Schluss mit der Vergangenheitsbewältigung?

Paulus verrät uns ein Geheimnis. Nicht wir sprechen letzte Urteile über ein Volk, eine Gruppe von Menschen, sondern Gott. Und wer sagt, es müsse doch einmal Schluss sein mit der Vergangenheitsbewältigung, der hat möglicherweise nichts bewältigt und hält fest an alten oder neu aufgelegten Vorurteilen.

Schluss mit der Vergangenheitsbewältigung? Ein Blick auf das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, unscharf, davor Schienen mit einer Weiche, die nach links abbiegt

Kann Auschwitz je endgültig bewältigt sein? (Bild: RonPorter – pixabay.com)

#predigtGottesdienst am Israelsonntag, 3. August 1980, in Dorn-Assenheim, Weckesheim, Reichelsheim
Orgelvorspiel

Ich begrüße Sie herzlich zur Feier des Gottesdienstes, in Reichelsheim insbesondere die Mitglieder des Gesangvereins Liederkranz, die heute unsere Feier mit ihren Liedern bereichern. Dieser Gottesdienst ist einem besonderen Thema im Verlauf des Kirchenjahres gewidmet: seit altersher wird ein Augustsonntag in seinen Gebeten und Lesungen als Israelsonntag gestaltet. Am Israelsonntag geht es um die Frage, was uns als Christen mit dem Volk verbindet, mit dem wir einen Teil unserer Bibel gemeinsam haben, nämlich die Hebräische Bibel, unser Altes Testament.

Gesangverein: „Am kühlenden Morgen“
Lied EKG 190 (EG 295), 1-4:

1. Wohl denen, die da wandeln vor Gott in Heiligkeit, nach seinem Worte handeln und leben allezeit; die recht von Herzen suchen Gott und seine Zeugniss‘ halten, sind stets bei ihm in Gnad.

2. Von Herzensgrund ich spreche: Dir sei Dank allezeit, weil du mich lehrst die Rechte deiner Gerechtigkeit. Die Gnad auch ferner mir gewähr; ich will dein Rechte halten, verlass mich nimmermehr.

3. Mein Herz hängt treu und feste an dem, was dein Wort lehrt. Herr, tu bei mir das Beste, sonst ich zuschanden werd. Wenn du mich leitest, treuer Gott, so kann ich richtig laufen den Weg deiner Gebot.

4. Dein Wort, Herr, nicht vergehet, es bleibet ewiglich, so weit der Himmel gehet, der stets beweget sich; dein Wahrheit bleibt zu aller Zeit gleichwie der Grund der Erden, durch deine Hand bereit‘.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. „Amen.“

Hört zum Eingang ein Wort aus den Psalmen des Alten Testaments, übertragen auf die heutige Zeit:

Dem Volk, das Gott sich erwählt, wird es gut gehen. Gott sieht alle Menschen auf Erden, er hat ihnen ein lebendiges Herz gegeben und achtet darauf, was sie tun. Darum leben Könige nicht von ihrer Macht und Helden nicht von ihrer Stärke. Panzer und Armeen helfen auch nicht, man kann sich auf sie nicht verlassen. Entscheidend aber ist dies: Gott, unser Herr, achtet auf alle, die mit ihm rechnen, die auf Zukunft leben, weil sie ihm vertrauen, die seine rettende Kraft in Anspruch nehmen sogar im Tode und in Zeiten von Hunger und Inflation.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Wir beten mit den Worten eines jüdischen Morgengebets:

Herr aller Welten! Nicht um unserer Gerechtigkeit willen werfen wir unser Flehen vor dich hin, sondern um deiner großen Barmherzigkeit willen. Was sind wir? Was ist unser Leben? Was ist unser Lieben, was unsere Gerechtigkeit, was unser Heil, was unsere Kraft, was unsere Macht? Was sollen wir vor dir sagen, unser Gott und Gott unserer Väter? Sind nicht alle Helden wie nichts vor dir, die Berühmten, als wären sie nicht berühmt, die Weisen wie ohne Wissen, die Verständigen wie ohne Verstand? Denn ihre vielen Taten sind nichtig, und ihre Lebenstage ein Hauch vor dir. Und der Vorzug des Menschen vorm Vieh ist nichts, denn alles ist ein Hauch. Und doch sind wir dein Völk, Kinder deines Bundes. Kinder Abrahams, deines Freundes, dem du geschworen am Berg Morija, Nachkommen Isaaks, seines Einzigen, der gebunden war auf dem Altar, die Gemeinde Jakobs, seines Sohnes, seines Erstgeborenen – in deiner Liebe, mit der du ihn geliebt, in deiner Freude, mit der du dich an ihm gefreut, nanntest du seinen Namen Israel. Amen.

