„So weit die Wolken gehen“

Indem die Wolke Jesus unsichtbar macht, macht sie zugleich etwas sichtbar: Er ist jetzt der, der mit Gott im Himmel regiert; er hat uns etwas zu sagen. So wie der Mensch Jesus auf dieser Erde gelebt und geliebt hat, gelitten und gestorben ist, so ist Gott für uns da. Gott begegnet uns sozusagen mit dem menschlichen Gesicht Jesu.

Eine Wolke verbirgt die Sonne (Foto: pixabay.com)

Eine Wolke verbirgt die Sonne (Foto: pixabay.com)

Gottesdienst an Christi Himmelfahrt, 13. Mai 2010, um 10.00 Uhr auf dem Segelflugplatz in der Wieseck-Aue gemeinsam mit der Evangelischen Thomasgemeinde Gießen
Vorspiel (Keyboard)
Begrüßung und Votum (Barbara Görich-Reinel)
Lied 594: Der Himmel geht über allen auf
Psalm 36, 6-8 (Barbara Görich-Reinel)

6 HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.

7 Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes und dein Recht wie die große Tiefe. HERR, du hilfst Menschen und Tieren.

8 Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!

Gebet (Barbara Görich-Reinel)
Lesung: Apostelgeschichte 1, 3-11 (Barbara Görich-Reinel)

3 [Den Aposteln] zeigte [Jesus] sich nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes.

4 Und als er mit ihnen zusammen war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die ihr, so sprach er, von mir gehört habt;

5 denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.

6 Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel?

7 Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat;

8 aber ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.

9 Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg.

10 Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern.

11 Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.

Lied 622: Weißt du, wo der Himmel ist
Predigt Teil 1 (Helmut Schütz)

Liebe Gemeinde,

wir haben gehört und gesungen: der Himmel, wo Gott wohnt, um den es uns hier im Gottesdienst geht, ist nicht einfach da oben. Er kann uns näher sein, als wir denken; wir können mitten drin sein, wenn wir uns aufgehoben und getragen fühlen im Vertrauen auf Gott.

Trotzdem: der Himmel über uns war immer auch ein Bild für den Himmel, wo Gott wohnt. Immerhin gibt es für uns Menschen nichts Größeres, Höheres, Weiteres als den Himmel.

Und nun fährt Jesus zum Himmel. Nicht mit einem Fahrstuhl, nicht mit einer Rakete. Sein Transportmittel ist eine Wolke. Was da geschieht, wird – genau genommen – gar nicht als Fahrt beschrieben. Es ist eher wie beim Raumschiff Enterprise: Jesus wird weggebeamt, aufgehoben und aufgenommen von der Wolke. Eben war er noch da, dann ist er weg. Die Wolke ist wie alle Wolken leicht und luftig und dennoch für Blicke undurchdringlich. Sie transportiert Jesus in den Himmel, indem sie ihn verhüllt. Sie macht ihn unsichtbar für menschliche Augen.

Ähnliches wird schon im Alten Testament geschildert. Da gibt es Wolken, die Gott selbst vor den Augen der Menschen verbergen, denn ihn in seinem göttlichen Licht zu sehen, heller als tausend Sonnen, würde uns blind machen, und unser Verstand würde durchdrehen bei dem Versuch, Gottes Wesen wirklich zu erfassen.

Wolken verhüllen Gott aber nicht nur, sie enthüllen auch etwas von ihm. Sie enthüllen, dass er – obwohl unsichtbar und nicht auf eine bestimmte Vorstellung festzunageln – trotzdem da ist. So begleitete eine Wolke das Volk Israel, als Gott es aus der Sklaverei in Ägypten befreite und durch die Wüste führte. Und als Gott auf dem Berg Sinai den Israeliten die Zehn Gebote gab, gute Worte als Wegweiser in die Freiheit, da redete er zu ihnen (5. Buch Mose – Deuteronomium 5, 22)

„aus der Wolke und dem Dunkel mit großer Stimme“.

