Jakob und die Engel Gottes

Gott kann auf krummen Linien gerade schreiben. Trotz Betrugs und Diebstahls, trotz schwerer Familienkonflikte und eines drohenden Stammeskrieges ist alles noch einmal friedlich ausgegangen. Im Rückblick wird Jakob bewusst, dass ein ganzes Heerlager von Gottes Engeln ihm beigestanden hat, damit es nicht zum Krieg mit seinem Onkel Laban kommt und er ihm die Früchte seiner Arbeit lässt.

Treppe zum Himmel

Wir erreichen den Himmel nicht, indem wir uns über die Wolken hinaus in die Nähe Gottes hinwegträumen, sondern Gott lässt auf der Himmelsleiter seine Engelmächte zu uns hinuntersteigen, um uns beizustehen und uns Botschaften zu übermitteln, und ebenso steigen Engel zu ihm hinauf und treten für uns ein, indem sie unsere Anliegen vor ihn bringen.

Anti-Depri-Glaube

Depri-Stimmung, no future, Gott ist tot oder jedenfalls nicht zu sprechen. Dagegen setzt der Prophet Jesaja seinen Anti-Depri-Glauben. „Der ewige Gott, der die Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt.“ Gott schafft, arbeitet, ruht sich am siebten Tag aus von seiner M’lachah, das ist buchstäblich unser Wort Maloche. Aber nie wird er so müde, dass er am Ende ist.

Mission im Dialog

Jesus ist der Messias für Juden, Samariter und alle Menschen. So sieht es aus, wenn der Messias kommt. Er kommt nicht rechthaberisch, sondern als Seelsorger. Er kommt nicht herrisch, sondern als Gesprächspartner. Er kommt nicht, um eine neue Form der Religiosität verbindlich vorzuschreiben. Nein, Gott will allen Menschen in allen Religionen nahe sein.

Jakob bewährt sich als Gottesstreiter Israel

Jakob muss seine Angst und seinen Stolz überwinden, um Gott direkt gegenüberzutreten und einzugestehen: Ich brauche deinen Segen und nur du kannst ihn mir geben, freiwillig, weil du mich liebst. Jakob überwindet mutig seine Angst und seinen Stolz, er kämpft endlich offen, lässt nicht locker. Und da wird er beim Namen gerufen, er bekommt sogar einen neuen Namen: Israel, Gottesstreiter!

Erwachsene Liebe ist nicht nachtragend

Ein schönes Ende der Josefsgeschichte stelle ich mir so vor: Die Brüder Josefs werden endlich wirklich erwachsen. Auch sie können weinen über das, was sie entbehrt haben. Sie sehen ein: ihre Gewalttat damals war keine Lösung. Auch sie erkennen Gottes wunderbare Wege – aus ihrer Bosheit ließ Gott Gutes wachsen. Und vielleicht empfinden sie jetzt Josef gegenüber sogar brüderliche Gefühle.

Auserwählung: Warum gerade Jakob?

Gott wird nach Jesaja einmal alle Menschen zusammenführen. Schon jetzt können wir anfangen, zueinanderzukommen – evangelische und katholische Christen, auch Menschen, denen es gut geht, und Menschen, die Probleme haben. Könnte es nicht in Kirchengemeinden eine Stelle geben, wo man hingehen kann, wenn man seelisch am Ende ist? Wo nicht gleich einer sagt: So darf man sich nicht gehen lassen!