Wie plausibel war „Toleranz“ im 16. Jahrhundert?

Zum Artikel „Von der Duldung zum Schutz des Gewissens“ im Hessischen Pfarrblatt vom April 2019. Dr. Hendrik Stössel schreibt: „Für die Reformation und ihre Epoche lag der moderne Toleranzgedanke genauso außerhalb des Plausibilitätshorizonts wie das Telefon, die Glühbirne oder der Computer. Staatliche Toleranzpolitik hat eigentlich erst im 18. Jahrhundert begonnen.“

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Ralph Davidson: „Desiderate der Forschung“

Wünschenswerte Forschungsgegenstände der Geschichtswissenschaft will Ralph Davidson zusammenstellen, wie der Titel seines Buches andeutet. Dabei stellt er nicht nur Fragen, sondern entwickelt auch eigene Forschungsansätze, wobei er zum Beispiel die Zahl seiner mittlerweile verfochtenen Hypothesen für Zeit und Ort der Entstehung des Judentums auf fünf erhöht. Seine Argumentation überzeugt mich an vielen Stellen nicht, so dass ich kritisch nachfrage.

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Roman Landau: „Der Aufstieg Europas“

Der Journalist und Historiker Dr. Roman Landau will beweisen, dass das moderne Europa jüdisch-christlichen Impulsen mehr verdankt als Einflüssen der griechisch-römischen Antike. Leider tut er seinem Anliegen keinen Gefallen, indem er häufig fehlerhaft oder abwegig argumentiert (bis hin zu Spekulationen über einen blonden David) und der akademischen Wissenschaft pauschal Fachidiotie und Selbstüberschätzung vorwirft.

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Lucas Brasi: „Die erfundene Antike“

Lukas Brasi versucht nachzuweisen, dass die gesamte griechisch-römische Antike erfunden sei. Bei der Beweisführung unterlaufen ihm aber in der Beurteilung biblischer, theologischer und kirchengeschichtlicher Zusammenhänge derart krasse Fehler, dass sein Buch keineswegs das Zeug hat, ein Standardwerk zum kritischen Quellenstudium zu werden.

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Ralph Davidson: „Der Zivilisationsprozess“

Ralph Davidson versucht nachzuweisen, dass die Zivilisationsgeschichte Europas vom „jüdisch-christlichen Pazifismus“, nicht von der römischen Antike geprägt wurde. Insbesondere geht er von „urchristlichen, kommunitaristischen Gemeinschaften“ des frühen Mittelalters aus, die „auf viele Arten das Land entwickelt“ haben, und behauptet, dass das Deutsche enger mit dem Hebräischen verwandt ist als mit dem Lateinischen. Ich habe an vielen Stellen kritische Fragen.

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Ralph Davidson: „Kapitalismus, Marx und der ganze Rest“

Ralph Davidson vertritt die These, dass der Marxismus als ein System staatlicher Moral scheitern musste. Der bis heute erfolgreiche Kapitalismus hatte seinen Ursprung in einem „jüdischem Liberalismus“ und konnte sich durchsetzen, nachdem mittelalterliche Dogmen wegfielen, die den „Kredit und vor allem die Kreditzinsen“ als „zutiefst unsittlich“ gebrandmarkt hatten. Meine Besprechung seines Buches setzt an einigen Stellen kritische Fragezeichen.

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Kain und Abel in drei heiligen Büchern

Am Beispiel der Geschichte von Kain und Abel kann man sehr gut sehen, wie eine Überlieferung der jüdischen Religion im ersten Buch der Bibel in zwei Büchern des christlichen Neuen Testaments und in mehreren Suren des Koran in fruchtbarer Weise kommentiert wird. Am Ende schließt sich der Kreis, indem eine Koransure auf ein jüdisches Sprichwort aus dem Talmud verweist.

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Paulus streitet für den Frieden im Land der Kelten

Mitten in Anatolien haben sich seit 300 v. Chr. Kelten angesiedelt. Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. kann in der römischen Provinz der Kelten die Predigt des Paulus vom friedlichen Zusammenleben zwischen Juden und Heiden im Leib des Messias Jesus Fuß fassen. Als Fanatiker diesen Frieden in Galatien bedrohen, schreibt Paulus in einer heftigen Streitschrift beiden Seiten ins Gewissen.

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Ton Veerkamp: „Die Welt anders“

Politische Geschichte der Großen Erzählung. Eigentlich sollte sein Buch „Nur Stimme“ heißen. Denn „Gott“ ist für Ton Veerkamp nach der „Großen Erzählung“ der Bibel kein höchstes Wesen, sondern die Stimme, die in der Tora Israels eine Grundordnung der Freiheit und Gleichheit absolut verbindlich zur Sprache bringt. In vier Vortragsentwürfen empfehle ich seinen herausfordernden Blick auf die Bibel dringend zur Lektüre.

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