Sternenkönige

„Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut“.

Die Heiligen Drei Könige, ist das unsere Geschichte? Nach außen hin reich verzehren sie sich innerlich in Sehnsucht. Einen weiten Weg gehen sie, um ein Kind anzubeten. Und dieses Kind – es ist einfach nur ein Kind in seinen Windeln, lacht, wenn es sich freut, und weint, wenn es Aua hat.

Die Heiligen Drei Könige auf Kamelen vor einem Sternenhimmel mit einem sehr hell leuchtenden Stern

Die Heiligen Drei Könige (Bild: pixabay.com)

direkt-predigtAbendmahlsgottesdienst am 2. Sonntag nach Weihnachten, den 5. Januar 2003, um 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Morgen ist Epiphanias oder volkstümlicher: das Fest der Heiligen Drei Könige. Da morgen aber kein Gottesdienst in der Pauluskirche ist, will Pfarrer Schütz über dieses Fest schon heute nachdenken.

Da entdecken Astrologen einen merkwürdigen Stern und unternehmen eine weite Reise. Beinahe werden sie zu Agenten eines Gewaltherrschers, als König Herodes sie dazu benutzen will, den Aufenthaltsort des neugeborenen Jesus auszuspionieren. Das Ganze wird in der Bibel aber nicht erzählt, um die Schlechtigkeit der Welt herauszustellen. Vielmehr geht es um ein Licht, das die ganze Welt hell machen soll. Von diesem Licht handelt dieser Gottesdienst.

Wir singen aus dem Lied 70 die Strophen 1 und 4:

Wie schön leuchtet der Morgenstern voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, die süße Wurzel Jesse. Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, hast mir mein Herz besessen; lieblich, freundlich, schön und herrlich, groß und ehrlich, reich an Gaben, hoch und sehr prächtig erhaben.

Von Gott kommt mir ein Freudenschein, wenn du mich mit den Augen dein gar freundlich tust anblicken. Herr Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Nimm mich freundlich in dein Arme und erbarme dich in Gnaden; auf dein Wort komm ich geladen.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wir hören Worte aus dem Psalm 72, in dem Jahrhunderte vor der Geburt Jesu Hoffnungen geäußert werden, die sich dann in der Person Jesu erfüllen:

1 Gott, gib dein Gericht dem König und deine Gerechtigkeit dem Königssohn,

2 dass er dein Volk richte mit Gerechtigkeit und deine Elenden rette.

4 Er soll den Elenden im Volk Recht schaffen und den Armen helfen und die Bedränger zermalmen.

10 Die Könige von Tarsis und auf den Inseln sollen Geschenke bringen, die Könige aus Arabien und Saba sollen Gaben senden.

11 Alle Könige sollen vor ihm niederfallen und alle Völker ihm dienen.

12 Denn er wird den Armen erretten, der um Hilfe schreit, und den Elenden, der keinen Helfer hat.

15 Er soll leben, und man soll ihm geben vom Gold aus Saba. Man soll immerdar für ihn beten und ihn täglich segnen.

17 Sein Name bleibe ewiglich; solange die Sonne währt, blühe sein Name. Und durch ihn sollen gesegnet sein alle Völker, und sie werden ihn preisen.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Sollte der Stern die weisen Männer wirklich in das kleine Bethlehem führen? Sie suchen einen König lieber am Königshof in der Hauptstadt Jerusalem. Doch dort verstricken sich die königlichen Männer aus dem Morgenland in die Abgründe machtpolitischer Verwicklungen.

Würde es uns besser gehen? Auch wir haben nicht immer den richtigen Durchblick, persönlich oder politisch, verstrickt in Interessenkonflikte und Ängste. Wir rufen zu dir, Gott:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Wir werden hören, es ist nicht der Stern allein, der die Sterndeuter nach Bethlehem führt. Es ist nicht der Stern allein, der das Kind vor der Ermordung durch Herodes bewahrt. Sie folgen dem Stern, der Schrift und einem Engel. Viele Arten und Weisen kennt Gott, um uns das Licht der Wahrheit zu zeigen.

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Gott des Lichtes, lass den Stern von Bethlehem über uns leuchten, dass er uns den Weg zum Frieden zeige. Mach es hell auf unserem Weg, dass wir uns nicht verirren, wenn wir die Wahrheit suchen. Sei du selbst das Licht in unserem Herzen, wenn uns Finsternis bedrohlich umschließt. Das erbitten wir von dir im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören die Lesung aus dem Buch Jesaja 60, 1-3:

1 Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!

2 Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

3 Und die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja! „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Wir singen aus dem Lied 71 die Strophen 1 – 3 + 5:

O König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron; hilf, dass allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit.

