„Fasst mich an und seht!“

Ich ahne, was Lukas sagen will. Auferstehung ist mehr als ein blutleeres Weiterleben der menschlichen Seele. Jesus bittet seine Freunde, mit ihm gebratenen Fisch zu teilen; da wissen sie, mit wem sie es zu tun haben: er hat ihren Hunger gestillt und kennt ihre Sehnsucht nach Liebe. Gott weckt auch uns auf mit der Geschichte, die unsere ureigene Geschichte ist.

Ein gebratener Fisch

Der auferstandene Jesus isst gebratenen Fisch – ein Beweis für seine Auferstehung? (Foto: pixabay.com)

direkt-predigtAbendmahlsgottesdienst am Ostersonntag, 27. März 2005, um 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen und Gottesdienst am Ostermontag, 28. März 2000, um 10.00 Uhr in der Thomaskirche

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Am Ostersonntag begrüße ich alle herzlich im Gottesdienst in der Pauluskirche mit der Wort zum Osterfest aus der Offenbarung 1, 18. Christus spricht:

„Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“

Am Osterfest besinnen wir uns auf die Frage: Was hat es mit der leiblichen Auferstehung Jesu Christi von den Toten auf sich? Zu seinen Jüngern hat er gesagt: „Fasst mich an und seht!“ Ist Auferstehung auch für uns etwas zum Anfassen?

Wir singen das Lied 106:

1. Erschienen ist der herrlich Tag, dran niemand g‘nug sich freuen mag: Christ, unser Herr, heut triumphiert, sein Feind er all gefangen führt. Halleluja.

2. Die alte Schlange, Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Not hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja.

3. Sein‘ Raub der Tod musst geben her, das Leben siegt und ward ihm Herr, zerstöret ist nun all sein Macht. Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja.

4. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, alls, was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darniederlag. Halleluja.

5. Drum wollen wir auch fröhlich sein, das Halleluja singen fein und loben dich, Herr Jesu Christ; zu Trost du uns erstanden bist. Halleluja.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden!

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Aber wie ist sie geschehen, die Auferstehung Jesu Christi? Wie soll sie geschehen, unsere Auferstehung von den Toten? Kommt nicht die Seele in den Himmel, während der Körper ins Grab sinkt? Warum besteht die Bibel auf der Auferstehung des Leibes? Verdrängt sie damit nur den unwiderruflichen Tod? Mit unseren Zweifeln kommen wir zu dir, Gott, und rufen dich an:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

So lehrt der Apostel Paulus in 1. Korinther 15 von der…

42 … Auferstehung der Toten: Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.

43 Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft.

44 Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib.

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist gross Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Gott, lass uns begreifen, was es mit der Auferstehung des Leibes auf sich hat. Mach uns gewiss, dass Jesus Christus lebendig ist, hier und heute als unser Herr, als die Mitte unserer Gemeinschaft, als die Liebe, die uns erfüllt. Gott, schenke uns wahrhaft frohe Ostern, neues Vertrauen zum Leben und zur Liebe, eine Zuversicht, die finsteren Mächten standhält. Lass uns aufstehen mit neuem Mut und neuer Kraft. Das erbitten wir von dir im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören das Osterevangelium nach Lukas 24, 1-12:

1 Am ersten Tag der Woche sehr früh kamen sie [die Frauen] zum Grab und trugen bei sich die wohlriechenden Öle, die sie bereitet hatten.

2 Sie fanden aber den Stein weggewälzt von dem Grab

3 und gingen hinein und fanden den Leib des Herrn Jesus nicht.

4 Und als sie darüber bekümmert waren, siehe, da traten zu ihnen zwei Männer mit glänzenden Kleidern.

5 Sie aber erschraken und neigten ihr Angesicht zur Erde. Da sprachen die zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?

6 Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Gedenkt daran, wie er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war:

7 Der Menschensohn muss überantwortet werden in die Hände der Sünder und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen.

