…Angesichts der Herausforderung durch so viele Flüchtlinge mitten im Wohnzimmer unseres Landes höre ich mit dem Kirchenvorstand auf Worte aus der Bibel, die von der Schöpfung handeln – und von der Liebe zu den Fremden.

Texte und Themen rund um das meist gelesene Buch der Welt
Texte und Themen rund um das meist gelesene Buch der Welt

…Angesichts der Herausforderung durch so viele Flüchtlinge mitten im Wohnzimmer unseres Landes höre ich mit dem Kirchenvorstand auf Worte aus der Bibel, die von der Schöpfung handeln – und von der Liebe zu den Fremden.

„Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns“ (Johannes 1, 14). So beschreibt die Bibel das Wunder, das an Weihnachten geschieht. Was ist das für ein „Wort“, das „Fleisch“ wird? Kann man das essen? Macht uns das satt? Ja, tatsächlich, möchte ich sagen.…

…Die Welt ist empört, wir sind verstört. Empörung klingt stark und selbstsicher, Verstörung nach Schwäche und Unsicherheit. Es ist leicht, sich gegen Gottes Frieden zu empören, auch gegen eine Bundeskanzlerin, die bei aller Machtpolitik zugleich ihrem Herzen folgt und der man unterstellt, dass sie dabei die Realität aus den Augen verliert. Wir brauchen Jesu Beistand, um seinen Frieden zu erneuern.

…Gott steht bei mir, während ich mich verachtet fühle. Nicht er beleidigt mich. Aber Gott ist auch bei mir, wenn ich in auswegloser Situation bin, er ist sogar bei mir, wenn ich das Gefühl habe, total zu versagen. „Aus den Hörnern des Einhorns antwortest du mir, aus dem Mobbing, aus meiner Scham!“

…Ich danke allen Konfis für ihre Predigtgedanken zum Thema Mobbing! Ganz persönlich danke ich auch dem Konfirmanden, der mir nach einer hitzigen Diskussion sagte: „Ich weiß ja, dass Sie uns alle lieben!“ Ich sagte ihm spontan: „Ja, das stimmt! Wenn ich euch nicht im Sinne von Jesus lieben würde, dann würde ich manches Verhalten von einigen von euch nicht aushalten.“

…Gott gibt uns Seligkeit in das ängstlich geöffnete Herz. Deshalb können wir beginnen, die Angst und Ungewissheit, die für Millionen Menschen, die auf der Flucht sind, ganz alltäglich ist, in neuer Weise zu teilen. Wir lassen uns von Seligkeit entängstigen und tun mit Gottvertrauen, was wir tun können.

…Jesus ruft zum faustlosen Widerstand auf. „OK, du willst, dass ich dir dein Zeug eine Meile weit trage? Ist wohl zu schwer für dich. Komm her, ich geh mit dir sogar zwei Meilen weit.“ Behandle also den, der dich zwingt, so, als hätte er dich um Hilfe gebeten. So zu handeln, kommt mir stärker vor, als wenn man einfach zurückschlägt.

…Jesus würde vielleicht sagen: „Lest im 3. Buch Mose, wenn ihr wissen wollt, was Liebe zu Gott, was Nächstenliebe ist. Die Bibel ist nicht so verstaubt, wie ihr denkt. Das Alte Testament ist nicht veraltet. Es ist konkret. Es spricht in eine bestimmte Zeit hinein. Aber es kann in einer neuen Zeit, in eurer Zeit, ganz neu zu euch reden.“

…Beim interreligiösen Erntedankfest gibt es „Die Spielsachen und das Teilen“ von Kita-Kindern und ein Lied vom Mädchenchor der DITIB. Abderrahim En-Nosse hält eine islamische Ansprache über Gottes Erbarmen und das Teilen, Pfarrer Helmut Schütz eine christliche Ansprache über Philipper 1, 2-5. Und Tugba Sahin erinnert ans Bayram Kurban, das zur Zeit stattfindet: auch im islamischen Opferfest geht es ums Teilen.

…Das ist das eigentliche Wunder: Dass die Menschen im Volk Gottes wieder an Gott glauben. Johannes erzählt uns diese unglaubliche Geschichte, damit heute wir Christen zum Glauben finden. Denn wo wir nicht an Gottes Liebe glauben, wo uns Gott und seine Gebote egal sind, da sind wir tot wie Lazarus, da müssen auch wir aufgeweckt werden vom Tod der Sünde.