Engelpredigt der Handpuppen

Dienstbare und rebellische Geister und das Osterevangelium.

Lutz: Engel sind also nichts weiter als Dienstboten? Das klingt ja nicht sehr großartig. Gabi: Jetzt redest du wie dein Urururururgroßvater Lucifer. Wer dient, ist eine große Hilfe, und das ist sehr sehr großartig. Engel erklären den Menschen auch manches, was sie nicht verstehen. Lutz: Zum Beispiel, wie das damals mit Ostern war.

direkt-predigtAbendmahlsgottesdienst am Ostersonntag, 20. April 2014, um 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Herzlich willkommen heute am Ostersonntag im Abendmahlsgottesdienst in der Pauluskirche!

Wir feiern das Fest der Auferstehung Jesu und lassen uns in der Predigt auf ungewöhnliche Weise die Osterbotschaft der Engel weitersagen.

Zu Beginn singen wir aus dem Lied 105 die Strophen 4 bis 10:

4. Drei Frauen gehn des Morgens früh; Halleluja, Halleluja, den Herrn zu salben kommen sie. Halleluja, Halleluja.

5. Sie suchen den Herrn Jesus Christ, Halleluja, Halleluja, der an dem Kreuz gestorben ist. Halleluja, Halleluja.

6. Wer wälzt uns fort den schweren Stein, Halleluja, Halleluja, dass wir gelangn ins Grab hinein? Halleluja, Halleluja.

7. Der Stein ist fort! Das Grab ist leer! Halleluja, Halleluja. Wer hilft uns? Wo ist unser Herr? Halleluja, Halleluja.

8. Erschrecket nicht! Was weinet ihr? Halleluja, Halleluja. Der, den ihr sucht, der ist nicht hier. Halleluja, Halleluja.

9. Du lieber Engel, sag uns an, Halleluja, Halleluja, wo habt ihr ihn denn hingetan? Halleluja, Halleluja.

10. Er ist erstanden aus dem Grab, Halleluja, Halleluja, heut an dem heilgen Ostertag. Halleluja, Halleluja.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Das Osterfest ist nicht einfach ein Fest der Ostereier und Osterhasen, auch nicht einfach ein Frühlingsfest. An Ostern geht es um das Leben, das stärker ist als der Tod, um den Gott, der Jesus Christus von den Toten erweckt.

Kommt, lasst uns Gott anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Wenn uns Gedanken plagen, so schwer wie der Stein, der vor dem Grab Jesu lag – wenn wir erschrocken sind, weil unser Leben aus den Fugen geraten ist – wenn wir zweifeln am Sinn unseres Lebens, dann rufen wir zu dir:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden! Darum:

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Barmherziger Gott, Vater Jesu Christi, lass es Ostern werden in uns, bei uns, mitten unter uns. Hilf uns, darauf zu vertrauen, dass deine Macht stärker ist als Tod und Sünde, als Angst und Hass, Trauer und Verzweiflung. Darum bitten wir dich im Namen Jesu Christi, unseres gekreuzigten und auferstandenen Herrn. „Amen.“

Wir hören die Ostergeschichte aus dem Evangelium nach Matthäus 28, 1-8:

1 Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria von Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen.

2 Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.

3 Seine Gestalt war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee.

4 Die Wachen aber erschraken aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot.

5 Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht.

6 Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht die Stätte, wo er gelegen hat;

7 und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern, dass er auferstanden ist von den Toten. Und siehe, er wird vor euch hingehen nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.

8 Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Wir singen aus dem Lied 105 die Strophen 11 bis 15:

11. Zeig uns den Herren Jesus Christ, Halleluja, Halleluja, der von dem Tod erstanden ist! Halleluja, Halleluja.

12. So tret’t herzu und seht die Statt, Halleluja, Halleluja, wo euer Herr gelegen hat. Halleluja, Halleluja.

13. Wir sehen’s wohl, das Grab ist leer. Halleluja, Halleluja. Wo aber ist denn unser Herr? Halleluja, Halleluja.

14. Ihr sollt nach Galiläa gehn; Halleluja, Halleluja, dort werdet ihr den Heiland sehn. Halleluja, Halleluja.

15. Du lieber Engel, Dank sei dir. Halleluja, Halleluja. Getröstet gehen wir von hier. Halleluja, Halleluja.

Gott gebe und ein Herz und sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Die Handpuppe Gabi, die wie ein weißes Gespenst aussieht, vor dem Paulus-AltarfensterHallo, liebe Gemeinde!

