Ralph Davidson: „Sprachgeschichte“

Ralph Davidson versucht sprachgeschichtlich zu beweisen, dass die meisten kulturellen Errungenschaften der europäischen Zivilisation von den Juden nach Mitteleuropa gebracht wurden. Leider sind viele seiner Schlussfolgerungen, die ich fachlich beurteilen kann, fehlerhaft. Erfreulich ist, dass er an die fruchtbare Zusammenarbeit des Reformators Paulus Fagius mit dem jüdischen Rabbi und Philologen Elias Levita erinnert – leider eine interreligiöse Ausnahmeerscheinung der Reformationszeit!

Ralph Davidson: „Kapitalismus, Marx und der ganze Rest“

Ralph Davidson vertritt die These, dass der Marxismus als ein System staatlicher Moral scheitern musste. Der bis heute erfolgreiche Kapitalismus hatte seinen Ursprung in einem „jüdischem Liberalismus“ und konnte sich durchsetzen, nachdem mittelalterliche Dogmen wegfielen, die den „Kredit und vor allem die Kreditzinsen“ als „zutiefst unsittlich“ gebrandmarkt hatten.

Meine Besprechung seines Buches setzt an einigen Stellen kritische Fragezeichen.

Bild: Constantin Beyer (Cranach-Altar Stadtkirche Weimar)

„Blutstrahl der Gnade“

Am Aschermittwoch 2019 veröffentliche ich einen Karfreitags-Gottesdienst, den ich vor vier Jahren in der Pauluskirche Gießen hielt. Im Mittelpunkt der Predigt stand der Cranach-Altar in der Stadtkirche St. Peter und Paul (Herderkirche) Weimar. Der Evang-Luth. Kirchengemeinde Weimar bin ich dankbar für die Genehmigung, das Altarbild (Fotograf: Constantin Beyer) in diesem Zusammenhang (auch in Ausschnitten) zeigen zu dürfen.

Eine grausame Geschichte aus dem Buch der Richter

Eine Fastenpredigt über eine unfassbar grausame Geschichte aus der Bibel – sie kann uns helfen, die Augen zu öffnen für nicht minder grausame Schicksale in unserer heutigen Wirklichkeit. Aber kann es auch gelingen, dieser Realität Stand zu halten und ihr Hoffnung entgegenzusetzen? Gehalten wurde die Predigt bereits in der Passionszeit 2016 – aktuell ist sie auch drei Jahre später!

Bild: Helmut Schütz

Biblisch-koranisch erzählen mit Handpuppen

Der Leiter des Amtes für katholische Religionspädagogik im Bistum Limburg hatte mich eingeladen, beim heutigen Fortbildungstag zur Theorie und Praxis des Religionsunterrichts („konfessionell, gemischt, kooperativ, interreligiös, interkulturell?“ über meine interreligiösen Erfahrungen im evangelischen Kindergarten einer Gießener Stadtrandgemeinde zu berichten.

Vier Erzieherinnen und eine Grundschullehrerin beteiligten sich an meinem Workshop…

Berufung auf den radikalen Weg der Liebe

Nachdem Frank-Tilo Becher am 28. Oktober 2018 als Direktkandidat der SPD in den Hessischen Landtag gewählt und von seinen Pflichten im kirchlichen Dienst entbunden wurde, gab er in seiner Abschiedspredigt als Dekan des Evangelisches Dekanats Gießen eine spannende Antwort auf die Frage, ob er damit seiner Berufung zum Pfarrer untreu werde oder einer neuen Berufung folge.
Bild: Ruth Höll

Ave verum: „Von guten Mächten umgeben“

Die über 90-jährige Ruth Höll aus Gießen schlägt vor, das vierstimmige „Ave verum corpus“ von Wolfgang Amadeus Mozart mit dem Text des bekannten Liedes von Dietrich Bonhoeffer „Von guten Mächten“ aufzuführen. Dann komme die Musik von Mozart mit dem deutschen Text gemeinsam noch besser zur Geltung. Ob diese Idee bei Kirchenchören und ihren Chorleiter(inne)n oder Kantor(inne)n Anklang findet?…

Bild: Helmut Schütz

Weihnachtsfreude für Bethlehems Kinder?

Wie kann Weihnachtsfreude von Bethlehem ausgehen, wenn König Herodes die kleinen Kinder dieser Stadt ermorden lässt? Der Evangelist Matthäus hält der Trostlosigkeit der Mütter Stand, versinkt aber nicht in abgrundtiefer Trauer. Er tut das, indem er Worte des Propheten Jeremia in Erinnerung ruft, die von Rama und den Kindern Rahels erzählen, vor allem von Gottes erstgeborenem Sohn Ephraim.