Von deinem Reich auch zeugen die Leut aus Morgenland; die Knie sie vor dir beugen, weil du ihn‘ bist bekannt. Der neu Stern auf dich weiset, dazu das göttlich Wort. Drum man zu Recht dich preiset, dass du bist unser Hort.

Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeld’t, doch achtest du gar wenig vergänglich Gut und Geld, prangst nicht auf stolzem Rosse, trägst keine güldne Kron, sitzt nicht im steinern Schlosse; hier hast du Spott und Hohn.

Du wollst dich mein erbarmen, in dein Reich nimm mich auf, dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf. Mein‘ Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, dass sie mich nicht versehren; rett mich aus aller Not.

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Zur Predigt hören wir die Evangeliumslesung zum Erscheinungsfest nach Matthäus 2, 1-12:

1 Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen:

2 Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.

3 Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem,

4 und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte.

5 Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten:

6 »Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist keineswegs die kleinste unter den Städten in Juda; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.«

7 Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre,

8 und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr’s findet, so sagt mir’s wieder, dass auch ich komme und es anbete.

9 Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war.

10 Als sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut

11 und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.

12 Und Gott befahl ihnen im Traum, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren; und sie zogen auf einem andern Weg wieder in ihr Land.

Liebe Gemeinde!

Was hat es auf sich mit diesem Stern, der am Himmel eine Geschichte über ein Kind in Bethlehem erzählt? Was sind das für Leute, die auf den Stern aufmerksam werden, sternkundige Weise aus dem Land des Morgens, weit im Osten? Es gab zu Jesu Zeiten in der Gegend von Babylon solche gelehrten Männer, die jede Nacht den Himmel beobachteten, Fixsterne und Planeten unterscheiden konnten und aus den Sternbewegungen bestimmte Schlüsse zogen. Sei waren Astrologen, die davon ausgingen: es gibt einen Zusammenhang zwischen oben und unten, zwischen dem von Gott geschaffenen Himmel und der von Gott geschaffenen Erde.

Vielleicht hatten sie beobachtet, dass die Planeten Jupiter und Saturn so nahe beieinander standen, dass sie wie ein einziger Stern aussahen und viel heller leuchteten als sonst. Saturn galt als der Stern der Juden und Jupiter als der Königsstern – die Deutung lag nahe: Im Land der Juden muss ein Königssohn geboren worden sein. Und wenn der Himmel davon kündet, muss dieser König, der da heranwachsen wird, von Bedeutung sein nicht nur für die Juden, sondern für alle Welt. Würde er die Sehnsucht der Völker nach Frieden erfüllen?

Sie wollen es genau wissen – und dazu müssen sie ins jüdische Land reisen. Eine aufwendige Reise ist das, arm können sie nicht gewesen sein, drei kostbare, gleichsam königliche Geschenke haben sie auch dabei, das ist der Grund, weshalb man sie später als die Heiligen Drei Könige verehren wird.

Nun haben sie ein Problem – wie sollen sie aus der Position eines Sterns am Himmel auf den Ort der Geburt des Königskindes schließen? Kindern in einem Krippenspiel fällt es nicht schwer, sich das vorzustellen: Der Stern wandert einfach, und über dem Stall bleibt er stehen. Die erwachsenen Sterndeuter benutzen ihren Verstand und ziehen eine naheliegende Schlussfolgerung: Wo soll man einen kleinen Prinzen suchen? Natürlich in der Hauptstadt des Landes!

Wie das mit naheliegenden Schlussfolgerungen so ist, oft sind sie falsch. In Jerusalem gibt es keinen neugeborenen Prinzen; der amtierende König Herodes der Große hat nur drei erwachsene Söhne. Selbst diese ließ er hinrichten, wie andere Quellen berichten. Aber das war wohl erst später, sonst wären die morgenländischen Weisen wohl misstrauischer gewesen.

Naiv, wie sie sind, treffen sie sich zu einer geheimen Konferenz mit dem König und lassen sich von ihm als Spione benutzen. Er tut so, als wolle er das Kind ebenfalls anbeten, in Wirklichkeit plant er seinen Tod.

Herodes war ein von den Römern geduldeter und von seinem eigenen Volk gehasster König; er fürchtete jeden Messias als möglichen Aufrührer. Auch für die Priester und Theologen in Jerusalem muss die Ankunft der Astrologen ein Schock gewesen sein: Sollten sich wirklich zu ihren Lebzeiten die alten Prophetenweissagungen erfüllen – ein Messiaskönig werde kommen als würdiger Nachfolger König Davids, der seit 1000 Jahren tot war? Sie hatten sich so schön eingerichtet mit den gegebenen Verhältnissen unter der römischen Herrschaft, sie waren zufrieden mit dem von Herodes neu errichteten Tempel und den Profiten aus dem Opferkult.