Von mir auch hallo an alle!

Ihr wundert euch sicher, warum wir jetzt von hier aus zu euch sprechen. Aber das hat einen einfachen Grund.

In gewisser Weise sind wir nämlich beide Engel.

Und ihr habt ja vorhin schon gehört: Engel haben beim Osterfest eine ganz wichtige Rolle gespielt.

Darum halten wir euch jetzt die Osterpredigt.

Und der Herr Klimas hilft uns dabei. Der liest nämlich die Bibeltexte vor, um die es in der Predigt geht.

Aber erst einmal wollen wir euch verraten, wie wir heißen und von welchen Engeln wir beide abstammen.

Die Kinder im Kindergarten kennen uns ja schon.

Aber hier in der Kirche wissen bestimmt noch nicht alle Leute unsere Namen.

Ich bin ein Engelmädchen und heiße Gabi. Ich stamme von einem ganz berühmten Engel ab, der hat damals der Maria verkündet, dass sie den Jesus zur Welt bringen würde. Der hieß Gabriel.

So steht es im Evangelium nach Lukas 1, 26-27:

26 Und … der Engel Gabriel [wurde] von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth,

27 zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria.

Ist Gabriel der Engel, der da oben auf dem Bild hinten in der Kirche neben Maria und dem Jesuskind abgebildet ist?

Nein, das ist ein anderer von den Erzengeln. Der heißt Michael.

Ach so, der! Der Michael hat damals im Himmel den Krieg der guten Engel gegen die bösen Engel des Drachen gewonnen.

Handpuppe Lutz, der wie ein roter Teufel aussieht, auf der Kanzelbrüstung sitzendWo du gerade die bösen Engel des Drachen erwähnst: Du siehst ja wie ein Teufel aus. Stammst du vielleicht sogar von den bösen Engeln des Drachen ab?

Nein, nur weil ich schwarz und rot aussehe und Hörner auf dem Kopf habe, muss ich noch lange kein böser Teufel sein und von einem bösen Drachen abstammen.

OK, die meiste Zeit bist du wirklich sehr lieb. Wenn du nicht gerade mal wieder frech bist und mich ärgerst.

Das tue ich doch nur ganz selten, liebe Gabi, weil wir doch gute Freunde sind. Und außerdem siehst du auch nicht wie ein richtiger Engel aus, sondern eher wie ein Gespenst.

He, das ist nicht nett. Jetzt fängst du wieder an, mich zu ärgern. Gespenst ist ein Schimpfwort für einen Geist. Sag doch wenigstens, dass ich wie ein Geist aussehe. Immerhin ist ein Engel ein guter Geist von Gott.

Aber du bist auch nicht immer nur lieb und gut. Manchmal ärgerst du mich auch ziemlich doll.

Aber nur, wenn du angefangen hast.

Nein, du fängst immer an.

Nein, du.

Nein, du.

Egal. Die Klügere gibt nach. Aber jetzt hast du den Leuten immer noch nicht verraten, wie du heißt und von wem du abstammst.

Ich bin der Lutz, und ich stamme genau wie du von einem sehr berühmten Engel ab, nämlich von dem Lucifer.

Aber Lucifer war doch einer von den größten Teufeln.

Das stimmt, aber es stimmt auch nicht ganz. Leider kann man ja nichts für seine Verwandten. Ursprünglich war Lucifer ein so strahlend schöner Engel, dass man ihn mit dem Morgenstern am Himmel verglichen hat.

Im Buch Jesaja 14, 12 heißt es:

12 Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern!

Genau. Ich glaube, der Lucifer hat angefangen, sich einzubilden, er sei schöner als Gott. Vor allem aber verachtete er die Menschen. Was hatte Gott nur für diese kleinen Menschen übrig, mit all ihren Fehlern und Macken und Unvollkommenheiten.

Ach, und darum ist Lucifer böse geworden?

Ja, er hat angefangen, die Menschen zu bekämpfen und hereinzulegen, genau so wie die Schlange im Paradies Eva hereingelegt hat und wie der Satan den Hiob gequält hat und wie der Drache mit den guten Engeln des Michael Krieg geführt hat.

Handpuppe GabiWeißt du was, Lutz?

Was denn, Gabi?

Gerade ist mir klar geworden, warum wir beide Gott sei Dank doch gute Engel sind, auch wenn wir beide keine Flügel haben und nicht wie normale Engel aussehen.

Warum denn?