Jetzt stehen die Jünger auf einem Berg und Jesus redet mit ihnen. 40 Tage lang haben sie erfahren dürfen: Der Jesus, dem sie nachgefolgt waren, der tot, gekreuzigt, begraben war, der lebt auf eine andere, unvorstellbare Weise weiter, zeigt sich ihnen in Visionen, lässt sie noch einmal seine Stimme hören. Genau jetzt, auf diesem Berg mit der Wolke, kündigt Jesus ihnen an: „Ich bleibe nicht sichtbar bei euch, nicht leiblich und nicht einmal in Visionen. Aber allein lasse ich euch trotzdem nicht: So wie Mose euch die Gebote gegeben hat, so sende ich euch Gottes Heiligen Geist, der wird euch erfüllen, der wird euch sogar Worte eingeben, um meine Botschaft in die Welt hinauszutragen. Ihr selber werdet etwas von Gott in euch haben, Liebe, Mut, Kraft.“ Damit hat Jesus alles gesagt, was zu sagen war; die letzte Vision des Auferstandenen vor dem Kreis seiner Jünger ist zu Ende; sie sehen nur noch die Wolke, die ihn vor ihren Augen verbirgt.

Ich muss noch an eine andere Wolke denken, die ganz aktuell in den letzten Wochen unsere Aufmerksamkeit in Anspruch genommen hat: die Aschewolke nach dem Ausbruch des Vulkans Eyja­fjallajökull auf Island. Der feine Staub in dieser für unsere Augen sogar unsichtbaren Wolke wurde als so gefährlich angesehen, dass er sogar Flugzeuge zum Absturz hätte bringen können. Vielleicht können uns die Segelflugexperten im Verein nachher erklären, wie gefährlich das wirklich ist; Tatsache ist jedenfalls, dass die Flugsicherheit viele Starts und Landungen nicht zugelassen hat. Aschewolken von weitaus gewaltigerem Ausmaß, verursacht durch einen Meteoriteneinschlag und verheerende Vulkanausbrüche sollen schon für das Aussterben der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren verantwortlich gewesen sein. Eine von Menschenhand durch den Einsatz von Atomwaffen künstlich hergestellte Wolke hat im vergangenen Jahrhundert als Symbol für den drohenden Weltuntergang traurige Berühmtheit erlangt: der Atompilz über Hiroshima und Nagasaki.

Dass Jesus von einer Wolke verhüllt wird, heißt also auch: Seine Macht der Liebe und des Friedens setzt sich noch nicht vollständig durch. Diese Welt ist noch nicht einfach heil; es finden in ihr nach wie vor Kriege und Katastrophen statt. So gesehen stellt die Wolke die ganze Macht Jesu in Frage. Ist Jesus einfach nur unsichtbar? Oder ist er überhaupt weg? Viele Menschen glauben ja, dass von Gott, von Jesus überhaupt nichts zu erwarten ist. Und die Jünger damals, die wie blöde in den Himmel starren, weil Jesus plötzlich nicht mehr zu sehen ist, haben schon genau solche Zweifel.

Aber da stehen auf einmal zwei Männer in weißen Gewändern. Engel. Boten von Gott (Apostelgeschichte 1, 11):

11 Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.

Damit erinnern die Engel an eine ganz bestimmte Wolke. Der Prophet Daniel hatte einmal eine Vision gehabt, in der ihm klar wurde, dass alle Weltreiche dieser Erde, die mit blutigem Terror regieren, untergehen würden. Und dann sah er in dieser Vision zum Schluss eine Gestalt, die mit den Wolken des Himmels kam (Daniel 7):

13 Ich sah in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn und gelangte zu dem, der uralt war, und wurde vor ihn gebracht.

14 Der gab ihm Macht, Ehre und Reich, dass ihm alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten. Seine Macht ist ewig und vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende.