8 Und sie gedachten an seine Worte.

9 Und sie gingen wieder weg vom Grab und verkündigten das alles den elf Jüngern und den andern allen.

10 Es waren aber Maria von Magdala und Johanna und Maria, des Jakobus Mutter, und die andern mit ihnen; die sagten das den Aposteln.

11 Und es erschienen ihnen diese Worte, als wär’s Geschwätz, und sie glaubten ihnen nicht.

12 Petrus aber stand auf und lief zum Grab und bückte sich hinein und sah nur die Leinentücher und ging davon und wunderte sich über das, was geschehen war.

Herr, dein Wort ist unseres Fusses Leuchte und ein Licht auf unserem Wege. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Wir singen das Lied auf der Vorderseite des Liedblattes – ein fröhliches Osterlied für große und kleine Leute:
Große Leute, kleine Leute feiern fröhlich Ostern heute
Glaubensbekenntnis

Wir singen aus dem Lied 114 die Strophen 1 und 4 bis 5:

1. Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen. Ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu umfangen, der heute durch des Todes Tür gebrochen aus dem Grab herfür der ganzen Welt zur Wonne.

4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden.

5. Geh mit Maria Magdalen und Salome zum Grabe, die früh dahin aus Liebe gehen mit ihrer Salbungsgabe, so wirst du sehn, dass Jesus Christ vom Tod heut auferstanden ist und nicht im Grab zu finden.

Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde, der Evangelist Lukas berichtet, wie am Ostermorgen ein paar Frauen als erste die Botschaft von der Auferstehung empfangen. Sie geben sie auch an die Jünger weiter, doch die halten das für Weibergeschwätz. Petrus sieht selber nach im Grab und wundert sich nur darüber, dass es leer ist. Doch am Abend des gleichen Tages überschlagen sich die Ereignisse. Zwei sonst unbekannte Jünger begegnen einem Fremden und erkennen in ihm in ihrem Heimatdorf Emmaus beim Brotbrechen ihren auferstandenen Herrn. Als sie eilig nach Jerusalem zurückkehren, erfahren sie von den anderen Jüngern, dass Jesus inzwischen auch ihnen erschienen ist. Lukas erzählt, wie sie sich voller Freude darüber unterhalten – und fügt folgende Geschichte hinzu:

36 Als sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch!

37 Sie erschraken aber und fürchteten sich und meinten, sie sähen einen Geist.

38 Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in euer Herz?

39 Seht meine Hände und meine Füße, ich bin’s selber. Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe.

40 Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und Füße.

41 Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen?

42 Und sie legten ihm ein Stück gebratenen Fisch vor.

43 Und er nahm’s und aß vor ihnen.

Ist das eine wunderbare oder nur eine wunderliche Geschichte? Lukas erzählt sie in einer Zeit, als der Auferstehungsglaube von zwei Seiten in Gefahr gerät: Gegner fragen die Christen: „Wie, ihr glaubt, Jesus ist leiblich auferstanden? Die Jünger haben bestimmt nur einen Geist gesehen!“ Aber auch manche Christen halten es für eine grob materialistische Vorstellung, nicht nur die Seele Jesu sei unsterblich, sondern auch sein Körper sei auferstanden. Genügt es nicht, an seine unsterbliche Seele zu glauben? Kann man nicht getrost den Leib Jesu und die leibliche Auferstehung vergessen?

Gegen solche Gedanken wendet sich Lukas mit seiner Erzählung. Er stellt sich vor, wie das gewesen ist, als Jesus seinen Jüngern erscheint. Urplötzlich ist er da, und sie erschrecken. Ist es nicht verständlich, dass sie meinen, einen Geist zu sehen? Jesus reagiert, wie Engel reagieren, wenn sie in der Bibel einem Menschen erscheinen. „Ihr müsst nicht erschrecken“, sagt er, „ich bin kein Geist.“ Der Auferstehungsglaube ist kein Geisterglaube, hat mit Spiritismus und Okkultismus nichts zu tun. Wie zum Beweis streckt er ihnen seine Hände und Füße hin: „Seht, ich bin’s selber. Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe.“

Aber sie wagen es nicht, ihren Augen zu trauen oder gar ihn anzufassen. Vor lauter Freude glauben sie nicht, sondern wundern sich nur. Sie denken wohl: Wer sich zu früh freut, wird auch früh enttäuscht.