Na ja, die bösen Engel versuchen den Menschen zu schaden. Sie meinen, dass Gott es mit den Menschen viel zu gut meint. Die wollen die Menschen zur Sünde verführen und sie dann anklagen und vernichten.

Ja, oder sie reden den Menschen ein, dass Gott gar nicht so gut ist oder gar nicht so stark ist und dass er den Menschen nichts gönnt.

Und dann denken die Menschen, sie müssten selber so sein wie Gott und würden im Leben nichts geschenkt kriegen. Dann gibt es Streit und Krieg und Hass und Gewalt, und die Menschen haben überhaupt kein schönes Leben mehr.

Und was ist jetzt mit den guten Engeln?

Gute Engel sind dazu da, um den Menschen zu helfen. Sie sind froh, dass Gott es gut mit den Menschen meint. Sie machen den Menschen Mut, auf Gott zu vertrauen und die guten Gebote Gottes zu beachten.

Das steht auch im Brief an die Hebräer 1, 14:

14 [Engel sind] allesamt dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das Heil ererben sollen…

Engel sind also nichts weiter als Dienstboten? Das klingt ja nicht sehr großartig.

Jetzt fängst du schon an wie dein Urururururgroßvater Lucifer. Jemand, der anderen dient, der ist diesen Menschen eine große Hilfe, und das ist sehr sehr großartig. Das ist am Großartigsten und Wichtigsten überhaupt in der Welt.

Wenn du es so sagst, finde ich das auch toll.

Und außerdem sind Engel ja auch Boten. Wir haben eine Botschaft weiterzusagen. Sonst würden die Menschen manches überhaupt nicht verstehen.

Zum Beispiel, wie das damals mit Ostern war.

Genau. Die Menschen hätten ja überhaupt nicht begriffen, was mit Jesus passiert war.

Hast du das denn begriffen?

Nein, so ganz hab ich das nicht kapiert. Der Jesus war tot, und dann war er nicht mehr im Grab. Kann der denn so einfach wieder leben?

Aber wenn nicht mal du als ein Engelmädchen das kapierst, wie kannst du das dann den Menschen erklären?

Ich würde halt einfach den Menschen weitersagen, was Gott mir gesagt hat.

Wie war das damals nochmal genau?

Als Jesus am Kreuz gestorben war, waren die Männer, die mit Jesus befreundet waren, alle zwölf, einfach weggelaufen.

Stimmt ja, einer hatte ihn sogar verraten, das war der Judas, der hatte auf keinen guten Engel gehört, sondern auf den Satan.

Aber Jesus hatte auch einige Freundinnen, die bis zuletzt bei ihm blieben. Und die wollten nach dem Feiertag seinen toten Körper mit schönen Salben eincremen und ihm noch einmal etwas Gutes tun.

Ich lese noch einmal nach und nach die Verse aus dem Osterevangelium nach Matthäus:

1 Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria von Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen.

Und was ist dann passiert?

2 Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.

Da war ja richtig was los! Das muss ein richtig starker Engel gewesen sein. Schade, dass wir seinen Namen nicht wissen. Ob das wieder der Gabriel war oder der Michael?

Das weiß ich auch nicht. In der Bibel steht nur, wie er aussah.

3 Seine Gestalt war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee.

Dann sah er ja so ähnlich aus wie du. Ganz weiß.

Nur dass ich nicht wie ein Blitz aussehe. Nicht so zackig. Und so schnell bin ich auch nicht.

Wie kann ein Engel überhaupt gleichzeitig so heiß wie ein Blitz und so kalt wie Schnee sein?

Da steht nicht „heiß“ wie der Schnee, sondern „weiß“ wie der Schnee. Und überhaupt – schneeweiß bin ich auch nicht wirklich. Ich glaube, ich muss mal wieder in die Wäsche, weil die Kinder im Kindergarten mich immer knuddeln wollen, und oft machen sie das auch, wenn ihre Finger nicht ganz sauber sind.

Auf jeden Fall war der Engel damals eine ganz schön schreckliche Erscheinung.

Das stimmt. Man konnte wirklich Angst vor ihm bekommen.

4 Die Wachen aber erschraken aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot.

Und darum musste der Engel dann auch erst einmal die Frauen beruhigen. Die wollte er ja nicht zu Tode erschrecken.

5 Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht!

Und wie hat der Engel ihnen dann erklärt, was man eigentlich nicht erklären kann?

Er hat sie daran erinnert, was Jesus ihnen selber vorher erzählt hatte.

Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht.