Gesangverein – Motette: „Der Mensch lebt und bestehet“

Paulus setzt sich in seinem Brief an die römische Christengemeinde intensiv mit dem Verhältnis der Christen zum jüdischen Volk auseinander. Es muss wohl bei den römischen Christen einen Hochmut gegenüber den Juden gegeben haben, die Jesus nicht als den von Gott gesandtem Retter anerkannten. Ihnen schreibt Paulus im Brief an die Römer 11, 25-32:

25 Ich will euch, liebe Brüder, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist;

26 und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: »Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob.

27 Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.«

28 Im Blick auf das Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber im Blick auf die Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen.

29 Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.

30 Denn wie ihr zuvor Gott ungehorsam gewesen seid, nun aber Barmherzigkeit erlangt habt wegen ihres Ungehorsams,

31 so sind auch jene jetzt ungehorsam geworden wegen der Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, damit auch sie jetzt Barmherzigkeit erlangen.

32 Denn Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich aller erbarme.

Lied EKG 119 (EG 146), 1-3:

1. Nimm von uns, Herr, du treuer Gott, die schwere Straf und große Not, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben allzumal. Behüt vor Krieg und teurer Zeit, vor Seuchen, Feu‘r und großem Leid.

2. Erbarm dich deiner bösen Knecht, wir flehn um Gnad und nicht um Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wolltst nach unserm Tun, so müsst die ganze Welt vergehn und könnt kein Mensch vor dir bestehn.

3. Ach Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Rettung uns erschein. Beweis an uns dein große Gnad und straf uns nicht auf frischer Tat, wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns sei.

Liebe Gemeinde!

Ein Pfarrer, dem sehr viel an einem guten Verhältnis zwischen Christen und Juden gelegen war, bekam von einigen seiner treuen Gemeindeglieder entgegengehalten: „Was haben wir Christen eigentlich noch mit Israel zu tun? Gibt es denn überhaupt noch Juden bei uns? Ich kenne keinen! Die sind doch alle in Israel oder Amerika; und da gehören sie auch hin. Das ist doch eine politische Angelegenheit; und die Politik der Israelis ist auch nicht besser als die anderer Länder. Sie haben wohl einen Judentick, Herr Pfarrer. Erzählen Sie uns doch lieber mehr von unserem Herrn Jesus und nicht immer diese Judengeschichten aus dem Alten Testament. Das ist doch irgendwie überholt. Was die Nazis mit den Juden gemacht haben, ist bestimmt nicht recht gewesen; aber einmal muss auch mit der Vergangenheitsbewältigung Schluss sein.“

Der Pfarrer hat dann zurückgefragt: Warum reagieren Sie eigentlich so gereizt auf die leiseste Erwähnung des Namens „Israel“ und „Jude“?

Ich glaube, auch bei uns meinen viele, es müsse doch endlich einmal Schluss damit sein, immer an deutsche Schuld gegenüber den Juden zu erinnern. Auch unter uns ist es vielen gar nicht so unangenehm, dass keine Juden mehr unter uns leben – als reisende Händler durch die Dörfer ziehen oder ihr kleines Spielwarenlädchen in Friedberg haben oder sich in ihrer Synagoge in Friedberg treffen.

Ich weiß zwar nicht, wie es damals war, aber an den Problemen, die es heute etwa zwischen Deutschen und Türken manchmal gibt in unserem Zusammenleben, können wir vielleicht allgemein etwas ablesen über die Schwierigkeit, mit einer Gruppe von Menschen auszukommen, die eine andere Religion und Kultur und andere Lebensgewohnheiten haben, die sich nicht einfach uns völlig anpassen und doch gern bei uns leben wollen.

Wenn man über sich und über ein fremdes Volk spricht, wenn man über die eigene und eine fremde Religion nachdenkt, dann fällt man allzugern ein allgemeines Urteil. Wen wundert es, dass man selber meistens am besten dabei wegkommt, denn die eigene Lebensweise und die eigenen Überzeugungen sind einem nun mal am vertrautesten und alles Fremde ist auch irgendwie bedrohlich. Wer weiß, ob die anderen nicht mal anfangen könnten, uns ihre Anschauungen aufzuzwingen, wenn es zu viele werden?

Und wir möchten nicht immer darüber nachdenken, warum wir denn eigentlich so und nicht anders leben. Einfacher ist es da, genau zu wissen: hier sind wir und dort die anderen, wir haben unseren Bereich, die anderen den ihren. Dann stört keiner unser sicheres Gefühl, über die Dinge des Lebens Bescheid zu wissen und im Grunde über alle anderen Lebensanschauungen überlegen zu sein.