Darum erzählt Lukas handgreiflich weiter. Jesus bittet um ein Stück gebratenen Fisch und isst es auch auf. Jesus ist also kein Geist, denn ein Geist kann nicht essen. Er ist mit Seele und Leib auferstanden.

Ich bin nicht ganz glücklich mit dieser Geschichte. Denn sie legt ein Missverständnis nahe: Als ob der auferstandene Jesus in dieses irdische Leben zurückgekehrt sei: sozusagen wiederbelebt und nicht verwandelt. Als ob Jesus seinen verweslichen Körper mit dem alten Fleisch und den alten Knochen wiederbekommen hätte! Aber lebt er nicht, wie Paulus sagt, mit einem neuen unverweslichen Leib bei Gott im Himmel? Das ist doch kein irdischer Leib aus irdisch sichtbarer und anfassbarer Materie wie vor seinem Tod. Was also beweist eigentlich die Geschichte, die Lukas erzählt?

Ich ahne, was Lukas mit seiner Erzählung sagen will. Er wehrt sich dagegen, dass man aus der Auferstehung ein blutleeres Weiterleben der menschlichen Seele machen will. Vielleicht kennen Sie Ludwig Thoma‘s Geschichte vom „Münchner im Himmel“:

Als der Dienstmann Alois Hingerl am Münchener Hauptbahnhof einen Auftrag mit ungewohnter Hast erledigt, sinkt er vom Schlag getroffen zu Boden und stirbt.

Der heilige Petrus verpasst ihm den Namen „Engel Aloisius“, drückt ihm eine Harfe in den Flügel und macht ihn mit der himmlischen Hausordnung bekannt: „von morgens 8 Uhr bis mittags 12 Uhr: Frohlocken; von mittags 12 Uhr bis abends 8 Uhr: Hosianna singen.“

Dem Münchner im Himmel gefällt das gar nicht. Er weiß nicht, wie er Frohlocken soll, wenn er nicht einmal eine Maß Bier bekommt, und auch das Halleluja-Singen ist nicht sein Geschmack – „Luhja, sog i“, so quält er sich als Engel wider Willen. „Auweh!“ ruft er. „Des werd schee fad! Und i hab gmoant, i kumm in Himmi!“

Lukas könnte den Münchner gut verstehen. Für ihn ist Auferstehung nicht etwas rein Geistiges, das mit dem Leben auf dieser Erde aber auch gar nichts mehr zu tun hat. Der auferstandene Jesus ist identisch mit dem Mann, der hier gelebt, hier geliebt und hier gelitten hat. Darum zeigt er seine Hände und Füße, die man mit Nägeln durchbohrt hat. Der auferstandene Jesus wird von seinen Jüngern wiedererkannt als derselbe, zu dem sie hier auf Erden Vertrauen fassen konnten. Mit ihm haben sie gemeinsam das Letzte Abendmahl gefeiert; in seinem Auftrag haben sie mit wenigen Fischen und Broten 5000 Menschen satt bekommen. Jetzt bittet er sie, mit ihm ihren gebratenen Fisch zu teilen; da wissen sie, mit wem sie es zu tun haben: mit dem, der ihren Hunger gestillt hat und ihre Sehnsucht nach Liebe kennt.

