Loslassen

Manchmal muss man trauern um Menschen, die einem nur Böses angetan haben. Man kann von ihnen nicht loslassen, weil man immer noch die Vorstellung hat: Irgendwann müssen sie mir doch geben, was sie mir schulden. Wie schwer fällt es, sich einzugestehen: Ich werde nie von dir bekommen, was ich mir immer gewünscht habe, und trotzdem habe ich dich immer liebgehabt.

Ein Mädchen als Graffito an einer Waschbetonwand lässt einen herzförmigen Luftballon fliegen

Es ist besser, manche enttäuschte Liebe loszulassen (Bild: pixabay.com)

#predigtGottesdienst am 15. Sonntag nach Trinitatis, den 19. September 1993, um 9.30 Uhr in der Kapelle der Landesnervenklinik Alzey

Am 15. Sonntag nach Trinitatis grüße ich Sie mit dem Bibelwort aus 1. Petrus 5, 7:

Alle eure Sorge werft auf [Gott], denn er sorgt für euch.

Wie Gott für uns sorgt, davon soll in diesem Gottesdienst die Rede sein. Wie können wir das eigene Uns-Sorgen-Machen immer wieder ein Stück weit loslassen?

Grünes Liederheft 210: Ihr seid das Volk, das der Herr sich ausersehn
Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wir beten mit Worten des Psalms 119:

25 Meine Seele liegt im Staube; erquicke mich nach deinem Wort.

26 Ich erzähle dir meine Wege, und du erhörst mich; lehre mich deine Gebote.

27 Lass mich verstehen den Weg deiner Befehle, so will ich reden von deinen Wundern.

28 Ich gräme mich, dass mir die Seele verschmachtet; stärke mich nach deinem Wort.

29 Halte fern von mir den Weg der Lüge und gib mir in Gnaden dein Gesetz.

30 Ich habe erwählt den Weg der Wahrheit, deine Weisungen hab ich vor mich gestellt.

31 Ich halte an deinen Mahnungen fest; HERR, lass mich nicht zuschanden werden!

32 Ich laufe den Weg deiner Gebote; denn du tröstest mein Herz.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Gott, unser guter Vater im Himmel, manchmal ist es schwer, den richtigen Weg zu finden, den wir gehen sollen. Manchmal denken wir: Wir müssen alles selber tun, alles alleine machen, wir überfordern uns fürchterlich und tun uns dabei weh. Dann wieder nehmen wir an: Wir können gar nichts mehr tun, wir sind nur noch ausgelaugt und schwach, vielleicht werden wir niemals mehr auf eigenen Füßen stehen können. O Gott, welchen Weg können und sollen wir gehen? Zeige uns den Weg mit den richtigen Schritten für uns: kleine Schritte, große Schritte, schnell oder langsam, so wie unsere Füße sie gehen können. Und mach uns bereit, Hilfe anzunehmen und zu geben, wo immer sie nötig gebraucht wird. Das erbitten wir von dir im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören aus dem Evangelium nach Matthäus 6, 25-34:

25 Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?

26 Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?

27 Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?

28 Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.

29 Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.

30 Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen?

31 Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden?

32 Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft.

33 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.

34 Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja! „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Lied 298, 1+5-7:

1) Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut.

5) Denk nicht in deiner Drangsalshitze, dass du von Gott verlassen seist und dass ihm der im Schoße sitze, der sich mit stetem Glücke speist. Die Folgezeit verändert viel und setzet jeglichem sein Ziel.

6) Es sind ja Gott sehr leichte Sachen und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann.

7) Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Zur Predigt hören wir aus dem Evangelium nach Lukas 18, 28-30:

28 Da sprach Petrus: Siehe, wir haben, was wir hatten, verlassen und sind dir nachgefolgt.

29 Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Frau oder Bruder oder Eltern oder Kinder verlässt um des Reiches Gottes willen,

30 der es nicht vielfach wieder empfange in dieser Zeit und in der künftigen Welt das ewige Leben.

Liebe Gemeinde!

„Da sprach Petrus“ – so fängt unser Bibeltext an. Einfach so: mit einem „da“. Wann war das denn, in welchem Zusammenhang hat er das denn gesagt: „Siehe, wir haben, was wir hatten, verlassen und sind dir nachgefolgt“?

Der Petrus hatte unmittelbar zuvor mitbekommen, dass ein reicher Mann Jesus gefragt hatte (Lukas 18, 18): Wie kann ich selig werden, gerettet werden, wie kann mein Leben erfüllt und sinnvoll sein. Und Jesus hatte ihm geantwortet: Indem du die Gebote hältst, indem du Gottes Willen erfüllst.