Als Jesus in Israel lebte und lehrte, da schöpften die Menschen neue Hoffnung, dass diese Vision wahr werden könnte. Handelte Jesus nicht wie dieser Menschensohn, der mit den Wolken des Himmels kommen sollte? Zeigte er nicht Wege, um menschlich miteinander umzugehen, denen zur Seite zu stehen, die Unrecht erleiden, Unrechttäter zur Umkehr zu rufen und Böses mit Gutem zu überwinden?

Die Himmelfahrtsengel sagen nun: Das bleibt wahr. Auch wenn Jesus am Kreuz gestorben ist, auch wenn er selbst nicht mehr leiblich auf Erden lebt, die Macht des Menschensohnes wird sich durchsetzen. Nicht mit Waffengewalt und politischem Zwang, aber durch Überzeugungskraft, Vertrauen und Liebe.

Aber das kann dauern. Nicht ohne Grund bleibt das Bild vom Menschensohn, der mit den Wolken des Himmels kommen und diese Welt in ein Reich des Friedens verwandeln wird, eine Zukunftsvision. Damals kam Jesus nicht mit den Wolken, er ging mit ihnen, er wurde von einer Wolke abgeholt in den Himmel.

Indem die Wolke Jesus unsichtbar macht, macht sie zugleich etwas sichtbar: Er ist jetzt der, der mit Gott im Himmel regiert; er hat uns etwas zu sagen. So wie der Mensch Jesus auf dieser Erde gelebt und geliebt hat, gelitten und gestorben ist, so ist Gott für uns da. Gott begegnet uns sozusagen mit dem menschlichen Gesicht Jesu. Gerade weil Jesus nicht mehr sichtbar ist für die Augen bestimmter einzelner Menschen, ist er unsichtbar für alle Menschen da. Seit der Himmelfahrt ist es mit Jesus wie mit Gott selbst: Wir alle dürfen ihn wahrnehmen, seine Liebe spüren, seine mahnenden und ermutigenden Worte hören. Wir dürfen durchaus etwas von Gott sehen – aber nur wie durch eine Wolke verhüllt.

Lied: Wo Menschen sich vergessen
Herr Türschmann: Wolken (Entstehung und Arten)
Predigt Teil 2: „Wolkenzeugen?“ (Barbara Görich-Reinel)

Wind, Wetter und Wolken nehmen, wie sie sind. Das sind die Herausforderungen der SegelfliegerInnen. Welche Herausforderungen sollen wir als Christen bewältigen, wenn Gott sich in Wolken hüllt und Jesus mit einer Wolke verschwunden ist?

Wir sind auf den Boden der Tatsachen gestellt. Wir erleben Zeiten, da klart der Himmel auf, und andere Momente, wo Unwetter und Grau unser Leben bestimmen. Wir befinden uns in einer Zwischenzeit: in einer Zeit, in der Gott sich verhüllt und wir auf Enthüllung warten. In diesem „Dazwischen“ müssen wir uns einrichten. Gott sei Dank, sind wir dabei nicht allein gelassen. Vom Himmel empfangen wir eine Kraft, sodass wir unter den Wolken klar kommen. Und wir haben Vorbilder im Glauben, die uns eine echte Hilfe sein können. Glaubenszeugen und Zeuginnen helfen uns, das Leben anzunehmen wie es ist. Im Hebräerbrief ist deshalb von einer besonderen Wolke die Rede: von der Wolke derer, die Zeugnis ablegen. Das sind die Menschen, die wenig sehen und doch glauben, diejenigen, die Gottvertrauen haben und damit andere umgeben. Im Hebräerbrief sind etliche benannt, die damals zur Wolke der Zeugen gehören und die Jüngerschaft umgaben: die Vorfahren Henoch, der im Übrigen auch eine Himmelfahrt erlebte, Abraham und Sarah, Noah, Mose, Rahab…

Diese Wolke der Zeugen ist durch die späteren Märtyrer zu ergänzen. Und in diesen Tagen, Mitte Mai, werden wir immer durch das Wetter an einige davon erinnert: die sog. Eisheiligen.

