Der Herr ist mein Boss, ich krieg alles

Ein Unterricht mit vielen Schäfchen aus verschiedenen Ställen ist eine Zerreißprobe, oft anstrengend und aufreibend. Aber ich finde das stark an unserer evangelischen Kirche: Jugendliche lernen, es miteinander auszuhalten, so verschieden sie sind. Einer liest nicht gerne Bücher. Ein anderer hat keinen Fernseher, unvorstellbar für die meisten. Trotzdem wird diskutiert, man kickt zusammen beim Konfi-Cup, man bereitet einen Gottesdienst vor.

Bild: Helmut Schütz

Am Ostermorgen: Verstummen oder Jubeln?

Vielleicht wollte Markus nicht vorschnell jubeln. In unserer Welt wird der Sohn Gottes bis heute getötet in jedem Menschen, der verhungert, und Jesus leidet mit in jedem Kind, das gequält wird. Wenn dieser Gequälte, Gekreuzigte, Begrabene auferstanden ist und vor uns hergeht nach Galiläa, also dorthin, wo unser Alltag stattfindet, dann erwartet er dort unseren Aufstand gegen alle Todesmächte.

„Freuet euch in dem Herrn!“

Meistens geht es bei uns eher ruhig und ernst zu im Gottesdienst. Trotzdem ist in der Kirche Platz für Humor, Heiterkeit und Freude. Der Ernst eines evangelischen Gottesdienstes ist nämlich kein verbissener, verkniffener Ernst; Heiterkeit und Humor gehören zum Leben dazu, wenn es lebenswert sein soll. Menschen, die auf Gott vertrauen, haben viel Grund zu einer gelassenen und fröhlichen Grundstimmung.