Der Mann hatte gemeint: Aber das tue ich doch schon, und trotzdem bin ich nicht glücklich. Und Jesus hatte zur Antwort gegeben: Dann musst du noch mehr tun – das heißt, umgekehrt: du musst etwas loslassen. Vielleicht bist du zu sehr an deinen Reichtum gebunden, an das, was du erarbeitet hast, an deine eigene Leistung, deine eigene Stärke. Und deshalb kannst du es gar nicht an dich heranlassen, was wirklich wichtig ist im Leben, nämlich dass Gott einen lieb hat und dass es nichts Wichtigeres im Leben gibt (Lukas 18, 20-22).

An diesem Punkt des Gesprächs war der Mann sehr traurig geworden, eben weil er sehr reich war und viel zu verlieren hatte. Er wollte nicht mit leeren Händen dastehen. Er hatte Angst davor, arm zu sein (Lukas 18, 23).

Und Jesus hatte den berühmten Satz gesagt (Lukas 18, 25):

Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher in das Reich Gottes komme.

Und als die Leute betroffen gefragt hatten (Lukas 18, 26):

Wer kann dann selig werden?

hatte er noch die Antwort gegeben (Lukas 18, 27):

Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.

Und nun kommt Petrus mit dem, was er sagen will, und das ist der erste Vers unseres Predigttextes (Lukas 18, 28):

Da sprach Petrus: Siehe, wir haben, was wir hatten, verlassen und sind dir nachgefolgt.

Wie klingt das?

Es klingt, als ob Petrus Jesus widersprechen wolle! Wieso soll es bei den Menschen unmöglich sein, selig zu werden? Wir haben es doch auch geschafft, dir nachzufolgen. Wieso soll es so schwer sein, in das Reich Gottes zu kommen? Mit gutem Willen kann doch jeder tun, was Gott von uns verlangt.

Mich erinnert das ein wenig an die Geschichte vom Pharisäer und vom Zöllner. Die gehen beide in die Kirche, der Pharisäer, der viele gute Taten getan hat, und der Zöllner, der sich ganz armselig vorkommt vor Gott. Und der Pharisäer betet (Lukas 18, 11):

Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin … wie dieser Zöllner!

Aber Jesus sagt: Gott nimmt das Gebet des Pharisäers nicht an; Gott schaut auf den Zöllner, der mit leeren Händen dasteht, und gerade ihn hat er lieb (Lukas 18, 14).

Hier nun scheint Petrus ähnlich zu reden wie der Pharisäer. Würde auch er so beten wollen: „Ich danke dir, dass ich nicht so bin wie dieser Reiche!“? Ich habe alles verlassen, woran mein Herz hing. Darf ich dafür nun belohnt werden? Bin ich nicht ein besserer Mensch als dieser Reiche?

Ich muss sagen, dass mir der heutige Predigttext bis heute immer Druck gemacht hat. Ich habe mich gefragt: Wie kann das denn gemeint sein? Muss ich auch alles, was ich habe, aufgeben? Mein Gehalt als Pfarrer, meine Familie, meine Bücher, meine Gitarre? Ich merke, dass ich an vielen Dingen hänge, die ich habe, und ich denke, dass es wohl den meisten Menschen so gehen wird: Es gibt Dinge, die ich nicht gerne aufgeben möchte. Ich glaube, ich könnte gar nicht tun, was Petrus und die anderen Jünger damals taten: alles aufgeben, alles stehen und liegen lassen und Jesus nachfolgen. Überfordert Jesus uns nicht völlig? Und hat Gott uns denn nicht lieb, wenn wir nicht so leben wie die Jünger damals? Das kann doch wohl nicht so gemeint sein.

Dann wäre es ja doch so, dass es unter den Menschen Leute mit einem starken Willen gibt oder mit einem starken Glauben, die tun Gutes, die geben den Armen alles, was sie haben, die opfern sich auf – und zum Lohn dafür bekommen sie einen Platz im Himmel. Oder man mag es auch so ausdrücken: Zum Lohn dafür hat Gott sie dann lieb.

Aber Jesus hat ja gar nicht so etwas gesagt. Er hat ja gar nicht von allen Leuten verlangt, dass sie ihr Zuhause verlassen und mit ihm durch das Land ziehen. Er will ja gerade nicht, dass jemand etwas nur deshalb tut, damit er dafür von Gott belohnt wird. Und dem reichen Mann hat er nur deswegen gesagt: „Verkaufe alles, was du hast!“, weil er gemerkt hat: Der konnte mit seinem Reichtum gar nicht glücklich werden. Nein, Jesus sagt niemandem: Nur wenn du dies oder das tust, dann hat Gott dich lieb!

Er sagt stattdessen (Lukas 18, 27):

Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.