Ein Missverständnis wäre es, die Auferstehung des Leibes mit einer Wiederherstellung des alten irdischen Körpers zu verwechseln. Körper ist nicht dasselbe wie Leib. Mit dem Körper ist in der Tat das gemeint, was im Grab zerfällt oder im Krematorium verbrennt. Mit dem Leib ist der ganze Mensch gemeint, unser ganzes Ich, mit unserer Lebensgeschichte, mit unserer Eingebundenheit in die Orte und Zeiten unserer Existenz, mit unseren Beziehungen zu anderen Menschen, ohne die wir nicht dieses unverwechselbare Individuum wären. Unsere Einmaligkeit bleibt in der Auferstehung bewahrt: Das ist gemeint mit der Auferstehung des Leibes. Mein Leben behält einen ewigen Wert, nichts von dem, was ich getan und unterlassen habe, es sei gut oder böse, ist vor Gott gleichgültig.

Als unsere Söhne klein waren, fragte mich der Ältere einmal nach einem kleinen Mädchen, das gestorben war: „Wächst sie im Himmel noch?“ Ich habe ihm geantwortet: „Ja, das kann ich mir vorstellen.“ Aber wir wissen nicht, wie wir im Himmel sein werden. Werden wir auferstehen, so wie wir im Augenblick des Todes ausgesehen haben? Mit Falten oder mit Unfallverletzungen oder von einer Krankheit gezeichnet, die den Körper zerstört oder entstellt? Das macht keinen Sinn. Aber Gott weckt uns auf mit der Geschichte, die unsere ureigene Geschichte ist, mit dem, was wir überwunden und hinter uns gelassen haben ebenso, wie mit dem, was wir an Liebe und Freude gern bewahren möchten.

Ich bekam dieser Tage ein selbstkomponiertes Lied geschenkt, das Lied eines Mannes, der sich Ostern als einen neuen Morgen der Hoffnung erträumt. So einen neuen Morgen kann es jeden Tag geben, wo die Lebendigkeit der Liebe Gottes uns aufstehen lässt aus Trostlosigkeit und Verzweiflung, aus Depression und Resignation. Sie finden das Lied auf dem kleinen Liederzettel. Es ist nicht unbedingt ein Gemeindelied, eher ein Lied zum Vorsingen, und das möchte ich jetzt tun. Und wer möchte, stimme ruhig mit ein:

1. Wenn dich früh der erste Strahl erreicht, der dir nicht mehr von der Seite weicht, wenn Korn für Korn in dein Glücksglas rinnt, dann spürst du, du bist frei! Und dann kommt ein neuer Morgen, und die Tage werden wieder hell. Vertrieben sind Kummer und Sorgen, die Sonne scheint wieder hell.

2. Ist des Tages Morgenstund vorbei und vom Schmutz die letzte Wunde frei, wenn hoffnungsvoll in die Welt du schaust, dann spürst du, du bist frei…

3. Wenn vom Gras der letzte Rauhreif weicht und das Blütenmeer einem Schauspiel gleicht, wenn du frische neue Hoffnung tankst, dann spürst du, du bist frei…

4. Dafür braucht es gar kein weit‘res Wort, wanderst du an einen andern Ort, voll Glück über dieses Freudentag, dann spürst du, du bist frei…

Der Glaube an die Auferstehung des Leibes nimmt dieses Leben hier und jetzt sehr wichtig. Dem jetzigen Leben ist Zukunft versprochen. Jesus als der Auferstandene will, dass wir dieses Leben nicht gering achten, dass wir uns den Herausforderungen hier auf Erden stellen. Wo wir uns schwach fühlen, stärkt er uns, wo wir uns zu stark fühlen, erinnert er uns daran, dass wir nicht immer stark sind und auch nicht immer stark sein müssen.

Obwohl es gefährlich ist, zu leben, müssen wir nicht vor dem Leben weglaufen. Wer vor dem Leben flieht, ist mitten im Leben schon tot. Aber wer lebt wirklich? Der, der liebt. Wer sich darauf einlässt, geliebt zu sein, lebt wirklich, nicht indem er das Leben krampfhaft festhält, sondern indem er loslassen kann. Und nur scheinbar verlieren wir uns, indem wir lieben. In Wirklichkeit gewinnen wir als Liebende unser Leben, gerade wenn wir zu verlieren scheinen.