6 Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat.

Sie hatten doch auf Jesus vertraut. Sie hatten doch alles geglaubt, was er ihnen gesagt hatte. Und das hatte er ihnen auch gesagt: Dass er nach drei Tagen auferstehen würde.

Sie sollten also Jesus nicht im Grab bei den Toten suchen. Aber wo war er denn dann? Lebte er einfach so weiter wie vorher?

Nein, das tat er nicht. Der Engel zeigte ihnen nicht, wo Jesus jetzt war. Er zeigte ihnen nur die leere Stelle, wo er jetzt nicht mehr war.

Kommt her und seht die Stätte, wo er gelegen hat.

Das ist aber schon schwierig, wenn man etwas zeigen will, was gar nicht da ist. Wie konnte der Engel den Frauen denn dann beweisen, dass Jesus auferstanden war?

Das kann man sowieso nicht beweisen. Das kann man nur glauben oder eben nicht. Und wenn man es selber glaubt, weil man auf Gott vertraut und dem glaubt, was Jesus selber gesagt hatte, dann kann man auch anderen Mut machen zum Glauben. Und das tat dann auch der Engel damals.

7 Und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern, dass er auferstanden ist von den Toten.

Handpuppe LutzIst das nicht ein bisschen ungerecht? Den Frauen schickt Gott extra einen Engel, und zu den Männern schickt er nur die Frauen?

Willst du mich schon wieder ärgern? Ich finde das cool, dass die Frauen zu den Männern geschickt werden. Dann sind sie selber auch so etwas wie Engel.

Aber ob die Männer den Frauen glauben werden? Die sagen bestimmt: Das ist alles nur Weibergeschwätz!

Stimmt, genau das haben die Männer damals auch gesagt. Blöde Machos!

Aber wieso schickt Gott den Engel dann nicht gleich zu den Männern?

Vielleicht wollte er nicht, dass sie sich zu viel auf sich einbilden. Und ich weiß nicht, ob die Männer gleich zu den Frauen gelaufen wären, um ihnen die frohe Botschaft zu erzählen. Für Gott sind alle Menschen wichtig, Männer und Frauen!

Aber trotzdem, wenn die Männer so stur sind, hat es doch gar keinen Zweck, wenn die Frauen ihnen die Botschaft vom Engel weitersagen. Hat Gott dem Engel denn noch einen Plan B mitgegeben, wenn Plan A nicht funktioniert?

Das hat er wirklich.

Und siehe, er wird vor euch hingehen nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.

Ich finde das genial. Wenn Plan A nicht klappt, weil die Männer nicht auf die Frauen hören wollen, tritt Plan B in Kraft: Jesus wird allen, die auf ihn vertrauen, persönlich erscheinen.

Aber warum in Galiläa?

In Galiläa hatten sie mit Jesus zusammen die meisten Sachen erlebt, die meisten Geschichten von ihm gehört, da sollten sie Kraft schöpfen und dann die Botschaft von Jesus in die Welt hinausbringen.

Taten sie das dann auch?

Auf jeden Fall machten sich die Frauen gleich auf den Weg, um die Botschaft des Engels den Männern weiterzusagen.

8 Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen.

Aber sie wussten noch nicht so ganz, ob sie sich wirklich freuen oder fürchten sollten.

Ja, lieber Lutz. Das finde ich aber gar nicht schlimm. Manchmal hat man eben gemischte Gefühle. Auch an Ostern sind nicht automatisch alle Leute fröhlich, nur weil sie gehört haben, dass Jesus auferstanden ist.

Handpuppe Lutz vor dem Paulus-AltarfensterDas verstehe ich gut. Es macht einen ja schließlich wütend, dass man so böse zu Jesus war, dass er am Kreuz sterben musste. Und es bleibt traurig, dass seine Freunde nicht mehr mit ihm zusammen sein konnten. Und man kann schon Angst kriegen, wenn auf einmal ein Engel zu einem kommt, der wie ein Blitz aussieht und ein Erdbeben verursacht.

Du hast Recht. Alle diese Gefühle sind normal, und man kommt am besten damit klar, wenn man sie nicht wegkriegen will, sondern einfach erst einmal fühlt. Und dann ist man auf einmal nicht mehr nur traurig, sondern kann sich auch wieder freuen. Man hat nicht mehr nur Angst, sondern bekommt neuen Mut, neues Gottvertrauen. Man ist nicht nur wütend und möchte am liebsten Rache und Vergeltung, sondern man kann lernen, sogar seine Feinde zu lieben, wie es Jesus getan hat.