Die Theologen am Hof des Herodes finden immerhin heraus: in dem kleinen Kaff Bethlehem sollte der Messias geboren werden. Ausgestattet mit dieser Zusatzinformation aus der Bibel gehen die Weisen quasi als Sonderkommando des Herodes nach Bethlehem.

Und noch einmal lassen sie sich von der Bewegung der Gestirne leiten. Die Planeten am Himmel bewegen sich nicht immer nur vorwärts, manchmal stehen sie scheinbar still. So ein Zeichen mag den Astrologen Gewissheit gegeben haben: Wir sind am Ziel!

Merkwürdig, so unbefangen spricht der Evangelist Matthäus von Astrologie. Er sagt nicht: Schlimme Heiden sind das, die glauben an die Sterne! Er nimmt ihre Sehnsucht ernst, die so tief in ihren Herzen steckt, dass sie den weiten Weg auf sich genommen haben. Anscheinend begreifen diese Heiden mehr als die frommen Leute in Jerusalem. Die Theologen dort haben nur Angst vor dem Neuen. Die Astrologen aus dem Morgenland lassen alles stehen und liegen, als mitten in ihren astrologischen Forschungen dieser eine Stern ein Licht in ihrer Seele aufleuchten lässt. Auch was die biblischen Propheten verheißen haben, erfüllt sich ausgerechnet für die Heiden, die ihre alte Sehnsucht im eigenen Herzen spüren – Sehnsucht nach Frieden, nach geschenktem Leben.

Die Heiligen Drei Könige, ist das unsere Geschichte? Menschen auf der Suche nach dem königlichen Kind – im Grunde suchen sie Erfüllung für das Kind, das in ihrer eigenen Seele lebt. Nur nach außen hin reich an Kostbarkeiten, an beeindruckendem Wissen, verzehren sie sich innerlich in einer unstillbaren Sehnsucht. Einen weiten Weg gehen sie, um ein Kind anzuschauen und anzubeten. Und das alles, obwohl das Kind ihnen nichts weiter bietet, es ist einfach nur ein Kind in seinen Windeln, schreit nach Milch, lacht, wenn es sich freut, und weint, wenn es Aua hat.

Vor diesem Kind haben auch die reichen, weisen Männer nicht mehr in der Hand als die armen Hirten, von denen Lukas in seiner Weihnachtsgeschichte berichtet. Ihre Reichtümer geben sie gerne her, um dem Kind eine Freude zu machen und gut für es zu sorgen: Gold für die materielle Versorgung, Myrrhe als erprobtes Schmerzmittel für den Fall, dass dem Baby etwas weh tut, und Weihrauch als Wohlfühlduft für die Seele. Aber was die Besucher mit den drei kostbaren Geschenken als Geschenk zurückbekommen, ist etwas viel Größeres: „Sie wurden hoch erfreut!“ Wer zu dem Kind findet, zum Kind in der Krippe und zum Kind in sich selbst, der findet zu echter Freude. „Als sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an.“

Ein Letztes erzählt Matthäus von den weisen Sterndeutern, das stimmt mich nachdenklich: „Und Gott befahl ihnen im Traum, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren; und sie zogen auf einem andern Weg wieder in ihr Land.“ Jetzt hören die Männer ganz direkt die Stimme Gottes, sie vernehmen sie direkt in ihrem eigenen Herzen. Vorher konnten sie nur indirekt an den Sternen ablesen und in den heiligen Schriften überprüfen, was Gott ihnen sagen wollte. Seitdem die Freude in ihr Herz eingezogen ist, haben sie auch ein Gespür bekommen für die Gefahr, die dem Kind von Herodes droht. Diese Freude macht offenbar nicht blind für die Wirklichkeit dieser Welt. Sie hilft vielmehr dazu, überlegt zu handeln, das Richtige zu tun.

Herodes wollte das neugeborene Kind töten, weil er Angst um seine äußere Macht und Stärke hatte. Kennen wir das auch, solche Herodesgefühle in uns, die das Kind in uns nicht groß werden lassen will? Man darf niemandem vertrauen, man darf sich nicht gehen lassen, man darf nicht schwach sein wie ein Kind. Viele haben schon Schiffbruch erlitten, wenn sie zu vertrauensselig waren. Viele haben sogar in ihrer eigenen Familie, wo sie Vertrauen geschenkt haben, nur Verletzungen geerntet. Kein Wunder, wenn man dem Kind in sich zu verstehen gibt: Still jetzt, man soll mir nicht noch mehr weh tun! Die Versuchung ist groß, Gefühle wegzudrängen, die weh tun. Aber so würden wir das Kind in uns totmachen, das fühlen will. Herodes schaffte es nicht, das Kind zu töten. Aber bis heute ist jedes Kind und alles Kindliche in der Welt verletzbar und bedroht, auf Schutz und gute Fürsorge angewiesen. Auch das lehrt uns die Geschichte der weisen Männer. Und das Kind Jesus? Es überlebt und erfüllt als erwachsener Mann seinen Auftrag. Nicht die Herodesse bleiben die Gewinner der Geschichte, sondern das Kind in der Krippe erweist sich als wahrer König, der uns alle auf den Weg zum Leben führt. Zwar konnte man den Mann Jesus zum Schluss doch noch töten; aber seine Liebe, das Vertrauen zu ihm, die Hoffnung durch ihn, sie konnte nicht getötet werden. Jesus, der wahre Mensch, der Sohn Gottes, bleibt für uns das Licht der Welt, das Licht in unserer Finsternis. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.