Das ist gemeint mit der Auferstehung des Leibes: Der, durch den die Jünger Liebe kennengelernt hatten, hält sie auch als der Auferstandene in dieser Liebe fest. Sie erkennen ihn wieder und spüren, dass ihnen in der Liebe zu ihm das ewige Leben geschenkt ist. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.

Wir singen 112, 1 bis 5:

1. Auf, auf, mein Herz, mit Freuden nimm wahr, was heut geschicht; wie kommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist.

2. Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei; eh er’s vermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft Viktoria, schwingt fröhlich hier und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält.

3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesus Christ aus Lieb erworben ist.

4. Die Höll und ihre Rotten, die krümmen mir kein Haar; der Sünden kann ich spotten, bleib allzeit ohn Gefahr. Der Tod mit seiner Macht wird nichts bei mir geacht‘: er bleibt ein totes Bild, und wär er noch so wild.

5. Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn, sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn. Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht, das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick.

Als er das Brot mit ihnen bricht, den Fisch mit ihnen isst, erkennen sie ihn. Im Heiligen Mahl will der Auferstandene spürbar bei uns sein. Darum lasst uns am Ostertag das Abendmahl miteinander feiern!
Herr Jesus Christus, du lädst uns ein als der, der mit uns geht, der bei uns ist, alle Tage. Du lädst uns ein als die, die oft so leben, als ob du tot und nicht auferstanden wärest. Du lädst uns ein mit unseren Sünden, die auf uns lasten, und vergibst sie. Du lädst uns ein mit dem, was uns auferlegt ist, und nimmst alle unsere Sorge auf dich.

In der Stille bringen wir vor dich, was uns belastet:

Beichtstille

Wollt Ihr, dass Gott euch verwandelt zum neuen Leben durch die Kraft der Auferstehung Jesu Christi, dann sagt laut oder leise oder auch still im Herzen: Ja!

Auf euer aufrichtiges Bekenntnis spreche ich euch die Vergebung eurer Sünden zu – im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Der Herr sei mit euch. „Und mit deinem Geiste.“

Die Herzen in die Höhe! „Wir erheben sie zum Herren.“

Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserem Gott. „Das ist würdig und recht.“

Würdig und recht ist es, Herr Jesus Christus, dass wir das Geheimnis deiner Auferstehung mit vertrauendem Herzen annehmen – es ist für uns geschehen, ohne unser Zutun, ohne unser Verdienst und Würdigkeit, einfach durch deine Liebe, durch dein Sterben und Auferstehen.

Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst, o Herr, in Ewigkeit.

Zu dir rufen wir und preisen dich, Heiliger Gott:

Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosianna in der Höhe.

Vater unser und Abendmahl

Danke, guter Gott, für deine Osterbotschaft! Danke für deinen Sohn Jesus Christus, in dem du dich uns geschenkt hast und den du von den Toten auferweckt hast! Danke für die lebendige Hoffnung, dass auch wir auferstehen werden!

Wir bitten dich, überwinde die Sünde in unserem Leben, überwinde das Festhalten an Hochmut und Trägheit, an Lüge und Verzweiflung. Lass nicht die Vergänglichkeit herrschen in unserem Leben, sondern das was bleibt: Vertrauen, Liebe, Hoffnung. Lass unser Tun nicht vergeblich und unser Leben nicht leer sein – erfülle uns vielmehr im Leid mit Trost, in der Angst mit Mut, im Minderwertigkeitsgefühl mit Selbstvertrauen, im Stress mit Zuversicht! Guter Gott, erinnere uns an Ostern, wenn wir rückfällig werden und den Tod für mächtiger halten als dich! Amen.

Wir singen das Lied 99:

1) Christ ist erstanden von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.

2) Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit dass er erstanden ist, so lobn wir den Vater Jesu Christ‘. Kyrieleis.

3) Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.

Abkündigungen

Und nun geht mit Gottes Segen in den Ostertag:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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