als wahrer Mensch
bittet und fleht,
schreit laut und weint
in Todesangst.
Das ist sein Opfer.
Er bringt es Gott dar,
der ihn vom Tod erretten kann.
ihn, der annimmt und erträgt,
was nicht zu ändern ist.
Texte und Themen rund um das meist gelesene Buch der Welt
Texte und Themen rund um das meist gelesene Buch der Welt


…Dieser Aufsatz geht von einer Hypothese aus: Jesu Mutter Maria wurde vielleicht missbraucht. Dennoch – das ist die These, auf die es Helmut Schütz ankommt – ist sie in Gottes Augen seine „reine Magd“, und Jesus ist durch die Kraft des Heiligen Geistes Gottes Sohn.

…Vielleicht besteht das Jüngste Gericht darin, dass von uns nach unserem Tod nur das übrig bleibt, was wir an Glauben, Hoffnung, Liebe gelebt haben. Kein Unrecht besteht, kein missgünstiger Gedanke, nichts, was wir durch Eigensucht erreicht haben. Menschen ohne Liebe müssen ihren Stolz aufgeben und Demut lernen: Vor Gott zählt außer der Liebe nichts.

…Ahndet Gott eine Beleidigung mit der Todesstrafe? Ich mag die Geschichte so lesen: Ein Prophet kommt mit Hassgefühlen in Kontakt, lebt sie in seiner Phantasie aus, statt gewalttätig zu werden, und schüttelt den Staub des ungastlichen Ortes von seinen Füßen wie später die von Jesus ausgesandten Jünger.

…Was ist der Unterschied zwischen Schuld und Scham? In einem holländischen Buch steht: „Scham sagt: Was habe i c h dem andern angetan! Schuldgefühl sagt: Was habe ich dem a n d e r n angetan!“ Die Scham kreist im Selbstmitleid um sich selbst. Wer sich nicht für grundsätzlich liebenswert, sondern nur für böse hält, empfindet jede Kritik als totalen

…Jesus erfährt bei seiner Taufe, dass Gott wahrhaftig in ihm und bei ihm sein will und in herzlicher Liebe zu ihm steht wie ein guter Vater, der an seinem Sohn nichts als Freude hat. Auch Jesus brauchte die Stärkung von oben, um tun zu können, was seine besondere Aufgabe war.

…Jesus ist ein „zweigestammter Held“, ein Mensch aus Davids Stamm mit Maria als Mutter, unbekanntem Erzeuger und Josef als Adoptivvater, und zugleich stammt er direkt von Gott ab, indem der heilige Geist Gottes in ganz besonderer Weise in ihm wohnt und sein ganzes Wesen durchdringt.

…Es ist verständlich, wenn wir Jesu Hilfe nicht in Anspruch nehmen wollen. Was denn, wenn wir anfangen würden, zu vertrauen – und dann käme wieder die große Enttäuschung? Oder würde Jesus uns an sich fesseln? Und was wäre, wenn Gott die große Illusion wäre, wenn man es sich nur vormachen würde, da gäbe es den, der uns vollkommen liebt?

…Wie kann ein Krafttraining für die Seele aussehen? Unser Herz braucht sozusagen den aufweichenden Frühregen, Begegnungen von einer Sanftheit, die uns Mut machen, überhaupt etwas von außen zu erwarten, was uns nicht ängstigt oder einsperrt. Wie schwer ist es, Vertrauen zu fassen, erst ein kleines bisschen, dann noch ein Stück mehr, bis es schließlich immer größer und tragfähiger wird.

…Wenn ich aufgeräumt habe, kann ich anfangen zu putzen. Aber so ein Hausputz in meiner Seele – das müsste bedeuten: ehrlich nachschauen, was fühle ich wirklich, wie bin ich wirklich, wie verletzlich bin ich und wonach sehne ich mich wirklich? Wie schwer ist es für meine Seele, Tür und Tor groß und weit aufzumachen, statt dass ich verschlossen bleibe!