Doch wer waren die »Eisheiligen« wirklich? Pankratius, Servatius und Bonifatius: so hält der Kalender ihre Namen fest. In der Schweiz zählt auch der heilige Mamertus dazu. Die heilige Sophie schließt sich ihnen an und ist durch diese Nachbarschaft zur »Kalten Sophie« geworden. Die vier kühlen Herren mit Sophie als einziger Dame im Bunde sind allesamt Vertreter der frühen Christenheit. Was hat ihnen den Platz in der »Wolke der Zeugen« verschafft?

Der Großteil ihrer Lebensgeschichten ist legendär. Pankratius war ein Märtyrer im untergehenden römischen Reich. Servatius amtierte als Bischof in der Zeit der Hunnenüberfälle und hat in die Glaubensstreitigkeiten seiner Zeit eingegriffen. Mit Bonifatius ist hier nicht der bekannte Missionar der Germanen gemeint, sondern ein eher unbekannter kleinasiatischer Märtyrer gleichen Namens. Auch von Sophie ist kaum etwas bekannt. Sie sei aus Mailand nach Rom gekommen, um nach dem Tod ihres Gatten den Märtyrertod zu suchen. Mamertus schließlich war ein Bischof in Ostfrankreich. Im fünften Jahrhundert wurden die Menschen dort immer wieder durch Feuersbrünste, Erdbeben und Ungezieferplagen heimgesucht. Während eines gro­ßen Brandes flüchteten die Menschen voller Panik aus der Stadt; nur Mamertus blieb betend in der Kirche. Wunderbarerweise erlosch das Feuer. Der Bischof verkündete dem Volk, dass er Gott eine dreitägige allgemeine Buße versprochen habe, Fasten und Almosengeben eingeschlossen. Diese drei Bußtage wurden mit großen Prozessionen vor dem Himmelfahrtsfest begangen; ein Brauch, der sich erhalten hat.

Sicher ist: Die Namen dieser Heiligen blieben im Gedächtnis, weil sie sich durch Tapferkeit und Glaubenstreue auszeichneten. So sind sie schließlich sogar zu Wetterheiligen geworden. Denn schon immer war das Wetter ein unerschöpfliches Thema. Das Gedeihen der Feldfrüchte und damit das tägliche Brot hing und hängt entscheidend vom Wetter ab. Und so nehmen wir bis heute abends im Fernsehsessel am immer gleichen Ritual teil: Als sei es des Schicksalhaften nicht genug, was wir an Taten und Untaten weltweit erfahren, schauen wir mindestens ebenso begierig auf die Wetterkarten mit ihren Tiefs über der Nordsee und den leider oft flüchtigen Zwischenhochs, mit ihren Wolkenwirbeln und Temperaturzahlen für die Nacht und den Tag sowie den Pfeilen für die Windrichtung. Denn bis heute, noch dazu unter der dunklen Drohung des Klimawandels und seiner unübersehbaren Folgen, spüren wir im Wettergeschehen, wie sehr wir eingebunden sind in den großen Zusammenhang des Lebens. Das sind kosmische Dimensionen, dem Verstand unfassbar, wohl aber doch spürbar: sei es in der Freude am warmen Sonnenschein, sei es im Ärger über ungemütliches, nasskaltes Schauerwetter.

Der christliche Glaube versteht sich auch als Antwort auf das unendliche Ganze der Welt. Die Geschichte von der Himmelfahrt Jesu erzählt, dass der Auferstandene die Brücke zwischen unserer vergänglichen Existenz und dem Ganzen der göttlichen Schöpfung ist. Inmitten der unermesslichen Weiten von Raum und Zeit bietet der Glaube Orientierungspunkte auf der Suche nach dem Sinn des Menschseins: Liebe, Gerechtigkeit, Freiheit und Bewahrung der Schöpfung. Und die Verheißung ist: Wir können bei jeder Wetterlage auf Erden gut bestehen.

„Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen.“ (Psalm 36, 6)

Amen.