Das hast du schön gesagt. Ich wünsche jedenfalls euch allen, dass ihr vielleicht frohe Ostern feiert, aber vielleicht auch Ostern mit gemischten Gefühlen.

Genau! Man darf auch, wie die Frauen am Grab Jesu, Ostern mit Furcht und großer Freude feiern.

Und darauf sage ich: Amen! und danke unseren Handpuppen Gabi und Lutz für ihre Osterpredigt!

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.

Vor dem Abendmahl singen wir aus dem Lied 111 die Strophen 1, 2, 9 und 14:

1. Frühmorgens, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja.

2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Not verschlossen, gleich als wär ich tot, lässt du mir früh die Gnadensonn aufgehn: nach Trauern Freud und Wonn. Halleluja.

9. Der Jüngste Tag wird’s zeigen an, was er für Taten hat getan, wie er der Schlangen Kopf zerknickt, die Höll zerstört, den Tod erdrückt. Halleluja.

14. Mein Herz darf nicht entsetzen sich, Gott und die Engel lieben mich; die Freude, die mir ist bereit‘, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halleluja.

Christus ist auferstanden! In Brot und Kelch ist er für uns da.

Gott, lass uns nicht um uns selber kreisen in Verzagtheit oder Übermut, in Egoismus oder Gleichgültigkeit. In der Stille bringen wir vor dich, was unsere Seele belastet:

Beichtstille

Wollt Ihr euch verwandeln lassen durch Gottes Vergebung und die Hoffnung auf die Auferstehung der Toten? Dann sagt laut oder leise oder auch still im Herzen: Ja!

Auf euer aufrichtiges Bekenntnis spreche ich euch die Vergebung eurer Sünden zu – im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Der Herr sei mit euch. „Und mit deinem Geiste.“

Erhebet eure Herzen! „Wir erheben sie zum Herren.“

Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserem Gott. „Das ist würdig und recht.“

Würdig und recht ist es, an die Auferstehung zu glauben, an die Möglichkeit unserer Verwandlung zum Guten und an ein ewiges Leben, das hier durch deinen Geist der Liebe beginnt und dort im Himmel vollendet wird. Zu dir rufen wir und preisen dich, Heiliger Gott:

Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosianna in der Höhe.

Vater unser und Einsetzungsworte

Gott lädt uns ein. Wir essen das Brot, wir trinken den Saft der Weintrauben. Es ist eine Einladung, keine Verpflichtung. Nur wer es wirklich möchte, kommt in den Abendmahlskreis. Kommt, denn es ist alles bereit. Schmeckt und seht, wie freundlich Gott ist! Amen.

Jesus Christus spricht: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer auf mich vertraut, wird leben, selbst wenn er stirbt.“ Nehmt und gebt weiter, was euch gegeben ist – den lebendigen Leib der Liebe Gottes.

Herumreichen des Korbs

Mit Furcht und großer Freude sagen die Frauen weiter, was ihnen vom Engel des Herrn verkündet worden ist. Wir werden Jesus begegnen, wo wir einander von ihm erzählen. Er ist bei uns, wo wir miteinander in seinem Namen feiern. Nehmt hin den Kelch der Versöhnung zwischen Gott und Menschen, den Kelch der Liebe Gottes.

Austeilen der Kelche

Christus spricht: „Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ Gehet hin im Frieden!

Lasst uns beten.

Lieber Gott, schenk uns frohe Ostern, bunte Ostereier, Spaß und Freude mit unseren Lieben, Ideen für gemeinsame Unternehmungen in der Familie.

Schenk uns Ausdauer und Energie, Freude und vor allem genug Liebe für die Erziehung unserer Kinder. Begleite insbesondere den Jungen, den wir heute getauft haben, mit seinen Paten und seiner Familie.

Schenk uns ein Herz von Fleisch und Blut, das fühlen kann, damit wir lachen und weinen können und die nicht allein lassen, die traurig sind, die unsere Unterstützung und Begleitung brauchen.

Lass uns begreifen, dass die Auferstehung für jede und jeden von uns ganz persönlich geschehen ist. Lass das Gefühl neu in uns wachsen, dass wir deine geliebten Kinder sind, dass wir in der Verantwortung vor dir leben dürfen. Amen.

Wir singen das Lied 551:
Seht, der Stein ist weggerückt
Abkündigungen

Geht mit Gottes Segen in das Osterfest:

Der Herr segne euch und behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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