Bei den Menschen ist etwas wirklich völlig und ganz total unmöglich: nämlich, sich Gottes Liebe zu verdienen. Das ist genau so unmöglich wie die Sache mit dem Kamel und dem Nadelöhr. Kein so großes Kamel kann jemals durch ein so kleines Nadelöhr kriechen. Das geht einfach nicht! Und kein Mensch kann jemals so viel Gutes tun, das Gott ihn dann einfach liebhaben müsste. Liebe kann man sich überhaupt nicht verdienen. Nicht einmal unter Menschen geht das, dabei kommen immer nur Ersatzgefühle heraus, und erst recht nicht bei Gott.

Aber was bei den Menschen unmöglich ist, ist nun eben bei Gott nicht unmöglich. Liebe kann man nicht erzwingen, das stimmt. Aber man braucht das ja auch gar nicht. Gott liebt uns ja von sich aus, ohne irgendeine Vorleistung!

So wie eine gute Mutter ihr Kind einfach liebhat, auch wenn es schreit, auch wenn es ständig etwas braucht und noch gar nichts selber tun kann. So wie ein guter Vater sein Kind liebhat, auch wenn es im Trotzalter ist und mit den Füßen aufstampft und nicht will, was der Vater will. Gute Eltern haben ihre Kinder lieb, auch wenn sie sich manchmal von den Kindern genervt fühlen, auch wenn Sie manchmal Nein sagen und schimpfen müssen.

An dieser Stelle singen wir ein Lied von Gottes Liebe – im Liederheft Nr. 216:
Ins Wasser fällt ein Stein ganz heimlich, still und leise

Nur so verstehen wir unseren Text richtig, liebe Gemeinde, wenn wir uns immer vor Augen halten: Gott hat uns lieb, wir sind seine Kinder. Allerdings, obwohl diese Liebe umsonst ist, obwohl sie uns einfach geschenkt wird, dennoch fällt es oft so schwer, sie anzunehmen. „Nimm Gottes Liebe an, du brauchst dich nicht allein zu mühn“, hieß es eben in dem Lied. Aber wenn wir es doch gewohnt sind, uns alleine abzumühen? Wenn wir doch immer meinen, wir müssten alles alleine schaffen, selbst wenn es mit dem Kopf durch die Wand geht? Wenn man vor einer Wand steht und man kommt nicht durch, man will es aber unbedingt, dann holt man sich Beulen. Es fällt manchmal schwer, Geduld zu üben, langsam an der Wand entlang zu gehen und darauf zu vertrauen: Irgendwo wird eine Tür sein, und sie wird offen sein.

Gottes Liebe ist solch eine offene Tür. Gott empfängt uns mit offenen Armen. Wir können uns ihm anvertrauen, dürfen unsere Sorgen auf ihn werfen. Und wenn wir das tun, dann werden wir auch loslassen können, was uns im Grunde nur fesselt: Unseren Stolz, immer alles allein zu können. Unseren scheinbaren Edelmut: Ich helfe immer nur anderen, ich brauche keine Hilfe. Vielleicht auch eine Sucht, eine Gewohnheit, ein Zuviel an Besitz.

Und nun verstehen wir vielleicht, was Jesus dem Petrus auf seinen Einwurf antwortet (Lukas 18, 29-30):

Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Frau oder Bruder oder Eltern oder Kinder verlässt um des Reiches Gottes willen, der es nicht vielfach wieder empfange in dieser Zeit und in der künftigen Welt das ewige Leben.

Jesus kann das nicht so meinen, als ob man auf irgendeine Weise einen Handel mit Gott machen könnte. Ich gebe alles auf – und dafür kriege ich aber viel wieder. So wie ein Unternehmer, der viel Geld investiert und dafür noch viel mehr Geld als Profit herausbekommt.

Was Jesus sagen will, ist vielmehr dieses: Jemand, der auf Gott zu vertrauen lernt, macht oft die Erfahrung, dass er nicht mehr gebunden ist an Menschen oder Dinge, die ihn vorher nicht haben frei sein lassen. Petrus z. B. mag lange Zeit seinen einzigen Lebenssinn darin gesehen haben, dass er ein Haus gebaut hatte, dass er mit seiner Familie als Fischer ein gutes Auskommen hatte. Und trotzdem: Das Haus allein, das Leben in der Familie machte ihn nicht glücklich, warum auch immer. Als Jesus ihn zu sich rief, ließ er alles zurück, und er erfuhr bei Jesus: Da sind Menschen, die sind für mich wie Brüder und Schwestern, wie Vater und Mutter. Und weil Jesus so einzigartig von Gottes Liebe predigen konnte, erschienen ihm die Dinge alle in einem neuen Licht. In seinem neuen Beruf als „Menschenfischer“, als Prediger von Gottes Wort fand er endlich die Erfüllung, die er suchte. Er hatte zwar immer noch viel zu lernen, aber schon jetzt wusste er: Im Grunde bin ich viel reicher als vorher, bevor ich alles aufgegeben hatte.