Lied 394:

1. Nun aufwärts froh den Blick gewandt und vorwärts fest den Schritt! Wir gehn an unsers Meisters Hand, und unser Herr geht mit.

2. Vergesset, was dahinten liegt und euern Weg beschwert; was ewig euer Herz vergnügt, ist wohl des Opfers wert.

3. Und was euch noch gefangen hält, o werft es von euch ab! Begraben sei die ganze Welt für euch in Christi Grab.

4. So steigt ihr frei mit ihm hinan zu lichten Himmelshöhn. Er uns vorauf, er bricht uns Bahn – wer will ihm widerstehn?

5. Drum aufwärts froh den Blick gewandt und vorwärts fest den Schritt! Wir gehn an unsers Meisters Hand, und unser Herr geht mit.

Fürbitten (Helmut Schütz)

Barmherziger Gott, Vater Jesu Christi, lass uns auf deine Güte vertrauen, die so weit reicht, wie die Wolken gehen.

Wenn die Segelflieger mit den Wolken am Himmel fliegen, dann behüte sie vor Unfall und Gefahr und lass sie mit Freude und in gegenseitiger Verantwortung füreinander ihren Sport treiben.

Wenn sich dunkle Wolken über uns zusammenziehen, wenn wirtschaftliche Katastrophen drohen: Inflation und Arbeitslosigkeit, Finanzkrise und Staatsbankrott, dann lass uns die Hoffnung nicht aufgeben, dass dein Reich, dass nicht von dieser Welt ist, stärker ist als alle Reiche dieser Welt. Lass uns mahnend die Stimme erheben, wenn der Eigennutz vor dem Gemeinwohl rangiert, wenn die Gier in der Gesellschaft überhand nimmt.

Wenn dunkle Wolken auch das Ansehen der Kirchen überschatten, weil Geistliche das Vertrauen von Kindern und Jugendlichen missbraucht haben, die ihnen anvertraut waren, dann hilf allen, die Leitungsverantwortung tragen, die nötigen Konsequenzen zu ziehen: sich an die Seite der Opfer zu stellen, Ursachen zu erforschen und dafür zu sorgen, dass durch die Täter nicht noch mehr Unheil angerichtet werden kann.

Im Vertrauen auf die Wolke der Glaubenszeugen bitten wir dich: Lass den Ökumenischen Kirchentag, der in diesen Tagen in München stattfindet, zu einem Ort werden, an dem ein klares christliches Zeugnis gegeben wird: dass die Gemeinsamkeit über konfessionelle Grenzen hinweg gestärkt wird, dass Schuld bekannt wird, die auch kirchliche Amtsträger auf sich geladen haben, dass Ideen gesammelt werden, wie die Krisen unserer globalisierten Gesellschaft gemeistert werden können.

Vater im Himmel, Vater des Menschensohns, der auf den Wolken kommen wird, um menschlich zu regieren und Frieden zu bringen: Schenke uns Weite und Freiheit in dieser Welt, auch wenn wir oft Angst vor unserer eigenen Courage bekommen. Schenke uns Geborgenheit und Heimat in dieser Welt, auch wenn es nur eine Heimat auf Zeit ist. Hilf uns, unsere Verantwortung zu erkennen und wahrzunehmen, die wir für unsere Welt tragen: in der Familie und in der Kirche, in der Stadt und im Staat.

In der Stille bringen wir vor dich, Gott, was wir ganz persönlich auf dem Herzen haben:

Gebetsstille und Vater unser
Lied 361, 1+4+12:

1. Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.

4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir’s nicht; dein Tun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst tun.

12 Mach End, o Herr, mach Ende mit aller unsrer Not; stärk unsre Füß und Hände und lass bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiss zum Himmel ein.

Abkündigungen und Einladung zum Essen und Trinken auf dem Grillplatz

Empfangt Gottes Segen:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

Nachspiel (Keyboard)
Anschließend Essen und Trinken auf dem Grillplatz

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