Winkelried Gähler: „Israel hat zwei Väter“

Versuch eines Gesprächs mit Helmut Schütz, seinen Kritikern und Befürwortern (1)

Pfarrer Winkelried Gähler stellte mir die folgende Stellungnahme zu meinem Aufsatz Marie, die reine Magd im Deutschen Pfarrerblatt vom März 1998 zur Verfügung.

Erst sieben Jahre später habe ich sie (damals noch im alten Layout der Bibelwelt) veröffentlicht und auch eine verspätete Antwort dazu geschrieben.

Jesus – Juniorpartner Gottes

Jesus geht als Juniorpartner Gottes auf die Erde. Er soll „das Heil den Armen“ sein, die wir mit leeren Händen vor Gott stehen. Er soll unser Leben heil machen, den Tod buchstäblich „erwürgen“, damit wir leben können. Mit der Himmelfahrt wird der Juniorpartner zum Chef, gleichberechtigt mit dem Vater. Der allmächtige Gott im Himmel trägt das menschliche Gesicht Jesu Christi.

Bild: Helmut Schütz

Der kleine Prinz und der Riesenschlangensatz des Paulus

He, Paulus, jetzt kommst du wieder mit soooo schweren Wörtern. Herrlichkeit, Geist, Weisheit, Offenbarung… Ich glaube, du sieht nicht mit dem Herzen, sondern mit dem Kopf!

Aber, lieber kleiner Prinz, all diese Wörter sind eigentlich keine Kopfwörter. Herrlichkeit, das ist ein Gefühl der Glückseligkeit, die nur Gott einem schenken kann, einfach unbeschreiblich.

Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung, Erlösung

Vier gewichtige Worte – Jesus Christus wird mit all dem gleichgesetzt. Es gibt viele weise Menschen – Jesus ist die Weisheit in Person. Wir verzweifeln an der Herstellung von Gerechtigkeit – Jesus ist die Gerechtigkeit. Jesus verkörpert alles, was man zum Heiligwerden braucht. Und wenn wir Erlösung suchen, vom Bösen, vom Leiden, von Schuld: Jesus ist unsere Erlösung.

„Mache dich auf und werde licht; denn dein Licht kommt!“

Die sternkundigen Männer werden „licht“, indem sie das Licht suchen. Sie brechen auf aus allem, was sie wussten. Ihr Weg führt durch Durststrecken hindurch, über Stolpersteine hinweg, an Abgründen und der Dunkelheit des Herodes vorbei. Und wir? Auch wir finden Vertrauen mitten in Angst, Trost in der Trauer, Hoffnung in Verzweiflung, Reife inmitten innerer Zerrissenheit, Ruhe in unserer Alltagshektik.