Jüdische Kultur, die prägend bleibt

In seinem Buch „Altes Testament, jüdische Kultur und deutsches Judentum“ beleuchtet der Historiker Wilhelm Kaltenstadler aus verschiedenen Blickwinkeln die prägende Kraft, die das Judentum seit biblischen Zeiten in verschiedenen Regionen Europas ausgeübt hat – vom mittelalterlichen Al-Ándalus bis zum neuzeitlichen Franken. Schwerpunktmäßig geht er auf den jüdischen Universalgelehrten Moses Maimonides ein.

Irren ist biblisch. Doch auch Bibelkritiker können irren

Da die Bibel Gottes Wort in der Verpackung menschlicher Worte ist und kein historisches oder naturwissenschaftliches Fachbuch, enthält sie auch Irrtümer und Widersprüche. Das Buch „Lexikon der biblischen Irrtümer. Von A wie Auferstehung Christi bis Z wie Zeugen Jehovas“ von Walter-Jörg Langbein (2006 Berlin) versucht, theologische Laien darüber aufzuklären. Allerdings unterlaufen auch ihm dabei immer wieder Irrtümer und Fehleinschätzungen.

Zwei Juden im rabbinischen Dialog: Jesus und der Schriftgelehrte

Ich las den heutigen Predigttext und dachte: Ist dies nicht ein schönes Beispiel eines interreligiösen Gesprächs? Ein Christ spricht auf Augenhöhe mit einem Juden!

Und dann fiel mir auf: Nein. Hier sprechen zwei Juden miteinander. Der Jude Jesus als auch von Gegnern anerkannter Lehrer der Heiligen Schrift und ein weiterer jüdischer Schriftgelehrter tauschen sich über Mose und die Propheten aus.

Giordano Bruno, der Golem und die Zellbiologie

Verfügte der Wegbereiter des modernen astronomischen Weltbildes Giordano Bruno (1565-1600) mit seinem Interesse an der okkulten Philosophie der Renaissance und seinen Kontakten zu Girolamo Fracastoro, John Dee und Schülern des Paracelsus bereits über zellbiologische Einsichten, die sich auf die Erwähnung des Golems in Psalm 139 und seine kabbalistische Interpretation stützen konnten?

Buchbesprechung: „Die Entdeckung der Urmatrix“

Ein über 1000seitiges Werk über Bibel und Kabbala, Alchimie und Hermetik, altägyptische Weisheit und Medizingeschichte versucht den Nachweis zu erbringen, dass es einen Bibelcode gibt, der Jahrtausende alte gentechnologische Erkenntnisse und Verfahren verschlüsselt, mit denen schon bald menschliche Organe geklont und menschliches Leben in erheblichem Ausmaß verlängert werden kann. Nichts davon ist beweisbar – trotzdem hat mich die Lektüre fasziniert!

Bild: Helmut Schütz

„Ich mache das Höckerige zur Ebene“

In seiner Feldrede fragt Jesus: „Kann denn ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen?“ Eine blinde Frau fragt zurück: „Verstehst du nicht, dass diese Worte einen blinden Menschen verletzen müssen?“ Im Gespräch erzählt Jesus, was er von seinem blinden Jünger John gelernt hat. In puncto Barmherzigkeit hören wir niemals auf, dazuzulernen.

Muss ein Christ wortwörtlich an die Bibel glauben?

Ein alter Freund, der Malermeister Simon Poppe aus Bremen, der jedem historisch-kritischen Bibelverständnis ablehnend gegenübersteht, fragte mich, ob wir nicht einmal per Internet einen Dialog über unsere Streitfragen führen sollten. Dabei sollte es weniger um den Versuch gehen, den jeweils anderen vom eigenen Standpunkt zu überzeugen, sondern eher darum, ein besseres Verständnis für die Position des anderen zu gewinnen.

Als Gott mit Sophia spielte…

Jeder kennt die beiden Schöpfungserzählungen der Bibel vom „Sieben-Tage-Werk Gottes“ und von „Adam und Eva“, die häufig mit naturwissenschaftlichen Abhandlungen verwechselt werden, aber lobpreisende Lieder der wunderbaren Schöpfung Gottes sind. In diesem Gottesdienst betrachte ich einige andere Schöpfungslieder etwas genauer, die auch in der Bibel stehen – in den Psalmen und im Buch der Sprüche.