So war es wohl auch in jener römischen Christengemeinde, der Paulus einen Brief schrieb, den wir den Römerbrief nennen. Die Christen, die Jesus als ihren Herrn anerkannten und ihm nachzufolgen versuchten, fühlten sich den Juden überlegen, die Jesus nicht als den von ihnen erwarteten Messias anerkannten. Es gab Juden, Paulus war ja einer von ihnen gewesen, die wie die Römer den Christen das Leben schwer machten, die junge Gemeinde der Christen verfolgten. Im Gegenzug meinten nun viele Christen, die Juden hätten ihr Heil verscherzt, ihre frühere Erwählung durch Gott sei nicht mehr gültig, sie seien ja sowieso alle verloren, wenn sie nicht sofort Jesus als Messias annehmen würden.

Dieser Gemeinde schreibt Paulus: „Ich will euch ein Geheimnis verraten.“ Er meint: Macht es euch nicht zu einfach mit euren klugen Abgrenzungen und Urteilen. Er sagt nicht: Euer Urteil ist falsch, ihr müsst anders urteilen. Er sagt nicht: die Juden sind das beste Volk auf der Erde. Stattdessen redet er von einem Geheimnis.

Es geht nicht darum, ein Urteil durch ein anderes zu ersetzen, sondern anzuerkennen, dass wir kein letztes Urteil zu fällen haben. Mit Geheimnis meint Paulus, dass Gott das letzte Wort selbst sprechen wird. Die Erfahrungen, die ihr mit den Juden gemacht habt, waren vielleicht nicht immer gut. Aber das gibt euch kein Recht, dieses Volk als ganzes zu verurteilen. Denn – so begründet Paulus – dieses Volk Israel ist immer noch Gottes Volk. „Wenn Gott einmal einem Volk seine Gnade geschenkt und es berufen hat, widerruft er das nicht.“

Damit ist nicht gesagt, dass Israel an sich ein besonderes Volk wäre, es hat genauso wenig besonders gute Eigenschaften, wie andere ihm besonders schlechte andichten wollten. Damit ist vielmehr etwas über Gottes Treue ausgesagt, die auch dann nicht aufhört, wenn sein Volk ihm untreu wird. Gott kann selbst aus dem Ungehorsam seines Volkes noch etwas Gutes erwachsen lassen. Er kann Menschen annehmen, die versagt haben.

„Der Retter wird die Nachkommen Jakobs von der Schuld ihres Ungehorsams befreien“ – diese Botschaft liest Paulus in seiner Hebräischen Bibel, in der Bibel der Juden, die wir das Alte Testament nennen. Weil er diese Zusage Gottes ernstnimmt, fordert er seine Leser auf, ihre klugen Urteile über die Juden aufzugeben und stattdessen anzuerkennen, dass das Urteil über ein Volk Gott vorbehalten bleibt. Deshalb nennt er es ein Geheimnis. Es bleibt ein Geheimnis, auch wenn er es verrät: denn dass Gott am Ende das ganze Israel retten will, kann er nicht erklären mit irgendwelchen Vorzügen dieses Volkes, sondern das beruht einfach auf der Treue Gottes.

Damit wir nun nicht einfach Zuschauer bleiben, sondern merken, wo wir beteiligt sind in diesem Text, lese ich uns noch einmal den für uns wichtigsten Satz vor: „Ich will euch ein Geheimnis verraten, damit ihr nicht zu hoch von euch denkt.“ Also nicht, wie wir es so gern tun; uns erregen: die anderen sind auch nicht besser als wir! Sondern immer und immer wieder zuerst, zu allererst nach unserer eigenen Verantwortung fragen.

Und da stoßen wir unweigerlich darauf, dass wir nun einmal zu dem Volk gehören, das in diesem Jahrhundert dem Volk der Juden unermessliches Leid zugefügt hat. Andere haben auch Schlimmes getan, andere wären vielleicht auch fähig dazu gewesen, umgekehrt wäre nicht jeder Deutsche von sich aus fähig zu solchen Untaten gewesen, wohl die meisten nicht – und doch war es unser Volk, das das Volk der Juden planmäßig ausrotten wollte, Mann für Mann, Frau für Frau, Kind für Kind.

Sechs Millionen starben, nicht weil es im Krieg ja immer grausam hergeht, sondern weil Deutsche die Juden nicht als Menschen neben sich dulden wollten. Das dürfen wir einfach nicht vergessen, auch wir nicht, die das damals nicht miterlebt haben, und gerade die nicht, die damals schon gelebt haben.

