Hinschauen

Jesus predigt die Kunst, das Selbstverständliche zu tun. Als er gefragt wird, was Gott von uns will, fragt er zurück: „Weißt du das nicht, du kennst doch die Bibel!“ Aber, fragt er weiter: Wer ist mein Nächster, den ich lieben soll? Da erzählt Jesus: Zwei sehen – und gehen weiter. Einer sieht – und hilft. Willst du ein Nächster sein?

Volle Kanne Barmherzigkeit

Statt Gott in Punkto Barmherzigkeit nachzueifern, möchten wir lieber an seiner Stelle das Richteramt ausüben. Um selber gut dazustehen, ist es uns nur recht, wenn andere Unrecht haben. Jesus fordert: Macht es umgekehrt! Wer andere als Unmenschen verdammt, verletzt auch die eigene Menschenwürde. Wer aufs Verurteilen verzichtet, lässt den Weg offen für Vergebung, auch für sich selbst.

Wie neugeboren!

Wer vom Geist neugeboren wird, überwindet die Angst vor der Liebe. Denn mit beiden ist es wie mit dem Wind. Der weht, wo er will. Mal bläst er dir kräftig ins Gesicht. Dann ist er der Rückenwind, der dir Kraft gibt, das leise Wehen, das dich tröstet, mit Gottes Nähe anhaucht, dich getragen sein lässt. Das alles ist nicht machbar.

Woran erkennt man Christen?

Jesus verlangt keine Leistungen, die uns überfordern. Im Gegenteil – er warnt uns davor, aus falschem Stolz zu viel von uns selber zu verlangen. Das Glaubensbekenntnis vieler Menschen hat heute den Text: „Man kriegt nichts geschenkt. Man muss sich alles selbst verdienen. Man muss nehmen, was man kriegen kann!“ So schließt man sich ein in eine egoistische, armselige, einsame Welt.

Vom Teufel versucht, von Engeln behütet

Politische Macht wird teuflisch, wenn sie den Himmel auf Erden schaffen will. Im Römischen Reich kommen Christen tatsächlich an die Macht. Sie vergießen das Blut der Heiden, christianisieren die Germanen mit Gewalt, verbrennen später Ketzer und Hexen. Sie schaffen nicht den Himmel, sondern ein Stück Hölle auf Erden. Wer auf Erden im Namen Jesu herrschen will, hat Jesu Segen nicht.