Wir singen das Lied 542:

Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg

Zum ersten Mal im Neuen Jahr feiern wir das Heilige Abendmahl miteinander – unser Herr Jesus Christus ist leibhaftig unter uns und erfüllt uns in Brot und Kelch mit seiner Liebe.

Herr Jesus, Gottes Sohn, Licht der Welt, im Stern den Astrologen erschienen, in den Worten der Propheten verheißen, im Kind zu Bethlehem gefunden – erleuchte auch unser Herz. Mach uns bewusst, was dunkel ist in uns, und befreie uns von Finsternis. Lass uns im Vertrauen auf Vergebung in der Stille vor dir bekennen, was Sünde war in unseren Gedanken, Worten und Taten:

Beichtstille

Ist euch eure Sünde leid und begehrt ihr Gottes Vergebung, so sagt laut oder leise oder auch still im Herzen: Ja!

Auf euer aufrichtiges Bekenntnis spreche ich euch die Vergebung eurer Sünden zu – im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Der Herr sei mit euch. „Und mit deinem Geiste.“

Die Herzen in die Höhe! „Wir erheben sie zum Herren.“

Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserem Gott. „Das ist würdig und recht.“

Würdig und recht ist es, dich, großer Gott, im Kind anzubeten, der du klein wirst in unserer Welt, liebebedürftig und verletzbar. Würdig und recht ist es, in uns selbst und in unserem Nächsten das Kind zu entdecken, das du nach deinem Bilde geschaffen hast und sich nach Liebe sehnt. Zu dir rufen wir und preisen dich, Heiliger Gott:

Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosianna in der Höhe.

Wir beten um das Reich, um das Brot, um die Vergebung mit den Worten, die Jesus zu seinem Vater im Himmel betete und uns ebenfalls zu beten lehrte:

Vater unser und Abendmahl

Lasst uns beten.

Wie schön wäre es, Gott, wenn die Mächtigen auf Erden sich wirklich beugen würden vor einem Kind! Wie schön wäre es, wenn alle Armen und Elenden auf Erden einen starken Fürsprecher hätten! Wie schön wäre es, wenn kein Erwachsener mehr einem Kind etwas zuleide täte!

Gott, bis jetzt ist es immer noch eine Ausnahme, wenn wirklich Könige vor einem Kinde knien. Jeden Tag erfahren wir voller Entsetzen, wie Menschenrechte mit Füßen getreten und Kinderseelen brutal verletzt werden.

Doch du wurdest ein Kind, angewiesen auf Schutz durch andere Menschen, bedroht durch den König Herodes von Anfang an, doch beschützt durch Engel und liebende Menschen.

Du wurdest ein Mann, der das Kind in sich nie verleugnete, ein Mann voll Gefühl und mit einem großen Herz für alle Verzweifelten.

Darum hilf uns auch, auf das Kind zu achten, auf das Kind in Not überall in unserer Umgebung, das unsere Hilfe braucht, und auf das Kind in uns, das leben will, das wachsen will und viel Liebe braucht.

Hilf uns, wie die Könige auf scheinbare Stärke zu verzichten. Hilf uns, auf das Kind zu vertrauen – auf den Gott, der in den Schwachen mächtig ist. Amen.

Wir singen aus dem Lied 66 die Strophen 1, 5 und 8:

Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude; A und O, Anfang und Ende steht da. Gottheit und Menschheit vereinen sich beide; Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah! Himmel und Erde, erzählet’s den Heiden: Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden.

Jesus ist kommen, der König der Ehren; Himmel und Erde, rühmt seine Gewalt! Dieser Beherrscher kann Herzen bekehren; öffnet ihm Tore und Türen fein bald! Denkt doch, er will euch die Krone gewähren. Jesus ist kommen, der König der Ehren.

Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben. Hochgelobt seid der erbarmende Gott, der uns den Ursprung des Lebens gegeben; dieser verschlinget Fluch, Jammer und Tod. Selig, die ihm sich beständig ergeben. Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben.

Und nun lasst uns mit Gottes Segen in den Sonntag gehen – wer möchte, ist im Anschluss noch herzlich zum Beisammensein mit Kaffee oder Tee im Gemeindesaal eingeladen.

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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