob wir mit dem, was Luther eigentlich wollte, was auch Paulus eigentlich gewollt hatte, überhaupt noch etwas anfangen können.

Die meisten evangelischen Christen legen evangelische Freiheit so aus, dass es im Grunde nichts gibt, was man als evangelischer Christ noch machen muss. Völlige Unverbindlichkeit also. Ich bin evangelisch, mir hat niemand in meinen Glauben reinzureden, kein Papst, kein Bischof, kein Pfarrer. So weit ist das ja auch alles richtig. Aber das ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite der evangelischen Freiheit wäre ja der Glaube, ein tätiger, nächstenliebender Glaube. Aber diese Seite der Medaille wird meistens vergessen. Auch Gott darf dann nicht mehr reinreden in den Glauben. Evangelischer Glaube wird dann zu einer Karikatur. Mit dem Standpunkt: „Ich habe auch meinen Glauben – aber ich brauche keinen Gottesdienst – keine Kirche – keine christliche Gemeinschaft“ schneidet sich der einsame Evangelische von seiner Verantwortung für seine Kirche ab – und auch von vielen Kraftquellen für seinen Glauben.

Wenn wir so denken, vergessen wir, dass Luther Satz von der Freiheit eines Christenmenschen noch einen Nachsatz hatte: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr aller Dinge und niemandem untertan – soweit es um den Glauben geht. Aber ein Christenmensch ist auch ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan – nämlich in der Liebe zum Nächsten.“

Wir müssen heute achtgeben, ob wir nicht manche unserer christlichen Gebräuche so handhaben, wie Paulus es damals für die Beschneidung rundweg ablehnt. Was nützt eine Taufe, eine Konfirmation, eine kirchliche Trauung, wenn sie nichts mehr mit einem lebendigen Glauben, mit einer tätigen Nächstenliebe zu tun haben? Der Standpunkt „Es kann ja nichts schaden“ oder „Sicher ist sicher“, „Man kann ja nie wissen“ – dagegen wendet sich Paulus mit aller Schärfe. „Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, so wird euch Christus nichts nützen!“ Und er könnte uns sagen: Wenn ihr nur der Form halber eure Kinder taufen lasst, wenn ihr euch nur konfirmieren lasst, weil es alle tun, wenn ihr nur eure Kirchensteuer zahlt, um einmal kirchlich beerdigt zu werden – dann hat das alles keinen Zweck.

Ich wiederhole noch einmal im Sinne von Paulus und Martin Luther: Allein auf den Glauben kommt es an, kirchliche Handlungen können dafür nur einen äußeren Rahmen abgeben. Dieser Glaube ist aber kein einsamer Glaube. Er braucht ein lebendiges Miteinander von Menschen, die miteinander im Kontakt stehen, die gemeinsam auf Gott hören, auch kritisch über den Glauben reden und Konsequenzen daraus ziehen.

So müsste, so könnte Kirche aussehen, überall da, wo wir den Mut haben, zu unserem eigenen Glauben zu stehen, wo wir uns für Gott aufschließen. Wenn wir auf eine solche Weise als Kirche leben, bewirken wir auch etwas in unserer Umgebung. Vielleicht in dem Versuch, der Ellbogengesellschaft zu widerstehen, auf die leisen Hilferufe der Menschen zu hören, Vorurteile zu überwinden und vieles mehr.

Das ist keine bloße Utopie. Denn Christus hat uns längst frei gemacht. Wir brauchen uns seine Liebe nicht zu verdienen. Gott hat viel mit uns vor. Amen.

Und der Friede Gottes, der viel größer ist, als unser Denken und Fühlen erfassen kann, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.
Lied 269, 1-3:

Ich habe nun den Grund gefunden,
der meinen Anker ewig hält,
wo anders als in Jesu Wunden?
Da lag er vor der Zeit der Welt,
der Grund, der unbeweglich steht,
wenn Erd und Himmel untergeht.

Es ist das ewige Erbarmen,
das alles Denken übersteigt,
es sind die offnen Liebesarme
des, der sich zu dem Sünder neigt,
dem allemal das Herze bricht,
wir kommen oder kommen nicht.

Wir sollen nicht verloren werden,
Gott will, uns soll geholfen sein;
deswegen kam der Sohn auf Erden
und nahm hernach den Himmel ein,
deswegen klopft er für und für
so stark an unsers Herzens Tür.

Wir beten, o Gott, für uns und unseren Glauben. Mach uns offen für dich und deine Liebe. Überwinde unsere Trägheit, unsere Lustlosigkeit, uns in deinem Sinne zu engagieren. Lass uns ausbrechen aus dem alten Trott. Schenk uns Mut zu einem neuen Schritt.

Wir beten für das Kind, das wir getauft haben, und für seine Familie. Lass uns die Kinder, die uns anvertraut sind, mit Liebe erziehen, so dass wir ihnen zwar notwendige Grenzen setzen, aber ihnen auch Freiheit möglich machen.

Wir beten, o Gott, für die Gemeinschaft unter den Christen. Dass wir nicht aufhören mit dem ökumenischen Gespräch. Hilf, dass wir uns Zeit nehmen, um uns auf die Grundlagen unserer eigenen Konfession zu besinnen. Und schenk uns die Geduld, auf die Christen der anderen Konfession einzugehen, und auch von ihnen zu lernen. Gib uns vor allem die Beharrlichkeit und den Mut, immer nach der Wahrheit zu fragen.

Wir beten, o Gott, für Menschen, die uns brauchen. Für Kranke und für Menschen unter seelischem Druck. Für Aussiedler und Asylsuchende. Für Menschen ohne Arbeit und für Menschen, die unter ständiger Überlastung leiden. Mach uns aufmerksam auf Menschen, denen wir persönlich helfen können. Und zeige uns Hilfen, die wir selbst nötig haben. Sei du bei all denen, die keinen anderen Helfer finden. Amen.

Vater unser
Lied 42, 11-14:

Sprich deinen milden Segen
zu allen unsern Wegen,
lass Großen und auch Kleinen
die Gnadensonne scheinen.

Sei der Verlassnen Vater,
der Irrenden Berater,
der Unversorgten Gabe,
der Armen Gut und Habe.

Hilf gnädig allen Kranken,
gib fröhliche Gedanken
den hochbetrübten Seelen,
die sich mit Schwermut quälen.

Und endlich, was das meiste,
füll uns mit deinem Geiste,
der uns hier herrlich ziere
und dort zum Himmel führe.

Abkündigungen:

Am Dienstag trifft sich um 20.15 Uhr der Bibelkreis. Das ist kein geschlossenes frommes Clübchen, sondern jeder kann zum Bibelkreis kommen, der offen und kritisch über die Bibel, über den Glauben, über Gott und die Welt mit anderen Christen reden möchte.

Und nun lasst uns mit Gottes Segen in die neue Woche gehen:

Der Herr segne euch und er behüte euch.
Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.
Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden.
„Amen, Amen, Amen!“

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