Wenn es stimmt, dass man damals nicht genau Bescheid wissen konnte oder nichts tun konnte, dann muss das doch ein Ansporn sein, in Zukunft wachsamer zu sein. Wachsam gegenüber jeder Versuchung, wieder Grenzen zu ziehen zu Menschen, die anders leben neben uns, wieder zu rufen: „Ausländer raus!“

Und viele haben damals doch etwas gewusst, haben mir erzählt, wie es war, als in Friedberg 1938 jüdische Läden zerstört wurden, wie sogar Söhne eines ehemaligen Reichelsheimer Pfarrers dabei mitmachten, wie ein Friedberger Lehrer aufs Dorf ausweichen musste, weil er Verständnis für die Juden zeigte.

Wer sagt, es müsse doch einmal Schluss sein mit der Vergangenheitsbewältigung, der hat möglicherweise nichts bewältigt, möchte vielleicht einfach so weitermachen, als wenn nichts geschehen wäre – mit der alten bequemen Selbstsicherheit, mit den alten oder neu aufgelegten Vorurteilen.

Das klingt jetzt hart, ist es auch. Das klingt wie ein Vorwurf, den ich jetzt wieder an andere richte. Ich möchte aber hinzufügen, dass Selbstsicherheit und Vorurteile nur zu verständlice Reaktionen sind. Reaktionen auf unsere Angst, von den Fremden überrollt zu werden, von denen in Frage gestellt zu werden, die anders sind als wir. Sind nicht zu viele Ausländer da? Was ist, wenn es zu Feindseligkeiten kommt?

Christen brauchen auf solche Ängste nicht mit Abkapselung, mit Selbstsicherheit und Vorurteilen als Selbstschutz zu reagieren. Gottes Gnade gilt uns und den anderen, den Christen und den Juden und sicher auch den Deutschen und den Türken. Sie gilt aber nur in der Weise, wie Paulus es am Ende seines Abschnitts sagt: „Gott hat alle ohne Ausnahme dem Ungehorsam ausgeliefert, weil er alle begnadigen will.“

Keiner hat vor Gott besondere Verdienste. Und darum können wir frei sein: frei, unsere Vergangenheit so zu sehen, wie sie war, und alles zu tun, um zu verhindern, dass wieder einmal Menschen anderen Menschen das Lebensrecht absprechen; frei, offen zu sein für Menschen, die anders leben als wir; frei auch dazu, Vergebung erbitten und Vergebung gewähren zu können, also Schuld nicht verharmlosen zu müssen und doch neu anfangen zu können.

Es ist ein Zeichen von Freiheit, von wahrer Stärke und nicht von Schwäche, wenn wir mit dem Lied beten können, das wir vor der Predigt gesungen haben:

„Erbarm dich deiner bösen Knecht, wir bitten Gnad und nicht das Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wolltst nach unserm Tun, so müsst die ganze Welt vergehn und könnt kein Mensch vor dir bestehn.“

Amen.

Lied EKG 189 (EG 293), 1-2:

1. Lobt Gott den Herrn, ihr Heiden all, lobt Gott von Herzensgrunde, preist ihn, ihr Völker allzumal, dankt ihm zu aller Stunde, dass er euch auch erwählet hat und mitgeteilet seine Gnad in Christus, seinem Sohne.

2. Denn seine groß Barmherzigkeit tut über uns stets walten, sein Wahrheit, Gnad und Gütigkeit erscheinet Jung und Alten und währet bis in Ewigkeit, schenkt uns aus Gnad die Seligkeit; drum singet Halleluja.

Gesangverein – Offertorium: Du gabst, o Herr, mir Sinn

Herr, unser Gott, es ist für uns ungewöhnlich, über Israel nachzudenken nicht in Form unserer vorgefassten Meinungen, sondern indem wir an das Geheimnis der Erwählung dieses Volkes denken, die du, Gott, nicht widerrufen hast. Es ist ein Geheimnis, das wir nicht auflösen können, nicht wenn wir daran denken, dass dieses Volk länger als alle anderen Völker besteht, nicht wenn wir daran denken, dass kein anderes Volk größere Leiden erdulden musste, auch und vor allem von Menschen, die sich Christen nannten, nicht wenn wir daran denken, dass Israel heute ein bedrohter Staat ist, der wie alle Staaten nicht nur kluge Entscheidungen trifft. Herr, am Geheimnis deines erwählten Volkes Israel lass uns erkennen, dass auch unser Christsein keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Geheimnis ist: keiner von uns könnte sagen: Ich bin ein guter Christ. Bitten können wir nur: Begnadige auch uns, begnadige uns, die wir der Strafe sinnlosen Lebens verfallen, zu einem erfüllten Leben, zu einem Leben voller Dank für das, was wir können, zu einem Leben voller Liebe und Offenheit für alle unsere Mitmenschen, frei von Angst um uns selbst. Amen.

Vater unser
Lied EKG 140 (EG 157):

Lass mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr, von dir lass mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr. Herr, lass mich nur nicht wanken, gib mir Beständigkeit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit.

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