Manchmal muss jemand auch unfreiwillig etwas aufgeben, etwas loslassen. Einen geliebten Menschen, eine Wohnung, in der man lange gerne gelebt hat, etwas Erspartes, das für eine unvorhergesehene Ausgabe draufgeht.

Jemand geht z. B. ins Altenheim und trauert sehr um alles, was er zurücklässt. Und es kann sein, dass er viel Gutes und Neues findet: das Gefühl, gut aufgehoben zu sein, sich nicht mehr mit allzu vielen Alltagsarbeiten überfordern zu müssen, neue Kontakte mit Gleichaltrigen aufbauen zu können.

Manchmal muss man sogar trauern um Menschen, die einem nur Böses angetan haben. Man kann von ihnen nicht loslassen, weil man immer noch die Vorstellung hat: Irgendwann müssen sie mir doch geben, was sie mir schulden. Wie schwer fällt es, sich einzugestehen: Ich werde nie von dir bekommen, was ich mir immer gewünscht habe, und trotzdem habe ich dich immer liebgehabt. Das zu fühlen, tut weh, es kostet Schmerzen und Tränen, aber ohne solche Trauer wird man es nicht lernen, auf andere Menschen zuzugehen und das Wenige Gute anzunehmen, was sie einem geben können.

Loslassen fällt schwer. Auch mir oft in meinen Predigten. Bei dieser Predigt hatte ich nicht so viel Zeit zum Vorbereiten wie sonst. Und beim Durchlesen dachte ich: Eigentlich fehlt noch hier und da etwas. Vielleicht habe ich nicht alles deutlich machen können, was ich meinte. Aber diesmal lasse ich einfach alles so stehen. Wenn Ihnen etwas unklar ist, können Sie mich ja auch mal fragen: Wie haben Sie das gemeint? Im Bibelkreis z. B. oder in einem Einzelgespräch ist ja Gelegenheit dazu.

Und wenn Gottes Wort durch meine Predigt zu Ihnen spricht, ist es ja auch nicht meine eigene Leistung. Ich versuche, mein Bestes zu tun, und durch meine unvollkommenen Worte will Gott Ihnen und mir und uns allen sagen: Ich habe dich lieb, lass los, was dir Sorgen macht, aber ich lasse dich nicht los, ich halte dich fest, ganz gleich, was dir begegnen wird. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.

Wir singen aus dem Gesangbuch das Lied Nr. 294, 1+2+6:

1) Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.

2) Dem Herren musst du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; auf sein Werk musst du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein lässt Gott sich gar nichts nehmen, es muss erbeten sein.

6) Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud.

Barmherziger Gott, du hast uns lieb, so wie wir sind, und du lässt uns nicht allein, wenn wir den Weg suchen, den wir gehen können. Mach uns klar, wo wir uns überfordern, wo wir zu stolz sind, um Hilfe anzunehmen. Hilf uns aber auch dabei, dass wir nicht übersehen, was wir mit unseren kleinen Kräften tun können. Lass uns die Wahrheit dieses alten Gebetes in unserem Leben täglich erfahren:

Gott, gib mir den Mut, zu ändern, was ich ändern kann.

Gott, gib mir die Kraft, zu ertragen, was ich nicht ändern kann.

Und, Gott, gib mir die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.

Amen.

Alles, was uns heute bewegt, schließen wir im Gebet Jesu zusammen:

Vater unser

Zum Schluss singen wir aus dem Liederheft das Lied Nr. 214:

Er hält die ganze Welt in der Hand, er hält die ganze Welt in der Hand, er hält die ganze Welt in der Hand, er hält die Welt in seiner Hand.

Er hält die Sonne und den Mond in der Hand, er hält den Wind und den Regen in der Hand, er hält die Erde und das Meer in der Hand, er hält die Welt in seiner Hand.

Er hält die Blumen und die Bäume in der Hand, er hält die Vögel und die Fische in der Hand, er hält die Hasen und die Hunde in der Hand, er hält die Welt in seiner Hand.

Er hält die vielen, vielen Menschen in der Hand, er hält die Schwarzen und die Weißen in der Hand, er hält die Kranken und Gesunden in der Hand, er hält die Welt in seiner Hand.

Er hält die Armen und die Reichen in der Hand, er hält die Bösen und die Guten in der Hand, er hält die Kleinen und die Großen in der Hand, er hält die Welt in seiner Hand.

Er hält das winzigkleine Baby in der Hand, er hält auch mich und dich in der Hand, er hält uns alle miteinander in der Hand, er hält die Welt in seiner Hand.

Und nun lasst uns mit Gottes Segen in den Sonntag und in die neue Woche gehen:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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